Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa





 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., Heft 1-2 (15-16) / 1999, S. 185-188

 

 

KREATIVE SCHREIBTECHNIKEN BEI GOETHE

Stefan Straub



Wenn wir über Schreibtechniken bei Goethe sprechen, so sollten wir uns zunächst einmal klarmachen, welche Tabus über einem solchen Thema schweben. Die Autoren des Biedermeier fühlten sich unter dem Einfluß des Dichterfürsten aus Weimar noch so sehr im eigenen Schreiben, in der eigenen Stilfindung gelähmt und ihrem übermächtigen Vorbild verpflichtet, daß ein Eduard Mörike es sein Leben lang nicht verwinden kann, die gebührende Anerkennung des alten Goethe versagt zu bekommen, und kein Geringerer als Adalbert Stifter beklagte auf das Bitterste, daß Goethe bei der Fertigstellung des ‘Nachsommers’ bereits das Zeitliche gesegnet hatte und so nicht mehr in den Genuss des Romans gekommen war. Die Romantiker hatten zwar ein durchaus zwiegespaltenes Verhältnis zu Goethe, aber der literarische Ruhm und die Welt, die Goethe in seinem Kosmos geschaffen hatte, blieb auch für sie das Maß aller Dinge. Es dauerte lange, bis man in Deutschland wieder zu neuen Schreibtechniken fand und das heißt auch: zu neuen Wegen, Welt in Sprache auszudrücken, und es kommt nicht von ungefähr, daß noch heute in vielen Köpfen der Spruch herumgeistert: ‘Geh zu Goethe, dort findest Du die ganze Welt!’ Das alles ist nicht neu und allgemein bekannt.

Seit etwa zehn, fünfzehn Jahren allerdings bastelt man an diesem für den modernen Menschen allzuheiligen Goethebild fleißig herum, und in regelmäßigem Rhythmus kommt eine neue Biographie über Goethe selbst oder über Menschen heraus, die Goethe nahestanden. Diese Schriften haben ein Ziel: Goethe soll herab aus seinem Dichterhimmel, und wir sollen uns dem Verehrten wie einem normalen Menschen nähern können. In diesem Kontext nun kann die Frage nach dem Allerheiligsten des Schriftstellers gestellt werden: Danach nämlich, welche Schreibtechniken und welche Schreibstimuli Goethe benutzte und welche Produktionsgeheimnisse hinter seinen Schriften sichtbar werden. Ob dabei wesentlich Neues oder gar Sensationelles zutage tritt, oder was im Konkreten die eigentliche Sensation ausmacht, das zu entscheiden obliegt Ihnen als Zuhörerinnen und Zuhörer und Goetherezipienten.

 

1. Goethe und die Systematisierung des kreativen Schreibprozesses

Jeder moderne Schriftsteller, jeder moderne Dichter verfügt über eine ganze Sammlung von Schreibtechniken, und es gibt eine Reihe von interessanten Untersuchungen, die die verschiedenen Schreibtechniken den verschiedenen Schriftstellern zuordnen. So hat James Joyce eine ganz bestimmte Praktik benutzt, um wirklich so zu schreiben, wie Menschen sprechen, oder Thomas Mann machte besondere Übungen, um sich in Schreiblaune zu bringen, und er hatte Tag für Tag eine Art Ritual, mit dessen Hilfe er sich dem leeren Blatt näherte.

Diese Berichte, die manchmal von den Autoren selbst stammen, meist aber von Menschen um die Künstler herum, kommen erst aus neuerer Zeit. Vor Goethe indes gibt es kaum Zeugnisse darüber, wie Schriftsteller schrieben: Die Zeit des Barocks schweigt, wenngleich aus den Sprachgesellschaften viele Anleitungen kommen, wie man Schreibspiele organisieren könne. Auch für die Zeitabschnitte zuvor haben wir kaum etwas, das darüber berichtet, wie Schreiben eigentlich funktioniere und was der Schriftsteller selbst mache, um sich in Schreiblaune zu bringen. Mit Goethe aber betritt ein Mann die literarische Bühne, der nicht nur ein großes Schreibtalent war, vielmehr war er auch ein systematisierendes Genie - und das ist selten: auf der einen Seite also der Künstler Goethe, auf der anderen Seite der Verwalter, der Jurist, der Minister, der Wissenschaftler Goethe. Aber eigentlich muß man es anders sagen, denn in Johann Wolfgang von Goethe gab es nicht diese beiden Seiten getrennt, sondern vielmehr versuchte er von Anfang an beide Seiten zu verbinden und zu einem Ganzen zu verschmelzen, und das gelang ihm auch spätestens in Weimar, in der Zeit also zwischen 1775 und 1832.

