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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 6. Jg., 1-2 (11-12) / 1997, S. 182-190

 



III. Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien

 

DER LITERATURWISSENSCHAFTLER KARL KURT KLEIN IN EINER GEPLANTEN

BIBLIOGRAPHIE DER DEUTSCHEN LITERATUR IN RUMÄNIEN

Helmut Kelp


“Wer nicht an die Zukunft denkt, wird keine Zukunft haben”, ein Slogan, dem man in Deutschland nicht mehr aus dem Wege gehen kann. Angewandt wird er u.a. für die Rentenversorgung der heutigen Jugend, die nun selbst für ihre Renten in den Jahren 2025-2050 Sorge zu tragen haben. Damit sind wir am Schnittpunkt des Jahrhunderts, bzw. des Jahrtausends, der sich tatsächlich mit Riesenschritten nähert, und man bekommt immer mehr den Eindruck, es ist eine Zeit, wo keine falschen Entscheidungen mehr getroffen werden dürften. Jetzt, am Ende des zweiten Jahrtausends, in der Geschichte der Menschheit, sollte man sich tatsächlich intensiver als bisher fragen, was bringt uns die Zukunft?

Jeder Einzelne tut dies auf dem Gebiet, das ihm am nächsten liegt. In erster Linie ist es für alle primär - die materielle Grundlage. Aber wie sieht es auf dem Gebiet der geistigen Errungenschaften aus? Über die Zukunft des Buches wird auf Buchmessen viel debattiert. Der Industriezweig der Medien hat dem Buch einen nahen Tod prophezeit, doch ist es schwer denkbar, daß die Leser des nächsten Jahrhunderts mit einem Laptop ins Bett gehen werden, um zu lesen. Dem Börsenblatt kann man entnehmen, daß im letzten Jahrzehnt die Bücherproduktion weltweit um eine Milliarde gestiegen ist. Wie man sieht, nimmt die Produktion der Bücher gigantische Ausmaße an. Eine Welt, die sich das in einem Dezenium leisten kann, hat ein bis jetzt unerreichtes hohes geistiges Niveau erlangt und besitzt eine Leserschaft, die nach wie vor nach Büchern greift. Wer sich allerdings als Beobachter eines kleinen Teils dieses enormen Ausmaßes an Büchern beschäftigt, kommt zu nichts anderem mehr, wobei auch der Gutwilligste keinen Durchblick mehr haben kann.

Die Deutschen in Rumänien und die Deutschen aus Rumänien in Deutschland haben sicher den geringsten Anteil an dieser Buchproduktion. Es geht uns aber nicht um Anteile, sondern vielmehr darum, daß wir wahrgenommen werden möchten, bzw. daß unsere Bücher die Leser erreichen.

Durch die Geschichte des deutschen Volkes in Rumänien sind neue Aufgaben an uns heran getragen worden. Was uns bleibt, ist die Erinnerung und die Geschichte, sofern nicht auch sie in Vergessenheit gerät. Diesem Desiderat sollten unsere Autoren entgegenwirken, was gottlob auch getan wird. In Deutschland werden von deutschen Autoren aus Rumänien Bücher geschrieben, die die Erinnerung wachhalten sollen. Es werden Heimatbücher veröffentlicht, um auch auf lokaler Ebene die Erinnerung zu bewahren.

Wovor soll uns diese Erinnerung schützen? Sind wir nur in Deutschland, weil uns das Schicksal hierher verschlagen hat? Soll uns die Erinnerung an die alte Heimat vor dem Schmelztiegel Deutschland bewahren? Wollen wir auch im Jahr 2050 in Deutschland, als Deutsche aus Rumänien bezeichnet werden?

Vor einem halben Jahrhundert ging der zweite Weltkrieg zu Ende, dem man den Exodus von 12-15 Millionen Deutschen aus dem Osten verdankte. Diese sind im Tiegel der einstigen deutschen Staaten so zerschmolzen, daß der dritten Generation dieser einst Vertriebenen nur noch die Erinnerung bleibt, daß die Großeltern oder Eltern ihre Heimat verlassen mußten. Warum soll es uns anders ergehen, die wir erst jetzt kommen oder gekommen sind.
Die Geschichtsschreibung, die Landeskunde und nicht zuletzt die schöngeistige Literatur werden der Träger unserer Kulturgeschichte bleiben. Es wird an der heutigen älteren Generation liegen, Errungenschaften auf diesen Gebieten des 19. Jahrhunderts ins neue Jahrhundert, bzw. Jahrtausend hinüber zu bringen.

Diese Absicht wird es auch gewesen sein, die 1868 Joseph Trausch dazu bewogen haben mag, ein Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen herauszugeben. Das Werk kam 1902 mit dem IV. Band zum Abschluß. Nach mehr als 90 Jahren ist 1995 der V. Band dieses Werkes erschienen, her-ausgegeben von Hermann A. Hienz unter dem Namen Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen. Bio-Bibliographisches Handbuch für Wissenschaft, Dichtung und Publizistik. Hienz konnte glücklicherweise auf das Archiv seines Vaters zurückgreifen. Er betont im Vorwort des V. Bandes, das die Schwierigkeiten, die man schon heute hat, um auf Quellen zurückzugreifen, und daß diese auch in Zukunft immer schwerer aufzufinden sein werden. Der V. Band enthält Autoren, die bis zum Geburtsjahr 1915 geboren wurden und eben nur die Buchstaben A - C. Der angekündigte VI. Band wird Autoren der gleichen Zeitspanne enthalten mit den Buchstaben D - G. Schleppend wird man auf weitere Bände warten müssen, da es ein “Ein-Mann-Werk” ist, bis der Buchstabe Z erreicht sein wird.

Für das Banater Deutschtum liegt seit 1992 das enzyklopädisch ausgerichtete Werk Biographisches Lexikon des Banater Deutschtums von Anton Peter Petri vor.

