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ORTHOGRAPHISCHE REFORMBEMÜHUNGEN

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Alina Crãciunescu

1. Einleitung 

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, wesentliche Merkmale der deutschen Orthographie vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu untersuchen. Dabei sollen die für jene Zeitspanne kennzeichnenden Etappen in der Herausbildung und Regelung der einheitlichen deutschen Orthographie beleuchtet werden. In diesem Zusammenhang spielt auch die geschichtliche und ideologische Situation der Zeit eine wichtige Rolle. Der Blick in die Geschichte der deutschen Rechtschreibung, der in vorliegender Arbeit nur eine begrenzte historische Periode umfasst, soll dazu beitragen, die Ursachen der Probleme, die auch heute noch aktuell sind, besser zu erfassen (Nerius/Scharnhorst 1980: 11).

In der Entwicklung der deutschen Orthographie wird den orthographischen Konferenzen von 1876 und 1901 eine große Bedeutung beigemessen. Das Ziel der I. Orthographischen Konferenz stellt die Herstellung der Einheitlichkeit in der Schreibung dar, die erst 1901 tatsächlich erreicht wird. Die II. Orthographische Konferenz markiert den Abschluss der Entwicklung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung (Nerius 2002: VII). Auf der orthographischen Reform von 1901 fußt das weiterhin geltende Regelwerk, das infolge der zwischenzeitlichen Eingriffe wesentlich umfangreicher und komplizierter wird. Aus diesem Grund beschließen die Teilnehmer an der Wiener Konferenz von 1986 die Einführung eines neuen, den heutigen Erfordernissen angemessenen orthographischen Regelwerks. Dieses wird am 1. August 2005 in Kraft gesetzt.

Die Rechtschreibreform hat heute genauso wie früher heftige Diskussionen ausgehend vom Reformprogramm bis zu den Stellungnahmen der verschiedenen Instanzen hervorgerufen. Hieraus erweist es sich als sinnvoll nicht nur die Reformprogramme aufzuzeigen und zu analysieren, sondern auch der Frage nachzugehen, inwieweit die staatlichen Institutionen  in der Zeitspanne 1876-1921 eine Rolle bei deren Durchsetzung gespielt haben. Es soll auch gezeigt werden, welche Berufskreise im Laufe der Zeit als Reformbefürworter oder -gegner in den Vordergrund treten. Hierbei gilt es zu prüfen, welche Faktoren zur Durchsetzung oder zum Scheitern des Reformgedankens beigetragen haben.

Zum besseren Verständnis dieses Entwicklungsprozesses sowie auch der gegenwärtigen Reform werden die orthographischen Festlegungen und Reformbemühungen im Rahmen der historischen Etappen dargestellt und analysiert.

2. Die I. Orthographische Konferenz (1876)

2.1 Ausgangslage

Die historische, politische und wirtschaftliche Lage der deutschen Länder hat in  hohem Maße das kulturelle Leben und die Wissenschaft beeinflusst. Infolge der ökonomischen Entwicklung der deutschen Länder hat auch das allgemeine Interesse für die Wissenschaften und somit auch die Beschäftigung mit der deutschen Sprache zugenommen. Der Wunsch nach einer staatlichen Vereinheitlichung[1] ist immer stärker geworden. In diesem Kontext erweist sich die Herstellung einer einheitlichen deutschen Orthographie einerseits als notwendig, andererseits als schwer realisierbar.

Seit der Mitte des 19. Jh. wird diesen Bestrebungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei stehen sich zwei Auffassungen gegenüber: die historische und die phonetische.

Die Vertreter der historischen Richtung versuchen die Schreibung des Deutschen auf frühere Sprachzustände zurückzuführen und sie wiederzubeleben. Dies wird aus folgenden Gründen nicht als praktikable Lösung betrachtet (Lohff 1980: 307): Diese Auffassung verfolgt nicht das Ziel, die kommunikativen Anforderungen an die Schreibung zu verbessern, wobei der Rückgriff in vergangene Entwicklungsetappen der deutschen Sprache keinen festen Bezugspunkt für die Normfestlegung ermöglichen könnte. Das bedeutet, dass auf  bestimmte Kriterien „für die Kodifizierung der Orthographie“ verzichtet werden müsste.

Als wichtigster Vetreter der phonetischen Richtung gilt Rudolf von Raumer, dessen Auffassung klare Kriterien „für die Kodifizierung der deutschen Sprache“ bietet. Er setzt sich nicht für radikal phonetische Änderungen ein, sondern dafür, dass „alle neuen Festsetzungen sich möglichst dem Vorhandenen anschließen“ (Raumer 1863: 138).

Die Anhänger der beiden Richtungen versuchen ihre Prinzipien durchzusetzen, was zu einer allgemeinen Verwirrung in Schulen und im Druckgewerbe führt. Konrad Duden (1908: 331) beschreibt die Lage folgendermaßen:

Nicht zwei Lehrer derselben Schule und nicht zwei Korrektoren derselben Offizin waren in allen Stücken über die Rechtschreibung einig, und eine Autorität, die man hätte anrufen können, gab es nicht.

Die Schulbehörden haben den ersten Schritt in Richtung Vereinheitlichung in der Schreibung  innerhalb und außerhalb der Schulen unternommen, u.zw. 1855 in Hannover. Die von den Schulbehörden festgelegten Regeln haben die historische Auffassung als Grundlage, deshalb schafft das Regierungsreskript in Anlehnung an Rudolf von Raumer bestimmte historische Schreibungen ab. Dem hannoverschen Beispiel folgen 1857 Leipzig, 1858 Kurhessen, 1861 Württemberg und 1871 Berlin.

Die preußische Regierung bezieht 1862 zu der in den Schulen entstandenen Unsicherheit Stellung und erlässt am 13. Dezember eine Ministerialverfügung, in der darauf hingewiesen wird, dass „es dem einzelnen Lehrer derselben Anstalt nicht zu gestatten ist, die Übereinstimmung des Verfahrens, zu welchem die Lehrer derselben Anstalt sich vereinigen müssen, um theoretischer Gründe willen zu stören“ (Wilmanns 1887: 18).

Eine bedeutende Rolle für den weiteren orthographischen Entwicklungsprozess spielt das Jahr der Gründung des deutschen Reiches, 1871. Eine Kommission von fünf Fachleuten verfasst das Berliner Regelbuch, das aus einem Schulbuch mit einem Regel- und Wörterverzeichnis und einer Schrift zur Begründung und Erläuterung besteht. Sowohl das Berliner Regelbuch als auch Dudens 1872 erschienene Deutsche Rechtschreibung orientieren sich an dem phonetischen Prinzip und erfreuen sich großer Verbreitung. Deshalb wird Raumer, mit Zustimmung der Regierung, vom Kultusminister Falk beauftragt ein Regelwerk für die deutsche Orthographie zu entwerfen.

2.2 Vorbereitung und Ziele der Konferenz

Zur Konferenz werden außer Raumer[2], Wilmanns, Duden, Sanders auch andere von den einzelnen Ländern vorgeschlagenen Teilnehmer eingeladen. Bei ihrer Nominierung wird darauf geachtet, dass es Fachleute mit praktischer Erfahrung und keine Vertreter der radikal phonetischen oder historischen Richtung sind.

Die Konferenz zur „Herstellung einer größeren Einigung in der deutschen Rechtschreibung“ findet vom 4. bis zum 15. Januar 1876 in Berlin statt. Ziel der Verhandlungen[3] ist die Ausarbeitung eines einheitlichen Regelwerks für  die Schulen und den öffentlichen Schreibgebrauch.