 

2. Einige der wichtigsten Schreibtechniken Goethes

2.1. Von der Kunst, die eigene Imaginationsfähigkeit zu trainieren
Es ist also deshalb auch gar kein Wunder, daß wir mit Goethe eigentlich den ersten Schriftsteller vor uns haben, der sich selbst beobachtet und neugierig ist, was ihn am Schreiben immer wieder fasziniert. In seinen Briefen, in seinen Gesprächen - vor allem im Alter mit Eckermann - erzählt er immer wieder darüber, welche Techniken er benutzt habe und was ihm Spaß gemacht habe. Als Grundlage für sein gesamtes Schaffen nennt Goethe am häufigsten seine lebendige Phantasie und Einbildungsgabe. Er selbst litt sogar unter einer überschäumenden Phantasie, die ihn anfallsweise heimsuchte, und er mußte lernen, die inneren Bilder zu beherrschen. Vor allem besaß er die Fähigkeit, sich Dinge und Handlungen zu imaginieren. Was heißt das konkret? Ich möchte Sie im folgenden zu einem kleinen, zweiminütigen Experiment einladen. Wir werden heutzutage ständig von vielen, allzuvielen äußeren Bildern bedient, deshalb kann es durchaus sein, daß Ihnen die folgende Übung eventuell Schwierigkeiten bereitet. Einige meiner Studentinnen und Studenten jedenfalls fiel es schwer das Folgende zu imaginieren.

Schließen Sie bitte zunächst einmal Ihre Augen und achten Sie auf Ihren Atem. Beobachten Sie, wie Sie atmen...nun stellen Sie sich eine Haustür vor, es kann auch Ihre eigene Haustür sein: Wie sieht sie aus? Ist sie aus Holz? Welche Farbe hat sie? Hat sie eine Türklinke oder einen Knauf? Versuchen Sie, jedes Detail in den Blick zu bekommen...ein Pinsel schreibt nun mit Farbe langsam Ihren Vornamen an die Tür. Beobachten Sie genau, wie die Buchstaben Ihres Namens gemalt werden... Lassen Sie sich Zeit dafür. Der Pinsel gleitet ganz langsam über die Tür... Welche Farbe hat Ihr Name? Welche Formen haben die Buchstaben: Druckbuchstaben, Schreibschrift?... Würden Sie gerne diese Türe öffnen? Was könnte dahinter sein?... öffnen Sie jetzt bitte wieder Ihre Augen und kehren Sie hierher zu unserer Tagung zurück.

Spätestens bei der letzten Frage: Was könnte hinter der Tür sein? beginnt die Schreib- und Dichtkunst. Goethe war ein Meister des Imaginierens von Kindesbeinen an, oder besser gesagt: Jedes Kind ist ein Meister in solchen Imaginationsübungen. Goethe allerdings konnte sich diese Meisterschaft ein ganzes Leben lang erhalten.

2.2. Den Gedanken freien Lauf lassen
Goethe beschrieb oft, wie wichtig es für ihn ist, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Aber er klagte zugleich auch darüber, denn wenn er konzentriert sein wollte, verführte ihn seine Phantasie häufig und flog mit ihm rund um den Erdball. Aber der Dichter machte das beste daraus. Er unterbrach seine Arbeit oder seinen Brief und folgte seinen Gedanken und seinen inneren Bildern, und auf diese Weise gelang ihm etwas Großartiges: Er konnte Schreiben und Imagination miteinander verbinden! Er machte einfach mitten im Schreiben eine Pause, folgte seiner Phantasie und fand auf diese Weise einen Weg, seine Phantasieausflüge mit dem aktuellen Schreibtext zu verbinden.

