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UNTERRICHTSVORSCHLAG

für Die Verwandlung von Franz Kafka im DaF-Literaturseminar

Cristiana Cucu

Das Thema des vorliegenden Referats bezieht sich auf die Frage der erfolgreichen Einführung von Wissensvermittlung im Fachbereich Literatur im Rahmen des Deutsch als Fremdsprachenunterrichts. In wieweit ist es also möglich wissenschaftlich  über Literatur  auf dem Sprachniveau A2 – B1 zu sprechen, wenn die Lernenden erst an der Erwerbung von sprachlichen Kenntnissen interessiert sind? Eine spontane und logische Lösung wäre die Entscheidung zu treffen, den Inhalt des Literaturunterrichts hauptsächlich aus „einfachen“ – meistens ein Euphemismus für „albern“ – Texten zu gestalten. Eine solche Antwort mag aber höchst unbefriedigend sein. Im folgenden werde ich mich demzufolge mit dem Versuch beschäftigen, einen Didaktisierungsvorschlag von Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ für die Grundstufe A2 - B1 laut den europäischen Referenzrahmen zu konzipieren. Der ausgewählte Text ist weder einfach noch kurz und die Lernenden verfügen nicht über fortgeschrittene Deutschkenntnisse.

Eine erste Frage: warum gerade „Die Verwandlung“? Im Grunde genommen gibt es fünf Erklärungen für meine Wahl:

1. Erstens thematisiert dieser Text die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Familie, was einen direkten Bezug auf den Alltag eines Jugendlichen herstellt. Die subjektive Reaktion zum Werk, die laut Swantje Ehlers möglichst oft im Unterricht erzielt werden soll, spricht auch für das hohe Niveau der Motivation  der Studenten, die sich mit einem solchen Text auseinandersetzen.

2. Zweitens scheint dieses literarische Werk allerdings von Interesse zu sein, auch wegen der gegenwärtigen Gespräche über die Sorgen um die Auflösung gerade dieser engen Familienbeziehungen als Folge des aggressiven modernen Phänomens der Mass-Media auf der einen Seite und der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung, die unausweichlich zur Entfremdung führt auf der anderen.

3. Drittens beherrschen die Lernenden in ihrem zweiten Studienjahr in großem Maße den Wortschatz zur Familie und Familienbeziehungen und -probleme ( das Thema wurde im ersten Jahr eingeführt, und am Anfang des zweiten Jahres wiederholt und auch erweitert), so dass man als Lehrkraft weiter auf dieser Grundbasis bilden kann, das Sprachwissen zu anderen Wortschatzbereichen – wie zum Beispiel die Beschreibung der Eigenschaften – erweitern kann. Die sprachlichen Voraussetzungen sind konsequenterweise erfüllt.

4. Viertens kommt die Tatsache, dass „Die Verwandlung“ ein  literarischer Text ist, dessen Titel weit und breit bekannt ist, der aber auch für viele Jugendliche nur als inhaltloser Titel im Gedächtnis erscheint. Die Mehrheit meiner Studenten, zum Beispiel haben gestanden, von dieser Erzählung irgendwann gehört zu haben, aber keiner hatte sie bis zu dem Zeitpunkt gelesen. Der vierte Grund meiner Wahl bezieht sich auf den Wunsch, die Studenten mit diesem höchst repräsentativen Werk des deutschsprachigen Expressionismus auseinanderzusetzen.

5. So komme ich zu dem letzten Punkt der Textwahlbegründung, der aber eine ausführlichere Erklärung benötigt. Es ist im Zusammenhang mit dem Stand und Wesen des Literaturunterrichts in Constanþa. Aufgrund der Tatsache, dass unsere Studenten mit Nulldeutschkentnissen ihr Studium anfangen, wird die Grundlage der Arbeit an unserer Abteilung für deutsche Sprache und Literatur die Methode des DaF – Unterrichts. Folglich erlaubt uns dieser Ausgangspunkt nicht die Anwendung des traditionellen chronologischen Ablaufs in der Vermittlung eines Überblicks über die deutschsprachige Literaturgeschichte von der mittelalterlichen Dichtung bis zur Gegenwartsliteratur. Deshalb erfolgt die Aufteilung des Stoffs vom Mittelalter bis zur Gegenwart entgegen der chronologischen Reihe um den sprachlichen Fähigkeiten der Studierenden Rechnung zu tragen. Von Texten in der ihnen zugänglicheren Gegenwartssprache schreitet der Literaturunterricht also rückwärts, so dass längere und anspruchvollere Texte erst im dritten Semester vorkommen. Kafkas Erzählung ist daher einer der ersten schwierigeren Texte.

6. Schließlich sind der Stolz und das Gefühl, dass man ein wichtiges Werk der Weltliteratur gelesen hat nicht außer Acht zu lassen.  

Aus dem Wesen und dem gesamten Konzept des deutschsprachigen Literaturunterrichts in Constanþa als auch aus den zugrunde liegenden Merkmalen und Texteigenschaften Kafkas „Verwandlung“ lassen sich die allgemeinen Lernziele des vorliegenden Unterrichtsversuchs ableiten. Die Entscheidung für eine bestimmte didaktische Herangehensweise hängt an dritter Stelle auch von den Lernervoraussetzungen ab, welche Erfahrung die Lernenden mit fremdsprachlichen literarischen Texten haben und wie sie bisher mit Literatur überhaupt umgegangen sind. Diesem Prinzip folgend gilt für diesen Didaktisierungsvorschlag der Grundsatz, dass der Literaturunterricht  auf der Grundstufe a) das Textverständnis ermöglicht wie auch b) die impliziten Arbeitsstrategien vermitteln und üben soll, die später den Leser zu der „autonomen “ Textinterpretierung befähigen. Einerseits geht es folglich um die Schulung und das Trainieren der unterschiedlichen Lesestrategien auf deren treffende Anwendung der Erfolg der Lektüre beruht. Die verschiedenen Aktivitäten, die ein Text vom Leser verlangt, lösen solche Strategien aus, wie z. B. das globale Lesen – ermittelt das grobe Begreifen der relevanten Aussagen - das  selektive Lesen – entspricht dem Bedarf der Leser, nur bestimmte Informationen in einem gegebenen Text zu suchen, das detaillierte Lesen – sichert eine erfolgreiche Erarbeitung von Einzelfragen und sogar Details, oder das sortierende Lesen – unterstützt die Zuordnung verschiedener Inhalte nach bestimmten Kriterien. Andererseits werden die wissenschaftlichen Ansprüche der Arbeit mit einem literarischen Text nicht außer Acht gelassen, sondern sie stellen ein  Ziel des Literaturseminars dar. Ich  beziehe mich hier  auf die konkreten Schritte der Analyse, oder, anders gesagt, auf das, wie man mit einem literarischen Text umgehen sollte.

