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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

DEUTSCHE SPRACHE UND DEUTSCHSPRACHIGE LITERATUR IN RUMÄNIEN 
 
DIE RUMÄNIENDEUTSCHE LITERATUR:
Sonderstatus und Wertungsproblematik

 


Raluca Rãdulescu

 

   Die Beschäftigung mit der rumäniendeutschen Literatur als Minderheitenliteratur ist vom Anfang an vielen Gefahren ausgesetzt, vor allem fachwissenschaftlicher Natur. Die Auseinandersetzungen, ob es eine deutsche Literatur des Auslands überhaupt gäbe, und wenn schon, wie man sie bezeichnen und mit welchen Mitteln bewerten sollte, zeugen von der Unsicherheit der Literaten, die leider auch im Bereich der Mentalität verwurzelt und nicht nur methodologisch angelegt ist. Man stellt sich die Frage, warum man sie erforscht, wenn ihr den angeborenen Konservativismus und den Mangel an den absoluten Maßstäben deutscher Literatur angemessenem künstlerischem Wert vorgeworfen wird. Trotzdem sollte man im Zeichen der heute aufgerufenen Toleranz annehmen, daß „es im Haus der Kunst viele Wohnungen gibt, daß jede Literatur, so geringfügig sie sich auf den ersten Blick auch ausnimmt, eine einzigartige und unersetzliche Gesamtheit von Werten repräsentiert.“[1]

   Zu den ersten Versuchen, unter den Bedingungen der relativ aufgelockerten Zensuraufsicht der 80er Jahre, als bereits vage Anzeichen eines – zumindest im Falle deutschsprachig vorgelegter Untersuchungen – lascheren Umgangs mit Forschungsergebnissen in der Luft zu liegen schienen, einen sachlich-informativen Überblick der in den rumänischen Gebieten entstandenen deutschen bzw. deutschsprachigen Literatur von den Anfängen bis zur Entstehung Großrumäniens 1918 zu didaktischen Zwecken zu bieten, gehört George Gu]us Abriß der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur.[2] Der Verfasser ging von der – als selbstverständlich angenommenen – Voraussetzung aus, daß ein jedes Phänomen, so auch die unbestritten existente rumäniendeutsche Literatur, auf eine Geschichte zurückblickt, die als solche in Betracht gezogen werden muß. Genauso wie beispielsweise die Geschichte Deutschlands oder eines jeden anderen Landes mit der vorgeschichtlichen Zeit, als es noch kein „Deutschland“ gab, ansetzt und dem entsprechend als ein Gewordenes auch erforscht wird, ja werden muß. Selbst der Begriff „rumäniendeutsch“, der sich vor allem in den 30er Jahren als Gegenstück zum nazistisch infizierten „alldeutsch“ durchzusetzen begann, sei das Ergebnis einer geschichtlichen Genesis. Um so mehr der damit bezeichnete Gegenstand.

   Vorliegender Beitrag setzt sich mit der Frage der Wertung einer solchen Literatur auseinander, die ihre Produktions- und Wirkungszusammenhänge zu berücksichtigen hätte. Gleichzeitig fungiert er als Argument dafür, warum man der rumäniendeutschen Literatur als Minderheitenliteratur eine besondere Aufmerksamkeit widmen sollte. Um die Lage und den Sonderstatus des Literaturbetriebs zu veranschaulichen, wurden kritische Stimmen neueren Datums (Motzan, Csejka, Stiehler), sowie welche seit den Anfängen der siebenbürgischen Literaturkritik (Neugeboren, Albert, Leonhardt, Buchholzer) ausgewählt. Ihr gemeinsames Anliegen besteht darin, daß alle sich mit der Sondersituation dieser Literatur und infolgedessen mit der dadurch entstandenen Problematik der Maßstäbe beschäftigen. Wie diese Sonderlage der Literatur und Literaturkritik am Schnittpunkt mehrerer Kulturen im Laufe der Zeit wahrgenommen wurde, oder in welcher Weise man auf die ausländischen Einflüsse reagierte, welche Rolle die Geschichte bei ihrer Mitformung spielt, wird im folgenden näher analysiert.

    Der Verlauf der historischen Ereignisse, die die deutsche Minderheit auf rumänischem Gebiet in ungünstige Lagen der Unterwürfigkeit gebracht haben, läßt eine Geschichte der Zensur entstehen, die die ständige Instrumentalisierung ihrer Literatur zu ethnischen und politischen Zwecken registriert. Andererseits leidet die rumäniendeutsche Literatur unter den ihr in der Nazi-Zeit und im kommunistischen Regime aufgezwungenen doppelt ideologisierten Vorstellungen, die Stereotype und Tabuisierungen im Kollektivgedächtnis der binnendeutschen Germanisten bewirkt haben, und so wurde die deutsche Minderheit für das zweite Mal in ihrer Geschichte mit einer „Kollektivschuldthese“ abgestempelt.[3]

   Als Literaturen der Sprachminderheiten entstehen Minderheitenliteraturen in einem spezifischen Kontext und sind von einer „sprachlich allgemein kulturellen Minderheitensituation eines Bevölkerungsteils in einer geschlossenen besiedelten Region“ abhängig.[4] An den inner- und „interkulturellen, intersprachlichen und interliterargeschichtlichen“ Beziehungen zu den zwei dominanten Kulturen, der des Heimatraumes und der des Nationalstaates, in deren Spannungsfeld sie sich zu behaupten versuchen, muß man die Ursachen ihrer Entwicklung und die Gründe für die im Laufe der Zeit getroffenen ästhetischen Entscheidungen suchen. Ihr Sonderstatus „zwischen zwei Nationalliteraturen“ prägt auch ihren „Charakter [...], von der Kondition her labil, unsicher, verunsichert durch die Stärke... und natürliche Gleichgültigkeit der beiden anderen ihr gegenüber.“[5] So wird eine kleine Literatur, deren genetisch-sprachliche und kulturelle Verwandtschaft mit der „Mitte“ wesentlich für ihr Dasein ist, zu einer des „doppelten Randes“, den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwälzungen der „beiden Mitten“ verpflichtet.[6]

    Norbert Mecklenburg setzt den Begriff der Interkulturalität in Verbindung mit „Kulturdifferenz, -austausch und -konflikt“.[7] An erster Stelle fällt im Falle einer solchen Literatur, die „literarische Subkultur in anderskultureller Umgebung ist“, das „interkulturelle Potential“ auf, nicht nur in der von Mecklenburg umrissenen Bedeutung vom „Vermögen, für Kulturunterschiede zu sensibilisieren, Vorurteile und Stereotype abzubauen“, also nicht unbedingt ihr Wirkungszusammenhang, sondern das, was sich dem Leser als seelischen Ausdruck einer Ethnie und ihrer Begleiter darbietet.

   Einen Schritt weiter unternimmt George Guþu, der in die kulturwissenschaftliche und interkulturelle Diskussion den umfassenderen Begriff „Interreferentialität“ einbringt, um kulturelle, intertextuelle Austauschprozesse in ihrer konkreten Ausgestaltung besser dokumentieren und erklären, also nachweisen zu können – wie er am Beispiel Paul Celans paradigmatisch und einprägsam aufzeigt.[8]

   Eine Minderheitenliteratur, deren wesentliche Funktion „kulturelle Leistung“ im Zeichen der „innenpolitischen Existenzsicherung“[9], d.h. „kulturelle Beharrungsleistung“[10] ist, und deren „quantitativen wie qualitativen Erscheinung auf diesen Voraussetzungen beruht“, bezeichnen Ritter und Mecklenburg als „literarische Kultur“. Die von Harald Krasser beschriebene für die rumäniendeutschen literarische Szene typische Schwankung zwischen „Heimatkunst“ und „Bildungsdichtung“[11] kann man mit Ritters Termini erfassen, zwar als Konfliktsituation des Autors, also „das ganze schwankende Selbstbewußtsein eines geborenen Outsiders“[12], „den Zufallswirkungen im politischen und kulturellen Raum ausgeliefert“, „zwischen Minderteitenanspruch auf existenzbestätigende Dokumentation und eigenem Anspruch auf Kunst“.[13] Rezeptionsforderungen der Leser und Veröffentlichungschancen auf dem deutschen Literaturmarkt steuern zusätzlich „Themenwahl, Stoffsuche, Textsortenentscheidung und den Grad der künstlerischen Transformation.“ Diese Faktoren, die dem Autor von außen aufgezwungen werden, und die im Zusammenhang mit den politischen Ereignissen wechseln, sollen bei ihrer Berücksichtigung zu einer „relativierenden Weise“ der literarischen Wertung solcher Produkte beitragen.[14]

