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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., 15-16 / 1999, S. 28-32

 

 

BEFREIUNG DER SINNE. ÜBER GOETHE UND HEINE ALS ANTI-ASKETEN

Albrecht Betz




Fast immer in der europäischen Tradition ging bedeutende erotische Literatur mit emanzipatorischen Bestrebungen Hand in Hand. Der Affront gegen religiöse und soziale Tabuierung von Sexualität zielte über die – unsägliches Leid bewirkenden – Moralcodes und Verbote auf jene gesellschaftlichen und familiären Herrschaftsverhältnisse, deren Resultate sie waren. Daß solche Normenkorsette menschliche – und erst recht künstlerische – Entfaltung abzuwürgen vermögen, das hat Goethe, dem fundamentalistische Borniertheit ein Greuel war, ganz gleich ob in nationaler, religiöser oder moralischer Gestalt, immer wieder bloßgestellt; sie widersprachen seinem hohen Begriff von Natur und von Lebendigem, von steigerungsfähigem Dasein. “So herrsche denn Eros der alles begonnen!” (1) singen die Sirenen in der ‘Klassischen Walpurgisnacht’ und sprechen aus, was Goethe für die Quelle – nicht nur seiner – poetischen Produktivität hielt. In diesem Sinne, meint er in seinem gleichsam testamentarischen “Wort für junge Dichter”, sei er ihnen ein Befreier gewesen (2).

Das war Wunschdenken. Nur einer im 19. Jahrhundert – der allerdings hieß Heinrich Heine – hat Kunst, Eros und Freiheit als zusammengehörig begriffen und diese säkularisierte Trinität dichterisch umgesetzt; freilich in einer politischen Perspektive, die weit über Goethe hinausführte.

Damit sind Übereinstimmung und Divergenz schon angedeutet. Goethe und Heine gemeinsam ist ein erotisierter Pantheismus, für den Spinoza eine wichtige Wurzel bildet. Beide streben, im Rekurs auf die Antike, an, jene Leibfeindlichkeit zu überwinden, die sie für die pathologische Erbsubstanz des spiritualisierten Christentums halten; sie wollen das Ensemble von Triebfeindschaft und Sündenbewußtsein verabschieden und eine vitale Harmonie von Körper und Geist wiedergewinnen. Die Antike gilt ihnen deshalb als Vorbild, weil in ihr – wie Goethe im Winckelmann-Essay schreibt – noch “jene kaum heilbare Trennung in der gesunden Menschenkraft nicht vorgegangen war” (3); Heine wird von der “Zerrissenheit” des Ichs in der Moderne sprechen (4). Die wechselseitige Durchdringung von Sinnlichkeit und Vernunft, in der die Sinnlichkeit vergeistigt, das Denken hingegen sinnlich werden soll, setzt zunächst – nach jahrhundertelangen kirchlich gesteuerten asketischen Verkrampfungen – die Befreiung der Sinnlichkeit voraus, konkret: die ihrer Basis, der natürlich-menschlichen Sexualität. Dabei helfen kann das Wissen um das bloß Relative von Moralvorstellungen, die je nach Raum und Zeit wechseln. Goethe zielt auf die Befreiung des je einzelnen Individuums; Heines Begriff von Emanzipation ist von dem einer gesellschaftlichen Umwälzung nicht zu trennen: die Abschaffung des noch auf Thron und Altar fixierten Systems von Privilegien und Abhängigkeiten sieht er als Voraussetzung möglicher Freiheit an.

Goethe erfährt seine Wiedergeburt in Italien: die “Römischen Elegien”zeugen vom gelungenen Brückenschlag zur Antike und zugleich von der neuen Erfahrung nichtrepressiver körperlicher Liebe. ROMA-AMOR ist ein ganzes Programm. Unter dem Schutz des antiken Paradigmas entstehen dichterische Erotika in einer in Deutschland bislang ungehörten Weise:

“Uns ergötzen die Freuden des echten nacketen Amors
Und des geschaukelten Betts lieblicher knarrender Ton.” (5)

Universalität heißt hier auch – und dahinter steht ein Gedanke der Aufklärung – Gleichheit, die der Körper, jenseits des sozialen Standes, zumal der höfisch feudalen Zwänge. Daher dieses Bild des “Lagers”:

“Ohne das seidne Gehäng und ohne gestickte Matrazen
Steht es, zweien bequem, frei in dem weiten Gemach.” (6)

Die Rehabilitierung des Sinnlichen gipfelt in den “Römischen Elegien” in einer gewagten Schlußpointe: der Dichter setzt, dank seiner Kunst und mit einem Pfeil gegen die “entnervten Heuchler”, den so lange schon heruntergekommenen und ausrangierten Gott Priap in seine Rechte wieder ein und gewinnt als Dank die Verheißung seines Beistands in jenen Situationen, da er seiner bedarf.

