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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 13. u. 14. Jg., Heft 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005, S. 370-395

 

 

DIE BEDEUTUNG DONAUSCHWÄBISCHER SYMBOLE

 


Hans Gehl

1. Die Bedeutung von "Gedächtnisorten"

   Über die Definition und Reichweite des "Gedächtnis-" oder "Erinnerungsortes" wird diskutiert, seit Pierre Nora 1984 den Begriff des lieu de mémoire einführte. Untersuchungen über symbolhafte Gedächtnisorte in Osteuropa stehen noch bevor und wurden am "Zentrum für Osteuropastudien" an der Universität Kiel eingeleitet. Es geht um die Neubewertung von Denkmälern, aber auch von Jubiläumsfeiern, von literarischen Texten über Vertreibung und Umsiedlung und um Mythologisierungen, etwa der serbischen Niederlage in der Schlacht auf dem Kosovo 1386 zu einem "serbischen Golgotha", das bekanntlich zu einer aggressiven Instrumentalisierung im Kosovo-Krieg führte. In Anlehnung daran bezeichnen die Donauschwaben ihre Entrechtung und verlustreiche Internierung auch als "Leidensweg". Im Südschwarzwälder Herrischried wurde am 2. September 2001 ein „Schicksalsweg der Banater Schwaben“ mit Etappen ihrer Geschichte eingerichtet. Gedächtnisorte sind in jedem Fall bewusst gesetzte Zeichen, ganz gleich, ob sie eben zu diesem Zweck geschaffen wurden wie die Denkmäler oder ob sie erst nachträglich mit einer solchen Memorialfunktion ausgestattet werden. Dieser willkürlich anmutende Zug gehört zu den Wesenselementen von Gedächtnisorten und macht zugleich deutlich, dass bei aller Betonung von Allgemeingültigkeit immer die Vorherrschaft bestimmter Deutungsmuster mit im Spiel ist. Mit Gedächtnisorten wurde und wird bewusst "symbolische Politik" gemacht. In Osteuropa kam es durch wiederholte Fremdbestimmung und viele Nachbarschaftskonflikte zu mehrfachen Brüchen in der Geschichte. Denn je stärker die kollektiven Kränkungen der Vergangenheit ausgefallen waren, um so unverzichtbarere sind hier "Gedächtnisorte" als Sammelpunkte kollektiven Selbstverständnisses[1].

1.1 Von Gedächtnisorten zu Symbolen

   Im Sinne des vorhin Gesagten scheint mir der Übergang zu Symbolen als kulturelle Zeichen ihrer Zeit gegeben. Symbole sind unverzichtbare Forschungsgegenstände der Ethnologie. Ihrer Analyse war der 30. Deutsche Volkskundekongress in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995 gewidmet. Durchblättert man den Tagungsband[2], so findet man viele Parallelen zur Begrifflichkeit der "Gedächtnisorte", beginnend vom Symbolgehalt der Grenzen, seien es die – heute durchlässigen - Grenzen im Dreiländereck Baden-Elsass-Schweiz oder die norwegisch-schwedische Grenze, die, abgesehen von Kriegszeiten, die benachbarten Gebiete mehr verbanden als trennten. Die Bevölkerung maß ihnen jedenfalls keine besondere Bedeutung bei. Ganz anders verliefen etwa die rigorosen rumänischen Grenzkontrollen während der kommunistischen Zeit. Ein symbolischer Gedächtnisort war immer der Rhein "ein Strom deutschen Gefühls", der mit seiner Poesie und "Lorelei-Romantik" bereits im 19. Jahrhundert neben der Schweizer "Rütli-Wiese" zu den wichtigsten Zielen englischer und französischer Touristen zählte. Natürlich adelte auch das Attribut "Rheinwein" jede prosaische Flasche. Besondere touristische Gedächtnisorte sind auch seit langer Zeit die Ruinen deutscher und englischer Schlösser. Zu den lokalen Symbolen zählt weiterhin die Gastfreundschaft, die persönlich bei Besuchen und kommerzialisiert im Tourismus ausgeprägt ist.

   Symbolträchtig ist die Verwendung des alten Fachwerks im heutigen Hausbau, die Verzierung von Wänden und Giebeln mit Symbolen des Sonnenrads und des Lebensbaums als Ziermotive, nachdem deren Schutzfunktion längst aus dem Bewusstsein geschwunden ist. Nicht so das Hufeisen auf der Türschwelle, das neuerdings auch das Auto vor Unfällen schützen soll. Ähnliche Funktionen sollen Kreuze, Rosenkränze und Maskottchen vor der Heckscheibe erfüllen, wenngleich sie den Fahrer vom Straßenverkehr ablenken könnten.

   Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus 1989 wurden in Osteuropa neue Wappen als Symbole der neuen Demokratien gesucht und dabei auf alte Symbole zurückgegriffen. In Ungarn wurde die Krone des heiligen Stephan, des ersten ungarischen Königs, zum Nationalwappen erkoren. Die sozialistischen Denkmäler wurden von den Straßen und öffentlichen Plätzen entfernt, jedoch die größten und typischen Monumente in einem eigenartigen Freilichtmuseum am Rande von Budapest aufgestellt. Imre Nagy, der Ministerpräsident Ungarns während der 1956er Revolution und Miklos Horthy, der in Portugal verstorbene Reichsverweser Ungarns, wurden feierlich wieder bestattet. Mit dem politischen Systemwechsel in Osteuropa ging eine Umgestaltung der politischen und sozialen Symbolik einher. Neubestattungen, Denkmäler, Landeswappen usw. sind ritualisierte und visualisierte Formen des kollektiven sozialen Gedächtnisses. Diese Gedächtnisräume als "Orte der Erinnerung" spielen in jeder Übergangszeit eine große Rolle, da sie die Vergangenheit in bezug auf die Zukunft organisieren[3]. Allerdings werden Symbole auch politisch überbewertet und manchmal zu grotesken Herrschaftsansprüchen instrumentalisiert, wenn etwa im rumänischen Klausenburg (Cluj Napoca) selbst die Parkbänke und Gehsteige vor Repräsentationsgebäuden in den Farben der rumänischen Trikolore bestrichen werden, um die Zugehörigkeit zu Rumänien hervorzuheben. Ausländern mag es als Farce erscheinen, doch für einheimische Ungarn ist es eine geschmacklose Provokation, die Gegenreaktionen herausfordert.

   Symbole sind Teil der Arbeiterbewegung und der Massendemokratie, der Religion und verschiedener Minderheiten. Nationale Gruppen halten an ihren symbolischen Überlieferungen und "Gedächtnisorten" fest und greifen darauf vor allem in Umbruchperioden zur Wahrung ihrer Identität zurück.

2. Schwaben

   Zu den symbolischen "Gedächtnisorten" der Donauschwaben, die auch für ihre südosteuropäischen Nachbarn von Bedeutung sind und inhaltliche Veränderungen erfahren, zählen bereits ihre Bezeichnungen: Schwabe und danach Donauschwabe.

   Die herkunfts- und entwicklungsmäßig organisch gewachsene deutsche Siedlungsgemeinschaft in Ostmittel- und Südosteuropa wurde von ihren andersnationalen Nachbarn weitgehend mit dem Sammelbegriff Schwaben bezeichnet (vgl. Schwabe als ung. sváb, Pl. svábok, rum. ºvab, f. ºvãboaicã, serbokr. ¹vaba, f. ¹vabiza, Pl. ¹vabas), wenngleich es nur teilweise "Abstammungschwaben" waren, d. h. sie stammen nur zum Teil aus dem Schwabenland. Die Mehrzahl der Siedler wanderte vielmehr aus anderen Teilen Südwest- und Westdeutschlands (linksrheinische Kurpfalz, Kurmainz, Speyer, Kurtrier, Hessen, Fulda, Würzburg), aber auch aus dem Elsass, aus Lothringen und aus anderen Gebieten ein. Da jedoch bis 1723 viele deutsche Siedler aus Oberschwaben, dem nördlichen Bodenseegebiet, der oberen Donau und dem Südschwarzwald in Ungarn einwanderten, wurden bereits im 18. Jh. alle nichtösterreichischen Siedler und deren Nachkommen von den Beamten als Schwaben bezeichnet. Zu den Ursachen für diese Bezeichnung mag auch zählen, dass viele nachtürkischen Ansiedler in den "Ulmer Schachteln" genannten Flussbooten auf der Donau nach Ungarn gekommen sind. Die Siedler für ungarische Grundherrschaften schifften sich in Ulm ein, die für habsburgische Kameralgüter geworbenen Kolonisten dagegen in Ehingen oder Günzburg. Ein weiterer Grund mag sein, dass sich unter den angesiedelten entlassenen Soldaten auch viele Schwaben befanden. Diese zum Teil schwäbische Bevölkerung wurde von den Seuchen des 18. Jahrhunderts dezimiert und zog zum Teil in andere Gebiete weiter. An ihre Stelle traten im Karpatenraum Bayern und Franken, auf die der verallgemeinernde Name Schwaben übertragen wurde. Mit der Zeit übernahmen die deutschen Siedler selbst diese Namengebung. Sie verwendeten sie zur eigenen Kennzeichnung und nannten sogar ihre vielfältigen Mundartvarianten "schwowisch", die Sathmarer Schwaben jedoch "schwobisch". Im 19. Jhahrhundert wurde dieser Name zum Allgemeingut.

   Man denke an Titel wie die von Karl Streit und Josef Zirenner betreute Sammlungen "Schwowische Gsätzle ausm Banat. Gedichte in Banater schwäbischer Mundart" (Temeswar 1969) und "Schwowisches Volksbuch. Prosa und Stücke in Banater schwäbischer Mundart" (Verlag "Neuer Weg" 1970). Bereits 1923 veröffentlichte Karl von Möller in Temeswar das Buch "Wie die schwäbischen Gemeinden entstanden sind". Und der "Schwabenverein für Wien, Österreich und dem Burgenland brachte 1963 in Wien ein Büchlein für Johann Szimits (1852-1910), dem "schwäbischen Volksdichter des Banats" heraus, der eigentlich serbischer Abstammung war und sich in die schwäbische Bevölkerung seiner Heimatgtemeinde Bogarosch (Bulgãruº) integrierte. Szimits selbst beschrieb den typischen Schwaben und den Serben (Raizen) in seinem Gedicht "Banater Landsleut":

Wem dick sei Panz als wie gemäscht/ Die Backe rot, die Beenr fescht, ...

Un jedrzeit vrdient sei Lob,/ Des is dr Schwob.

Wer nor e bloe Jankl traat/ Un jedm anre "Schwaba" saat,

Wer no em Dudlsack im Krees/ Beim Kolotanze schwingt die Hees

Un juxt un singt e Lied, e fads,/ Des is e Raaz.

   Natürlich wird die "schwowische Mundart" auch entsprechend differenziert, wie es etwa Josef Gabriel d. J. in seinem Gedicht "Mir Schwowe rede phälzisch" tut.

Mr heescht uns Schwowe un mir rede als

Grad wie die Leit dort owe in dr Phalz ...

De Vatterschname Schwob is unser Ehr,

Mir wäre bees, wann des net grad so wär!

Un rede tun mer unser Mottersproch,

Die liewi phälzer Sproch, die hall mer hoch![4]

   Zu einem symbolträchtigen Gedächtnisort entwickelte sich bei den Banater Schwaben der Nachkriegszeit die Erzählung des Schwabendichters Adam Müller-Guttenbrunn (1852-1923) "Der kleine Schwab. Abenteuer eines Knaben" (erschienen 1910). Der Schriftsteller, der sich in seinem Werk für die Erhaltung der nationalen Identität der bedrängten Donauschwaben eingesetzt hatte und selbst zur Symbolfigur geworden war, beschreibt hier die Erlebnisse eines schwäbischen Bauernjungen, der studieren will, jedoch wieder zum Pflug zurückkehrt. Der Stolz des Schriftstellers auf seine deutsche Abstammung war eine Abwehrreaktion gegen den verächtlichen Sinn des Wortes "Schwabe" bei den damaligen Behörden und dem ungarischen Bürgertum. Es geht ihm um das Schicksal seiner unterdrückten Ethnie in Ungarn, das den leidvollen Erfahrungen der rumänischen Minderheit in Ungarn ähnlich war. Deshalb erschien der Roman auch in rumänischer Übersetzung als "Micul ºvab", 1978 im Temeswarer Facla Verlag. Der 1968 eröffnete Temeswarer Literaturkreis wurde "Adam Müller-Guttenbrunn" benannt, da dieser seinen Banater Landsleuten durch sein umfassendes literarisches Werk ein Denkmal gesetzt hatte. Zu erwähnen ist hier auch Heinrich Lauers Roman von 1987: "Kleiner Schwab – großer Krieg", der das Erlebnis des Weltkriegs als Weltuntergang, die Flucht eines kleinen Schwaben ins Chaos und seine Heimkehr in eine fremd gewordene Welt beschreibt.