   Peter Motzan ermahnt ebenfalls zu der Wahrnehmung der Minderheitenliteraturen „in ihrer Verflechtung mit regionaler Kultur- und Sozialgeschichte“[15], auf die vorherrschende Rolle der politischen Geschichte in ihrem Entstehungs- und Wirkungszusammenhang hinweisend: „Ihr enger Raum bewirkt, daß sich jede individuelle Angelegenheit unmittelbar mit Politik verknüpft. [...] Was der einzelne Schriftsteller schreibt, konstituiert bereits ein gemeinsames Handeln, und was er sagt, ist bereits politisch, auch wenn die anderen ihm nicht zustimmen. Das Politische hat jede Aussage angesteckt.“[16]

   Die Funktionalisierung im Sinne von „gruppenkultureller Selbsterhaltung“[17] könnte m.E. die Ursache sein, warum die Autoren „mittelmäßige Talente“ seien, weil man ihnen nicht erlaubt, reine Kunst zu schaffen, was ihnen angeboren und genetisch an dem Minderheitlerstatus gebunden sein könnte. Wie Gerhard Csejka bestätigt, bewirkt „die vielstrapazierte Sondersituation unserer Literatur am Schnittpunkt verschiedener Kulturkreise“ ein „mangelndes Selbstbewußtsein der Schriftsteller“, deren Entwicklung vorbestimmt ist. Csejkas Begriff von „Determiniertheit“[18] findet Anwendung auch darin, was das soziopolitische Ausgeliefertsein des Minderheitlers angeht, der zu „Isolierung, Assimilation und Abwanderung prädestiniert“ [19] sozusagen per definitionem ist. Die Wertungsprinzipien müssen die Funktionsprämisen, d.h. die rezeptionsästhetischen und sozialgeschichtlichen Bedingungen in Betracht ziehen.[20]

   Ritter verzeichnet drei möglichen Herangehensweisen bei der Wertung der Minderheitenliteratur. Aus der Binnenperspektive, „sämtliche Äußerungen in deutscher Sprache als Literatur“ betrachtend, kann man sie als „Dokumente zur Erhaltung der eigenen Kultur“ verstehen, indem man keinen großen Wert auf „die ästhetischen Ansprüche zu Gunsten der kulturpolitischen Funktionalisierung von Literatur“ legt.[21] Aus der Außenperspektive untersucht man die „Modernität der Texte, Authentizität und Avantgardeleistung“, während die interkulturelle Wirklichkeitserfahrung „Authentizität und Welterkenntnis“ von den Werken verlangt. Meines Erachtens wäre eine Synthese von diesen kritischen Grundhaltungen sehr ergiebig für die weitere Forschung. Sie sollte „die Mitte zwischen Ästhetizismus und Realitätsbezogenheit, die Mitte zwischen rumäniendeutscher spezifischer Literatur und Literatur im deutschen Sprachraum [...] finden und spezifisch Rumäniendeutsches im Allgemeinen aufgehen [...] lassen“[22], zu dem noch die interkulturelle Dimension hinzufügbar wäre. Indem man die politischen, kulturellen, kommunikativen Faktoren, die sozialintegrative Funktion sowie die Produktions- und Rezeptionsverhältnisse nicht außer Acht läßt, behandelt man das literarische Phänomen in seiner Komplexität, darauf eine „kulturwissenschaftliche Perspektive contra ästhetische Wertung“[23] anwendend.

   Die kulturelle Identität einer solchen Literatur ist „Teil des historischen Bewußtseins“ und wird durch die Bewahrung des Eigenen und Rezeption des Fremden geprägt. Weil die politisch-geschichtlichen Faktoren ihre Daseins- und Entwicklungsbedingungen bestimmen, ist die Verankerung in der Geschichte und deren Aufarbeitung in den literarischen Texten typisch für eine Minderheitenliteratur. Die Geschichte spielt also eine entscheidende Rolle in der Themen- und Stoffwahl, sie hinterläßt eine deutliche Spur auch im Entstehen und der Rezeption einer Strömung. Man stellt sich aber die Frage, wie Geschichte literarisch verarbeitet wird, ob mit traditionellen oder modernen Mitteln, bzw. ob sie weitgehend thematisiert wird. Warum man über geschichtliche Ereignisse und ihre Folgen schreibt, ist zumindest klar geworden: es wird dadurch eine „selbstreferentielle ethnozentrische“ der Minderheitenwelt dokumentierende, belegende und absichernde „Funktion“ erfüllt[24]. Die „Korrelation von Geschichtsschreibung und kollektiver Identität-Vergegenwärtigung“ stellt eine Strategie der Selbsterhaltung dar, die die „vergangenheitsbezogene Rekonstruktion und gegenwartsbezogene Systematisierung“ voraussetzt.[25]

   Die Vergangenheit kann man im Foucaultschen Sinne von archivartigem Bewahren mehrerer Arten von Geschichten und Diskursen verstehen, es gibt aber darunter einige ursprüngliche, zu denen man in den literarischen Texten immer wieder rekuriert, eine Art identitätsstiftende Tradition, wie im Falle der rumäniendeutschen Literatur der Mythos von den siegreichen, privilegierten siebenbürgisch-sächsischen Ansiedlern. Bis zu Meschendörfers Roman Leonore (1908) wurde die idealisierte Darstellung der Vergangenheit dieser Minderheit nie in Frage gestellt, nie ethnointerne Elemente kritisiert; die neue literarische und ethische Haltung des erwähnten Schriftstellers ist in Verbindung mit der programmatisch vorausgesetzten Offenheit zu Europa anzusehen. Trotzdem wurden auch in den 30er Jahren, und auffälliger nach dem Ende der im Zeichen der Rezeption der Moderne (Mitte der 60er bis zu den 80er) stehenden Periode traditionelle Themen und Techniken wiederaufgenommen.

   Die Geschichte der deutschen Literatur in Rumänien ist zweifelsohne eine „Geschichte der Einwirkungen [...] aus dem geschlossenen deutschen Sprachraum“ und eine „der Selektionsmechanismen im interliterarischen Dialog“.[26] Daß die Geschichte der rumäniendeutschen Literatur mit einer Geschichte der Zensur und auch einer der Tradition und des Traditionsbruches, von Diskontinuitäten in der Kontinuität, überlappt, ist eine Hypothese, anhand derer versucht werden wird, warum der Rückgriff zur Tradition eine wesentliche Dimension ihrer Untersuchung ist, und zu welchen Momenten dieser erfolgt und warum.

   Die Reflexion über das Erbe als „spezifische kulturelle Überlieferung als Teil allgemeiner Tradition“ ist in zwei Fällen als „Überprüfung“ festzustellen: einerseits als „Symptom einer Krise des brüchig empfundenen kulturellen Kontinuums“ und andererseits als „Vergewisserung des Identitätsbewußtseins.“[27] Eine solche Literatur reagiert eher als agiert, die Hinwendung zur Tradition ist ein Abwehrreflex der Selbstverteidigung. Wie schon betont wurde, ist sie anlehnungsbedürftig, sie muß an etwas anknüpfen, sie muß sich an etwas orientieren, sonst wird sie mit dem Verschwinden bedroht. Deswegen die verklärte Selbsterhaltungskampf, der der Literatur folgende Züge prägt: „Didaktik, gemeinnütziger Breitenwirksamkeit, Konservativismus, Hypertrophie des Historischen und egozentrischer Selbstaffirmation.“[28]

   Diese „Zwitterstellung“ führt zur Vertreibung einer Minderheitenliteartur „ins Niemandsland zwischen jenen beiden Nationalliteraturen“[29], besser gesagt in einen Unbestimmtheitsraum in der Art eines „black hole“, indem keine von diesen bereit zu sein scheint, ihre Zugehörigkeit oder Verwandtschaft zu ihnen anzuerkennen. Die Koordinaten dieser Sonderlage werden von Oskar Pastior in der Kongruenz von staatlichen und linguistischen Faktoren geschildert: „Man lebt hier, man [...] ist Bürger dieses ...Staates, man ist materiell und ideel an seine Heimat [...] gebunden. Man schreibt deutsch. Man gehört zu einer bestimmten Zahl deutscher Lyriker [...]. Man hat eine Geschichte, man hat eine Vergangenheit. Es gibt bei und eine literarische Tradition in deutscher Sprache [...], es gibt eine deutsche Literatur [...] es gibt eine rumänische Literatur in rumänischer Sprache, die an unserem literarischen Bewußtsein mitformt...“[30]

   Die Zugehörigkeit wird an einem Abhängigkeitsgrad von der Herkunftskultur bzw. an dem Selbständigkeitsgrad der staatlich-nationalen gegenüber gemessen. Daß die Rumäniendeutschen immer wieder Identifikationsmuster im westlichen germanischen/ deutschsprachigen Raum gefunden haben, steht außer Frage. Auch wenn sie innerhalb ihrer Geschichte zwischen der regionalen (siebenbürgisch-sächsischen, banat-schwäbischen oder bukowinadeutschen) Identität und der stammesgeschichtlichen deutschen gependelt haben, bleibt der deutsche Einfluß vorherrschend, obwohl die Bruderschaftslage offensichtlicher ab nationalsozialistischer Zeit instrumentalisiert worden ist: ob Untertanen im Habsburgerreich, geistige Mitglieder im Hitler-Deutschland, oder Genossen in der Volksrepublik Rumänien, wurde der deutschen Minderheit nie einen de facto gleichberechtigten politisch-sozialen Status zugesprochen, der den politischen Interessen verschont blieb.

   Ein weiterer für die Sonderstellung der rumäniendeutschen Literatur relevanter Faktor ist die geopolitische Lage, die diesen Raum isoliert und eine wirksame Rezeption deutscher Kulturwerte erschwert hat. Die Unmöglichkeit einer gleichzeitigen Entwicklung mit dem westlichen Bruder hat Minderwertigkeitskomplexe, sogar eine „chronische Identitätskrise“[31] verursacht, die eine Nachholreaktion mit sich gebracht haben, die z.B. die rumäniendeutschen Varianten der Experimentalliteratur erklärt.

   Eine nächste Folge der frustrierenden politischen Ereignisse, denen die deutsche Minderheit ausgeliefert war, ist die natürliche Neigung zum Überleben in dieser ethnischen Form, zur Bewahrung und Bestätigung ihrer stammesgeschichtlichen Identität im Spannungsfeld der Beziehungen zu anderen Völkerschaften. Aus einer Art Selbsterhaltungstrieb entstehend, hat sie eine konservative Haltung im literarischen Schaffen bewirkt, die zu den ständigen dieser Literatur gemachten Vorwürfen gehört. Der verzweifelte Versuch, identitätsstiftende Mythen in das Kollektivgedächtnis einzufügen, geriet wenigstens bis zum Zweiten Weltkrieg in die Schöpfung von trügerischen Selbstverherrlichungsstereotypen der eigenen Geschichte oder spezifischen Gemeinschaftstugenden, die literaturgeschichtlich chronologisch sehr spät in Frage gestellt werden. Konservativ und pragmatisch waren diese literarischen Schöpfungen als Widerspiegelung der geistigen Prägung einer Minderheit, so darf die ästhetische Hinwendung zu den Mitteln des Realismus nicht wundern.

   In der rückwärtsorientierten Haltung zur Erhaltung des Eigenen stellt man die Neigung zum Sich-Eingrenzen von den äußerlichen Antrieben fest, die man mit dem oft kritisierten Provinzialismus der rumäniendeutschen Kultur verbindet. Die Gleichschaltungsmethoden zur Uniformisierung der ganzen Bevölkerung Rumäniens nach 1949, egal ob nach sozialen oder minderheitenspezifischen Kriterien, haben die beschränkende Beharrungstendenz und Rückbesinnung auf die alten konservierten Werte, deren Unvergänglichkeit die Zeit bestätigt hatte, verstärkt, nicht im Sinne der Versenkung in die Tradition, sondern in der klaren Abgrenzung – ab den 60er Jahren - von den durch die Kulturpolitik des kommunistischen Staates vorgeschriebenen Dogmen, die im Gegensatz zu dieser Epoche in der rumäniendeutschen Literatur sehr selten gesprengt wurden.

*

   Eine erste Bestandsaufnahme der schriftstellerischen Tätigkeiten in Siebenbürgen, die zugleich als Programm oder literarisches Manifest, das die von ihm mit herausgegebene Siebenbürgische Quartalschrift einleitete, ist der Beitrag von Daniel Georg Neugeboren Ueber die Lage und die Hindernisse der Schriftstellerei in Siebenbürgen (1790).[32] Der Artikel ist ein Versuch, der sich mit den modernistischen Beiträgen ab Meschendörfer und bis zu Motzan und Csejka vergleichen läßt, da der Verfasser die Situation des siebenbürgischen Literaturbetriebs als abhängig von sowohl innerhalb als auch außerhalb der Landesgrenzen einwirkenden Faktoren darstellt. Den Mangel an mit den aus dem deutschen Binnenraum literarisch gleichzusetzenden Schriftstellern und die Kargheit ihres Buchangebots begründet Neugeboren durch die Interferenz geschichtlicher, politischer, sozialer, wirtschaftlicher und konfessioneller Voraussetzungen und Bedingtheiten. Als einer der ersten macht er auf die in Siebenbürgen vorhandene interkulturelle Atmosphäre aufmerksam, indem er kritisch die Kehrseite der Medaille ans Licht treten läßt, die sich in diesem Kontext auch als hindernd im geistigen Leben ausweist: „Die sonderbare Mischung der verschiedensten Nationen und Religionen, welche die Einwohner Siebenbürgens, zwar nicht trennt, aber doch in mehr als einer Rücksicht unterscheidet; seine physische Lage; die Geschichte seiner Staatsveränderungen [...]“.[33] Türkenkriege und konfessionelle Auseinandersetzungen, bürgerliche Unruhen und die „äußerst verfallene Landwirtschaft“ haben ein Fortschreiten der Kultur unmöglich gemacht.

   Eine nüchterne Analyse einer zur Ruine verurteilten Zeit, die dem siebenbürgisch-deutschen Geist entgegengesetzt wird. Denn „selbst unter diesem Drucke wirkte der Nationalgeist, genährt durch ihre kirchliche und politische Verfassung, ununterbrochen auf sie fort [...]“. Neugeboren behauptet sogar, „daß sie von den ältesten Zeiten her ihre Brüder in Nieder-Deutschland aufgesucht, und immer zum Muster genommen haben. “[34] Eine rhetorische Geste, die nicht unbedingt beleidigend durch die Verherrlichung des eigenen Stammes wirken sollte, sondern als Bestätigung siebenbürgischer Beständigkeit in diesem Raum im Laufe der Geschichte. Die Zugehörigkeit zum Deutschtum zeugt von der stammesbiologischen, auf dem Herkunftsmythos der Sachsen beruhenden Identitätssuche, und die Minderwertigkeitskomplexe - zumindest im Vergleich mit den anderen mitwohnenden Minderheiten - auslöst und zum Weiterbestehen herausfordert.

   Neugeborens Beitrag könnte heute deswegen als soziologisch-historisch angelegte Studie zur Minderheitenproblematik gutgeheissen werden, da sie die außerliterarischen Bedingungen, die auf das literarische Leben wirken, in nuce enthält und deren Zusammenhang erklärt. Was die literarischen Produkte anbelangt, findet man hier einen gelungenen Ausgleich, so Neugeborens Vorschlag, einen Mittelweg zwischen konstruktiver Verarbeitung „ausländischer Meisterstücke“ und Bewahrung des „Vaterlandsgeistes“ zu finden.[35] Klare ästhetische Maßstäbe führt er nicht ein, doch plädiert für eine natürliche, von fremden Vorbildern sich nicht einschüchtern lassende Literaturschreibung. Wieder ist er den heutigen Forschern im Feld der Minderheitenliteraturen dadurch nahe, daß er bei der Beurteilung der Werke extreme Einstufungen zu Meisterstücken oder wertlosen Produktionen vermeidet, was auch einer kleinen Literatur wie der siebenbürgisch-deutschen einen gerechten Platz absichert. Das Publikum verlange und suche „immer Meisterstücke und ausgezeichnete Werke [...]. Muß da nicht jeder ehrliche Mann, der mit dem Wachsthume der Literatur nicht unbekannt und von der Schriftstellerwuth nicht besessen ist, jeden Versuch, der bei der Vergleichung mit den Produkten des Auslands verlieret, zurückhalten.“[36]

   Auch in Michael Alberts Beitrag Schwarzburg (Historische Erzählung aus dem Siebenbürger Sachsenlande von Traugott Teutsch) – 1882 [37] wird die Problematik des überwältigenden Einflusses der deutschen Literatur auf die sächsische aufgegriffen: „in ihrem Geiste leben wir; sie bestimmt durchaus unsere Geschmacksbildung, in ihrer Beleuchtung sehen wir die ästhetische Seite der Dinge [...]“.[38] Ihre Verwandtschaft ist eine biologischer Natur, „unter ihren Griffen schwimmt und tönt unser Gemüth einer Saite gleich, die auf den Grundton desselben Instruments gestimmt ist – so ist eben auch unsere Literatur“. An ihren Maßstäben gemessen, ist die einheimische „unter dem Maße; zu jung, zu schwach für den Dienst Apollos!“

   Trotzdem nimmt der Siebenbürger die deutschen Einflüsse als „stolz und fremd“ wahr, deswegen die Mahnung zum Nichtvergessen regionaler Besonderheiten. „Mag sie vorläufig auch oft unter dem ästhetischen Maße zurückbleiben; ihr Vorzug ist, daß sie ein Kind unseres Geistes ist“.[39] An die Vorläufer Lessings und Klopstocks erinnernd, beweist Albert, daß man zu Großem erst danach kommt, nachdem man das Eigene, auch wenn am Anfang schwach, nicht vernachlässigt hat. Dadurch setzt er sich für die Wiederbehauptung des Nationalgeistes ein, „um uns aufrecht zu halten in schwankende Zeit“. Wie leicht festzustellen ist, spielen auch für Alberts Literaturverständnis die Geschichte und die Minderheitenstellung eine führende Rolle. Literatur soll demnach Identität und den bestimmten vorwiegend ethnisch-sozialen Status bestätigen und verstärken, deswegen tritt ihre ästhetische Funktion aus dem Vordergrund aus. Die Einbeziehung des politisch-sozialen Kontextes in die literarische Wertung verlangt besondere Maßstäbe, die im Einklang damit erschaffen werden müssen.

   Johann Leonhardt erstellt in seinem Aufsatz Ein siebenbürgisch-sächsischer Schriftsteller-Verband (1902)[40] einen Katalog der „Hindernisse einer freien Literaturentfaltung“. Die scharfe Kritik richtet sich im wesentlichen gegen die Mitglieder des literarischen Feldes: Schriftsteller, Leser und Kritiker, die hauptsächlich wegen politisch-geschichtlicher Ereignisse auf Kompromißhaltungen eingehen, ohne ästhetische Prinzipien zu beachten. Der Verfasser beklagt ein „im Dienste der Volksverteidigung und Volksverherrlichung“ stehendes Schriftstellertum[41], das auf der Darstellung idealisierter Menschentypen beharrt: „Die Charaktere [...] dürfen keine bösen[42] sein; denn alles, was dieserart in die Öffentlichkeit tritt, könnte compromittieren; und das dürfen wir nicht dulden, weil sonst handhaben für unsere politischen Gegner geschaffen werden“.[43] Zum Schluß nimmt Leonhardt die Kritik unter die Lupe und wirft ihr vor, ausländisches Übernehmen zu tolerieren, ohne an der Schaffung echter Maßstäben beizutragen: „wir sind zwar sehr modern, aber dichterisch nicht mehr lebens- und entwicklungsfähig geworden...“.[44]

   Ernst Buchholzer Heimatkunst und die Kunst unserer Heimat. Aus einem Vortrag (1904)[45] charakterisiert die literarische Entwicklung im 19. Jahrhundert durch die Allwesenheit der Nachahmungen. Weder die Kritik noch die Leser scheinen dadurch gestört zu sein, da es sich um ein Publikum handelt, „das gewöhnlich das darin zu sehen fähig ist, was seine Klatschsucht befriedigt.“[46] Gegen die kritische Rezeption moderner literarischer Strömungen richtet er keine Einwände, fordert sogar die Hinwendung zum damals populären Realismus als Heimatkunst.

   Was die Wertungskriterien rumäniendeutscher Literatur angeht, plädiert Buchholzer für eine „relative Beurteilung“, wobei man „überall [...] die Kleinheit unserer Verhältnisse [...] bei der Betrachtung und Abmessung [...] “ zu berücksichtigen hat.[47] Die historische und psychologische Erklärung „eines gewissen Mangels an Kunst und Kunstverständnis“ kann nur als für jene Zeit emanzipierte Denkweise begrüßen, die dem Verfasser einen Ehrenplatz unter den Vorläufern der Anwendung soziologisch-geschichtlicher Methoden in der Literatur einnehmen läßt.

   Emil Neugeboren setzt sich 1904 in dem Essay Dichtung, Publikum und Kritik [48] mit Buchholzers Begriff vom „relativen Maßstab“ auseinander. Davon behält er die Erkenntnis, daß man nach einem „absoluten Maßstab“ urteilend und die einheimische Kunst zur gesamten deutschsprachigen einordnend, zur Schlußfolgerung käme, eine Literatur von niedriegem Rang wäre keiner Beachtung wert. Was der Verfasser neu bei der kontextualisierenden Beurteilung der Literatur deutscher Minderheit einführt bzw. hervorhebt, ist die Voraussetzung, daß es aber, metaphorisch ausgedrückt, „echtes Gold sein muß“, und keine „chemische Mischung“ mehrerer Bestandteile.[49] Obwohl seiner Ansicht nach dem geistigen sächsischen Boden an Edelmetall mangele, das heißt natürliche Begabung schwer zu finden sei, sollte man auf hohe ästhetische Ansprüche nicht verzichten, sonst könnten die Literatur und Literturkritik zu einer Nachahmer-Kompromißgesellschaft werden.

   Wie in dem programmatischen Artikel das Ziel angestrebt wird, einen Überblick über die Aufgaben der Zeitschrift zu schaffen, betont Meschendörfer (Die „Karpathen“ - 1910)[50] den interkulturellen Austausch zwischen Deutschen, Ungarn und Rumänen im geistigen Leben, diese das „Deutschtum in seiner Entwicklung am meisten beeinflussenden Völker“.[51] Die Zeitschrift strebt eine „moderne Betrachtung der Vergangenheit, Gegenwart und der zukünftigen Kulturaufgaben der Deutschen in Ungarn [Siebenbürger Sachsen]“. Keinesfalls empfiehlt Meschendörfer eine unvernünftige Übernahme westlichen Gedankenguts, hingegen sollte dieses an die einheimischen Formen angepaßt werden. Die Rumäniendeutschen sollten im eigenen Auftrag auf eigenem Boden eine ähnlich moderne, doch spezifische Reform durchführen.

   Damit beantwortet der Verfasser den Konservativen die „nichts Modernes“ bräuchten, da die „Vorfahren [...] eine eigene siebenbürgisch-deutsche Volkskultur geschaffen, die [...] vollkommen genügt, an der nicht zu ändern [...]. wäre“.[52] Laut Meschendörfer sei die Zeit der Geschlossenheit vorbei; auch die Privilegien, „unser materielles Fundament, wurde zertrümmert“, und so fanden sich plötzlich die Sachsen wie alle mitwohnenden Nationen mitten in den Überlebenskampf hineingeworfen. Eine sehr nüchterne Einsicht in eine Realität, die der um 1200 nicht mehr entsprach.

   Genauso wie er die nostalgisch konservativen Kunstauffassungen der Zeitgenossen mit den Argumenten der Wirklichkeit entwaffnet hat, so radikal verfährt Meschendörfer auch im Bereich der Wertungsmaßstäbe (Traugott Teutsch und die „Karpathen“ - 1913).[53] Man könne wegen „unserer bescheidenen Verhältnisse“ eine minderwertige Literatur nicht tolerieren („Als wenn ausgerechnet für die siebenbürgisch-sächsische Literatur andere Gesetze gelten...“[54]), sondern müßte sie an echten ästhetischen Maßstäben, die den ganzen politischen und literarischen Kontext in Betracht ziehen, gemessen werden. Auch wenn radikal ausgedrückt, entsprang die Mahnung zur Schöpfung wertvoller Werke dem Bedürfnis, die siebenbürgische Literaturbühne so schnell wie möglich zu modernisieren und mit der binnendeutschen gleichzuschalten.

   Ein paar Jahrzehnte später beklagen Peter Motzan und Emmerich Reichrath[55] den Mangel an „Synthesenarbeiten, panoramahaften Überblicken, monographisch angelegten Studien, von methodischen Anweisungen und richtungweisenden Situationserhellungen“[56]. Dieser Mangel zeugte von einer Lage, die Dieter Schlesak mit radikaler Nüchternheit zusammenfaßt: „[...] der Hauptmangel unserer Literaturkritik besteht darin, daß sie eigentlich gar nicht existiert.“[57] Er weist auf Heinz Stǎnescus erstes und damals einziges nach 1944 vom Standpunkt der Literaturkritik geschriebenes Buch hin[58], aber außer diesem seien fachliche Studien dieser Art nicht vorhanden, sondern nur „gelegentlich auf Bestellung geschriebene Rezensionen für verschiedene Zeitungen oder Zeitschriften“. Schlußfolgernd fügt er hinzu: „Wir haben keine Literaturkritiker. Und ohne Literaturkritiker - keine Literaturkritik. Wir haben zu unserer deutschsprachigen Literatur nur eine Kritik ad hoc.“[59]

    Was auch Reichrath (Die Rezension zwischen Journalistik und Literaturkritik. Überlegungen zur Buchbesprechung in der deutschen Tages- und Literaturkritik) - 1973 bestätigt, indem er die Unfähigkeit zum Unterscheiden zwischen Zeitungsrezension und Literaturkritik bloßstellt. Weiterhin beschreibt er drei verschiedene grundsätzliche Haltungen im Bereich der Urteilsfindung, unter denen die letzte als Vorschlag angenommen wird. Entweder tendierte die Kritik zur „modernen Literatur der deutschsprechenden Länder als Bezugspunkt“ oder betrachtete man „jedes Buch einheimischer Produktion für sich allein“, ohne es „in [...] Zusammenhänge“ zu stellen und es „an seinen eigenen Ansprüchen“ zu messen. Der Idealfall wäre Reichraths Ansicht nach die Erfassung „rumäniendeutscher Literatur in ihrer speziellen soziologisch-kulturellen Determiniertheit“, um „daraus die Kriterien für ihre ästhetische Beurteilung abzuleiten.“

    Die Schwierigkeiten der Anfänge einer literaturwissenschaftlichen Tätigkeit erwähnt Motzan als Argument für die Notwendigkeit einer vernünftigen Kritikform, die kein „pauschales Verdammungsurteil“[60] fallen sollte. Das Problem der Maßstäbe müßte folglich mit Vorsicht betrachtet werden, da sie geschichtlich relativierbar sind. Der Verfasser leugnet die wohlbekannten Schwächen, denen die rumäniendeutsche Literatur beschuldigt wird, wie „Konservativismus, übersteigertes Nationalgefühl, Tendenz zur Abkapselung“ nicht, plädiert jedoch für eine Methode, die das Verhältnis von Historizität und Aktualität dialektisch beleuchtet.

   Motzan rekuriert auf Csejkas Studie Eigenständigkeit als Realität und Chance[61], in der „die Wechselwirkung von gesellschaftlicher und literarischer Entwicklung“ im politisch-soziologischen Aktionsfeld als Steuerungsfaktor im Literaturprozeß angenommen wird. Csejka spricht sogar von einer „Kongruenz von sozialem Status, psychischen und linguistischen Besonderheiten und Wortkunstwerk“. Maßstäbe entstünden in Csejkas Sicht im Rahmen „der sich bildenden Tradition“, indem man darunter eine Synchronie in der Diachronie zu verstehen hat, wobei die Vergangenheit eine mitformende Funktion auf die Gegenwart ausübt.[62]

   Es gehört zum Sonderstatus der neueren rumäniendeutschen Literatur, daß sie die Einflüsse der beiden größeren Literaturen, der deutschen und der rumänischen, katalytisch verarbeitet und verwertet, und sich weniger auf ihre einheimischen Vorbilder besonnen hat. Zum Beispiel ist es fragwürdig, ob die „Klassiker“ Alfred Margul-Sperber, Oskar Walter Cisek oder Adolf Meschendörfer die Nachkriegszeitautoren wesentlich beeinflußt haben, oder ob Wolf Aichelburg oder Franz Liebhardt ihnen näher als Marin Sorescu oder Brecht waren, und zwar aus dem Grunde, weil diese Literatur „nicht so renommierte Vorläufer besaß“ , immerhin nicht solche, auf die man „bauen“ konnte. Der seit 1965 erfolgte Einbruch der Moderne und deren Übernahme, zu der auch Hugo Friedrichs Struktur der modernen Lyrik beigetragen hatte, wird in der epigonalen Form ebenfalls in Frage gestellt, und in Verbindung mit Harald Krassers Aussage, die rumäniendeutsche Kunst schwanke zwischen „der Enge einer Heimatkunst ... und einer übernommenen Bildungsdichtung“[63], das heißt zwischen Provinzialismus und unkritischer Aneignung fremder Einflüsse. Ohne sich diesen Extremfällen zu unterwerfen, sollte sie in ihren spezifisch-einheimischen Elementen das Überholte und bloß Importierte vermeiden.

   Dies wird auch vo einem Kritiker verlangt, der eine „angewandte Ästhetik“ betreiben muß. Er sollte sich von der Vorbestimmtheit durch seine Leseerfahrungen aus den deutschen Nationalliteraturen nicht beirren lassen, und „immer auch den zeitgeschichtlichen Moment mit einbeziehen, auf dem die Literatur wächst“.[64] Eine solche „Rezeptionsästhetik“ nehme sowohl die „Bedingtheiten des Rezipierenden wie auch des Rezipierten“ wahr. Die Anwendung einer literatursoziologischen Methode garantiert eine außerliterarische Erhellung des Werkes, das Ästhetische mit den sozialen, politischen, wirtschaftlichen Kontexterscheinungen verbindet. Solchermaßen besteht nicht mehr die Gefahr einer einseitigen Urteilsfindung, sondern werden die ästhetischen Kriterien durch die Erfahrung der Geschichte relativiert. Genauso wie man historische Ereignisse in bestimmten Rahmen betrachtet, so muß man auch die Entstehungs- und Wirkungsbedingungen der literarischen Produkte untersuchen, indem man ästhetische Maßstäbe kontextualisiert und Akzentverschiebungen möglich werden. Nicht umsonst zitiert Motzan Robert Minders für die moderne Minderheitenforschung geeigneten Standpunkt gegen den Schluß seines Beitrags: „Die Wege wandeln sich; andere ästhetische Gruppierungen setzen andere Wertakzente, Verborgenes tritt ans Licht und reißt uns mit“.[65]

   Sowohl die Literatur als auch die Kritik „werden von dem Gesellschaft- und Kommunikationsraum [...] mitgeprägt“, wiederholt Motzan in dem Beitrag Rumäniendeutsche Lyrik-Reflexion (1944-1974) - 1975[66], auf eine Feststellung von Walter Hinderer verweisend, der auf die soziologischen „Funktionserwartungen“ besteht.[67] Der Verfasser betont seine rezeptionsästhetische Auffassung wieder, indem er die Interaktion zwischen Literatur-Kritik-Publikum in den Vordergrund seiner Analyse stellt, die die Ausarbeitung einer „Bewertungsaxiomatik“ bei einer richtigen Erfassung aller Determinationen der Gegenwartsliteratur benötigt.

Was nicht die Richtung nach dem Geschmack der Leser voraussetzt, wenigstens nicht eine im Sinne der Vorliebe des Publikums für unakzeptable Pseudovorbilder wie Krimis und Trivialliteratur. „Der Kritiker muß also [...] Distanz sowohl zum Autor als auch zum Leser wahren“.[68]

   Das von Krasser umrissene Dilemma der rumäniendeutschen Kunst nimmt Motzan neu auf und veranschaulicht anhand der literarischen Entwicklung in der Nachkriegszeit Akzentverschiebungen in dem schwankenden Verhältnis zwischen „Heimatkunst“ und „Bildungsdichtung“, ohne jedoch ihr Weiterbestehen ganz zu leugnen, aus der Sicht, daß „Heimat und Bildung wesentlich neue Inhalte haben“.[69]

   Einer ähnlichen entscheidenden Frage des Pendelns zwischen Extrempunkten wird auch die Kritik ausgesetzt: „Vorsicht im Bemängeln, Übermaß im Lob der einheimischen Leistungen, zwischen diesen beiden Polen bewegt sich [...] unsere ganze Kritik“.[70] Die Gründe liegen in demselben Minderwertigkeitskomplex, auf dem die unsichere Haltung dem Einheimischen und Deutschen gegenüber beruht. Anders ausgedrückt, hat das Fehlen einer literaturkritischen Tradition, in der rumänischen Literatur durch berühmte Namen vertreten – Cǎlinescu, Maiorescu, Lovinescu, Vianu – die Ansetzung an einem Nullpunkt dringend verlangt. Erkenntnisse von Richard Csaki oder Karl Kurt Klein wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als ideologisch befrachtet und reaktionär verdammt und beseitigt und durch neu ideologisierende Vorschriften ersetzt. Die steuernde Funktion der Kritik, die Literatur in ihrem Werden begleitet und mitformt, war in der kommunistischen Zeit zu einem bloßen Wunschbild geworden. In der Tat waren beide Institutionen – Literatur und Kritik - zu Instrumenten der Parteipolitik verurteilt, deswegen überrascht die blind lobende Haltung der Kritiker nicht, weil sie die Utopien in sozialistisch realistischer Form bestätigen mußten. Man erklärt sich leicht, warum Mitte der 60er Jahre, da die Tauwetterperiode mit ihrer Liberalisierung einsetzte, die Kritiker mit der doppelten Auslösung von Normen sowie aus der NS- als auch denen von Anfängen der sozialistischen Epoche zu rechnen hatten. Folglich mußten neue Vorschriften geschaffen werden, aber auch diesmal bestand die Gefahr, in die andere Richtung zu gelangen und zu scharf und elitär zu wirken. Völlig gerechtfertigt ist die Annahme einer solchen Lage ebenfalls, die ihren Ausdruck in der Entlehnung des kritischen Instrumentariums aus den deutschen Nationalliteraturen findet. Doch wurde die Kritik unter diesen Bedingungen bedroht, „zur permanenten Zernichtung“[71] und ihren Wirkungsaufgaben, ein mißtrauisches Publikum zu erreichen und den Schriftstellern zur Selbsterkenntnis zu verhelfen, nicht gerecht zu werden.

   Weil diese gegensätzlichen Vorgangsweisen als Folgen der Sondersituation und Zwischenstellung der rumäniendeutschen Literatur erscheinen, muß der Kritiker als „rezipierendes Bewußtsein“ sie besonders erwägen. Den Kontakt mit den rumänischen und ausländischen Errungenschaften empfiehlt ihr die Literaturwissenschaft, aber „übernommene Wertungsprinzipien [...] dürfen [...] nicht unreflektiert“ übertragen werden.[72] Die besonderen Bedingungen und das Potential darf man nicht übersehen, den „eigenen Gegebenheiten“ sollte das „fremde“ Fachgut angepaßt werden.

   Um das Verhältnis zwischen Sonderstatus und der Problematik einer angemessenen Wertung besser zu schildern, hebt Motzan wieder die Rolle des soziologischen Elementes hervor. Diesbezüglich führt er Erkenntnisse der damals neusten Kritikströmungen ein. Auf Rita Schobers[73] und Hermann Kählers[74] Auffassungen beruhend, in denen „das literarische Werk als Widerspiegelung der Wirklichkeit“ oder „künstlerisches Gleichnis“ und demzufolge die notwendige Berücksichtigung von der Kritik dieses zweidimensionalen Aspekts der Literatur- „Kunstcharakter und Realitätsbezug [...] als dialektische Einheit“[75]- postuliert werden. Damit fordert der Verfasser die Schaffung von an der Wirklichkeit messenden Maßstäben.

   Die außerliterarische Realität als „Prämisse und Grundlage ästhetischer Transformationen“[76] ermöglicht eine von ausschließlich rein formalen Einschätzungen befreite Wertung. Eine angemessene Kritik soll jedoch beides: Form und Inhalt berücksichtigen, und das Verhältnis von Wirklichkeitsbezug und ästhetischer Stimmigkeit bzw. Innovation untersuchen.

   Da kritisches Verstehen historisch bedingt ist, wird der Kritiker zum Mitschreibenden am literarischen Leben und so kann Kritik im wirklich gestalterischen Sinne als sozial engagiert werden.

   Heinrich Stiehler (Deutschsprachige Dichtung Rumäniens zwischen Utopie und Idylle (1974) bestätigt die von Motzan und Csejka umrissenen Zusammenhänge vom Literaturauftrag und literaturkritischen Analyse. Die rumäniendeutsche Literatur kann „nicht in eine Vergleichsebene gerückt werden [...] mit der Literatur, die heute zwischen Basel und Weimar, zwischen Hamburg und Wien entsteht, weil die Schreibenden aus diesem Raum sich mit anderen Problemen sowohl inhaltlicher wie formaler Art auseinanderzusetzen haben“.[77] Minderheitenliteraturen müssen „in ihrem spezifischen Kontext von Entstehung und Rezeption, in ihren soziokulturellen, schreibpsychologischen und sprachlichen Determinanten“ verstanden werden.

 

Literatur :

1.     Csejka, Gerhard: Eigenständigkeit als Realität und Chance. Zur Situation der rumäniendeutschen Literatur. In: Neuer Weg, 20.03.1971.

2.     Csejka, Gerhard: Über den Anfang. In: NL 5/1970.

3.     Csejka, Gerhard: Bedingtheiten der rumäniendeutschen Literatur. Versuch einer soziologisch-historischen Deutung. In: NL 8/1973.

4.     Deleuze, G./ Guattari, F.: Kafka. Für eine kleine Literatur. Frankfurt a. Main: Suhrkamp 1976.

5.     Die deutsche Literatur Siebenbürgens. Hg.v. J. Wittstock/ S. Sienerth, 2 Bde., München: Südostdeutsches Kulturwerk 1999.

6.     Grunewald, Eckhard; Sienerth, Stefan (Hg.): Deutsche Literatur im östlichen und südöstlichen Europa. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1997.

7.     Guþu, George: Abriß der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur. (I. Teil: Von den Anfängen bis 1918). Tipografia Universitã]ii din Bucure[ti, Bukarest 1986.

8.     Guþu, George: Paul Celan - între intertextualism ºi plagiat sau Creativitatea interreferenþialitãþii, in: Paradigma, Revistã multilingvã de culturã (Constanþa), anul 11, nr. 3-4 / 2003, p. 4-5.