Vor dem heutigen Forum erübrigt es sich sicher, auf den Fachbegriff “Bibliographie” einzugehen. Trotzdem möchte ich einige Aspekte kurz erwähnen. Objekte der literarischen Bibliographie bilden literarische Dokumente, eine breite Palette also von dichterischen Gattungen. Eine Bibliographie hat u.a. die Funktion einer Literaturinformation, d.h. sie vermittelt dem Leser die Mitteilung, daß ein literarisches Dokument existiert. Solche bibliographischen Mitteilungen nimmt man auch unbewußt oder ungewollt beim Zeitunglesen oder Schmökern in Fachzeitschriften zur Kenntnis. Ist man aber auf der Suche nach einem speziellen Thema, muß man schon gezielt suchen.

Wir kennen zahlreiche Literatur-Informationsquellen, von der mündlichen bis zu den Literatur beschreibenden (bibliographischen) Informationsmitteln. Beide haben die Funktion, literarische Dokumente nachzuweisen, ohne den Standortnachweis zu erbringen. Uns Germanisten dürften die Nationalbibliographien Rumäniens, Deutschlands, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz geläufig sein.

Meine eigenen bibliographischen Vorhaben sind im Vergleich zu den genannten Nachschlagewerken anders strukturiert. Ich gehe davon aus, daß die bibliographischen Informationen gezielt und aktuell sein müssen. Die Bereiche Transsylvanica versucht Hermann A. Hienz vollständig zu erfassen, Banatica (Anton Scherer und Anton Peter Petri), Bukowiniensia (Erich Beck) und Bukarestensia, (Bukarests deutsche Autoren) sind mittlerweile so sehr umfassend, daß eine akzeptable Lösung nur die Fachbibliographie sein kann. Der erste Versuch dieses Großvorhabens liegt seit 1990 vor. Die Germanistische Linguistik in Rumänien 1945-1985, 1990 in München erschienen, soll für den Zeitraum “Von den Anfängen bis 1944” ergänzt werden.

Das Umsteigen zu Fachbibliographien ergab sich aus der Praxis. Die vier regionalen Bereiche des Deutschtums in Rumänien können in unserer Zeit bibliographisch nur nach Fachbibliographien erfaßt werden, da ihre bibliographische Darstellung als Ganzes Ausmaße erreichen würde, die man in ein Buch nicht mehr unterbringen kann. Deshalb plädiere ich für eine fachliche Auffächerung in zumindest 4-5 Fachbereiche (Linguistik, Dichtung, Volks- und Landeskunde, Kunst, Ortschaften u.a.) Die Erfassung der Quellen sollte global vorgenommen werden, da die meisten Quellen, besonders der Sekundärliteratur, global ausgerichtet sind. Die Zuteilung auf die be-treffenden Fachgebiete erfolgt dann beim Digitalisieren des Materials.

Die während der Sammeltätigkeit gewonnene Erfahrung, hat gelehrt, daß es einen gemeinsamen roten Faden gibt, der durch alle Fächer führt und der der Aufgliederung eine mehr oder weniger leicht erfaßbare Möglichkeit bietet.
Auf die Disziplin “Deutsche Dichtung in Rumänien” bezogen, bedeutet dieser genannte rote Faden, daß diese Dichtung im gleichen Großraum entstand - also auf den Raum Österreich - Ungarn bis 1919 und Rumäniens nach 1920.

Die Zuordnung der Autoren geschieht nach ihrem Geburtsort, wenn sie auch oft zu anderen Regionen Verbindungen haben bzw. hatten. Eine Bibliographie bietet keine ausführlichen Lebensläufe der behandelten Autoren, sondern nur in Stichworten. Die Praxis hat bewiesen, daß eine direkte Mitarbeit der behandelten und aufgenommenen Autoren von sehr großem Nutzen ist und oft Lücken schließt.

Trotz allem Bemühen kann eine Bibliographie nie als abgeschlossen betrachtet werden und schon gar nicht komplett sein! Die Gestaltung der von mir geplanten Bibliographie der Deutschen Dichtung in Rumänien könnte folgendermaßen aussehen:

Ich unterteile das Material in drei Abteilungen, die wiederum in mehrere Bände unterteilt werden.

I. Abteilung: Deutsche Originalwerke Rumäniens (z.B. Meschendörfer für Siebenbürgen, Alscher für das Banat, Margul-Sperber für die Bukowina und Cisek für Bukarest)

II. Abteilung: Originalwerke Deutschlands, Österreichs und der deutschen Schweiz in Rumänien erschienen (z.B. Goethe, Grillparzer, Keller)

III. Abteilung: Übersetzungen ins Rumänische der I. und II. Abteilung und rumänische Autoren in deutscher Sprache.

 

Bände zur I. Abteilung:

1. Band: Die Literatur der Siebenbürger Deutschen (Von den Anfängen bis zur Gegenwart) Eine Variante hierzu könnte sein, die III. Abteilung aufzugeben und die Übersetzungen den jeweiligen Autoren chronologisch zuzuordnen.

2. Band: Die Literatur der Banater Deutschen (Von den Anfängen bis zur Gegenwart). Auch hierbei ist die Variante mit Einbeziehung der Übersetzungen möglich.

3. Band: Die deutschsprachige Literatur der Bukowina.(Von den Anfängen bis zur Gegenwart). Variante mit Einbeziehung der Übersetzungen.

4. Band: Deutsche Literatur Bukarester Autoren, Bessarabiens, der Dobrudscha und des übrigen Altreichs.

Bände zur II. Abteilung:

5. Band: Originalwerke Deutschlands, Österreichs und der Deutschen Schweiz in Rumänien in deutscher Sprache herausgegeben. Variante: Mit der rumänischen Übersetzung.

Bände zur III. Abteilung:

6. Band: Rumänische Autoren in deutscher Sprache, in Rumänien und Deutschland erschienen. Hierbei kämen die Übersetzer besonders zur Geltung.

Im Falle des nicht völligen Aufhebens der III. Abteilung kämen noch folgende Bände in Frage:

7. Band: Deutsche Autoren Rumäniens in rumänischer Übersetzung (Meschendörfer, Alscher, Margul-Sperber, Cisek)

8. Band: Autoren Deutschlands, Österreichs und der deutschen Schweiz in rumänischer Übersetzung.

Die oben angeführten Varianten könnten noch ergänzt werden; ausschlaggebend wird die Stärke der Bände sein. Wenn man bedenkt, daß Autoren, wie z.B. Karl Kurt Klein allein auf dem Gebiet der Deutschen Dichtung zwischen 420 - 430 Titel bietet, kann man sich gut vorstellen, welche Ausmaße der Band 1 Siebenbürgen haben wird. Zu erwägen wären z.B. Ergänzungsbände für einzelne Autoren wie Bergel, Pastior oder Zillich.

