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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

Identitätsfragen in der sächsischen und ungarischen Rezeptionsgeschichte

von Kaspar Helth-Heltai

 

Enikõ Markó


 

Die Frage, in welchem Maβe die (Literatur) Sprache das Identitätsbewuβtsein prädestiniert bzw. beeinfluβt, bildet den Bezugspunkt meiner Arbeit. Auf den Fall von Kaspar Helth-Heltai begrenzt, möchte ich diese Problematik in dem Kontext der sächsisch-ungarischen kulturellen Interferenzen des 16. Jahrhunderts  aufdecken.

Kaspar Helth-Heltai war gewiß keine alltägliche Gestalt im Siebenbürgen der Reformationszeit. Er verkörpert jedoch modellhaft das Nationsbild und Kulturideal seiner Epoche.

Helth war seinem Stand, der Herkunft und Muttersprache nach ein Siebenbürger Sachse. In seinen Schriften bezeichnete er sich als Angehöriger der “Natio Saxonica” und verteidigte immer konsequent den ständischen Standpunkt.[1]

Als Heltai Gáspár ist er aber zugleich der ungarische Schriftsteller der Reformationszeit, der die ungarische schöngeistige  Prosaliteratur begründet und den ersten Schritt zur Vereinheitlichung der ungarischen Sprache und Literatur getan hat.[2]

Die Helth-Heltai – Rezeptionsgeschichte des späten 19. und des 20. Jahrhunderts zeugt davon, daß dieses doppelte Engagemant, sowohl für das Sachsentum, wie auch für das Ungarntum, als solcher – ideologisch unüberwindbare – Widerspruch interpretiert wird, der zugunsten des je aktuellen nationalen Ideals “aufgeopfert” wurde. Die meisten Interpretationen werden nämlich von dem ideologischen Bedürfnis geprägt, die Stellung dieses Autors in dem Gebilde einer einheitlichen nationalen Kultur festlegen zu können. Da aber die nationale und kulturelle Identitätsbestimmung des ausgehenden 18. und des 20. Jahrhunderts nicht mit der des 16. übereinstimmt, sollte Helths gleichzeitige Zugehörigkeit zur sächsischen Nation und zur ungarischen Kultur ausschließlich in dem ideologischen Kontext seines Zeitalters verstanden und analysiert werden.

          In dieser Arbeit möchte ich nicht nur einige kontextbedingte Fragen der Identitätsbestimmung im 16. Jahrhundert zu beantworten versuchen, aber auch Aspekte der Helth-Heltai – Rezeption hervorheben und damit die Auswirkung verschiedener nationaler Identitätsbegriffe auf die Geschichtsschreibung verstehen können.

Helths kulturelle Leistungen sind repräsentativ für die Reformationszeit. Mit seiner vielseitigen Tätigkeit als Pfarrer, Buchdrucker, Buchhandler, Übersetzer und Schriftsteller, befruchtete er die siebenbürgische Reformation, in all ihren kulturellen Aspekten.

Als Wegbereiter der ungarischen Nationalliteratur angesehen, nimmt Heltai eine kanonisierte Stellung in der ungarischen Kulturgeschichte ein. Der ideologische Hintergrund aber, der ihn zur Teilnahme an dem ungarischen Kulturleben anregte, wird meist – wie schon angedeutet – aus der Sicht nationalpolitischer Erwägungen stets reaktualisiert. Die Verwendung der erwählten “Muttersprache” bildet nämlich einen ideologischen Schwerpunkt in der Helth-Heltai-Literatur, der nur schwer dem Labyrinth der Interpretationen ausbiegt.

Im Kontext des ungarischen großnationalen Identitätsbegriffes des späten 19. Jahrhunderts erscheint Helth-Heltai als die repräsentative Persönlichkeit seines Zeitalters, die sich bewußt assimilierte und sich folglich eine neue nationale Identität wählte.

Beispielhaft für die Vorherrschaft des großnationalen Ideals in der ungarischen Geschichtsschreibung nach 1867, ist Jakab Eleks Buch: Kolozsvár története  (Geschichte von Klausenburg). Helth wird – laut dieser Auffassung – zu dem Heltai Gáspár, der mit seiner lebenslangen Tätigkeit bewußt der ungarischen Kultur und dem nationalen Wesen diente. Seine kulturellen Leistungen entfalteten sich – so Jakab Elek – auf dem Hintergrund der – von ihm bewußt geförderten – Madjarisierung Klausenburgs.[3]

Sächsischerseits wird demgegenüber zu dieser Zeit Helths ethnische Herkunft anspruchsvoll erforscht und unterstrichen. Die Minderheitenidentität des sächsischen Volkes benötigte historische Bestätigung: die sächsischen kulturellen Verdienste, die Kontinuität des deutschen Geistes auf dem Gebiete Siebenbürgens nachweisen und erleben können.[4]

In der Zwischenkriegszeit wird in der sächsischen (Literatur)geschichte diese Richtlinie fortgeführt und mit einem reiferen, siebenbürgisch-sächsischen ideologischen Inhalt bereichert.

Die 1925 veröffentlichte Studie von Rudolf Schuller, Aus der Vergangenheit Klausenburgs, mit der – im Vorwort – formulierten Absicht, “dem Klausenburger Deutschtum eine geschichtliche Grundlage seines Selbsbewußtseins” zu geben und “jene unwahren Legenden (zu) zerstören (...) mit der von ungarischer Seite der deutsche Anteil an der Vergangenheit Klausenburgs (…) verdunkelt wird”[5], wird im Zeichen eines siebenbürgisch-deutschen Identitätsbewußtseins verfaßt.

Die ideologische Grundlage der Studie schöpft ihr Gedankengut aus dem Anspruch auf historisch-kulturelle Kontinuität der Siebenbürger Sachsen.[6]

Der sächsische kulturelle Anteil an der Geschichte Siebenbürgens wird in den zeitgenössischen Identitätsbegriff eingebettet.

Schuller betont die Tatsache, daß Helth seine sächsische Eigenart nie aufgegeben oder verleugnen hat, und drückt zugleich seine kritische Stellungsnahme der ungarischen großnationalen Geschichtsauffassung gegenüber aus.[7]

Helths Hinwendung zur ungarischen Kultur wird von seiner religiösen Anstrebung her erläutert, die reformatorischen Lehren bekannt zu machen.[8]

Trotz seiner gewissermaßen realistischen Darstellung (Helth hat seine Zugehörigkeit zur sächsischen Nation tatsächlich nie abgestritten), konnte Schuller der Versuchung nicht widerstehen, die Überlegenheit des deutschen Geistes beweisen zu dürfen. Seine Interpretation gewinnt eine starke ideologische, die nationale Identitätsbestimmung betreffende Substanz, indem er davon schreibt, daß Helth so bedeutend in seiner Zeit gewesen war, daß ihm auf dem Gebiete Siebenbürgens kein ungarischer ebenbürtiger Mann entgegen oder an die Seite gestellt werden konnte.[9]

Die Idee erscheint mit gewisser Nuancierung auch bei Karl Kurt Klein, in seiner 1930 veröffentlichten Literaturgeschichte, in der er Helths kulturelle Leistungen als “geistige Ausstrahlungen (…) des siebenbürgischen Deutschtums für die Madjaren“[10] begreift. Die Frage, ob sich Helth assimilierte, wird im Kontext der Reformation erklärt. Während bei Jakab Elek die Verungarischung als Sieg des ungarischen Geistes, folglich als Sieg der Freiheit verstanden wird,[11]taucht sowohl bei Karl Kurt Klein, wie auch bei Schuller der Gedanke auf, daß die zweite und dritte Phase der Reformationsbewegung die Entsaxonisierung als Folge hatte. Die Entdeutschung ist also Produkt des Konfessionswechsels, der Abkehr von dem lutherischen Glaubensbekenntnis des Sachsentums.[12]

Schuller betont aber zugleich, daß im Falle von Helth noch nicht über Identitätsänderung zu sprechen ist.[13]

Die Beantwortung der Frage, in welchem Maße die Konfession zur nationalen Identitätsbestimmung im 16. Jahrhundert beigetragen hat, könnte zum besseren Verständnis der Mentalität dieser Epoche führen. Das Festhalten des Sachsentums an dem lutheranischen Glaubensbekenntnis[14] erklärt jedoch nicht eindeutig, wie der Konfessionswechsel den Weg zur Assimilation / zur Nationsänderung eröffnen konnte. Neuere Forschungen beweisen gerade, daß eben der von gesellschaftlichen Kriterien bestimmte Assimilationsprozeß das religiöse / kirchliche Leben beeinflußte und nicht umgekehrt. Die Konfession war noch kein entscheidendes Element im Wege zur Assimilation.[15]

So ist es vielleicht voreilig zu behaupten, daß Helth infolge seiner Konversion zum reformierten, später dann unitarischen Glaubensbekenntnis, leztendlich seine nationale Identität verändert hätte. Ganz im Gegenteil, all seine Schriften und Bekenntnisse zeugen davon, daß sein Identitätsbild keinen Abbruch erlitten hat.[16]

Nicht zufällig ergreift er in seiner Ungarischen Chronik jede Gelegenheit, die Rolle der Sachsen in der Geschichte Siebenbürgens hervorheben zu können.[17]

Helths sächsisches Selbstbewußtsein kann nicht vom Standpunkt der zeitgenössischen Maßstäbe betrachtet werden. Seine Selbstwahrnehmung als Angehöriger der Natio Saxonica bedeutete im Kontext des 16. Jahrhunderts die Zugehörigkeit zu der ständischen Nation, mit all seinen Rechten und Privilegien. Als Anhänger der Reformation erkannte er aber zugleich die Notwendigkeit der Hinwendung zu anderen Kulturen und Sprachen, ohne aber, daß diese Entscheidung für das Ungarntum, seine geerbte Position in der ständischen Gesellschaft, sowie seine sächsische Identität im geringsten Maße hätte erschüttern können.

Wenn die Heltai-Interpretationen das bewußte nationale Engagemant bei ihm entdecken möchten, dann geschieht das immer im Namen der Selbstbestätigungstendenz des kulturellen Identitätsbildes späterer Epochen. Im 16. Jahrhundert bedeuteten Sprache und Kultur noch nicht die Verkörperung des nationalen Wesens. Die Sprache wurde als Mittel verwendet, nicht als Ausdruck immanenter nationaler Werte verstanden.[18]

Die “erwählte Muttersprache“ war für Helth einerseits die geeignete Ausdrucksmöglichkeit der neuen Weltauffassung, der der Reformation, andererseits ermöglichte sie ein fruchtbares Unternehmen. Da die Druckerei von Honterus in Kronstadt die Ansprüche des sächsischen Leserkreises vollkommen befriedigen konnte, wandte sich Heltai dem ungarischen Leserkreis zu, und errichtete eine Druckerei in Klausenburg, die fast ausschließlich ungarische und lateinische religiöse, später dann weltliche Schriften veröffentlichte.[19]

Der große Verdienst von Helth besteht darin, daß er in der erlernten “Muttersprache“ derartige stilistische, ästhetische Leistungen vollbringen konnte, daß er damit die ungarische Schriftsprache und nationale Literatur begründete, trotz der Tatsache, daß seine Schriften eigentlich Übersetzungen aus dem Deutschen und Lateinischen sind. Er übersetzte aber frei, mit Weglassungen und Hinzufügungen.

Die im marxistischen und positivistischen Geiste verfaßte Heltai-Literatur überbetont den bürgerlichen Charakter seiner Tätigkeit. Sie entdeckt in Helths Werk den Ausdruck des Klassemkampfes. Seine Entscheidung für die ungarische Sprache und Kultur wird als ausgeprägte antifeudale Tendenz aufgefaßt. Die Hinwendung zum Ungarntum bedeutet demgemäß die Abwendung von der feudalen Welt des sächsischen Bürgertums.[20]

Ähnliche Gedanken tauchen auch in der großen Ungarischen Literaturgeschichte aus dem Jahre 1964 auf.[21]

Beginnend mit den `80er Jahren lassen sich die ideologischen Spannungen in der Heltai-Rezeption zum Teil ausgleichen. Das große Dilemma unseres nationalen und kulturellen Selbstbestätigungsbedürfnisses: Helths gleichzeitiges Bekenntnis zur sächsischen Nation und ungarischen Kultur, wird entideologisiert. Beispielhaft dafür ist m. E. Paul Binders Aufsatz aus dem Jahre 1983.[22] Hier sollte auch der zeitgenössische ungarische Literaturkritiker, Nemeskürty István erwähnt werden, der in seiner Heltai-Interpretation der Ideologisierung auszuweichen versucht.[23]

Die wesentliche Entideologisierung ermöglichte eine Geschichtsauffassung, die vor allem den zeitgenössischen Kontext zu verstehen versucht. Die nationale Identitätsbestimmung des 16. Jahrhunderts, wie sie von Kaspar Helth-Heltai modellhaft verkörpert wird, ist folglich durch Dualismus charakterisiert.

Der ständische Nationsbegriff läßt nämlich die Hinwendung zu einer anderen Kultur und erwählten “Muttersprache“ zu, ohne auf den Weg der Assimilation zu drängen.

Neben Helth-Heltai verdienen es auch Franz Davidis oder die Klausenburger Memoirenschreiber (Balint Segesvari, Ferenc Szakal, die ebenfalls sächsischer Herkunft waren, jedoch in ungarischer Sprache schrieben), als Beispiele dieses –  für uns als dualistisch interpretierbaren – Identitätsbildes betrachtet  und analysiert zu werden.

Nicht zu übersehen ist aber die Tatsache, daß diese Autoren gerade im Klausenburg des 16., 17. Jahrhunderts tätig waren. Ihr Teilnahme an der ungarischen Kultur ist auch aus der nationalen und konfessionellen Eigenart dieser Stadt zu erklären.

 Helth-Heltai und seine Zeitgenossen sind Zeugen eines solchen Identitätsbildes, das nur schwer in den modernen nationalen Identitätsbegriff zu übertragen ist. Die Bewußtmachung dieses – im Laufe der Geschichte – entstandenen Zwiespaltes könnte aber zum nuancierteren Verständnis der nationalen (literatur)histo-rischen Prozesse und schlieβlich unseres Identitätsbedürfnisses führen.


 

[1] Im Vorwort seiner ungarischen Schrift Gespräch über den gefährlichen Charakter der Trunkenheit und der Schwelgerei, Klausenburg 1552, die er dem Adligen Antal Kendi widmete, schrieb er:

     “Ich bitte Eure Hoheit um Vergebung, daß dieses (Buch) nicht in einem schönen Ungarisch  geschrieben ist, aber Eure Hoheit wißt nur zu gut, daß ich meiner Sprache nach Sachse bin und diese geringen (ungarischen) Kenntnisse habe ich mir in 16 Jahren angeeignet.”  Paul Binder, Taten und Gestalten. Bilder aus der Vergangenheit der Rumäniendeutschen, I., Klausenburg, 1983,  S. 95.

     In dem Klausenburger Konflikt aus dem Jahre 1568 verteidigte er den sächsischen Standpunkt:

“Mittlerzeit seyn von der Teutschen Nation Herr Stephan Mönck Königs Richter, Herr Lörintz Vielstich, Adrian Goldschmied, Antoni Herzog, Antonius Kapper und Gasper Heltner (…) und haben sich (…) bemühet, daß sie mögten erlangen bey ihren alten Privilegien und Rechten zu bleiben.” Erzählung, In: Deutsche Fundgruben, III., 1860, S. 93.

[2]   “Seine Fabeln bieten die ersten originellen novellistischen Darstellungen in der ungarischen schöngeistigen Prosa.” In: A magyar irodalom törtenete 1600-ig (Die Geschichte der ungarischen Literatur bis 1600). Bp., 1964, S. 367.

     “Er war der erste bewußte Stilist der ungarischen Sprache” In: Szerb Antal, Magyar irodalomtörtenet (Ungarische Literaturgeschichte). Bp., 1981, S. 93.

“Heltai trug nicht nur zur Vereinheitlichung der ungarischen Sprache bei, aber auch zur Begründung der nationalen Literatur.” In: Heltai Gáspar válogatott müvei. Bernád Ágoston elõszava. (Ausgewählte Werke von Kaspar Helth. Vorwort von Bernát Ágoston). Klausenburg, 1979, S. 17.

[3] “Die großen Verdienste, die dieser Mann in der Bildung und Verungarischung der Stadt geleistet hat.” In: Jakab Elek, Kolozsvár története (Geschichte von Klusenburg). Buda, 1870,  S. 229.

[4] Trausch ergründet in seinem Schriftsteller-Lexikon aus dem Jahre 1870, daß Helth kein Ungar sein konnte.

“Dieser berufene Gelehrte in der siebenbürgischen Kulturgeschichte war wahrscheinlich ein Sachse, wenigstens kein Ungar. Das letztere erweist sowohl sein Beruf zur Kronstädter Pfarre, als auch das Zeugnis seines Sohnes, der ausdrücklich sagt, er wäre kein Ungar.” Schriftsteller-Lexikon, II. Kronstadt, 1870, S. 101.

“(…) er war ein aus Heltau gebürtiger Sachse, und das Amt eines evangelischen Stadtpfarrers an der großen Michelskirche zu Klausenburg, in welcher der Gottesdienst ununterbrochen in sächsischer Landessprache gehalten wurde, vom Jahr 1545-1557 mit vielem Ruhm bekleidete.” Ebd.

[5] Rudolf Schuller, Aus der Vergangenheit Klausenburgs. Cluj-Klausenburg, 1925. S. 1.

[6] Rudolf Schuller schreibt in dem Vorwort davon, daß er “dem Deutschtum Klausenburgs die Möglichkeit geben [wollte], sich ein unmittelbares Bild des deutschen Werdens und Vergehens in dieser Stadt zu machen, und daraus (…) Kräfte des Bestandes, Kräfte deutscher Art und deutschen Lebens für die Zukunft zu ziehen.“ Ebd., S. 1.

[7] “Niergends findet sich ein Wort in den Schriften (…) Kaspar Helths (…), die ein Aufgeben, ein Verleugnen [seiner] sächsischen Eigenart beweisen würden.“ Ebd.,  S. 84.

“Von ungarischer Seite wird die Teilnahme der beiden Hauptträger der Klausenburger Reformation [ Kaspar Helth und Franz Davidis] so dargestellt, als ob es sich bei ihnen um ein Aufgehen im Magyarentume gehandelt hätte, als ob die kulturellen Leistungen, die von Helth und Davidis vollbracht wurden, gleichsam im Mittel der ungarischen Kultur und des ungarischen Wesens geschehen sei. Es handelt sich auch hier um jene bekannte Selbstliebe, die die Tatsachen so umstellen sucht, wie sie dieser Selbstliebe entspricht.“ Ebd., S. 84.

[8] “Der nicht sächsische Teil Klausenburgs war für ihn gleichsam ein Missionsboden.” Ebd., S. 73.

[9]  Siehe ebd., S. 85.

[10] Karl Kurt Klein, Literaturgeschichte des Deutschtums im Ausland. Leipzig, 1939, S. 17.

[11] In Jakab Eleks Geschichtsauffassung können die Reminiszenzen der ungarischen Revolution erkannt werden, als er den ungarischen Geist als den Geist der Freiheit darstellt, a.a.O., S. 229.

“ Er sah schnell ein, daß man dem Zeitgeist und der Verungarischungstendenz des Klausenburger Volkes nicht widerstehen kann, denn der ungarische Geist war zugleich der Geist der Freiheit gewesen, damals und auch nachher im östlichen Teil des ungarischen Königsreiches.” Elek Jakab, a.a.O., S. 229.

[12] “Erst sein Übergang vom lutherischen zum reformierten Glaubensbekenntnis entschied für ihn und seine Gemeinde das Aufgehen im Madjarentum.” Karl Kurt Klein, a.a.O., S. 17.

“(…) die Abkehr von dem Glauben der Mehrheit der anderen Sachsen hat auf die Entnationalisierung Klausenburgs einen großen Einfluß gehabt.” Rudolf Schuller a.a.O., S. 88.

[13] “Helth war zweifellos in dem, daß er für das Magyarentum geistige Werke schuf jedenfalls nicht gesehen, was seiner eigenen Nationalität irgendwelchen Abbruch getan hätte, er hat hier ein Betätigungs- ein Missionsfeld gesehen, dessen Bearbeitung er durch die Verhältnisse nahegerückt war.” Ebd.,  S. 86.

[14] Die Entscheidung für die eine oder andere Konfession dauerte eigentlich sehr lange. Die Entscheidung für das Luthertum erfolgte spät (1572) und war zum Anfang des 17. Jahrhunderts noch nicht endgültig festgelegt. Juhász András,  Ökumenikus törekvések az erdélyi református egyház 16. és 17. századi történetében. Szemle füzetek 14, Kolozsvár, 1994.

[15] Ebd., S. 33.

[16] “Helth-Heltai hat seine sächsische Herkunft nie abgestritten oder verschwiegen.” Binder a.a.o., S. 95.

“Seine große Hingabe, mit der er der ungarischen Sprache, Kultur und Literatur diente, hinderte ihn nicht, sich in seinem persönlichen Leben als Sachse zu betrachten. Auch seine Söhne und Enkel gehörten zur Natio Saxonica in Klausenburg”. Binder, a.a.O., S. 98.

[17] Heltai Gáspár: Magyar Krónika (Ungarische Chronik). Nagy-Gyõr, 1784, S. 27, 29, 30, 247

 

[19] vgl. József Fitz, A magyarországi nyomdászat, könyvkiadás és könyvkereskedelem története II. A reformáció korában. Budapest, 1967, S. 163

 Molnár Szabolcs:Új kor polgárának serkentõ példái. In: Heltai Gáspár, Szász fabula, krónika és egyéb írások. Bukarest, 1980, S. 575.

[20] “Die Gegensätze zwischen Heltai und dem sächsischen Bürgertum verschärften sich, Heltai schloß sich immer entscheidender den bürgerlichen Elementen der Marktflecken an. In seiner Tätigkeit als Buchdrucker entdecken wir die gleiche Richtlinie. Während seine Zeitgenossen von den feudalen Bindungen gelähmt waren, gründete er ein selbstständiges Unternehmen.” Jozsef  Fitz, a.a.O., S. 24.

[21] siehe A magyar irodalom története 1600-ig (Die Geschichte der ungarischen Literatur bis1600). Hg. Klaniczay Tibor. Budaspest., 1964, S. 362-363.

[22] vgl. Paul Bindner, a.a.O., S.98.

[23] Nemeskürty István: Heltai Gáspár Magyar Krónikája, mint szépprózánk becses darabja. In: Olvasók és olvasmányok. Bp., 1984, S. 84-113.


 

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