Die Konferenzvorlage[4] stellen das von Raumer vorgelegte Regelwerk mit Wörterverzeichnis und eine Schrift mit Erläuterungen dar. Hier weist er (Verhandlungen 1876: 51f.)  darauf hin, dass die Hauptaufgabe der Schrift eine praktische ist, denn „sie hat dem ganzen Volke zu dienen“. Deshalb kann es sich nicht um „eine von vorne beginnende Neuschöpfung der Rechtschreibung handeln“.

2.3 Orthographische Festlegungen und Begründungen

Entsprechend der oben genannten Ziele werden auf der Konferenz folgende Änderungen beschlossen:

·        die Schreibung  -iren statt -ieren

Obwohl in Raumers Vorlage die Durchsetzung der Schreibung -ieren vorgeschlagen wird, bleibt infolge der Beratungen bei den Fremdwörtern die Schreibung auf -iren mit kurzem i wie in probiren, studiren, hantiren mit einigen Ausnahmen auf -ieren wie regieren, spazieren erhalten. Die Substantive auf -ie oder -ier, die  aus dem Französischen entlehnt wurden, und die davon abgeleiteten Verben werden mit -ie geschrieben: barbieren, einquartieren, tapezieren, turnieren.

Die Entscheidung der Konferenzteilnehmer, dem vorherrschenden Schreibgebrauch zu folgen, stellt den Grund für den Vorzug von -iren dar (Lohff 1980: 315).

·        die Bezeichnung der Länge der Vokale

Eine längere Diskussion wird über die Beschränkung der Dehnungszeichen geführt. Die Mehrheit der Konferenzteilnehmer hat eine generelle Tilgung des h angestrebt, von Sanders und Scherer wird dies abgelehnt, da sie einen Bruch in der Schrifttradition befürchten. Außerdem bestünde die Gefahr eines heftigen Widerstands seitens der Öffentlichkeit. Trotz großer Differenzen im Laufe der Diskussion werden folgende Beschlüsse gefasst (Verhandlungen 1876: 137ff.): Langes i wird in den deutschen Wörtern ie geschrieben: z.B. Liebe, blieb, viel, Sieg. Die Bezeichnung der Länge unterbleibt in mir, dir, wir, Igel, Lid, wider (in beiden Bedeutungen) und in Ableitungen und Zusammensetzungen wie erwidern, widersprechen, widerkommen. Auch die schwankenden Einzelwortschreibungen werden beseitigt und auch wenn die Aussprache zwischen langem und kurzem Vokal schwankt wird fing, gibt, ging, hing mit i geschrieben.

Langes e wird durch ee wie in Beere, beet, leer, Meer, See und durch eh in dehnen, ehren, fehlen, lehren, Lehrer, stehlen, wehren, nehmen bezeichnet.

In manchen Wörtern bleibt die Verdoppelung des Vokals (oder h) erhalten, um diese voneinander zu unterscheiden: Ahn, Ahnherr, an; fahnden (‚nachstellen’) und fanden (‚finden’), das Boot (‚Kahn’) und das Bot (‚Vorladung’), der Bote. In einigen Wörtern schreibt man h, wegen der  vorhandenen Verwandschaft mit Wörtern, die ein h enthalten: Mühle-Mehl, befahl, empfahl-Befehl, Draht-drehen, Diebstahl-stehlen, zehn-zehen. Im Übrigen gilt folgende graphische Kennzeichnung der Längenregelung: Al, Ale (des Schusters), Ar (‚Adler und Flächenmaß’), bar (‚bares Geld’, ‚bar und ledig’), Bare, gebären, Gefar, Gefärde, gefärlich, ungefär.

·        die Einschränkung im Gebrauch des th

Die Mehrheit der Konferenzteilnehmer stimmt für Raumers Vorschlag in Bezug auf die Einschränkung des th. In deutschen Wörtern wird mit einfachem t geschrieben: Träne, Tier, Tal, Rat, Ton (in beiden Bedeutungen), Tor (in beiden Bedeutungen); th kann nur noch in Zusammensetzungen entstehen wie in Rathaus.

·        Ersetzung des c durch k oder z in Fremdwörtern

Das c in Fremdwörtern wird durch k ersetzt, wenn es diesem deutschen Laut entspricht wie in Kanzler, Kapitel, Kabinett, Konferenz, Kultur, abstrakt.

Das c bleibt erhalten in Celebrität, Cement, Centimeter, Cigarre, social, Citat, Docent, Societät. Die Einführung des z wird in Zelle, Zirkel, Bezirk, Offizier, Kreuz vorgenommen. Man schreibt z auch auf der Grundlage des lat. –tia, -tium, -tius in Justiz, Notiz, Distanz, Differenz.

Die Schreibweise sowohl mit c als auch mit z ist in Wörtern wie Censur/Zensur, Citrone/Zitrone, Medicin/Medizin, December/Dezember, speciell/speziell zulässig.

·        Weitere Änderungen in der Schreibung der Fremdwörter

Die wichtigsten  Änderungen haben als Ziel die Ersetzung der fremdsprachlichen Schreibweise mit der deutschen Schreibung wie z.B. u für das französische ou in Diskurs, Truppe, Gruppe; ä für frz. ai in Militär; familiär (besonders in den Endungen –än und –är); ä für lat. a in den Wörtern Fakultät, Dualität (auf –tas, -tatis); ö für frz. eu und oeu in Möbel, religiös; ü für frz. u in Lektüre, Kostüm, Tribüne; sch für frz. ch in Broschüre, Maschine u.a.

·        die Schreibung des ß oder ss

Nach langem Vokal wird ß geschrieben: Fuß-Füße, reißt, reißen; nach kurzem Vokal folgt ss wie in hassen. Am Ende der Wörter und in Zusammensetzungen sowie auch im Anlaut vor Konsonanten schreibt man ß: Guß, Fluß, Flußufer, er haßt.

  • die Großschreibung

Die Beratungen zu diesem Problem verlaufen ohne heftige Auseinandersetzungen, großgeschrieben werden also:

1. das erste Wort eines Ganzsatzes, 2. die Substantive, 3. die Wortarten, die als Substantive gebraucht werden, 4. die Adjektive und Ordnungszahlen, die mit dem Artikel hinter dem Eigennamen stehen und einen Teil des Eigennamens bilden, 5. die Adjektive und Pronomina in Titeln, 6. die Pronomina, die sich auf die angeredete Person beziehen, namentlich in Briefen, 7. die von Personennamen abgeleiteten Adjektive und die von Ortsnamen abgeleiteten Wörter auf   -er.

In der Konferenzvorlage von Raumer wird die Untrennbarkeit von st und ng, pf, sp, ck, ß vorgesehen. Entgegen dieser Vorlage legen die Konferenzteilnehmer Folgendes fest: ck, pf, st, sp, tz werden getrennt: Zuk-ker, klop-fen (aber em-pfinden), Las-ten, Wes-pe (aber Ge-spinst), krat-zen. Der Grund dafür ist, dass man die Wörter nach Sprechsilben trennt, so wie sie sich beim langsamen Sprechen von selbst zerlegen. Ch, sch, th und r vor Vokalen werden immer zur nächsten Silbe gezogen: Bräu-che, lö-schen, Lo-thar. Zusammengesetzte Wörter werden nach ihren Bestandteilen getrennt: war-um, dar-um, hin-ein.

·        Ersetzung des dt durch t  

Die Schreibung t statt dt wird in folgenden Wörtern eingeführt: Brot, Ernte, gescheit, Schwert, tot, töten, totschlagen, Totschlag (dagegen Tod, Todsünde, todmüde, todkrank, tödlich); dt wird in Stadt, beredt, bewandt, gewandt, verwandt und ihren Ableitungen geschrieben.

2.4 Analyse der Ergebnisse

1876 betont Duden in seinem Werk “Die Zukunftsorthographie nach den Vorschlägen der zur Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung berufenen Konferenz, erläutert und mit Verbesserungsvorschlägen versehen“, dass der Vorwurf der Reformgegner, die neue Rechtschreibung würde mit der Tradition brechen, unbegründet sei. Duden spricht sich sogar für eine weitergehende Reform wie z.B. in Bezug auf die Länge des Vokals e (Mel statt Mehl, nemen statt nehmen) oder die Ersetzung des c in Fremdwörtern.

Das Problem der Länge und Kürze der Vokale ist der von der Öffentlichkeit und der Presse am meisten umstrittene Punkt, für den aber die Mehrheit der Konferenzteilnehmer gestimmt hat. Raumer, der schon während der Konferenz den Widerstand gegen diese Regelung spürt, bringt einen Antrag ein, laut dem, Raumers ursprüngliche Regelung  angenommen werden sollte, falls das neue Regelwerk auf unüberwindbare Hindernisse stieße. Gegen diesen Antrag stimmen Duden, Willmanns und noch drei weitere Konferenzmitglieder, „weil sie fürchten, dass er gegen den Willen des Antragstellers als eine Abschwächung der vorher gefassten Beschlüsse werde aufgefasst werden“ (Duden 1876: 95). Konrad Dudens Befürchtung hat sich nicht nur als berechtigt sondern auch als eine richtige Einschätzung der Reaktion der Gegner dieser Regelung erwiesen, da sie den oben genannten Antrag als ein Zeichen des mangelnden Vertrauens in die Richtigkeit dieses Beschlusses darstellen.

Auch einige Schriftsteller beziehen „zum Teil ohne Sachkenntnis“ gegen die orthographischen Festlegungen der Konferenz Stellung (Duden 1908: 331).

Zu diesem öffentlichen Widerstand tritt noch der politische hinzu, ausgeübt von Bismarck, dem „Eisernen Kanzler“[5]. In einem Gespräch, von dem sein Freund berichtet, äußert sich Bismarck über die Rechtschreibreform:

Er sprach mit wahrem Ingrimm über die Versuche, eine neue Orthographie einzuführen. Er werde jeden Diplomaten in eine Ordnungsstrafe nehmen, welche sich derselben bediene. [...] Er werde das zur Kabinettsfrage machen, wenn Falk auf diesen Schwindel einginge (zit. nach Küppers 1984: 71f.).

Infolge des öffentlichen und politischen Druckes entscheidet der Unterrichtsminister Dr. Falk, dass die Beschlüsse der Berliner Konferenz nicht durchgeführt werden.

3. Reformbemühungen von 1876-1880

Nach dem Scheitern der Reformbestrebungen von 1876 setzen die einzelnen deutschen Länder die Bemühungen im Bereich der Rechtschreibung fort. Diese bestehen darin, dass auf Landesebene orthographische Regelbücher erarbeitet werden; demzufolge lässt sich die rechtschreibliche Einigung zu jenem Zeitpunkt nicht verwirklichen. Ein großes Interesse an der Erarbeitung eines Regelbuches zeigen der Königlich-Bayerische Staatsminister des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten Dr. v. Lutz und der Königlich-Preußische Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten Dr. Falk. Die Gründe, die Lutz dafür anführt, sind die herrschende Verwirrung und die erhobenen Klagen über die Verschiedenheit der deutschen Rechtschreibung in Schulen und Behörden (Küppers 1984: 73).

Somit unterstützt Lutz die Einführung einer eigenen Schulorthographie in Bayern, die 1879 in Form eines Regelbuches erscheint. Dieses wird ausgehend von Raumers Grundsätzen ausgearbeitet und im Sinne der Schaffung der einheitlichen deutschen Orthographie folgt auch der preußische Kultusminister von Puttkamer dem bayerischen Vorbild und beauftragt Wilmanns ein Regelbuch für die Schulen zu erarbeiten. Auch in Sachsen, Baden, Württemberg und Mecklenburg entstehen neue Regelbücher, die anderen deutschen Länder übernehmen das preußische Regelwerk.

3.1 Die „Puttkamersche“- Orthographie

Obwohl Raumers Entwurf die Grundlage der entstandenen Regelbücher darstellt, haben sich einige Unterschiede[6] zwischen diesen herauskristallisiert wie z.B. in Bezug auf die Kennzeichnung des Doppelvokals und des Doppelkonsonanten: Während in Bayern die orthographischen Varianten Waage, Brantwein, Sammt gültig sind, wird in Preußen Wage, Branntwein und Samt geschrieben. Wilmanns (1880: 114) äußert sich über das von ihm in Übereinstimmung mit der bayerischen Orthographie ausgearbeitete Regelbuch folgenderweise:

In der Schreibung einzelner Wörter sind Unterschiede geblieben; aber ihre Zahl und Bedeutung ist verhältnismäßig sehr gering; jedenfalls stehen die beiden Bücher sich näher als irgend zwei andere früher erschienene Orthographien. Sie bezeichnen einen wesentlichen Schritt zur Einheit, Ordnung und Vereinfachung unserer Rechtschreibung.

Die preußische Schulorthographie enthält keine umfassenden Veränderungen; die wichtigsten davon sind (Lohff 1980: 318):

·        th wird in der Mitte und am Ende der deutschen Wörter zu t, bleibt aber am Anfang teilweise erhalten: Thal, Thon, Thüre

·        dt wird durch t in todt und dten ersetzt

·        -iren wird konsequent durch –ieren ersetzt

·        die Schreibung -nis statt –niß wird durchgesetzt

·        sämtliche Doppelschreibungen werden beseitigt

Trotz der beschränkten Anzahl der Veränderungen löst die Einführung der so genannten Puttkamerschen Orthographie eine heftige Gegenreaktion seitens Bismarck aus. 1880 spricht er sich öffentlich im Parlament gegen die neue Rechtschreibung aus und verbietet deren Anwendung in Behörden. Dieses Problem führt zu einem politischen Konflikt zwischen Bismarck, dem  Reichskanzler, und Puttkamer, dem Kultusminister, woran sich die Vertreter der Medien sehr interessiert gezeigt haben. Somit stößt  der Reformgedanke auf den Widerstand eines großen Teils des Parlaments, der Regierung sowie auch der Presse. Auch diesmal wird von den Reformgegnern das Argument des Traditionsbruches und des Generationskonfliktes vorgebracht. Dies führt zur Situation, dass innerhalb Preußens sowohl eine Schul- als auch eine öffentliche Orthographie benutzt wird.

3.2 Konrad Dudens Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache

Trotz Bismarcks Widerstand kann der Prozess der Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung nicht aufgehalten werden. Zur Durchsetzung der Puttkamerschen Orthographie trägt Konrad Dudens “Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Nach den preußischen und bayerischen Regeln” bei. In der 1. Auflage  erläutert Duden anhand von 27.000 Wörtern die neuen Regeln, die Wilmanns für die Schulen aus Preußen festgelegt hat. Dieses Wörterbuch wird „ein begehrtes Hilfsmittel für den normgerechten Gebrauch der Schreibung“ und erfährt „eine rasche Verbreitung, auch über den unmittelbaren Geltungsbereich in Preußen hinaus“ (Nerius 1975: 64). Obwohl Duden von der Notwendigkeit einer Verbesserung der neuen Rechtschreibung überzeugt ist, verzichtet er auf seine 1876 vertretenen Auffassungen (Dehnungszeichen, Kennzeichnung der Länge der Vokale) zugunsten eines nun wichtigeren Ziels: die Einheitlichkeit der deutschen Orthographie. Damit beendet er seine Arbeit am Wörterbuch nicht, sondern erweitert und erläutert bis 1900 die Ausgangsregeln in fünf weiteren Auflagen.

4. Die II. Orthographische Konferenz (1901)

4.1 Ausgangslage

Duden spielt weiterhin eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der deutschen Orthographie. Das von Dudens Wörterbuch erläuterte orthographische Regelwerk wird auf einer von den Kantonsregierungen der deutschen Schweiz organisierten Konferenz amtlich festgelegt. Diese  Regelung ist seither fast ausschließlich  in der Schweiz gültig (Lohff 1980: 320).

Parallel dazu kommt es zur Wiederbelebung der alten Orthographie, auch „deutsche Reichsorthographie“ oder „conservative volkstümliche Orthographie“ genannt, die Sanders als Orthographie des Bürgerlichen Gesetzbuches durchzusetzen versucht (Scheuringer 1996: 82). Diese wird von staatlichen Institutionen, insbesondere vom Reichspostamt unterstützt. Hieraus ergibt sich der Widerstand der Öffentlichkeit ausgeübt von den Lehrkräften und dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein. Außerdem lehnt auch Puttkamer Sanders Vorschlag ab, was ihn dazu veranlasst, seine erfolglosen Bemühungen aufzugeben.

Am 29. September 1899 findet die 45. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Bremen statt. Infolge der Diskussionen in der Plenarsitzung wird gefordert, dass die Behörden in Preußen und im ganzen Reich die Puttkamersche Orthographie annehmen:

Nach der langen Probe erscheint die neue Orthographie reif und überreif für die allgemeine Anwendung. Seit zwanzig Jahren sind die neu in den Staatsdienst tretenden Beamten mit ihr vertraut. Das Schrifttum hat sie in weitem Umfang angenommen. Alle Schulbücher und Jugendschriften, viele Zeitungen und Wochenschriften, fast alle Sammlungen von Unterhaltungs- und populären Belehrungsschriften, die meisten Kalender, die religiösen Gesang- und Erbauungsbücher, die großen Konversationslexika werden, wie Professor Gemfs schon 1895 nachgewiesen hat, in ihr gedruckt. […] Auch die Behörden selbst können sich ihr nicht mehr vollständig entziehen. So besteht in Preußen für die Offciere zwar noch die Vorschrift, in allen dienstlichen Schreiben die alte Orthographie anzuwenden; aber da im ganzen Kadettenkorps nur die neue gelehrt wird, so hat man sich allmählich genötigt gesehen, bei dem jüngeren Nachwuchs den Gebrauch der neueren auch stillschweigend zu gestatten […] Beweisen nicht alle diese Thatsachen, dass die Verhältnisse die völlige Durchführung der Neuerung gebieterisch verlangen, wenn nicht die alte Verwirrung wiederkehren soll? (Bericht[7] über die 45. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner)

Diese orthographische Regelung wird am 30. Juni 1900 auf einer Sitzung[8] im preußischen Unterrichtsministerium amtlich festgelegt, wie im Protokoll unter Punkt 1 zu sehen ist:

Es empfiehlt sich als Grundlage für die weitere einheitliche Regelung der Rechtschreibung die bisherige amtliche Schulorthographie beizubehalten.

Die Beschlüsse der vom Ministerialdirektor Dr. Althoff eingeladenen Teilnehmer[9] beziehen sich auf einige Änderungen im Regelbuch und somit auf die Ablehnung der Rechtschreibung des Bürgerlichen Gesetzbuches. Es wird empfohlen, ein Wörterverzeichnis für die Schulen herzustellen, wobei sich Duden bereit erklärt, im Einverständnis mit dem Ministerium ein Wörterbuch für die Behörden zu gestalten.

Hiermit wird aber die Situation nicht einfacher, z.B. hat sich die Hauptversammlung des Börsenvereins Deutscher Buchhändler für die Durchsetzung der Schulorthographie von 1880 ausgesprochen, zugleich aber gegen jede Veränderung dieser Orthographie.

In diesem Kontext legt Wilmanns am 16. Juli 1900 ein Gutachten unter dem Titel Was soll geschehen, um die deutsche Rechtschreibung zu größerer Einheit zu führen? vor. Er unterstreicht die Bedeutung der Schulorthographie, erläutert seine Änderungsvorschläge und Ergänzungen und äußert sich dabei über die Festlegungen der Sitzung vom Juni 1900.

Hieraus ist ersichtlich, dass die Bestrebungen auf orthographischer Ebene in Richtung Vereinheitlichung aller Schreibungen ausgerichtet sind und somit kann eine Entscheidung diesbezüglich nicht mehr lange ausbleiben.

4.2 Durchführung der Konferenz

Anfang Juni 1901 werden die Delegierten der Länderregierungen vom Reichsinnenministerium zu einer Konferenz in Berlin eingeladen. Im Vorhinein sollen die Länder ihre Vertreter für die orthographische Konferenz nominieren und die vom preußischen Ministerium entworfene Vorlage übersenden.

Die II. Orthographische Konferenz[10] findet vom 17. bis zum 19. Juni 1901 in Berlin statt. Daran nehmen Vertreter der Behörden, des Buchhandels, des Druckgewerbes und der Regierungen der deutschen Länder und Österreichs teil. Die Konferenzvorlage ist eine Neubearbeitung des preußischen Regelwerkes. Der Vorsitzende der Konferenz, der preußische Minister Dr. Studt, weist von Anfang an darauf hin, dass nicht eine gesetzgeberische Regelung beabsichtigt wird. Die Grundlage für eine Vereinbarung soll festgelegt werden, wobei es den einzelnen Regierungen überlassen bleibt, Konsequenzen daraus zu ziehen (Protokoll der II. Orthographischen Konferenz). Somit stellt die Schaffung einer einheitlichen deutschen Orthographie, ohne längere Debatten in Bezug auf fachliche Fragen, das Ziel der Konferenz dar.

4.3 Orthographische Festlegungen und Begründungen

Diskussionen werden in Bezug auf die Kennzeichnung der langen Vokalphoneme, der Vereinfachung der Groß- und Kleinschreibung, der Silbentrennung und der Fremdwortschreibung geführt, dabei ist die Konferenzvorlage maßgebend. Vorschläge zur Silbentrennung, zur Wiedergabe der langen Vokale, zur Annahme der s-Schreibung, wie man sie schon 1876 beschlossen hat, zur Ersetzung von rh, th, ph in Fremdwörtern durch t, r, f werden abgelehnt. Somit werden nur wenige Änderungen gegenüber der Schulorthographie vorgenommen, weil am meisten darauf geachtet wird, eine einheitliche Schreibung zu erzielen. Die wichtigsten Neuregelungen sind die folgenden:

·     Das th fällt generell in deutschen Wörtern weg; es wird durch t ersetzt wie in Thal-Tal, Thon-Ton, thun-tun, Thür-Tür.

·     In assimilierten Fremdwörtern ersetzt man: c durch k und z wie in Kaffee, Korps, Zentrum; cc durch kk oder kz in Akkord, Akkusativ, Akzent, Akzise; teilweise ch durch sch in Schokolade, Schikane.

·     Einzelne Fälle werden geregelt: gib statt gieb; du naschst statt du nascht; der närrischste statt närischte; Efeu statt Epheu.

·      st wird nicht mehr getrennt, wie in La-sten; im Unterschied zu pf und dt in Städ-te, tap-fer.

·      Was die Groß- und Kleinschreibung betrifft, wird für Zweifelsfälle die Schreibung mit kleinem Buchstaben empfohlen.

