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MARIANNE MOORE UND ROSE AUSLÄNDER

Chronik einer Freundschaft

Francesca Melini

Fliegend auf einer Luftschaukel Europa Amerika Europa, diese Verszeile ist bezeichnend für Rose Ausländers Beziehung zu Amerika. Jahrelang hat Rose Ausländer Amerika als die Heimat der Einsamkeit, der Entfremdung und der Gleichgültigkeit betrachtet. Amerika war für sie jedoch auch “Umorientierung. Provokation. [...] ein frischer, erregender Antrieb” und hier geschah die Überraschung, oder besser gesagt, das Wunder, über das Rose Ausländer in dem gleichnamigen Gedicht spricht.

In Amerika traf Rose Ausländer nämlich Marianne Moore, die amerikanische Schriftstellerin, die ihr die Rückkehr in die Muttersprache ermöglichte. Als sich die zwei Dichterinnen im Juli 1956 bei der New York City Writers’ Conference at Staten Island kennen lernten, hatten die beiden ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Rose Ausländer konnte ihre Gedichte nicht mehr auf Deutsch schreiben. Nach Auschwitz assoziierte sie ihre Muttersprache mit emotionalen und grausamen Erfahrungen, die ihr deren Verwendung schmerzlich machten. Rose Ausländer nahm unbewusst die englische Sprache an, weil sie ihr erlaubte, sich einem mit unbändigen Konflikten besetzten Kontext zu entziehen. Wenn Ausländer die englische Sprache benutzte, hielt sie damit ihre Muttersprache auf Distanz, die sonst ihre Gefühle in Aufruhr hätten versetzen können.

Die Rose Ausländer von 1956 war eine Jüdin, die durch die Shoa tief verletzt war, deren poetische Stimme in der Gedichtsammlung Gettomotive widerhallte. In Rose Ausländers Welt war kein Platz mehr für Farben, Licht, Ruhe. Rose Ausländer behielt die unauslöschliche Erinnerung an die Tage ohne Schlaf. Sie erinnerte sich vollkommen an die Tage, als sie wach bleiben, die Ohren spitzen, mit Eulenaugen sehen musste. Rose Ausländer gelang es nach „Auschwitz“ nicht, die Greuel der Verfolgung zu vergessen:

 ... / Nein / ich vergesse nicht / die eingebrannten Jahre / ich vergesse nicht / dass Stiefel / den Regenbogen zertraten/ dass sie sich rüsteten / uns zu verwandeln in / Feuerrosen Feuerfalter Feuerschwingen / ...[1]

Sie war eine Frau, die sich an die Menschen ohne Gesicht und Gewicht erinnerte,

die kamen / mit scharfen Fahnen und Pistolen und schossen alle Sterne ab und den Mond / damit kein Licht [ihnen] bliebe / damit kein Licht [sie] liebe.[2]

Sie erinnerte sich and die Menschen, die sie zu einer „Namenlosen“ machten.

Und während der „fremden, vergesslichen Nacht des Gedichts Denn, fühlte Rose Ausländer, dass der Reim in die Brüche ging, die Blumenworte welkten und das alte Vokabular ausgewechselt werden musste“[3]. Es waren gerade diese Augenblicke, in denen sich Ausländers Muttersprache in eine Mördersprache verwandelte; und es wurde für sie unmöglich, die deutsche Sprache wie früher zu benutzen.

Marianne Moore, ihrerseits, war 1956 eine der bekanntesten Lyrikerinnen der amerikanischen Moderne. Sie war mit den bedeutendsten Literaturpreisen ausgezeichnet worden, und die Veröffentlichung ihrer Gedichtsammlungen hatte sie zur Erfolgsschriftstellerin gemacht.

Die amerikanische Dichterin hatte sich in der modernen literarischen Szene behauptet und beherrschte sie wegen ihres Mäzenatentums. Während dieser Zeit, die von T. S. Eliot als „unconsciuos and self-satisfied, and therefore hostile to new forms of poetry“[4] proklamiert wurde, hob Marianne Moore sich durch ihr beständiges Interesse an anderen Schriftstellern hervor, aber auch durch die Hilfe, den Ansporn und die Ratschläge, die sie ihren Zeitgenossen gab, damit ihre Dichterstimme tief und echt wirke.

Während ihres Amtes als Redakteurin bei der Dial (1926-1929) entfaltete Marianne Moore große Kompetenz in Bezug auf die Werkanalysen ihrer Zeitgenossen. Moore hatte ihnen ihr ganzes Leben gewidmet; sie hatte sie gelesen, gründlich untersucht, und mit einer Engelsgeduld erforscht. Sie hatte sich mit vielen Dichtern und Schriftstellern beschäftigt und hatte immer das hervorgehoben, was für sie am kennzeichnendsten war.

