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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 13. u. 14. Jg., Heft 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005, S. 422-439

 

Gnade und Herausforderung der Vielfalt

Aus dem Briefwechsel Manfred Winkler – Hans Bergel

 

 

Herausgegeben von George Guþu

 

   Der aus der Bukowina stammende israelische Dichter und Übersetzer Manfred Winkler (*1922)[1] lebt seit 1959 in Israel, seit Jahren in der Siedlung Zur-Hassada westlich von Jerusalem. 1999 mit dem Literaturpreis des Israelischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet, ist Winkler einer der letzten in Hebräisch und Deutsch schreibenden Lyriker. Ein Großteil seines Werks wurde ins Englische und in andere Sprachen übersetzt; er selber übersetzte aus mehreren und in mehrere Sprachen. Der über Israel hinaus angesehene Dichter machte auch als Bildhauer von sich reden.

   Manfred Winkler ist seit 1957 mit dem aus Braºov/Kronstadt stammenden, seit 1968 in Deutschland, in den letzten Jahren zunehmend in Italien lebenden Romancier, Novellisten, Lyriker und Essayisten Hans Bergel[2] (*1925) befreundet, der 2001 für sein literarisches Gesamtwerk sowie für seinen bedeutenden Beitrag zu den interkulturellen Austauschprozessen im südosteuropäischen Kulturfeld mit der Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest ausgezeichnet wurde. Von seinen zahlreichen Büchern wurden unter anderem die Romane „Der Tanz in Ketten“ und „Wenn die Adler kommen“ sowie mehrere Essays auch in Rumänien bekannt (Übersetzung von George Guþu bzw. Mariana Lãzãrescu).

   Winkler und Bergel stehen sei es durch persönliche Begegnungen in Deutschland oder Israel, sei es durch Briefwechsel in Verbindung. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Briefe aus der Korrespondenz der beiden.

 

   1.

   Zur Hassada 20.2.2003

   Lieber Hans,

   nun sitze ich am Schreibtisch und habe Deine Grabrede für Georg Scherg[3] vor mir. Draußen regnet es in Strömen, mit Unterbrechungen regnet es seit zwei Wochen. Nach einer Reihe trockener Winter ist dies jetzt endlich wieder ein richtiger Winter. Unsere Wasserreserven waren auf ein gefährliches Minimum gesunken. Der Genezareth ­See, unser wichtigstes Wasserservoir, lag fünf Meter unter dem Normalspiegel. Da kann selbst ein guter Winter nicht alles aufholen.

   Ich liebe den Winter mit seiner zum Nachdenken einladenden Atmosphäre, die Nebel, Wolken und Regenschleier vor dem Fenster. Bäume, Blumen, atmen nach den heißen Sommermonaten auf, das Gras erwacht zu ungeahntem Leben. Für mich ist diese Jahreszeit mit ihren düsteren, ruhigen Tagen Labsal, die meinem Gemüt und der Kreativität in mir gut tut.

   Deine Grabrede ist ein Meisterstück auf kleinem Raum. Besonders der zweite Teil, wo Du Dich dem schwer Definierbaren der schergschen Sprachtaktik und -manövrierung annäherst und vom „hintergründig wie versponnen Gedankenvollen“ sprichst: diese wohl einzig kluge geistige Methode, mit den brutalen Formen der Macht fertig zu werden, und das auch in der sogenannten freien Welt, und knapp vor seinem Tode: „Wohin kommen wir alle miteinander, wenn wir alles zu relativieren bereit sind?“ Scherg war einer der Sucher, die in keine Welt hineinpassen.

   Sind wir damit nicht bei der Politik? Bei der Unruhe, die sich jetzt weltweit auszubreiten beginnt? Wir hier sind da schon abgehärtet, weil wir nichts anderes kennen, es ist nur ein neuer Aspekt hinzugekommen. Ja, man könnte heulen über die Kurzsicht einiger europäischer Politiker, nicht zuletzt der euren. Auch Chamberlain versuchte es seinerzeit mit seinem Frieden, hinzu kam die von links gesteuerte „große Friedensbewegung“ – und das Ergebnis war der Krieg mit all den Greueln. Natürlich ist der Friede immer vorzuziehen. Die Massen und einige, die sich darüber stehend glauben, vergessen nur, was sich hinter einer bestimmten Form von Frieden verbirgt.

   Inzwischen traf auch Dein Brief mit Deinen Übersetzungen aus dem Rumänischen ein.[4] Ich habe diese wieder und wieder gelesen. Ich glaube, daß sie sehr gut sind, mit jener bestimmten bergelischen Note, die ich mitlese und an der ich mich freue. Ob sie, was z.B. Lucian Blaga angeht, besser sind als eventuell das Original, ist immer dann schwer feststellbar, wenn der Autor des Originals, wie hier, ein großer Dichter ist. Auf alle Fälle ist Deine „Odysseus“-Übersetzung maximal. Ich habe das mit meinen Celan-Übersetzungen[5] erlebt: Einige Leser sagten mir, daß sie Celan erst durch meine Übersetzungen begriffen hätten. Freilich hat mich dies fragwürdige Kompliment nicht sehr erfreut, weil es mir zeigte, daß ich mich vom Original entfernte. Es ist sicher möglich, daß meine Auslegung eines Gedichts (und jeder Übersetzer ist zugleich auch Interpret) das Gedicht verständlicher macht, aber eben auch untreuer. Köstlich finde ich Deine Übersetzung des „Zigeunerinnenfluchs“ von Luminiþa Mihai Cioabã, an sich ein unübersetzbares Gedicht. Was Du im Deutschen daraus machtest, ist kaum überbietbar.

   Ich arbeite in letzter Zeit viel an einem Lyrik-Band für „Rimbaud“ in Aachen. Herr Albers denkt an ein „Lebenswerk“, ich denke da gedämpfter und bereite lediglich ein Buch von etwa 250 Seiten vor. „Material“ hätte ich natürlich für mehrere Bände, doch nicht die nötige Kraft zur Sichtung und Ordnung – abgesehen von anderen Hemmnissen.

   Zu allem soll Mai-Juni eine Ausstellung meiner Plastiken in der Städtischen Galerie Jerusalems stattfinden. Der Katalog wird von einem Literaturprofessor der Uni erstellt, der unlängst ein Buch über Mozart veröffentlichte – er ist Violoncellist und ein hier bekannter Musikkritiker. Sein Vater ist Jude, seine Mutter entstammt einer deutschen Bauern- und Handwerkerfamilie, die bis ins 14. Jahrhundert nachweisbar ist.

   Deine „Anrufung“[6] habe ich übersetzt und werde sie einer Zeitschrift zuleiten. Ich hoffe, daß dies starke Gedicht bald veröffentlicht wird.

   Herzliche Grüße von uns, auch an Elke, an sie in erster Linie.

   Manfred

*****

 

   2.

   Gröbenzell, 26.10.2003

   Lieber Manfred,

   mit einigem Schrecken fällt mir auf, daß wir seit langem nichts mehr voneinander hörten – auch wenn ich mit dem Gefühl lebe, Dich ständig in meiner unmittelbaren Nähe zu wissen. Das auf Elkes Lesetisch liegende Rimbaud-Buch ,,Blaueule Leid“[7] gab den Anstoß zu diesen Zeilen.

   Mich hat die Anthologie, die sich Dr. Albers da einfallen ließ, sehr gefreut; es ist erstaunlich, welche Dichte an literarischen und poetischen Äußerungen zusammenkommt, wenn sie in dieser konzentrierten Form vorgelegt wird. Bei aller Bruchstückhaftigkeit erschließen sich wesentliche Einblicke – mir selber nicht zuletzt der Umstand, daß ich von den vertretenen Autoren ein Drittel persönlich kannte, beziehungsweise kenne.[8] Aber auch die Erkenntnis: Wie viel an Zeit hat uns allen das unglückselige 20. Jahrhundert genommen – an Zeit, die wir literarisch wie menschlich miteinander oder zumindest in bewußterer Nachbarschaft zueinander hätten verbringen können. Das wenige, was wir aus den Scheußlichkeiten des besagten Jahrhunderts von uns selbst retteten, sind die paar Bücher, die wir mit unseren Texten füllten, auch sie großenteils gezeichnet von den Unfertigkeiten, über die hinauszuwachsen wir keine Muße hatten. Umso verdienstvoller die Arbeit des Dr. Albers.

   Wir waren eine Zeit lang in Kanada – die Ehefrau eines guten Freundes starb, diesem die Einsamkeit erträglicher zu gestalten, war der Anlaß. Wir verbanden damit – wie jedesmal, wenn wir drüben sind – Wiederbegegnungen mit Wildnissen, wie ich sie seit eh und je liebe, die Elke aber ebenso ans Herz wuchsen. Streunereien und Wanderungen durch Ahornurwälder östlich des Huron-Sees, Aufenthalt im Blockhaus des Freundes auf der Bruce-Halbinsel, die im Westen die Georgian-Bay begrenzt, Wildtierbeobachtungen und Bootsfahrten an und auf einigen der zahllosen märchenhaft verwunschenen Seen. Dabei immer wieder der Gedanke: War es nicht ein kardinaler Fehler, 1968 nach meinem Eintreffen in Deutschland nicht gleich weiterzuziehen, wie ich es nach der ersten schreckhaften Erkenntnis vom Wesen der mir bis dahin nur aus der Literatur bekannten Deutschen beabsichtigte? Nicht daß ich die Kanadier für ,,bessere“ Menschen halte als die Europäer: Die Möglichkeit des riesigen Landes, der Natur auf eine substantielle Weise näher, in und mit ihr sein zu können, ist meine Überlegung. Die versäumte Gelegenheit gibt mir so nachhaltig zu denken, daß ich erwäge, in den kommenden Jahren für längere Zeitspannen Kanada zum Aufenthaltsort zu wählen. Elke ist dem Gedanken nicht abgeneigt.

   Nach der Rückkehr aus Kanada hatte ich einige Terminverpflichtungen wahrzunehmen – Lesungen in Ludwigsburg bei Stuttgart und in Wien, einen kunsthistorischen Vortrag in München und eine Ausstellungseröffnung in Ebersberg. Natürlich lenkt mich diese Nebentätigkeit von der Arbeit an Band II des Romans ab, aber sie verschafft mir immer wieder auch innere Distanz zu ihr, die ich brauche. In diesem Jahr gibt's keine weiteren Verpflichtungen, und ich versuche, mich nicht mehr vom Schreibtisch zu entfernen, bis Band II beendet ist. Es geht noch um die zusammenfassenden Schlußkapitel. Zusammenfassend deshalb, weil ich nach der weiten Ausfächerung der handelnden Personen deren Bündelung zur dramatischen Pointe des Ganzen vorzunehmen habe.

   Der Vortrag über den in diesem Jahr l00jährigen Graphiker und Maler Hans Fronius[9] lag mir besonders am Herzen. Ich kannte und schätzte den großen Fronius nicht nur aus privatem Umgang, ich fühlte und fühle mich ihm in seiner dramatisch akzentuierten Kunstauffassung auch verwandt. Wo er die Dramatik im Gegenstand nicht vorfand, stellte er sie durch seine Sicht und Gestaltung selber her, weil das Dramatische die ihm angemessene Ausdrucksgeste war – darin verfahre ich nicht anders. Ich hoffe, den Vortragstext irgendwo veröffentlichen zu können (nebst Reproduktionen), dann erhältst du ihn.[10] Und weil von Graphik und Malerei die Rede ist: Aus Anlaß meiner Wiener Lesung im Schloß Huniady (Maria-Enzersdorf) besuchten wir die aus der ganzen Welt in der „Albertina“ zusammengetragene Dürer-Ausstellung. Die „Albertina“, erst vor einiger Zeit nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnet – glanzvoll, makellos, schön -, verhalf mir zur Vertiefung meines Dürer-Erlebnisses: Ich kenne wenig in der europäischen Malerei von der bruchlosen Präsenz der ganzen Persönlichkeit selbst im geringfügigsten Detail, wie sie das Opus Dürers aufweist. Trotz der hoffnungslosen Überfülltheit aller Säle wurde mir jedes Blatt und jede Leinwand zum Ereignis, so stark, daß mir jetzt noch, Tage danach, alle ausgestellten Arbeiten gegenwärtig sind. Wie bei allen Großen der Kunst ist auch bei Dürer das Werk vor allem vom Ethos der Ehrlichkeit, der Redlichkeit bestimmt; auf diese Weise wird selbst das schonungslose Porträt zum Zeugnis der Menschlichkeit.

   Ich brauche jetzt einige Tage Schonung, denn seit Kanada schleppe ich eine Bronchitis mit mir herum; sie muß kuriert werden, da sie mich schlapp und müde macht.

   Grüße mir mit allen guten Wünschen Herma! Dir das Beste, in der Hoffnung auf ein Wiedersehen in nicht allzuferner Zukunft!

   Herzlich,

   Hans

*****

 

   3.

   Gröbenzell bei München, 30.03.2004

   Lieber Manfred,

   Du fragtest gestern bei Elke telefonisch „sehr energisch“ an, wie ich hörte: „Was macht seine Arbeit an Band zwei des Romans?“

   Zunächst danke ich Dir für die Weitergabe der Anfrage hinsichtlich Klezmer! Professor Lubitsch vom Konservatorium Ramat Gan schickte mir sowohl Notenmaterial als auch Erläuterungen dazu, die mir entscheidend helfen. Ich bedankte mich vorgestern in einem Brief. Das ist doch derselbe Lubitsch, mit dem Du vor Jahren in Deinem „Studio“ in der Messilat Yescharim[11] den Einleitungstext für sein Buch redigiertest? Ich erinnere mich mit Vergnügen an den sympathischen Mann. Wichtiger als seine gescheiten Erläuterungen sind mir die Noten: Auch der beste Text kann eine Melodie nicht so schildern, daß sie ersetzbar wird. Seine Notierungen sind mir im Zusammenhang mit einer bestimmten Romanpassage aufschlußreich.

   Band II „Wenn die Adler kommen“ werde ich – das weiß ich jetzt mit Sicherheit – im Lauf des Sommers 2004 abschließen.[12] Die acht Jahre, die ich auf die siebenhundert Seiten verwandte, mit großen Unterbrechungen freilich wie die durch den Tod meines Bruders[13] bedingte Schreibblockade u.a., liegen hinter mir wie die Durchsteigung eines unbekannten Gebirgsmassivs, in dem sich Schluchten mit Gipfeln, Gratwanderungen mit Irrwegen, dunkelste Nächte mit Gewittern, Hitze und Frost abwechselten. Manchmal meinte ich, nicht weiter zu können. Zu riesenhaft erschien mir die Exposition, zu weit abgesteckt der Raum, auf dem ich den Bau errichten wollte. Doch habe ich jetzt das sichere Gefühl, das Wagnis gemeistert zu haben. Daß – wie ich unlängst las – eine der zickigen Literaturtanten, die sich an mir reiben, apodiktisch befand, der Band I sei mißglückt, weil ich die Abrechnung mit dem NS-Unwesen versäumt hätte, ist ein neuerlicher Beleg für die epidemische Präsenz der Dummheit, von der wir allenthalben umgeben sind: Band I konnte keine Abrechnung liefern, weil er bei Kriegsausbruch 1939 endet, zu einem Zeitpunkt also, als es den Nationalsozialismus als Organisation, Einrichtung und Programm bei den deutschen Ethnien in Rumänien noch gar nicht gab – er wurde dort erst im Herbst 1940, ein Jahr nach Kriegsausbruch, etabliert.[14] Geschichtskenntnis ist nicht gerade die Stärke der nach uns kommenden Generationen. Nun, die NS-Abrechnung, die ich in diesem Band II vornehme, stellt alles in den Schatten, was es dieser Art in der Belletristik deutscher Autoren aus Südosteuropa gab. Denn dieser Band beschäftigt sich mit den Jahren 1939-1945, und da sind Krieg, rumäniendeutsche NS-Hysterie nach dem Vorbild des „großen deutschen Muttervolkes“, Aufspaltung der „Volksgemeinschaft“, wie das damals hieß, und alles andere mit einer fast brutalen Unmittelbarkeit und einer Komplexität behandelt wie bei keinem südosteuropäischen Autor deutscher Sprache vor mir.

   Natürlich bot mir die Perspektive, das ganze europäische Geschehen aus dem Blickwinkel einer siebenbürgischen Familie – aus südöstlichem Blickwinkel also – zu schildern, die Möglichkeit der in der deutschen Literatur inexistenten Sichtweise: Ich schildere die Vorgänge faktisch wie atmosphärisch durch das Prisma südosteuropäischer Befindlichkeiten. Das heißt, nicht nur die dort typische Vielvölkerwelt – Rumänen, Ungarn, Deutsche, Juden, Zigeuner, Armenier etc. – tritt in Erscheinung, sondern auch die rationalen wie emotionellen Bewertungen der Ereignisse und die Ereignisse selbst sind südostspezifisch. Die Notwendigkeit, der Völkervielzahl erzählerisch gerecht zu werden, zwang mich zu einem großen dramatis-personae-Kreis. Diesen wieder auf zwingende Weise durch ein Handlungsgeflecht zueinander in Beziehung zu setzen, damit das epische Panorama nicht in Einzelaktionen auseinander fällt: hierin lag eine der Hauptschwierigkeiten.

   So entstand nolens volens ein Epos, das zugleich ein Geschichts-, ein Gesellschafts-, ein Bildungs-, weitgehend auch ein Kriminal-, nicht zuletzt ein Liebesroman in einem ist. Die Positionen geistiger Zeitthematik werden gegeneinander ausgespielt, die politischen, und militärischen Auseinandersetzungen localiter ausgetragen usw. Dabei war ich mir mit Dankbarkeit des Umstands bewußt, daß mir eine Fülle an „Rohstoff“ zur Verfügung stand, wie es in unseren Tagen nur die lateinamerikanischen Erzähler wie Gabriel García Márquez, die Allende, Llosa – an die kein Mittel- und Westeuropäer heranreicht – gleichsam vor der Haustür haben. Ich meine die Fülle an ethnischen, sprachlichen, rassischen Schichtungen und Überlappungen, aus denen heraus zwangsläufig ein Epos jene Lebendigkeit, Buntheit und innere Spannung erhält, die es bei einiger Meisterschaft dem europäischen Epos der monokulturellen, langweiligen Gesellschaft a priori überlegen macht. Der europäische Südosten hat, ähnlich Südamerika, die Gnade, freilich auch die Herausforderung der Vielfalt. Verheerend, daß sich südosteuropäische Autoren seit 1989/90 den stupiden, bis zur Blutleere ideologisierten Erzählmustern und -konzepten der Zentral- und Westeuropäer zuwenden!

   Abgesehen aber von allem anderen lag mir bei Band II – der übrigens den Titel „Die Rückkehr der Wölfe“ tragen wird – nicht zuletzt am Vortrag in einer luziden, kristallklaren Sprache, die je meisterhafter sie beherrscht wird, um so deutlicher die Einfachheit anstrebt. Ich stimme mit Wolf Schneider durchaus überein, daß das entscheidende Kriterium bei der Analyse eines Literaturwerks die Sprache ist, daß „alle anderen Kriterien zusammengenommen dieses eine nicht aufwiegen“ (ich meine, sein Buch hierüber heißt „Magie und Macht der Sprache“, 1983, rororo?). Mir schaudert, denke ich daran, wie das von Grass vor kurzem als „borniert“ bezeichnete deutsche Feuilleton gerade mal, wenn's gut geht, Inhalte, action, zu bewerten in der Lage ist. Usw.

   Du merkst, ich meditiere über Band II der Trilogie, als hätte ich den letzten Satz schon geschrieben. Schluß also damit, ich will mich kommentierend nicht um die Spannung bringen, deren jeder zum Schreiben bedarf.

   Herzlich und wie immer in Freundschaft,

   Hans

*­****

 

   4.

   Zur Hadassa, 3.4.04

   Lieber Hans,

   ich lege Dir die 84ste Nummer der mittelländischen Zeitschrift „Apirion“ ( „Baldachin“) bei, eine im Jahre 1982 gegründete Vierteljahresschrift für Literatur. Der Gründer Erez Biton ist selber Dichter, langjähriger Vorsitzender des Hebräischen Schriftstellerverbandes. Erez Biton erblindete in der Kindheit.

   Dein Gedicht „Anrufung“ aus der „Israelischen Triilogie III“ ist auf Seite 32 der Zeitschrift abgedruckt. Ich war bei der Übersetzung gezwungen, den Titel zu ändern und wählte den dritten Schlußvers „Du bist das Nichts“. Das Gedicht ist eher auf kabbalistischen Auffassungen als auf alttestamentarischen aufgebaut (bei Dir hieß es zuerst „Alttestamentarische Anrufung“); das war mir bewußt, ich wurde aber auch darauf aufmerksam gemacht. Wir reagieren hier in diesen Fragen empfindlicher, als ihr Europäer das wißt, weil wir ja der Boden sowohl für das eine als auch für das andere sind. Dein Motiv findet sich auch in Celans Gedicht „Psalm“ im Buch          „Niemandsrose“.[15] Es ist eines seiner bekanntesten Gedichte. Ich übersetzte es neben anderen ins Hebräische und gab ihm ebenfalls einen Vers als Titel, „Die Rose des Nichts“. Ich hoffe, du bist mir wegen meiner Eigenmächtigkeit nicht gram, ansonsten konnte ich das Gedicht fast wortwörtlich übersetzen und Deine Rhythmen beibehalten. Das Gedicht wirkt auch im Hebräischen kraftvoll.

   Eine mir bekannte Malerin, die ich – noch ehe ich die Nummer der Zeitschrift erhielt – auf das Gedicht aufmerksam machte, hatte es bereits gelesen, sie war überaus beeindruckt. Was mir dabei besonders gefiel: sie gebrauchte nicht das Wort „schön“ für das Gedicht, sondern das Wort „stark“. Und so ist es auch: ein starkes Gedicht.

   In letzter Zeit habe ich sehr viel geschrieben – und ausschließlich Deutsch. Dazu drängte es mich. ich weiß nicht, soll ich mich darüber freuen?

   Mit den besten Grüßen von uns,

   Manfred

*­****

 

   5.

   Gröbenzell bei München, 17.05.2004

   Lieber Manfred,

   aus Italien zurück, fand ich unter meiner Korrespondenz den hier beigelegten Brief vor. „Kürschners Deutscher Literatur-Kalender“ ist das umfangreichste, am sorgfältigsten recherchierte Telegramm-Literaturlexikon deutscher Sprache (die letzte Ausgabe im 63. Jahrgang umfaßt zwei Bände von insgesamt 1800 Seiten).[16] Ich werde in dem Lexikon seit Anfang der sechziger Jahre – als ich noch in Rumänien (und dort sogar als politischer Häftling mit Zwangsaufenthalt in der Bãrãgansteppe) lebte – geführt. Nun schrieb ich der Redaktion mit dem Hinweis auf Dich einen Brief – und jetzt erfolgt mit diesem Schreiben die Bitte an Dich, die entsprechenden Daten einzusenden, damit Du in die nächste bevorstehende Auflage aufgenommen wirst. Zur Veranschaulichung hier eine Fotokopie des letzten Textes über mich. Zum Teil besitzt die Redaktion einige Daten über Dich (wie ich auf der Rückseite des Schreibens sehe).

   Die umtriebige Frau Lehrke schickte Dir doch die Presseberichte? Deine Lesung machte mir wieder klar: Seit ich Deine von großen, kühnen Bildern erfüllten Gedichte kenne, kann ich Lyrik in deutscher Sprache wieder lesen.

   Das „Lyris“-Buch des Beerenverlags[17] habe ich auf der Eisenbahhfahrt nach München gelesen und sofort eine Rezension für unsere „Vierteljahresblätter“ geschrieben, die schon bei J.A. Stupp liegt. Ebenso ordnete ich je drei Gedichte von Tuvia Rübner, Manfred Winkler und Hans Bergel (von mir die „Israelische Trilogie III“) zu einem Lyrik-Zyklus – für eins der nächsten unserer Hefte.[18] Ich gewann den Lyriksachverständigen Dr. Motzan[19] sofort für mein Vorhaben und freue mich, gemeinsam mit Dir und Rübner zu erscheinen.

   Die kurzen Tage in Bremerhaven[20] in Deiner Gesellschaft haben mir gut getan. Jedes Gespräch mit dem „weisen Lyriker“ Manfred Winkler, wie die „Nordseezeitung“ Dich nennt, ist mir eine menschliche Erholung. Es ist ein Mangel meiner alten Tage, geographisch nicht näher bei Dir zu sein.

   Soeben rief Dr. Albers an, der mich übermorgen besuchen wird. Er bedauerte es sehr, nicht gewußt zu haben, daß Du in Bremerhaven warst. Vermutlich will er jetzt mit mir über Deine Gedichte sprechen. Du wirst von mir Näheres erfahren.

   Der Tod des chaotisch-unruhigen, bohrend-besessenen Paul Schuster[21] hat mich zu einem Nachruf für unsere Zeitschrift veranlaßt[22], in dem ich mich zum ersten Mal einigermaßen systematisch mit dem Mann auseinandersetzte, den ich immerhin über sechzig Jahre lang kannte. In vielerlei Hinsicht waren wir genaue Antipoden: Während er mit seiner klugen, sympathischen Frau Zimra Miro (als Ana Novac damals eine der bekanntesten Bühnenautorinnen in Rumänien, sie lebt heute in Paris) in feudaler Villa in einem grünen Vorort Bukarests als hochgejubelter Schriftsteller Gäste aus Italien und Frankreich empfing, fror ich bei -30 Grad im Zwangslager an der Unteren Donau; während er „mit Ceauºescu frühstückte“, fristete ich mein Leben als Ex-Häftling und mußte mich zweimal in der Woche bei der Securitate in Kronstadt melden; etc.[23] Dennoch war so etwas wie eine innere Verbindung all die Jahre hindurch vorhanden. Wir hielten trotz radikal unterschiedlicher politischer und sonstiger Ansichten „in übergeordneter Treue“ zueinander, wie er mir erst zwei Jahre vor seinem Tod schrieb. Friede seiner Asche! Ich notiere die Vita-Unterschiede sine ira et studio lediglich als Mementohinweis auf die feinen Auswahlkriterien, mit denen das Leben verfährt. Paul Schuster war immer schon Gegenstand meines Mitleids für den ihm zugedachten Part.

   Soviel für diesmal, grüße Herma, die unentwegt Rührige, auch von Elke, euch beiden alles Gute, herzlich,

   Hans

 

Manfred Winkler: Gedichte

I

UNZEIT-GEDICHT *

 

1

ich weiß nicht wie ich dich nennen soll

kein Wort hilft mir aus dieser Not

ich nenne dich einfach Namenlos -

ein poetisches Spiel wenn die Nacht uns bedroht

 

2

ich nenne dich einfach Über-mein-Sein

und zieh durch die Welt einen Strich

ich nenne dich einfach Keines-Menschen-Sein,

und lasse dich bangen vielleicht wirst du zum Gedicht

vielleicht das kleine Licht einer großen Sonnenshow

 

3

ich ziehe durch die Welt einen Strich

streiche mich durch, vielleicht bin ich dann

eine Kröte die zum Prinzen ward, vielleicht ein Clochard

unter den Brücken von Paris vielleicht Jonas

der Prophet auf der Flucht vor Gottes Gebot

vielleicht ein In-sich-selbst-Gezwängter

ohne Schneckengehäus in der computerläufigen Welt

den Strahlen ausgesetzt

 

4

ich weiß nicht wie ich dich nennen soll

irre durch die Straßen wie ein verlaufenes Schaf

unter hohen Bögen elektronischer Logos-Absurdität

höre wieder das morgendliche Läuten

von der huzulischen Bauernkirch im Tal

und sehe den osterfarbenen Menschenring um die Kirche herum

 

5

Es war einmal zeitlose Zeit unter den Karpatenfichten

der viereckige Brunnen mit dem großen Rad vor dem Haus,

die grüngestrichene Glasveranda und die Bank auf der Vater saß

mit den Büchern einer paragraphierten Gerechtigkeit in der Hand

und las aus ihnen im Sonnenuntergang

 

II *

Wenn die Zeit kommt

die unerwartete

wenn der Abend vorzeitig

in den Morgen fällt

wenn man woanders sagt

daß Zeit ist

wenn man nichts sagt

wenn man sich selbst

an den Nagel hängt

 

Wenn man auf Augen wartet

die nicht mehr sind –

zwei Tiefen der Dunkelheit

in einem verfallenen Gesicht

wenn man verstummen möchte

und es nicht kann

und wenn man verstummt

und es nicht mehr will

 

III

AN Einem romantischen vorabend *

 

Vor deinem Fenster reckt sich der Himmel

über die Rotdächer der Häuser

dem Sonnenuntergang entgegen

 

Der Horizont rückt dunkelblutend näher

Und überfällt den Mann

Der sich nicht mehr wehren will kann

 

 

Die Weite trägt ihm ihre neblige Reife zu,

und bedeckt das Dunkelblut des Horizonts

über den ein blaßsilberner Mond sich mählich

zu erheben beginnt

 

Die Amsel im Geäst gegenüber verstummt

 

Und plötzlich rauscht über dem Weg

ein Rabe auf

den man vergessen hat

 

 

IV *

Und den Himmel sehn

 

Ich habe mich

          von meiner Nacht entfernt

                      und gehe dem Morgen zu

 

Sieh eine Ruh säumt dort auf dem Baum

ich kenne mich und weiß

          der Sturm ist in mir

                      und dunkles Wetter

                                  bewegt den Sinn

 

Mein Gedicht kommt daher das stumme

ich möchte nichts

in diesem Augenblick

          als aus dem Wort

                      hinabzuwachsen

                            in die Tiefe

           und den Himmel sehn

 

*****

 

JANUAR 1992 - ZUR HADASSA

 

Es ist die fünfte Stunde des Sturms,

der die Hänge mit Regen umdunkelt

und Schneebeginn.

Es ist die fünfte Stunde der Schwebe

unter dem grauen Wolkenbaldachin

knieender Bäume.

Es ist die gebeugte Stunde

ziehender Wolken:

Bergketten vereinigen sich

mit dem Himmel zu einem einzigen Raum.

Gott hat uns einen Johann Sebastian Bach gegeben

für solche Stunden,

und Worte, die verwirren,

wir möchten ihnen entfliehen

und wissen nicht wie,

wir wissen nur, daß Regen uns trägt

mit den Winden dem letzten Ende entgegen,

daß die Stunden schwinden aus dem Tag

und eine Riesenhand uns hebt

in die geballten Höhen der Verkündigung.

 

Von den Schultern der Karpaten

 

Tagschafe die du suchst,

Hirte sein, du trägst

über den grünen Hang

ihre bräunliche Wolle -

Braunwolle von Sonne

versilbert.

Von den Schultern

der Karpaten zittert

ein Flötenspiel

noch immer ins Tal.

 

Verkrustete Rauchschatten der Häuser,

Flötenspiel, ukrainische Ostereier,

gelbe Gesichter der Menschen.

 

Wer gibt mir noch die Kraft der Träume

zwischen den Klängen,

wo hat sich mein Mond

beheimatet?

Bäume.

Gräber

uralter

zerissener

heimgewordener

Orient.

 

IN DER BUCHT VON ELATH

 

Das Gesicht der Geschichte schreibt hier

neueste Zeit ins Meer und den kühlen Sand.

Wir sind vielleicht mehr als wir wollen und meinen,

tragen in unserem Leib des Ungesagten

gesprungenes Glas.

 

Vom Lagunenhotel schreit Musik ihre Lust

als wär' sie die Ewigkeit,

die Eintagsfliege Herz jedoch schwirrt

von der Einsamkeiten Brückengang

übers Meer.

 

Man lebt nur einmal!

Komm in den kühlen Sand der Dunkelheit.

Dort liegt man im gleichen Blut beisammen

von Sternen umsonnt,

Wellen zerplätschern den Ufermond.

 

Gib mir dein Sein, dann schreibe ich

der ungelebten Jahre Zahl

und Namen hinein mit blinder Hand,

schreibe dich

schreibe mich

den Tanz der Delphine

die Berge Moab und Midian.

 

*

*     *

 

 

Hans Bergel: Gedichte [24]

Ägäische Tetralogie

 

I

Kretische Ausfahrt

 

Die Nacht

hat den Glanz der Inseln

dem Morgen aufbewahrt.

Nun zerrt

der junge Wind der Frühe

am klirrenden Mast,

die Uferwellen

umschwatzen den Kiel,

und herrisch fordernd

zerhämmert das Licht

die Schatten

im kretischen Fels.

 

Durch tausend geöffnete Tore

lädt dich die Stunde

zur Ausfahrt ein.

Schultre die Heiterkeit!

Schlüpf in den Flügelschuh!

 

Wandere uferentlang

auf sommersprödem Pfad

ins wartende Blau

über der Klippe

und hisse die Segel,

solang sich die Brise dir gibt -

 

noch ehe im Glutstrom

des südlichen Jahrs

ringsum beim Anblick der Götter

das Herz dir erbebt.

 

II

Santorinische Strophen

 

Gewaltig kündigt sich der Sommer an

mit Thymianduft und heißen Windgesängen,

mit Doldentrauben, die wie Frauenbrüste

aus Strauch und Busch dem Gott entgegendrängen,

der gierig sie und leidenschaftlich küßte,

und mit der Sonne feurigem Gespann.

 

Im Meerglanz, der sich um die Inseln schmiegt,

erlosch des Winters letzte dumpfe Frage,

und alles Leiden, das dem Ungewissen

gestalt- und farblos überhüllter Tage

entsprang, verwehte mit den Finsternissen

im Licht, das sich im Schaum der Brandung wiegt.

 

Doch in der Felsenklippe währt die Nacht,

und durch den Blick der Götter irren Schatten

und Rätsel ewiger Unfaßlichkeiten,

die uns im Leben mit dem Tod begatten

und uns erschrecken mit den Dunkelheiten

der Launen ihrer unzähmbaren Macht.

 

Noch aber gilt der Stunde reines Glück,

das Fest der Nereiden auf den Wellen,

der weißen, Segel himmelnahes Schweben -

und wenn am Kap die Freudenjauchzer gellen

im Tanz und Spiel, kehrt das entschwundne Leben

mit Gaben und Verheißungen zurück

 

III

Daphnis UnD Chloe

 

Wir haben nicht mehr als das Lächeln füreinander

und den Regenbogen unsrer Versprechungen,

den wir uns schenkten, ehe der Tag sich neigte.

 

Der Unrast unsres Schritts verweigert sich

das Tor, das offen steht.

Der Lärm unserer Angst verwehrt uns die Einkehr

bei uns selber.

 

Abgewendet vom Licht, sehen wir, Blinde,

die Brücken nicht mehr, die brach liegen,

und vergessen die Wege, die verwildern,

weil wir sie nicht beschreiten.

 

Wir haben die Stille zerstört,

in der uns das Lächeln erreicht

des Regenbogens, den wir einander bauten.

 

Nie mehr wird der Vogel vor uns her fliegen,

wenn wir nachts und zu spät die Richtung suchen.

Nie mehr.

 

Der Engel, der Ausschau hielt nach uns,

schwebt über den Abgrund zurück in die Stille,

aus der wir fielen.

 

IV

Pan AUF SÀMOS

 

Wenn der Schrei der Zikade

dich vor die Höhle lockt,

alter ergrauter Pan,

vergiß die Sehnsucht

nach dem Tanz

mit dem äolischen Licht.

 

Vom Pyrgosginster herüber

streicht Honiggeruch.

Das Summen der Bienen

krault dir den Bart.

Aus den Hängen

über der Bucht Latítion

weht Dattelaroma

dir in die immer noch

lüsterne Nase,

oh, und der Duft

sonnengebräunter

erhitzter Mädchenleiber

hebt wie eh und je

dir den Kopf nach Sonnenaufgang.

 

Vergiß die Versuchung,

die sie dir senden.

Überlaß deinen Blick

der Weite des Meeres

vor Ioniens leuchtenden Küsten

und gönn deinen zermürbten Knochen

das Glück der späten Stunde,

im traumlosen Tag zu versinken,

als lebtest du längst

jenseits der Welt

im ewigen Siegesschrei

der Zikade.

 

 


[1] Manfred Winkler, Werkverzeichnis: - Gedichtbände: Tief pflügt das Leben, Bukarest (Verlag für Kunst und Literatur) 1956; Kunterbunte Verse (Gedichte für Kinder), Bukarest (Jugendverlag) 1957; Fritzchens Abenteuer (Erzählung in Versen), Bukarest (Jugendverlag) 1958; Schirim, Tel Aviv (Ekedverlag) 1965; Bejn Etzbaot Ha-ir, Tel Aviv (Ekedverlag) 1970; Afar Be-innut, Tel Aviv (Sifriat Poalim Verlag) 1979; B-Tzel Ha-Akraw, Tel Aviv (Sifriat Poalim Verlag) 1988; If my hands were mute (engl. Übersetzung), St. Louis/USA (Cauldron Press) 1979; Mirrored Darkkness (engl. Übersetzung), St. Louis/USA (Cauldron Press) 1983; Unruhe, München (Verlag Südostdeutsches Kulturwerk) 1997. Siehe auch das Autorenporträt »Ein Lyriker als Bildhauer. Manfred Winklers Skulpturenkosmos« von Hans Bergel, in: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, München 1999, Folge 3, S. 219-224. Übersetzungen seiner Gedichte sind in vierzehn Sprachen erschienen. – Manfred Winkler, Übersetzungen aus dem Deutschen ins Hebräische: Soma Morgenstern, Die Blutsäule (Roman), Tel Aviv (Ekedverlag) 1976; Lies Moeller, Gedichte (Auswahl), Tel Aviv (Ekedverlag) 1979; R. Beer-Hofman, Der junge David (Drama), Tel Aviv (Ekedverlag) 1981; Paul Celan, Gedichte (Auswahl), Tel Aviv (Sifriat Poalim Verlag) 1987 (2. Aufl.); Franz Rosenzweig, Briefe (Auswahl), Jerusalem (Mossad Bialik Verlag) 1987; Sefardika, sefardische Folklore, hg. Dr. Max Grunewald, Jerusalem (Magnes Press) 1982. Übersetzungen aus dem Rumänischen ins Hebräische: Maria Banush. Gedichte (Auswahl), Tel Aviv (Sifriat Poalim Verlag) 1980; Solo Har-Herescu,Gedichte (Auswahl), Tel Aviv (Kibbuz Hameuchad Verlag) 1981 und (Ekedverlag) 1989. Übersetzungen aus dem Ukrainischen ins Hebräische: Moisej Fischbein, Der wunderbare Garten (Gedichte für Kinder), Kiew (Wesselkaverlag) 1991. Übersetzung aus dem Hebräischen ins Deutsche mit anderen zusammen: T. Carmi, An den Granatapfel, München (Hanser Verlag) 1991.

[2] Hans Bergel: – 1. Fürst und Lautenschläger. Eine Erzählung aus dem Siebenbürgen des 17. Jahrhunderts. Bukarest: Jugendverlag 1957; 2. Die Straße der Verwegenen. Erzählungen. Bukarest: Jugendverlag 1958; 3. Die Abenteuer des Japps. Ein heiteres Jungenbuch. Bukarest: Jugendverlag 1958; 4. Rumänien – Porträt einer Nation. München-Esslingen: Bechtle 1969; 5. Die Rennfüchse. Roman, München: Franz Schneider 1969; 6. Würfelspiele des Lebens. Vier Porträts bedeutender Siebenbürger. München: Verlag Hans Meschendörfer 1972; 7. Im Feuerkreis. Zehn Erzählungen. Innsbruck: Wort und Welt 1972; 8. Die Sachsen in Siebenbürgen nach dreißig Jahren Kommunismus. Studie über Menschenrechte am Beispiel einer ethnischen Gruppe hinter dem Eisernen Vorhang. Innsbruck: Wort und Welt 1976; 9. Der Tanz in Ketten. Roman. Innsbruck: Wort und Welt 1977, 3. Aufl. 1995 (zwei Übersetzungen ins Rumänische 1994 von George Gu]u: Dansul în lan]uri, und 1995 von Silvia Irimia: Dans în lan]uri); – 10. Siebenbürgen. Bilder einer europäischen Landschaft. Essay- und Bildband. Innsbruck: Wort und Welt 1980 (englische Übersetzung: A Picture Book of Transylvania. Ebenda.1982); 11. Johannes Schreibers Aquarelle. Essay- und Bildband. Linz: Karrer 1981; 12. Gestalten und Gewalten. Südöstliche Bilder und Begegnungen, Essays, Aufsätze, Vorträge. Innsbruck: Wort und Welt 1982; 13. Dunja, die Herrin. Erinnerungsbilder aus dem Donaudelta. München: Akademie für graphisches Gewerbe 1982; 14. Heinrich Schunn – ein Maler; sein Werk, seine Zeit. Innsbruck: Wort und Welt 1983; 15. Drei politische Reden zur Lage der Deutschen in Siebenbürgen. Bleiben oder Gehen? – Der historische Hintergrund der Aussiedlung. – Rede vor dem Kölner Dom. Innsbruck: Wort und Welt 1983; 16. Hermann Oberth oder Der mythische Traum vom Fliegen. Innsbruck: Wort und Welt 1985. 17. Der Tod des Hirten oder Die frühen Lehrmeister. Essay. Innsbruck: Wort und Welt 1985; 18. Literaturgeschichte der Deutschen in Siebenbürgen. Innsbruck: Wort und Welt 1987; 1.9. Das Venusherz. Erzählung, München: Schumacher-Gebler KG 1987; 20 ...und Weihnacht ist überall. Zwölf ungewöhnliche Weihnachtsgeschichten. München: Herbig 1988; 21. Das Motiv der Freiheit. Glanz und Elend der südosteuropäischen Deutschen. Vorträge, Aufsätze, Rundfunksendungen. München: Transylvania 1988; 22. Zikadensommer. Gedichte. München: Edition Transform 1991. 23. Kammermusik in Bronze und Stein. Der Bildhauer Hans Guggenberger. Thaur bei Innsbruck: Wort und Welt 1993; 24. Zuwendung und Beunruhigung -Anmerkungen eines Unbequemen. 32 Essays und ein Gespräch. Mit einem Vorwort von Peter Motzan. Thaur bei Innsbruck: Wort und Welt 1994. 25 Erkundungen und Erkennungen. Notizen eines Neugierigen. 25 Essays. Mit einem Vorwort von Stefan Sienerth. 26. Întoarcerea lui Ulise (Die Heimkehr des Odysseus). 10 Essays. Kronstadt/Bra[ov, Rumänien, 1995. 27. Wenn die Adler kommen, Roman, München 1996, 1997, 1999, 2002. 28. Im Spiegellicht des Horizonts. Gedichte. München 1996. 29. Când vin vulturii. Roman. Rumänische Fassung: George Gu]u, Bucure[ti 1998. 30. Hajdutanc vasban. Roman. Ungarische Fassung: Balogh Andras, Budapest 1999. 31. Gesichter einer Landschaft. Essays. München 1999. 31. Bukowiner Spuren. Essays. Aachen 2002. 32. Foaie de suflet pentru un ora[ transilvan, Essays, rumänisch, Kronstadt 2005.

[3] Georg Scherg (1917-2002), in Bra[ov/Kronstadt geborener Romancier, Erzähler, Lyriker, Übersetzer; 1970-1984 Dozent und Leiter des Lehrstuhls für Philologie an der Universität in Sibiu/Hermannstadt; 1990 Aussiedlung nach Deutschland. Autor von fünfundzwanzig Buchtiteln.

[4] Hans Bergel: Im Spiegellicht des Horizonts. Gedichte und Nachdichtungen, Verlag SOKW, München 1996.

[5] Paul Celan: Gedichte (aus dem Deutschen ins Hebräische übersetzt von Manfred Winkler), Sifriat Poalim-Verlag, Tel Aviv 1987.

[6] Hans Bergel: Israelische Trilogie III („Samson und Dalila“, „Gott spricht zu Hiob“, „Anrufung“); Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Heft 3/2004, S. 182-184, München.

[7] Hgb. Bernhard Albers: Blaueule Leid. Bokowina 1940-1944. Eine Anthologie.

[8] Elisabeth Axmann, Paul Celan, Georg Drozdowski, Edgar Hilsenrath, Alfred Kittner, Alfred Margul-Sperber, Gregor von Rezzori, Moses Rosenkranz, Dorothea Sella, Edith Silberrmann, Manfred Winkler.

[9] Hans Fronius (1903-l988), bedeutender, väterlicherseits aus Siebenbürgen, Rumänien, mütterlicherseits aus Italien stammender österreichischer Graphiker und Maler; illustrierte Themen des Alten Testaments, Texte von Franz Kafka, Julien Green, Michail Bulgakow, Ernst Jünger u.a; zu seinem Ruhm trugen wesentlich die Städtelandschaften wie Toledo, Sankt Petersburg o.a. und seine „Imaginären Porträts“ bei.

[10] Hans Bergel: Kunst und Idee im Werk des Hans Fronius. Zum 100.Geburtstag des Graphikers und Malers. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter. Heft 4/2003, S. 354-363, München.

[11] Messilat Yescharim = Straße der Gerechten, Straße im Zentrum Jerusalems.

[12] Die Arbeit an dem 700-Seiten-Skript (Titel: „Die Rückkehr der Wölfe“) wurde am 1. September 2004 abgeschlossen.

[13] Prof. Dr. h.c. mult. GMD Erich Bergel (1930-1998), Dirigent, Musikwissenschaftler, Bach-Forscher, Inhaber des Lehrstuhls für Orchesterleitung und -erziehung, Hochschule Berlin. (Siehe dazu: Hans Bergel: Erich Bergel, ein Musikerleben. Gehann-Musikverlag, Mannheim 2005.)

[14] Mit dem Dekret Nr. 830 wurde die Bildung der NS-“Deutschen Volksgruppe in Rumänien“ am 20. November 1940 auf Anweisung des Staatsführers General Antonescu ermöglicht. Das Dekret wurde am 8.10.1944 wieder aufgehoben.

[15] Paul Celan: Die Niemandsrose. Gedichte. 1963.

[16] Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2002/2003. Dreiunddreißigster Jahrgang. Redaktion: Andreas Klimt. Band I A-O, Band II P-Z. K.G.Saur-Verlag. München-Leipzig 2003.

[17] Lyris. Deutschsprachige Dichterinnen und Dichter in Israel. Vorgestellt von Dorothee Wahl. Beerenverlag, Frankfurt am Main 2004.

[18] Südostdeutsche Vierteljahresblätter. Heft 3/2004, S. 177-186, München.

[19] Peter Motzan (*1946), in Sibiu/Hermannstadt geborener Literaturwissenschaftler („die rumäniendeutsche lyrik nach 1944. problemaufriß und historischer überblick“. Dacia-Verlag, Bukarest 1980, u. a.), lebt seit 1990 in Augsburg, Deutschland; er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas“, München, als solcher Herausgeber literaturwissenschaftlicher Sammelbände; wissenschaftlicher Funkautor.

[20] Jeanette-Schocken-Literaturtage 2004, Bremerhaven, 4.-9. März 2004.

[21] Paul Schuster (1933-2004), in Sibiu/Hermannstadt geborener Romancier, Erzähler und Publizist („Der Teufel und das Klosterfräulein“, Roman 1955; „Fünf Liter Zuika“, Roman 2 Bde. 1961-1863, neue Fassung 1965-1967; u.a.); bis zur illegalen Ausreise 1975 in Bukarest auch politisch für kommunistische Anschauungen engagiert; lebte in Deutschland in Berlin.

[22] Hans Bergel: Erinnerungen an einen schwierigen Gefährten. Zum Tod des Schriftstellers Paul Schuster. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Heft 3/2004, S. 199-202, München; auch in: Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005 (s. vorliegenden Band!).

[23] Hans Bergel kam aus politischen Gründen in Rumänien dreimal ins Gefängnis: 1947-1948, 1954-1955, 1959-1964.

* Die mit einem Sternchen versehenen Gedichte werden an dieser Stelle erstveröffentlicht. (Anm. der ZGR-Red.)

[24] Bislang noch unveröffentlichte Texte. (Anm. der Red. der ZGR)

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 13. u. 14. Jg., Heft 1-2 (25-26) / 2004, 1-2 (27-28) / 2005, S. 422-439

 

 

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