Erinnert man sich, daß von Stendhal bis Adorno Schönheit als Glücksversprechen definiert wurde, dem ein sexuelles zugrundeliege, dann gilt, daß es die sprachliche Schönheit der “Elegien” ist, die – mit dem Inhalt ineins – dem Leser Glück verheißt. Die Teilhabe an diesem ganzheitlichen Sensualismus ist das Angebot: eines zu sinnlicher Selbstbefreiung.

In den zwei Jahren nach den “Elegien”, 1970, entstandenen “Venezianischen Epigrammen” tritt das Erotische in den Dienst der Zeitkritik: Gegenwartsschelte des katholischen Italien vom antikisch-neuheidnischen Standpunkt aus, gerichtet gegen Jenseitsvertröstung, Entsagung, Enthaltsamkeit.

“Sauber hast du dein Volk erlöst durch Wunder und Leiden
Nazarener! Wohin soll es, dein Häufchen, wohin?” (7)

So beginnt eines der Epigramme, um dann, im gleichen protestierenden Tonfall zu enden, wiederum die Spaltung von Leib und Geist anprangernd:

“Komm noch einmal herab du Gott der Schöpfung und leide,
Komm, erlöse dein Volk von dem gedoppelten Weh!
Tu ein Wunder und rein’ge die Quellen der Freud und des Lebens
(sprich: der Sexualität)
Paulus will ich dir sein, Stephanus wie du’s gebeutst.” (8)

Nicht fehlen können bei solcher Bestandsaufnahme des unglücklichen Bewußtseins religiöse Intoleranz und Fanatismus. Seit Lessings “Nathan” nichts gelernt ließe zu folgendem Epigramm sich anmerken:

“Juden und Heiden hinaus! so duldet der christliche Schwärmer.
Christ und Heide verflucht! murmelt ein jüdischer Bart.
Mit den Christen an Spieß und mit den Juden ins Feuer!
Singet ein türkisches Kind Christen und Juden zum Spott.
Welcher ist der klügste? Entscheide! Aber sind diese
Narren in deinem Palast, Gottheit, so geh ich vorbei.” (9)

Goethe exponiert seine erotisch-hedonistische, neu-heidnische Position als uneingeschränkt oppositionell zu kirchlichen Auffassungen stehend, als Diesseitsreligion sui generis:

“Ob erfüllt sei was Moses und was die Propheten gesprochen
An dem heiligen Christ, Freunde, das weiß ich nicht recht.
Aber das weiß ich: erfüllt sind Wünsche, Sensucht und Träume,
Wenn das liebliche Kind süß mir am Busen entschläft.” (10)

***

Es ist dieser Anti-Asketismus, in dem sich Heine mit Goethe berührt, vor allem seit seiner Übersiedlung nach Paris, 1831, aber auch schon in den vorausliegenden Italienischen “Reisebildern”. Seine subversive Strategie beruht auf die Überzeugung, daß die literarisch-erotische Säkularisierung religiöser Formen und Gehalte eine antiautoritäre Bewußtseinslage zu schaffen vermöge und daß die Befreiung von Glaubensfesseln Voraussetzung sei der politischen Emanzipation. In einem seiner Italienischen Reisebilder, “Die Stadt Lucca”, schildert er seinen Besuch in einer Kirche:

“Da sitze ich, mit phantasierender Seele der seltsamen Musik noch seltsamere Texte unterdichtend; dann und wann schweifen meine Blicke durch die dämmernden Bogengänge und suchen die dunklen Klangfiguren, die zu jenen Orgelmelodien gehören. Wer ist die Verschleierte, die dort kniet vor dem Bilde einer Madonna? Die Ampel, die davor hängt, beleuchtet grauenhaft süß die schöne Schmerzensmutter einer gekreuzigten Liebe, die Venus dolorosa; doch kupplerisch geheimnisvolle Lichter fallen zuweilen wie verstohlen auf die schönen Formen der verschleierten Beterin.” (11)

Im Verlauf erkennt der Erzähler eine angebliche frühere Geliebte, begleitet sie, nachdem sie die Kirche verlassen hat, arrangiert es, daß er ihre einem frommen Abbate (“Cecco”) zugedachten Küsse erhält und kommentiert dies:
“Als Protestant machte ich mir kein Gewissen daraus, mir die Güter der katholischen Geistlichkeit zuzueignen, und auf der Stelle säkularisierte ich die frommen Küsse Franscheskas. Ich weiß, die Pfaffen werden hierüber wütend sein, sie schreien gewiß über Kirchenraub und würden gern das französische Sakrilegiengesetz auf mich anwenden… …‘Franscheska!‘, rief ich… meine schöne, oft geküßte, schlanke, katholische Franscheska! für diese einzige Nacht, die du mir noch gewährst, will ich selbst katholisch werden – aber auch nur für die einzige Nacht! O, die schöne, selige katholische Nacht! Ich liege in deinen Armen, strengkatholisch glaube ich an den Himmel deiner Liebe, von den Lippen küssen wir uns das holde Bekenntnis, das Wort wird Fleisch, der Glaube wird versinnlicht in Form und Gestalt, welche Religion! Ihr Pfaffen! jubelt unterdessen eu’r Kyrie Eleison, klingelt, räuchert, läutet die Glocken, laßt die Orgel brausen, laßt die Messe von Palestrina erklingen: ‚Das ist der Leib!‘” (12)

Die Substitution des religiös-andächtigen durch den psychologisch-sinnlichen Bereich hat die Aufgabe, jene Religiosität abzubauen, die in Heines Augen zugleich “Stütze des Despotismus” ist. Seine Frivolität wird zum Instrument der Aufklärung. Entlarvt wird das klerikale Interesse an der Verteufelung der Lust; dessen Ziel ist, daß die Unterdrückung der sexuellen Befriedigung zur Demut und Entsagung auch gegenüber anderen materiellen und politischen Ansprüchen führen soll. Die operativ eingesetzte Frivolität hat als Protest mithin eine doppelte, psychologische und soziale Funktion. Indem mit der “trübseligen Deliquentenreligion” zugleich die “Machthaber” kritisiert werden, denen “Vermummen… höchstes Ziel und das Nacktgöttliche… fatal” ist, wird die gepredigte Scham entzaubert und bloßgestellt als Waffe zur Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse. Das Volk, so konstatiert Heine, fordert allererst “gutes Brot und schönes Fleisch”; es protestiert mit Recht gegen die Mißachtung der beiden Grundtriebe Hunger und Liebe. (13)

Protest – als erster Ausdruck emanzipatorischer Regungen – ist aber auch die ursprüngliche Substanz des Protestantismus. Um diesem Geist des Widerstandes wieder aufzuhelfen, versucht er den Begriff auszuweiten, über die Konfessionsbezeichnung hinaus, um zugleich an die Reformation als einen der wenigen gelungenen Befreiungsakte der deutschen Geschichte anknüpfen zu können. So schreibt er in seinem Essay “Die Romantische Schule” (1835) über die Renaissance:

“In der Kunst wie im Leben regte sich ein gleichzeitiger Protestantismus: Papst Leo X., der prächtige Medizäer, war ein ebenso eifriger Protestant wie Luther; und wie man zu Wittenberg in lateinischer Prosa protestierte, so protestierte man in Rom in Stein, Farbe und Ottaverime. Oder bilden die marmornen Kraftgestalten des Michelangelo, die lachenden Nymphengesichter des Giulio Romano und die lebenstrunkene Heiterkeit in den Versen des Ariost nicht einen protestierenden Gegensatz zu dem altdüstern, abgehärmten Katholizismus? Die Maler Italiens polemisierten gegen das Pfaffentum vielleicht weit wirksamer als die sächsischen Theologen. Das blühende Fleisch auf den Gemälden des Tizian, das ist alles Protestantismus.” (14)

Mit der Einsicht, daß die Befreiung der Sinnlichkeit ein emanzipatorischer, und in der Verlängerung politischer Akt ist, eilt Heine seinem prüden Jahrhundert weit voraus. Er preist als vorbildlich etwa an Luther dessen Auflehnung gegen das kirchliche schlechte Bestehende; zugleich aber kritisiert er, das sein Protest unvollständig, nur einer des Glaubens geblieben sei; die genußfeindliche Engherzigkeit, Puritanismus, Mangel an weltlicher Kultur und Raffinement (aber auch Untertanengesinnung) werden seine Folgen sein.

Nicht wenige Beispiele aus Prosa und Lyrik Heines ließen sich als Belege dafür beibringen, daß er sich bewußt gegen eine Konzeption stellt, wonach die Darstellung des Eros einzig unter der Lüge der Sublimation erlaubt sei, die den Trieb verdünnt. Beginn und Schluß eines seiner Lieder – es ist eine Paraphrase von Salomons “Hohenlied” – lauten:

“Des Weibes Leib ist ein Gedicht,
Das Gott der Herr geschrieben
Ins große Stammbuch der Natur,
Als ihn der Geist getrieben.

Ja, Tag und Nacht studier ich dran,
Will keine Zeit verlieren;
Die Beine werden mir so dünn –
Das kommt vom vielen Studieren.” (15)

Der Akt der Schöpfung und der Heilige Geist sind für Heine Begriffe mit metaphysischen Ansprüchen, die nach dem Schwund der theologischen Substanz unerfüllt bleiben und neuer Besetzung fähig sind.

Der Versuch, Gott zu erkennen, bedeutet – in Heines pantheistischer Wendung – ihn in der Natur zu erkennen. Da nun Erkennen bereits in der Bibel das “Einswerden mit” bezeichnet und da Gott selber des Weibes Leib als Gedicht ins Stammbuch der Natur geschrieben hat, bedeutet die Erkenntnis Gottes (in poetischem Kurzschluß) Einswerden mit des Weibes Leib. Das Ergebnis wird ironisch überzogen. “Die Beine werden mir so dünn..”- damit versichert er zum Schluß eindringlich: den wahren Gottesdienst betreibe der Gläubige mit religiöser Inbrunst. Mit solcher Hingabe widme er sich dem “vielen Studieren”, daß zumindest sein Äußeres dem des Asketen gleichkomme. Derart, im Rückgriff auf religiöses Vokabular, unterstreicht er parodistisch seinen – durch authentisches Vorleben legitimierten – Verkündigungsanspruch für seine neue Religion.

Diese neue Religion, aus der er sein gesellschaftliches Sendungsbewußtsein zieht, ist der Pariser Saint-Simonismus (16). Unter seinem Einfluß stehen um 1830 die fortschrittlichsten Intellektuellen der französischen Hauptstadt. Zu seinen Forderungen zählt die vielzitierte “Emanzipation des Fleisches”. Das Gedicht, in dem sich Heines Saint-Simonismus und Pantheismus am innigsten verbinden, gehört zum “Seraphine”-Zyklus der frühen Pariser Jahre.

“Auf diesem Felsen bauen wir
Die Kirche von dem dritten,
Dem dritten neuen Testament;
Das Leid ist ausgelitten.

Vernichtet ist das Zweierlei,
Das uns so lang betöret;
Die dumme Leiberquälerei
Hat endlich aufgehöret.

Hörst du den Gott im finstern Meer:
Mit tausend Stimmen spricht er.
Und siehst du überm Haupt
Die tausend Gotteslichter?

