Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa





 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

PSYCHOLOGISCHE VERBEN MIT EXPERIENCER OBJEKTEN

                                                                                                Camelia Bejan 

Die psychologischen Verben (kurz ‘Psych-Verben’) mit der Experiencer-Thetarolle in der Objektposition sind in zwei unterschiedlichen Arten in der Literatur analysiert worden. Die zwei konkurrierenden Annäherungen sind: die unakkusative (‘ergative’) Analyse dieser Verben im Italienischen gefordert von Belletti und Rizzi (1988) und im Holländischen von Hoekstra (1988), und die kausative Analyse im Englischen bevorzugt von Grimshaw (1990) und Pesetsky (1995). 

Die Frage nach der Natur der deutschen Verben mit Experiencer-Objekten ist von Fanselow (1992) eingeleitet worden und von Abraham (1995) weitergeführt worden, der unterstrich, dass die Unterscheidung zwischen den deutschen Psych-Verben und ihren englischen und holländischen Äquivalenten in der unterschiedlichen Art der Kasusmarkierung liegt.

Das Ziel dieses Aufsatzes ist, eine syntaktische Analyse der Subklassen der Verben mit Experiencer-Objekten  im Deutschen zur Verfügung zu stellen. Ich  werde zwei traditionelle Tests verwenden, um unakkusative Psych-Verben von anderen Arten von Psych-Verben zu unterscheiden. Diese Tests sind: die Passivisierung und die Attribuierbarkeit der Perfektpartizipien.

1. Die Selektion der Hilfsverben

Die Unterscheidung zwischen den unakkusativen (‘ergativen’) und unergativen Verben im Italienischen, Holländischen und sogar Englischen ist traditionsgemäß hauptsächlich entsprechend der Selektion der Hilfsverben gemacht worden. Das gleiche Kriterium gilt auch im Deutschen:

(1)

a.    Sein Benehmen / dieser Satz hat mich irritiert.

Diese unverdiente Auszeichnung hat mich tief erschüttert und beschämt.

b.    Sein Benehmen / das Bild hat mir gefallen.

Der letzte Film /der illegale Kreditkartenerwerb hat mir missfallen.             

c.     Ein wunderschönes Leseerlebnis ist dir gelungen.

Die Erziehung der Kinder ist uns misslungen.

Verben mit Experiencer-Objekt wie irritieren und gefallen, die das Hilfsverb haben nehmen, ein Objekt selegieren, das entweder im Akkusativ (1a) oder im Dativ (1b) auftritt; während Verben wie gelingen, die das Hilfsverb sein selegieren, nur Objekte im Dativfall (1c) nehmen können. Es ist deutlich, dass die Unterscheidung, die von der Selektion der Hilfsverben bereitgestellt wird, nicht mit der des Kasus vom Objekt aufeinander bezieht, d.h. haben-Verben nehmen ein Dativ- oder ein Akkusativobjekt, während sein-Verben ein Akkusativobjekt nicht haben können.

Da deutsche Psych-Verben entweder Akkusativ oder Dativ ihren Objekten zuweisen, sollte auch Kasusmarkierung in die Analyse solcher Verben in Betracht gezogen werden und, wie von Abraham (1995) vorgeschlagen, Verben mit Experiencer-Objekt sollten in drei Subklassen mit zwei Kriterien gruppiert werden: die Selektion des Hilfsverbs und des Kasus zugewiesen dem Objekt.  Abraham stützt seinen Vorschlag im Rahmen der Sprachentypologie: Deutsch ist eine Sprache, die ein reiches morphologisches Kasussystem konserviert hat, während Englisch und Holländisch vor langer Zeit die morphologische Kasusmarkierung aufgegeben haben.

Diese Gruppen von Verben werden als: haben-Verben mit Akkusativ, haben-Verben mit Dativ und sein-Verben mit Dativ gekennzeichnet.

Die Subklasse von haben-Verben mit Akkusativ enthält die folgenden Verben: abschrecken, amüsieren, ängstigen, ärgern, aufheitern, aufhetzen, begeistern, bekümmern, belästigen, belustigen, bemitleiden, beruhigen, berühren, besänftigen, beschämen, beschwichtigen, betrüben, beunruhigen, bewegen, bewundern, einschüchtern, empören, entmutigen, entsetzen, enttäuschen, entzücken, erbarmen, erbittern, erbosen, erfreuen, erheitern, ergötzen, ermuntern, erregen, erschüttern, erzürnen, freuen, frustrieren, kümmern, reuen, rühren, schrecken, terrorisieren, trösten, überraschen, überwältigen, unterhalten, verärgern, verdrießen, vergrämen, vergraulen, verschrecken, verwundern, verwirren, wundern, etc.

