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ZU GAST IN BUKAREST
HUGO LOETSCHER - EINE EINFÜHRUNG
 


Jeroen Dewulf

 

   So wie St. Petersburg an der Newa, Lissabon am Tag oder Paris an der Seine liegt, so liegt Zürich an der Limmat. Allerdings, durch Zürich flieβt auch ein anderer Fluss: die Sihl. Und wo die Limmat für das offizielle, das ‚reiche’ Zürich steht, so liegen an der Sihl mehrheitlich Arbeiterviertel. Dort, nahe der Sihl, wurde am 22. Dezember 1929 Hugo Loetscher geboren. So wie sich, beim Zusammenfluss der beiden, das trübe Sihlwasser lange gegen das klare der Limmat wehrt, so hatte auch Loetscher als ‚Proletensohn’ sich im ‚reichen’ Zürich zu behaupten. Das Sihlviertel als Symbol für diejenigen, die ‚am Rande’ leben, diejenigen, die zwar dazugehören, aber doch nicht ganz, diesem Viertel ist Hugo Loetscher immer treu geblieben.

   Er studierte Sozialwissenschaften in Zürich und Paris und schloss sein Studium 1956 ab mit einer Dissertation über Den Philosophen vor der Politik. Für seinen ersten Roman, Abwässer (1963), wurde er mit dem Charles-Veillon-Literaturpreis ausgezeichnet. Mit dem überraschenden Thema dieses Werkes versuchte Loetscher deutlich zu machen, dass trotz aller Unterschiede in Reichtum und Status, alle Menschen in der Produktion von Dreck völlig gleich sind. Dies gilt um so mehr für ein Land wie die Schweiz, wo Sauberkeit fast zu einem Mythos geworden ist. Mit dem Geld des Preises hatte Loetscher die Möglichkeit, ein Jahr lang im Ausland zu leben. Er wählte dazu Portugal. Sein kritischer TV-Film Ach, Herr Salazar (1965) über die portugiesische Diktatur machte es ihm aber unmöglich, sich weiterhin dort aufzuhalten, wobei die Weigerung von Seiten des Schweizer Fernsehens, den Film – aus politischen Gründen – nicht zu senden, im eigenen Land zu einem Skandal führte.

   Sein nächster Roman, Die Kranzflechterin (1964), handelt von einer Frau, die, genauso wie Loetschers Groβmutter, aus Süddeutschland in die Schweiz kommt und dort, alleine, ihre Tochter groβziehen muss. Erst viel später wurde dieses Werk neuentdeckt als eines der ersten Beispiele der Frauenemanzipation in der deutschsprachigen Literatur.

   1967 erschien Noah, ein ironisches Werk über die Probleme, die sich Noah auf den Hals lädt, als er den Entscheid trifft, von allen Tieren der Welt wenigstens ein Paar für die Arche zu retten, so dass er am Ende einsehen muss, dass die Sintflut seine letzte Hoffnung geworden ist.

   Seine Edition der Predigt des heiligen Antonius an die Fische (1966), einer Übersetzung des Meisterwerkes vom portugiesischen Jesuiten António Vieira, setzte Loetscher wieder in Kontakt mit der sogenannten ‚portugiesischsprachigen Welt’. Da er allerdings nicht mehr nach Portugal reisen konnte, entschloss er sich dazu, in Brasilien als Journalist zu arbeiten, und machte daneben Reisen durch Asien auf der Suche nach Reste des ehemaligen portugiesischen Imperiums. Über Brasilien lernte er auch die meisten anderen lateinamerikanischen Länder kennen und wurde so in der deutschsprachigen Presse allmählich zu einem Experten auf dem Gebiet der lateinamerikanischen Politik und Kultur. So entstand auch seine Reportage und Analyse über Cuba: Zehn Jahre Fidel Castro (1969).

   Diese und andere Erfahrungen verarbeitete er später in seinem berühmtesten Werk Der Immune (1975), einem der ersten postmodernen Romane der deutschsprachigen Literatur. Es handelt sich um einen autobiographischen Roman, in dem der Autor allerdings nicht das Thema ist, sondern lediglich die Hauptfigur und dies in der Gestalt des Immunen. Dieser Immune möchte gerne „in alle Richtungen gehen und aus allen Richtungen zurückkehren, bis jeder fremde Ort ein vertrauter wurde, jeder vertraute sich einem fremden anglich und es keinen Unterschied mehr gab zwischen vertraut und unvertraut“, aber hierzu muss er sich immunisieren, denn : „Hätte er voll und ganz mitempfunden an dem, was an einem einzigen Tag auf dieser Welt geschah, er hätte am Abend an seinen Gefühlen sterben müssen“. Es ist auch das Werk, in dem Loetschers bekannteste Geschichte erschienen ist: die Entdeckung der Schweiz. In Kolumbien hatte ihn ein Mädchen gefragt, wer denn sein Land entdeckt hatte, und je mehr er sich überlegte, umso verlegener wurde er über diese typisch amerikanische Frage. Bis bei ihm der Verdacht aufstieg, dass sein Land vielleicht noch gar nicht entdeckt worden war. Daraufhin entschied er sich dazu, sein eigenes Land literarisch entdecken zu lassen, und zwar von einer Gruppe Indios, die mit ihrem Boot den Rhein hinauffahren und so die heutige Schweiz aus ihrer Perspektive beschreiben. Mit Den Papieren des Immunen erschien 1986 eine Fortsetzung der Immunen-Thematik.