   Bekannt sind pejorativ belasteten Bezeichnungen wie der ungarische Ausdruck buta svábok 'dumme Schwaben', der besonders auf die Deutschen in Ungarn und die Sathmarer Schwaben gemünzt ist und das serbische Substantiv ¹vabas der Nachkriegszeit, das alle jugoslawischen Donauschwaben mit Kollektivschuld belegte und verteufelte. In einem donauschwäbischen Erlebnisroman ist über jene Zeit zu lesen:

Jetzt mußten die Schwabos als verhaßte Deutsche für die Vergeltungsschläge der nationalen Machtergreifung herhalten. Sie fühlten sich von aller Welt allein gelassen und dem in jener Zeit hoch im Kurs stehenden kommunistischen Politiker Tito und seinen Schergen als Freiwild ausgeliefert."[5]

2.1 Donauschwaben

   Die Bezeichnung Donauschwaben für die deutschen Siedler im südöstlichen Mitteleuropa wurde erst nach dem Vertrag von Trianon, 1922 vom Grazer Geografen Robert Sieger geprägt und anschließend von Hermann Rüdiger, Geograf am Deutschen Auslands-Institut Stuttgart, verwendet. Dieser Name setzte sich in den 1930er Jahren durch. Zur Unterscheidung von den württembergischen Schwaben wurde zunächst von den Schwaben im Osten, Schwaben in Ungarn und Banater Schwaben gesprochen. Nach 1918 wurden die ungarländischen Schwaben auf die Nachfolgestaaten Ungarn, Jugoslawien und Rumänien aufgeteilt, und deshalb konnte nicht mehr von "ungarischen Schwaben" allein gesprochen werden. Um aber nicht südslawische, Banater, Sathmarer und ungarländische Schwaben den binnendeutschen Schwaben gegenüberzustellen zu müssen, fand man schließlich eine gemeinsame Bezeichnung für alle diese zu einer organischen Gemeinschaft gewordenen deutschen Gruppen.

   Die Benennung Donauschwaben ist als wissenschaftliche Verallgemeinerung eines Teilbegriff zu verstehen, ähnlich der Sammelbezeichnung Sachsen für die mittelalterlichen deutschen Siedler in Siebenbürgen (die Privilegien, ähnlich den sächsischen Bergleuten besaßen). Sie sind sprachlich zumeist Moselfranken, jedoch als Siedler Deutsche: Theutonici aus Süddeutschland und Saxones aus dem mittel- und norddeutschen Raum, aber auch Romanen aus westlichen Gebieten. Ähnliche verallgemeinernde Bezeichnungen sind Palatines für die deutschen Siedler (nicht nur Pfälzer) in Pennsylvanien oder französisch allemands für alle Deutschen, nicht nur für die benachbarten Alemannen. Vergleichbar mit einer künftigen gesamteuropäischen Identität, die sich nur schwer und im Gegensatz zu den regionalen Besonderheiten herausbilden wird, entwickelte sich auch der Begriff Donauschwaben im Widerspruch zu anderen, wie Donaubayern, die sich wie alle Stadtbewohner nicht als Schwaben verstanden, Banater bzw. Sathmarer Schwaben, die auf ihre Eigenständigkeit pochten, sowie der Deutschen aus Ungarn und Rumänien, die in verschiedenen Gebieten wohnten und nie eine politische oder kulturelle Einheit erreichten (mit Ausnahme des Banats 1773-1778 und 1849-1960). Dennoch setzte sich die Bezeichnung Donauschwaben bei den Betroffenen selbst und auch in der historischen, geografischen und ethnografischen Fachliteratur durch, etwa englisch als The Danube Swabians, italienisch als Svevi del Danubio, ungarisch als A dunamenti svábok, rumänisch als ªvabii dunãreni und serbokroatisch als ©vaba pudunavskih, weil sie das Gemeinsame und Eigenartige dieser deutschen Volksgemeinschaft hervorhob.

   Die Donauschwaben enstanden somit als neue Ethnie aus der Mischung mosel-, rhein- und mainfränkischer, pfälzischer, schwäbischer, bayerischer und österreichischer, sudetendeutscher, schlesischer u. a. Siedler, wobei auch einige französische, italienische, südslawische und weitere Elemente aufgenommen wurden. Diese Ethnie gewann im Verlauf von etwa 250 Jahren allmählich ihre eigene Identität durch die Mischung und Herausbildung besonderer Dialekte und Bräuche, neuer Flur-, Siedlungs-, und Hausformen, neuer Rechtsgrundsätze, einer im Barock verankerten vielgestaltigen Volkskunst, dsgl. durch einen besonderen Geschichtsverlauf, durch ihre geografische Lage und eine sie prägende multiethnische Umwelt.

   Dieser Sachlage tragen Publikationen Rechnung wie die von Hans Diplich und Alfred Karasek "Donauschwäbische Sagen, Märchen und Legenden" (München 1952). Hans Diplich bedankt sich am 29. Oktober 1962 in Stuttgart, im Namen seiner donauschwäbischen Landsleute und in seinem eigenen Namen, für die Zuerkennung des Donauschwäbischen Kulturpreises durch das Patenland der Donauschwaben, Baden-Württemberg. Bei dieser Gelegenheit hielt der Übersetzer rumänischer Lyrik einen Festvortrag über "Die Volksdichtung der Rumänen"[6].

   Im Aufsatz von 1972 "Adam Müller-Guttenbrunn und die Donauschwaben" fasst Diplich das Vermächtnis des Heimatdichters für seine Ethnie zusammen. Er sieht in Müller-Guttenbrunn einen Treuhänder der donauschwäbischen Kultur und ihres Erbes.

In seiner Erscheinung sammelt sich die Erfahrung der vorangegangenen Kolonistengenerationen wie in einem Brennpunkt. Alles Gewesene ordnet er sinnvoll und mit großer Macht auf seine Gegenwart hin. Er zeigt den Schwaben die Kraftquellen ihrer gewachsenen Dorfgemeinschaften, er schenkt ihnen das epische Gedicht ihrer Ansiedlung und Volkswerdung und er bindet das donauschwäbische Schicksal an den großen geschichtlichen verlauf des 18. Jahrhunderts, das mit Prinz Eugen anhebt, das seinen Höhepunkt in der Regierungszeit der Kaiserin und Landesmutter Maria Theresia und ihres Sohnes Joseph findet ... Die Völker Mitteleuropas werden sich auch in der Zukunft nur auf der Grundlage der Partnerschaft friedlich einrichten können. Auf der Kenntnis und der Duldung des anderen beruht nach Müller-Guttenbrunn das Europabild der Zukunft. Die Donauschwaben bringen hierzu die besten Eignungen mit[7].

   Dem Schriftsteller und Kulturpolitiker Adam Müller-Guttenbrunn verdankt sowohl der 1968 gegründete deutsche Literaturkreis in Temeswar seinen Namen, als auch das Temeswarer Altenheim mit dem Sitz des Demokratischen Forums der Banater Deutschen und die Grundschule in Guttenbrunn (Zãbrani), dem Banater Geburtsort des Schriftstellers. Im Jahre 2003 erschien in Deutschland die Nummer 1 und 2004 die Nummer 2 der Broschüre "Guttenbrunner Bote. Literatur für die Banater- und Donauschwaben sowie alle Interessierte". Diese Literaturschrift wird in Sünching (Bayern) von Dieter Michelbach herausgegeben und erfreut sich großen Interesses.

3. Lager

   Die donauschwäbische Geschichte ist an den schicksalhaften Begriff Lager geknüpft. Dieses Wort hat im Deutschen zahlreiche Bedeutungen entwickelt. Lager: 1.a vorübergehende, provisorische Unterkunft für eine größere Gruppe von Menschen, b. Aufenthaltsort für Menschen, die z. B. im Krieg gefangen oder zu einer Strafe verurteilt wurden, c. Ferienaufenthalt für Jugendliche, d. Campingurlaub, Schlafplatz, 2. Ort, an dem Waren aufgehoben werden, 3. (Technik) Maschinenteil, das ein anderes, sich drehendes oder schwingendes Teil trägt, 4. Gruppe von Personen, Staaten u. a., die in einer bestimmten Hinsicht einer Meinung sind, auf derselben Seite stehen. Das Wort kommt aus mhd. leger, zu "liegen". Bis ins 17. Jahrhundert galt die lautgerechte Form Leger, Läger, dann wurde sie durch die dialektale Form Lager (zu Lage) ersetzt. Die verbale Ableitung belagern heißt 'mit einem Herrlager umgeben'.

   Bemerkenswert ist die Verbreitung des Wortes und die Entwicklung neuer Bedeutungen. Das donauschwäb. Substantiv Logorasch, Pl. Logoraschen 'internierter Lagerinsasse' kommt von serbokr. logora¹ 'im Lager Internierter'. Dieses ist eine Ableitung von serbokr. logor, einer Entlehnung von dt. Lager, (wobei es auch das Synonym taboru gibt). Deutschen Ursprungs ist auch rum. lagãr 'Truppenübungsplatz, Ferien-, Kriegsgefangenen-, Straflager, Gruppe gleichgesinnte Staaten, Personen, Maschinenteil usw. Das rum. Synonym tabãrã, 'Truppen-, Ferienlager, Militär, Menge, gesinnungsgleiche Gruppe' (daraus die Redewendung"a lãsa totul tabãrã" 'ein Kuddelmuddel hinterlassen'), leitet sich aus slaw. taboru ab. Ung. tábor (vgl. das Komp. kényszermunkatabór 'Zwangsarbeitslager’) wird bereits 1383 in der Bedeutung 'Heer' erwähnt. Später kommen die Bedeutungen 'Feldlager, Quartier, Heerlager, das Lagern' u. a. hinzu. Tábor ist ein Lehnwort, wahrscheinlich aus einer türk. Sprache, vgl. osmanisch (veraltet) tabyur 'Gürtel, Pfahlwand', tapkur 'Reihe, Wagenburg'. Es war ein weit verbreitetes Wanderwort, vgl. mong. dapqur 'Schicht, Reihe', neupers. tāpqūr 'Schicht, Steuer' usw., mit der vermuteten Vorstufe *tabur. Die Zeit der Entlehnung ins Ungarische kann nicht näher bestimmt werden. Aus ung. tábor stammt bulg. tabor, poln. und russ. gleichfalls tabor usw., mit der Bedeutung 'Lager'. Auch das heutige türk. tabur `Bataillon, geordnete Schar, Abteilung, Karree' stammt als Rückentlehnung aus dem Ungarischen (EtWbU 1467).