2.3. Diskutieren mit Phantasiepersonen
Goethe war, das wissen wir aus vielen Schriftzeugnissen seiner Zeitgenossen, ein Gesellschaftsmensch. Er liebte es, mit anderen Menschen zusammenzusein. Deshalb fiel es ihm schwer, einfach für sich alleine zu schreiben. Also erfand er sich eine ideale Möglichkeit: Er imaginierte sich eine ihm bekannte Person, bat sie, sich niederzusetzen, ging vor ihr auf und ab, blieb vor ihr stehen und diskutierte mit ihr - oft sogar stundenlang, wie sein Diener John mehrmals verwunderlich feststellte. Dabei mußte natürlich der Mensch, den sich Goethe imaginierte, von solchem Charakter sein, daß er eher ruhig dasaß und aufmerksam zuhörte, was Goethe mit ihm erörterte. Goethe war der festen Meinung, daß diese Methode wichtiger und besser sei, als das Briefeschreiben, obwohl er beide Methoden sehr schätzte. In seiner Lebenserinnerung ‘Dichtung und Wahrheit’ beschrieb der Dichter, daß durch diese Methode große Teile des Werther entstanden seien.

2.4. Träume weiterschreiben und verändern
Aber nicht nur bekannte Menschen beflügelten Goethes Phantasie, auch in seinen Träumen formten sich die Imaginationen des Tages in der Nacht weiter. Und oft beschreibt Goethe, daß er nachts erwacht sei und das Ende für ein Gedicht gefunden habe. Dann stand er auf, rannte an sein Schreibpult und schrieb dies alles nieder.

2.5. Bewußtes Planen beim Schreiben
Dies alles klingt natürlich so, als habe Goethe nie nach Plan geschrieben, als sei sein großes Werk einfach nur intuitiv-genial-spontan entstanden. Dies war wohl nie der Fall. Wir wissen, wie genau Goethe für den Werther beispielsweise recherchierte und welche Planungen dem Götz vorausgingen, wenngleich ich an dieser Stelle betonen möchte, daß die Texte vor Goethes klassischer Periode sicherlich von einer größeren Spontaneität gekennzeichnet sind als in der sogenannten Weimarer Zeit. Gerade in der Zeit der Klassik (1788-1805) benutzte Goethe immer wieder klare Schreibpläne und Gliederungen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß es durchaus sein könnte, daß Goethes Weimarer Freund Schiller ihn darauf aufmerksam machte, nicht zu sehr dem Emotionalen und der Spontaneität freien Lauf zu lassen. Beide Freunde diskutierten in ihren Briefen ausführlich diesen Punkt, was nämlich zuerst da sei: der ‘bewußtlose’ Drang, etwas Schreiben zu wollen - also die Schreiblust, oder die bewußte klare Idee, was man schreiben wolle - also das Thema. Schiller zog für sich in einem Brief das Fazit: “Das Bewußtlose mit dem Besonnenen vereinigt, macht den poetischen Künstler aus.”

2.6. Das konkrete Betrachten der Welt
Ich habe zu Beginn gesagt, daß wir in Goethe auch einem großen systematisierenden Geist begegnen. Bevor Goethe zu einer längeren Reise aufbrach, stellte er umfangreiche Materialsammlungen zusammen, schnitt aus Zeitungen Berichte über sein Reiseziel aus, diskutierte mit Freunden und Experten Probleme, die es in jenem Zielland zu jener Zeit gab, schrieb Essays über diese Gespräche und erörterte so im Geiste, wie es dort aussehen werde und was ihn dort empfangen werde, wenn ihn endlich die Kutsche ans Ziel gebracht habe. Goethe war überhaupt ein Mensch, der die genaue Beobachtung liebte. Die konkreten Dinge genau zu betrachten war für ihn eine Leidenschaft, und er wußte um die Magie der Sprache, daß Sprache nämlich die Welt nocheinmal neu erschaffen könne und zwar so, wie es der Dichter wolle, schreiben war für ihn:
“...die Reproduktion der äußeren Welt, durch die innere Welt, die alles packt, verbindet, neu schafft, knetet und in eigener Form und Manier wieder hinstellt.”