Die Subklasse von haben-Verben mit Dativ enthält: behagen, gefallen, missfallen

Die Subklasse von sein-Verben mit Dativ: auffallen, gelingen, glücken, misslingen

Diese Subklassifizierung korreliert mit der Kasusrektionsunterscheidung. Abraham zeigt, dass es nicht nur einen Unterschied zwischen haben-Verben und sein-Verben gibt, aber auch, dass Verben der zwei haben-Arten ein anderes Verhalten ausstellen, wenn Sie gegen die typischen Ergativitätstests überprüft werden: die Passivierung und die Attribuierbarkeit der Perfektpartizipien.

2. Die Passivisierung

Syntaktisch unakkusative Verben haben kein gekennzeichnetes externes Argument (oder Subjekt), d.h. sie haben eine athematische Subjektposition (vgl. Burzios Verallgemeinerung (1981)). Das Fehlen eines externen Arguments kann im Anschluss zur Möglichkeit besprochen werden, diese Verben zu passivieren. Es ist bekannt, dass Passivierung eine Operation auf der Argumentstruktur des Verbs ist, d.h. Passivierung setzt das Vorhandensein eines externen Arguments voraus. Logisch wenn ein Verb zu passivieren gezeigt wird, heißt dies, dass es ein externes Argument hat, und als Folge lässt es nicht eine unakkusative Deutung zu.

Verben im Deutschen erscheinen in zwei Arten von Passivkonstruktionen,  traditionsgemäß bekannt als: Vorgangspassiv und Zustandspassiv. Das Vorgangspassiv  ist leicht am Gebrauch des Hilfsverbs werden typisch für das verbale Passiv und von der agentischen von-Phrase erkennbar, welche wahlweise ausgelassen werden kann. Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb sein gebildet, das gleiche Verb, das mit Prädikativadjektiven als eine Kopula funktioniert. Das Zustandspassiv drückt einen Zustand resultierend aus einem dynamischen Prozess aus, und so qualifiziert es sich syntaktisch und semantisch als ein adjektivisches Passiv. Das Perfektpartizip in solchen Konstruktionen drückt nicht mehr eine Tätigkeit aber den Zustand aus, der erworben wird, nachdem die Tätigkeit stattgefunden hat.

Die Untersuchung des Verhaltens der Psych-Verben in Beziehung zu diesen Passivkonstruktionen kennzeichnet die unakkusativen von den transitiven Psych-Verben mit Experiencer-Objekten. Es einfach zu setzen, wenn psychologische Verben ein Vorgangspassiv betreten, sind sie transitiv, wenn sie ein Zustandspassiv betreten, sind sie unakkusativ.

Passivierung wirkt nur in der Anwesenheit eines Agens. Offensichtlich können sein-Verben einen Agens nie haben und sind folglich nicht passivierbar. Die zwei Arten von haben-Verben benehmen sich anders, wenn sie passiviert werden:

(2)

a.      Sie wurde von ihren Freunden irritiert.                               (haben-Verb + Akk.)

b.      * Ihr wurde von dem Chef missfallen.                               (haben-Verb + Dat.)

c.       * Dem Lehrer wird von der Erziehung der Kinder gelingen.   (sein-Verb + Dat.)

Das Experiencer-Objekt vom Beispiel (2a) kann die passive Subjektposition besetzen, weil es strukturellen Akkusativkasus hat, während die lexikalisch regierten Objekte in (2b) und in (2c) dasselbe nicht tun können. Einige der haben-Verben mit Akkusativ erlauben sowohl einen agentischen als auch einen nicht-agentischen Gebrauch, andere können nur nicht-agentisch verwendet werden. Der agentische Gebrauch von diesen Verben erfordert häufig das Vorhandensein des Instrumentarguments in einer mit- oder durch-Phrase:

(3)

Der Komiker        belustigte                             das Publikum          mit seinen Späβen.

Er                       erheiterte                             mich                       mit/ durch das Musizieren

Der Redner          begeisterte                           die Zuhörer             durch seine Argumente.

AGENS                                                            EXPERIENCER          INSTRUMENT

Im nicht-agentischen Gebrauch wird das Instrument zur Subjektposition gefördert und das ehemalige Agens tritt in einer Genitivphrase auf:

(4)

Die Späβe                                          des Komikers       belustigten             das Publikum.