   Dabei haben Lager und seine entlehnten Formen neue, zumeist schlimme Nebenbedeutungen entwickelt. In Jugoslawien gab es von 1944-1948 aufgrund der AVNOJ (Antifaschistischer Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens)-Beschlüsse für die landesweit enteigneten und entrechteten Donauschwaben berüchtigte Arbeitslager, in denen die internierten Donauschwaben von serbischen Partisanen bewacht und drangsaliert wurden. Arbeitsunfähige, alte und kranke Personen sowie Kinder kamen in Sammellager, wo viele starben und in Massengräbern verscharrt wurden. Im Sprachgebrauch der Betroffenen hießen sie Internierungs-, Hunger-, und Vernichtungslager. Von den inhaftierten Deutschen starben in diesen Lagern (bzw. wurden umgebracht) über 48.000 Menschen[8] und wurden pietätslos in Massengräbern verscharrt. Erst heute können ihnen von überlebenden Familienangehörigen würdige Gedenkstätten errichtet werden. Diese traumatischen Erfahrungen werden von Überlebenden sowohl in statistischen Berichten als auch literarisch behandelt. Meine 1902 geborene Interviewpartnerin Anna Sokoli berichtete 1990 in Apatin (Batschka):

Die alte Läit un die Kinnr ware im Lager in Kruschewl (Kru¹evlje) un in Gakova (Gakovo), un die was noch arwede henn kenne, die sinn eigetaalt worre iweraal hie fer uf die Arwet. Ich war in Kärnäi (Krnjaja) im Schnitt (Weizenernte). Zu esse ware gekochti Ärbse. Die hamm rass gschmeckt un die Kefer sin druf rumgschwumme. Brot hemmer krigt Gärschtebrot. No hemmer halt gesse bissl Brot un die Supp. Un die Ärbse ware so hart, die hemme nausglärt, des war unser Koscht. Awer die Arme in Gakova un Kruschewl, die alte Leit, henn jo nit emol des krigt, die sinn jo alli verhungert. Kukruzschrot henn sie krigt un nit emol des manchsmol. Mei Mutter wor zwaaunsechzich Jahr alt, wie sie gstarwe is[9].

   Ein weiterer Bericht aus der Erlebnisgeneration hält u. a. fest:

Die völlige Internierung, das heißt die völlige Räumung der deutschen Dörfer von ihren deutschen Bewohnern, vollzog das Partisanenregime in Jugoslawien in der Zeit zwischen Anfang Dezember 1944 und Ende August 1945. Der Beschluss der AVNOJ, eines provisorischen Gremiums der Partisanenbewegung, wurde am 21. November 1944 gefaßt. Er erklärte in einem 'außergerichtlichen Verfahren' die Deutschen zu Volksfeinden, erklärte, daß sie alle bürgerlichen Rechte verloren hätten, und verfügte die totale Enteignung aller ihrer beweglichen und unbeweglichen Habe. Die total Rechtlosen und Enteigneten konnte man demnach nur mehr aus ihren Häusern jagen und in Lagern internieren; das entspricht der grausamen Logik dieses Beschlusses. So kam es zur völligen "Lagerisierung", sie betraf 167.000 Donauschwaben. Die Arbeitsfähigen kamen in die Arbeitslager, die Arbeitsunfähigen – die Kleinkinder, Mütter mit Kleinkinder, Kinder bis zu 14 Jahren und Kranke – in die acht Vernichtungslager.

Man sieht es ja noch immer vor seinem inneren Auge, wie es vor sich ging in den rein donauschwäbischen Dörfern. Wie an einem Ende des Dorfes die Partisanen anfingen, die Leute aus den Häusern zu jagen. Man sieht ja vor sich, wie es dann auf der Hutweide beim Dorfrand zuging, wo die drei- bis viertausend Menschen standen. Die Selektion: Auswahl der Arbeitsfähigen und ihre Trennung von denen, die ins Todeslager sollten. War das Kind zwei Jahre alt, dann ging die Mutter zusammen mit dem Kind ab in das Todeslager. War aber das Kind drei Jahre alt, dann wurde es von der Mutter gerissen und der Großmutter oder der Tante zugestoßen. Die Mutter ging in das Arbeitslager, das dreijährige oder ältere Kind mit dem Transport in das Vernichtungslager: nach Jarek; nach Gakowa, nach Rudolfsgnad (Kniæanin) ...[10]

   Auch in einem autobiografischen Roman werden Erlebnisse aus dieser Zeit geschildert:

Alle Ortsinsassen wurden am nächsten Tag in einem Häuserquadrat des Dorfes, aus dem man vorher alle Möbel entfernt und die Fußböden mit Stroh belegt hatte, untergebracht. Dieses Viertel wurde als Internierungslager eingerichtet, von Partisanen bewacht, und kein Logorasch durfte es eigenmächtig verlassen. Gleich nach der Internierung hatte man auch die übrigen Häuser ausräumen lassen, und es entstanden dort sogenannte Magazine, in denen Lebensmittel und Möbel untergebracht waren. Derartige Lager wurden in allen Orten Jugoslawiens mit deutscher Bevölkerung eingerichtet. Alle Familien wurden im Lager auseinandergerissen; die Männer, Frauen und Kinder wurden getrennt untergebracht. Etwa 20-30 Kinder wurden von je zwei Frauen (Mütter von kleinen Kindern) betreut. Die Logoraschen mußten Zwangsarbeit verrichten ... Lisa, die lungenkrank war, ließ man nicht in dem gleichen Raum mit der Patin, obwohl die schwer zuckerkrank war. Nach einigen Tagen war sie eine der ersten Toten. In einem umgebauten, sehr niedrigen Schweinestall kam nun Lisa mit einigen Frauen unter ...[11]

   In gewisser Weise ähnelten diese unmenschlichen jugoslawischen Lager den berüchtigten Konzentrationslagern der deutschen Nationalsozialisten, in denen ein einmaliger Völkermord stattgefunden hatte. Auch die donauschwäbischen Opfer waren Zivilisten, vor allem Frauen, Kinder und Alte, denen Verrat und Kollektivschuld unterstellt wurde. Diese unberechtigte Anklage wurde auch noch Jahrzehnte danach erhoben. Bis in die 1990er Jahre erschienen in Jugoslawien hasserfüllte Bücher gegen die Donauschwaben, aber auch gegen alle Deutschen.

   Erst in letzter Zeit setzte langsam ein Umdenken ein. Im Vorwort des Bandes "Ein Volk an der Donau" von Nenad Stefanoviæ, 1996 (auch in deutscher Übertragung 1998) erschienen, schreibt der Belgrader Professor Zoran ®iletiæ, dass die Donauschwaben in der Wojwodina eigentlich nicht wegen ihrer positiven Einstellung zu Nazideutschland, sondern wegen ihrer schönen Häuser und ihrem Besitz kollektiv als Kriegsverbrecher abgestempelt worden waren. Diese sträfliche Politik des AVNOJ-jugoslawischen Gerichtswesens habe am 11. November 1945 im nachhinein die Internierung der deutschen Bevölkerung in bewachte Häuserblocks gerechtfertigt, die eigentlich schon ab Herbst 1944 durchgeführt worden war, um Titos Kolonisten, als Dank für Verdienste im Partisanenkrieg, in die donauschwäbischen Häuser einweisen zu können. Titos Gefolgsleute und Geschichtsfälscher haben diese Rechtsbeugung und die Vernichtung der Donauschwaben 50 Jahre lang vor ihrem Volk verheimlicht. Heute suchen allerdings junge Intellektuelle aus der Wojwodina die Wahrheit über ihre Geschichte, an der die Donauschwaben 250 Jahre als gute Nachbarn teilhatten[12].

   Das Substantiv Lager erhielt eine weitere schlimme Bedeutung als bewachte 'Verschleppungslager' in der Sowjetunion, vor allem in Kohlerevieren der Ukraine, in denen 74.000 Rumäniendeutsche von 1945 bis 1948 (odar gar bis 1952) Zwangsarbeit verrichten mussten. In diesen Lagern entstand ein Volkslied mit vielen Varianten, das die verzweifelten Menschen bis zur Heimkehr auf die bekannte Melodie von "Wolga, Wolga ..." sangen:

Tief in Russland an der Wolga (bei Stalino)/ Liegt ein Lager, streng bewacht,

Drinnen wohnen deutsche Mütter,/ Aus der Batschka hergebracht ...

Für uns gibt es bloß noch Arbeit,/ Oft im eisigkalten Wind,

Und wir müssen viel ertragen,/ Weil wir eben Deutsche sind ...

Und die Lieben in der Heimat/ Sind seit langem schon allein;

Kinder haben keinen Vater/ Und jetzt auch kein Mütterlein ...

Sollt ich hier im Lager sterben sterben,/ Im fremden Land begraben sein,

Grüßt mir noch die ferne Batschka/ Und die Lieben all daheim![13]

   Als Lager angesehen wurde auch der Zwangsaufenthalt von mehr als 10.000 Banater Deutschen, Serben und Ungarn in der Bãrãgan-Steppe, während der Deportation von 1951-1955. Auch dazu klagten die verzweifelten menschen inr "Leid im Lied":

O Bãrãgan, o Bãrãgan,/ jetzt sind wir in der Wüste dran,

Der Wind weht heiß, der Staub fliegt hoch,/ Die Menschen hausen tief im Loch ...

O Bãrãgan, o Bãrãgan,/ Ein stiller Friedhof fängt hier an ...[14]

   Und schließlich wurde das Wort Lager von den geflüchteten und ausgesiedelten Donauschwaben nach 1945 im Sinne von 'Flüchtlings-, Auffang- und Übergangslager' in Deutschland und Österreich gebraucht. Darin verbrachten die Neuankömmlinge die erste Zeit auf engstem Raum. Der 1914 geborene Jakob Deh aus Neu Pasua (Syrmien) beschrieb mir 1988 seine Lageraufenthalte nach der Ankunft in Deutschland:

Vun Esterreich simmer uf Deutschland riewekomme, no simmer ins Lager Biberach komme. No ware mer dort acht Teg, no semmer nach Niedernau ins Lager, aa acht Teg, un no senn mir do riewekomme nach Reitlingen. Nor mei Schwager un ich, mir senn weger dem Gepeck in dem Lager zurickgebliewe[15].

   Ein autobiografischer Roman von 1986 beschreibt das Leben in den Wohnbaracken des Flüchtlingslagers bis zur Erbauung eines Eigenheims:

Hier erfuhr ich, daß sich in Feuerbach (bei Stuttgart, Anm. d. Verf.) ein Flüchtlingslager befand, und ich besuchte noch am Abend das Lager und traf hier einen weitläufigen Bekannten. Sie hatten an der Wohnbaracke eine Art Küche angebaut, und auf der Eßbank hatte ich mir eine Schlafstelle errichtet ... So verbrachte ich einige Monate in der Schlotwiese. Es war ein ehemaliges russisches Kriegsgefangenenlager und dann ein Flüchtlingslager. Da man um das Lager herum den Wald abholzte, damit die Lagerwache eine bessere Übersicht hatte, rodeten die Insassen den Boden und legten Gemüsegärten an. Die Baumstämme wurden zu Brennholz zersägt. Sie pflanzten außer Kartoffeln auch Mohn und Mais. Aus dem Mohn wurde Mohnstrudel gebacken, und der Mais wurde als Futter verwendet. Fast jeder Lagerinsasse hatte sich ein Stück Land eingezäunt und hatte Hühner, Enten und Gänse, ja manche hatten sogar noch Schweine gemästet ... Um dem Lagerleben ein Ende zu bereiten, gründete der Banater Bischof Hein eine Wohnungsbaugesellschaft, "Neues Heim" mit dem Ziel, Wohnungen zu errichten ... So bekam auch mein Gastgeber im März 1951 eine neue Wohnung ... In der Kaserne befand sich das Staatliche Flüchtlingslager. Hier wurden sie registriert und bekamen Unterkunft und Verpflegung. Ich ging meiner Arbeit nach und abends fuhr ich nach Kornwestheim. Der Lagerführer reichte ein Gesuch an die Stadt Stuttgart ein, damit diese meine Familie aufnimmt, da ich dort gemeldet und auch beschäftigt war[16].

   Auch die Spätaussiedler, vor allem jene aus Rumänien, Russland und Kasachstan, wurden seit den 1970er Jahren bis zur Gegenwart in Übergangslager des Bundes und danach jenes Landes der Bundesrepublik untergebracht, dem sie zugeteilt wurden. In dieser, zwar auch beengten, doch durchaus komfortablen Unterkunft (meist drei-Zimmer-Appartements, je ein Zimmer für eine andere Familien, mit gemeinsamer Küchen- und Badbenutzung) verbrachte man die erste Zeit, bis man von der Stadt eine Sozialwohnung zugeteilt erhielt oder sich eine Wohnung mieten, ggf. auch mit einem staatlichen Aufbaudarlehen selbst bauen konnte. Die an die früheren Zwangsunterkünfte während der Vertreibung und Deportation anknüpfende Bezeichnung "Lager" ist für die staatlich geförderten (Übergangs)wohnheime, in denen deutsche Spätaussiedler untergebracht wurden, sicherlich nicht mehr angemessen.