 

3. Einige der wichtigsten Schreibstimuli Goethes: Lesen, Malen, Briefeschreiben, Mitarbeiter

Lassen Sie mich zum Schluß noch kurz auf die Frage zu sprechen kommen, wodurch sich Goethe vor allem anregen ließ und was ihn inspirierte. Immer wieder betonte er, wie wichtig ihm das Lesen sei, und viele seiner Texte, seiner Gedichte und seiner Prosa sind verarbeitete Lesefrüchte, die sich in seiner eigenen Phantasie weiter ausgeformt haben. Vor allem die Antike ist es, aus der Goethe immer wieder neu schöpft. Er liebte die griechischen Schriftsteller und konnte fließend griechisch lesen. Bereits mit sieben Jahren hatte er Griechisch erlernt, und schon seine Kinderphantasie war fasziniert von den griechischen Mythen. Eine ähnliche Wirkung hatte die Bibel, und da vor allem das Alte Testament auf ihn. Später sollte ihn das Mittelalter sehr interessieren. Angeregt durch intensive Shakespeare- und Milton-Lektüre suchte er immer wieder nach mittelalterlichen Quellen, und es wundert so auch nicht, daß sein Hauptwerk ‘Faust I und II’ im Mittelalter angesiedelt ist. Wichtig war ihm immer wieder der Kontakt zu Historikern, denn ihre Forschungen gaben ihm den Stoff, den er dann als Dichter für seine Arbeit ausformte. Sie sehen auch hier wieder den starken Willen des Dichters, eine eigene Welt aus vorgegebenem Material zu schaffen.
Ein Mensch, der so intensiv wie Goethe versuchte, die Welt neu auszudrücken, griff natürlich begeistert zu dem Medium, mit dessen Hilfe man die Welt direkt in Farben darstellen kann. Immer wieder betonte Goethe deshalb, wie wichtig ihm das Malen als Schreibimpuls sei, und auf seiner berühmten italienischen Reise begriff sich Goethe gar nicht als Schriftsteller sondern vielmehr als Maler. Die Malerei war für ihn eine direkte Möglichkeit, sich die Welt ‘einzudrücken’, wie er es nannte, um sie dann später im Wort wieder auszudrücken. Im Alter richtete er sich ein eigenes Gemäldezimmer ein. Dorthin hängte er eine ganze Anzahl von Italienbilder, eigene und fremde und ließ sich immer wieder von ihnen inspirieren.

Ebensowichtig wie Bilder waren für ihn aber auch Briefe. Goethe war ein begeisteter Briefesammler aus vergangenen Tagen. Mit Hilfe von Briefen hielt er nicht nur Kontakt zu anderen Menschen seiner Gegenwart, vielmehr sind es die alten, gesammelten Briefe, die ihm ‘Zeitreisen’ ermöglichen und in Kontakt zu anderen Epochen bringen:
“Für den mitgeteilten behaglichen Brief danke ich zum allerschönsten; man sieht in wunderliche Zustände hinein. Deswegen wird mir auch meine Sammlung von eigenhändigen Briefen bedeutender Menschen immer interessanter, ja zuweilen furchtbar; man wird in ein vergangenes Leben, als in ein gegenwärtiges versetzt, und wird verleitet, das gegenwärtige als ein vergangenes anzusehen.”

Nicht vergessen darf man, wenn man über Goethe spricht, daß ein solcher systematisierender Geist auch die Möglichkeiten fand, andere Menschen als Mitarbeiter zu engagieren und zu bezahlen. Dr. Eckermann war dafür zuständig, das entstandene Werk zu katalogisieren und Goethes große Bibliothek zu archivieren, Goethes Diener John mußte aufschreiben, was ihm der Dichter diktierte und andere Männer gingen für ihn auf Suche, wenn es um Spezialthemen aus der Architektur, Malerei oder Literatur ging. Goethe hatte sich also im Laufe der Jahre eine ganze Maschinerie geschaffen, mit dem Ziel, Literatur zu machen.