Ein erstes Ziel im Unterricht bezieht sich auf die Erstellung eines Gesamteindrucks über die wesentlichen Inhalte eines Textes, auf das so genannte Globalverstehen. Die Fokussierung auf den roten Faden, der eine erste grobe Orientierung schafft, ist ein Merkmal des Leseprozesses im Allgemeinen. Auch die muttersprachlichen Leser sind zunächst an den Hauptinhalten interessiert und nehmen nicht alle Bedeutungsebenen eines Textes auf. Folglich passt man zuerst auf das auf, was ihm wichtig zu sein scheint, und filtert sogar den gelesenen Stoff, indem man eine meist unbewusste spontane Entscheidung nach dem Informationswert verschiedener Textteile trifft. Auf diesem Fundament beruht jeder weitere Deutungsvorgang, der bei einer wiederholten Lektüre als Ziel gelten mag. Demzufolge ist es von Bedeutung, die relevanten Textinhalte entdecken zu können und diese korrekt einzuschätzen. Beim Lesen in der Fremdsprache, die man nur unvollständig beherrscht, mag aber diese Entscheidung nicht problemlos durchgeführt werden. Diese selbstständige Entdeckung und Entnahme solcher Kerninformationen eines Textes muss daher trainiert werden vor allem, wenn es um das Verstehen eines eher schwierigen Textabschnittes geht, wie Franz Kafkas „Die Verwandlung“. Es ist allerdings die Aufgabe der Lehrkräfte jene Verstehensschwierigkeiten vorweg zu nehmen und einen erfolgreichen ersten Kontakt mit dem Text zu ermöglichen.

Was Kafkas Novelle angeht, habe ich eine Seminarreihe von drei Unterrichtseinheiten konzipiert, die jeweils einen unterschiedlichen Schwerpunkt als Ziel haben. Da ich im Deutsch als Fremdsprache Bereich tätig bin, zielt mein Unterrichtvorschlag sowohl auf die Vermittlung von Lesestrategien in der Fremdsprache als auch auf eine Einführung in die wissenschaftliche Arbeit am literarischen Text. Dem entsprechen, bezweckt das einführende Seminar einen ermutigenden ersten Kontakt mit dem fremden Text, indem die Studenten dazu gefordert werden, den Anfang der Erzählung nur global verstehen zu müssen und dann, anhand des Verstandenen, die Textinformationen nach ihrer Wichtigkeit und Relevanz einzuschätzen zu versuchen. Das folgende Seminar baut auf diese erste Unterrichtseinheit weiter auf, indem die neu vermittelte Lesestrategie wiederholt wird und, anhand von fünf Abschnitten aus verschiedenen Schlüsselszenen, praktisch geübt wird. Trotzdem, bezweckt dieses zweite Teil des vorliegenden Unterrichtsvorschlags nicht nur eine Wiederholung einer Lesetechnik, sondern auch ein überfliegendes Verstehen der gesamten Erzählung „die Verwandlung“ und ermöglicht auf dieser Weise eine einfachere Orientierung der Lernenden im Text. Am Anfang des dritten Seminars werden die Bedingungen erfüllt, um nun der wissenschaftlichen Analyse mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dieses abschließende Teil der Unterrichtsreihe erzielt aber auch die Durchführung der Arbeitsschritten, die zur Planung einer schriftlichen Arbeit von Seite der Studenten in Form eines Paragraphen dienen, in dem sie wissenschaftlich beweisen sollten, dass der Text der expressionistischen Bewegung angehört.

Das hier entwickelte Konzept, das sich in drei Seminare teilt, folgt eigentlich der inhaltlichen Struktur des kafkaesken Textes, so dass das einführende Literaturseminar zu Kafkas „die Verwandlung“ auf dem Moment bezieht, wenn Gregor aufwacht und seiner Verwandlung zum Käfer bewusst wird. Die im Plenum durchgeführte Erstellung eines Assoziogramms zum Thema „Verwandlung“ scheint mir eine geeignete Einleitung des Textes zu sein. Dadurch wird das Vorwissen der Lernenden aktiviert und die ersten Leseerwartungen gefördert. Eine spontane Bewertung dieser Aufgabe gibt von drei wichtigen Aspekten der Erzählung kund, nämlich von ihrer Zugehörigkeit zur Genre der Phantasie, zweitens von den zwei grundsätzlichen Ebenen der Wesen – Mensch vs. Tier – und der schaukeln Grenze zwischen ihnen, und drittens von einer möglichen Funktion der Verwandlung entweder als Strafe für einen Fehler oder als eine Art Hilfe in dem Prozess der Säuberung des Helden. So z.B. haben die Studenten auf das Märchen hingewiesen als die literarische Gattung, wo solche Ereignisse ziemlich oft vorkommen, haben andererseits die am häufigsten getroffenen Tiere erwähnt, die allerdings zum semantischen Feld der unangenehmen Tiere und Insekte gehören. Auf diesen ursprünglichen Eindruck werde ich am Ende dieser Seminarreihe zurückgreifen, denn er dient der eigentlichen Analyse.

Der nächste Schritt beschäftigt sich mit der Vermittlung einer Lesestrategie, die das Globalverständnis unterstützt: in dieser ersten konkreten Aufgabe geht es darum „Verstehensinsel“[1] zu bilden.  Die Lernenden sollten sich zunächst darauf konzentrieren, was sie schon verstehen und dann, anhand des Verstandenen, die Textstellen zu erweitern versuchen. Das Prinzip ist einfach: in einem Kasten werden die aus dem Kontext herausgenommenen Schlüsselwörter angegeben – die übrigens sehr leicht zu verstehen sind – die eigentlich die Erzählsituation veranschaulichen. Es handelt sich um die zur Texterschließung führenden Fragen nach der Hauptfigur, Ortkulissen, Zeitkoordinaten und grundlegender Handlung. Schließlich bezweckt eine solche Übung auch zur Vorbereitung für das Konzipieren von Zusammenfassungen. Von den Lernenden wird verlangt, dass sie anhand dieser Informationen einen kleinen Text herstellen, den sie gleich bei der daran anknüpfenden Übung mit dem originellen Einführungsparagraph Kafkas Erzählung vergleichen sollen. Höchstwahrscheinlich werden sie feststellen, dass es gar nicht so schwer ist, dass man nicht jedes Wort kennen muss, um die Geschichte zu verstehen. Die Funktion dieser Lesestrategie ist zweifach:  erstens beweist das Ergebnis den Lernenden, dass sie mit ihren Sprachkenntnissen auch ziemlich schwierige Texte global verstehen können, zweitens werden sie dadurch zu einem „angstfreiem Umgang mit schwierigen Texten ermutigt“[2] und schließlich werden sie Vertrauen in ihren eigenen sprachlichen Mitteln gewinnen. Darüber hinaus, folgt dieser Auftrag einem positiven Vorgang, indem sich die Lernenden nicht auf das Unbekannte konzentrieren, was sich als hemmungsvoll und frustrierend für diejenigen zeigt, die erst eine fremde Sprache erwerben, sondern sie überfliegen  den Text, identifizieren die Stellen, die sie ohne große Probleme verstehen und anhand dieses Fundaments vom Bekannten einen Eindruck darüber bekommen, was die benachbarten Textteile bedeuten könnten. Selbst wenn ihre Vermutungen nur vage den Sinn begreifen, – z.B. sie ahnen, dass „Ungeziefer“ ein Tier sein muss – sind sie nichtsdestotrotz imstande zu begreifen, dass die restlichen Wörter die äußere Beschreibung dieses Tieres verdeutlichen. Das ist eigentlich ein Schritt vorwärts, denn sie können nun leichter und schneller die Entscheidung treffen, ob bestimmte unbekannte Wörter überhaupt relevant für das Verständnis des Textes sind. Dementsprechend werden sie erkennen, dass das Wort „Ungeziefer“ sich auf ein Tier bezieht, obwohl der nähere Kontext ihnen keine weiteren Hinweise anbietet, die sie zum Erschließen der konkreten Bedeutung befähigen. Trotzdem können sie das Wort  aufgrund des negativen Präfixes „un-“ als eher negativ einschätzen.

An dieser stelle aber erreicht ihre Neugier den Höhepunkt, und sie wünschen sich dieses Wort von allen anderen aufzusuchen, was eigentlich auch die beabsichtigte Reaktion ist. Das gibt uns die Gelegenheit, ein beliebtes Medium im Unterricht einzusetzen: das Internet. Die erste Internetseite, die angezeigt wird, wenn man das Wort „Ungeziefer“ angibt, wird ihre Erwartungen bestätigen, ja vielmehr übertreffen. Dieser Moment scheint auch von großer Wichtigkeit zu sein, denn er stellt die erste Überraschung dar, die der Text dem Leser bereitet. Es geht um den Augenblick, wenn die Lernenden die Bedeutung des Wortes „Ungeziefer“ begreifen. Obwohl sie beim Lesen des Abschnittes eine Ahnung davon bekommen hatten, was das ihnen noch unbekannte Wort heißen könnte, hatten sie sich trotzdem nicht vorgestellt, dass es ein Synonym für „Käfer“, oder sogar „Schädling“ ist. Darauf werde ich am Ende dieser Unterrichtseinheit zurückkommen und weiter aufbauen.

Im Folgenden wird eine andere Lesestrategie geübt, deren Ziel das Erweitern des persönlichen Bezugs auf der Erzählung ist: „das Bilden von Hypothesen über das was kommt“ und was das Schicksal Gregors angeht. Dabei wird ein „Erwartungshorizont“ [3] eröffnet, das den Lernenden ermöglicht, sich einen Text persönlich anzueignen und dadurch ihre Vermutungen, Erwartungen und subjektive Erfahrung in den Prozess des Textverständnisses einzubringen. Beispielsweise, bei der Frage nach einer möglichen Fortsetzung der Geschichte und nach Gregors Reaktion seiner Verwandlung gegenüber, hat sich die Mehrheit der Lernenden Sorgen darüber gemacht, dass ihnen die Teilnahme an dem Familien- und Freundeskreis abgesagt sein könnte, wenn sie selber in Gregors Situation wären. Laut Swantje Ehlers, die ganz herzlich diese Herangehensweise im Literaturunterricht empfiehlt, hat ein solcher subjektiver Einstieg eine „lernpsychologische Funktion[4]“, indem die Motivation und das Interesse erweckt werden, und, auf diese Weise, die Lernenden Aufnahmebereiter werden und nun das Neue und Fremde leichter verarbeiten können. Insofern sollte diese Stufe der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Text möglichst oft im Literaturseminar durchgeführt werden.

Unausweichlich wird danach die Phase  der Überprüfung der eigenen Erwartungen am Text eingeführt. Nach dem davor tretenden didaktischen Einsatz, der die persönlich-subjektive Reaktion an den Text als Vorentlastungsstrategie des Verständnisses angewandt hat, mag dieses eher intuitive Verstehen mit dem eigentlichen Text konfrontiert sein. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem objektiven Pol und auf den Textsignalen. Eine derartige Aufgabe könnte die Lernenden dazu anregen ihre ersten Reaktionen zu beobachten und vor allem sie am konkreten  literarischen Stoff zu überprüfen[5]. Ich halte es für wichtig, dass die Lernenden immer aufgefordert werden, zurück zum Text zu greifen, und ihre Eindrücke dadurch zu verbessern. Auf der anderen Seite bietet ein zweiter Auszug aus Kafkas Novelle die Gelegenheit einer aktiven Anwendung der früheren eingeführten Strategie der Verstehensinsel an. Der Unterschied besteht aber darin, dass die Lernenden zu dieser Strategie ohne weitere Hilfen und Anhaltspunkte greifen: es werden diesmal keine Schlüsselwörter mehr extra gegeben. Der Prozess der Erkennung des Bekannten wird selbständig von den Lesern durchgeführt, indem sie die bekannten Wörter im Text unterstreichen können. Daraus sollten sie am Ende wiederum einen einzigen zusammenfassenden Satz schreiben, der ihnen das Verstehen der Hauptideen des Abschnittes festigt.

Eine weitere Erklärung, was diese Übung anbelangt, betrifft die Sozialform. Obwohl jeder Teilnehmer den Abschnitt alleine liest und selber entscheidet, was ihm bekannt ist, sollte der zweite Teil – nämlich das Konzipieren der Zusammenfassung – in Partnerarbeit gelöst werden, hauptsächlich, weil eine solche Zusammenarbeit den Druck und Schwierigkeitsgrad wesentlich reduziert. Schließlich erfolgt eine unterschiedliche Wahrnehmung mehr Wissen, und das vereinfacht das Verstehen des Abschnitts. Nachdem das globale Verstehen des Textes gesichert wurde, und die ursprünglichen Vermutungen nach der Lektüre korrigiert wurden, findet eine zweite Überraschung statt: es ist an dieser Stelle, dass man die Anwesenheit der unterliegenden, typisch expressionistischen Themas der enthumanisierenden Arbeitswelt begreift. Da der verwandelte Gregor hauptsächlich an seine Pflicht und seinen Beruf denkt, entsteht hier ein zweiter Zwiespalt zwischen der mehr oder weniger unerwarteten Entwicklung und dem Erwartungshorizont des Lesers. Die Lernenden befürchteten das Scheitern ihrer sozialen Kontakte zur Familie und Freunde, wobei Gregor zuerst an die Arbeit  denkt. Deswegen mag sie Gregors Reaktion eher überraschen, sogar schockieren.

Die nächste Aufgabe bezweckt die Schulung einer der wichtigsten Kompetenzen des Literaturunterrichts, nämlich die Formulierung der Fragen an solchen Schlüsselszenen des Textes, wo eigentlich die so genannten „Leerstellen“ in dem literarischen Werk auftreten. Darin besteht auch zum großen Teil die Schwierigkeit des Verstehens literarischer Texte im allgemeinen, denn diese offen gelassenen, unklaren und mehrdeutigen Momente sind ein Hauptmerkmal der Literatur.

Das Aufwerfen von Fragen und damit Offenhalten von Zusammenhängen ist eine beliebte literarische Technik, deren Funktion darin besteht, den Leser neugierig zu machen und Spannung zu erzeugen.[6]

Der vorliegende Unterrichtversuch enthält genau eine solche Übung – der Arbeitsauftrag Nummer 7 des einführenden Seminars –, die die Wahrnehmung der „stillen Momenten“ im Text unterstützt und bewusst macht, denn schließlich bedeutet „Fragen stellen“ nach der Antwort zu suchen und auf die zugrunde liegenden Zusammenhänge aufzupassen. Ohne zu fragen ist die Entschlüsselung jedes Textes nicht möglich. Gleichzeitig stellt diese Aufgabe auch ein mögliches Ziel der Lektüre dar, wobei der Text als ein Rätsel erscheinen mag, das die Lernenden auf die Suche nach Lösungen und Antworten bringt. Dadurch steigt aber auch die Motivation für die selbständige Lektüre außerhalb des Unterrichts, was in dieser dem Ende nähernden Unterrichtsphase umso wichtiger ist. Dementsprechend wird das „Fragen“ eine Stufe in den Sensibilisierungsprozess der fremdsprachlichen Lernenden auf Textsignale und -hinweise. Das ist allerdings auch der Grund warum wir die Entscheidung getroffen haben, ausdrücklich die Schlüsselfragen in die Arbeitsaufträge des zweiten Seminars eingeführt zu haben. Einerseits lenken und strukturieren sie das Verstehen, andererseits trainieren sie ein globales Verstehensvermögen und zu diesem Zweck sollten die Studenten daran gewohnt sein.

Die Frage ist in diesem Fall nach der Ursache der unerwarteten Entwicklung in der Erzählung „die Verwandlung“. Früher habe ich das Entstehen eines Zwiespaltes zwischen dem Text und der Erwartung des Lesers erwähnt. Die Fragen: warum und wieso denkt Gregor in solchen Momenten gerade an die Arbeit? In wie weit ist es relevant? untersuchen die möglichen Gründen dieser Überraschung. Was die Funktion solcher unerwarteten Entwicklungen in der Handlung der Erzählung ist, ist momentan nicht zu begreifen. Genauso auch der Grund, warum Gregor gerade zum Ungeziefer mutiert hat. Wichtig ist aber, dass die Lernenden diese Fragen für sich formulieren, folglich bewusst in einen Dialog mit dem Text treten und sich zur Lösung dieser Unklarheiten engagieren. Durch die Anwendung dieser Strategie entsteht eine aktive Auseinandersetzung mit den Absichten des Textes, die schließlich zum Verstehen führt.

Erfahrungsgemäß tauchen bei dieser Art von Aufgaben gerade die relevanten Fragen auf, die das Textverständnis vorbereiten und ermöglichen: „Was ist Gregors Schuld?“, „ Warum erleidet er diese fürchterliche Verwandlung?“ und „Warum wundert er sich kaum?“,  „Warum stellt er sich selber nicht diese Fragen?“, „Kennt er vielleicht schon die Ursachen?“ oder „In wie fern bleibt er noch ein Mensch?“. Diese sind nur ein paar Beispiele von Fragen, die von den Lernenden spontan bei der Bewältigung der Übung herauskommen. Wichtiger ist die Tatsache, dass genau diese die Fragen sind, die zu dem treffenden Erschließen der Textaussage und weiter auch zur wissenschaftlichen Werkinterpretation führen. Konsequenterweise, sind wir der Einsicht, dass solange der fortlaufende dialogische Vorgang das Verständnis ergänzt und zum Entdecken von Inkohärenzen dient, sollte dieses Verfahren als Ziel in dem Literaturseminar auftreten.

Der zweite Seminar dieses Didaktisierungsversuchs beruht auf der Wahrnehmung von Sinnzusammenhängen in der „Verwandlung“, denn das Lösen der Unklarheiten und der Verstehensprobleme ist nur anhand der Herstellung von Deutungszusammenhängen zwischen den schon gelesenen Textteilen und dem weiteren Verlauf der Geschichte möglich. Erzielt wird ein übergreifendes globales Verstehen der ganzen Erzählung.

Die Prämisse der zweiten Unterrichtseinheit bezieht sich auf das Prinzip, dass die Lernenden während des  Seminars nicht unbedingt alles lesen müssen. Manchmal genügt es, wenn sie die Ergebnisse der Kollegen aufnehmen. Um diesen Grundsatz entwickelt sich dieser zweite Teil der Arbeit mit dem kafkaesken Werk. Folgende Arbeitsphasen werden durchgeführt. Zunächst werden die Teilnehmer in fünf Gruppen geteilt und jeder Gruppe wird ein Abschnitt aus verschiedenen Momenten der „Verwandlung“ gegeben. In der jeweiligen Gruppe sollten die Studenten eine klare Zusammenfassung ihres Paragraphen verfassen, diese auf einen Plakat aufschreiben und dann in Plenum vortragen. Nachdem  alle fünf Zusammenhänge an der Tafel gehängt wurden und jede Gruppe ihre Ergebnisse vorgestellt hat, sollen die Lernenden dazu gelangen, zusammen die Sinneinheiten miteinander zu verknüpfen und sie in die wahrscheinliche Reihenfolge zu bringen. Anschließend werden sie wieder in der ursprünglichen Gruppe am Text überprüfen, ob ihre Variante mit der originellen Geschichte Kafkas übereinstimmt. Die Grundlage, die den Erfolg jener Aktivität versichert, stützt sich auf die Tatsache, dass Erzählungen im allgemeinen einen bestimmten Aufbau haben, der sich von einer Ausgangssituation allmählich entwickelt um Folgen oder Gründen deutlich zu machen und schließlich das Ergebnis als bedeutungsvoll und kohärent zu ergeben. Die Lesestrategie einen Text zu überfliegen und zielbewusst auf bestimmte Stellen im Text zu suchen, bereitet ihnen sowohl einen globalen Eindruck, was die Struktur der Erzählung angeht,  als auch ein besseres Orientierungsgefühl im Text. Für das danach folgende Seminar ist es den Lernern wichtig,  imstande zu sein, vorwärts und rückwärts durchzublättern, und erfolgreich die Passage herauszufiltern, wo sie die erfragten Informationen gefunden haben.

Eines wäre noch zu erwähnen: im Hinblick auf das erwünschte zusammenhängende Konzept des gesamten Unterrichtsvorschlags, repräsentiert dieses zweite Seminar eine Vorbereitungsstufe für die beabsichtigte Textanalyse vom dritten Teil dieser Didaktisierung. Folglich, es wurden diejenigen Abschnitte ausgewählt, die Schlüsselszenen Gregors Beziehung zu seiner Familie[7] verdeutlichen. Mit dem Erfassen der wichtigsten Ereignisse der Erzählung „die Verwandlung“ haben wir ein erstes Textverständnis erreicht. Trotzdem lassen sich die Tatsachen und Faktoren, kurz gefasst, alles, was in der Geschichte passiert, weiter deuten. Dieses Globalverstehen kann der Leser bei einer wiederholten Lektüre erweitern, indem man andere Aspekte schrittweise berücksichtigt. In diesem Fall handelt es sich um ein detailliertes, selektives oder sortierendes Verstehen, und vielmehr um die Schulung derjenigen Strategien, die zur Lösung und Beantwortung der Fragen führen wird, die die Lernenden während des einleitenden Seminars formuliert haben. Zu diesem Zweck werden Aufgaben hergestellt, die sie dazu befähigt ein breites Spektrum von Lesestrategien von detailliertem zum selektiven Verständnis anzuwenden.

Wir befinden uns nun auf der letzten Phase des dreiteiligen Versuches. Das Ziel besteht einerseits in dem ausführlichen Erschließen der Familienverhältnisse, die die möglichen Gründe von Gregors ursprünglicher Verwandlung erklären, andererseits in der wissenschaftlichen Analyse der typischen Merkmale, die die Zugehörigkeit von Kafkas Erzählung zur literarischen Bewegung des Expressionismus beweist. Zunächst setzt ein solches analytisches Anliegen eine tiefere Stufe des Verstehens voraus, was im Falle der Lernenden, die erst Deutschkenntnisse erwerben, als besonders kompliziert erscheinen mag. Deswegen schlage ich im folgenden vor, dass der Lehrer diesmal die Einführung mit Hilfe des Märchens „Hänsel und Gretel“ machen könnte. Die einleitende Hörverstehensübung, die wiederum nur das Globalverständnis fordert, versetzt sie in eine bestimmte Stimmung, scheint am Anfang ihre Aufmerksamkeit vom Kafkas Text abzulenken und macht auch Spaß. Außerdem erzeugt der Einbezug dieses Märchens einen Rückgriff auf jene Aufgabe vom ersten Seminar, als sie selbständig zu der Idee der Ähnlichkeit zwischen Kafkas Titelauswahl und einem der häufig auftretenden Themen in der Phantasie gekommen sind (damals sprachen sie über Märchen und nannten sogar konkrete Beispiele). Außer der entlastenden Funktion, erfüllt die Einführung dieses Märchens gleichzeitig einen nebensächlichen Zweck, nämlich der Übergang zum Thema: „Familienverhältnisse“ und vor allem zur Beziehung zwischen dem Bruder und der Schwester. Es ist gerade durch den Vergleich zu Gretel (ist die Namenähnlichkeit nur ein Zufall?), dass die parallele Verwandlung Gregors Schwester umso deutlicher zutage tritt. Auch in diesem Fall bauen die Aufgaben aufeinander auf. Diesem Prinzip folgend, dient die zweite Übung dieses abschließenden Seminars zur Beschreibung der märchenhaften Gestalten und nimmt dadurch die Aufgabe Nummer 5 vorweg, die anhand derselben Kriterien – es wird das Sortieren derselben Adjektive verlangt – ein ähnliches Bild von den Familienverhältnissen in Kafkas Text ans Licht bringt. Doch bald werden die Lernenden selber die Unterschiede merken und letztlich auch begreifen, dass nicht nur Gregor eine Verwandlung erlitten hat; vielmehr macht eine solche Übung auch Gretes parallel laufende psychische Entwicklung im negativen Sinne eindeutig. Erst jetzt schließt sich der Kreis, denn Gretes eigene Verwandlung bietet eine mögliche Erklärung dafür an, was die Rolle und Bedeutung der „Tier“ Metapher und deren unterliegenden Kritik an eine Gesellschaft und eine Zeit sein könnte, die zu der Entfremdung des einzelnen Individuums führte. Diese autonome Entdeckung der Regel scheint mir von besonderer Wichtigkeit im Literaturunterricht zu sein.

Eine weitere Lesetechnik, die im vorliegenden Seminar angewandt wird, beabsichtigt die gezielte Suche nach den Stellen, die relevante Informationsteile über das Verhalten der Familienmitglieder Gregor gegenüber enthalten. Es geht tatsächlich um das detaillierte Verständnis. Mit diesem Arbeitsauftrag müssen die Lernenden noch einmal zum Text greifen und hin und her blättern, um zu entscheiden, was relevant für die korrekte Aufgabenbewältigung ist. Dabei müssen sie über den Inhalt jedes Paragraphen und über seine Bedeutung für dieses literarische Werk nachdenken. Sie reflektieren also über den „Gehalt“ des Textes, bewerten ihn und teilen die verschiedenen Wörter, Sätze und Abschnitte in zwei Kategorien auf: relevant – irrelevant. Die Durchführung und Lösung dieser Aufgabe erlegt keine Beschränkungen auf, was das Behalten der Ergebnisse betrifft. Sie können also entweder Zitate direkt aus dem Text entnehmen und sie in den Raster aufschreiben, oder  einzelne Wörter, kurze zusammenfassende Kommentare oder Notizen schreiben. Erfahrungsgemäß tritt oft eine Mischung von diesen Niederschreibungsmöglichkeiten auf. Trotzdem, auch wenn einzelne Studenten die Reflexionsphase nicht erreicht haben und einfach nur Zitate aus dem Text notiert haben, bietet ihnen die direkt danach anschließende Besprechung der Resultate die Möglichkeit zur Notizenvervollständigung an. Außerdem greifen zwei spätere Arbeitsaufträge – Nummer 7 und 8 – auf diese Übung zurück, in einem Versuch eine weitere Stufe der Reflexion über die Bedeutung dieser Notizen  zu schaffen. Übung 7 z.B. setzt ein wiederholtes, detailliertes Lesen voraus, wobei die Aufgabe Nummer 8 eine Phase der Informationsfestigung in Form  einer Rätselergänzung  vorschlägt.

Das Lösen des Rasters erzeugt allerdings den glatten aber sinnvollen Übergang zu dem abschließenden  Auftrag, wo die Studenten sich mit der Aufgabe konfrontieren, die in den Übungen 4 bis 8 bearbeiteten und besprochenen Ergebnisse nun sortierend zu den passenden expressionistischen Merkmalen einzuordnen. Dabei reflektieren sie auch über ihre eigenen Notizen und Kommentare, sie bewerten diese kritisch, und nach der Relevanz ordnen sie sie der passenden Epochencharakteristik ein. Während die früheren Aufgaben eine eher gelenkte Arbeitsmethode geübt haben, entspricht dieser abschließende Auftrag der Beschäftigung mit der wissenschaftlichen Analyse und mit der Verknüpfung vom Text zur literarischen Bewegung.

Noch wichtiger scheint uns aber die Tatsache, dass dieses Seminar die wesentlichen Schritte zur Planung eines wissenschaftlichen Testes (auf diese Stufe nur in Form eines Paragraphen) durchgeführt hat, so dass am  Ende die Lernenden über einen übersichtlichen Plan verfügen, der sie für die erzielte Hausaufgabe vorbereitet. Zur Überwindung der erwarteten Verschwiegenheit der Lernenden, die sie spontan erleben, wenn es um eine solche „seriöse“ schriftliche Aufgabe geht, habe ich mich entschieden, ihnen die Freiheit anzubieten, eines von zwei möglichen Themen zu wählen: einerseits die Erörterung der Familienverhältnisse, andererseits den Nachweis von Merkmalen, die dafür sprechen, dass der Text zum Expressionismus gehört. Im Großen und Ganzen wurde dieser ganze Unterrichtsentwurf zu dem Zweck entwickelt, dass die Studenten während des Seminars das Verfahren erproben und erleben, um dann allmählich autonome Leser literarischer Werke zu werden.


 

[1] Siehe Eva Maria Jenkins (Hrsg.): „Abschied von Sidonie. Didaktische Bearbeitung für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache“, Wien, 1998, Seite 16.

[2] Siehe Swantje Ehlers: Lesen als Verstehen, Fernstudieneinheit 2, Seite 9.

[3] Siehe Swantje Ehlers: Lesen als Verstehen, Fernstudieneinheit 2, Seite 11.

[4] Ebd., S. 17.

[5] Ebd., S.  36.

[6] Ebd., S. 15.

[7] Arbeitsblatt 5 stellt die Entscheidung der Schwester dar, Gregor loszuwerden; Arbeitsblatt 6 stellt die Szene der Apfelangriff durch den Vater dar; Arbeitsblatt 7 bezieht sich auf die Szene am Anfang des zweiten Teils, als Grete sich noch um ihren Bruder kümmerte; Arbeitsblatt 8 stellt den ohnmächtigen Versuch der Mutter Gregor zu besuchen; Arbeitsblatt 9 gibt Aufschluß über Gregors Kritik an Gretes Gleichgültigkeit.

 

Anhang:

 

Literaturseminar 1                                                                                          Franz Kafka

II. Jahr, II. Semester                           Die Verwandlung

Seminarleiter: Cucu Cristiana

 

1. Schreiben Sie anhand folgender Schlüsselwörter einen kleinen Text:

 

              Gregor Samsa             eines Morgens             unruhigen Träumen

       erwachte                in seinem Bett               zu einem Ungeziefer    

                 verwandelt         seine vielen dünnen Beine              hilflos

 

2. Vergleichen Sie nun mit dem Originaltext. Finden Sie Ihre Geschichte wieder?

    Geben Sie dem Abschnitt einen Titel.

 

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.“

 

Titel:_________________________________________________

3. Was könnte „Ungeziefer“ wohl bedeuten? Suchen Sie im Netz und ergänzen Sie das Assoziogramm mit Ihren Ergebnissen:

 

Ungeziefer

 

4. Wie könnte Gregor auf die Feststellung seiner Verwandlung zum Ungeziefer reagieren? Finden Sie eine Antwort in der Gruppe und schreiben Sie ihre Ergebnisse auf.