Das Musizieren                                                             erheiterte               mich.

Die Argumente                                   des Redners        begeisterten           die Zuhörer.

INSTRUMENT                                      AGENS                                             EXPERIENCER

Die nicht-agentischen Verben mit Experiencer-Objekten erscheinen öfter im Zustandspassiv wie im Beispiel (5a) als im Vorgangspassiv, und nur am Rand treten sie mit beiden Arten Hilfsverben auf: werden und sein wie in (5b):

(5)

a. Die Zuschauer waren von der Neuinszenierung entzückt/ gerührt.

    Die Konzertbesucher waren von dem Spiel des Pianisten überwältigt.

b. Die Zuhörer werden/ sind von der Logik des Redners begeistert.

Das verbale Passiv verwendet man selten, und nur dann, wenn man erhöhte, entwickelnde Gefühle ausdrücken will, die zu einem Maximum an Gefühlsintensität führen:

(6)

Wir wurden von einem Gewitter überrascht.

Die Schwestern wurden von ihrem Angreifer erschrocken.

Immer mehr Leute wurden terrorisiert und dadurch eingeschüchtert.

Die britische Öffentlichkeit wurde erschrocken. Yvonne Fletcher war die erste

Polizeibeamtin, die überhaupt auf Aufgabe in Großbritannien ermordert wurde.

Es gibt jedoch eine Gruppe von haben-Verben mit Akkusativ, die nie agentisch wie im Beispiel (7a) verwendet werden und die die Passivierung entweder in der verbalen oder in der adjektivischen Variante wie in (7b) erlauben können:

 

(7)

a. * Die Kinder / Das Anblick der hungernden Kinder     erbarmte / bewegte  sie.

    * Der Junge / Sein schlechtes Benehmen                 wunderte / kümmerte seine Eltern sehr.

      AGENS            URSACHE                                      EXPERIENCER

b. * Sie ist / wird von dem Anblick der hungernden Kindern erbarmt / bewegt.

     * Seine Eltern sind / werden von seinem  Benehmen gewundert / gekümmert.

Schließlich können wir sagen, dass die drei Subklassen der Verben mit Experiencer-Objekten, die von Abraham identifiziert wurden, sich unterschiedlich in Bezug auf Passivierung benehmen. Die Verben, die ein Dativobjekt selegieren, können nicht passiviert werden, weil sie nicht ein Agens als externes Argument haben und folglich sich als ergative Verben benehmen. Die haben-Verben mit Akkusativ benehmen sich wie transitive Verben, wenn sie agentisch verwendet werden und wie ergative Verben, wenn sie nicht-agentisch auftreten.  Die Passivierung der Sätze, die Verben mit Experiencer-Objekten enthalten, zeigt an, dass Gruppen von ihnen eine unakkusative Deutung erlauben.

3. Der attributive Gebrauch von Perfektpartizipien

Nah mit Passivierung hängt der Test des attributiven Gebrauchs von dem Perfektpartizip zusammen. Es ist bekannt, dass wenn das Perfektpartizip in der Lage ist, als ein Modifikator des Objekts zu erscheinen, dann ist das Verb ergativ. Die Verallgemeinerung für die Ableitung von Adjektiven von den Perfektpartizipien ist:

Verben im Perfektpartizip können als Adjektive zu den Nominalen verwendet werden, die dem direkten Objekt des Verbs entsprechen. (cf. Hoekstra 1984: 181).

Dieses sagt natürlich voraus, dass Perfektpartizipien der transitiven Verben und der unakkusativen Verben in der gleichen Weise sich benehmen, weil beide Objekte in der Tiefenstruktur haben, das heißt, ihr einzelnes Argument qualifiziert als internes Argument. Die Frage ist, ob Perfektpartizipien der Subklassen von Verben mit Experiencer-Objekten im Deutschen  als Modifikatoren  auftreten können. Wir geben die Beispiele (3) und (4) von Abraham (1995: 414), um die Attribuierung des Perfektpartizips näher zu untersuchen:

(8)

a. Das Wetter verärgert den Südländer                      haben-Verb mit Akkusativ

    * das verärgerte Wetter

       der verärgerte Südländer

b. das miese Wetter fällt dem Südländer auf             sein-Verb mit Dativ

    * das aufgefallene Wetter            

    * der aufgefallene Südländer

Wie erwartet, modifiziert das Perfektpartizip das Objekt bei haben-Verben mit Akkusativ und das Subjekt bei sein-Verben, welches prüft, dass das Subjekt von sein-Verben syntaktisch wie ein internes Argument sich benimmt und folglich solche Verben ergativ sind.

Viele haben-Verben mit Akkusativ werden durch Perfektpartizipien modifiziert. Diese Tatsache beweist ihre transitive Natur: ein geängstigter Mann, ein verdrossener Mann, ein verehrter Direktor, erzürnte Bürger, ein enttäuschter Angestellter, ein frustrierter Fussballspielerein verwirrter Professor, usw..

(9)

Die erzürnte Moderatorin verliess die Show vorzeitig.

Er ist ein frustrierter Fußballspieler, der immer auf der Ersatzbank sitzen muss.

Aus ihm spricht ein frustierter Kanzlerkandidat.

Erzürnte Bürger protestierten, die Regierung erschien machtlos.

Selbst ein verdrossener Mensch ist politisch immer noch interessiert.

Dort sitzt auf der Bank ein vergrämter Langzeitsarbeitsloser, Herr Max.

Jedoch wenn wir die attributive Konstruktion erweitern, um das andere Argument des Verbs einzuschließen, sind die Resultate für die zwei Arten von Verben unterschiedlich:

(10)

a. Der verärgerte Südländer                                (haben-Verben mit Akkusativ)

    * Der das Wetter verärgerte Südländer

b. ? das aufgefallene Wetter                                (sein-Verben mit Dativ)

     das dem Südländer aufgefallene Wetter

Die haben-Verben mit Akkusativ können einen Partizipialmodifikator nicht mehr nehmen, d.h. partizipiale Prämodifikation in der erweiterten Form wird blockiert. Die Antwort zu diesem Puzzlespiel liegt in der Art des Kasus, den das Argument hat, das in der erweiterten Konstruktion eingeschlossen ist. Das Nomen Wetter  in (10a) hat strukturellen Kasus, während Südländer in (10b) lexikalisch durch das Verb regiert wird. Es ist bekannt, dass die erweiterten attributiven Konstruktionen im Deutschen  nur lexikalisch regierte Objekte beherbergen.

Das attributive Perfektpartizip kann als ein zusammengesetztes Adjektiv vorkommen (vgl. Rapp, 2001: 42), in dem der erste Konstituent das Subjekt der verbalen Basis ist:

(11)

die männerenttäuschte Frau

die kinobegeisterten Jugendlichen

die lebensenttäuschte Mutter

die autofaszinierten Männer

der drogenverwirrte Journalist

Im Deutschen kann das Attribut erweitert werden, um andere Satzkonstituenten mit einzuschließen, zum Beispiel die Adjunkt von-Phrase, die der Agensphrase im Passiven in (13a) entspricht, oder zum Kausalargument in (13b), das durch eine Präposition eingeführt werden kann, die für das adjektivische Passiv typisch ist (über, wegen, usw.) wie in (13c) unten:

(13)

a. die (von dem jungen Skispringer) begeisterten Zuschauer

    die (vom Chef) beleidigten / gekränkten  Mitarbeiter

b. die (von dieser Aufführung) gerührten / ergriffenen / entzückten Zuschauer

     die (von dem Verhalten der Krankenschwester)  vergrämten Patienten

c. die (über die drastische Mieterhöhung) entrüsteten Mieter

    die (über die Niederlage der Nationalmannschaft) bestürzten Menschen

Wieder hat die erweiterte attributive Konstruktion verbale Eigenschaften bei agentischen Objekt Experiencer Verben und adjektivische Eigenschaften bei non-agentischen Gebräuchen von diesen Verben.

Schließlich eine Anmerkung über die Gruppe von haben-Verben mit Akkusativ (freuen, kümmern, wundern, usw.), die nie agentisch verwendet werden können. Da sie sowohl verbale als auch adjektivische Passivierung blockieren, sind sie auch nicht in der Lage, den Test des partizipialen Attributes zu führen:

(14)

a. Das Geschenk freute das Kind.

    * das gefreute Kind       

b. Sein Benehmen wunderte die Besucher.

    * die gewunderten Besucher

Es ist also klar, dass die pränominale Modifikation auch unterschiedliche Resultate produziert. Die Verben, die einen Dativ selegieren, erlauben die Adjektivierung von Perfektpartizipien über ihren Subjekten nicht, weder von dem verbalen noch von dem adjektivischen Passiv. Dieses prüft, dass ihre Subjekte von den tiefen Objekten abgeleitet werden, eine gewöhnlich ergative Eigenschaft. Die Psych-Verben, die ein Akkusativobjekt selegieren, benehmen sich wie transitive Verben, d.h. sie adjektivieren ihr Perfektpartizip über dem direkten Objekt und erlauben die einfache attributive Konstruktion aber nicht die erweiterte.