4. Heimat als Erinnerungskult

   Der Begriff Heimat ist berechtigt, wird jedoch im Schlepptau hoch schlagender patriotischen Wellen oft überstrapaziert. In der kommunistischen Periode Rumäniens wurden die nationalen Minderheiten ständig mit der Metapher "das Land, wo deine Wiege stand" konfrontiert, um die Bindung ans Vaterland und die einheitliche sozialistische Nation zu verstärken. In Westeuropa, besonders in Deutschland, hat "Heimat" für manche links gerichtete Gruppierungen etwas Verdächtiges und wird nur zu gern in die "rechte Ecke" gerückt. Die Bedeutungen des verschiedenartig interpretierten Heimatbegriffs können zusammengefasst werden, Heimat sei:

- gelebter bzw. erlebter und von Menschen geschaffener Raum;

- erlebte und überlebte Zeit, also Erinnerung;

- der Ort der Arbeit und der Tätigkeit;

- Kommunikation, Bekanntschaft, Freundschaft und Liebe.

Jeder Einzelne muss sich am besten selbst darüber klar werden, was Heimat für ihn wirklich bedeutet, besonders, wenn er unverschuldet fern der Heimat weilen muss. Ein Volkslied klagt:

Wer die teure Heimat nie verlassen muß,

Weiß auch nicht, wie bitter Heimweh ist.

Wen die Sehnsucht drücket Tag und Nacht am Herz,

Der kann erst empfinden, was ist Heimatschmerz![17]

   Für die Donauschwaben bedeutet Heimat gemeinsam erlebte Geschichte, deren Erinnerung im kollektiven Gedächtnis der Gruppe weiterlebt. Die Zeit des Großen Schwabenzuges wird ihnen häufig ins Gedächtnis gerufen, denn das Wissen um eine gemeinsame Herkunft gibt den Gruppenmitgliedern ein Gefühl der Sicherheit nach innen und der Solidarität nach außen. Die Gemeinschaft, aus der sie herausgerissen wurden - zumeist eine Dorfgemeinde - ist bis heute ein wichtiges Element für die Heimatauffassung der Vertriebenen, weil sie mit ihren Sitten, ihrer Lebensweise und Hierarchie das ganze Leben der Dorfbewohner bestimmte. Die dort angeeignete Lebenseinstellung zeigt sich auch in Deutschland an den Verhaltensweise der Vertriebenen. Die traditionelle Gemeinschaft gab einerseits ein Sicherheitsgefühl: Man gehörte zur Gemeinschaft und konnte in der Not auf ihre Hilfe rechnen. Andererseits führte diese Einbindung in eine Dorfgemeinschaft auch in eine Art Gefangenschaft, weil man sich von der geerbten Umgebung mit seinen Grenzen nur schwer befreien konnte.

   Nach dem Zweiten Weltkrieg hätte sich die traditionelle soziale und Wirtschaftsstruktur der Batschka oder der Schwäbischen Türkei auch ohne die Vertreibung der Deutschen aufgelöst, wie es im Banat und im Sathmarer Gebiet infolge der restlosen Enteignung der Deutschen, ihrer Deportation in die Sowjetunion und der Zuwanderung rumänischer Kolonisten aus anderen Landesteilen geschehen ist. Dies ist jedoch vielen Heimatvertriebenen nicht bewusst, und so konnte später ein idealisiertes Heimatbild geschaffen werden. Der Verlust der Heimat war um so schmerzlicher, weil die Menschen nicht nur ihr ganzes Vermögen verloren hatten, sondern auch ihr ganzes menschliches Beziehungssystem umstellen mussten. Die Zeit heilt alle Wunden und im Verlauf der Jahrzehnte wurden viele Unannehmlichkeiten verdrängt und das Heimatbild verklärt, weil es mit schönen Erlebnissen aus der Jugendzeit verbunden war. Für die erste und zweite Generation der Vertriebenen blieben auch in Deutschland weiterhin die verwandtschaftlichen Beziehungen und die in der alten Heimat gültige Hierarchie bestimmend, was aus den bis heute veranstalteten Heimattreffen der ehemaligen Dorfbewohner ersichtlich wird. Die dritte Generation, welche die Vertreibung nicht mehr oder nur als kleine Kinder erlebt hat, bekundet weniger Interesse an solchen Heimattreffen.

   Mit dem idealisierten Heimatbild verknüpft ist die Mythenbildung um die Herkunft der eigenen Gemeinschaft. Die Entstehung jedes Volkes wird häufig an herausragenden Helden, historischen Schlachten und missionarischen Aufgaben fest gemacht. So gründet die Mythisierung der Befreiung der Gebiete um Temeswar und Belgrad von den Türken bis heute im populären Volkslied "Prinz Eugen der edle Ritter" und in der Volkssage "Der Prinz-Eugen-Brunnen" über die Befreiungsschlacht von Temeswar 1718. Darin wird erzählt:

Als Prinz Eugen mit seinem Heer vor Temeschwar stand ... suchten seine Soldaten in der sumpfigen Gegend vergeblich gutes Trinkwasser. Weit und breit fanden sie keinen Brunnen und keine Quelle ... Der Feldherr ruhte am Fuße einer uralten Weide und hatte einen seltsamen Traum. Eine Stimme sagte ihm, daß im Wurzelwerk ein verborgenes Wasser fließe. Als er hierauf erwachte, legte er die Quelle mit seinem Schwerte frei und die Soldaten konnten das beste Wasser trinken. Sie erquickten sich an dem frischen Labsal vor der entscheidenden Schlacht. Seither plätschert in Jahrmarkt [Giarmata, Anm. d. Verf.] der Prinz-Eugen-Brunnen. Die alte Weide war noch vor einigen Jahren zu sehen[18].

4.1 Heimatstuben

   Zahlreiche donauschwäbische Ortsgemeinschaften in Deutschland sammelten alte Möbel und Gebrauchsgegenstände und stellten sie in musealen Räumen aus, um die kollektive Erinnerung an den verlassenen Heimatort zu pflegen. Die ausgestellten Objekte besitzen für die Gruppe eine hohe emotionale Bedeutung: Sie festigen die Erinnerung und dokumentieren den Stolz auf den Herkunftsort. Nach Hans-Werner Retterath gehört zur Aufrechterhaltung dieser positiven Erinnerung die Glättung der Geschichte und die Ausblendung problematischer Aspekte wie das Verhältnis zu den zugezogenen anderen Ethnien. So wie die Vergangenheitsbewältigung nicht umfassend stattfindet, so sind auch die Bezüge zum Neuanfang und die Auseinandersetzung mit der neuen Heimat in Deutschland nur ansatzweise vorhanden. Allerdings räumt der Verfasser ein, dass bei Heimatstuben nicht die museale Dokumentation, sondern die Selbststabilisierung der jeweiligen Gruppe im Vordergrund steht. Der vorgezeigte Stolz sei eigentlich Trauerarbeit zur Bewahrung der Vergangenheit, wie er sich in den arbeitsintensiven Modellen der Heimatstube, in den in vielen Haushalten anzutreffenden Trachtenpuppen und auch in den Jahrestreffen der früheren Ortsgemeinschaft zeigt[19].

   Freilich sind Heimatstuben der donauschwäbischen Heimatvertriebenen, Flüchtlingen und Aussiedler kein Einzelfall, wenngleich die Motivation hier am besten zutage tritt. Vielmehr dienen schwäbische, ungarische und rumänische Heimatstuben in Rumänien und den benachbarten südosteuropäischen Ländern neben musealer Dokumentation historischer, sozialer und ethnografischer Werte, der Sachkultur und der geistigen Volkskultur, immer auch der Erinnerung an abgeschlossene Zeiträume, im Unterbewusstsein an eine "gute alte Zeit".

4.2 Landsleute und eine gemeinsame Kultur

   Hans Diplich analysierte 1973 "Das Bild des Deutschen im Blickfeld des Rumänen". In den 1950er Jahren drückte der ehemalige Rektor der Klausenburger Universität, Constantin Daicoviciu seine Freude darüber aus, dass Diplich die Dichtungen seines Volkes in die Sprache Goethes übersetzt hatte. Im gleichen Brief schrieb er weiter: "Ce bine-mi pare cã sîntem amîndoi bãnãþeni - lanþmani – cum zicem noi. Eu mis depe lângã Caransebeº (Cãrãvan)." (Deutsch: Wie freut es mich, dass wir beide Banater sind - Landsleute, wie sir sagen. Ich komme aus Cãrãvan bei Karansebesch.) Diplich hält fest, dass der Begriff "lanþmani" (rum. Pl. von lanþman über den gleichfalls entlehnten Begriffen pauãr 'erfolgreicher Landwirt' maistur "Handwerksmeister' und molãr 'Zimmermaler' steht und alle Einzelpersonen und Stammesgruppen aus demselben Wohngebiet integriert. "Banater Landsmann" heißt, sich auf die gemeinsame Heimat berufen, heißt auch: Wertschätzung herüber und hinüber, die sich aufs gleiche Herkommen berufen kann, ohne die verschiedene Abkunft zu berühren. Diplich glaubt im Deutschenbild der Rumänen etwas wie "Heimweh nach dem Zustand von einst", nach der österreichischen Ordnung, ausmachen zu können[20]. Und das, obgleich zwei Kriege und viele politische Strömungen dazwischen lagen und die Sichtweise veränderten.

   Es ist erfreulich, dass heute viele Ungarn und Rumänen den Beitrag ihrer – zum Großteil weggezogenen deutschen Landsleute als Bereicherung der gemeinsamen Kultur empfinden und in der alten Heimat zweisprachige Ausgaben der Werke von Dichtern (etwa des Hatzfelder Dichters Peter Jung) und Künstlern (des Malers Stefan Jäger) herausbringen. Reschitza ist heute zu einem Zentrum der Pflege und Förderung deutscher Kultur geworden. Nachdem ich meine sprachlichen und volkskundlichen Publikationen über die Donauschwaben der deutschen Abteilung der Reschitzaer Kreisbibliothek "Paul Iorgovici" zugeschickt hatte, erhielt ich einen offiziellen Dankesbrief des Direktors Nicolae Sârbu, der mir daraufhin seinen bemerkenswerten und emotionalen Essayband über das Banat zusandte. Der Abschnitt "Unsere Deutschen und ihre Heimat" (Nemþii noºtri – Heimat-ul lor) war schon im Juli 2002 in der 13. Ausgabe der vom Demokratischen Forum der Deutschen des Kreises Karasch-Severin herausgebrachten dreisprachigen Blattes "împreunã – miteinander – együttesen" und in der Zeitschrift "Reflex", 3. Jh., Nr. 4-6/April-Juni 2002) in rumänischer Sprache abgedruckt worden. Ich zitiere daraus eine bedeutungsvolle Stelle in meiner Übersetzung:

... Danach brachte derselbe Professor Dr. Ioniþã ein weiteres Bücherpaket in die Reschitzaer Bibliothek. Sie kamen vom Wissenschaftler Dr. Hans Gehl aus Tübingen, Deutschland. Auch er wanderte von den Banater Schwaben aus. Ich habe Herrn Dr. Gehl einen Brief mit zwei Zeitschriften aus Reschitza zugeschickt. Selbstverständlich erhielt ich vom Deutschen eine Antwort: Höflich, korrekt und erfreut über die Nachrichten aus dem Banat, seiner Heimat, mit der er verbunden bleibt.

Ich möchte objektiv schreiben und kann es nicht, wenngleich das Thema eine mehr "deutsche" als sentimentale Darstellung erfordert. Doch ich kann nicht anders als subjektiv sein, da ich doch in einer der vielen gemischten Familien des Banats lebe. Meine Frau stammt aus einer alten deutschen Kolonistenfamilie, Macek. Heute ist sie Erzieherin einer deutschen Gruppe in einem Reschitzaer Kindergarten. Und selbstverständlich heißt sie Elena, nicht Helen.

Wie könnte ich teilnahmslos und objektiv schreiben, nachdem ich den überwältigenden Einfluss erkannte, den unsere Deutschen auf das wirtschaftliche, soziale und geistige Leben im Gebiet Karasch-Severin ausgeübt hatten? Wie nachhaltig sie während zweier Jahrhunderte die Banater Zivilisation gestaltet haben ...[21]

5. Häuser und Kirchen

   Öffentliche Gebäude können auf die Bewohner des Gebietes eine besondere Wirkung ausüben, ggf. sogar symbolhafte Bedeutung gewinnen und nach langen Zeitabständen zu Gedächtnisorten werden. Waren es in früheren Zeiten Burgen und Schlösser, so erhielten seit dem 19. Jahrhundert auch bürgerliche Bauten eine besondere Bedeutung, und schließlich konnten selbst Bauernhäuser und Friedhöfe – in Verbindung mit intensivem Heimatgefühl – eine herausragende Stellung erlangen und sogar zu stummen Ansprechpartnern werden. Nikolaus Berwanger meditiert im grafisch modernen gestalteten Mundartgedicht "vorm elternhaus" über Heimat, Elternhaus und Familiengräber und beschreibt Erinnerungen seines bisherigen Lebens, das durch seine bevorstehende Aussiedlung abgeschlossen wird:

ich mecht mich/ verabschiede/ sei mir net bees/ morje fahr ich/ mei seel awer/

die bleibt/ die han ich do begrawe/ for alli zeite ...

vielleicht bau ich mir/ e neijes haus dort driwe/ wer kann des jetz wisse/ ich kumm mir awer so verlor vor/ so alleenich sin ich uf eemolo/ dich wer ich nie vergesse ...

ufm friedhof/ han ich aach alles gereglt/ uf alli unser gräwer/

han ich betondeckle mache geloß/ die name/ han ich mit goldbuchstawe/

schreiwe geloß/ vielleicht gets doch noch leit/die wu hie un do/ e frischi blum/

uf den kalti beton leje

an allerheiliche/ so hann ich mirs fescht vorghol/ meecht ich jedes johr kumme/

wie lang/ des weeß ich net/awer wenn ich kumm/ dann is mei erschte wech zu dir/

vun driwe vum eck/ wer ich dir guntach zurufe/ un dann wieder gehn

ich mecht mich/ verabschiede/ sei mir net bees/ morje fahr ich/ mei seel awer/

die bleibt/ die han ich do begrawe/ for alli zeite[22]

   Die Erinnerung bewahrt nicht irgendein Banater Haus, sondern das Elternhaus in der Heimatgemeinde, mit seinem überliefertem, unverkennbaren Baustil.

5.1 Hausformen, Barockgiebel, Scheune

   Zusammen mit den Habsburgern hielt die Barockarchitektur im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert ihren Einzug in den donauschwäbischen Siedlungsgebieten in Südosteuropa, schrieb Hans Diplich in einer Analyse dieser Stilrichtung. Seither zeugen auch die Werke der Architekten, Bildhauer und Maler in zahlreichen Kathedralen, Dorfkirchen, Rathäusern, Stadtpalästen und schließlich auch Bauernhäusern mit ihren Rundgiebeln vom Einfluss des österreichischen Barock, der vom Wiener Belvedere und der Hofburg auf barocke Adelshöfe überging und durch Wandergesellen bis in die entlegensten donauschwäbischen Dörfer verbreitet wurde. Er ergänzte die barocken Einflüsse in der glockenförmig abstehenden Festtags­tracht der Frauen und Mädchen, in den vielfältigen Stick- und Teppichmustern, der Kirchen- und Vereinsfahnen, in der Gestaltung der Grab-, Dorf- und Flurkreuze und in den prunkvollen Dorffesten. Die Häuser in den schachbrettartig angelegten deutschen Dorfstraßen waren mit der Schmalseite zur Straße ausgerichtet und trugen anfangs einen Dreieckgiebel, der im 19. Jahrhundert vom verzierten Rundgiebel abgelöst wurde. Das Streckhaus erhielt auf der Hofseite den charakteristischen Laubengang mit Pfeilern, und der Rundgiebel wurde mit Zierelementen wie Lebensbaum und Sonnenrad (in Form von Sonnenwirbel, Vier- oder Sechsstern bzw. im Dreieck das "Auge Gottes") geschmückt, neben denen häufig das Baujahr und der Name des Bauherrn steht und Bodenluken für Durchlüftung sorgen. Der halbkreisförmige Giebelaufsatz wird von konvexen oder konkaven Kreissegmenten fortgesetzt, die auf dem balkenstarken Gesims aufsitzen. Darunter ist die Vorderfront des Hauses durch plastisch wirkende Verputzformen gegliedert, so dass die Fenster durch Säulen und Kapitelle eingerahmt erscheinen. Der spätbarocke Dekor des Giebels umfasst Schneckenwindungen, Girlanden, Laufmuster, Randleisten, Blumen-, Kranz und Muschelornamente. Bedeutsam ist die Farbgebung. Der Sockel ist gewöhnlich dunkelbraun oder grün, Fassade und Giebel dagegen pastellfarben, hellgrün, ockerfarben oder zartrosa gefärbt. Zur dörflichen Verwirklichung des Bauernbarock gehören außer dem Haus auch der umgebende Raum, der Hof und der Blumengarten, die breiten Gasse und die Baumreihen bis in den Dorfkern, die den Lebensraum der Dorfgemeinschaft gestalten und zugleich einen sicheren Wohnbereich abgrenzen[23].

   Walther Konschitzky untersuchte die Hausformen und den Fassadendekor im Banat aus historischer und interethnischer Sicht[24] und präsentierte seine Ergebnisse vor einigen Jahren in seiner Dissertation in Klausenburg (Cluj Napoca). In einem zusammenfassenden Tagungsbeitrag in Tübingen stellte er zur Banater Architektur fest, dass die Rezeption der europäischen Baustile, vom Barock bis zum Jugendstil, in den Städten nahezu zeitgleich mit der Bauentwicklung in Mittel- und Westeuropa stattfand, die Übernahme stilistischer Neuerungen auf dem Land dagegen zeitversetzt und durch den Einfluss des städtischen Handwerks erfolgte. Das übernommene Gut wurde dem eigenen Formenreichtum eingegliedert und weit über die Zeit des Wirkens der architektonischen Stilrichtungen, denen es entlehnt war, als quasi "zeitloses" Ornamentrepertoire in der Fassadendekoration verwendet.

   In den Dörfern der mariatheresianischen Siedlungsperiode löst am Ausgang des 18. und im 19. Jahrhundert der verzierte Rundgiebel barocker Herkunft den unverzierten Dreieckgiebel des frühen Kolonistenhauses ab. Die verwendeten Hauptornamente sind gleichfalls dem Barock entlehnt. An religiösen Motiven findet man das Kreuz, das Gottesauge im Strahlenkranz, das Christusmonogramm IHS und den Engelskopf, an kosmischen Motiven Sonnenzeichen und Sterne, an Pflanzenmotoven Lebensbaum, Blattkranz, Girlande und Blumenrosetten. Über schwäbische Meister und Gesellen, die auf der Walz oder in Handwerkszentren des Banats mit den Stilelementen vertraut wurden, gelangte der verzierte Giebeltypus auch in rumänische, serbische, bulgarische und kraschowänische, später auch in tschechische, slowakische und ungarische Ortschaften des Banats.

   Die geografische Verbreitung und die Frequenz der Verwendung einzelner Giebelformen ist im Banat sehr unterschiedlich. Nördlich der Marosch und südlich dieses Flusses, in den Ortschaften entlang der Straßen Arad – Lippa und Lippa – Temeswar fand vorwiegend der geweißte oder in Ockernuancen getünchte Dreieckgiebel mit reicher Dekoration Anwendung; der Rundgiebel ist hier die Ausnahme. In der fruchtbaren Ebene der Banater Heide, vor allem im Raum Großsanktnikolaus (Sânnicolau Mare) – Hatzfeld (Jimbolia) – Temeswar beherrscht dagegen der reich dekorierte Rundgiebel des "späten Bauernbarock" mit unterschiedlich gebrochener Randlinie das Dorfbild aller Ethnien, während der Dreieckgiebel nur gelegentlich an ärmeren Häusern zu sehen ist. Die deutschen Ortschaften in diesem Gebiet wurden fast ausschließlich in der Regierungszeit Maria Theresias (1763-1782) gegründet. Hier weisen auch die Fassaden der moderneren Querhäuser eine aufwendige Dekoration auf. In der josephinischen Periode (1782-1786) wurde die ärmere Gegend südlich der Temesch besiedelt. In diesen Ortschaften ist statt des Rundgiebels zumeist ein unverzierter geweißter Dreieckgiebel zu sehen. Im Raum Temeswar – Lugosch – Busiasch ist der Rundgiebel jedoch bei den Banater Rumänen und Serben verbreitet. Für sie wurde die Fassadendekoration in Zeiten des wachsenden Wohlstandes am Ausgang des 19. Jahrhunderts, vor allem aber in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, ein wesentliches Statussymbol mit Repräsentationsfunktion zur Kennzeichnung der sozialen Stellung innerhalb der Dorfgemeinschaft.

   Als eine regionale Gemeinsamkeit lässt sich bei allen Ethnien die mentalitätsgebundene Haltung nachweisen, dass der Reichtum der Fassadendekoration in der Öffentlichkeit ein Gradmesser für Wohlstand darstellt. Allerdings haben die Gruppen einzelne Ornamente entlehnt und ihren Vorstellungen und Bedürfnissen angepasst. Die Fassadenverzierung hat sich im 19. Jahrhundert bei allen Ethnien des Banats als ein neues Genre der ländlichen Kultur durchgesetzt. Im Falle des Bauschmucks an zahlreichen rumänischen und serbischen Häusern weist sie die Sonderform einer Volkskunst zweier Ethnien auf: die der Auftraggeber und die der schwäbischen Handwerker, die sie ausgeführt haben. Regionale Mentalitäten können bis zur Zuordnung von Kulturwerten als spezifisch ethnische Besonderheiten führen. Der Verfasser verweist auf die Verwendung unterschiedlicher Giebelformen in der deutschen Ortschaft Bakowa und in den umliegenden andersnationalen Dörfern. Die schwäbischen Handwerker aus Bakowa haben in ihrem Ort ausschließlich Fassaden mit Dreieckgiebel und nach dem Zweiten Weltkrieg Querhäuser mit unverzierter Fassade gestaltet, dagegen in über zwei Dutzend rumänischen Dörfern die Mehrheit der Bauernhäuser mit straßenständiger Fassade und reich verziertem Rundgiebel versehen. Im Sprachgebrauch der Bewohner von Bakowa wird diese bei den benachbarten Rumänen seit Anfang des 20. Jahrhunderts so beliebte Giebelform als "walachischer Gewl" bezeichnet und als ein für die Banater Rumänen kennzeichnendes Element des Dorfbildes verstanden[25], wenngleich aus dem Habsburgerreich kommt.

   Bei den Sathmarer Schwaben herrscht der Streckhof mit unverziertem Dreieckgiebel vor. Ein wichtiges Nebengebäude des Wirtschaftshofes ist die im Hinterhof quer stehende, aus den oberschwäbischen Herkunftsgebieten mitgebrachte Scheune, mit einem breiten Tor zur Straßenseite und einem Dach mit zwei Schrägen. Hier wurde immer das Getreide gedroschen, Futtermittel, landwirtschaftliche Geräte und Transportmittel aufbewahrt. Die hohe Giebelfront zur Straßenseite ist mit Brettern geschlossen, die mit Laubsägearbeiten und Reliefmotiven geschmückt sind. Ähnliche Funktionen besitzen die sächsischen Scheunen in Siebenbürgen, doch diese stehen senkrecht zu den entlang der Straße aufgereihten Häusern[26].

