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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 13.-14. Jg., Heft 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005, S. 516

 


 

100 JAHRE GERMANISTIK IN BUKAREST
 

ANSPRACHE

aus Anlass des 100. Gründungstags des Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Bukarest

(1905-2005)


George Guþu

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Eure Exzellenzen, die Herren Botschafter Deutschlands und Österreichs, liebe Gäste,

sehr geehrte Frau Dekan, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

liebe Studentinnen und Studenten,

am 5. November 1905 fand genau in diesem Saal, in dem wir uns heute befinden, ein besonders wichtiges Ereignis für das Studium der deutschen Sprache und Literatur in Rumänien statt: In Anwesenheit eines zahlreichen Publikums, der Mitglieder der Berufungskommissionen, zu denen hervorragende Persönlichkeiten der rumänischen Kultur gehörten wie Titu Maiorescu, Nicolae Iorga, Ovid Densuºianu, Ioan Bogdan, Dimitrie Onciul, Constantin Dumitrescu-Iaºi, hielt Professor Simion C. Mândrescu seine Antrittsvorlesung als Leiter des frisch eingerichteten Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur. Seit April 1905 war er als Professor für deutsche Sprache und Literatur ministeriell anerkannt. Die damalige Atmosphäre wurde von einer ehemaligen Studentin in der „Revista Germaniºtilor Români” (Zeitschrift der rumänischen Germanisten) aus dem Jahre1938 wie folgt beschrieben:

Die dichtbesetzten Reihen, das erregte Stimmengewirr, die reservierten Plätze im Vordergrunde ließen selbst an diesem Tag auf ein besonderes Ereignis schließen. Da trat plötzlich eine feierliche Stille ein und die gesamte Studentenschar erhob sich grüßend vor den Universitätsprofessoren, die sich eben zu den bestimmten Ehrenplätzen begaben. Da ragte die ansehnliche Gestalt des großen Literaten und Politikers Titu Maiorescu hervor und neben ihm die gewinnende Erscheinung des Geschichtsforschers D. Onciul. 1

Vor genau 100 Jahren und genau in diesem Hörsaal faßte Professor Mândrescu die Bedeutung dieses Ereignisses wie folgt zusammen:

Die Ehre, die Sie mir durch Ihr zahlreiches Erscheinen gütigst erweisen, beweist zur Genüge, wie sehr ein solcher Studiengang für deutsche Sprache und Literatur an unserer Universität gewünscht war, und ich glaube nicht fehlzugehen in der Annahme, dass daran ebenfalls große Erwartungen und große Hoffnungen geknüpft werden. 2

Wenn wir nun jene historischen Augenblicke evozieren, wenn wir an die Antrittsvorlesung von Simion C. Mândrescu am denkwürdigen 5. November 1905 erinnern, so weil wir darin den Anlaß erblicken, an die Pionierleistungen unserer Vorgänger zu denken, an die unausweichlichen Schwierigkeiten des Anfangs, und uns des eigenen Werdegangs, der Leistungen und Defizite bewußt zu werden, um unser heutiges Selbstbewußtsein zu stärken im Kontext des Fachs Germanistik, in den europäischen und weltweiten Philologien.

Um den ausgeschriebenen Posten eines Professors für deutsche Sprache und Literatur an der Bukarester Universität bewarben sich auch Emanoil Grigorovitza und Konrad Richter, ernannt wurde dennoch Simion C. Mândrescu – aufgrund der Qualität seiner Lehrveranstaltungen und der eingereichten Veröffentlichungen. Die schwere Arbeit der Anfänge nahm ihn voll in Anspruch, er war sich des von ihm erbrachten Opfers durchaus ewußt:

Der Vorteil, als Vertreter ernannt worden zu sein, brachte auch Nachteile mit sich. Ohne die intensive Vorbereitung für die Vorlesung, die dem durchaus uneinheitlichen Stand der Kenntnisse der Studierenden angepasst und derart gestaltet werden musste, dass der Stoff innerhalb von vier Jahren (in der für jeden Jahrgang vorgesehenen Studienzeit) bewältigt werden kann, ohne die noch intensivere Tätigkeit in den 3 Seminaren wäre nichts getan gewesen für jene, die sich unter meiner Anleitung dem Studium der deutschen Sprache und Literatur widmen wollten. Stattdessen wäre möglicherweise irgendeine ausführliche gründliche Untersuchung über irgendeine Frage der Sprach- oder Literaturwissenschaft erschienen, die die Anzahl meiner Schriften erhöht hätte. 3

Durch solche bewußt erbrachte Opfer mußte eine Strategie des Aufbaus des germanistischen Studiums im Einklang mit den Anforderungen der damaligen Zeit aufgestellt werden. Dieselbe bereits zitierte Studentin hob die drei Hauptzielstellungen des neu gegründeten Bukarester Lehrstuhls hervor: 1. Bildung künftiger Deutschlehrer; 2. Verbreitung der notwendigen Kenntnisse über die deutsche Kultur in breite Kreise; 3. Schaffung eines Labors für wissenschaftliche Forschungen im Bereich der Germanistik. 4

Schließlich bestätigte der zitierte Augenzeuge nach 23 Jahren Tätigkeit des Lehrstuhls die Erfüllung all dieser Desiderate in allen Vorlesungen und Lehrveranstaltungen von Professor Mândrescu:

Jahr für Jahr zogen sie an uns vorbei: die großen Dichter und bedeutenden Strömungen der deutschen Nationalliteratur. Und mochten sie nun dem blühenden Zeitalter des Minnesanges oder des Klassizismus angehören, mochten sie der Ausdruck romantischer Überschwänglichkeit oder realistischer Weltanschauung sein: immer wieder verstand es die warme Begeisterung des Vortragenden sie uns anschaulich zu gestalten und mit gehaltvollen Weisungen fürs praktische Leben zu bereichern. 5

Besonders wichtig war die Bemühung des Professors Mândrescu und seiner Mitarbeiter darum, die wissenschaftlichen Grundlagen der Germanistik in Rumänien zu legen, so wie der siebenbürgisch-sächsische Germanist aus Jassy Karl Kurt Klein in einem dem Professor gewidmeten Beitrag ausführte, in dem die Kraft-Ideen Mândrescus erwähnt wurden:

Der Wissenschaft betreibende Professor serviert kaum, ja er darf seinen Schülern kein Wissen aufs Tablett servieren; zeigen muss er ihnen den Weg, auf dem sie zum Wissen gelangen können, die wissenschaftliche Methode, wobei er von dem Ehrgeiz geleitet sein soll, in der Zukunft eine Schule von Wissenschaftlern zu schaffen, die auf dem von ihm gezeigten Weg in dieser Fachrichtung Wissen erzeugen. 6

Die didaktische Tätigkeit wurde in der Zeit bis nach dem Zweiten Weltkrieg auch durch weitere wertvolle Lehrkräfte gewährleistet wie Ioan Sân-Giorgiu, Ion Gherghel, Konrad Richter, Victor Morariu, der nach Bukarest aus Czernowitz kam, Ioan Pãtrãºcanu von der Bukarester Handelshochschule, Mihai Isbãºescu, Doktor phil. der Universität Tübingen, sogar zeitweilig durch Professor Hermann Schneider von der Universität Tübingen. Zwei wichtige spätere Leiter des Lehrstuhls haben die Bedeutung des deutschen Sprach- und Literaturunterrichts an der Universität Bukarest in den Anfängen hervorgehoben:

Für die damalige Germanistik war es typisch (hierzulande oder auch im deutschen Raum), dass der Hauptakzent auf die früheren Entwicklungsphasen der deutschen Sprache (auf das Althochdeutsche und das Mittelhochdeutsche) und die mit Goethes Tod abgeschlossenen, positivistisch überschaubaren Literaturepochen gelegt wurde. 7

Zugleich nahmen in der Tätigkeit der Germanistik in Rumänien die didaktisch-methodo-logischen Aufgaben des Deutschunterrichts einen breiten Raum ein. Durch gemeinsame Anstrengungen legten rumänische und rumäniendeutsche Germanisten die Grundlagen einer spezifischen germanistischen Wissenschaft in Rumänien. K. K. Klein behauptete aufgrund seiner Tätigkeit in Jassy :

...die Tätigkeit eines Germanisten in Jassy /sei/ mit der eines in München oder Heidelberg wirkenden Gelehrten /nicht/ ohne weiteres zu vergleichen. Eher müßte man an die Arbeit eines Romanisten in Deutschland oder eines Anglisten in Italien denken oder auch an germanistische Tätigkeit in Kulturländern außerhalb Deutschlands, etwa in Frankreich. 8

Er postulierte die Tatsache, daß unsere Germanistik durch die Präsenz einer bedeutenden deutschen Minderheit in Rumänien sich durch Eigentümlichkeiten auszeichnete, wie sie einer Sonderform der „Auslandsgermanistik” eigen sind. Die Theorie der Ex-Zentrizität, der Existenz einer fernen kulturellen und sprachlichen Mitte ist voll und ganz anwendbar an die Bedingungen der Germanistik in Rumänien, ihr Anliegen war doch die Vermittlung von Werten und Themen von einem Kulturraum zum anderen, der jeweils eine andere Mentalität und eine andere geschichtliche Entwicklung aufweist. Es geht dabei um Mehrsprachigkeit und Pluriethnizität, um einen Vorgang der Trans- und Interkulturalität. Denn das „ist natürlich nicht nur eine Frage der Kompetenz in Fremdsprachen. Es wird darüber hinaus ein Identitätsproblem.” 9

Mândrescu verstand durchaus, daß der akademische Rahmen für diese kulturvermittelnde Rolle nicht genügte, so daß er auf dem zweiten Kongress rumänischer Germanisten im Jahre 1931 die Schaffung der „Societatea Germaniºtilor Români” und eines Fachperiodikums, der zwischen 1932 und 1937 erschienenen „Revista Germaniºtilor Români“, anregte und in Angriff nahm – in Ergänzung deutschsprachiger Publikationen wie „Ostland“, „Klingsor“, „Von der Heide“. Hinzu kam die Tätigkeit der rumänischen und deutschen Kulturinstitute in Bukarest und Berlin, die von berühmten Romanisten wie Ernst Gamillscheg bzw. Sextil Puºcariu geleitet wurden.

Die Lehrstuhlleitung hatten außerdem inne: Dr. Virgil Tempeanu, Ilie Bacinschi, Bruno Colbert, Mihai Isbãºescu, wobei das schwierigste Problem jenes des Nachwuchses war, der die Fortführung der Lehrveranstaltungen gewährleisten sollte. Der Dekan der Philologischen Fakultät, Professor Iorgu Iordan, schrieb in einem seiner Jahresberichte:

Die Kollegen, die Fremdsprachen und Auslandsliteraturen unterrichten, verfügen über keine günstigen Bedingungen für die Erstellung umfangreicher niveauvoller wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Informationsmöglichkeiten sind gewissermaßen begrenzt, insbesondere im Hinblick auf die jüngsten auf der Grundlage marxistisch-leninistischer Anschauungen erarbeiteten Studien. Dennoch sind diesbezügliche Versuche und sogar manche Leistungen, zumindest in Ansätzen, zu verzeichnen. 10

Die Zeitspanne 1951-1989 wurde durch ideologische Überwachung östlicher Prägung bestimmt, die die ganze rumänische Kultur anvisierte. Am Lehrstuhl hat der Sozialdemokrat Lotar Rãdãceanu-Wurzer, ein überzeugter Marxist-Leninist, das Sagen. Im philologischen Bereich fanden Säuberungen statt. Trotzdem hat die Germanistik in Rumänien Bedeutendes geleistet – insbesondere in den 60-er und 70-er Jahren. Die Nichtvertreibung der deutschen aus Rumänien, die Wiedererkennung der deutschen Minderheit als vollberechtigte Minderheit in Rumänien schuffen günstige Bedingungen für das Studium der deutschen Sprache und Literatur. An der Bukarester Universität gingen Persönlichkeiten hervor, die die damalige deutschsprachige Literatur in Rumänien entscheidend prägten. Neben einer Reihe von rumänischen Germanisten (Viorica Niºcov, Alexandru Al. ªahighian, Nora Iuga etc.) besuchten auch Oskar Pastior, Dieter Schlesak, der am Montag 11 die Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest erhalten wird, Helmut Kelp, Dieter Fuhrmann, Dieter Roth, Rolf Bossert und viele andere mehr die Bukarester Lehrveranstaltungen. Trotz einer zentralistischen Bürokratie konnten Spielräume ausfindig gemacht werden, die nennenswerte editorische Leistungen möglich machten.

Zwischen 1955-1976 wurde unser Lehrstuhl von Prof. Dr. Jean Livescu, Dr. der Universität Berlin, einem soliden, strengen Gelehrten, geleitet, der mehr als 20 Doktoranden betreut und die hochschulischen Beziehunge zu vielen Unis im Ausland ausgebaut hat, auch wenn dies alles unter dem allmächtigen Mantel der damaligen Ideologie geschehen mußte. Gastlektoren aus der DDR, dann aus der BRD und Österreich kommen nach Bukarest, was freilich in der Bukarester Germanistik zu einem Gewinn an Information und wissenschaftlichen Kontakten geführt hat. Seit 1976 wurde die Lehrstuhlleitung bis 1984 durch Prof. Dr. Mihai Isbãºescu gewährleistet. Der Widerstand gegen den damals herrschenden ideologisch-politischen Frost machte sich dadurch bemerkbar, daß die Lehr- und Forschungsleistungen gefördert wurden, und zwar durch internationale Kontakte, einschließlich durch eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Davon konnten eine Reihe von Mitarbeitern, Doktoranden und Studenten profitieren. Isbãºescu war zugleich ein ausgezeichneter Übersetzer von deutscher Literatur ins Rumänische.

Seit 1985 stand der Lehrstuhl unter der Leitung von Doz. Dr. Sanda Ioanovici-Munteanu. Er wurde zwischen 1986-1989 dem Englisch-Lehrstuhl unterstellt, doch die Probleme unserer Mitarbeiter wurden de facto durch Sanda-Ioanovici Munteanu, dann auch durch Doz. Dr. Hans Müller umsichtig wahrgenommen. Im Jahre 1990 erhielt der Lehrstuhl seine vollen Rechte wieder. Auf Grund von Wahlen konnten die Mitarbeiter den Lehrstuhlleiter wählen. Es waren das Doz. Dr. Hans Müller, dann Prof. Dr. Doina Sandu und seit 1998 bis heute Prof. Dr. George Guþu. Die ganze Aufmerksamkeit wurde in diesen Jahren darauf gerichtet, den Lehr- und Forschungsbetrieb zu reformieren und zu modernisieren, die Öffnung nach neuen Informations- und Erkenntnishorizonten voranzutreiben. Dabei wurde keinesfalls auf die wertvollen Traditionen der Vergangenheit verzichtet, die an die neuen Anforderungen und Mobilitäten unserer Zeit angepaßt wurden.

In der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse konzentrieren wir unsere Tätigkeit auf die Ausbildung von Deutschlehrern, von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen, von Abgängern mit einer hohen kommunikationalen und Fachkompetenz, die imstande sind, die eigene Spezifizität und jene anderer Kulturräume zu begreifen und interdisziplinär sowie interkulturell ins Werk zu setzen. Das sind die Kraft-Ideen der von uns geleisteten und noch zu leistenden Tätigkeit.

Unser Lehrstuhl arbeitete in den letzten Jahrzehnten eng und erfolgreich mit dem Goethe-Institut Bukarest, insbesondere im Bereich der Weiterbildung der Deutschlehrer, an der sich auch der Rumänische Deutschlehrerverband beteiligte. Eine gute Zusammenarbeit besteht freilich mit dem Ministerium für Bildung und Forschung, mit vielen Universitäten und Einrichtungen im In- und Ausland. Wir nehmen stets an nationalen und internationalen Tagungen teil, fördern die Integration Rumäniens in die europäischen und euro-atlantischen Strukturen. Eine gute Zusammenarbeit besteht seit Jahren, besonders in den letzten, mit der Deutschen Botschaft und mit der Österreichischen Botschaft. Beiden sei gedankt für die uns gewährte Unterstützung und Ermutigung. Wir hoffen auf eine weitere, noch substantiellere Zusammenarbeit.

Entscheidende Impulse gingen nach der Wende von den Kongressen der Germanisten Rumäniens aus, die die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens mit starker Unterstützung unseres Lehrstuhls organisierte und weiterhin organisiert (1994, 1997, 2000, 2003, 2006). Besonders eindrucksvoll ist die Palette der wissenschaftlichen Publikationen, die praktisch von unserem Lehrstuhl koordiniert werden und unter der Ägide der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens erscheinen. Einen guten Eindruck davon können Sie sich machen, indem Sie unsere Dokumentarausstellung in der Pitar-Moº-Straße besuchen. Wir präsentieren sie morgen im Saal des Professorenrats.

Als Bestandteil der Germanistik Rumäniens bestätigt die Bukarester Germanistik die These, daß es keine „normative, übernationale germanistische Wissenschaft” geben kann, daß die rumänische Germanistik, wie alle anderen Auslandsgermanistiken, der Inlandsgermanistik die Chance einer „übernationalen Dignität” 12 mit Hilfe des dadurch ermöglichten „Korrektivs” bietet.

Wir wissen heute, daß die Sprachen nicht nur Brücken, sondern auch Barrieren, Grenzen darstellen können: „Das Klischee von der Kultur als großartigem Mittel der Freundschaft zwischen den Menschen, selbst in Fällen, wo die Politik schon versagen mag, dieses vielen liebgewordene Trugbild lässt sich jedenfalls nicht mehr aufrechterhalten“, denn „ein Europa kultureller und sprachlicher Vielfalt muss sich auch als ein komplexes und manchmal kontroversielles Europa verstehen und diese Tatsache zu akzeptieren lernen.“ 13 Die Überwindung der Barrieren kann allein durch die Förderung des interkulturellen Dialogs und der Mehrsprachigkeit erreicht werden. Vernünftige Menschen machen darauf aufmerksam, daß das neue Europa nur das Ergebnis eines langwierigen Prozesses des Umdenkens unter den Bedingungen der Einheit in der Vielfalt sein kann – um so mehr, als die „Teilung Europas” gerade im Bereich der Mentalitäten noch nicht überwunden worden ist. Der interkulturelle Dialog ist also lebenswichtig für das neue Europa. 14

1oo Jahre nach seiner Gründung schreitet der Bukarester Germanistiklehrstuhl in sein zweites Jahrhundert in der vollen Überzeugung, die auch unsere Vorgänger beflügelt hat, und zwar daß wir durch unsere beharrliche Arbeit als Kulturvermittler, als Partner des interkulturellen Dialogs – mit Hilfe der deutschen Sprache und Kultur – eine tragfähige Brücke zwischenmenschlicher Kommunikation im Europa des III. Jahrtausends mit errichten helfen können. 15

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 


[1] Maria Immaculata: Prof. Dr. Simion Mândrescu. Bilder und Erinnerungen aus dem Leben eines großen Mannes. In: RGR, 2/1938, S. 153.

[2] Ebd.

[3] Arhivele Naþionale Istorice Centrale, Fondul/Bestand Ministerul Cultelor ºi Instrucþiunii Publice, Dosarul/Akte 1247/1906, Foaia/Bl. 28 dr.

[4] Ebd., p. 155; Karl Kurt Klein: Simion C. Mândrescu. Germanistul. In: „Revista Germaniºtilor Români“ (fortan als RGR angeführt), 2/1938, S. 103. Beide greifen dabei auf Mândrescus Antrittsvorlesung (1905) sowie auf seine letzte Vorlesung (În serviciul învãþãmântului nostru. Lecþiune de inaugurare a ultimului meu curs de limbã ºi literaturã germanã la Universitatea din Bucureºti, 4 Noiemvrie 1937. In: RGR, 6/1937, p. 261-271) zurück.

[5] Maria Immaculata, a.a.O., S. 156.

[6] Karl Kurt Klein, a.a.O., S. 105.

[7] Jean Livescu, Mihai Isbãºescu: Deutsche Sprache und Literatur an der Bukarester Universität. Ein geschichtlicher Rückblick (1,2,3). Hier Folge 1. In: „Karpatenrundschau“ (Braºov/Kronstadt), 1, 1988.

[8] In: Karl Kurt Klein, Deutsch-rumänische Literaturbeziehungen, Heidelberg 1928.

[9] „Wenn man die Muttersprache hinter sich lassen muss, um in einer akademischen Disziplin mitdiskutieren zu können, dann ist das natürlich nicht nur eine Frage der Kompetenz in Fremdsprachen. Es wird darüber hinaus ein Identitätsproblem.“ Werner Roggausch: Sprach-, Kultur- und Wissenschaftsförderung – aus der Sicht des DAAD. In: Euro-Deutsch. Kontrovresen um die Deutschsprachigkeit im europäischen Mehrsprachenraum. Dokumentation der Tutzinger Tagung 1999. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2000, S. 276 f.

[10] Aus dem Tätigkeitsbericht des Dekans der Philologischen Fakultät Iorgu Iordan, ebd., Akte 84/1949, Bl. 12.

[11] Die Verleihung der Ehrendoktorwürde fand am 7. November 2005 im Senatssaal der Universität Bukarest statt. (Die ZGR-Red.)

[12] Wendelin Schmidt-Dengler: Die Kleine Österreichische Literatur und die große weite Welt. Zum Verhältnis von Inlands- und Auslandsgermanistik aus der Sicht eines sehr Betroffenen. In: transcarpathica. germanistisches jahrbuch. Rumänien, 1/2002, S. 86-89.

[13] Siehe dazu Ernst-Peter Brezowsky: Die „Wiener Deklarartion über Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“. Ein Dokument und seine Geschichte. In: Ernst-Peter Brezowsky / Arnold Supan / Elisabeth Vyslonzil (Hrsg.): Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Peter Lang, Frankfurt am Main / Wien (u.a.) 1999, S. 13.

[14] Arnold Supan: Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. In: Ernst-Peter Brezowsky / Arnold Supan / Elisabeth Vyslonzil (Hrsg.): Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa..., a.a.O., S. 19.

[15] Siehe auch: Durch den unaufhaltsamen Vormarsch des Englischen ist ohnehin die Mehrsprachigkeit europaweit ernsthaft bedroht. Bildungsstrategie mit marktorientierten Zielsetzungen bereichern. Interview mit Univ.-Prof. Dr. George Guþu in „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ (ADZ) vom 2. September 2005, S. 5. (Siehe auch: http://www.adz.ro/k050908.htm)
 

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Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga 

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