Der heilge Gott der ist im Licht
Wie in den Finsternissen;
Und Gott ist alles was da ist;
Er ist in unseren Küssen.“ (17)

Heine hat Goethe, den “Jupiter” und “großen Heiden” mehrfach als Paten für seinen eigenen Hedonismus in Anspruch genommen (obwohl er ihn zugleich tadelt wegen der politischen “Unfruchtbarkeit seines Wortes, des Kunstwesens, das durch ihn verbreitet wurde.”) Gar nicht zu unterschätzen indes scheint für Heine die subversiv-befreiende Energie, die Goethes erotischer Lyrik entströmt. Am meisten bewunderte er den “West-östlichen Divan”, in dem Goethes Liebeslyrik ihren Gipfel erreicht. In ihm wird die psycho-physische Einheit des Menschen wiedergewonnen gegen die “Zerrissenheit” als Folge kirchlich manipulierten Sündenbewußtseins. Dazu schreibt Heine in seinem Manifest “Die Romantische Schule”:

“Den berauschendsten Lebensgenuß hat hier Goethe in Verse gebracht, und diese sind so leicht, so glücklich, so hingehaucht, so ätherisch, daß man sich wundert, wie dergleichen in deutscher Sprache möglich war.” (18)

“Versunken” ist das zeitlich erste Gedicht, das für den “West-östlichen Divan” entstand; es soll hier am Ende stehen – als Illustration für die Wahlverwandtschaft, die Heine für seinen Vorgänger als Befreier der Sinne empfand:

„Voll Locken kraus ein Haupt so rund! –
Und darf ich dann in solchen reichen Haaren,
Mit vollen Händen hin und wider fahren
Da fühl ich mich von Herzensgrund gesund.
Und küss ich Stirne, Bogen, Auge, Mund,
Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm wo sollt’ er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,
Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,
So zart zum Scherz so liebeviel!
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren.
So hast du Hafis auch getan,
Wir fangen es von vornen an.“ (19)
 

Abschließend dies: Goethes und Heines Auffassungen von Eros und Emanzipation sind heute mehr denn gefährdet. Doch droht Gefahr nich mehr, wie einst, von Kirche, Moral und Tabus, sondern von Promiskuität und einer Kommerzialisierung, die alles und jedes in Waren verwandelt.

Wenn Schönheit ihre Aura verliert, ästhetische Reize von der Werbung aus- und aufgesaugt werden, die Erotik von Publicity-Agenturen zu Treibstoff für Vermarktungstechniken raffiniert wird – dann gewinnen diese Dichtungen, denen der Protest eingeschrieben ist, einen anderen Charakter, eine neue Aktualität: die von Inseln des Widerstands in einem künftig geschichts- und gesichtslosen Strom ewigen Konsums. Am Ursprung der Moderne, im frühen 19. Jahrhundert, werden Ansprüche neu formuliert und Hoffnungen wachgehalten, die heute unter Konsumgütern begraben scheinen: vorab die einer Liebe in der Ganzheit von Leib und Geist. (20)


ANMERKUNGEN:

(1) Goethe, Werke, Jubiläumsausgabe (Insel), Frankfurt/M. 1998, Bd. 3, S. 288. – Vgl zum folgenden: O. Hildebrandt, “Sinnliche Seligkeit. Goethes heidnischer Sensualismus und seine Beziehung zu Heine”; in: Goethe-Jb. 1997, S. 231-251.

(2) Goethe, Sämtliche Werke, Münchner Ausgabe, Bd. 18/2, S. 219.

(3) Goethe, Weimarer Ausgabe (1887-1919), I, 46, S. 23.

(4) A. Betz, Ästhetik und Politik – Heinrich Heines Prosa, München 1971, S. 22 ff.

(5) Goethe, Werke (s. Anm. 1), Bd. 1, S. 87.

(6) ebda.

(7) a.a.O., S. 160.

(8) a.a.O., S. 161.

(9) a.a.O., S. 162.

(10) a.a.O., S. 166.

(11) H. Heine, Sämtliche Werke, hg. v. E. Elster, Leipzig-Berlin-Wien, 1887-90, Bd. III, S. 395.

(12) a.a.O., S. 397 f.

(13) Betz (s. Anm. 4), S. 146 f.

(14) Heine, SW, Bd. V, S. 227.

(15) Heine, SW, Bd. II, S. 34, 35.

(16) Betz (s. Anm. 4), S. 151.

(17) Heine, SW, Bd. I, S. 228.

(18) Heine, SW. Bd. V, S. 262.

(19) Goethe, Werke (s. Anm. 1), Bd. 1, S. 325.

(20) Vgl. Oktavio Paz, Die doppelte Flamme. Liebe und Erotik, Frankfurt/M. 1995.

 

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Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., 15-16 / 1999, S. 28-32

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga 

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