9.     Guþu, George: Paul Celan - zwischen Intertextualität und Plagiat oder interreferentielle Kreativität. In: TRANS, Internetzeitschrift für Kulturwissenschaft, Wien, 15, Mai 2004 (http://www. inst.at/trans/15Nr/03_6/gutu15.htm).

10.  Guþu, George / Zaharia, Mihaela (Hrsg.): Identität und Alterität. Imagologische Materialien für den Landeskundeunterricht. Editura Universitã]ii din Bucure[ti, Bukarest 2004, S. 143-186 (GGR-Beiträge zur Germanistik, 11)

11.  Markel, Michael: „Ich wohne in Europa/ Ecke Nummer vier“: Identitätsprobleme einer Minderheitenliteratur im Spiegel der siebenbürgisch-deutschen Literaturgeschichte. In: Schwob, A. (Hg.): Die deutsche Literatur Ostmittel- und Südosteuropas von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Forschungsschwerpunkte und Defizite. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1992.

12.  Mecklenburg, Norbert: Rettung des Besonderen. Zur Analyse und Kritik deutschsprachiger Minderheitenliteratur. In: N.M.: Die grünen Inseln. Zur Kritik des literarischen Heimatkomplexes. München 1986.

13.  Motzan, Peter: Die rumäniendeutsche Lyrik nach 1944. Problemaufriss und historischer Überblick. Cluj-Napoca: Dacia 1980.

14.  Motzan, Peter: Die Szenerien des Randes: Region, Insel, Minderheit. Die deutsche(n) Literatur(en) in Rumänien nach 1918 – ein kompilatorisches Beschreibungsmodell. In: Grunewald, Eckhard; Sienerth, Stefan (Hg.): Deutsche Literatur ..., a.a.O.

15.  Motzan, Peter: Überlegungen zu einer Geschichte der rumäniendeutschen Lyrik nach 1945. In: Reflexe. Kritische Beiträge zur rumäniendeutschen Gegenwartsliteratur. Hg. v. Emmerich Reichrath. Bukarest: Kriterion 1977.

16.  Reflexe. Kritische Beiträge zur rumäniendeutschen Gegenwartsliteratur. Hg. v. Emmerich Reichrath. Bukarest: Kriterion 1977.

17.  Ritter, Alexander: Germanistik als Deutschwissenschft. Zur NS- ideologischen Funktionalisierung „Auslanddeutscher Literatur“ im „Dritten Reich“. (1994) In: A.R.: Deutsche Minderheitenliteraturen. Regionalliterarische und interkulturelle Perspektiven der Kritik. Mit einer Bibliographie zur Forschung 1970-2000. München: Südostdeutsches Kulturwerk 2001.

18.  Ritter, Alexander: Germanistik ohne schlechtes Gewissen. Unterbrochener Diskurs zur Minderheitenliteratur und die Erneuerung wissenschaftlicher Rezeption. (1985). In: Deutsche...; siehe oben.

19.  Ritter, Alexander: Neun Bukarester Thesen: Minderheitenliterarische Entwicklung und Forschungsperspektiven (1990). In: Deutsche...; siehe oben.

20.  Ritter, Alexander: Von der Güte des Dichterwortes. Über deutschsprachige Literatur des Auslands und des Literaturwissenschaftlers Not mir der Bewertung (1993). In: Deutsche...; siehe oben.

21.  Ritter, Alexander: Kulturengrenze und Textgeschichte. Bedingungen und Probleme der minderheitenliterarischen Literaturgeschichtsschreibung (1996). In: Deutsche...; siehe oben.

22.  Rundtischgespräch zur Standortbestimmung unserer Lyrik. In: NL 3-4/1967.

23.  Schwob, A. (Hg.): Die deutsche Literatur Ostmittel- und Südosteuropas von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Forschungsschwerpunkte und Defizite. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1992.

24.  Sienerth, Stefan: Rumäniendeutsche Literaturgeschichtsschreibung. Erkentnisse der letzten zwanzig Jahre. In: NL 8/1986, S. 10-21.

25.  Sienerth, Stefan: Kritische Texte zur sienbenbürgisch-deutschen Literatur. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1996.

26.  Stiehler, Heinrich: Deutschsprachige Dichtung Rumäniens zwischen Utopie und Idylle. In: Akzente 1/1974.

27.  Strukturalismus und Kerwei. NL-Rundtischgespräch über aktuelle Probleme der deutschen Literaturkritik in Rumänien.In: NL, 8/1970.

28.  Vom Beschreiben zum Urteilen – vom Urteil zur Wirkung. Neue Literatur-Rundtischgespräch zu Fragen der deutschen Literaturkritik. In: NL 3-4/1968.

 


[1] Stefan Sienerth: Rumäniendeutsche Literaturgeschichtsschreibung. Erkenntnisse der letzten zwanzig Jahre. In: NL (= Neue Literatur. Bukarest), 8/1986, S. 11f.

[2] George Gu]u: Abriß der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur. (I. Teil: Von den Anfängen bis 1918). Tipografia Universitã]ii din Bucure[ti, Bukarest 1986; neue Auflage in vorbereitung. Siehe auch George Gu]u: Insulare Differenz und grenzgängerische Identität. Deutsche Literaturen in Rumänien im Überblick. In: Identität und Alterität. Imagologische Materialien für den Landeskundeunterricht (Hrsg. George Gu]u und Mihaela Zaharia), Bukarest 2004, S. 143-186. (GGR-Beiträge zur Germanistik, 11.)

[3] Vgl. auch Peter Motzan: Die rumäniendeutsche Lyrik nach 1944. Problemaufriss und historischer Überblick. Cluj-Napoca: Dacia 1980, S. 8; Alexander Ritter: Germanistik als Deutschwissenschaft. Zur NS - ideologischen Funktionalisierung „Auslanddeutscher Literatur“ im „Dritten Reich“ (1994). In: A.R.: Deutsche Minderheitenliteraturen. Regionalliterarische und interkulturelle Perspektiven der Kritik. Mit einer Bibliographie zur Forschung 1970-2000. München: Südostdeutsches Kulturwerk 2001, S. 333-348.

[4] Alexander: Germanistik ohne schlechtes Gewissen . Unterbrochener Diskurs zur Minderheitenliteratur und die Erneuerung wissenschaftlicher Rezeption. (1985). In: Deutsche..., Anm. 3, S. 46-69, hier S. 66f.

[5] Gerhard Csejka: Eigenständigkeit als Realität und Chance. Zur Situation der rumäniendeutschen Literatur. In: Neuer Weg, 20.03.1971.

[6] Motzan, Die Szenerien des Randes: Region, Insel, Minderheit. Die deutsch(en) Literatur(en) in Rumänien nach 1918 - ein kompilatorisches Beschreibundmodell. In: E. Grunewald / S. Sienerth (Hg.): Deutsche Literatur im östlichen und südöstlichen Europa. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1997, S. 73-102, hier S. 99f.

[7] Norbert Mecklenburg: An Stelle einer Einleitung. Ein Generalist des Besonderen. Zu Alexander Ritters Studien über Literatur deutschsprachiger Minderheiten. In: A.R, Anm. 4 , S. 22ff. Vgl. Ders. Rettung des Besonderen. Zur Analyse und Kritik deutschsprachiger Minderheitenliteratur. In: N.M.: Die grünen Inseln. Zur Kritik des literarischen Heimatkomplexes. München 1986, S. 281f.

[8] George Guþu: Paul Celan - între intertextualism ºi plagiat sau Creativitatea interreferenþialitãþii, in: Paradigma, Revistã multilingvã de culturã (Constanþa), anul 11, nr. 3-4 / 2003, p. 4-5. Ders.: Paul Celan - zwischen Intertextualität und Plagiat oder interreferentielle Kreativität. In: TRANS, Internetzeitschrift für Kulturwissenschaft, Wien, 15, Mai 2004 (http://www.inst.at/trans/15Nr/03_6/gutu15.htm).

[9] Ritter, Anm. 3, S. 68f.

[10] Ders.: Neun Bukarester Thesen: Minderheitenliterarische Entwicklung und Forschungsperspektiven (1990). In: Deutsche..., Anm. 2, S. 103-116, hier S. 109.

[11] Harald Krasser: Die deutsche Dichtung Siebenbürgens in unserer Zeit. In: KL 7, 1935, S. 280-282.

[12] Gerhard Csejka: Eigenständigkeit als Realität und Chance. Zur Situation der rumäniendeutschen Literatur. In: Neuer Weg, 20.03.1971.

[13] Ritter, ebd., S. 110f.

[14] Ritter, Germanistik...., Anm. 3, S. 68f.

[15] Peter Motzan: Die Szenerien des Randes, Anm. 5, S. 85.

[16] Gilles Deleuze, Felix Guattari: Kafka. Für eine kleine Literatur. Frankfurt a. Main: Suhrkamp 1976, S. 25f., nach Motzan, Die Szenerien..., Anm. 5, S. 85.

[17] Ritter, Neun.., Anm. 10, S. 112.

[18] Gerhard Csejka: Über den Anfang. In: NL 5/1970, S. 17.

[19] Ritter: Von der Güte des Dichterwortes. Über deutschsprachige Literatur des Auslands und des Literaturwissenschaftlers Not mir der Bewertung (1993). In: A. R., Anm. 3, S. 117-139, hier S. 125.

[20] Ebd., S. 136.

[21] Ebd., S. 122ff.

[22] H. Schuster in: Strukturalismus und Kerwei. NL-Rundtischgespräch über aktuelle Probleme der deutschen Literaturkritik in Rumänien. In: NL, 8/1970,S. 46-63, hier S. 59.

[23] Ritter: Kulturengrenze und Textgeschichte. Bedingungen und Probleme der minderheitenliterarischen Literaturgeschichtsschreibung (1996). In: A. R., Anm. 3, S. 140-162, hier S.153.

[24] Ebd., S. 141.

[25] Ebd., S. 155.

[26] Motzan: Die Szenerien..., Anm. 5, S. 100. Vgl. auch ders: Externe Einflüsse und endogene Traditionslinien. In: Die rumäniendeutsche Lyrik, Anm. 2, S. 29-37.

[27] Ebd., S. 155ff.

[28] Michael Markel: „Ich wohne in Europa/ Ecke Nummer vier“: Identitätsprobleme einer Minderheitenliteratur im Spiegel der siebenbürgisch-deutschen Literaturgeschichte. In: Schwob, A. (Hg.): Die deutsche Literatur Ostmittel- und Südosteuropas von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Forschungsschwerpunkte und Defizite. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1992, S. 166.

[29] Gerhard Csejka: Bedingtheiten der rumäniendeutschen Literatur. Versuch einer soziologisch-historischen Deutung. In: Neue Literatur 24(1973), H. 8, S. 25-31, hier S. 25.

[30] Oskar Pastior: Rundtischgespräch zur Standortbestimmung unserer Lyrik. In: NL 3-4/1967, S. 112-127, hier S. 114.

[31] Gerhard Csejka: Eigenständigkeit als Realität und Chance. In: Neuer Weg, 20. März 1971.

[32] Siebenbürgische Quartalschrift,1. Jg., 1790, Erstes Quartal, S. 1-28. In: Sienerth: Kritische Texte zur sienbenbürgisch-deutschen Literatur. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. München: Südostdeutsches Kulturwerk 1996, S. 67-74.

[33] Ebd., S. 69.

[34] Ebd, S. 69f.

[35] Ebd., S. 74.

[36] Ebd., S. 73.

[37] Michael Albert: Schwarzburg (Historische Erzählung aus dem Siebenbürger Sachsenlande von Traugott Teutsch). In: Tageblatt, Nr. 2653, 8. Sept.1882. In: Sienerth, Anm. 30, S. 104-106.

[38] Ebd., S. 104.

[39] Ebd., S. 105.

[40] Johann Leonhardt: Ein siebenbürgisch-sächsischer Schriftsteller-Verband. In: Schäßburger Zeitung, Nr. 5, 26. Jan.1902. In: Sienerth, Anm. 30, S. 188-190.

[41] Ebd., S. 188.

[42] Hervorhebung im Original.

[43] Ebd., S. 189.

[44] Ebd., S. 190.

[45] Ernst Buchholzer Heimatkunst und die Kunst unserer Heimat. Aus einem Vortrag. In: Tageblatt (Unterhaltungsblatt), Nr. 9149, 24. Jan. 1904.(Auch im Sammelband: Aus sechs Jahrhunderten. Hundert Aufsätze aus den sechzig ersten Jahrgängen des Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatts, Hermannstadt, 1935, S. 112-118). In: Sienerth, Anm. 30, S. 191-195.

[46] Ebd., S. 194.

[47] Ebd., S. 193f.

[48] Emil Neugeboren: Dichtung, Publikum und Kritik. In: Tageblatt (Unterhaltungsblatt), Nr. 9155, 31. Jan. 1904. In: Sienerth, Anm. 30, S. 199-204.

[49] Ebd., S. 202.

[50] Adolf Meschendörfer: Die „Karpathen“. In: Karpathen, 4. Jg., H. 1, S. 3-8 und H. 2, S. 40-43. Auch in Sienerth, Anm. 30, S. 238-241.

[51] Ebd., S. 238.

[52] Ebd., S. 239f.

[53] Adolf Meschendörfer: Traugott Teutsch und die „Karpathen“. In: Karpathen, 6. Jg., 1913, H. 23, S. 708-726. In: Sienerth, Anm.53, S. 245-247.

[54] Ebd., S. 247.

[55] Emmerich Reichrath: Die Rezension zwischen Journalistik und Literaturkritik. Überlegungen zur Buchbesprechung in der deutschen Tages- und Literaturkritik. In: NL 9/1973.

[56] Peter Motzan: Überlegungen zu einer Geschichte der rumäniendeutschen Lyrik nach 1945. In: Reflexe. Kritische Beiträge zur rumäniendeutschen Gegenwartsliteratur. Hg. v. Emmerich Reichrath. Bukarest: Kriterion 1977, S. 21.

[57] Dieter Schlesak in: Vom Beschreiben zum Urteilen – vom Urteil zur Wirkung. Neue Literatur-Rundtischgespräch zu Fragen der deutschen Literaturkritik. In: NL 3-4/1968, S. 8-31, hier S. 9.

[58] Heinz Stǎnescu: Berichte, Bukarest 1967.

[59] Schlesak, ebd.

[60] Motzan, Anm. 54, S. 22.

[61] Gerhard Csejka: Eigenständigkeit als Realität und Chance. In: Neuer Weg, 20. März 1971.

[62] Motzan, S. 24f.

[63] Harald Krasser: Die deutsche Dichtung Siebenbürgens in unserer Zeit. In: KL 7, 1935, S. 280-282.

[64] Motzan, Anm. 54, S. 28.

[65] Robert Minder: Wozu Literatur, Reden und Essays. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1971, S. 63.

[66] Peter Motzan: Rumäniendeutsche Lyrik-Reflexion (1944-1974). In: NL 26 (1975), H. 8, S. 18-29 u. H.9, S. 83-109.

[67] Ebd., S. 21.

[68] Schlesak, Anm. 55, S. 27.

[69] Ebd., S. 22.

[70] Horst Anger: Schriftsteller und Publikum. In: Karpathenrundschau, 45 /6. Nov./1970, nach Motzan, S. 25.

[71] Peter Motzan: Rumäniendeutsche Lyrik-Reflexion, Anm. 64, S.25.

[72] Ebd., S. 26.

[73] Rita Schober: Zum Problem der literarischen Wertung. In: Weimarer Beiträge, 7/1973, S. 10-53.

[74] Hermann Kähler: Der kalte Krieg der Kritiker, Berlin, 1974, S. 120.

[75] Motzan, Anm. 64, S. 26.

[76] Ebd., S. 27.

[77] Vgl. Heinrich Stiehler: Deutschsprachige Dichtung Rumäniens zwischen Utopie und Idylle. In: Akzente 21 (1974), H.1, S. 21-52, hier S. 21. Stiehler zitiert an dieser Stelle Alfred Kittner.

 

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