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BÜCHER- UND ZEITSCHRIFTENSCHAU

Klaus Demus: Sternzeit. Kurze Gedichte, Wien: Löcker Verlag 2001;

Gleichartigem Zugeflüster, Wien: Löcker Verlag 2002


   Die Literaturgeschichte verfährt nicht immer gerecht mit jenen, aus deren Werken destilliert zu sein sie vorgibt. So scheint ausgemacht, daß Klaus Demus – poeta doctus und moderner Mystiker – allenfalls als Fußnote: Freund des jungen Celan in sie eingehen wird. Die Fußnote, die so lautete, betröge uns indes um den Dichter, der Demus gewesen sein wird – ein Dichter, dessen Werke sich durch ein hohes Maß an Konzentration und einen in seiner Gesuchtheit unverwechselbaren Stil auszeichnen.

   Alles beginnt bei Demus mit dem Wort – seine Liebe zu ihm drückt sich in ungewöhnlichen Wendungen, einem Wortschatz, der auch Altes und Exotisches in sich birgt, kurzum: einer steten Auseinandersetzung mit dem Sagbaren aus. Die Vorliebe für antike Versatzstücke, die auf den ersten Blick Manier zu sein scheint, ist von eben dieser Liebe desgleichen geprägt – das „Werk der Vergangenheit ist ihm nicht abgeschlossen”, so ließe sich mit Benjamin sagen; es ist ihm Material, das weiterer Bearbeitung harrt. Das Wort als Erkenntnismöglichkeit ist nur ernstgenommen, wo auch die früher in ihm aktualisierte Erkenntnis präsent ist: auf „den Schultern / abgeschloßner Geschichte” steht das lyrische Ich in Envoi, einem Gedicht aus Demus’ Band Sternzeit (2001). Ein Beispiel für diese Fort- und Umschreiben ist die Figur des Thamyris in ebendiesem Band:

Thamyris, der sich vermaß,

mit den Musen im Wettstreit zu siegen,

machten sie stumm und ließen

den Sänger vergessen. (S)

   Auch wenn dies aus der Ilias nicht klar hervorgeht – es heißt dort (II. Gesang, V.597ff.) jener habe sich gebrüstet, selbst die Musen im Gesang zu übertreffen, worauf diese ihn aus Zorn blendeten und des holden Gesangs wie der Kunst des Lyraspiels beraubten –, wird zumeist Thamyris als Verlierer eines Wettstreits mit den Musen gesehen, den jene in der Folge seiner Hybris willen straften. Demus tut hier also zweierlei – er erinnert daran, daß jener als vermessener, doch am womöglich greifbaren Sieg gehinderter Kombattant verstummte, und nimmt den Unglücklichen als Ebenbild des Dichters, der Worte nach ihrem Maß schafft: bedrohte Worte.

   Darum ist auch alles Provisorium bei Demus – provisorisch zumeist im besten Sinne. Er schafft Erkenntnis und setzt sie den nachfolgenden Worten aus, alles ist in der Schwebe. Das Wirken der Worte läßt verstehen, was Demus meint, schreibt er von einem „Schein, / deß Scheinen Sinn des Welt-Seins ist.” (S) Selbst sein Zurückblicken – ins „Dunkel unserer Herkunft” (S) – ist eines, das „den Akut des Heutigen”, wie Celan es nannte, im Überlieferten sieht. Die Möglichkeit ist, was in das Sein kraft des Scheins wirkt; das macht die Dignität dessen aus, was als bloßer Schein nur scheinbar desavouiert ist. Dieser verbindlichen Gestaltung von Utopie wegen müht sich Demus um Transzendenz:

Wenn die hilflose Seele,

von der Welt Hilflosigkeit

eingestimmt, die Wahrheit

des Ganzen singen möchte,

was bietet sie auf, das nicht

sie als das Ganze wäre? (S)

   Die Verse deuten an, die Entäußerung der Seele führte zu etwas, das sie übersteigt, das Ganze in ihr zum Schillern brächte. Genauer: die Entäußerung müßte etwas zeugen, ohne das die Seele das Ganze verfehlen muß. Von diesem rätselhaft Hinzutretenden schreibt auch einer, der dem Irrationalismus schwerlich zuzuschlagen ist, nämlich Kant – er schreibt in der Kritik der Urteilskraft vom „genius, dem eigentümlichen einem Menschen bei der Geburt mitgegebenen schützenden und leitenden Geist, von dessen Eingebung jene originale Ideen herrührten”, welche verbindlich und zugleich nach keiner Regel formuliert sind.

   Das Wort wird zur ewigen Möglichkeit. „Im Unbewegten / gespiegelt”, so schrieb Demus in Die Jahrtausende (1994) – und solche ewige Spiegel sind ihm immer wieder Medium des Verstehens. Die Offenheit des Unterfangens führt in das essentielle „»Ich weiß es nicht!«” (S) dessen, der befragt, woran er arbeite, die Antwort immer vorerst schuldig geblieben sein wird. Es muß etwas sein, worin „kein Mehr fast Platz hat” (S), allein das scheint gewiß. Das lyrische Ich hat, so schreibt Demus in dem Gedichtband Gleichartigem Zugeflüster, seine Behausung im „Haus der Sprache” (G).

   Heidegger schreibt: „Die Sprache ist das Haus des Seins.” Etwas unpoetischer heißt es in Sein und Zeit: „Als die existentiale Verfassung der Erschlossenheit des Daseins ist die Sprache konstitutiv für dessen Existenz.” Die Sprache ist bei ihm, was das Sein aufschließt, doch nicht erschafft oder wandelt – also konstitutiv und impotent zugleich. Demus wandelt das Bild ingeniös; das, worin Sprache haust und wirkt, ist „nirgends fest” (G), man ahnt, es ist das Sein, das kraft der Sprache jeden Begriff und jede Essenz von sich als vorläufig oder erlogen enthüllt. Sagt Demus Natur, so ist es das, was das Gerinnen in einer Ordnung unendlich aufschiebt: „Unendlichkeit blüht voll / Unendlichkeiten.” (G) Foucault schrieb einst vom liebenden Blick:

Es handelt sich um ein Vervielfältigen und Knospentreiben des Körpers, um eine gewissermaßen autonome Steigerung seiner kleinsten Partien, der geringsten Möglichkeiten eines seiner Bruchstücke.

   So läßt sich sagen, daß Demus über die Liebe zum Wort die Liebe zum Möglichen als Inbegriff des an allem Geliebten Aufscheinenden findet. Er tut dies in vorsichtigen, kleinen Schritten – falls die Maßlosigkeit der poetischen Erkenntnis, die sich zu Quantitäten nicht leicht in Beziehung setzen läßt, nicht trügt. Ganz scheint sie nicht zu trügen, denn oftmals ist es, als sei Demus auch ein dogmatisch Unmoderner. Jandl schrieb einst in seinem berühmten Gedicht Zeichen:

Zerbrochen sind die harmonischen Krüge,

die Teller mit dem Griechengesicht,

die vergoldeten Köpfe der Klassiker –

aber der Ton und das Wasser drehen sich weiter

in den Hütten der Töpfer.

   Das Gedicht weiß um die zerstörte Angemessenheit und das gewandelte Fortleben der (Dicht-) Kunst; wie eine Antwort liest sich Demus’ Produktionswechsel Lyrik: Es „stinken die neuen Töpfe” (S), heißt es da – und in einem anderen Gedicht: „Wort und Bild und Schrift / kennt keine Neuerung; / nur den Verrat.” (S) In diesen Momenten, in denen Demus die klassische Form als verbindliche und notwendige feiert, wird er selbst beliebig.

   Demus’ Lyrik, so läßt sich zusammenfassend dennoch sagen, hält viel bereit; sie ist konzentriert gedrechselt und dort, wo sie am wenigstens weiß, zu ihren wesentlichsten Erkenntnissen in der Lage. Klaus Demus ist ein Vergessener – durchaus nicht zurecht.

   Martin A. Hainz

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