 

4. Eine wichtige Schlußfolgerung

Was ergibt sich nun daraus, die kreativen Schreibtechniken eines Mannes untersucht zu haben, dessen 250. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern? Ich glaube, die Antwort findet sich, wenn wir eine andere Frage anschließen, die Frage nämlich, welchem Ziel Goethes Schreiben im letzten diente. Die ‘Schreibmanufaktur’, die Goethe im Laufe seines Lebens um sich herum aufgebaut hatte, stellt den Dichter eindeutig in die Reihe jener Künstler, die Kunst als etwas Machbares verstehen. Goethe ist dabei ‘Poet’ im wahrsten Sinne des Wortes - ein Macher. Zugleich drückt sich dieser Drang, die Welt nämlich zu formen, in seinem hohen Posten aus, den der Dichter als Geheimer Rat innehatte: Er leitete die Gebiete der Finanzen, des Bergbaus, des Militärwesens von Anfang an, später - nach der Italienreise - kommen die Ressorts Bildung und Theater hinzu. Man greift zu kurz, wollte man Goethe nur als Karrieristen verstehen. Denn wieder würde sich die Frage stellen: Welches Ziel hatte dann Goethe mit seiner Karriere im Blick? Auf dieselbe Weise wie Goethe Menschen instrumentalisierte (Lenz, Herder etc.), genauso diente ihm auch der hohe Staatsposten des Geheimen Rates: Seinen starken Willen, die Welt nochmals neu zu schöpfen, neu auszudrüken konnte er als Staatsmann im konkreten, sichtbaren Wirken Ausdruck verleihen, als Dichter aber wiederholt Goethe den göttlichen Schöpfungsakt in seiner Sprache, in seiner Kunst nocheinmal. Diesem Ziel mußte sich alles unterordnen: Goethe gestaltete den Stoff der Welt durch seine reiche Phantasie nocheinmal neu, seine große Gabe zu systematisieren half ihm dabei, diesem unendlichen Stoff Gestalt zu geben. Goethe ist längst nicht mehr Sprachrohr der Götter, Übersetzer des Willens der Transzendenz, sondern er selbst macht sich zum formenden Gott, zu einem schreibenden Demiurgen. Goethes Prometheusgedicht - dereinst als Stürmer und Dränger geschrieben - ist sein Lebensprogramm, ja mehr noch: Goethe wird selbst zu einem Prometheus, der Menschen und die Welt neuformt, nicht aus Erde, sondern mithilfe der Sprache, mithilfe des Alphabets, mithilfe der Schreibfeder. Unter diesem Gesichtspunkt freilich wird dann auch verständlich, daß Goethe jene Techniken analysiert und reflektiert, die ihm im Schreiben die Möglichkeit erst geben, Neues zu schaffen. Daß der Dichterfürst aus Weimar dabei beinahe zufällig für viele nachfolgenden Autoren erstmalig die Frage nach dem kreativen Schreibprozeß überhaupt aufwirft, ist wieder einmal typisch ‘goethisch’.
 


Literatur:

1. Schillers Briefe, hrsg. v. Erwin Streitfeld/Viktor Zmegac. Königstein 1983 S. 271

2. Goethes Briefe in 4 Bänden. Hamburg 1962-1968. Bd. 1, S.223

3. Goethe, Johann Wolfgang v.: Briefe, a.a.O. Bd. 3, S.389

Weiterführende Literatur:

1. Goethes Werke in 14 Bänden. Hamburg 1951-1958

2. Goethes Briefe in 4 Bänden. Hamburg 1962-1968

3. Conrady, K.O.: Goethe. Leben und Werk. Frankfurt 1987

4. Eissler, K.R.: Goethe. Eine psychoanalytische Studie. 1775-1785. 2 Bde. München 1987

5. Friedenthal, R.: Goethe. Sein Leben und seine Zeit. Stuttgart 1963

6. Merian, G. (Hrsg.): Johann Peter Eckermann. Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. (1823-1832) Berlin 1912

7. Muschg, W.: Tragische Literaturgeschichte. Bern 1957 (hier vor allem die Seiten 46-66)

8. Werder, Lutz v. u.a.: Kreative Literaturgeschichte. Milow 1992 (hier vor allem die Seiten 117-155)

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., Heft 1-2 (15-16) / 1999, S. 185-188

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania