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DIE ERGÄNZUNGSKLASSEN DES NOMENS

in Theorie und Praxis

 Ana Iroaie

1. Einleitung   

Das Ziel dieser Arbeit ist die wichtigsten Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte bezüglich der Nomenvalenzbeschreibung in einer knappen, übersichtlichen und zugleich kontrastiven Art zu präsentieren, ohne dabei eine systematische, erschöpfende oder kritische Sichtung der gesamten Fachliteratur durchzunehmen.

Dabei werde ich nicht die bereits existierende Valenztheorie zum Nomen in ihrer Entwicklung präsentieren, sondern nur die von den verschiedenen Linguisten stammenden Theorien zu den Nomenergänzungen mit ihren Klassifizierungen hinsichtlich der ihnen zugrunde liegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysieren.

Die Begründung dieses Forschungsvorhabens liegt in der Erkenntnis, dass die Einführung in die bereits existierende deutsche Terminologie der Nomenergänzungsklassen unerlässlich ist, vor allem dann, wenn man nach einer Nomenklatur sucht, mit der man künftig die deutsche und die rumänische Nomenvalenz lexikografisch vergleichen und beschreiben soll.

Ausgehend von dem einleitenden theoretischen Vorspann zur Nomenvalenz versuche ich in dieser Arbeit Antworten auf folgende Fragen zu finden:

1.       Welche Nomenergänzungsklassen gibt es in der deutschen Grundlagenforschung?

2.       Sind die Nomenergänzungen im Deutschen obligatorisch oder fakultativ?

3.       Welche Ergänzungsklassen sind in der Nomenvalenzlexikografie zu finden?

 

2. Allgemeines zur Nomenvalenz

2.1. Stand der Forschung. Kurzer Überblick

Blickt man zurück auf die in den letzten 30 Jahren entstandenen Forschungsberichte und ausführlichen Analysen zur Substantivvalenz, so geht deutlich hervor, dass die Beschäftigung mit diesem Bereich in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Der Ausgangspunkt der theoretischen Auseinandersetzung mit der Valenz der Substantive lässt sich zurückführen auf die Erkenntnis der Sprachwissenschaftler, dass man nicht nur dem Verb so genannte “Valenzerscheinungen” zuschreiben kann, sondern auch dem Adjektiv und dem Substantiv, da diese nicht nur die Fähigkeit haben „Phrasen“ zu bilden, sondern auch ihre Partner aufgrund von verschie-denen grammatischen und semantischen Kriterien zu selegieren. Teubert (1999, 1) identifiziert bei den Linguisten zwei unterschiedliche Standpunkte: die Grammatiker “sehen mit Vorliebe die Substantivvalenz als eine sekundäre Erscheinung an, die sich regelhaft aus der Verbvalenz (und teilweise aus der Adjektivvalenz) herleiten lässt”, während die Lexikografen “die Substantivvalenz zu den individuellen, nicht prognostizierbaren morpho-syntaktischen und semantischen Eigenschaften valenter Substantive” rechnen. Meiner Meinung nach kann aber eine sinnvolle und vielleicht vollständige Beschreibung der Nomenvalenz nur dann vorgeschlagen und durchgeführt werden, wenn man die beiden oben genannten Standpunkte nicht als sich einander ausschließende Analyseverfahren auslegt, sondern als einander sich ergänzende. Valente Substantive gibt es sowohl unter den “originären” als auch unter den abgeleiteten und zusammengesetzten. Inwiefern man von “Valenzvererbung” sprechen kann oder nicht, muss an jedem einzelnen valenten Substantiv untersucht werden.

2.2. Zur Definition der Nomenvalenz

 Teubert (1999, 3) definiert die Substantivvalenz als “die Lehre von den valenten Substantiven und ihren Ergänzungen.” Dabei fällt auf, dass er mit dem Kompositum Substantivvalenz nicht die Substantive als Valenzträger meint, sondern den Forschungsbereich, der sich mit der Analyse von valenten Substantiven befasst.

Im Folgenden wird der Begriff Substantivvalenz bzw. Nomenvalenz nicht als Bezeichnung einer linguistischen Forschungsrichtung verstanden, sondern als Name für die Eigenschaft der Substantive Leerstellen um sich zu eröffnen.

Eine vollständige Übersicht der unterschiedlichen, mehr oder weniger voneinander stark abweichenden Definitionen zur Nomenvalenz und zu den Nomenergänzungen wird in diesem Abschnitt nicht präsentiert. Nur zwei wichtige theoretische Aspekte müssen hier erwähnt werden, denn sie begründen, weshalb unterschiedliche Klassifizierungsvorschläge für die Nomenergänzungen zustande gekommen sind.

Das Konzept der Nomenvalenz lässt sich sowohl primär semantisch als auch primär syntaktisch definieren. Legt man die Substantivvalenz ausschließlich semantisch aus, so erzielt man dadurch eine Klassifizierung der Argumentklassen, ohne auf ihre syntaktische Realisierung als Attribute noch einzugehen. Dieses Vorgehen wird von Teubert (1999, 22f) abgelehnt, denn er ist der Ansicht, dass “das Valenzkonzept seiner ureigenen Aufgabe, substantivsubklassenspezifische Attribute zu beschreiben (...) nicht mehr gerecht werden könnte.” Definiert man die Substantivvalenz ausschließlich syntaktisch, dann können die Elemente, die die Leerstellen des Substantivs belegen entweder als Ergänzungen oder als Angaben bezeichnet werden, wobei aber die semantische Ebene nicht mehr ausgeschaltet werden kann. Teubert hebt die zwei entgegengesetzten Grundpositionen der Grammatiker hervor, die für die Ermittlung der Substantivvalenz eingenommen werden können: von den Argumentklassen zu ihrer entsprechenden syntaktischen Realisierung oder umgekehrt.

2.3. Valente Nomina

Nomina können, genau so wie andere Wörter, Elemente regieren, deren Vorkommen sowohl semantisch als auch syntaktisch durch den Kopf der Nominalphrase gesteuert werden.

Engel (1994, 95) bezeichnet diese Eigenschaft der Wörter “syntaktische Glieder regieren zu können (...)” als Rektion. Die durch diese Rektion selegierten Partner eines Wortes werden Satzglieder genannt, wenn sie als Satelliten eines Verbs auftreten, und Attribute, wenn sie die Satelliten von Nomen und Adjektiven sind. Jene Glieder, die innerhalb einer Wortklasse von allen ihren Elementen abhängen können, nennt Engel (1994, 99) Angaben. Als Ergänzungen bezeichnet er all jene Glieder, die subklassenspezifisch sind und folglich nur bei einem Teil der Wörter stehen können. Von valenten Substantiven hängen Attribute ab, die ihrerseits in Ergänzungen oder Angaben eingeteilt werden können.

Doch wie lässt sich die Valenz eines Substantivs determinieren? Für die Analyse valenter Substantive hat man bisher in der Fachliteratur und z. T. auch in der Nomenvalenzlexikografie drei unterschiedliche Methoden erprobt.

Die erste Methode bezieht sich nur auf die deverbalen und deadjektivischen Substantive, deren Valenz oft, aber leider nicht immer als Ausdruck der Vererbungserscheinung auslegt werden kann. Laut Engel (2002, 102) weisen deverbale Substantive eine spezifische Valenz auf, die “teilweise der des zu Grunde liegenden Verbs gleicht, teilweise von ihr systematisch abweicht; vgl. hoffen auf etwasdie Hoffnung auf etwas, jemanden ergreifenjemandes Ergreifung.”

Beim Übergang aus der einen in die andere Wortklasse haben nicht nur deverbale, sondern auch deadjektivische Substantive Valenzmerkmale übernommen, auch wenn diese manchmal syntaktisch anders zum Ausdruck gebracht werden. Engel (1994, 87) stellt z. B. fest, dass sich die Dativvalenz des Adjektivs beim Nomen in eine präpositive Valenz umwandelt: den Freunden treu sein --- die Treue zu den Freunden und dass die präpositive Valenz des Adjektivs beim abgeleiteten Substantiv erhalten bleibt: z.B. zufrieden sein mit --- die Zufriedenheit mit. Mit dieser Methode lassen sich jedoch nicht alle valenten Substantive erfassen.

Teubert (1999, 29) plädiert deshalb für eine andere Methode, mit der man dann auch die sogenannten “originären“ oder nicht abgeleiteten valenten Substantive berücksichtigen und beschreiben kann, u. z. für ein “System sui generis”. Teubert ist der Ansicht, dass sich die Nomenvalenz, selbst wenn das Nomen von einem transitiven Verben abgeleitet wurde, nicht mehr über eine einfache Zurückführung auf einen Verbalsatz erklären lässt, so z.B. bei: hassen, aber der Hass auf; einladen, aber die Einladung an u. a. Mit dieser sui generis Methode könnte man ferner auch jene Substantive untersuchen und beschreiben, die über Ergänzungsklassen[1] verfügen, selbst wenn sie keine Entsprechung im Verbalbereich aufweisen. Andere Beispiele von nicht abgeleiteten, aber valenten Substantiven führt auch Bondzio (1973 zit. nach Zhu 1999) an: das Dach des Hauses, das Geld des Vaters.

Zhu (1999, 157) hingegen glaubt, dass nicht abgeleitete Substantive grundsätzlich keine syntaktische Valenz aufweisen. Im Falle dieser “originären“ Substantive könn-te man nur von einer logisch-semantischen Valenz sprechen, wenn man davon ausgehend mehrstellige Prädikate bilden könnte.

Die dritte Methode für die Analyse der Nomenvalenz geht von der Erkenntnis aus, dass sich die Substantivvalenz auch über die Stützverbkonstruktionen in denen das betreffende Substantiv erscheint, gut analysieren lässt. Für diese Variante haben sich Bassola (2003) und andere ungarische Germanisten entschieden, als sie 50 deutsche abgeleitete und nicht abgeleitete Substantive in ihrem kontrastiven deutsch-ungari-schen Nomenvalenzwörterbuch beschrieben haben. Sie führen z. B. für das Nomen Zeit die Präposition für an in Anlehnung an Zeit haben für. Teubert (1999, 38) ist aber der Ansicht, dass die Zuverlässigkeit dieser Methode noch zur Diskussion steht, denn “erst eine groß angelegte Korpusanalyse wird erweisen, wieweit die Parallelen zwischen der Valenz von Stützverbgefügen und Substantiven wirklich gehen.”

2.4 Fakultative / vs. / obligatorische Aktanten beim Nomen

Die Begriffe Ergänzung und Angabe hat man nicht von Anfang an für die Statusbeschreibung der vom Substantiv geforderten Partner benutzt.[2] In den 80er-Jahren werden in der Fachliteratur[3] den deutschen Substantiven nur fakultative Aktanten zuerkannt, sodass die Besetzung einer vom Substantiv hervorgerufenen Leerstelle dem Sprecher und seiner kommunikativen Absicht freigestellt wird. Die Belegung einer vom Substantiv eröffneten Leerstelle hat laut Thea Schippan (1967, 186) nur eine kommunikative Rechtfertigung und unterliegt nicht den grammatischen Regeln, wie z.B. die obligatorischen Aktanten valenter Verben. Auch Sandberg (1979) versteht die obligatorischen Ergänzungen, die ein Nomen zu begleiten haben, aus semantischer Sicht.

Der Status der Aktanten schien anfangs den Forschern gar keine Schwierigkeiten bereitet zu haben, solange die Mehrheit der Sprachwissenschaftler sich darüber einig war, dass, so wie es auch Sandberg (1982, 272) formuliert, “Substantive praktisch nur über fakultative Aktanten verfügen.” Allein die kommunikative Situation hat darüber zu entscheiden, ob ein fakultativer Aktant die Leerstelle zu besetzen hat oder nicht. Obwohl die Ergänzungen zum Nomen allgemein als fakultativ eingestuft werden, gibt es auch Vorschläge einige von ihnen als obligatorisch zu betrachten.

Teubert ist der Ansicht, dass die Agentivergänzung (genitivus subiectivus) eine obligatorische Ergänzung ist, wenn es sich um Nomen handelt, die Handlungs- oder Ergebnisbezeichnungen darstellen. Von obligatorischen Ergänzungen bei manchen Substantiven sprechen auch Sommerfeldt / Schreiber in ihrem Vorwort zum “Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Substantive”. Die Beispiele von Sommerfeldt / Schreiber (1983, 18) sind: Er ist Vertreter seines Landes in der UNO und Er ist Vertreter (Berufsbezeichnung). Die unterschiedliche Besetzung der Substantivleerstelle deutet darauf hin, dass das Substantiv “Vertreter“ über zwei unterschiedliche “lexisch-semantische” Varianten verfügt. Die zweite Bedeutung des Wortes Vertreter wird erst über die obligatorische Nomenergänzung aktualisiert. Auch in diesem Beispiel hat die Realisierung einer obligatorischen Nomenergänzung nur eine semantische Funktion, denn die Grammatikalität des Satzes wäre durch die Besetzung oder Nicht-Besetzung der vom Substantiv eröffneten Leerstelle nicht be-einträchtigt gewesen.

Zum Status der Nomenergänzungen, ob sie obligatorisch oder fakultativ seien, wurden also in den letzten Jahrzehnten unterschiedliche Thesen aufgestellt, die entweder die semantische oder die syntaktische Beschreibungsebene stärker in den Vordergrund gerückt haben. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Substantivergänzung, abgesehen von ihrem Status, sich grundsätzlich durch ihre Subklassenspezifik charakterisiert. Ausgehend von der großen Anzahl der Substantivergänzungen kann man die Substantive weiter in Subklassen einteilen, je nachdem in welcher syntaktischen Umgebung sie erscheinen. Ergänzungen stehen grundsätzlich im Nachfeld des Nomens. Teubert (1999, 17) ist der Ansicht, dass es ausgehend von den Syntaxregeln und den Wortbildungsregeln schwer prognostizierbar sei, “welche syntaktischen Ergänzungen ein Substantiv hat und in welchem semantischen Verhältnis diese Ergänzungen zur Bedeutung des Substantivs stehen.”

Bei valenten Substantiven ist die Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Ergänzungen genau so kompliziert wie die Unterscheidung zwischen obligatorischen Ergänzungen und obligatorischen Angaben. Dazu meint Engel (1994, 121) Folgendes:

Die meisten Satelliten des Nomens sind fakultativ. Wahrscheinlich ist das Determinativ der einzige obligatorische Satellit des Nomens. (...) das Nulldeterminativ erscheint zwar nicht selbst an der Oberfläche, aber es hinterlässt in den Flexionsendungen des Adjektivs seine Spuren. Akzeptiert man das Vorhandensein eines Nulldeterminativs, so haben wir damit zugleich einen der seltenen Fälle einer obligatorischen Angabe. Dies ist ein zusätzliches Argument (...), dass die Dichotomie Ergänzung: Angabe prinzipiell nichts mit der Dichotomie obligatorisch : fakultativ (geschweige denn mit der Dichotomie notwendig:weglassbar) zu tun hat.

3. Klassifizierungsvorschläge für die deutschen Nomenergänzungen

In der deutschen Fachliteratur gibt es bereits mehrere Klassifizierungsvorschläge für die Nomenergänzungen, denen unterschiedliche theoretische Ansätze zu Grunde liegen. Diese widerspiegeln sich zum Teil auch in den vielfältigen Bezeichnungen, mit denen oft ein und dieselbe Nomenergänzung gemeint ist. Die Unterschiede in der Namengebung sind nicht nur der Beweis dafür, dass innerhalb der Nomenvalenztheorie die Linguisten entweder die semantischen oder syntaktischen Aspekte stärker in den Vordergrund gerückt haben, sondern sie sind vielleicht zugleich auch ein Indiz dafür, dass die Linguisten „treffende“ oder „aussagekräftige“ Namen für die syntaktischen Realisierungen innerhalb einer Nominalphrase gesucht haben. Nicht allein die Bezeichnungen der Nomenergänzungen sind bei Teubert, Engel und Eroms verschieden, sondern auch ihre Anzahl, so wie das aus den unten stehenden Zusammenfassungen hervorgeht.

3.1 Teuberts Klassifikation

Teubert (1979, 44) analysiert die Nomenvalenz ausgehend von der “syntaktischen Größe”, die er “Nominalkomplex” bezeichnet. Er versucht ein Modell des Nominalkomplexes vorzuschlagen, indem er seinen Aufbau beschreibt und die Beziehungen zwischen den Bestandteilen untersucht. Dafür benutzt er zwei komplementäre Methoden, die er aus der Konstituentenstrukturgrammatik und aus der Dependenz-grammatik übernimmt. Er betrachtet den Nominalkomplex als eine syntagmatische Kategorie innerhalb des Satzes,[4] die durch die Teil-Ganzes Beziehung der Dependenzgrammatik beschreibbar ist. Die Beschreibung des Substantivs aus kategorialer Perspektive umfasst: Kasus, Genus und Numerus. Aus syntaktischer Perspektive wird die Valenz (die Wertigkeit) des Nomens angegeben und ihre Aktualisierungsformen durch attributive Ergänzungen. Teubert (1979, 22) geht in der Analyse der deutschen Nomenvalenz vom engelschen Modell[5] der Dependenzgrammatik aus, und verwendet z. T. dessen theoretische Grundlage für die Unterscheidung der Nomenergänzungen von den Nomenangaben.

Im linken Vorfeld des Nomens ist der Determinantienbereich,[6] der zusammen mit dem Substantiv und den von ihm regierten Elementen die Nominalgruppe bilden. Das Zusammenführen einer Nominalgruppe mit denominalen Angaben führt zur Bildung des Nominalkomplexes. Teubert zählt zu den nominalen Ergänzungen folgende: die Agentiv-, Objektiv-, Experientiv-, Explikativ-, Personen-, Stoff-, Thema-, Ziel-, Beteiligten-, Instrumental-, Sach-, Benefaktiv-, Maß-, Bennennungs-, Gleichsetzungs- und Situativergänzung. Die Substantive, die Prädikationen ausdrücken, gruppiert Teubert zu semantischen Klassen u. z.: die Klasse der Handlungsbezeichnung (z.B. der Angriff, die Errichtung, die Debatte), der Vorgangsbezeichnung (z.B. das Aufkeimen, der Eindruck, die Begegnung), der Ergebnisbezeichnung (z.B. die Erfindung, der Entwurf, das Buch), Zustandsbezeichnung (z.B. die Schwüle, der Hunger, die Angst), Eigenschaftsbezeichnung (z.B. die Härte, die Dauer), relationale Personenbezeichnung (z.B. Peters Vater), Täterbezeichnung (z.B. der Autor des Buchs, der Botschafter in Dänemark), Kategorialbezeichnung (z.B. das Problem der Kriminalität), Maßbezeichnung (z.B. ein Glas Wein), qualifizierende Mengenbezeichnung (z.B. der Vorrat an Erdöl), Motionsmittelbezeichnung (z.B. die Straße nach Texas), benennbarer Begriff (z.B. die Regierung Brandt). Von diesen 12 Substantivklassen können unterschiedliche Ergänzungstypen abhängen. Eine übersichtliche Darstellung dieser Ergänzungsklassen und ihrer semantisch klassifizierten Bezugssubstantive ist im Anhang 1 zu finden.   

 

 

3.2 Engels Klassifikation

Auch Engel rechnet dem Nomen Valenz zu und unterscheidet zwischen Ergänzungen und Angaben. Überraschenderweise stuft Engel (1993) alle Ergänzungen als fakultativ ein und räumt nur den Determinativen “sofern sie als Ergänzungen fungieren” einen Sonderstatus ein, indem er sie nicht als fakultativ klassifiziert.

Zu den Nomenergänzungen rechnet Engel (1994, 118) den Genitivus subiectivus (z.B. der Vortrag der Kandidatin) und den Genitivus obiectivus (z.B. die Speisung der Fünftausend). Auch präpositive Attribute (wie z.B. die Hoffnung auf Frieden) und Herkunfts- sowie Richtungsbestimmungen (z.B. der Marsch durch die Wüste, ein Anruf aus Göttingen) werden von ihm als Nomenergänzungen eingestuft. Als eine Sonderkategorie, weil diese Art von Ergänzung nur bei sehr wenigen Nomina vorkommt, ist die Verbativergänzung. Dazu schreibt Engel (1993, 738): “Verbative Ergänzungen haben ebenso wie beim Verb die Form von Nebensätzen, abhängigen Hauptsätzen oder Infinitivkonstruktionen: die Annahme, man habe es mit einem Betrüger zu tun; der Argwohn, dass man sie hintergangen habe; die Überzeugung helfen zu müssen.

Eine besondere Stellung nimmt dabei der Pertinenzdativ (der possessive Dativ) ein, der nur von manchen Substantiven regiert werden kann, sodass Engel (2002) ihn auch zu den Nomenergänzungen zählt.[7] Weitere Ergänzungen, die von Substantiven gefordert werden, sind: die Relativsätze, wobei diese auch manchmal als Angabe fungieren können[8], die Expansivattribute, die Verbativergänzung in Form von Nebensätzen oder Infinitivkonstruktionen.

Personen, Zeit-, Maß- oder Mengenbezeichnungen werden von nominalen Ergänzungen – laut Engel (1993, 743) in Form von einem “nomen invarians” – begleitet: Tante Annette, Professor Meier u. a. Auch das “nomen varians” ausgedrückt durch Anredenomina, Funktions- oder Materialbezeichnungen, Maß- und Mengenbezeichnungen (wenn dem regierenden Nomen ein Adjektiv vorausgeht) gilt als Nomenergänzung. Alle Attributssätze zum Nomen, die als Nebensätze realisiert werden, bezeichnet Engel (2002, 59) als Ergänzungen und führt überraschenderweise auch Relativsätze an, die meiner Meinung nach nicht dem Merkmal ‘subklassenspezifisch’ entsprechen, denn zu jedem Nomen kann ein Relativsatz gebildet werden. Ein zweites Problem liegt in der irreführenden Bezeichnung “Verbativergänzung”, denn Engel führt nur ein einziges Beispiel an, ohne weitere Erläuterungen dazu zu geben. Sind nur “dass-Sätze” und “Infinitivkonstruktionen” Verbativergänzungen oder auch alle anderen Nebensätze, die durch andere Konjunktionen eingeleitet werden und innerhalb der NP eine attributive Funktion erfüllen?

3.3 Eroms’ Klassifikation

Anders als Engel, aber genauso wie Teubert, geht Eroms von zwei unterschiedlichen Beschreibungsansätzen aus, um die Nominalphrase zu analysieren. Er zieht dafür das dependentielle Grammatikmodell heran, verbindet dieses mit den Erkenntnissen des Generativismus und der Pragmatik und entwickelt somit sein eigenes Analyseverfahren. Eroms (2000,6) begründet sein Vorgehen, indem er von der Wichtigkeit der “Theoriekonvergenzen” spricht, die auch bei der Beschreibung der Nominalphrase zu wichtigen Erkenntnissen führt.

Während die generativen Grammatiken die Strukturen des Satzes in ihrer linearen Abfolge untersuchen, konzentrieren sich die dependentiellen Grammatiken auf die hierarchische Struktur der Sätze.

Eroms geht in seiner Analyse von der Frage aus, ob die Nominalphrase von ihrem Kopf oder von den Determinativen “dominiert” wird. Die Nominalphrase (NP), als grundlegender Bestandteil des Satzes, wird in der generativen Transformationsgrammatik (GTG) als das Ergebnis der Expansion eines Satzes bezeichnet, wobei dieser Satz (S) nicht nur eine Nominalphrase (NP), sondern auch eine Verbalphrase (VP) enthält. Eroms ergänzt die valenzbasierten Beschreibungsansätze der Dependenzgrammatik mit dem X-bar-Prinzip von Jackendoff.[9] Dieses Prinzip postuliert, dass Wörter allein oder in Begleitung anderer vorkommen können, deren Struktur sie weitgehend bestimmen, indem sie als Kopf der Phrase die maximale Ausdehnung der Phrase angeben.

Im rechten Teil eines Nomens stehen Präpositionalattribute, deren Präposition im Falle deverbaler Substantive als Valenzübertragung ausgelegt werden könnte, und weitere nominale Attribute. Einige davon sind immer Ergänzungen: Direktivattribu-te (wenn die Kopfnomina Richtungsbezeichnungen sind), Expansivattribute, Gleichsetzungsattribute.

Die Situativattribute können entweder Ergänzungen (z.B. das Wohnen im Freien / das Sitzen im Freien) oder Angaben sein (z.B. Das Spielen auf dem Hof ist verboten).[10] Eroms gibt für das Nomen nur 5 Ergänzungsklassen an, die sich nur z. T. auch bei Teubert und Engel wiederfinden. (Siehe dazu Anhang 2.)

4. Die Nomenergänzung in der deutschen Valenzlexikografie

Die erste ausführliche Beschreibung der Substantivvalenz in einem Lexikon wurde von Sommerfeldt und Schreiber in den 70er-Jahren unternommen. Seither ist das Wörterbuch zur Valenz und Distribution der Substantive mehrmals verlegt worden, aber bisher hat es noch keinen anderen lexikografischen Versuch gegeben, ein anderes onomasiologisches Konstruktionswörterbuch dieser Art zu verfassen. Andere, leider viel zu wenige lexikographische Arbeiten versuchen auch die Substantivvalenz mit unterschiedlichen Mitteln zu beschreiben, so z. B. das “Wörterbuch der Valenz etymologisch verwandter Wörter. Verben, Adjektive, Substantive” von Sommerfeldt / Schreiber (1996), das zweisprachige Substantivvalenzwörterbuch deutsch-ungarisch von Bassola et. al. (2003), das nur ein sehr kleines Korpus (50 Substantive) hat und das Übungsbuch “Deutsche Substantive. Wortfelder für den Sprachunterricht” von Schreiber / Sommerfeldt / Starke (1996).  

Geht man von den bereits präsentierten theoretischen Ausführungen aus, und vergleicht sie mit der Beschreibung der Substantivvalenz, so wie sie in Valenz- und Konstruktionswörterbüchern dargestellt ist, dann kann man überrascht feststellen, dass die Lexikografie nur einen sehr kleinen Teil der in der Fachliteratur vorgeschlagenen Analyseansätzen wahrgenommen hat. Aus folgender Gegenüberstellung geht das eindeutig hervor: 

Informationen zum Lemma-eintrag:

Sommerfeldt/ Schreiber

(1983)

Schreiber /

Sommerfeldt/ Starke

(1993)

Bassola

 

 

(2003)

1. grammatische Infos

 (Genitiv, Pluralform)

- - -

+

+

2. Bedeutung

+

+

siehe Nr. 21

3.       Anzahl der Aktanten (Attribute)

+

+

+

4.       Status der Aktanten

   (obligatorisch oder fakultativ)

- - -

+

- - -

5.       Ergänzungsklassen

keine Bezeichnung!

keine Bezeichnung!

keine Bezeichnung!

6.       Nebensätze

- - -

- - -

+

7.        Korrelate ( da(r) + Präp.)

- - -

- - -

+

8.       morphologische Beschreibung der Aktanten

+

indirekt;  Beispiel(e) vorhanden

+

9.       Präpositionen

+

+

+

10.     semantische Beschreibung der Aktanten

+

+

- - -

11.      Info zur Stellung der Aktanten

+

indirekt;  Beispiel(e) vorhanden

+

12.     Angaben

- - -

indirekt;  Beispiel(e) vorhanden

indirekt;  Beispiel(e) vorhanden

13.     Beispiele

+

+

+

14.     stilistische Angaben

- - -

- - -

- - -

15.     Synonyme

- - -

indirekt;  Beispiel(e) vorhanden

- - -

16.     Antonyme

- - -

+

- - -

17.     Wortfeld

- - -

+

- - -

18.     Funktionsverbgefüge

- - -

+

+

19.     Phraseologie

- - -

- - -

+

20.    (stilistische) Anmerkung zum Lemmaeintrag

+

+

+

21.     Übersetzung

- - -

- - -

+

In der valenzlexikografischen Forschung werden von allen Nomenergänzungen, insbesondere die Präpositionalergänzungen des Nomens angeführt und das nicht nur bei deverbalen oder deadjektivischen Substantiven, wo man oft eine präpositionale Valenzvererbung feststellen kann, sondern auch bei vielen “originären“, valenten Substantiven. Die Ergänzungsklassen des Nomens werden aber überraschenderweise in keinem der drei oben analysierten Valenzwörterbücher mithilfe einer expliziten Bezeichnung erwähnt. Alle Valenzwörterbuchautoren verweisen zwar auf die vom Substantiv regierten Präpositionen, aber keiner von ihnen benutzt dafür den Fachterminus Präpositionalergänzung.

Selbst wenn dem Nomen sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der deutschen Valenzlexikografie ’Valenzerscheinungen’ zugeschrieben werden, gibt es unterschiedliche Methoden diese zu beschreiben, zu benennen und sie dem Leser kenntlich zu machen.

Aus dem Anhang 2 geht auch deutlich hervor, dass z. B. die deutschen Linguisten Teubert, Engel und Eroms mit unterschiedlichen Begriffen die Nomenergänzungen bezeichnen, selbst wenn sie sich oft auf dieselbe morphosyntaktische Realisierung dieser beziehen. Die Ergänzung des Nomens Angriffe im Beispiel Die Angriffe der Engländer bezeichnet Teubert (1979) als Agentivergänzung, wobei man dieselbe Struktur mit der Terminologie von Engel (1994) und Engel (2002) als genitivus subiectivus benennen könnte. Weiter ist die Ergänzung des Hauses im Beispiel Der Entwurf des Hauses für Teubert eine Objektivergänzung, aber ausgehend von Engels Theorie kann man sie auch als genitivus obiectivus benennen. Für Engel (1994) ist die Struktur (der Weg) zum Rotgüldensee eine Richtungsbestimmung, aber für Teubert (1979) wäre sie nach seinen Untersuchungskriterien eine Direktivergänzung. Komplizierter könnte es bei folgendem Beispiel werden, denn der Vorrat an Erdöl ist bei Teubert (1979) eine Sachergänzung, aber da es sich hier um eine nichtaustauschbare Präposition handelt, könnte man diese Ergänzung ausgehend von den theoretischen Ausführungen Engels (1994) als eine attributive Präpositionalgruppe bezeichnen. Bei Eroms (2000) würde man dafür die Bezeichnung Präpositionalattribut finden.

Selbst wenn die Tabelle im Anhang 2 insgesamt 31 Bezeichnungen für die deutschen Nomenergänzungen umfasst, sind viele davon, so wie es aus den obigen Beispielen hervorgeht, als synonyme Varianten zu verstehen. Keine dieser Varianten ist aber in den lexikographischen Arbeiten zur Nomenvalenz wieder auffindbar.

5. Schlussfolgerungen

Die Struktur der deutschen Nominalphrase wurde von vielen Linguisten mit gleichen, ähnlichen oder unterschiedlichen Methoden analysiert. Aus der im Anhang angeführten Gegenüberstellung der Begriffe, die Teubert, Engel und Eroms für die Bezeichnung der Nomenergänzungen verwendet haben, gehen die zahlreichen Unterschiede und die wenigen Gemeinsamkeiten in der Bezeichnung derselben linguistischen Aspekte hervor.

Während Engel die Nominalphrase aus dependentieller Sicht analysiert, verbindet Teubert die Erkenntnisse der Konstituentenstrukturgrammatik mit denen der Dependenzgrammatik und beschreibt außerdem den Kern der Nominalgruppe nicht nur aus syntaktischer, sondern auch aus semantischer Perspektive. Eroms hingegen zieht auch die Erkenntnisse der generativ-transformationellen Grammatik heran und versucht die Analyse der Nominalphrase in Anlehnung an Chomskys Theorie zu entfalten, ohne aber auf die Merkmale der Konstituenz und Valenz zu verzichten.

Alle drei Linguisten schlagen ihr eigenes Analyseverfahren vor und versuchen die “Facetten” der deutschen Nomenvalenz zu erfassen und zu beschreiben. Diese Bestandsaufnahme mag nur ein Anlass sein, weiterhin über die Arbeitsmethoden und über die Zielsetzungen der Linguisten nachzudenken und erneut über die theoretischen und praktischen Aspekte ihrer Forschung zu reflektieren.  Weitere Auseinandersetzungen mit den theoretischen Überlegungen in Bezug auf die Art und Weise, wie die deutsche Nomenvalenz schematisch, kohärent und zugleich einheitlich erfasst werden könnte, würden bestimmt auch der kontrastiven Nomenvalenzforschung zugute kommen. Ausgehend von den Erkenntnissen, dass nicht nur das Verb, sondern auch das Substantiv “valenzfähig” ist und seinerseits “eigene” Dependentien hat, die in der Fachliteratur schon ausführlich beschrieben wurden, bleibt noch zu untersuchen, inwiefern die “Leerstellen” der valenten deutschen Substantive im Rumänischen gleich, ähnlich oder unterschiedlich zum Ausdruck gebracht werden.

Eine ausführliche Darstellung der Nomenvalenz, unabhängig davon ob sie ein- oder zweisprachig realisiert werden soll, setzt zunächst eine gründliche theoretische Auseinandersetzung mit den bereits vorhandenen Untersuchungen voraus. Danach ist zwischen den verschiedenen Untersuchungsmethoden, diejenige auszuwählen, mit der man am besten und am zuverlässigsten das abgesteckte Untersuchungsziel erreichen kann. Die für die Beschreibung der Nomenvalenz benutzten Begriffe sollten nicht nur sauber und unmissverständlich definiert werden, sondern sie sollten auch die linguistische Wirklichkeit genau und vollständig erfassen können. “Die begriffliche Vielfalt schafft Unklarheit” meinte Engel (1994, 92) und seine Behauptung scheint gar nichts an Aktualität verloren zu haben, wenn man auch nur einen Blick in die Nomenvalenzforschung der letzten Jahrzehnte wirft.

 

Literatur:

 

Wörterbücher

1.        Anuþei, Mihai (21996): Dicþionar Român-German, ediþia a II-a, Editura ªtiinþificã, Bucureºti.

2.       Bassola, Péter (Hg.) (2003): Deutsch-ungarisches Wörterbuch zur Substantivvalenz. Grimm Kiadó, Szeged.

3.       Bidu-Vrânceanu, Angela (et. al.) (2001): Dicþionar de ºtiinþe ale limbii, Nemira, Bucureºti.

4.       Duden (2003): Deutsches Universalwörterbuch, Dudenverlag, Bibliographisches Institut, Mannheim.

5.        Isbãºescu, Mihai (et al) (1989): Dicþionar German-Român, ediþia a II-a, revãzutã ºi îmbogãþitã, Editura Academiei RSR, Bucureºti.

6.       Schreiber, Herbert; Karl-Ernst Sommerfeldt; Günter Starke (1993): Deutsche Substantive. Wortfelder für den Sprachunterricht, Übungsbuch, Langenscheidt, Leipzig.

7.        Sommerfeldt, Karl-Ernst und Herbert Schreiber (1983) – Wörterbuch zur Valenz und Distribution der Substantive, VEB Bibliographisches Institut Leipzig.

8.       Sommerfeldt, Karl-Ernst, Schreiber, Herbert (1996): Wörterbuch der Valenz etymologisch verwandter Wörter. Verben. Adjektive, Substantive, Niemeyer, Tübingen

 

 

Zitierte Literatur:

1.        Duden-Grammatik (2005): Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die Grammatik, 7., völlig neu erarbeitete und erweiterte Auflage, Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich.

2.       Engel, Ulrich; Mihai Isbãºescu; Speranþa Stãnescu; Octavian Nicolae (1993): Kontrastive Grammatik deutsch – rumänisch, Julius Groos Verlag, Heidelberg. 2 Bände, 816 & 1372 Seiten.

3.       Engel, Ulrich (1994): Syntax der deutschen Gegenwartssprache, 3. völlig neu bearb. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin.

4.       Engel, Ulrich (2002): Kurze Grammatik der deutschen Sprache, Iudicium, München.

5.        Eroms, Hans-Werner (2000): Syntax der deutschen Sprache, Walter de Gruyter, Berlin/New York.

6.       Guþu Romalo Valeria (Hrsg.) (2005): Gramatica limbii române - GALR, Academia Românã, Institutul de lingvisticã „Iorgu Iordan – Al. Rosetti”, Editura Academiei Române, Bucureºti.

7.        Jackendoff, Ray (1977): X-bar-Syntax. A study of phrase structure. Cambridge/Mass. zit. nach Eroms (2000).

8.       Sandberg, Bengt (1979): Zur Repräsentation, Besetzung und Funktion einiger zentraler Leerstellen bei Substantiven, Göteborg.

9.       Sandberg, Bengt (1982): Zur Valenz der Substantive. In: DaF 5/1982, S. 272-279.

10.     Schippan, Thea (1967): Die Verbalsubstantive der deutschen Sprache der Gegenwart, Habil.-Schrift (masch. vervielf.), Leipzig.

11.      Stãnescu, Speranþa (Hrsg.) (2004): Die Valenztheorie. Bestandsaufnahmen und Perspektiven. Dokumentation einer wissenschaftlichen Tagung in Sibiu/Hermannnstadt im Februar 2002, Peter Lang, Frankfurt am Main.

12.     Teubert, Wolfgang (1979): Valenz des Substantivs. Attributive Ergänzungen und Angaben, Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf. (Sprache der Gegenwart 49)

13.     Teubert, Wolfgang (1999): Substantivvalenz, unveröff. Mss.


 

Anhang

 

Anhang 1: Übersicht: Denominale Ergänzungsklasse

und Klasse der Bezugssubstantive (nach Teubert 1979, 88ff)

 

Ergänzungsklasse (EKl)

Klasse der Bezugssubstantive

(Substantivklasse)

Aktualisierungsarten

(NG = Nominalgruppe)

Beispiel

Nr.

Name

EKl 1

Agentivergänzung

Handlungsbezeichnung

genitivische NG

durch + NG

Die Angriffe der Engländer

Die Prüfung durch den Professor

Ergebnisbezeichnung

genitivische NG

Die Erfindung Edisons

EKl 2

Objektivergänzung

 

 

Handlungsbezeichnung

genitivische NG

Präposition + NG

Die Errichtung des Hauses

Die Arbeit am Wörterbuch

Vorgangsbezeichnung

genitivische NG

Das Aufkeimen des Getreides

Ergebnisbezeichnung

genitivische NG

Präposition + NG

Der Entwurf des Hauses

Die Ergänzung zum Text

Zustandsbezeichnung

genitivische NG

Die Schwüle der Luft

Eigenschaftsbezeichnung

genitivische NG

Die Reinheit des Glases

Täterbezeichnung

genitivische NG

Präposition + NG

Der Autor des Buchs

Teilnehmer an der Feier

EKl 3

Experientivergänzung

Zustandsbezeichnung

genitivische NG

Der Hunger vieler Kinder

EKl 4

Explikativergänzung

Kategorialbezeichnung

NG im Genitiv

Von-Fügung

Attributsatz ohne Korrelat

Infinitivsatz

Der Bereich der Nuklearforschung

Das Gebiet von Hannover

Das Problem, dass er sie liebt

Das Risiko, sie zu lieben

EKl 5

Personenergänzung

Relationale Personenbezeichnung

genitivische NG

Peters Vater

EKl 6

Stoffergänzung

Maßbezeichnung

NG im Genitiv

Von-Fügung

Apposition

Eine Flasche Merseburger Bieres

Ein Pfund vom besten Kaffee

Ein Glas Wein

EKl 7

Themaergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Attributsatz mit Korrelat

Attributsatz ohne Korrelat

Infinitivsatz

Die Debatte über den Frieden

Die Debatte darüber, wer kommt

Seine Frage, ob er kommt

Ihre Drohung, zu kommen

Vorgangsbezeichnung

Präposition + NG

Sein Eindruck vom Hergang

Ergebnisbezeichnung

Präposition + NG

Attribut mit Korrelat+

Attributsatz ohne Korrelat

Das Buch über den Frieden

Der Bericht darüber, was geschah

Seine These, wer gewonnen hat

Zustandsbezeichnung

Präposition + NG

Die Angst um Peter

EKl 8

Zielergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Attributsatz mit Korrelat

Infinitivsatz

Anstrengungen zum Frieden

Der Kampf dafür, dass Frieden herrscht

Seine Bemühung, zu kommen

Ergebnisbezeichnung

Präposition + NG

Die Polemik gegen den Verlag

Zustandsbezeichnung

Präposition + NG

Attributsatz mit Korrelat

Infinitivsatz

Seine Abneigung gegen sie

Seine Abneigung dagegen, dass sie kommt

Ihre Bereitschaft, zu kommen

Täterbezeichnung

Präposition + NG

Der Vorkämpfer für die Freiheit

EKl  9

 

Beteiligtenergänzung

Handlungsbezeichnung

Mit / zwischen + NG

Der Kampf mit dem Gegner

Vorgangsbezeichnung

Mit / zwischen + NG

Die Begegnung mit ihm

Ergebnisbezeichnung

Mit / zwischen + NG

Mein Komplott mit Petra

Zustandsbezeichnung

Mit / zwischen + NG

Meine Ehe mit ihr

EKl 10

Instrumentalergänzung

Handlungsbezeichnung

durch / mit + NG

Die Eroberung durch unsere Truppen

Vorgangsbezeichnung

durch / mit + NG

Schnelleres Wachstum durch Düngemittel

Zustandsbezeichnung

durch / mit + NG

Gesunder Schlaf mit Beruhigungsmittel

EKl 11

Sachergänzung

Qualifizierende Mengenbezeichnung

an + NG

Der Vorrat an Erdöl

EKl 12

Benefaktivergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Die Rede an die Mitglieder

Ergebnisbezeichnung

Präposition + NG

Der Brief an Monika

EKl 13

Situativergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Der Besuch beim Papst

Vorgangsbezeichnung

Präposition + NG

Sein Erscheinen am Himmel

Zustandsbezeichnung

Präposition + NG

Seine Lage auf dem Tisch

Täterbezeichnung

Präposition + NG

Der Botschafter in Dänemark

EKl 14

Direktivergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Die Fahrt nach Straßburg

Vorgangsbezeichnung

Präposition + NG

Der Absturz ins Meer

Ergebnisbezeichnung

Präposition + NG

Das Telegramm nach Übersee

Täterbezeichnung

Präposition + NG

Der Kurier nach Bonn

Motionsmittelbezeichnung

Präposition + NG

Die Straße nach Texas

EKl 15

Maßergänzung

Handlungsbezeichnung

Präposition + NG

Die Erhöhung auf ein Jahr

Eigenschaftsbezeichnung

Präposition + NG

Ihre Dauer von 20 bis 30 Jahren

EKl 16

Benennungsergänzung

Benennbare Begriffe

Apposition

Die Regierung Brandt

EKl 17

Gleichsetzungsergänzung

Handlungsbezeichnung

als + NG

Seine Verwendung als Klebstoff

Vorgangsbezeichnung

als + NG

Ihre Entwicklung als Nutzpflanze

 
 

Anhang 2: Tabellarische Gegenüberstellung der Bezeichnungen für die Ergänzungsklassen des Nomens

 

 

Teubert

(1979)

Engel

(1994)

Engel

(2002)

Eroms

(2000)

Agentivergänzung

+

 

 

 

Objektivergänzung

+

 

 

 

Experientivergänzung

+

 

 

 

Explikativergänzung

+

 

 

 

Personenergänzung

+

 

 

 

Stoffergänzung

+

 

 

 

Themaergänzung

+

 

 

 

Zielergänzung

+

 

 

 

Beteiligtenergänzung

+

 

 

 

Instrumentalergänzung

+

 

 

 

Sachergänzung

+

 

 

 

Benefaktivergänzung

+

 

 

 

Maßergänzung

+

 

 

 

Bennennungsergänzung

+

 

 

 

Gleichsetzungsergänzung

Gleichsetzungsattribut

+

 

 

 

Genitivus subiectivus

 

+

+

 

Genitivus obiectivus

 

+

+

 

Präpositive Attribute

Präpositionalattribute

 

+

+

 

+

Herkunfts- und Richtungsbestimmung

 

+

 

 

Situativergänzung

Situative Ergänzung

Situativattribut

+

 

 

+

 

 

+ / A[11]

Direktivergänzung 

Direktive Ergänzung 

 

 

 

+

+

Relativsatz

 

 

+ / A.[12]

 

Pertinenzdativ

 

 

+

 

Expansivattribut

 

 

+

+

Verbativergänzung[13]

 

 

+

 

Nominale Ergänzung[14]

 

 

Engel (1993)

 


 

[1] Typische Ergänzungsklassen des Substantivs laut Teubert (1979): Stoffergänzung (ein Glas Wein), Personenergänzung (Peters Vater), Benennungsergänzung (das Wort Askese).

[2] Eine begriffliche Unterscheidung zwischen Aktant, Ergänzung und Angabe ist wichtig, solange die Duden-Grammatik (2005) den Begriff Aktant im Sinne von “Mitspieler” oder “Rollenträger” verwendet, das durch eine Ergänzung oder Angabe ausgedrückt werden kann. Bei Teubert (1999, 3) ist der Terminus Ergänzung als Gegenwort zur Angabe zu verstehen.

[3] Siehe dazu Sandberg (1982); Sommerfeldt / Schreiber (1983) u. a.

[4] In der Konstituentenstrukturgrammatik besteht der Satz aus Kategorien (NP, VP, V, N, Det.) .

[5] Teubert (1979, 22) beruft sich auf Engels Theorie so wie sie in der “Syntax der deutschen Gegenwarts-sprache” dargestellt wurde.

[6] Zu den Determinantien zählt Teubert (1979, 48ff): den “aktualisierten Artikel und / oder adnominalen Pronomina sowie sonstige Elemente mit der Funktion eines Artikels”. Teubert unterscheidet weiter 14 Determinantienklassen und stellt eine Liste auf mit den Kombinationsmöglichkeiten dieser Determinantien untereinander. 

[7] Engel (2002, 113) unterstützt seine These mit folgendem Beispiel: “Sie klebte mir ein Pflaster auf die Wunde”, wobei “das Wort mir (das als Pertinenzdativ aufzufassen ist) offensichtlich die Funktion, das Nomen Wunde zu spezifizieren: es ist ‘meine Wunde’, eine Wunde am Körper des Sprechers. Dabei gilt eine typische Restriktion: Nur wenn das Bezugsnomen (hier Wunde) einen menschlichen Körperteil, ein menschliches Kleidungsstück o. ä. bezeichnet, darf dieser Dativ eingesetzt werden. Man kann nicht sagen: *Ich wische dem Tisch über die Platte.”   

[8] siehe dazu Beispiele im Anhang 2, Fußnote 1.

[9] Siehe Ray Jackendoff (1977): X-bar-Syntax. A study of phrase structure. Cambridge/Mass. zit. nach Eroms (2000).

[10] Vgl. Eroms (2000, 286).

[11] Eroms (2000, 286) betrachtet die Situativattribute nur begrenzt als Ergänzungen, z.B. „Bei Nominalgruppen wie das Wohnen im Grünen/das Sitzen im Freien“, sonst handele es sich um Angaben (A): „Das Spielen auf dem Hof ist verboten.“ 

[12] Engel (2002, 112) ist der Ansicht, dass der Relativsatz sowohl als Ergänzung (Erg.) als auch als Angabe eingestuft werden kann:“Irmgards Ermahnung (Gen. subi.) ≈ die Ermahnung, die uns Irmgard übermittelte (Erg.)¸ Irmgards Häuschen (Gen. poss.) ≈ das Häuschen, das Irmgard gehört (Angabe).

[13] Die Verbativergänzung wird in Form eines Nebensatzes oder einer Infinitivkonstruktion zum Ausdruck gebracht.

[14] Hierzu gehören das Nomen invarians und das Nomen varians.

 

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