Wünschenswert wäre es, wenn zu meinem Vorhaben mündliche oder schriftliche Gutachten erstellt werden könnten, von Autoren, die eigene Erfahrungen auf dem Gebiet haben.

Ich werde oft gefragt, wie viele Autoren ich bringen werde. Eine Aufzählung habe ich noch nicht vorgenommen, schätzungsweise werden es mehrere Tausend sein, wenn die rumänischen Autoren dazugezählt werden.
Die Vielseitigkeit der einzelnen Autoren bringt insoweit Schwierigkeiten mit sich, weil sie einer klaren Übersicht entgegenwirken. Die Dokumentation von Ereignissen, die oft nur am Rande einer Schriftsteller Karriere von Bedeutung waren, sollten mit einbezogen werden. Als Jemand, der oft “dabei war”, fehlt mir als Bibliograph die “subjektive” Voreingenommenheit nicht. Ganz zu schweigen die Tatsache, mit zahlreichen Autoren bekannt zu sein, bzw. sie persönlich zu kennen.

Die III. Abteilung mit den Bänden 6, 7, 8, wären separat technisch leichter durchführbar auf einem PC mit den rumänischen diakritischen Zeichen. Dazu käme dann die Entlastung der Bände 1 - 5 von den rumänischen Titeln und die Möglichkeit, die Bände in handlicher Form zu halten. Zudem könnten Band 6, 7, 8 einem rumänischen Verlag zur Veröffentlichung angeboten werden.

Der Aufbau eines Autorenkapitels wird im Prinzip Folgendes enthalten: Name des Autors und Stichwortartig seine Biographie. Das Werk (Primärliteratur) Lyrik, Prosa, Dramatik und dazu die jeweiligen Rezensionen. Wenn, dann enthalten in Anthologien und Lehrbüchern, Studien (Essayistik), Briefen, Tagebüchern, Vor- und Nachworten, als Herausgeber, Filme, Features, Lesungen, als Übersetzer (zusammen mit...) aus dem Rumänischen, aus anderen Sprachen der Weltliteratur und Nachlässe.

Literatur (Sekundärliteratur) Bio- und Bibliographien, der Autor in Literaturgeschichten, Lexikas, Preise, Dissertationen über den Autor, Diplom arbeiten über..., Studien zum Autor, Pseudonyme des Autors u.a.
Beabsichtigt wird die philologische Leistung jedes einzelnen Autors zum Ausdruck zu bringen.

Die Frage einer Begrenzung der Dichtung in Richtung Journalistik beantworte ich damit, daß ich die wichtigsten Reportagen mit aufnehme. Hiermit kommen auch Feuilletonredakteure von Lokalzeitungen in den Kreis der aufgenommenen Autoren, was für Siebenbürgen, dem Banat und der Bukowina nicht unbedeutend sein dürfte.
Durch die Aufnahme der Sekundärliteratur leisten wir einen Beitrag zur Rezeption des Gesamtwerkes. Wenn ein Werk eines Autors in mehreren Periodika rezensiert wird, ist es für mich ein Beweis der Breitenwirkung. So gesehen legt die Bibliographie ei-nen Grundstein für eine Rezeptionsgeschichte der Deutschen Dichtung in Rumänien. Die von mir geplante Bibliographie mit diesem Umfang könnte auch als Grundlage zur Erarbeitung einer Soziologie der Deutschen Dichtungen Rumänien dienen.

Ich veranschauliche nun mein Konzept mit dem Beispiel des Autors Karl Kurt Klein. Bis jetzt besteht seine Bibliographie zum literarischen Werk aus etwa 420 bibliographischen Beiträgen. Zur Veranschaulichung greife ich das Jahrzehnt 1941 - 1950 heraus, da K.K. Klein aus verständlichen Gründen in diesem Jahrzehnt wenig Literarisches veröffentlichte:

1941
- Universitätsprofessor Richard Huß +
In: Siebbg.-Dt.Tgbl. vom 20. Februar 1941
- Der gesamtdeutsche Gedanke in der deutschen Dichtung des 20. Jahrhunderts
In: Von deutscher Art in Sprache und Dichtung. Hrsg. von Gerhard Fricke, Franz Koch und Klemens Lugowsky, Stuttgart und Berlin 1941, Bd. 4, S. 315-366.
- Nikolaus Lenau
In: Sodt. Rundschau, Budapest 1941, S. 401-422

1942
- Ein Briefwechsel mit Karl Bleibtreu (1859 -1928) über die Verfasserschaft des Romans “Ein Freiheitskampf in Siebenbürgen”.
In: Deutsche Forschungen in Ungarn, 1942, S. 360-369.

1943 - Die richtige Datierung der Honterusbriefe an Sebastian Münster
In: Omagiu lui Ioan Lupa[ la împlinirea vârstei de 60 de ani, August 1940 (Festschrift zum 60. Geburtstag von Ioan Lupaº im August 1940). Bukarest 1943, S. 420-435.
- Richard Huß. Lebensbild. Budapest. Budapest 1943. 220 S.
- Deutscher Transsylvanismus.
In: Sodt.Rundschau, Budapest, 1943, Februarnummer, 27 S. Nachdruck in : Deutsche Zeitung, Klausenburg 1943, Nr. 540.

1946 - Dichtung und Frömmigkeit.
In: Furche, Wien vom 7. Dezember 1946

1947 - Arbeitssklaverei (G. Hauptmann)
In: Furche, Wien vom 8. März 1947

1949 - Goethejahr 1949.
In: Furche, Wien vom 22. März 1947
- Deutsche Altertumskunde. Erste Hälfte. Vorlesung WS 1948/1949 an der Universität Innsbruck. Innsbruck, Jänner 1949, 95 S.
- Literaturgeschichte der Mittelhochdeutschen Blütezeit I./Band/. Vorlesung im SS 1949 an der Universität Innsbruck. Innsbruck April 1949. 87 S.
- Siebenbürgisch-Sächsische Dichtung.
In: Heimat im Herzen. Salzburg 1949, S. 271-299

1950 - Literaturgeschichte der Mittelhochdeutschen Blütezeit. II. /Band/. Vorlesung im WS 1949/50 an der Universität Innsbruck. Innsbruck, Januar 1950. 79 S.