 

_____________________________________________________________

_____________________________________________________________

 

_____________________________________________________________

 

5. Lesen Sie die Geschichte weiter und unterstreichen Sie im Text die Stellen, die auf Gregors Reaktion andeuten.

»Ach Gott«, dachte er, »was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt! Tag aus, Tag ein auf der Reise. Die geschäftlichen Aufregungen sind viel größer, als im eigentlichen Geschäft zu Hause, und außerdem ist mir noch diese Plage des Reisens auferlegt, die Sorgen um die Zuganschlüsse, das unregelmäßige, schlechte Essen, ein immer wechselnder, nie andauernder, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr. Der Teufel soll das alles holen!«  [.....]

„Und er sah zur Weckuhr hinüber, die auf dem Kasten tickte. »Himmlischer Vater!«, dachte er. Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwärts, es war sogar halb vorüber, es näherte sich schon dreiviertel. Sollte der Wecker nicht geläutet haben? Man sah vom Bett aus, daß er auf vier Uhr richtig eingestellt war; gewiß hatte er auch geläutet. Ja, aber war es möglich, dieses möbelerschütternde Läuten ruhig zu verschlafen? Nun, ruhig hatte er ja nicht geschlafen, aber wahrscheinlich desto fester. Was aber sollte er jetzt tun? Der nächste Zug ging um sieben Uhr; um den einzuholen, hätte er sich unsinnig beeilen müssen, und die Kollektion war noch nicht eingepackt, und er selbst fühlte sich durchaus nicht besonders frisch und beweglich. Und selbst wenn er den Zug einholte, ein Donnerwetter des Chefs war nicht zu vermeiden, denn der Geschäftsdiener hatte beim Fünfuhrzug gewartet und die Meldung von seiner Versäumnis längst erstattet. Es war eine Kreatur des Chefs, ohne Rückgrat und Verstand. Wie nun, wenn er sich krank meldete? Das wäre aber äußerst peinlich und verdächtig, denn Gregor war während seines fünfjährigen Dienstes noch nicht einmal krank gewesen. Gewiß würde der Chef mit dem Krankenkassenarzt kommen, würde den Eltern wegen des faulen Sohnes Vorwürfe machen und alle Einwände durch den Hinweis auf den Krankenkassenarzt abschneiden, für den es ja überhaupt nur ganz gesunde, aber arbeitsscheue Menschen gibt. Und hätte er übrigens in diesem Falle so ganz Unrecht? Gregor fühlte sich tatsächlich, abgesehen von einer nach dem langen Schlaf wirklich überflüssigen Schläfrigkeit, ganz wohl und hatte sogar einen besonders kräftigen Hunger.«

6. Lesen Sie den Abschnitt noch einmal und schreiben Sie einen zusammenfassenden Satz.

 

Paragraph 2:________________________________________________

__________________________________________________________

 

7. Gibt es irgendwelche Information/en, die Sie erwartet haben, die aber beim Lesen nicht beantwortet wurde/n? Formulieren Sie selbst die Frage/n:

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

 

8. Lesen Sie die Geschichte weiter von Seite 7 bis zur Seite 23 und ergänzen Sie den folgenden Leseprotokoll:

 

Seite:

Wer?

die (Haupt-)Figuren

Was?

die Handlung

Ihr Eindruck/

Zitate

 

-          Gregor

 

 

-

 

 

-

 

 

****

Literaturseminar 2                                                                                                   Franz Kafka

II. Jahr, II. Semester                                                                                  

                                                                                                  Die Verwandlung

Seminarleiter: Cucu Cristiana

 

 

1. Lesen Sie den folgenden Auszug aus der Novelle und unterstreichen Sie im Text die folgenden Informationen:

a.       Wer spricht?

b.      Wer sind die (Haupt)gestalten?

c.       Wo sind sie?

d.      Was passiert in diesem Abschnitt?

 

Arbeitsgruppe 1:

»Gregor«, sagte nun der Vater aus dem Nebenzimmer links, »der Herr Prokurist ist gekommen und erkundigt sich, warum du nicht mit dem Frühzug weggefahren bist. Wir wissen nicht was wir sagen sollen. Übrigens will er auch mit dir persönlich sprechen. Also bitte mach die Tür auf«. [...]

»Guten Morgen, Herr Samsa«, rief der Prokurist freundlich dazwischen. »Ihm ist nicht wohl«, sagte die Mutter zum Prokuristen, während der Vater noch an der Tür redete, »ihm ist nicht wohl, glauben Sie mir, Herr Prokurist. Wie würde denn Gregor sonst einen Zug versäumen! Der Junge hat ja nichts im Kopf als das Geschäft«. [...]

 »Anders, gnädige Frau, kann ich es mir auch nicht erklären«, sagte der Prokurist, »hoffentlich ist es nichts Ernstes. Wenn ich auch andererseits sagen muß, daß wir Geschäftsleute - wie man will, leider oder glücklicherweise - ein leichtes Unwohlsein sehr oft aus geschäftlichen Rücksichten einfach überwinden müssen.« »Also kann der Herr Prokurist schon zu dir hinein?« fragte der ungeduldige Vater und klopfte wiederum an die Tür«.

 

a) Schreiben Sie nun eine Zusammenfassung des Abschnittes:

________________________________________________________

________________________________________________________

________________________________________________________

b) Kontextualisieren Sie den Paragraph. Was ist früher und was ist danach passiert?

Früher: ___________________________________________________

       ___________________________________________________

***

Literaturseminar 2                                                                                          Franz Kafka

II. Jahr, II. Semester                                                                                        Die Verwandlung

Seminarleiter: Cucu Cristiana

 

a.       Hören Sie bitte zu und ergänzen Sie die folgenden Informationen:

 

- Wie heißt das Märchen? __________________________________

____________________________________________________

- Wer sind die Hauptgestalten? ______________________________

____________________________________________________

- Was passiert? _________________________________________

____________________________________________________

 

1.        Ordnen Sie die folgenden Adjektive jedem Gestalt des Märchens zu.

 

        sachlich           nüchtern         intelligent        vorsichtig       hilfsbereit          

          boshaft     intolerant     egozentrisch        entschlossen      selbstsicher      

    rücksichtslos       böse       aktiv            ohnmächtig     unsicher      aggressiv

              autoritär      ängstlich        hilflos      unzuverlässig      

 

der Vater

die Stiefmutter

die Hexe

der Bruder

die Schwester

-

-

- ...

-

-

- ...

-

-

- ...

-

-

- ...

-

-

- ...

 

2.       Markieren Sie bitte die Adjektive, die die beiden Geschwister beschreiben, als positiv (+) / negativ(-) je nach dem Fall. Was können Sie bemerken?

3.       Welche der oben erwähnten Adjektive würden Sie jedem Mitglied Gregors Familie zuordnen? Was fällt Ihnen auf?

 

die Schwester

der Vater

die Mutter

das Dienstmädchen

-

-

- ...

-

-

- ...

-

-

- ...

-

-

- ...

 

4.      Titelerklärung. Worauf könnte sich der Titel der Erzählung beziehen?

      „ die Verwandlung“: a) _______________________________________

                                   b) _______________________________________

5.       Wer sagt das zu wem?

 

 

Wer?

Zu wem?

1. Ach Gott, dachte er, was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt! die Sorgen um die Zuganschlüsse, das unregelmäßige, schlechte Essen, ein immer wechselnder, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr.

 

 

2. Wir, Geschäftsleute, müssen ein leichtes Unwohlsein sehr oft aus geschäftlichen Rücksichten einfach überwinden.

 

 

3. Ich will vor diesem Untier nicht den Namen meines Bruders aussprechen und sage daher bloß: wir müssen versuchen, es loszuwerden.

 

 

4. Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.

 

 

5. Kaum war sie eingetreten, lief sie, ohne sich Zeit zu nehmen, die Türe zu schließen, so sehr sie darauf achtete, jedem den Anblick von Gregors Zimmer zu ersparen, geradewegs zum Fenster und riss es, als ersticke sie fast.

 

 

6. Sehen Sie nur mal an, es ist krepiert; da liegt es, ganz und gar krepiert!“

 

 

7. Sie hatten sich bisher häufig über die Schwester geärgert, weil sie ihnen als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war.

 

 

8. Laßt mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn! Begreift ihr es denn nicht, daß ich zu ihm muß?

 

 

9. Die Schwester schob eiligst, ehe sie morgens und mittags ins Geschäft lief, mit dem Fuß irgendeine Speise in Gregors Zimmer hinein

 

 

 

6.      Ein Kreuzworträtsel

 

Waagerecht:

1) Obwohl sie sich am Anfang um Gregor kümmert, wird sie ihn am Ende zum Tod verurteilen;

2) Der Vertreter der Arbeitswelt im Text;

3) Gregors Beruf;

4) In der Szene der Apfelbombardierung übt Kafka eine Kritik an den ________________________;

5) Diese Figur ist kein Mitglied der Familie, hat aber im zweiten Teil der Erzählung eine große Entscheidungskraft  über Gregors Zustand und entdeckt seinen Tod;

6) Die Gestalt, die eine allmähliche innerliche Entwicklung im negativen Sinne erlebt, ist Gregors _____;

7) Am Anfang der Erzählung konstatiert Gregor seine äußere Verwandlung zum _________________;

8) Die Erzählung wird aus ________________________________________ Perspektive erzählt;

9) Der Vorname des Schriftstellers;

10) Der Grund Gretes Verwandlung ist die Tatsache, dass sie __________________________ wird;

11) Gregor wird in dem Moment der Entdeckung seines Todes so genannt;

12) Diese Figur der Erzählung nimmt keinen aktiven Anteil an Gregors Schicksal;

13) Das letzte Mal, als Grete über ihren Bruder sprach, nannte sie ihn ________________________;

14) Der Name Kafka sieht ähnlich aus wie ___________________________________________.

 

 

 

G

R

E

T

E

 

 

 

X

 

 

P

R

O

K

U

R

I

S

T

 

H

A

N

D

E

L

S

R

E

I

S

E

N

D

E

R

 

 

 

V

A

T

E

R

 

D

I

E

N

S

T

M

Ä

D

C

H

E

N

S

C

H

W

E

S

T

E

R

 

 

 

 

 

U

N

G

E

Z

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E

F

E

R

 

 

G

R

E

G

O

R

 

 

F

R

A

N

Z

B

E

R

U

F

S

T

Ä

T

I

G

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E

S

 

 

 

 

 

 

 

M

U

T

T

E

R

 

U

N

T

I

E

R

 

 

S

A

M

S

A

 

                                 

Senkrecht entsteht das Wort: ________________________________

7.       Ergänzen Sie das folgende Raster mit den Informationen, die Sie in den Übungen 4-7 gesammelt haben, und ordnen Sie sie dem jeweils entsprechenden expressionistischen Merkmal zu.

 

Expressionismus

 

Der Wille

zur Macht

Umwertung aller Werte

Literatur der Söhne gegen die Väter

Darstellung der Geschäftswelt

Subjektive Perspektive

-

 

-

-

-

-

-

-

-

 

8.      Schreiben Sie einen Paragraph, in dem Sie die Beziehung der Familie zu Gregor erörtern. (max. 150 Wörter)

 

Literatur:

 

Primärliteratur:

1.         Kafka, Franz (1998): Die Verwandlung, in: Gesammelte Werke, Limassol

 

Sekundärliteratur:

2.        Beutin, Wolfgang, Ehlert, Klaus u.a. (1994): Deutsche Literaturgeschichte.      Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart /  Weimar

3.        Ehlers, Swantje (1996): Lesen als Verstehen. Fernstudieneinheit 2, Berlin/ München/ Wien / Zürich/ New York

4.        Jenkins, Eva-Maria (1998): Abschied von Sidonie. Didaktische Bearbeitung für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache mit fortgeschrittenen Jugendlichen und Erwachsenen, Wien

5.         Krumm, Hans-Jürgen, Wilms, Heinz (1998): Aus dem Leben eines Taugenichts, Lehrerheft, Stundenblätter Deutsch als Fremdsprache für die Sekundarstufe II ab 4. Lernjahr und Studenten, Wien

6.        Madsen, Rainer (2003): Geschichte der Deutschen Literatur in Beispielen, Paderborn

7.         Radler, Rudolf  (1990): Kindlers Neues Literatur Lexikon, Band 9, München

8.        Westhof, Gerard (2005): Fertigkeit Lesen. Fernstudieneinheit 17, Berlin/ München/ Wien / Zürich/ New York

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

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