5.2 Kirchen

   In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts findet das Barock auch im ländlichen Raum beim Bau und der Ausstattung der Kirchen Verwendung. Ein Vorbild für viele Dorfkirchen ist die nach den Plänen Fischer von Erlachs erbaute, 1754 eingeweihte barocke Bischofskirche in Temeswar. In Lenauheim wurde die Barockkirche von der Kaiserin Maria Theresia gestiftet und die Einwohner hatten dazu eine besondere Beziehung. In den Dörfern der flachen Banater Heide überragt die zentral gelegene Kirche die Bauernhäuser und ist schon von weitem zu sehen. Bedingt durch die religiös geprägte Bauernkultur eines Großteils der Donauschwaben begleitet die Kirche das Leben der Menschen von der Wiege bis zum Grab. Kirchenglocken mit ihrem weithin vernehmbaren Klang haben als Symbol der Geborgenheit und der Lebenserfüllung für die Donauschwaben eine besondere Bedeutung. Die aus dem Banater Dreispitz (ªagu) stammende Musikkapelle "Original Stauferland-Echo" brachte 2000 eine CD mit Musikstücken unter dem symbolischen Titel "Überall klingen Glocken der Heimat" heraus, wobei das Motiv vom Titel des 1910 erschienenen Roman von Adam Müller-Guttenbrunn "Die Glocken der Heimat" stammt. Beides sind "Erinnerungsorte" für die Betroffenen.

Es ist verständlich, dass bei Heimattreffen der Ausgesiedelten ein Bild der Dorfkirche im Mittelpunkt steht und bei der Gedenkveranstaltung an die verlorene Heimat der symbolträchtige Klang der Heimatglocken vom Tonband zu hören ist. Bei Fahrten in die Heimatgemeinde gelten die ersten Wege der vertrauten Kirche und dem Dorffriedhof, um der verstorbenen Ahnen zu gedenken. In den periodisch herausgebrachten und den Mitgliedern bei den Jahrestreffen überreichten "Briefen" und "Blättern" der Heimatortsgemeinschaften wird immer wieder über den Zustand der Heimatkirche und des Friedhofs berichtet und zu Spenden für deren Erhaltung, Renovierung und künftigen Pflege aufgerufen.

   Im Jugoslawienkrieg der 1990er Jahre zerstörten die Kampfgegner neben Industriebauten und Wohnhäusern mir Vorliebe die weithin sichtbaren Kirchen bzw. Moscheen der Feinde wegen der religiösen Gegensätze: Die Serben sind doch Orthodoxe, die Kroaten Katholiken und beide Ethnien in Bosnien Muslime. Die Zerstörung von Gotteshäusern, im Namen der atheistischen Kommunisten, übten die Serben (ähnlich wie Albaner und Russen) auch schon nach Kriegsende, als die Kirchen der entrechteten und internierten Donauschwaben in Depots verwandelt oder einfach abrissen wurden. Mein Interviewpartner Nikolaus Hoffmann aus Balingen schilderte 1992 die Eindrücke aus seiner Heimatgemeinde Kleck im serbischen Banat:

Ich war vor zwei Johr unte und hann en alte särwische Kamerad bsucht. Es sinn noch Rumener da un vun dene Iwesiedler ausm Bosnische, awer vom Deitsche is nichts mäh vorhande. Die Kirch hann sie abgetrage, die hann se zammegschmiss gleich nachm Krieg. Un im Freidhof find mer net emol mähr die Grewr vun die Alti, vun die Ahne[27].

   Gotteshäuser haben eine wichtige Funktion im Leben traditioneller Gemeinschaften. Bald nach der Ansiedlung im alten Ungarn trachteten alle donauschwäbische Gemeinschaften, ein Bethaus und später eine eigene Kirche zu errichten. Einer kürzlichen Fernsehreportage war zu entnehmen, dass die von der Flucht heimgekehrte Bevölkerung einer abgelegenen Siedlung in Afghanistan der Errichtung einer Moschee den Vorrang vor Wohnhäusern einräumt, um darin beten und die Kinder unterrichten zu können. In Rumänien ist zu beobachten, dass nach der Wende von 1989 die religiöse Freiheit genutzt wird, um viele orthodoxe Kirchen mit Spenden der Gläubigen zu errichten, wobei jede größere Stadt neben den zahlreichen Kirchen auch eine Kathedrale haben will. Dabei ist es nicht wichtig, ob die tatsächliche Zahl der Kirchenbesucher die Neubauten rechtfertigt. Wichtiger ist die symbolische Funktion des Sakralbaus.

   Entsprechend dem Stellenwert der Kirche wird auch ihre Weihe und deren jährlich wiederkehrende Feier zum Hochfest der Dorfgemeinschaft ausgebaut.

5.3 Kirchweih

   Wenn in Deutschland unserer Tage der Karneval in vielen Ausgestaltungen vom Jahresende bis zum Aschermittwoch von einem Großteil der Dorf- und Stadtbevölkerung über­schwänglich begangen wird, so gilt bei den Donauschwaben allgemein die Kirchweih als schönstes und bedeutendstes Schwabenfest des Jahres und hat einen hohen Stellenwert im Leben der Dorfgemeinschaft. Seine Symbolik hat sich bis heute sowohl in den historischen Siedlungsregionen als auch bei den ausgesiedelten Donauschwaben erhalten[28]. Diesem Fest galten vor 100 Jahren die Böllerschüsse der Schützenvereine wie nur den höchsten Kirchenfesten: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Fronleichnam. Wo das weltliche Fest ausgeprägte Formen entwickelt hatte, begannen die Vorbereitungen schon vorher, sowohl in der Kerweihgesellschaft als auch in allen Haushalten des Dorfes.

   Generell hat sich bei allen Donauschwabenn neben der kirchlichen Erinnerung an das Weihefest, am selben Tag oder an einem anderen Termin ein weltliches Fest entwickelt; meistens ist es als größtes Herbstfest ein Gegenstück zum Fasching, dem Karneval, aus der Gruppe der Frühlingsbräuche, von denen es die bereits Elemente wire Kirchweihbaum und -strauß an sich gezogen hat. Die weltliche Ausprägung des Kirchweihfestes betrifft: die Großreinigung der Häuser, die Erneuerung der Kleidung, besonderes Essen, Verwandten- und Gästebesuch auch in der kleinsten Siedlung. Ausnahmen haben einen besonderen Grund und hängen meist mit den Zeitumständen (Kriegs- und Notzeiten) zusammen. Wo es genügend Jugend und eine Musikkapelle gibt, wird auch getanzt. Die Menschenansammlungen bieten günstige Voraussetzungen für Jahrmarktbetrieb und den Absatz handwerklicher Erzeugnisse. Für die Herausbildung einer eigenen Kirchweihtracht müssen besondere Gegebenheiten vorhanden sein. Die Kirchweihgesellschaften müssen für Strauß, Baum und Fass aufkommen, doch nicht immer und überall können sie das. Die Ausprägung der Kirchweihmerkmale richtet sich immer nach der Größe des Dorfes und der Anzahl der Jugend und Jungverheirateten.

   Befragungen von Wissensträgern aus allen donauschwäbischen Gebieten lassen den Schluss zu, dass sich die Banater Kirchweihbräuche in ausgeprägtester Form mit einem genau festgelegten Ablauf entwickelt haben. Fast alle Heimatbücher der einzelnen Ortsgemeinschaften widmen dieser bedeutsamen und vielseitigen Feier ein eigenes Kapitel innerhalb der Brauchtumsbeschreibung. Allerdings fehlen auch in manchen Banater Dörfern einige spezifische Kirchweihattribute wie den Strauß. Andererseits gab es auch in anderen donauschwäbischen Gebieten (z. B. in Dörfern der Schwäbischen Türkei und in Vinkovci, Gebiet Syrmien) einen Aufmarsch der Trachtenpaare, die einen Vorstrauß trugen und ihn später unter den Kirchweihgästen versteigerten.

   Ganz ähnlich ausgeprägte Brauchelemente enthält die mittelfränkische und die niederösterreichische Kirchweihfeier. Die vielen Ansiedler aus Rhein- und Mainfranken - vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts - haben sicher die Erinnerung an ihre heimatlichen Bräuche über entbehrungs- und leidvolle Jahrzehnte des Neubeginns bewahrt und bei günstiger wirtschaftlicher und sozialer Lage diese Feste und Bräuche wieder begangen und zu neuer Blüte gebracht. Bekanntlich hat auch der österreichische Einfluss über 150 Jahre durch Militär, Verwaltung, Kultur, Handel und wandernde Handwerker auf das gesamte Siedlungsgebiet eingewirkt. Man könnte auch den wachsenden Wohlstand seit dem 19. Jahrhundert, besonders im Banat, in der Batschka, teilweise auch in Syrmien und in der Schwäbischen Türkei, dank der Fruchtbarkeit des urbar gemachten Ackerlandes, als auslösender Faktor für die besonders ausgeprägten Kirchweihbräuche annehmen.

   Im Banat kommt die politische Sonderstellung im donauschwäbischen Siedlungsraum, als kaiserliche Provinz Temescher Banat (von 1716 bis 1778) dazu. Hier kam es - im Gegensatz zu den Verhältnissen in den alten Heimatländern der Kolonisten und in den ungarischen Komitaten - zur Bildung eines von grundherrschaftlichen Bindungen freien Bauernstandes. Die Planung der Ansiedlung erfolgte vornehmlich von Wien aus und von hier wurde auch die Neuprägung der Siedlungslandschaft entscheidend gestaltet, da die Erschließung und Neuordnung des Landes unter Aufsicht kaiserlicher Beamten erfolgte. Die Bindung zu Wien und den Kaiserhof war im 18. Jahrhundert stets ein wirksames Band zwischen den Ansiedlern aus verschiedenen Herkunftsländern gewesen und hatte auch im 19. und bis ins 20. Jahrhundert die Grundeinstellung der Bevölkerung noch nachhaltig beeinflusst.

   Das in großen Zügen einheitliche Banater Kirchweihbrauchtum hat sich gewiss erst mit der Zeit herausgebildet, da die Ahnen der Banater Deutschen aus ihren Ursprungsländern nicht nur voneinander abweichende Dialekte, sondern auch unterschiedliche Sitten und Bräuche mitgebracht hatten. Heinrich Lay nimmt an, dass in jedem Dorf allgemein das kräftigste Element zur Geltung kam, die Oberhand gewann und im Laufe der Jahrzehnte seine Sitten und Gebräuche durchsetzte. Dennoch blieben auch Elemente aus anderen Herkunftsregionen erhalten. Wohl deshalb gibt es kleine Unterschiede zwischen den Kirchweihfeiern der einzelnen Ortschaften[29]. Katharina Wild weist dagegen auf die Gemeinsamkeiten der Kirchweihbräuche in der Baranya (teilweise auch in der Tolnau) mit den fuldaischen, südhessischen, zum Teil auch oberdeutschen Herkunftsgebieten der Siedler hin. In Lantschuk (Láncsók) waren der geschmückte Kirmesbaum und andere Kirmesattribute noch vor dem Zweiten Weltkrieg vorhanden, in Großnarad (Nagynárád) waren sie auch später noch anzutreffen, wie mir die Gewährsperson Anna Halász in einem Interview 1994 versicherte[30]:

   Wo Siedler aus verschiedenen Gebieten zusammentrafen, sind auch mitteldeutsche Bräuche (wie Ein- und Ausgraben der Kirchweih, Baumaufstellen, Verlosen eines Halstuchs) neben oberdeutschen (Hahnenschlagen, Kirchweihbock) anzutreffen. Die große Übereinstimmung in den Kirchweihbräuchen dieses Gebietes, trotz der Herkunft der Siedler aus verschiedenen mittel- und oberdeutschen Sprachgebieten und auch aus älteren deutschen Siedlungen der ungarischen Nachbarkomitate könnte durch enge wirtschaftliche Kontakte und Siedlermischung durch Eheschließung zwischen nahe zueinander liegenden Ortschaften hervorgegangen sein. Freilich ist auch hier völlige Übereinstimmung im Ablauf einzelner Bräuche nur in wenigen, unmittelbar benachbarten Ortschaften wie Bawaz (Babarc) und Sier (Szûr), Nimmersch (Himesháza) und Surgetin (Szederkény) festgestellt worden[31].

5.3.1 Perspektiven der Kirchweihbräuche, Übernahme von Festen

a. Im Heimatgebiet

   Wie die meisten Bräuche ist auch das Kirchweihfest wohl in seinen Grundzügen erhalten geblieben - besonders die zeremonielle Steifheit der Tanzordnung und des Versteigerns fällt auf, doch hat es in vielen Orten neue Elemente aufgenommen oder bestehende weiterentwickelt. Das gilt vor allem für das Banat, da die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ausgewiesen wurden und die schwäbischen Gemeinschaften bis in die 1980er Jahre bestanden und ihre Bräuche weitergepflegt haben. Es kam zu Erneuerungen von Brauchelementen.

   Es ist bekannt, dass Strauß und Kirchweihbaum erst 1972 von Lehrerin Katharina Gal ins Kirchweihbrauchtum von Semlak eingeführt wurden. Der kronengeschmückte Kerweihbaum in Darowa war 1972 mit einer Kette bunter Glühbirnen geschmückt. In Guttenbrunn wurde am Samstag vor dem Kirchweihtermin ein Fackelzug veranstaltet und beim Tanz ein Kirchweihkranz mit der Weinflasche an die Wirtshaustür gehängt. In Liebling gab es 1973 zwei Vortänzerinnen, da ein Großvater den Strauß 1972 für seine beiden Enkelinnen ersteigert hatte. Allerdings gab es bereits 1970 gar drei Vortänzerinnen statt einer, in Darowa einmal sogar vier. In Liebling hat man den Kirchweihstrauß nicht versteigert, sondern mehr als 80 bebänderte Sträußchen davon verschenkt[32].In Wetschehausen (Pietroasa Mare) war der Rosmarinstrauß 1988 mit fast 200 Rosen geschmückt und wurde entsprechend hoch versteigert[33].

   Die Sprüche beim Straußversteigern wurden häufig vom "Kirweihstickl" der Blasmusik unterbrochen, während die Mädchen in den Tanzpausen sangen. Gelegentlich hat man auch "auf dem Fass" ein thematisch passendes Gedicht vorgetragen, Lieder gesungen oder Volkstänze dargeboten. Die Tradition der Kulturprogramme und Sportfeste am Kirchweihtag wurde besonders im evangelischen Dorf Liebling bis zuletzt gepflegt.

   Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs und die gegen die deutsche Bevölkerung besonders restriktiven Nachkriegsereignisse unterbrochen, konnten im Banat Kirchweihfeste lange Zeit nicht stattfinden. Nach einem 1946 erfolgten Versuch wurde 1947 in Jahrmarkt (Giarmata) die Kerweih mit acht Paaren, ohne Tracht, in einer Tischlerwerkstatt gefeiert. Selbst bei den Verschleppten in der rumänischen Bãrãgan-Steppe gab es in den fünfziger Jahren schüchterne Versuche, wieder Kirchweih zu feiern, wenn auch nicht am überlieferten Termin, da die Neusiedler aus vielen Banater Gemeinden bunt zusammengewürfelt waren. Es war ein Hoffnungsschimmer für die vom Schicksal getroffenen Deportierten, dass man wieder wie daheim zu feiern begann.

   Seit der kriegsbedingten Unterbrechung nahmen nur mehr Jugendliche an der Veranstaltung und Durchführung der Kirchweihfeier teil. Sie wurden im Laufe der Jahre immer jünger (und durch die zunehmende Aussiedlung weniger), so dass schließlich Schüler von kulturell interessierten Lehrern angesprochen werden mussten. Aufmarsch und Straußversteigerung wanderten bei Trachtenbällen auf die Bühne und wurden sogar ein Unterhaltungsthema für die Zuschauer. Es kam sogar einmal vor, dass ein Paar bei einem Maskenball in schwäbischer Kirchweihtracht auftrat. Auch am Temeswarer Nikolaus-Lenau-Gymnasium versteigern die Schüler beim jährlichen Trachtenfest einen Kirchweihstrauß und verlosen Hut und Schultertuch: Hier sind Kirchweihelemente in eine Verkehrsinsel eingemündet, aus der es freilich keine Weiterfahrt geben kann. Der Aufmarsch und die Tänze erfreuen zwar die Eltern, doch das ist nur mehr der letzte Ausläufer der weltlichen Feier vor ihrer gänzlichen Einstellung. Die kirchliche Feier hat sich schon längst davon getrennt.

   Heute wird die Tradition der Banater Kirchweihfeste trotz der geringen deutschen Restbevölkerung, auch mit der Unterstützung rumänischer, ungarischer oder andersnationaler Dorfbevölkerung, bis heute fortgesetzt. So fand in Billed laut einem Pressebericht im Herbst 1999 ein Kirchweihfest mit 27 Trachtenpaaren statt, davon elf aus Billed, die übrigen aus Temeswar, Neuarad und Großsanktnikolaus (Sânnicolau Mare). In Sanktanna (Sântana) wo bis in die 1980er Jahre Kirchweihfeiern mit 50 und mehr Trachtenpaaren stattfanden, wird die verbliebene Restgruppe von heute 350 Deutschen durch die Heimatortdgemeinschaft Sanktanna unterstützt. Auch zum 26. Juli 2004 kamen zahlreiche Sanktannaer aus Deutschland in ihre Heimatgemeinde und die Kirchweihjugend feierte das Fest in Tracht und mit dem Rosmarinstrauß unter dem festlich geschmückten Kirchweihbaum.

   Trotz dieser Hilfestellungen von außen wird sich bei den restlichen Banater Schwaben vermutlich nur die kirchliche Feier erhalten; es sei denn, dass die weltliche Kirmes von der rumänischen und andersnationalen Bevölkerung als dörfliches Volksfest der Dorfgemein­schaft weitergeführt wird. Ansätze dafür sind festzustellen, doch der Ausgang ist ungewiss.

b. Bei den ausgesiedelten Donauschwaben

   Nach der Vertreibung und Flucht Kriegsende, gefolgt von der Spätaussiedlung der Donauschwaben von den 1970er bis Ausgang der 1990er Jahre dauerte es wieder eine geraume Zeit, bis sie Wurzeln schlugen, sich an ihre im ganzen Bundesgebiet verstreuten Landsleute anschlossen und auch mal in die alte Heimat fuhren, um in Ungarn, im Banat und im Sathmarer Gebiet als willkommene Gäste bei den Kirchweihfeiern mitzumachen, vielleicht sogar Hut, Tuch oder Strauß zu gewinnen und als Erinnerung an die verlorene Heimat in die Bundesrepublik Deutschland, nach Österreich, Frankreich oder nach Übersee mitzunehmen. Hier gingen die Deutschen aus den Donauländern neue landsmannschaftliche Bindungen ein, sie bildeten Heimatortsgemeinschaften nach ihren Herkunftsorten, Kreis- und Landesverbände, um der gemeinsamen Herkunft zu gedenken, die gemeinsame, in 250 Jahren gewachsene Kultur zu pflegen und die notleidenden Landsleute in der alten Heimat zu unterstützen.

   Aus Presseberichten[34] geht hervor, dass viele donauschwäbische Heimatortsgemeinschaften ihre periodischen Treffen mit einer Kirweihfeier verbinden, die ja immer eine willkommene Gelegenheit zum Treffen mit auswärtigen Verwandten und Freunden geboten hat. Dutzende Gemeinschaften von Banater Schwaben, die ihr neues Zuhause in derselben deutschen Stadt gefunden haben, feiern die Kerweih auf diesen Treffen mit einem Umzug der Kirchweihpaare in ihrer kennzeichnenden Tracht und mit festlich geschmücktem Rosmarinstrauß. Es besteht die Tendenz, solche Kirchweihfeste wegen der Beteiligung von Landsleuten aus verschiedenen Herkunftsgemeinden, die jetzt ihre Heimat z. B. in Böblingen, Ingolstadt, München, Frankenthal oder Darmstadt gefunden haben, am gemeinsam festgelegten Termin, unabhängig von den Kirchweihterminen der einzelnen Banater Ortschaften, als allgemeine Banater Kirchweih zu begehen. Ein Vorbild dazu lieferten schon die einvernehmlich festgelegten Kirchweihtermine in den neu errichteten Siedlungen der Deportierten in der Bãrãgan-Steppe, als man nicht alle Termine der aus vielen Herkunftsorten zusammengewürfelten Banater Schwaben berücksichtigen konnte.

   Mit den Worten: "Kummt un tanzt ums Fass, ihr Leit, in Speyer uff dr Kerweih!" begrüßte der Vorsitzende der Donaudeutschen Landsmannschaft die Kerweihgäste in Speyer am 5. November 1988, wo sie diesen rhein- und mainfränkischen Brauch bereits seit 37 Jahren im Beisein der Speyerer Prominenz feierten. Unter Begleitung der "Donauschwäbischen Musikanten" wurde der Kerweihstrauß versteigert und der Ehrentanz des Gewinners ausgetragen. Gleichfalls am 5. November 1988 veranstaltete dei donauschwäbische und die Banater Trachtengruppe in Nürnberg ihre Kirchweih, bei der ein geputzter Strauß sowie Hut und Tuch versteigert wurden; der Strauß allerdings "amerikanisch", mit einem Wecker.

   Das 39. Heimattreffen und Kirchweihfest feierten die Karlsdorfer (aus Banatski Karlovac) am 22. Oktober 1988 in München, wobei das erste bereits fünf Jahre nach der 1944 erfolgten Vertreibung stattgefunden hatte. Die Teilnehmer aus dem In- und Ausland unterhielten sich im Salvatorkeller mit der Blaskapelle "Original Donauschwaben", die das "Karlsdorfer Kirchweihstickl" spielte. Zwar gab es nur ein Kirchweihpaar, doch die Jugend nahm am Kirchweihaufmarsch und am Tanz teil.

   Das Zusammengehörigkeitsgefühl der heute weltweit zerstreuten Donauschwaben zeigt sich vor allem bei ihren Heimat- und Kirchweihtreffen. Die Hodschager aus Österreich, Deutschland, Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien feierten am 10. Oktober 1999 in Wien einem wahrhaft weltumspannenden Erinnerungskirchweihfest. Das erste Hod­schager (aus Od¾aci) Kirchweihfest nach der Vertreibung war im Jahre 1949 gefeiert worden. Auf der 50. Ausgabe, 1999, wurde der 243 Jahre seit der Ansiedlung des Geburtsortes in der Batschka und des 178. Jahrestages der 1821 erbauten und dem heiligen Michael geweihten Kirche von Hodschag gedacht. Vor dem Kirchweihtanz überbrachte die Patenstadt Moosburg ihren Gruß und es wurde der alten Heimat gedacht.

   Halb Sackelhausen (Sãcãlaz) lebt heute in Reutlingen, wo über 1000 Landsleute am 10. September 1988 zum Heimattreffen zusammenkamen und im Beisein der städtischen Prominenz und der Vorsitzenden der Banater und Donauschwäbischen Landsmannschaft Kirchweih begingen. Nach dem feierlichen Gedenkgottesdienst geleitete die "Original Donauschwäbische Blaskapelle" Reutlingen die Gemeinde mit einem Trauermarsch zum Gedenkstein der Verstorbenen der Heimatgemeinde Sackelhausen. Die Trachtenpaare unterhielten sich dann in der Friedrich-List-Halle bei Walzer, Polka und "Kerweihstickle" Den Vorstrauß hat man aber nicht versteigert, sondern ehrenhalber verschenkt. In einer Ansprache wurde mitgeteilt, dass bei der Umgestaltung des Reutlinger Heimatmuseums auch die donauschwäbische und die Banater Kultur in eigenen Räumlichkeiten ausgestellt wurden.

   Die Vertriebenen und Aussiedler sind hier sesshaft geworden und haben im Laufe der Zeit eine neue Heimat gefunden. Beim 4. Heimattreffen und Kirchweihfest der Banater Schwaben aus Giseladorf und Panjowa am 8. Oktober 1988 erklangen bei der Festmesse über Lautsprecher die Heimatglocken, und die Teilnehmer sangen zum Schluss - wie bei kirchlichen Hochfesten - die hymnische Melodie "Großer Gott, wie loben dich" bezeichnenderweisemit einem aktualisierten Text:

Großer Gott, wir danken dir / für die Heimat unserer Ahnen.

Jeder fand ein Plätzchen hier, / wo wir unseren Frieden haben.

Deinen Frieden ganz allein / braucht ein Mensch zum glücklich sein.

Auf diesem Heimattreffen gab es auch zwei Volkskkunstausstellungen: eine Sammlung von Aquarellen und Ölgemälden einer Teilnehmerin sowie maßstabgerecht nachgebildete Haus- und Wirtschaftsgeräte, die auch in sonstigen Heimatmuseen die Verbundenheit der Donauschwaben mit ihrer Lebens- und Arbeitswelt in der alten Heimat unter Beweis stellen.

   Die zahlreich ausgetragenen Kirchweihfeiern in Deutschland sind wohl etwas anders geworden, als sie der alten Generation in Erinnerung ist. Das Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühl rückt hier in den Vordergrund und schafft die Voraussetzungen zum gemeinsamen Feiern der überlieferten und auch erneuerten Bräuche. Ihre soziale Funktion schafft ihnen weitere Existenzberechtigung. Solange begeisterungsfähige Veranstalter die Jugend zum Mitmachen gewinnen, ist die Fortdauer der donauschwäbischen Kirchweihfeier mit Trachtenpaaren und einigen Kirchweihsymbolen - wenn auch mit veränderter Funktion - gesichert.

6. Schlussfolgerungen

   Wie Ludwig Steindorff ausführt, sind religiös geprägte Gedächtnisorte im Vergleich zu den säkularen viel geschlossener und verfügen über ein verbindlicheres Arsenal an Vorstellungen und Werten. Die traditionelle Festkultur war in die religiösen Zyklen eingebunden, da alte Gemeinschaften vorwiegend religiös geprägt waren. Dagegen sind säkulare Gedächtnisorte von der Planung bis zur Gestaltung mit Handlungen und öffentlichem Diskurs verbunden, doch danach entsteht das Problem, die Musealisierung oder ausschließliche Kommerzialisierung zu verhindern. Feierstunden und Erinnerung sind das Außergewöhnliche und wirken auf den Unbeteiligten eher kurios als integrierend.

Durch das von der UNESCO definierte "Weltkulturerbe" wurde ein Versuch gestartet, über den religiösen und nationalen Gedächtnisorten ein Netz von universal gültigen Gedächtnisorten zu stiften. Wichtig dabei ist die Begründung von Gemeinsamkeit und gemeinsamer Verantwortung, unter der Voraussetzung der Gleichwertigkeit verschiedener Kulturen und Landschaften und der gegenseitigen Toleranz gegenüber dem Anderen[35].

Die Donauschwaben sind eine kleine Ethnie, deren Bestehen in den Siedlungsgebieten durch den Schwund der Angehörigen in Frage gestellt ist. Aus ihrer überlieferten Volkskultur werden sich charakteristische Speisen und identitätsstiftende Symbole (wie Kirchweihstrauß, Heimatkirchen und Denkmäler), aber vor allem die Toleranz gegenüber anderen Gruppen - mit der Erwartung, selbst voll akzeptiert zu werden, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinschaft und die positive Lebenseinstellung erhalten, die von den Kolonistengenerationen übernommen wurde und es wert ist, in das jeweilige neue Umfeld der weltweit zerstreuten Donauschwaben und in die ihre Lebensgemeinschaften eingebracht und hier fortgeführt zu werden.

 

*****

 

Literatur:

1.     Bãlu, Daniela 2002: Volkstümliche Architektur in intetrethnisch geprägten Gemeinden des Kreises Sathmar. Wohnhaus und Wirtschaftsbauten in Schinal (Urziceni, Csanálos) und Maitingen (Moftinul Mare). In: Hans Gehl (Hg.) Regionale Volkskulturen in Ostmitteleuropa. Abgrenzung – Nachbarschaft – Interethnik. (Materialein 13 des IdGL Tübingen). S. 59-73.

2.     Berwanger, Nikolaus 1982: letschte hopsepolka - lyrische texte in banatschwäbischem dialekt. Bukarest: Kriterion Verlag.

3.     Binder, Friedrich 1997: Buchbeschreibung "Ein Volk an der Donau" – Gespräche und Kommentare. In: Geschichte, Gegenwart und Kultur der Donauschwaben. Heft 8. Sindelfingen: Landsmannschaft der Donauschwaben. Bundesverband, S. 62-68.

4.     Brednich, Rolf Wilhelm/Schmitt, Heinz (Hrsg, 1997): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. Münster/New York/München/Berlin: Waxmann.

5.     Diplich, Hans 1975: Essay. Beiträge zur Kulturgeschichte der Donauschwaben. Homburg/Saar: Verlag Ermer KG.

6.     Diplich, Hans/Karasek, Alfred 1952: Donauschwäbische Sagen, Märchen und Legenden. München: Verlag Christ unterwegs.

7.     (EWbU) Etymologisches Wörterbuch des Ungarischen. 3 Bände. 1. Bd. 1993, 2. Bd. 1994, 3. Registerband 1997. Budapest: Akadémiai kiadó.

8.     Flassak, Katharina Elisabeth 1994: Fegefeuer Balkan. Weg eines donauschwäbischen Kindes. Sersheim: Oswald Hartmann Verlag.

9.     Gehl, Hans 1973: Besonderes und Neues auf der Kerweih. In: Hans Gehl: Heide und Hecke. Beiträge zur der Banater Schwaben. Temeswar: Facla Verlag, S. 188-193.

10.  Gehl, Hans 1989: Kirchweih bei den Donauschwaben. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde, Bd. 32, Marburg S.1-79.

11.  Gehl, Hans 2003: Donauschwäbische Lebensformen an der Mittleren Donau. Interethnisches Zusammenleben und Perspektiven. (Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde Bd. 85). Marburg.

12.  Habenicht, Gottfried 1996: Leid im Lied, Südost- und ostdeutsche Lagerlieder und Lieder von Flucht, Verteibung und Verschleppung. Hrsg. Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde, Freiburg.

13.  Jaworski, Rudolf/ Kusber, Jan/, Steindorff, Ludwig (Hrsg 2003): Gedächtnisorte in Osteuropa. Vergangenheiten auf dem Prüfstand. (Kieler Werkstücke Reihe F: Beiträge zur osteuropäischen Geschichte, Bd. 6), Frankfurt am Main: Peter Lang.

14.  Konschitzky, Walther 2002: Hausformen und Fassadendekor im Banat. Ethnospezifische Unterschiede und regionale Gemeinsamkeit. In: Hans Gehl (Hg.) Regionale Volkskulturen in Ostmitteleuropa. Abgrenzung – Nachbarschaft – Interethnik. (Materialein 13 des IdGL Tübingen). S. 75-94.

15.  Lauer, Heinrich 1987: Kleiner Schwab – großer Krieg. Innsbruck: Wort und Welt Verlag.

16.  Lay, Heinrich 1974: Kerweitraditionen im Banat. In: Forschungen zur Volks- und Landeskunde. Bd. 17/1, Bukarest.

17.  Müller-Guttenbrunn, Adam 1973: Der kleine Schwab. Abenteuer eines Knaben. Bukarest: Kriterion.

18.  Müller-Guttenbrunn, Adam 1978: Micul ºvab. Timiºoara: Editura Facla. (Übersetzung von Erwin Lessl und Valentina Dima).

19.  Niedermüller, Peter 1997: Politik, Kultur und Vergangenheit. Nationale Symbole und politischer Wandel in Osteuropa. In: Brednich/Schmitt 1997, S. 113-122.

20.  Retterath, Hans-Werner 1999: Heimatverlust im Spiegel musealer Darstellung: Die 'Heimatstube Liebling' in Willstätt-Legelshurst. In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Bd. 42, S.146-173.

21.  Sârbu, Nicolae 2003: De o sutã de ori Banat. Patima ºi pãtimirile unui publicist în pustie. (Hundert Mal Banat. Leidenschaft und Leiden eines Schriftstellers in der Einöde). Deva: Cãlãuza.

22.  Schurr, Philipp Peter 1986: Das Leben ist ein Würfelspiel. Die Erlebnisse eines Donauschwaben. Stuttgart.

23.  Stefanoviæ, Nenad 1997: Jedan svet na Dunavu – Razgovori i komentari (Ein Volk an der Donau – Gespräche und Kommentare) Beograd. Deutsche Ausgabe München: Donauschwäbische Kulturstiftung, 1999. Übersetzer Oskar Feldtänzer.

24.  Steindorff, Ludwig 2003: Schichten der Erinnerung. In: Jaworski/Kusber/Steindorff (Hrsg 2003) S. 157-182.

25.  Steuerwald, Karl 1988: Türkisch-deutsches Wörterbuch. Türkçe-almanca sözlük. Wiesbaden: Otto Harrassowitz.

26.  Streit, Karl/Zirenner, Josef 1969: Schwowische Gsätzle ausm Banat. Gedichte in Banater schwäbischer Mundart. Temesvar: Verlag des Hauses für Volkskunstschaffen.

27.  Streit, Karl/Zirenner, Josef [1970]: Schwowisches Volksbuch. Prosa und Stücke in Banater Schwäbischer Mundart. Hrsg. vom Verlag Neuer Weg und den Neuen Banater Zeitung, Temesvar.

28.  Wild, Katharina 1988: Deutsche Kirmesbräuche in Südungarn (II). In: Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen 7. Budapest, S. 53-80.

29.  Wildmann, Georg 1996: Etappen des Leidensweges der Donauschwaben. In: Geschichte, Gegenwart und Kultur der Donauschwaben. Heft 7. Sindelfingen: Landsmannschaft der Donauschwaben. Bundesverband, S. 150-163.

30.  Wildmann, Georg/Sonnleitner, Hans/Weber, Karl 1998: Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944-1948. München: Donauschwäbische Kulturstiftung, Arbeitskreis Dokumentation.

 


[1] Nach Jaworski/Kusber/Steindorff 2003, 9-14. (18 B 154)

[2] Brednich/Schmitt (Hrsg, 1997).

[3] Niedermüller 1997, 113, 117 f.

[4] Aus Streit/Zirenner 1969, S. 41 f.

[5] Flassak 1994, 101.

[6] Diplich 1975, 169-176.

[7] Diplich 1975, 68.

[8] Wildmann/Sonnleitner/Weber 1998, 313.

[9] Nach: Tonband 179-A im Tonarchiv des IdGL Tübingen, Laufwerk 29.00-30.30b.

[10] Wildmann 1996, 154 f.

[11] Flassak 1994, 138 f.

[12] Binder 1997, 62.

[13] Habenicht 1996, 179 f; vgl. auch 176-206.

[14] Habenicht 1996, 223.

[15] Nach: Tonband 129-A im Tonarchiv des IdGL Tübingen, Laufwerk 550-565.

[16] Schurr 1986, 90-92.

[17] Nmbn

[18] Diplich/Karasek 1952, S. 24.

[19] Vgl. Retterath 1999, 164-166.

[20] Diplich 1975, 209.

[21] Sârbu 2003, 142 f.

[22] Berwanger 1982, 85-93.

[23] Nach Diplich 1975: Barocke Formen des Bauernhauses in Südosteuropa. S. 30-35.

[24] Konschitzky, Walther: Sonnenrad und Lebensbaum. Banater Giebelhäuser und ihre Ornamentik. 47 Beiträge in "Neuer Weg" Bukarest, vom 7.07.1981 bis 12.03.1982.

[25] Konschitzky 2002, 84-90.

[26] Bãlu 2002, 66.

[27] Nach: Tonband 200-A im Tonarchiv des IdGL Tübingen, Laufwerk 26.30-27.30b.

[28] Vgl. dazu das Kapitel "Kirchweih" in Gehl 2003, 157-189.

[29] Vgl. Lay 1974, 101.

[30] Nach Tonband 261-A im Tonarchiv des IdGL in Tübingen.

[31] Vgl. Wild 1988, 76-79.

[32] Nach Gehl 1973, S. 188-190.

[33] Nach einer Mitteilung in Neuer Weg vom 5.10.1988, S. 4.

[34] In den Periodika: "Der Donauschwabe" neuerdings "Der Donauschwabe Mitteilungen" und "Donausachwaben-Zeitung), "Banater Post" und "Unsere Post" der Deutschen aus Ungarn.

[35] Steindorff 2003, 158-160.

 

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Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 13. u. 14. Jg., Heft 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005, S. 370-395

 

 

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