Aus diesem Jahrzehnt des Schaffens von K.K. Klein ergeben sich einige Querverbindungen zur einheimischen Dichtung (R. Huß, Honterus, Lenau) und zur Dichtung aus Deutschland (Karl Bleibtreu, Goethe, G. Hauptmann, Sebastian Münster, sowie zur Literaturgeschichte der Mittelhochdeutschen Blütezeit). Die deutschen Autoren dieser Aufzählung werden in dem Band 5 einzeln wieder verzeichnet. Lenau wird in den Banater Band und Honterus, Huß im Band Siebenbürgen werden neu aufgenommen. Bei zahlreichen Arbeiten K.K. Kleins gibt es diese Querverbindungen reichlich zu Banater, Bukowiner und vor allem zu rumänischen Autoren, die dann in den jeweiligen Bänden wieder auftreten. Auf diese Weise werden die Verweise ausgeschaltet, die ohnehin bei einem mehrbändigen Nachschlagewerk lästig sind.

Während meiner Bukarester Zeit begann ich die Sammeltätigkeit und Titelaufnahme etwa ab 1966 bis 1984 mit Hilfe von Karteikarten. Erst in Deutschland konnten technische Mittel eingesetzt werden, wobei ein Fortschreiten erst jetzt zusehends sichtbar wird. Heute sind große Teile der Bibliographie auf dem Weg der Digitalisierung, so daß der Abschluß immer näher rückt. Die aufregendste und noch nicht beantwortete Frage ist z.Z. das Finden eines Verlages.

Bei der Siglenbenützung gehe ich etwa die gleichen Wege wie das Deutsche Biographische Lexikon, das Quellenlexikon zur deutschen Literaturgeschichte von Heiner Schmidt, seit 1994, das Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen von H. A. Hienz und das Biographische Lexikon des Banater Deutschtums von A. P. Petri, die alle bei Sammelwerken nur die Herausgeber angeben. Nicht anwendbar für unseren Bereich sind das Lexikon der Abkürzungen von H. Koblischke, 1994 und das Handbuch der Abkürzungen, München (bis jetzt, 1995, 7 Bände A - L), da siebenbürgische u.a. Siglen nicht aufgenommen wurden.

Das oberste Gesetzt einer Bibliographie ist das schnelle Auffinden und die Raumeinsparung. Deshalb kam ich zu der Überlegung, die Quellen, wie z.B. der Neue Weg, die Neue Banater Zeitung, die Karpatenrundschau und die Neue Literatur abzukürzen, obwohl die oben genannten Lexikas das nicht tun. Bedenkt man aber, daß die Neue Literatur, wie auch alle anderen Periodika, zigtausendmal ausgeschrieben werden müßten, würde das allein Seiten füllen, wobei der eingeweihte Leser und Benützer ohnehin mit diesen Siglen vertraut ist.

Im allgemeinen wird eine ernsthafte Sammeltätigkeit dadurch erschwert, daß Periodika oft ohne Inhaltsangabe erscheinen oder nur mit fragmentarischen Inhaltsangaben “Aus dem Inhalt” vermerkt sind, wie bei Volk und Kultur oder beim Neuen Weg-Kalender. In solchen Fällen muß das Heft durchgeblättert werden und eine mit Seitenangabe genaue Inhaltsangabe erstellt werden. Im Großen und Ganzen ist aber die Struktur der Zeitschriften so gestaltet, daß die Auswertung Freude bereitet. Schwierig sind auch die Erschließung von Autoren bei ungezeichneten Arbeiten, wie das oft in letzter Zeit bei der Banatica der Fall ist.

Bei Zeitungen, die ja bekanntlich keine Inhaltsangabe haben, ist die Titelaufnahme mit dem Laptop relativ leicht. Bei den überregionalen deutschen Zeitungen (FAZ, Frankfurter Rundschau, Die Zeit, Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Focus u.a.) gehe ich den schwierigen Weg der Zeitungsausschnitte oder Sonderdruckanfertigung und dann erst die Titelaufnahme. Zeitungsausschnitte müssen neu gesetzt werden, um kopiergerechte Vorlagen zu schaffen. Dazu braucht man Zeit und Muße, die man lieber mit dem Lesen des Artikels verwenden sollte.

Karl Kurt Klein gehörte der Kriegsgeneration des Ersten Weltkrieges an. Für ihn war das Kriegsende auch der Einstieg in den Beruf, es begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Er war sich dessen bewußt, daß es auch ein neuer historischer Abschnitt war. Siebenbürgen wurde Rumänien zugeteilt, dadurch entstand “Großrumänien”. K.K. Klein brachte diesem Staat und Volk eine Sympathie entgegen, die man nicht unbedingt von ihm erwartete. Diese Haltung zu Staat und Volk spiegelt sich auch in seinen Anfangsarbeiten wieder und sollte nimmer versiegen. K.K. Klein ging alle Probleme global an. Es beschäftigten ihn Fragen der Minderheitenpolitik, wie z.B. des Sathmarer Deutschtums, der Dobrutschadeutschen, der Bessarabiendeutschen und der evangelischen Kirche in Jassy. Man kann nicht sagen, daß die siebenbürgischen Gegebenheiten für ihn primär gewesen sind, da sein Werk die globale, vielseitige Sachlage in seiner Heimat beschäftigt und widerspiegelt. Rumänische und ungarische Belange lagen ihm genau so am Herzen, wie die eigenen Siebenbürgisch-Sächsischen oder die der Banater Deutschen. Ist es ein Zufall, daß seine ersten literarischen Studien die banatdeutsche Literatur und Adam Müller-Guttenbrunn behandeln?
Das kometenhafte Aufsteigen K.K. Kleins dauerte genau ein halbes Jahrhundert (1921-1971) und der Schweif dieses Kometen reicht bis in die heutigen Tage. Im Zeitalter des “Hale-Bopp” kann man es so sagen. War das Jahr 1989 für Rumänien nicht auch ein neuer Anfang? Treten in das Blickfeld der heutigen Politiker und Kulturschaffenden nicht die gleichen Fragen auf, die K.K. Klein so sehr beschäftigten? Wir nannten sie oben, wiederholen sie aber gern, da viele von ihnen heute noch nicht gelöst sind: Fragen der Minderheitenpolitik, Fragen, die Bessarabien, die Bukowina, Siebenbürgen und das Banat betreffen.

Vergleichsweise zum damaligen “Großrumänien” sehe ich heute die Bemühungen Rumäniens darin, näher an Europa zu rücken. Nicht der Staat als solcher soll “groß” werden, dafür aber sollte er gefestigt im “Großraum” Europa sein! Die damalige Breitenwirkung der Ansichten von K.K. Klein, sollten wir uns heute nicht nur zu Eigen machen, sondern in seinem Sinne auch weiter wirken lassen. Die heute junge und jüngste Generation der rumänischen Germanisten sollten sich das Werk K.K. Kleins zu Gemüte ziehen, um sich seine Querverbindungen zwischen den verschiedenen Themen und die regen Wechselwirkungen zwischen Geschichtswissenschaft, Linguistik und Literaturwissenschaft anzueignen.

Über den Literaturwissenschaftler K.K. Klein schreiben zu wollen ist auch für einen Germanisten eine fast an Zumutung grenzende Herausforderung. Daher erwarten sie bitte keine literaturwissenschaftliche Abhandlung von mir, sondern lediglich Gedanken über die Vielfalt seiner Arbeiten.

Über die schwierige Sammeltätigkeit seiner Schriften möchte ich hier keine Worte verlieren. Ich bin davon ausgegangen, daß der Wissenschaftler als Polihistor in vier Ländern gewirkt hat, demnach in Verlagen und in Periodika dieser Länder publiziert hat. Nach der Durchforstung der vorhandenen literarischen Dokumente in Gundelsheim/Neckar hat sich eine Anzahl von ca. 420 Titeln ergeben, die als literaturwissenschaftliche Werke gelten. Dieses Ausmaß an Titeln verrät uns, daß K.K. Klein einer der zentralen Autoren in dem Bibliographieband Siebenbürgen sein wird. Von dieser quantitativen Aussage sollen andere qualitative Maßstäbe ansetzen - was ja auch schon geschehen ist, - hier und heute - und man wird zur Schlußfolgerung gelangen, daß K.K. Klein zu den “Großen” Siebenbürgens gehört und in einem Zuge mit Namen wie Honterus, Brukenthal, St. L. Roth genannt werden kann.

Seine dämonische Arbeitskraft ließ ihn die angegangenen Themen global betrachten und während des Schaffens kristallisierten sich die Gebiete heraus, auf denen er tätig wurde. Aus der Übersichtsliste seiner Werke ist leicht zu erkennen, daß seine Vorliebe der Literaturgeschichte galt.
In der Zeitspanne 1921-1925 erschienen Arbeiten zur Literaturgeschichte, die heute so anmuten, als seien sie Bausteine für ein größeres Werk, z.B. für “Eine Geschichte der Literatur” gewesen:

Die Gegenwartsliteratur der Banater Schwaben im letzten Vierteljahrhundert
Adam Müller-Guttenbrunn und die Siebenbürger Sachsen
Über Inhalt und Methode der siebenbürgisch-deutschen Literaturgeschichtsforschung
Die Gegenwartsliteratur der Siebenbürger Sachsen
Ein siebenbürgisch-sächsischer Dichter
Neue Wege der deutschen Literaturgeschichte
Ein siebenbürgisch-sächsischer Roman: “Im alten Land” von Bernhard Capesius
Von literaturgeschichtlicher Wertung und Meschendörfers “Leonore”
Zur Lebensgeschichte Daniel Roths
Adolf Meschendörfers Michael-Weiß-Drama
Die deutsche Dichtung Siebenbürgens im Ausgang des 19. und im 20. Jahrhundert.
Drei Jahrzehnte auslandsdeutscher Literaturgeschichte

Die letztgenannte Arbeit hat er als Habilitationsschrift in Marburg eingereicht und ist 1925 in Jena im Druck erschienen. Bis jetzt konnte ich zu diesem Buch sechs Rezensionen ausfindig machen: Michael Fuß in Klingsor, Nicolae Iorga in Universul literar, Adolf Schullerus in Deutsche Literaturzeitung, Richard Csaki in Korrespondenzblatt, Gottfried Fittbogen in Euphorion, Wilhelm Kosch in Der Wächter, Johann Barta in Ungarische Jahrbücher.

Nimmt man diese sechs Rezensionen zur Grundlage einer Breitenwirkung des Buches, kann festgestellt werden, daß es auf heimischem Boden zwei Rezensionen gibt. Sehr wichtig war, daß jene in rumänischer Sprache von keinem Geringeren als Nicolae Iorga geschrieben wurde. In Deutschland sind vier Rezensionen erschienen: zwei von heimischen Autoren, eine von einem ungarischen Autoren und eine von einem deutschen Autoren. Alle Rezensenten waren kompetente Fachleute und Kenner der Matierie, und allesamt haben sie auch heute einen klangvollen Namen. Jahrzehnt für Jahrzehnt kann auf dem Pfad der Literaturwissenschaft die Leistung K.K. Kleins verfolgt werden. Das eben behandelte Halbjahrzehnt mag für diesen kurzen Vortrag ausreichen, um meine Absicht kund zu tun. Sogar seine Literaturgeschichte des Deutschtums im Ausland, die 1939 in Leipzig erschien, ist als eine Vorarbeit eines größeren Vorhabens zu betrachten.

Zu diesem Buch erschienen acht Rezensionen, erstaunlicher Weise nur eine in Rumänien (Bukarest), sieben in Deutschland und keine in Siebenbürgen. Eine Erklärung dafür fand ich in einem Gespräch mit dem bekannten Transilvanica-Sammler Carl Engber aus Hermannstadt, der das Buch übrigens auch nicht besaß: das Buch sei in Deutschland kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges erschienen und habe somit nicht nach Siebenbürgen geliefert werden können.

Als Vorarbeiten sind sicher auch die Beiträge K.K. Kleins zu Aspekten der Werke zahlreicher Autoren aus Deutschland zu werten. So zu Brentano (1926), Rilke (1927), dem Österreicher Grillparzer (1928), Hauptmann (1929), Opitz (1931), Goethe (1932 und 1949), Bleibtreu (1942), Hauptmann (1947), Nadler (1952) u.a. Liest man heute diese Beiträge in der K.K. Klein-Stiftung in Gundelsheim/N, wo Kleins Nachlaß aufbewahrt wird, so wünscht man sich, all diese Beiträge möglichst bald in einem Sammelband vereint vorliegen zu haben.

Ein anderes Kernstück der Klein-Bibliographie bilden die etwa fünfzig Vorträge, die er aus diversen Anlässen gehalten hat. Nur wenige davon sind veröffentlicht, sie werden aber größtenteils im Archiv in Gundelsheim aufbewahrt und warten darauf, “entdeckt” und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Bei der Durchsicht dieser Vorträge fällt auf, daß der Autor oft behandelte Themen zu Walther, Oswald und Gottfried z.B. in seinen Vorträgen variierte, um sie einem größeren Publikum verständlich zu machen. Beeindruckend ist auch die vielseitige Thematik, die den Autor beschäftigte. So wurden neben Schiller, Goethe, St. L. Roth, Herder, Wulfila, H. W. Hockl, Honterus u.a. auch I.L. Caragiale und G. Co[buc behandelt. Eine weitere Kerngestalt im Forschungsbereich K.K. Kleins war der Gotenbischof Wulfila.

In Innsbruck, wo Klein nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Heimat fand, vertiefte er seine literarischen Studien und ging besonders auf die Anfänge der deutschen Literatur ein, so der Buchtitel von 1954. Es entstanden nicht nur zahlreiche Arbeiten zu Wulfila, sondern auch Arbeiten zur Thematik Vallum Traiani (Trajanswälle in der Dobrudscha). Wir können hier nicht näher auf das Thema eingehen, möchten aber unterstreichen, daß auch der Komplex Wulfila und die Trajanswälle einen stattlichen Band abgeben würden. Die junge Forschergeneration würde mit der Herausgabe einem Wunsch K.K. Kleins entgegenkommen.

Die beiden Bände, die als Vorläufer seiner Absichten gelten, der Band Transsylvanica, 1963 und Septemcastrensia, 1971 sind zum Teil von Klein selbst initiiert worden und die Durchführung, wenigstens von Septemcastrensia, oblag Frau Dr. Pilder-Klein. Den Band von 1971 hat der Autor nicht mehr erlebt, die Widmung des Bandes aber “Meinen Enkeln in der zuversichtlichen Hoffnung, daß sie das unterbrochene Werk des Großvaters dereinst neu aufgreifen und fortführen werden”, sollte auch für uns indirekte Enkel zum Handanlegen auffordern, um fertig zu stellen, was der Autor nicht mehr schaffte. Dazu gehört in erster Linie der “Wulfila-Band”.

Als eine Mammutleistung im Schaffen K.K. Kleins war die Herausgabe der Siebenbürgischen Vierteljahrsschrift als N.F. des Korrespondenzblattes des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde, welche schon 1878 gegründet und 1931 als 54. Jahrgang unter neuem Namen erschien. Es ist schwer ein knappes und zustimmendes Urteil über die Herausgeberschaft dieser Zeitschrift zu formulieren, daher lasse ich zwei Zeitgenossen Kleins zu Worte kommen. Der Vorstand des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde Friedrich Müller führte im Bericht der 73. Hauptversammlung aus: “Die Vierteljahrsschrift entwickelte sich dank der großen Hingabe und Opferbereitschaft sowie den außerordentlichen Gaben ihres Schriftleiters, Professor Dr. Karl Kurt Klein, weiter und fand überall in wissenschaftlichen Kreisen volle Beachtung. Ich möchte besonders hervorheben, daß in der Vierteljahrsschrift auch kontroverse Fragen, die an die Grundlagen nationalen Seins bei uns und bei den unsere Heimat mit bewohnenden Völkern rühren, in der Atmosphäre der Sachlichkeit behandelt werden konnten, ohne daß uns die wissenschaftlichen Kreise der mit bewohnenden Völker mißverstanden, die vielmehr gerne das Gastrecht unserer Zeitschrift in Anspruch nehmen, das ihnen mit Freude gewährt wird. Wie wünschten wir, daß die Wissenschaft der mit bewohnenden Völker sich gleicher Sachlichkeit befleißigen möchte, wie wir es durchgehend zu tun uns bemühen” (1).

Franz Thierfelder schreibt in Bezug auf die Siebenbürgische Vierteljahrsschrift: “Klein ist ja auch Herausgeber der wertvollen, nun schon im 54. Jahrgang erscheinende Siebenbürgische Vierteljahrsschrift (früher Korrespondenzblatt des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde): mit seinen Untersuchungen über die deutschen Einflüsse in der rumänischen Literatur hat er die geistige Brücke zu dem neuen Staatsvolk geschlagen und damit bewiesen, daß die siebenbürgisch-rumänische Symbiose nicht den Charakter einer Zwangsgemeinschaft, sondern alle Voraussetzungen zu gegenseitigem Verständnis und wechselseitiger Förderung besitzt. (2)

Das vorläufige Werkverzeichnis K.K. Kleins bietet die Möglichkeit auch andere Verbindungen des Autors, z.B. zu Persönlichkeiten der rumänischen und ungarischen Literatur nachzuvollziehen. Etwa drei Dutzend Arbeiten behandeln Autoren wie Caragiale, Cosbuc - bereits erwähnt - Bârsanescu, Al. Philippide, Tocaciuc, Sân-Giorgiu, Petrescu, Lupas, Victor Morariu, George Pascu, Sextil Puscariu, Al. Lapadatu, Bogdan-Duica, Tzigara-Samurcas, Dumitru Cristian Amzar u.a.

Hervorheben möchte ich die Arbeiten K. K. Kleins in rumänischer Sprache:

  • Literatura românã în strãinãtate. In: Revista Criticã,1928, S. 51.

  • Scurt istoric al literaturii saºilor din Ardeal. In: Universul literar, 1925, August, S. 4.

Rezensionen Kleins zu wichtigen Werken der rumänischen Literatur sollen diese kurze Darstellung abrunden:

  • Al. Philippide: Originea Românilor. In: Korrespondenzblatt,1928, S. 84-101.

  • Ion Sân-Giorgiu: Lirica germanã contemporanã. In: Korrespondenzblatt, 1928, S. 167 (in deutscher Sprache) und in rumänischer Sprache, In: Revista Criticã, 1928, S. 138.

Nicht unerwähnt möchte ich die Beziehung zu Traian Bratu lassen. Es muß zwischen den beiden eine sowohl menschlich gute und innige Beziehung gegeben haben. Auch die beruflichen und gemeinsamen Vorhaben und Interessen spielten dabei eine Rolle. Die Zusammenarbeit fand in gemeinsam erstellten Lehrbüchern ihren Niederschlag. Ohne die Unterstützung seines Rektors, wäre es dem Direktor der Jassyer Universitätsbibliothek, auch bei übertriebener Korrektheit, kaum gelungen, so viel zu leisten. Daß diese gegenseitige Hochachtung voreinander auch auf der Ehrfurcht der deutschen Kultur gegenüber basierte, mag ein Zeitproblem gewesen sein.

Zur Einstellung so mancher rumänischer Autoren, die über die deutsche Kultur ähnlich wie Traian Bratu dachten, möchte ich Nichifor Crainic zitieren, der im Aufsatz Das geistige Leben im heutigen Rumänien u.a. folgendes sagt und dabei dem französischen Einfluß auf Rumänien den Einfluß der deutschen Kultur vorzieht:

Hingegen wirkt sich der Einfluß der deutschen Kultur ... im besten Sinne des Wortes als eine Herausforderung, eine Aufrüttelung des Geistes aus, ... sich selbst zu suchen und sich in dem zu behaupten, was er als Rumäne an Echtestem und Eigenstem aufzuweisen hat. Es ist, wie wenn aus der Tiefe der deutschen Kultur eine sokratische Weisheit spräche: erkenne dich selbst! Die französische Kultur vernichtet die Persönlichkeit; die deutsche enthüllt den eigenen Kern. So unfruchtbar deshalb der französische Einfluß bleibt, so segenreich ist der deutsche...Die Donau, das große Verbindungsglied zwischen den Ländern Mittel- und Südeuropas, führt die deutschen Gewässer aus dem Schwarzwald bis an unsere Küsten. Es ist an der Zeit, in diesem Hinweis der Natur ein wunderbares Gleichnis für den neu beginnenden Strom geschichtlichen Lebens zu erkennen. (3)

Die humanistische Haltung K.K. Kleins dem Judentum gegenüber ist auf Grund der Artikel über Alfred Margul-Sperber zu ver-anschaulichen. Klein hatte in seiner Literaturgeschichte des Deutschtums im Ausland 1939 trotz Proteste des Verlags Margul-Sperber im Buch beibehalten. Nach dem Tod Margul-Sperbers erscheint unter dem Pseudonym “Kurt Weißkircher” der Aufsatz Dichterschicksal zwischen Grenzen und Zeiten, wo Klein auch an Zillich anspielt und er erneut zum Werk Margul-Sperbers Stellung nimmt und seine Veröffentlichung in der Literaturgeschichte begründet und verteidigt. Klein geht es um “die Urgründe... aus denen Kunst im allgemeinen, ganz besonders aber Sprachkunstwerk erwachsen” und nicht um den “Judenhaß unter Hitler”, der “in den dreißiger Jahren,...schon pathologische Züge angenommen” hatte (4). Bezeichnend ist auch die Stellungnahme K.K. Kleins zu der verheerenden Absicht der Nazis, in Siebenbürger die “sächsische Mundart” abzuschaffen. K.K. Klein ergreift die Gelegenheit, sich als Rezensent des Buches von Leo Weisgerber Muttersprache und Geistesbildung von 1929 diesem Gedanken zu widersetzen. Sein Ideenreichtum geht weit über eine Rezension hinaus:

...wenn anders ich unsere Volksseele richtig zu kennen glaube”, so ist das “Festhalten der Mundart, Pflege des Gemeindeutschen von der Grundlage des ‘Sächsischen’ aus. An der Möglichkeit der Verwirklichung dieses Strebens wird man heute im Zeitalter des regen Verkehrs und Geistesaustausches nicht zweifeln dürfen, und Johann Karl Schullers Wort von unserer ‘doppelten Muttersprache’ wird weiter zurecht bestehen. In diesem Sinne mögen hier am Schluß die Folgerungen stehen, in denen Weisgerbers Buch - das in keiner unserer Schulbüchereien fehlen dürfte - gipfeln: ‘Der Mensch, der in eine Sprache hinein wächst, steht für die Dauer seines Lebens unter dem Bann seiner Muttersprache, sie ist wirklich die Sprache, die für ihn denkt. Und wie ein Volk seine Sprache ausgestaltet, so wirkt diese wieder zurück auf die Gemeinschaft und die Späteren. In diesem Sinne ist die Muttersprache Schicksal für den einzelnen, die Sprache des Volkes Schicksalsmacht für die Gemeinschaft’. (5)

Dem Werkverzeichnis K.K. Kleins sind auch noch andere berühmte Namen des deutschen wissenschaftlichen Lebens zu entnehmen, die auf dem Gebiet der Germanistik Standart Werke hinterließen. Ich nenne hier nur fünf Professoren, die ich während meiner Aufenthalte in Bonn und München persönlich kennen und schätzen lernte. Prof. Th. Frings erlebte ich schon als Student in Bukarest, als er in der Rumänischen Akademie einen Vortrag hielt, der mich dazu anregte, mich mit seinen Büchern zu beschäftigen. In Bonn, lernte ich Prof. Hugo Moser kennen, der mit uns ausgiebige Gespräche über seine Erfahrungen mit Sathmar und Siebenbürgen führte. Prof. K.K. Klein stand im Mittelpunkt seiner sehr positiv ausgerichteten Ausführungen. Durch Prof. Mosers Vermittlung lernte ich auch Prof. Friedrich Krauß kennen, der damals eine “junge Kraft” suchte, um ihr sein Nordsiebenbürgisches Wörterbuch abzugeben. Ebenfalls in Bonn wohnte ich auch einer Vorlesung von Prof. Leo Weisgerber bei. Prof. Johannes Erben hatte ich Jahre später in Berlin, durch die Vermittlung von Frau Dr. Ruth Klappenbach kennengelernt. Mit der Exkursion des Goethe-Instituts 1970 kam ich auch nach Innsbruck, und mein sehnlichster Wunsch bei dieser Gelegenheit war, Prof. K.K. Klein kennen zu lernen. Auf mein Anklopfen wurde ich an der Haustür freundlich empfangen - ich sprach Sächsisch - und durfte lediglich einen Blick auf sein Schlaflager werfen. Der Professor schlief. Dabei erfuhr ich, daß seine Krankheit zu dem Zeitpunkt schon so fortgeschritten war, daß er keine Besucher mehr empfangen konnte. Die Beziehungen Prof Kleins zu Moser können in einem Aufsatz K.K. Kleins nachgelesen werden. Sie waren derart auch zu Prof. Erben, der Nachfolger Kleins in Innsbruck wurde und später auch der Nachfolger Prof. Mosers in Bonn.

Das Werk K.K. Kleins wurde uns während des Studiums vorenthalten. Erst 1963 kaufte ich die ersten Hefte der Vierteljahrsschrift und langsam erfuhr man über Mundfunk Scheibchenweise von seinem Werk und Schicksal. Erst ab 1986, als ich schon in Heidelberg wirkte und eine großzügige Sendung vom Südostdeutschen Kulturwerk erhielt und die fast vollständige Kollektion der Südostdeutschen Heimatblätter erwarb - erkannte ich auf Grund des Heftes 2/1957 das Ausmaß der Vorenthaltungen während unserer Studienzeit. Die heutige Generation bleibt von solchen Vorenthaltungen verschont. Das erwähnte Heft zwei von 1957 war “Karl Kurt Klein, dem hervorragenden Menschen und Gelehrten, dem verehrten Lehrer und Landsmann anläßlich der Vollendung seines 60. Lebensjahres” gewidmet. Den Ideenreichtum dieses Heftes hier zu schildern, würde zu weit führen, es kann ja aber, Gott sei Dank, heute alles nachgelesen werden.

Ich greife noch einmal den Integrationsgedanken auf, den ich anfangs mit der Frage andeutete: “Warum soll es uns anders ergehen, die wir erst jetzt kommen oder gekommen sind?” Unsere Integration in Deutschland wird von den Behörden weder verhindert, noch gefördert. Die sprachliche Integration unserer Kinder vollzieht sich auf der Ebene der Schule und die Pflege der sächsischen Mundart in der Familie, obliegt oft dem Willen der Großeltern. Die siebenbürgischen, Banater, und Sathmarer Kinder in Deutschland sprechen die Landessprache in der sie wohnen, also Pfälzisch, Schwäbisch, Fränkisch oder Bayrisch. Eine Zwangsbeibehaltung der sächsischen Mundart z.B., wäre in Deutschland ein Anachronismus. Die Kinder wollen in der Schule nicht als “Fremde” von den einheimischen Kindern bezeichnet werden, sie tragen so dazu bei, daß sich ihre sprachliche Integration zusehends vollzieht.

Sind wir im ausgehenden Jahrhundert und zu Beginn des neuen Jahrhunderts, bzw. Jahrtausends hier in Deutschland dort angelangt, wo man auch in Siebenbürgen nie hingelangen wollte? K.K. Klein nannte dieses Phänomen “finis Saxoniae”. Er hielt es für seine Zeit als ein Unken, welches schon Jahrhunderte dauerte. Er zitierte Meschendörfers Dr. Svend, der die drei siebenbürgischen Völker so kennzeichnet:

Das eine hat die Kraft, das andere die Macht, das dritte die Tradition. Dies dritte sind die Siebenbürger Sachsen: ein absterbendes Völkchen, interessant wie alles, was nur einmal da war und nun untergehen soll (6).

Ich habe leider keine Äußerung K.K. Kleins gefunden in Bezug auf den Erhalt des “Sächsischen” - Sprache und Völkchen - in Deutschland, um uns somit im Schmelztiegel Deutschland als “Sachsen” behaupten zu können, bzw. nicht “unterzugehen”, wie es Meschendörfer formulierte.

Man kann den angeblichen “Untergang” mit Vorbehalten auch heute als “Unk” bezeichnen, sonst wären wir heute nicht hier auf dieser Tagung.

Das kommende Jahrhundert wird sicher auch diese Entscheidung fällen. Deshalb sei es noch einmal gesagt: Wir müssen so viel wie möglich ins nächste Jahrhundert “mitnehmen”, wenn es auch nur eine Bibliographie ist, um unsern Nachkommen die Antwort auf diese Frage zu erleichtern. Ja! Wir sind noch hier, sowohl in Siebenbürgen, als auch in Deutschland! (7)

 


ANMERKUNGEN:

(1) In: Siebenbürgische Vierteljahrsschrift, 60 (1937), S. 159.

(2) In: Mitteilungen der Deutschen Akademie München, 1932, Aprilheft.

(3) In: Das innere Reich, 1940, Dezember.

(4) In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, 16 (1967), 2, S. 103.

(5) In: Siebenbürgische Vierteljahrsschrift, 54 (1931), S. 221.

(6) In: Saxonia Septemcastrensia, 1971, S. 15.

(7) Zum 100jährigen Jubiläum rechtzeitig erschienen ist ein Band über K.K. Klein, geschrieben und herausgegeben von seiner leiblichen Schwester und Lebensgefährtin auf seinem schwierigen Weg, Frau Dr. Hermine Pilder-Klein.

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 6. Jg., 1-2 (11-12) / 1997, S. 182-190

 

 

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