   Brasilien bedeutete für Loetscher auch die Begegnung mit Fatima, einem Mädchen, das im armen Nordosten das Opfer sozialer Ungerechtigkeit geworden war und von dessen Beerdigung er zufälligerweise Zeuge geworden war. Da Fatima in einem Alter gestorben war, wo sie noch zu jung war, als das sie hätte sündigen können, wurde sie nach lokaler Tradition als ein Engelchen betrachtet, das seinem Platz im Himmel sicher war. Für dieses Engelchen schrieb Loetscher ein Buch, Wunderwelt (1979), in dem er als Ausländer Fatima über ihre eigene Region – den brasilianischen Nordosten – erzählt.

   Den Winter 1979/80 verbrachte Loetscher in Los Angeles, wo er seinen 50. Geburtstag feierte. Dort schrieb er seinen Roman Herbst in der groβen Orange (1982), ein Werk über Südkalifornien und über die Herbstzeit eines Menschenlebens.

   Mit Die Fliege und die Suppe (1989) machte sich Loetscher an eine Thematik heran, bei der es nicht leicht ist, originell zu sein: Fabeln. Dennoch gelang es ihm, neue Fabeln zu schreiben, indem er zwar die Tiere mit dem Menschen in Verbindung setzte, aber dies ohne ihnen dafür einen menschlichen Charakter zu erteilen. Tiergeschichten aus der ganzen Welt brachte Hugo Loetscher 1992 in seinem enzyklopädisch-literarischen Werk Der predigende Hahn zusammen.

   1995 erschien Saison, ein Roman, in dem wieder der erzählende Aspekt vorherrscht, wie damals in seinen früheren Werken aus den 60er Jahren. Es ist die Geschichte Philipps, der gerade zwanzig geworden ist und die Schule verlassen hat. Philipp arbeitet eine Saison als Bademeister in einer Badeanstalt und diese kleine Welt der Badeanstalt dient als Vorspiel für Philipps groβen Schritt in die Welt, in der er sich nach der Sommersaison alleine durchzuschlagen hat.

   Loetschers letzter Roman, Die Augen des Mandarin (1999), wird allgemein als eine Fortsetzung der Immunen-Romane betrachtet. Auch diesmal handelt es sich um ein Werk mit einer deutlich autobiographischen Basis, in dem Geschichten aus der ganzen Welt und aus den verschiedensten Epochen erzählt werden. Der Roman fängt an mit der Frage eines chinesischen Mandarin, der zum ersten Mal einem Europäer begegnet: „Kann man auch mit blauen Augen sehen ?“ Über die Begegnung von Kulturen und die immer rascher werdende Kulturverschmelzung geht das Gespräch zwischen den beiden Hauptfiguren: einem Schweizer und einem Chinesen. Im Vergleich zum Immunen ist dieses Werk jedoch viel radikaler, da die Kulturen nicht mehr nebeneinander, sondern durcheinander erscheinen. Man könnte es als eine Art ‚literarische Mulattisierung’ betrachten, das heiβt, als ein Werk, in dem versucht wird, der Kulturmischung der heutigen Welt gleichzukommen. Es ist auch ein Buch, in dem Überlegungen angestellt werden über das neue Jahrhundert, das Internet-Jahrhundert, wo alle Grenzen verschwinden und wo Multikulturalität nicht mehr die Ausnahme, sondern die allgemeine Regel wird.

   2002 erschien Der Buckel, ein Sammelband mit Erzählungen, die alle direkt oder indirekt auf das Thema des Buckels hindeuten. Im Zentrum steht derjenige, den man sonst ausweicht oder mit Gottes Hilfe ändern will: den lädierten Menschen, den Ausgestoβenen. Loetschers Bucklige jedoch fliehen vor dem heilenden Wunder. Präsentiert werden eine Reihe von Erzählungen, wobei die Verletzlichkeit des Menschen zu Literatur geworden ist.

   In Lesen statt klettern (2003) setzte sich Loetscher mit der Literatur der Schweiz auseinander. Entgegen einer Tradition, die den Einstieg in die Schweizer Literatur mit den Alpengedichten Albrecht von Hallers monopolisiert hat, fängt Loetscher provokativ mit der Autobiographie Thomas Platters an, eines Walliser Geiβbubs, der die Bergwelt verlieβ und sich zur Stadt bekannte. Aber nicht nur wegen dieses unorthodoxen Einstiegs und herausfordernden Titels löste das Werk eine Polemik aus, auch seine persönliche Auseinandersetzung mit Max Frisch, Adolf Muschg und Friedrich Dürrenmatt lieβ viel Staub aufwirbeln.

   2004 überraschte Loetscher mit einem Lyrikband, denn nie vorher hatte er Gedichte publiziert. In Es war einmal die Welt legt sich Loetscher nicht auf eine einzige lyrische Sprache fest, sondern tastet die Möglichkeiten des Dichtens ab. Es ist die poetische Bilanz eines Autors, der seine Poesie als „in Grammatik gebrachte Gefühle“ bezeichnet, die Fledermaus seine „Vogel der Liebe“ nennt und sich zu einem Leben mit „Luftwurzeln“ bekannt.

   Diese Werke ziehen Bilanz von dem, was Hugo Loetscher in dieser Welt siebzig Jahre lang mit seinen blaugrünen Augen gesehen und gelesen hat. Eine Bilanz auch, von jemand, der im Immunen im Kapitel „Der Brief an die Schwester“ über das Ziel seines Lebens schrieb. Während sie die Ausbildung ihrer Kinder zu ihrem Ziel gemacht hatte, hat er ein Leben lang über eine Welt geschrieben, die nicht in Ordnung ist. Warum er dies tat, sagt er folgenderweise: „Für einen anderen Kampf als den mit der Schreibmaschine bin ich nicht geeignet. Deine Zukunft läuft und streitet und plärrt, und meine ist nicht aus Fleisch, sondern aus Papier, und ich glaube an Papier.“

 

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