Marianne Moore konnte ihre Zeitgenossen motivieren, damit sie einen hohen Grad an dichterischer Reife erreichten. In den sechziger Jahre begeisterte sie sich mehr denn je für das Talent der anderen Schriftsteller und interessierte sich zutiefst für deren Werke.

Ihre Buchrezensionen, ihre kritischen Aufsätze und besonders ihre Briefe beweisen, dass Marianne Moore eine wahrnehmende und temperamentvolle Leserin ihrer Zeitgenossen war. Als sich die zwei Schriftstellerinnen trafen, begriff Marianne Moore sofort, dass Rose Ausländer eine talentierte Dichterin war. Sie musste jedoch dazu motiviert und ermutigt werden, ihre ursprüngliche Dichterstimme wieder hervortreten zu lassen.

Rose Ausländer war eine Dichterin, der man den Raum, wo sie immer noch atmen konnte, zeigen musste, und außerdem war sie eine Dichterin, die zur Rückkehr in die Muttersprache geführt werden musste. Wahrscheinlich war es gerade der Mäzenageist, der Rose Ausländer helfen konnte. Wenn wir die Freundschaft zwischen Marianne Moore und Rose Ausländer untersuchen, müssen wir davon ausgehen, dass Marianne Moore ein Maecenas und Mentor ihrer Zeitgenossen war.

Rose Ausländer zeigt uns diesen Blick im Brief vom 5. Oktober 1956 auf, in dem sie den Akzent auf Marianne Moores „genuine enthusiasm for the talent of others und auf ihre intuitively accurate understanding [...] so rare!“ [5] legt. Rose Ausländer stellt Marianne Moore als eine impulsive aber gütige Frau vor, die sich ihr gegenüber als liebenswert und hilfreich erweist. Rose Ausländer bewundert Marianne Moore wegen ihrer tatkräftigen und unternehmungslustigen Haltung, die nie aggressiv war, und wegen ihrer echten Begeisterung für andere Künstler. Sie bemerkt sofort, dass Marianne Moore eine bekannte Dichterin war, die mit seltenem Eigensinn und Liebe die Werke ihrer Zeitgenossen pflegte.

Rose Ausländer teilt wahrscheinlich auch Elizabeth Bishops Meinung, dass Marianne Moores Sensibilität und Takt aus ihren „efforts of affection“, das heißt aus Anstrengungen der Liebe, hervorgehen. Marianne Moore ist scheinbar die einzige Frau, die Worte der Empörung, der Ermutigung und der moralischen und psychologischen Hilfe für Rose Ausländer hat. Marianne Moore ist die einzige, die Rose Ausländer unterstützen kann, in ihre Muttersprache zurückzukehren. Durch Marianne fühlt sich Rose in dem amerikanischen Wüstenland nicht so orientierungslos, nicht so allein und fremd, und weniger als Ausländerin.

Wenn Marianne Moore zu Rose Ausländer spricht, sind ihre Worte immer liebevoll. Durch ihre zärtlichen Worte ist Marianne Moore Rose Ausländer immer nah, auch wenn sie weit entfernt ist. Im Briefwechsel zwischen Marianne Moore und Rose Ausländer, werden die Briefe ein fiktiver Aufenthaltsort, in dem sich Absender und Empfänger wieder begegnen und sich unterhalten können, auch wenn sie der Umstände wegen getrennt sind. Ihre Briefe sind absichtslos und geben dem Schreiben seine ursprüngliche Funktion zurück. Das Schreiben hat keine rein dekorative Funktion. Da die Briefe einen Adressaten haben, dienen sie der Verständigung. Sie hebt dadurch hervor, dass die Sprache immer den Zweck der Verbindung hat.

Die beiden Dichterinnen zeigen in den Briefen ihre Zuneigung, ihre Seele, ihre Hintergedanken und auch ihre innersten Gefühle. Die Briefe besitzen infolgedessen am Ende eine Seele, die das Spiegelbild der Seele der Schreibenden ist. In der Tat schreibt Rose Ausländer in ihrem Brief vom 5. Oktober 1956:

That letter is you: I hear your voice, I see your delicate face, the sudden turn of your head, the quick, astonished glance of your kind eyes. This is YOU as I instantly felt you are when I saw you first (love at first sight!): Generous, warm, impulsive, benign, intrinsically humble with a genuine enthusiasm for the talent of others. […] your sweet letter is your ‘seelisches’ portrait, and I am the happy owner.[6]

Rose Ausländer entdeckt in jedem der von Marianne Moore geschriebenen Briefe das geistige Porträt ihrer amerikanischen Freundin, ihre Stimme, die sie in die Briefe einfließen lässt. Jedes Wort, das Marianne Moore spricht, ist so weise gewählt, dass Rose Ausländers Phantasie sofort angeregt wird. Während Rose Mariannes Briefe liest, stellt sie sich das feine Gesicht, das plötzliche Wenden ihres Kopfs und der schnelle, entgeisterte aber liebevolle Blick ihrer amerikanischen Freundin vor.

Marianne Moore konnte geschickt ihre Worte in Höflichkeit und Anmut modulieren. Sie nahm immer Anteil an dem fremden Schmerz sowohl im Geiste als auch materieller Art. Es war diese geistige Macht, ihre Liebe, ihre Pflege und ihre Zurückhaltung, dass Rose Ausländer Marianne Moores Briefe für sweet hielt. Deshalb erklärte sich Rose Ausländer für die „happy owner“ der Briefe. Marianne Moore konnte aus jedem ihrer Worte die Zuneigung für die deutsche Freundin einhauchen; sie konnte sehr gut ihre Gefühle verständlich machen.

Es wundert uns deshalb nicht, dass Rose Ausländer Marianne Moore mit der einzigen und freundlichsten Stimme des amerikanischen Wüstenlandes identifiziert hat, und dass ihre Bewunderung und Verehrung für sie mit den besten Beinamen, die sie finden konnte, ausdrückte. Rose schreibt Marianne Moore nie dear; sie schreibt lieber „dearest“ oder sogar „most gracious and adored Miss Moore“, wie man im Brief vom 5. Oktober 1956 lesen kann.

Marianne Moore war die einzige, die Rose Ausländer helfen konnte, weil sie die Wirklichkeit mit Sorgfalt und Geduld betrachten wollte und konnte. Sie zerlegte jeden Gegenstand in seine Einzelteile, weil ihrer Meinung nach die Wahrheit nie auf der Oberfläche, sondern zwischen den Zeilen liegt. Es war ihre außergewöhnliche Geschicklichkeit im Erfassen der Einzelheiten, ihre seltene Gabe einer gewissenhaften und sorgfältigen Betrachtung, und ihre stetige Suche nach dem crack in the bowl, die Marianne Moore Rose Ausländers Seele ergründen ließ.

In ihren Gedichten neigt Marianne Moore dazu, die innerste Nuance der Wirklichkeit, des Gefühls und des Gedankens zu ergreifen; jedes Wort ist die Ausgeburt einer demütigen, geduldigen und exakten Betrachtung. Auf zwischenmenschlichen Beziehungsebenen drückte sich all das in einer Einstellung zu anderen Menschen aus, deren Ziel die Entdeckung von etwas ist, das absichtlich verborgen wurde. Marianne Moore versucht die Menschenseele zu ergründen, weil sie wusste, dass der Schein trügt und hinter jedem Schein eine unglaubliche, unerwartete und interessante Welt liegt. Marianne Moore war fest davon überzeugt, dass die Leute wie auch die Texte gründlich erforscht werden mussten. Man muss die Zwischenräume der Seele erforschen, weil nur so die Personen zu wahren Epiphanien werden.

Als Marianne Moore Ausländers Easter Poem in German las, entdeckte sie in ihrer Freundin ein poetisches Genie, das eine große Empfindsamkeit und Dichtungstiefe hatte. Marianne Moore lobte sie sofort für ihre „verbal invention“, ihre „propensity to revery“ und am Ende für ihre „poetic sensibility and depth“.

Marianne Moore spielt mehrmals auf Roses geistigen Reichtum an. Zum Beispiel, am 11. September 1956 bezeichnet sie Rose Ausländers Gedichte als „beautiful words that are beautiful thoughts“ und schreibt „unique work that is inward private very personal beauty“ weiter. Marianne Moore konnte eine talentierte Dichterin erkennen, und Rose Ausländers Gedichte waren der beste Beweis ihres außergewöhnlichen Talentes.

Marianne Moores bedeutendster Verdienst liegt trotzdem darin, dass sie den unbewussten Grund, der Rose dazu gebracht hatte, sich von ihrer Muttersprache zu lösen und eine andere unbeschädigte und nicht versehrte anzunehmen, erahnte. Wenn Marianne Moore diese Eingebung nicht gehabt hätte, wäre es ihr nie gelungen, Rose Ausländer in ihre Muttersprache zurückzubringen.

Marianne Moore begreift, dass Rose Ausländer ihre Muttersprache nicht mehr sprechen konnte, weil die letztere die Verwandlung in eine Mördersprache durchgemacht hatte, aber besonders weil sie an ehemaligem Wert verloren hatte. Die Muttersprache hatte ihre Seele, die an das Mutterbild tief gebunden war, verloren. Die Mutter ist seit Ewigkeiten der Ursprung des „flatus vocis“, sie ist „die Welt, zu der […] wir geboren [werden], sie ist unsere erste Sprache. Eine sonore Sprache, ein körperhafter Faden, dessen Atem aus beseelten Klängen bestehet“[7]. Gerade dies ist der Grund, warum Rose nach dem Tod ihrer Mutter nicht mehr auf Deutsch dichten kann.

Nachdem ihre Heimat im Feuer begraben war, nachdem ihre Muttersprache eine Mördersprache geworden war, fand Rose Ausländer, dass die einzige Daseinsberechtigung ihrer Muttersprache in ihrer Mutter lag. Deswegen wurde, als Rose Ausländers Mutter, das heißt der Ursprung des flatus vocis, starb, ihre Sprache des Sinnes entleert. In den Augenblicken, als man den Atem anhalten musste, weil die Muttersprache sich in die Mördersprache verwandelte, war die Mutter die einzige Lebensquelle dieser „Mutter Sprache“. Sie war in viele Stücke zersplittert, jedoch hatte die „Mutter Sprache“ sie zusammen gesetzt: “Ich habe mich / in mich verwandelt / von Augenblick zu Augenblick / in Stücke zersplittert auf dem Wortweg / Mutter Sprache / setzt mich zusammen // Menschmosaik”.[8]

Marianne Moore konnte also Rose Ausländer helfen, in ihre Muttersprache zurück zu kehren, wenn es ihr gelang für Rose Ausländer die Mutterfigur wieder herzustellen. Der Briefwechsel zwischen Marianne Moore und Rose Ausländer belegt den Prozess des Wiedereintritts Rose Ausländers in ihre Muttersprache, der schon im Jahre 1956 anfing und lange Zeit andauerte. Marianne Moore erreicht, dass die Mutter ihrer Freundin, für diese trotz Abwesenheit eine präsente Figur wird; nur weil Rose die Mutter wieder als anwesend wahrnimmt, kann sie die Seele ihrer Muttersprache und den Ursprung des „flatus vocis“ wiederfinden.

Marianne Moore konnte verstehen, was es bedeutet, die Mutter zu verlieren. Auch sie, wie Rose, hatte eine enge Beziehung zu ihrer Mutter Mary Moore gehabt. Mutter und Tochter erschienen in den Augen der Welt als eine Dyade. Wer über ihre starke Verbindung schrieb, betonte, dass

man nie einen Fall von so extremer Verbundenheit gesehen [hatte]. [...] wohin auch immer Marianne Moore gehen mag, wen auch immer sie trifft, ist die Tochter immer zusammen mit der Mutter. Sie erschienen, als ob Marianne die Nacktschnecke oder der Argonaut wäre, [Tiere, denen Marianne wunderbare Gedichte widmete] und die Mutter das Schneckenhaus.[9]

Marianne Moore fühlte sich nach dem Tod ihrer Mutter im Juli 1947 allein und zerbrechlich, weil sie ahnte, dass sie die mütterliche Schale, die sie bis jetzt beschützt hatte, verloren hatte. Sie hatte auch das Gefühl, dass die Dyade hoffnungslos zerbrochen war.

Niemand konnte besser als Marianne Moore sich in Rose Ausländers Worten wiedererkennen, in ihrem Schmerz, in ihren Leiden und Einsamkeit sich einfühlen. Marianne Moore erinnerte sich wahrscheinlich wieder daran, dass auch sie am Tag nach dem Tod ihrer Mutter dieselben Gefühle und Empfindungen von Verwirrung und innerer Leere empfunden hatte. All das hatte ihr erlaubt, der Freundin näher zu kommen. Marianne Moore war außerdem Rose Ausländer zutiefst dankbar dafür, dass die Erinnerung der damaligen Beziehung mit ihrer Mutter durch Rose wieder aufgefrischt war:

dear Rose, may you be blessed. You bring me always close to my mother; and to the thought of your mother. [10]

Rose Ausländer entdeckte ihrerseits in Marianne Moore eine seelenverwandte Frau. Sie empfand sie als derart seelenverwandt, dass sie ihr erstes Treffen als „love at first sight“ bezeichnete. Sie fühlte sich verstanden, unterstützt, angespornt, und das erlaubte ihr Marianne Moore näher zu kommen, sie zu bewundern, sie zu verehren und zu vergöttern.

Die Mutter wurde also im Briefwechsel zwischen Marianne Moore und Rose Ausländer eine umhüllende, wenn auch unsichtbare Präsenz, aus der Rose und Marianne die notwendige Macht bezogen, um in die Muttersprache zurückzukehren, sich die Rückkehr in die Muttersprache zu erlauben. Marianne Moore wusste, dass Rose dorthin zurückkehren und die Seele ihrer Sprache wieder finden konnte – das Gefühl, dass die Mutter noch anwesend war, gewann sie dadurch wieder.

Am 19. Dezember 1956 schrieb sie:

Dear Rose, what a wish is “good health and serenity in the new year” … I hope you may have it; am sure your mother is comforted as she looks at your generous courageous, reverent life, always giving more than anyone gives you!

Und danach am 12. Januar 1958 fügte sie hinzu:

Dear Rose, do be well. You contribute much by your existence. Do you not feel that your mother is aware of it?

Nur wenn Rose sich davon überzeugte, dass die Mutter noch bei ihr war, konnte sie den Ursprung des „flatus vocis“ und der Ersten Sprache wiedererlangen. Nur auf diese Weise konnte die Muttersprache wieder eine Seele bekommen, eine „soulful tongue“ und eine innere Lebenskraft erhalten, auch wenn die tragischen Ereignisse der Shoa sie entstellt hatten. Die Sprache lebte auf Grund dieses weiblichen Lebenshauches wieder.

Rose Ausländer ging denselben Weg, den Marianne Moore selbst im Juli 1947 nach dem Tod ihrer Mutter ging. Sie versuchte, ihre Mutter als lebendig und neben sich lebend wahrzunehmen. Am Ende des Jahres 1947 schrieb Marianne Moore einen Brief an ihren Bruder: „Yes I feel Mole [Spitzname ihrer Mutter, Mary Moore] smiles upon us – really do.“[11] Diese unsichtbare mütterliche Anwesenheit gab Marianne Moore wahrscheinlich die notwendige Kraft um weiter zu leben.

Dank Marianne Moore fand Rose Ausländer außerdem den ‚Raum’, wo sie die verlorene Beziehung zwischen Mutter und Tochter wieder herstellen konnte, und wo sie in die Muttersprache zurückkehren konnte. Dieser ‚Raum’ war die Dichtung.

Am 18. Dezember 1958 schrieb Marianne Moore Rose Ausländer „Mother and Child? There is a room for it!“ Die Dichtung wurde der Ort, wo die Mutter und die Tochter sich treffen konnten, und wo Rose Ausländer in Ewigkeit eine Geste der reverence festschreiben konnte, zuerst ihrer Muttersprache gegenüber, und danach gegenüber ihrer Mutter.

Rose Ausländer konnte außerdem die untrennbare Beziehung, die Mutter, Tochter und Sprache verband, in der Dichtung festschreiben: “Noch ist ein Raum / Für ein Gedicht / Noch ist das Gedicht ein Raum / Wo man atmen kann [12]

Die Dichtung ist der Raum, wo jeder Mensch das ursprüngliche Bündnis mit der Muttersprache und mit der Mutter, die der Ursprung des flatus vocis war und zum Sprachrohr der Muttersprache wurde, bekräftigen und betonen kann.

In dem bekanntesten Gedicht Poetry hatte Marianne Moore selbst auf die Anwesenheit von etwas Authentischem in der Dichtung angespielt:

I, too, dislike it. / Reading it, however, with a perfect contempt for it, one discovers in / it, after all, a place for the genuine.[13]

Auch wenn Moores kultureller Kontext ganz anders war als der Ausländers, behauptete Marianne Moore doch, dass man in der Dichtung einen für die echten Gefühle vorbehaltenen Raum finden kann. Und „the genuine“, auf das sich Marianne Moore bezieht, scheint die vergangene und ursprüngliche Beziehung mit der Mutter und der Sprache zu sein.

Hinter dem ausgefeilten Versschema und Stil in den Gedichten Marianne Moores verbergen sich schlichte und alltägliche Worte, die auf ihre ursprüngliche Funktion, die Sprache und das Schreiben zurückweisen. T. S. Eliot selbst schrieb in seiner Einleitung zu Moores Selected Poems über ihre Werke:

Miss Moore’s poems form part of the small body of durable poetry written in our time: of the small body of writings, among what passes for poetry, in which an original sensibility and alert intelligence and deep feeling have been engaged in maintaining the life of English language.[14]

Und wenn man die Urfassung von Poetry liest, verdichtet sich das Gefühl, dass Marianne Moore auf eine Dichtung als Lebewesen anspiele, noch mehr: “I, too, dislike it: there are things that are important beyond all this fiddle / Reading it, however, with a perfect contempt for it, one discovers in / it, after all, a place for the genuine. / Hands that can grasp, eyes // that can dilate, hair that can rise.”[15]

In diesem Raum, wo echte Dinge liegen, entdeckt man Hände, die ergreifen können, Augen, die sich weiten können, und Haare, die sich sträuben. Das Gedicht wird ein Lebewesen, in dem jeder etwas Echtes finden kann.

Die mütterliche Figur war die erste Übereinstimmung, und dieser Verwandtschaftspunkt verband die zwei Dichterinnen stark, und trug dazu bei, dass sich die beiden befreundeten. Ich glaube, dass trotz so vieler Unterschiede, z.B. im Alter, in der Nationalität, zwischen Marianne Moore und Rose Ausländer dieselben Vorlieben für Ruhe und Stille, eine gewisse Zurückhaltung und eine Widerwilligkeit gegenüber dem Chaos und dem hektischen Leben von New York zu finden sind. Rose Ausländer entdeckte in dem Genie der nodernen Moore eine freundliche Stimme und eine Seelenverwandtschaft, die sie bei anderen Leuten nie gefunden hatte. Rose Ausländer und Marianne Moore hegten jedoch eine gewisse Zurückhaltung gegenüber dem Sich-Vermischen, obwohl sie sich in einem Land kennen lernten, das schlechthin ein melting pot war, und wo theoretische Begriffe wie Assimilation, Mischung und Schmelzung dominierten.

Die Marianne Moore der fünfziger Jahre war zwar die bekannteste Dichterin der amerikanischen Moderne mit vielen Verpflichtungen, die sie erfüllen musste, doch liebte sie keinesfalls das hektische Leben von New York. Marianne Moore lebte lieber in ihrer ruhigen Wohnung in der Cumberland Street und ging nur in dem botanischen Garten oder in dem Park nebenan spazieren, um die Trauerweiden und die gelben Forsythien zu betrachten. All das befriedigte sie, führte sie heran und bot ihr eine Art von „tame excitement“, von „gezähmter Aufregung“. Ihr ganzes Leben liebte Marianne Moore einen ruhigen Lebensablauf, der es ihr erlaubte, alles zu beobachten und sich durch jeden alltäglichen Gegenstand inspirieren zu lassen. Die Ruhe schuf die Bedingung für den Ausbruch ihrer Dualität, die von „Ehrgeiz und Vorsicht, Entschlossenheit und Zurückhaltung, Verwegenheit und Scheu“ gekennzeichnet war.

In ihrem Gedicht Silence schreibt Marianne Moore ihre Vorliebe für die Stille nieder:

My father used to say,

“Superior people […],

………………………

[…] sometimes enjoy solitude,

and can be robbed of speech

by speech which has delighted them.

The deepest feeling always shows itself in silence;

Not in silence, but restraint”[16]

Marianne Moore liebte die Stille und die Ruhe, weil sie ihrer Meinung nach nur in diesem Kontext aufmerksam beobachten konnte. In der Stille versuchte sie, die Nuancen herauszuhören und keine Einzelheit zu übersehen.

Das gleiche gilt für Rose Ausländer, deren Leben Anfang der 50er Jahre nur zwischen zwei Orten stattfand: Upper West, an der Westseite des Central Parks, wo Rose Ausländers Wohnung war, und Bridgestreet, in der Nähe von Wallstreet und Hafen, wo ihr Arbeitgeber Freedman & Slater seinen Sitz hatte. Rose Ausländer wollte nicht aus ihrem Stadtviertel heraus, weil der Besuch anderer Viertel von New York sehr anstrengend und beschwerlich war. Sie zog sich von der Metropole lieber in ihre überschaubare kleine Wohnung zurück. Sie betrachtete lieber die Grünanlagen, die in der Stadt noch waren und in der Mittagspause genoss sie im angrenzenden Battery Park die Aussicht auf Staten Island, den Hafen, die Freiheitsstatue und auf Ellis Island. Und hier, von den New Yorker Parks, ließ sie sich inspirieren und schrieb viele Gedichte, wie z.B. Sonntag am Riverside Drive, Tauben im Battery Park und Am Strand.

Rose Ausländer flüchtete oft in die New Yorker Parks, weil sie dort fern von den grauen, düsteren, farblosen New Yorker Bezirken war. Ihrer Meinung nach war New York eine „stolze, große, grellgeputzte Stadt“ wegen ihrer angrenzenden grauen Slums und des hektischen Lebens. Die Einsamkeit war ihr zwar einerseits aufgezwungen, andererseits aber auch etwas, das sie sich wünschte und herbeisehnte.

Rose Ausländer brauchte die Stille und die Ruhe, um sich dem „Dämon der Stadt“ zu entziehen und um Landschaften, Figuren, die an ihre „Grüne Mutter Bukowina“ erinnerten, zu schaffen. Sie erinnerte sich an das vergangene Idyll nur in Stille und Ruhe, und nur dort konnte sie die Gräueltaten der Shoa von sich fern halten. Für Rose Ausländer war es die Ruhe, die die Bedingungen für eine Rückkehr in etwas, das echt und wirklich ist, schuf.

Die Stille und die Heiterkeit schufen die Bedingung für die Verwandlung der Dichtung in einen Raum, wo man seinen inneren Gefühlen freien Lauf lässt. Und es war wahrscheinlich gerade deswegen, dass Rose Ausländer und Marianne Moore die Stille und die Zurückhaltung suchten; diese gleiche Zurückhaltung, die Marianne Moore in dem Gedicht Silence und in ihrem Brief an Rose vom 11. Juni 1962 beschrieb:

I go too far, Rose / am too personal. / Pardon it. You went to me heart Wednesday. You are so restrained.[17]

Die zwei Dichterinnen teilten auch die gleiche Beziehung von Hass-Liebe zu New York. Als Marianne Moore 1918 nach Manhattan zog, fühlte sie sich nicht wohl. Sie fühlte sich in dieser Stadt fremd, die Menschen waren ihr gegenüber misstrauisch. Marianne Moore galt dort als eine ‚Neuheit’, gerade durch ihre ‚manners’, das heißt durch ihre affektierte Art und ihre puritanischen Manieren. Trotzdem fühlte sie sich in New York auch wohl, und es wurde ihre Lieblingsstadt. New York eignete sich für ihre experimentelle Richtung und erlaubte ihr diese Dualität von „Ehrgeiz und Vorsicht, Entschlossenheit und Zurückhaltung, Verwegenheit und Scheu“ explodieren zu lassen.

Rose Ausländer fühlte sich ihrerseits in New York immer als eine Fremde, und es gelang ihr nie, an dem hektischen und chaotischen Leben der Stadt teilzunehmen. Amerika war für Rose Ausländer nie das Gelobte Land, das Land des melting pot - sie fühlte sich dort immer als ‚Ausländerin’. Rose assoziierte immer Amerika mit Begriffen wie Kälte, Dunkelheit, grauer Alltag und Fremdheit.

Am 29.11.1959 bestätigte Rose Ausländer selbst während der Rundfunksendung zum WEVD ihre Beziehung von Hass und Liebe zu New York:

New York is one of the most fascinating places, both in a negative and a positive sense. For a number of years life in New York City was a haunting challenge to me, as expressed in the three poems I am going to read.[18]

Ihre Gedichte - Columbus Avenue, The Clinic, The Garden City - stellen ein Bild von New York dar, das dem New York der Zwanziger Jahre ähnelt. Man findet in diesen Gedichten die gleichen chaotischen und entfremdenden Straßen, den regen Verkehr, die Gleichgültigkeit und die Menschen als „strangers and lost in loneliness“ des Gedichtes The Garden is prepared. In einem Gedicht vom 2. Januar 1956 stellt Rose Ausländer jedoch ein New York vor, das anders als das der Fünfziger und Sechziger Jahre ist:

New York XE "New York"

großartig

das ich einst

bewundert habe

 

ich denk an deine Pracht

ich musste dennoch dich verlassen

weil mich die deutsche Sprache rief

 

ich hab dich nicht vergessen

du bist oft bei mir

behüte den geliebten Bruder

sei gut zu ihm

ich danke dir [19]

Am Ende hängt Rose Ausländer sehr an der Stadt, sie wird zu einer zweiten Heimat:

Nun aber, Liebe, muss ich gestehen: ich bin so total erschöpft. Dass ich gar nicht erwartet habe – ich sehne mich nach New York zurück – es klingt mir selbst unglaubhaft, ist aber wahr. Es ist doch schon die zweite Heimat geworden – Heimat ist zu viel gesagt, aber kommt doch dem Gefühl am nächsten, das New York als ein Zuhausesein empfindet.[20]

Diese Temperamentverwandtschaften trugen zur Geburt der Freundschaft und Zusammenarbeit Moore – Ausländer bei. Rose Ausländer hing so sehr an Marianne Moore, dass sie in ihrer Anwesenheit fühlte, wie ein erhellendes Licht und eine mächtige Kraft auf sie einströmten. Rose Ausländer betrachtet deshalb Marianne Moore als eine unerschöpfliche Lichtquelle. Bevor Rose Ausländer am 16. Februar 1963 „in your presence one always feels illumined“ schrieb, hatte sie schon in ihren Gedichten, Overmore, Der Ur-Baum und Abendstern betont, dass Marianne Moore ein Lichtstern war.

In Overmore spielte Rose Ausländer dementsprechend im ganzen Gedicht auf Marianne als eine Lichtquelle an, bei dem Schaffen des Bildes des „Schnee[s] des Mittags“ und des „Sonnenscheins“, die in der Stadt an die „verwundeten Wände“ fallen. Der lichtvolle Schnee scheint die Metapher von Marianne Moore zu sein, die als einen wahren Segen auf Rose Ausländer fiel, und ihr dunkles Leben, dessen Wesen ein „core of woe“ ist, erhellte.

In dem Gedicht Abendstern beschwor Rose Ausländer Marianne herauf als den zartesten und stärksten Stern des Firmaments und wendete auf sie die Beinamen „zart wie die Seide der Rose“ und „Lauter wie Licht im Kristall“ an. Rose Ausländer porträtierte Marianne kraft ihrer weiblichen Lieblichkeit und Zartheit, und wenn Rose sie mit dem leuchtendsten Stern des Firmaments verglich, wollte sie vor allem darauf anspielen, dass Marianne Moore die bemerkenswerteste Dichterin der Moderne war.

Marianne Moore war das Licht, das Rose in ihren Traum aufnahm, weil der Mond „ein Gaukler unverlässlicher Leuchtkraft“[21] geworden war[22]. Die amerikanische Dichterin war für Ausländer diese zarte seidige Rose und das Licht im Stern-Kristall, so dass es der bukowinischen Dichterin erneut gegönnt war, ihre deutsche Muttersprache und ihre dichterische Identität wieder zu finden.


 

[1] Silvia Candida, Rose Ausländer - Poesie scelte, trad. di Silvia Candida, (Roma: Goethe-Institut Rom, 1999), S. 20.

[2] Ebenda, S. 62.

[3] Rose, Ausländer, Hügel aus Äther unwiderruflich / Gedichte und Prosa 1966-1975,(Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1984), S. 284-288, hier S. 286.

[4] Thomas Stearns Eliot, Introduction to Selected Poems, in Charles Tomlinson, Marianne Moore : A Collection of Critical Essays, (Englewood Cliffs, N. J.: Prentice-Hall, 1969), S. 60-65, hier S. 60.

[5] Ebenda.

[6] Brief vom 5.10.1956.

[7] Übersetzung von Nadia Fusini, Nomi: Dieci scritture femminili, (Roma: Donzelli Editore, 1996), S. X.

[8] Silvia Candida, Rose Ausländer - Poesie scelte, trad. di Silvia Candida, (Roma: Goethe-Institut Rom, 1999), S. 6.

[9] Übersetzung von Nadia Fusini, ‘Marianne o dell’umiltà’ in Nomi: Dieci scritture femminili, (Roma: Donzelli Editore, 1996), SS.213-234, S. 215.

[10] Brief vom 18.12.1959.

[11] Bonnie Costello, The Selected Letters of Marianne Moore, (London: Faber & Faber, 1998), p. 465.

[12] Rose Ausländer, Im Aschenregen die Spur deines Namens – Gedichte und Prosa 1976, (Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1984), S. 221.

[13] Marianne Moore, Il Basilisco Piumato, ed. italiana a cura di Lina Angioletti e Gilberto Forti, (Milano: Rusconi Editore, 1972), S. 88.

[14] Thomas Stearns Eliot, Introduction to Selected Poems, in Charles Tomlinson, Marianne Moore : A Collection of Critical Essays, (Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall, 1969), SS. 60-65, hier S. 65.

[15] Marianne Moore, Il Basilisco Piumato, ed. italiana a cura di Lina Angioletti e Gilberto Forti, (Milano: Rusconi Editore, 1972), p. 340.

[16] Marianne Moore, Il Basilisco Piumato, ed. italiana a cura di Lina Angioletti e Gilberto Forti, (Milano: Rusconi Editore, 1972), S. 210.

[17] Brief vom 11.06.1962.

[18] Rose Ausländer, Die Nacht hat zahllose Augen, (Frankfurt a. Main: Fischer Verlag, 1995), S. 158.

[19] Harald Vogel und Michael Gans, Rose XE "Rose"  Ausländer XE "Ausländer"  Lesen, (Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 1997), S. 122.

[20] Helmut Braun, ‘Ich bin fünftausend Jahre jung’: Rose Ausländer, Zu ihrer Biographie, (Stuttgart: Radius Verlag, 1999), S. 96-97.

[21] “Nimm ein Licht / in deinem Traum / denn der Mond ist / ein Gaukler / unverlässliche / Leuchtkraft„ in Silvia Candida, Rose Ausländer - Poesie scelte, trad. di Silvia Candida, (Roma: Goethe-Institut Rom, 1999), S. 36.

[22] Siehe auch George Guþu: 1. "...aus dem Traum … reisst mich diese dürre Wirklichkeit." Zu Rose Ausländers früher Lyrik. In: Rose Ausländer, Der Traum hat offene Augen - Vis cu ochii deschiºi. Zweisprachige Ausgabe. Ediþie bilingvã. Traduceri de/Übersetzung von George Guþu. Editura Fundaþiei Culturale Române, Bucureºti 2002, S. 226-238; 2. Perseverenz und Zirkularität - Landschaft als Begriff und Metapher am Rande von Rose Ausländers lyrischem Schaffen. In: transcarpathica. germanistisches jahrbuch rumänien, Heft 2, 2003, Editura Paideia, Bucureºti 2003, S. 179-217.

 

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