Die Resultate der zwei Ergativitätstests zeigen, dass nur die Verben, die das sein-Hilfsverb selegieren, als offenbar ergativ angesehen werden können. Die Deutung von haben-Verben mit Akkusativ hängt im Wesentlichen von ihrem agentischen bzw. nicht-agentischen Gebrauch ab: agentische Verben benehmen sich wie transitive Verben, nicht-agentische Verben haben ein ergatives Verhalten.

4. Die unpersönlichen Verben mit Experiencer-Objekten

Eine interessante Gruppe von Verben mit Experiencer-Objekten ist die der unpersönlichen Verben (grauen, graulen, grausen, gruseln, zu welchen Duden Band. 4 fügt: ekeln, schaudern, und schauern hinzu). Sie weisen lexikalischen Dativ (oder Akkusativ) der Nominalphrase zu, welche die Experiencer-Rolle trägt und treten in den Mustern auf, die sie von den anderen Verben mit Experiencer-Objekten unterscheiden, die bis jetzt besprochen werden: als einwertige Prädikate mit einem Experiencerargument wie in (15a), und zweiwertige Prädikate mit einem Experiencer und einem Kausalargument wie in (15b) oder mit einem zusätzlichen expletiven Pronomen es in der Subjektposition (15c):

 

(15)                        

a. Mir / mich graut / graust (es)                                                          Dat/Akk–V          

    Mir / mich schaudert / schauert

b. Ihm graut [vor einem längeren  Aufenthalt im Krankenhaus]              Dat/Akk–V–PO

     Dem Mann  graut vor der Arbeit.

     Mir / mich gruselt / graust vor der Dunkelheit.

c. Es graut ihm vor nichts.                                                                   Es–V–Dat/Akk–PO

    Es graust ihm / ihn bei diesen Gedanken.

    Es gruselt ihn / ihm vor der Dunkelheit.

Bei Verben, die eine Dativ-Akkusativ Abwechslung erlauben, ist die Variante mit dem Dativ bevorzugt. Die Verben, die für ein obligatorisches Präpositionalobjekt subkategorisieren, werden syntaktisch mit einem expletiven es Subjekt errichtet; demgegenüber die einwertigen Prädikate erfordern nicht das Vorhandensein des Expletivpronomens.

Cardinaletti (1990) argumentiert, dass es ein Quasiargument ist, ein Konzept übernommen von Chomsky (1981), der es für die Analyse der Wetterverben verwendete. Das Quasiargument ist ein Element, dem eine spezielle Theta-Rolle zugewiesen wird, es ist nicht-referentiell, und es kann ausschließlich durch ein Pronomen wie it im Englischen, pro (ein Nullpronomen) im Italienischen, es im Deutschen realisiert werden. Cardinaletti analysiert die Beispiele (15b) und (15c), als wären sie von der gleichen lexikalischen Eintragung mit der quasi-argumental Theta-Rolle abgeleitet, entweder durch ein Nullpronomen (pro) oder durch das Expletivpronomen es reali-siert.                    

Cardinaletti stellt fest, dass es ein internes Quasiargument ist, das in der Position des Objekts unter V' erzeugt wird und dass es zu der Position des Subjekts bewegt, um den Nominativkasus zu empfangen.

Psych-Verben unterscheiden sich von anderen Verben (d.h. von Wetterverben), die ein Quasiargument selegieren, durch das Vorhandensein der Experiencer-Rolle. Das Experiencerargument kann jederzeit externalisiert sein, einem `persönlichen' Verb erlaubend. Jedoch externalisieren solche Verben das Experiencer Argument nicht, und das Pronomen es kann nicht im Nominativ auftreten.

Das Vorhandensein einer Nichtnominativen-NP in der Position des Subjeks schließt den normalen Prozess der Kongruenz zwischen dem Subjekt und dem Verb aus. Dem Verb werden immer die Eigenschaften 3. Person  Singular zugewiesen. Genau dies ist die relevante Tatsache, die ein quasi-argumental Nullsubjekt möglich macht: dass die Kongruenz notwendig für die Kennzeichnung von dem quasi-argumental pro bildet. Von dem Moment, dass dieser Prozess in der deutschen Sprache mit den unpersönlichen psychologischen Verben ausschließlich überprüfen läßt, resultiert es, dass ein null quasi-argumentales Subjekt nur mit dieser Gruppe von Verben möglich ist.