Hiermit wird das Ziel der Vereinheitlichung der deutschten Schreibung erreicht; die Beschlüsse sind aber infolge eines Kompromisses der Konferenzteilnehmer entstanden und werden daher im Vergleich zu den Ergebnissen 1876 als „Rückschritt“ betrachtet (Scheuringer 1996: 89).

4.4 Analyse des Ergebnisses

Das Protokoll über die Beratungen der Konferenz und die festgelegten orthographischen Regeln werden den Regierungen zugeschickt, um sich darüber zu äußern und zu entscheiden, ob sie der Einführung des Regelwerkes in der beschlossenen Form zustimmen.

Eine positive Antwort kommt von allen Länderregierungen sowie auch von Öster-reich und der Schweiz. Am 15. April 1902 legt der Stellvertreter des Reichskanzlers dem Bundesrat eine Vorlage hinsichtlich der Einführung der neuen einheitlichen Rechtschreibung in Schulen und im amtlichen Gebrauch der Behörden vor[11]. Der deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm der II., erschwert diesen Prozess, indem er auf die Beibehaltung der alten Rechtschreibung in so genannten „Immediatberichten“ an ihn, in Entwürfen zu seinen „Allerhöchsten Kundgebungen“ und in amtlichen Veröffentlichungen besteht. Diese Entscheidung erweist sich als unangenehm, weil die Schweiz und Österreich die Regelung bereits übernommen haben. Infolge eines erneuten, diesmal erfolgreichen Appells an den Kaiser erklärt sich dieser damit einverstanden, dass die neue Rechtschreibung in amtlichen Veröffentlichungen gebraucht wird, aber nicht in den oben genannten Berichten und Kundgebungen. 

Der Bundesrat beschließt am 18. Dezember 1902, dass die neue Rechtschreibung in den Schulen seit Anfang des Schuljahres 1903/1904 und in den Behörden seit Jahresbeginn 1903 gültig ist. Somit kann zum ersten Mal, trotz der vom deutschen Kaiser bestimmten Eingrenzung, die Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung verwirklicht werden, auch wenn dabei die Vereinfachung des Regelwerks in den Hintergrund gedrängt wird, wie Duden (1902: 4f.) in seiner Stellungnahme erläutert:

Das zunächst und vor allen Dingen zu erstrebende Ziel war die Einheit der Rechtschreibung. Dieses Ziel konnte man bei besonnenem Vorgehen zu erreichen hoffen. Hätte man damit eine gründliche Reform der Rechtschreibung verbinden sollen, so hätte man alsbald den Boden unter den Füßen verloren und wäre einem in der Luft schwebenden Trugbilde nachgejagt. [...] Daß die so entstandene ’deutsche Rechtschreibung’ weit davon entfernt ist, ein Meisterwerk zu sein, das weiß niemand besser, als wer daran mitzuarbeiten berufen war. Aber sie darf vielleicht die Anerkennung beanspruchen, nahezu die beste zu sein, die unter den gegebenen Umständen erreicht werden konnte. [...] Indem ich von ’einem Fortschritt’ spreche, deute ich schon an, daß nach der Meinung derer, die an dem Zustandekommen der neuen, einheitlichen Rechtschreibung mitgearbeitet haben, jetzt keineswegs für alle Zeiten ein Stillstand eintreten soll. Nur ein Zwischenziel ist erreicht worden, hinter dem jetzt keiner mehr zurückbleiben darf [...].

5. Reformbestrebungen zwischen 1902 und 1919

Die obigen Ausführungen weisen schon darauf hin, dass nach der erzielten Einheitlichkeit weitere Bemühungen um die Vereinfachung der Schreibung  als notwendig betrachtet werden.

Einer der Teilnehmer an der II. Orthographischen Konferenz, Brenner,  bezieht schon 1902 zu diesem Problem Stellung und empfiehlt folgende Grundsätze für eine „neue Rechtschreibung der Zukunft“ (Brenner 1902: 60):

·        Für jeden Laut ein Zeichen, aber nicht mehrere Zeichen für einen Laut

·        Keine Zeichenverbindungen für einfache Laute (d.h. nur ein Zeichen für sch, ng, ch)

·        engste Beschränkung der großen Anfangsbuchstaben (Eigennamen, Beginn von Abschnitten und Verszeilen)

·        Bezeichnung der Länge und Kürze in den nötigsten Fällen (d.h. entweder nur Bezeichnung der Länge oder der Kürze)

Die wichtigsten Forderungen Brenners beziehen sich auf die Überwindung der Diskrepanz zwischen dem Phonem- und Graphemsystem und die Veränderung der Groß- und Kleinschreibung. Vereinfachungsvorschläge, mit denen sich die Konferenzteilnehmer 1901 weniger auseinandergesetzt haben, rücken nun in den Vordergrund.

Ein weiterer Kritikpunkt stellen die vorhandenen Doppelschreibungen dar. Für die Beseitigung dieser Formen äußerten sich vor allem die Druckereien, die Behörden und die Schulen[12]. Im Sinne der Erleichterung der Arbeit der Korrektoren und Schriftsetzer sowie auch der Beibehaltung der festgelegten Rechtschreibung erweist sich die Initiative der Herausgabe eines Wörterbuchs, in dem eine einzige Schreibung festgelegt wird, als notwendig. Somit erscheint im Jahre 1903 die „Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache“ von Konrad Duden. Demzufolge wenden sich auch die Behörden und Kanzleien an das preußische Kultusministerium mit der Forderung eine Regel zu bestimmen, welche die Lösung dieses Problems ermöglicht.

Der Erfolg des Wörterbuchs für die Druckereien veranlasst das Königliche Staatsministerium folgende Entscheidungen bezüglich der Doppelschreibungen zu treffen (zit. nach Küppers 1984: 96):

1. Die in dem neuen Wörterverzeichnis gestrichenen Doppelschreibungen fallen fort.

2. Der Gebrauch der in Klammern hinzugefügten Doppelschreibungen ist an sich nicht unzulässig, tunlichst zu vermeiden.

3. Bei den übrigen verbleibenden Doppelschreibungen steht die Wahl der Schreibung bis auf weiteres frei.

Im Jahre 1903 wird das „Amtliche Wörterverzeichnis für den Gebrauch in den preußischen Kanzleien“ herausgegeben. Für den Gebrauch dieses Wörterbuchs und der hier angegebenen Schreibung erklären sich auch die Reichsbehörden und die Regierungen der anderen deutschen Bundesstaaten. Dieses ist ab 1907 auch in den preußischen Schulen gültig (Küppers 1984: 97).

In der 2. Auflage des Buchdrucker-Dudens 1907 sind „die heute gängigen Formen“ angegeben. Diese Auflage des Buchdrucker-Dudens wird 1911 mit der 8. Auflage des Orthographischen Wörterbuchs vereint und 1915 als 9. Auflage veröffentlicht. Das Wörterbuch wird unter dem Titel “Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter“ bekannt und trägt wesentlich zur Lösung des Problems der Doppelschreibungen bei.

1912 erscheint die Reformschrift Unsere Rechtschreibung und die Notwendigkeit ihrer gründlichen Reform von Kosog. Dieser versucht anhand des Diktats Aus dem Testament einer Mutter zu beweisen, dass in Bezug auf die Groß- und Kleinschreibung niemand korrekt schreiben kann. Kosog illustriert dies, indem er angibt, dass selbst er, der das Diktat kennt, 4 Fehler gemacht hat. Die höchste Anzahl von Fehlern bei Lehrern beträgt 22 Fehler und die geringste 4 Fehler. Somit rückt die Problematik der Groß- und Kleinschreibung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und bleibt auch weiterhin im Rahmen der Reformdiskussionen ein zentrales Thema. Neben diesen pädagogischen Argumenten werden auch ideologische vorgebracht, um die Notwendigkeit der Vereinfachung der deutschen Orthographie zu unterstreichen. Während des Ersten Weltkrieges setzt sich verstärkt die Tendenz durch, ausländischen Personen das Erlernen und den Gebrauch der deutschen Sprache zu erleichtern. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung der Orthographie für die Verbreitung des „Deutschtums“ im Ausland hervorgehoben:

Die bisher- gott sei dank- siegreichen deutschen waffen haben deutschland in der welt unvergleichliche ehren errungen, haben den hohen wert des deutschtums dargetan. Nun ist es an uns, dem deutschtum auch geltung zu verschaffen. Und das geschieht am besten durch verbreitung unserer herrlichen deutschen sprache. [...] Es handelt sich bei vereinfachung unserer rechtschreibung ja nicht bloß um schulische und wirtschaftliche Interessen- es geht noch um ein umfassenderes, hochwichtiges vaterländisches ziel: dem deutschtum den weg frei! (Klemm 1916: 84)

Nach dem Ersten Weltkrieg melden sich immer mehr Lehrkräfte zu Wort, in der Hoffnung, dass nun der richtige Zeitpunkt für eine Reform der Rechtschreibung sei. Ausgehend von Brenners Grundsätzen wird insbesondere die Veränderung der Groß- und Kleinschreibung und die  Fremdwortangleichung gefordert. Verstärkt werden nun auch wirtschaftliche Gründe für die Vereinfachung der deutschen Orthographie angeführt, weil diese „schwierig zu erlernende“ Schreibung  das „schwer angegriffene deutsche reich jedes jahr eine unsumme an schulzeit [...], an lerneifer [...], an geld [...], an gesundheit [...]“ kostet (Klemm 1916: 84). Es wird betont, dass die Beseitigung der Großbuchstaben „zur Verkleinerung des Schriftumfangs und damit zur Papierersparnis“ führt (Green 1920: 169).

6. Offizielle Reformbemühungen von 1920/21

Nach dem Ersten Weltkrieg kristallisiert sich die Rechtschreibreform zu einem strittigen Diskussionsthema heraus. Zum ersten Mal nach der Konferenz 1901 wird diese Diskussion wieder von offizieller Seite aufgenommen.

Bei der Vorbesprechung zur Reichsschulkonferenz vom 20. Oktober 1919 sind sich die Vertreter der Landesregierungen und der drei größten Gemeindeverbände darüber einig geworden, dass eine Neuregelung der Rechtschreibung notwendig ist. Dies scheint auch der richtige Zeitpunkt dafür zu sein, weil die politische Lage nach dem Ersten Weltkrieg eine Neubearbeitung der Schulbücher erfordert (Neuordnung der deutschen Rechtschreibung). Auf einer weiteren Sitzung des Reichsschulausschusses vom 28. November 1919 wird festgelegt, dass eine Sachverständigenkommission die Grenzen und die Richtung der Neuregelung bestimmt. Die ersten Beratungen der Kommission, gebildet auch aus Fachkräften Österreichs und der Schweiz, finden am 27. Januar in Berlin statt. Die Mehrheit der Teilnehmer erklären sich für eine phonetische Neuregelung der Orthographie. Die ausgearbeiteten Veränderungsvorschläge werden gleich an die Landesbehörden gesendet, um sie zu analysieren und Stellung dazu zu beziehen. Es handelt sich dabei nicht um völlig neue Vorschläge, viele davon stimmen mit denen von 1876 überein. Folgendes wird gefordert:

·      Auf die Großschreibung der Substantive wird verzichtet; großgeschrieben werden nur Satzanfänge, Personen-, Orts- und Ländernamen sowie einige Ausnahmen.

·      Alle Dehnungszeichen fallen weg: Dehnungs-h, Dehnungs-e, Doppelschreibungen von Vokalen (faren, libe, mer)

·      Überflüssige Buchstaben werden entfernt: v wird in deutschen Wörtern entsprechend der Lautung zu f (fogel) oder w (wase); ks, chs, cks werden zu x (fux, klex); ai wird zu ei (keiser)

·      Was die Silbentrennung betrifft, soll ck künftig k-k getrennt werden.

·      Fremdwörter sollen eingedeutscht werden: fosfor, teater, karakter, nazion.

Diese Forderungen finden keine Zustimmung, weder von Seiten der amtlichen Stellen noch von der Öffentlichkeit, weil man die Umstellung auf eine neue Rechtschreibung scheut (Lüthgens 2002: 63). Auch der Börsenverein der Deutschen Buchhändler, der Deutsche Verlegerverein und die Vereinigung der Deutschen Schulbuchverleger äußern ihren Widerstand gegen die Reform. Der Verleger Voigtländer (1920: 178) bezeichnet das Ergebnis der Beratungen als „ausgeklügeltes Papierdeutsch“, hiermit würde „Schiller noch im Grabe und mit ihm die deutsche Sprache geohrfeigt“. Neben dem Argument des Traditionsbruches und Kulturverlustes werden noch wirtschaftliche Gründe angeführt, welche die Einführung dieser Reform verhindern sollen. Die Vertreter der Verlegerschaft befürchten große Kosten und Umstellungsschwierigkeiten im Falle der Durchsetzung der Reform, deshalb lehnen sie diese verstärkt ab.

Als Folge der allgemeinen Unzufriedenheit beschließt der Reichsschulausschuss am 30. Oktober 1920 erneut einen Sachverständigenausschuss einzusetzen, an dem sich auch Vertreter der Buchhändler, Buchdrucker und Schriftsteller beteiligen sollen. Die ersten Beratungen dieses Ausschusses finden am 10. Dezember 1920 statt und haben als Resultat die Änderungsvorschläge, die am 8. April 1921 als Leitsätze aus der Sachverständigenberatung über die Vereinfachung der Rechtschreibung veröffentlicht werden. Die Änderungen gegenüber 1920 betreffen insbesondere die Groß- und Kleinschreibung und das Dehnungszeichen, wie im Folgenden zu sehen ist (Weisgerber 1964: 3):

1. Die Groß- und Kleinschreibung wird beibehalten.

a.) Großgeschrieben werden

  • das erste Wort eines Satzes

  • alle wirklichen Hauptwörter

  • die Anrede `Sie`

  • Eigenschaftswörter, Fürwörter, Ordnungszahlen in Titeln und Namen

  • die von Personennamen abgeleiteten Eigenschaftswörter.

b.) Wörter, die als Hauptwörter gebraucht werden, sollten großgeschrieben werden. Auch Eigenschaftswörter in Verbindung mit etwas [...] schreibt man gewöhnlich noch groß.

Die Kleinschreibung ist aber in allen diesen Fällen zulässig.

2. Die Dehnungszeichen fallen partiell weg, beibehalten werden sie, wenn es um ee, ie, silbentrennendes h und Entstehung eines Doppelsinns geht.

3. Man ersetzt ai durch ei, x durch ks und y in Lehnwörtern durch i.

4. Die Silbentrennung wird vereinfacht.

5. Fremdwörter werden eingedeutscht.

Obwohl es sich nicht um ein umfangreiches neues Regelwerk handelt und der Zeitpunkt für eine Reform günstig ist, stößt dieses Vorhaben weiterhin auf  Widerstand, der insbesondere von den Buchhändlern  aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage geleistet wird. Somit trifft der Reichsschulausschuss die Entscheidung, dass die Reformbemühungen bis zur Verbesserung der Lage in Deutschland und zum Abschluss der Neuordnung im Schulwesen nicht fortgesetzt werden (Rotter 1939: 17).

7. Schlussbetrachtung

7.1 Ergebnisse

Die obigen Ausführungen zeigen, dass die staatlichen Institutionen schon 1876 an der Herstellung der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung interessiert sind und diese auch konkret unterstützen u. zw. durch die Organisation der I. Orthographischen Konferenz in Berlin. Die starke Kritik, die hierzu von den Schriftstellern ausgeübt wird, bezeichnet Duden (1908: 331) als nicht angemessen und unberechtigt; trotzdem  scheitern die Reformbemühungen infolge des großen Druckes seitens der Öffentlichkeit und der Politik. Diese I. Orthographische Konferenz ist aber von besonderer Bedeutung für die weitere Entwicklung der einheitlichen deutschen Orthographie. Auch der nächste Versuch (1880) in dieser Richtung bleibt erfolglos, obwohl das Reformprogramm der preußischen Schulorthographie wenige Änderungen vorsieht. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die ablehnende Haltung des Reichskanzlers zur neuen Rechtschreibung, was dazu führt, dass Bismarck den Behörden die Anwendung der Schulorthographie nicht erlaubt. Hierzu muss noch in Betracht gezogen werden, dass ein Teil des Parlaments dieselbe Meinung wie der Reichskanzler vertritt, was sich auch in der Presse[13] widerspiegelt. Somit gilt es in Preußen zwei Schreibweisen zu gebrauchen, ohne dabei noch das Interesse der Bevölkerung zu beachten.

Das Reichsinnenministerium unterstützt das Bemühen um eine Einheitsorthographie, indem es 1901 eine II. Orthographische Konferenz einberuft. Das Hauptziel ist nun ein für das deutsche Sprachgebiet geltendes orthographisches Regelwerk einzuführen und dies wird infolge einiger Kompromisse erreicht. Auch die Hindernisse seitens des deutschen Kaisers, Wilhelms II., können bis zuletzt überwunden werden, da er seine Haltung ändert und sich dafür ausspricht, dass amtliche Veröffentlichungen nach den neuen Regeln verfasst werden. Es stellt sich erneut heraus, dass die Schaffung und Durchsetzung einer einheitlichen deutschen Orthographie nur mit Unterstützung von staatlichen Institutionen möglich sind.

Ein besonderes Interesse an der Vereinfachung der Rechtschreibung zeigen die Vertreter der Schulen, der Buchdrucker und Buchhändler. Es geht nun um inhaltliche Fragen, um die Beseitigung der Doppelschreibungen, welche die Arbeit der Buchdruckereien, Behörden und Kanzleien erschweren. Demzufolge erscheinen Dudens Wörterbücher[14], die im Laufe der Zeit immer mehr Anerkennung gewinnen und zur Lösung des Problems beitragen.

Nach dem Ersten Weltkrieg meldet sich die Lehrerschaft zu Wort und setzt die Bestrebungen um eine Neuregelung der Rechtschreibung fort. Es wird davon ausgegangen, dass nach einem geschichtlichen und politischen Umbruch  die Lehrbücher neu erarbeitet werden müssen, so dass sich dies als der richtige Zeitpunkt für eine Rechtschreibreform erweist.

Die Forderungen betreffen vor allem die Groß- und Kleinschreibung und den Wegfall der Dehnungszeichen. Heftige Diskussionen werden über die Kosten, die infolge der Reform entstehen, geführt. Somit treten die Buchhändler und die Verleger  als Reformgegner auf und protestieren gegen die Durchsetzung der Reform. Hinzu kommt noch das Argument des Traditions- und Kulturbruches. Aus diesen Gründen sieht sich der Reichsschulausschuss gezwungen, weitere Bemühungen zu jenem Zeitpunkt einzustellen. Es ist ersichtlich, dass auch politische und ideologische Aspekte die Haltung der staatlichen Institutionen und der Bevölkerung zur Rechtschreibreform beeinflusst haben. Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass der Blick in den Verlauf der orthographischen Reformbemühungen nicht nur einige Ursachen der breiten Rechtschreibdiskussionen sondern auch maßgebende Umstände und bestimmende Faktoren, die sich oft im Laufe der Zeit in Form von Mustern in den Vordergrund gedrängt haben, erkennen lässt.

7.2 Ausblick

In zukünftigen Untersuchungen werde ich auf den weiteren orthographischen Entwicklungsprozess eingehen und insbesondere die aktuelle Rechtschreibreform[15] beleuchten. Eine breite Diskussion darüber setzt schon 1988 ein (Augst/Schaeder 1997: 8). Die Verfassungsbeschwerde gegen die Einführung der Neuregelung der deutschen Rechtschreibung in den Schulen wird 1998 als unbegründet bezeichnet und deshalb zurückgewiesen. Seit der Umsetzung der neuen Rechtschreibung richtet sich die Kritik auch auf Teile der Neuregelung, daher werden sowohl die Gegenargumente als auch die Begründungen der umstrittenen Neuschreibungen untersucht. Von Bedeutung sind dabei die Veränderungen, die 2004 und 2006 von der Zwischenstaatlichen Kommission bzw. vom Rat für deutsche Rechtschreibung an einigen Stellen vorgenommen werden. Für die Erarbeitung von weiteren Änderungsvorschlägen ist der Rat für deutsche Sprache zuständig, der alle fünf Jahre einen Bericht über seine Forschung vorlegen soll.

Vorliegende Arbeit hat die orthographischen Reformbemühungen in der Zeitspanne 1876-1921 charakterisiert und erfüllt somit eine wichtige Voraussetzung für meine weiteren Untersuchungen im Bereich der deutschen Orthographie.

 

Literatur:

 

1.        Amtliches Wörterverzeichnis für den Gebrauch in den preußischen Kanzleien. Berlin 1903.

2.       Augst, G. / Schaeder, B. (1997): Rechtschreibreform. Eine Antwort an die Kritiker. Stuttgart: Klett Verlag.

3.       Brenner, O. (1902): Die lautlichen und und geschichtlichen Grundlagen unserer Rechtschreibung. Leipzig.

4.       Buchholz, E. (1931): Die Aussichten für eine Vereinfachung unserer Rechtschreibung. In: Leipziger Lehrerzeitung 38, S. 2-5.

5.        Crãciunescu, A. (2006): Die Bedeutung der Medien in der Entwicklung der deutschen Orthographie. In: Nubert, R. (Hrsg.): Temeswarer Beiträge zur Germanistik. Bd. 5. Temeswar: Mirton Verlag, S. 405-425.

6.       Deutscher Bundestag (Hrsg.) (2001): Der deutsche Bundestag. Geschichte und Funktion desParlamentarismus. Berlin.

7.        Duden, K. (1872): Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlung, Regeln und Wörterverzeichniß mit etymologischen Angaben. Leipzig.

8.       - (1876): Die Zukunftsorthographie nach den Vorschlägen der zur Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechschreibung berufenen Konferenz erläutert und mit Verbesserungsvorschlägen versehen. Leipzig.

9.       - (1880): Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Leipzig.

10.     - (1886): Die Verschiedenheit der amtlichen Regelbücher der Orthographie nebst Vorschlägen zur Vereinbarung über die streitigen Punkte. Nördlingen.

11.      - (71902): Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Leipzig und Wien.

12.     - (21903): Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache. Leipzig und   Wien.

13.     - (1908): Rechtschreibung. In: Rein, Wilhelm (Hrsg.): Enzyklopädisches Handbuch der Pädagogik. Langensalza, S. 321-338.

14.     - (91915): Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter. Leipzig und Wien.

15.     Green, L. (1920): Betrachtungen über die Umgestaltung unserer Rechtschreibung. In: Die Sonde12, S.168-174.

16.     Institut für deutsche Sprache (Hrsg.) (2004): Rechtschreibreform. Eine Zusammenfassung. Sprachreport- Extraausgabe Juli 2004. Mannheim.

17.     Internationaler Arbeitskreis für Orthographie (1992): Deutsche Rechtschreibung. Vorschläge zu ihrer Neuregelung. Tübingen: Günter Narr Verlag.

18.     Klemm, E. (1916): Müssen die dingwörter mit großem anfangsbuchstaben geschrieben werden? In: Zeitschrift für die Behandlung Schwachsinniger, S. 80-84.

19.     Klute, W. (1974): Orthographie und Gesellschaft. Materialien zur Reflexion über       Rechtschreibnormen. Frankfurt a.M.: 1974.

20.    Kosog, O. (1912): Unsere Rechtschreibung und die Notwendigkeit ihrer gründlichen Reform. In: Saemannschriften für Erziehung und Unterricht 1, S. 1-24.

21.     Küppers, H.-G. (1982): Orthographiereform und Öffentlichkeit. Zur Entwicklung und Diskussion der Rechtschreibreformbemühungen zwischen 1876 und 1982. Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann-Bagel (= Sprache der Gegenwart, Bd. LXI).

22.    Lohff, C. (1980): Zur Herausbildung einer einheitlichen deutschen Orthographie zwischen 1876 und 1901. In: Theoretische Probleme der deutschen Orthographie. Berlin: Akademie-Verlag, S. 306-329.

23.    Lüthgens, St. (2002): Rechtschreibreform und Schule, Frankfurt a.M.: Lang.

24.    Munske, H. H. (1997): Orthographie als Sprachkultur, Frankfurt a.M.: Lang.

25.    Nerius, D. (1975): Untersuchungen zu einer Reform der deutschen Orthographie. Berlin.

26.    Nerius, D. / Scharnhorst, J. (1980): Grundpositionen der Orthographie. In: Theoretische Probleme der deutschen Orthographie. Berlin: Akademie-Verlag, S.11- 73.

27.    Nerius, D. (Hrsg.) (2000): Deutsche Orthographie. Mannheim u.a.: Dudenverlag.

28.    Nerius, D. (Hrsg.) (2002): Die Orthographischen Konferenzen von 1876 und 1901,    Hildesheim u.a.: Olms (= Documenta Orthographica: Abt. B, 19. und 20. Jh.; Bd. 5).

29.    Neuordnung der deutschen Rechtschreibung. In: Deutsches Phililologenblatt,1920, S.70.

30.    Oberüber, F. (Hrsg.) (1932): Das Erfurter Rechtschreibprogramm. Berlin.

31.     Raumer, R. von (1863): Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften. Frankfurt am Main und Erlangen.

32.    Rechtschreibänderung zur Zeit nicht angängig. In : Sprachwart 22, 1930, S. 149-150.

33.    Reichardt, D. (1980): Zur Entwicklung der Bemühungen um eine Reform der deutschen

34.    Orthographie seit 1901. In: Theoretische Probleme der deutschen Orthographie. Berlin: Akademie-Verlag, S. 273- 305.

35.    Rotter, F. L. (1939): Raubbau an der Kraft des Schülers. In: Sudetendeutsche Schule, S. 13-18. Scheuringer, H. (1996): Geschichte der deutschen Rechtschreibung. Ein Überblick. Mit einer

36.    Einführung zur Neuregelung ab 1998. Wien: Verlag Edition Praesens (= Schriften zur diachronischen Sprachwissenschaft, Bd. 4).

37.    Schulze, H. (1996): Kleine deutsche Geschichte. München: Verlag C.H. Beck.

38.    Steche, Th. (1932): Die deutsche Rechtschreibung. Stillstand oder Verbesserung? Breslau.

39.    Voigtländer, R. (1920): Der drohende Umsturz der Rechtschreibung. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, S. 178-180.

40.    Weisgerber, L. (1964): Die Verantwortung für die Schrift. Mannheim (= Duden-Beiträge18).

41.     Wilmanns, W. (1880): Kommentar zur Preußischen Schulorthogarphie. In: Garbe, B. (Hrsg.)

42.    (1978): Die deutsche Rechtschreibung und ihre Reform 1722-1974. Tübingen, S. 106-114.

43.    *** (1887): Die Orthographie in den Schulen Deutschlands. Berlin.

44.    *** (1900): Was soll geschehen, um die deutsche Rechtschreibung zu größerer Einheit zu führen? In:

45.    Nerius, D. (Hrsg.) (2002): Die Orthographischen Konferenzen von 1876 und 1901, Hildesheim u.a.: Olms (= Documenta Orthographica: Abt. B, 19. und 20. Jh.; Bd. 5), S. 215-223


 

[1] Der deutsche Bund, der am 8. Juni 1815 ins Leben gerufen wird, besteht anfangs aus 37 Fürstentümern und 4 freien Städten, später aus 35 souveränen Ländern und 4 freien Städten. An seine Stelle tritt der Norddeutsche Bund, der aus den Staaten nördlich des Mains gebildet ist und von Preußen mit Bismarck als Bundeskanzler geführt wird.

[2] Die genannten Konferenzteilnehmer sind wissenschaftlich ausgewiesene Fachleute.

[3] Die “Verhandlungen der zur Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung berufenen Konferenz (1876)“ werden in Nerius (Hrsg.) (2002) dokumentiert.

[4] Die Vorlage enthält Regeln zu folgenden Kapiteln: I. Laute und Lautzeichen, II. Von der Bezeichnung der Kürze und der Länge der Vokale, III. Regeln über die Wahl unter verschiedenen Buchstaben, welche denselben oder ähnlichen Laut bezeichnen, IV. Regeln für die Anfangsbuchstaben, V. Besondere Regeln für die Fremdwörter, VI. Silbentrennung beim Übergang eines Worts aus der einen Zeile in die andere, VII. Der Bindestrich und der Apostroph.

[5] Vgl. Weiteres  hierzu in Schulze (1996: 6).

[6] Mit diesem Thema hat sich K. Duden intensiv in seiner Arbeit „Die Verschiedenheit der amtlichen Regelbücher der Orthographie nebst Vorschlägen zur Vereinbarung über die streitigen Punkte“ (1886) beschäftigt.

[7] Der Bericht über die 45. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner (1899) wird in Nerius (Hrsg.) (2002) dokumentiert.

[8] Siehe Weiteres hierzu in Nerius (Hrsg.) (2002), Protokoll über die Sitzung im preußischen Unterrichtsministerium zur deutschen Rechtschreibung (1900).

[9] Die Teilnehmer an der Sitzung sind:  Dr. Althoff, Dr. Köpke, Dr. Schmidt, Sarrazin, Dr. Willmanns, Dr. Duden, Dr. Rehrmann.

[10] Die Vorlage und das Protokoll der II. Orthographischen Konferenz (1901) sind in Nerius (Hrsg.) (2002) publiziert worden.

[11] Vgl. hierzu Lohff (1980: 324), Küppers (1984: 89f.).

[12] In Bayern wird die orthographische Variante bevorzugt, die nicht in Klammern steht, wobei in den Schulen die in Klammern gesetzte Schreibung nicht zu gebrauchen ist.

[13] Genaueres zur Reaktion der Presse auf die Rechtschreibreform siehe in Crãciunescu (2006).

[14] Näheres hierzu wurde bereits im Kapitel 6 erläutert.

[15] Zu den Staaten, welche die Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung unterzeichnet haben und sich dazu verpflichteten, die neue Rechtschreibung einzuführen, gehören Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn, Belgien, Liechtenstein, Rumänien und die Schweiz.

 

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