So sind die Konfigurationen (15b) und (15c) Oberflächenrealisierungen der gleichen lexikalischen Eintragungen: mit zwei internen Argumenten und einem quasi-argumental internen es.

Die Tests der Ergativität erbringen die folgenden Resultate: die Verben, die dieser Gruppe gehören, selegieren das Hilfsverb haben wie in (16a), sie können nicht passiviert sein (16b), weil es kein externes Argument in ihrer Struktur gibt:

(16)        

a.  Es hat mir vor Schlangen gegraut.

     Es hat ihm vor nichts gegraut.     

b. *Mir wird vor Schlangen gegraut.

    *Ihm ist vor nichts gegraut worden.

Mit zwei internen Argumenten (Experiencer und Causer) und einem quasi-argumentalen internen Argument es, bilden unpersönliche psychologische Verben eine spezielle Subklasse der ergativen Verben, die man als ‘doppelergativ’ bezeichnen kann. Sie sind von den unpersönlichen Konstruktionen im Mittelhochdeutsch erinnernd (vgl. Cardinaletti 1990), welche einen Prozess von Externalisierung des Experiencerarguments bei Psych-Verben durchmachten, außer einer eingeschränkten  Gruppe von Verben, die unpersönlichen Verben, bei welchen dieser syntaktische Prozess unfertig blieb.

Schlussfolgerung. Die Untersuchung der Psych-Verben mit Experiencer Objekten hat gezeigt, dass diese Verben sich nicht zu einer uniformen syntaktischen Deutung ähnlich der Deutung der nicht-psychologischen transitiven Verben verleihen. Gruppen von Verben mit Experiencer-Objekten qualifizieren wirklich für eine unakkusative Analyse wegen des Fehlens von einem externen Argument oder wegen des Vorhandenseins von zwei internen Argumenten. Wie erwartet, benehmen sich die haben-Verben mit Akkusativ wie transitive Verben.

 

Literatur:

 

1.        Abraham, Werner (1995): Deutsche Syntax im Sprachenvergleich, Grundlegung einer typologischen Syntax des Deutschen, Günther Narr Verlag, Tübingen.

2.       Cardinaletti, Anna (1990): Pronomi nulli e pleonastici nelle lingue germaniche e romanze, Saggio de sintassi comparata, Tesi di Dottorato, Universita degli Studi di Padova.

3.       Cardinaletti, Anna, Giusti, Giuliana (1997): Problemi di sintassi tedesca, Uni-press, Padova.

4.       Fanselow, Gisbert (1992): ‘Die Struktur des deutschen Mittelfelds und die Ergativitätsproblematik’ In: L. Hoffmann (hg.) Deutsche Syntax. Ansichten und Aussichten. Berlin, 276–303. [Sprache der Gegenwart]

5.        Grewendorf, Günther (1988): Aspekte der deutschen Syntax, Eine Rektions-Bin-dungs-Analyse, Studien zur deutschen Grammatik, Gunther Narr Verlag, Tübingen

6.       Grewendorf, Günther (1989): Ergativity in German, Studies in Generative Gram-mar, vol. 35, Foris Dordrecht.

7.        Grimshaw, Jane (1990):  Argument Structure, MIT Press, Cambridge, Mass.

8.       Helbig, Gerhard/ Joachim, Buscha (1994): Deutsche Grammatik, Ein Handbuch für Ausländerunterricht, Langenscheidt, Verlag Enzyklopädie, München.

9.       Hoekstra, Teun (1984): Transitivity: Grammatical Relations in Government-Bin-ding Theory, Dordrecht: Foris.               

10.     Pesetsky David (1995), Zero Syntax, Experiencers and Cascades, MIT Press, Cambridge, Mass. 

11.      Rapp, Irene (2001): ‘Argumentstruktur und Erstgliedinterpretation bei deverbalen Derivaten – ein semantikbasierter Ansatz’. Folia Linguistica Acta Societatis Linguisticae Europaeae Ed.: Wolfgang Dressler. Vol. XXXV/3-4.

12.     Sommerfeldt, K. E., Schreiber, H. (1996): Wörterbuch der Valenz etymologisch verwandter Wörter. Verben, Adjektive, Substantive, Max Niemeyer Verlag, Tübingen.

13.     *** Der Grosse Duden (1973): Bd. 4, Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, bearb. von P. Grebe u.a. Mannheim: Bibliographisches Institut.

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga 

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania