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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

FALLBEISPIELE AUS DER ARBEIT

am Siebenbürgisch-Sächsischen Wörterbuch*)

Sigrid Haldenwang

Das Lexem gomern geht auf mhd. goumen, gâmen zurück, i.S.v. ‘wornach trachten’ neben anderen Bedeutungen[1] und ist im deutschen Sprachraum in verschiedenen Wortformen verbreitet. Das DWB[2] bringt gömen, gömern, gomern, i.S.v. ‘gierig verlangen’und das Verb gaumen (abgeleitet von ‘Gaumen’, ‘Gaum’ d.i. ‘Mundhöhle’) i.S.v. ‘beobachten’, ‘beachten’, ’wahrnehmen’; ‘versorgen’, ‘pflegen’, ‘hüten’ (wobei das Hüten aber wesentlich in einem aufmerksamen Hinblicken besteht)[3]. Dasselbe Verb ist auch i.S.v. ‘lüstern sein’ vermerkt, mit dem Hinweis, dass das „begehrende Blicken“ gern mit dem Öffnen des Mundes verbunden ist. Das Hinblicken nimmt die Nebenbedeutung des ‘Begehrens’, ‘Wünschens’ an. ‘Gaum nehmen’ in diesem Sinne, ist in dem anschaulichen Beispiel belegt: „du (Christus) pist die frucht auf dem paum (der Maria), des nemen alle geste gaum“[4]. Schmeller[5] führt Gaim (mal. ga#m) i.S.v. ‘Gaumen’ an, dazu die Verben gaimen, gâmen i.S.v. ‘lüstern sein’. Das Rhein.Wb.[6] belegt das Substantiv Göm i.S.v. ‘Sehnsucht’ und die davon abgeleiteten Lexeme gömen und gömern i.S.v. ‘sehnsüchtig verlangen, dass das Wasser im Munde zusammenläuft, besonders nach Essen, und dies durch Blick und Miene zu erkennen geben, besonders von Kindern, Hunden’. Das Pfälz. Wb. bezeugt gammern, mal. gam#r# i.S.v ‘nach etwas (z.B. Leckerbissen) verlangen’[7]. Im Siebenbürgisch-Sächsischen ist dieses Lexem allgemein verbreitet und hat auch eine Bedeutungserweiterung erfahren. Im SSWB[8] ist es mit dem Lemma gomern verzeichnet, und in den Mundarten in verschiedenen Lautvarianten belegt, z.B. gem#rn (Stolz, Wdf/Schbg), g%m#rn (Alz, Arb, Fog, Ggdf, Gh, Gr-Schenk, Heldf, Hmdf, Kel, Kl-Schenk, Kl-Scheu u.s.), ge%m#rn (Bul), g#um#rn (Kl-Bl), gu#m#rn (Bhm), jæm#rn (Schaas). Es bedeutet: ‘nach etwas verlangen’ zunächst nach Speisen, allgemein, meist von Kindern: # g%m#rt n% eszt Çnd#r#m Æls dÇt wad af d#m dä² äsz er verlangt nach etwas anderem, als dem, was auf dem Tisch ist (Wall); # gÐm#rt n#um däk# bÆoflÆi¹ er verlangt nach einem dicken Stückchen Speck (Heldf); # g%m#rt, dat # s$w#rt dass ihm der Speichel rinnt (Schbg); besonders von Schwangeren, die nicht ‘gomern’ dürfen, um nicht das Kind zu verliern: #n fræ dæ ned #l$n äsz, terf net g%m#rn einer Frau, die nicht allein ist, /d.h. ein Kind erwartet/ darf es nicht nach etwas gelüsten /ohne es zu bekommen/ (H), oder d@e fr@ g%m#rt, gid #r # weni|, sontst kit s# am d# droe|t die Frau verlangt nach etwas, gebt ihr ein wenig, sonst verliert sie die Tracht /d.h. das Kind/ (Mtbg, auch Bedf, Med, Mttdf); außerdem bedeutet es auch ‘nach der Heimat verlangen’: d#t hîmw#i hîsz# m#r gim#rn das Heimweh nennnen wir ‘gomern’ (Schw).

Das Lexem hässig geht auf mhd. hazzec zurück, i.S.v. ‘hassvoll, feindselig’[9]. Das DWB[10] belegt das Adjektiv zunächst in derselben Bedeutung: „bleib von den leien, denn sie sind den gelehrten ganz hessig“. Dazu steht auch der Vermerk „in der Schweiz hat das Wort die etwas modifizierte Bedeutung ‘zornig’, ‘ärgerlich’, ‘aufgebracht’ angenommen“. Dafür spricht der Beleg: „derweilen war die stubenmagdt immer hässiger geworden, besonders gegen den wirth, dem sie die schnödesten worte gab“. Letztlich führt das DWB die Bedeutung an: ‘Haß und Widerwillen erregend, verhaßt, häßlich’, dazu das Beispiel: „die armut sei ein hessiges gut“. Schlägt man im Duden[11] nach, steht für dieses Adjektiv die Bedeutung ‘mürrisch, verdrießlich’ mit dem Vermerk (schweizerisch mal.). Im Siebenbürgisch-Sächsischen[12] ist besonders ssbg. dieses Lexem sehr vereitet und hat die Bedeutungsschattierungen von hässlich aus der deutschen Schriftsprache übernommen ‘von unschönem Aussehen, das ästhetische Empfinden verletzend’: dÇd äs #n h§szi| frÇ das ist eine hässliche Frau (R-au); dÇd äs #n h§szi| num#n das ist ein unschöner Name (Hoh); d#t kl#id äsz hi#szi| g#arb#t das Kleid ist garstig, hässlich gearbeitet (Eng); ‘eine menschlich unerfreuliche Haltung erkennen lassend, gemein’: em#nt#m #n h§szi| mel unh§n wörtl. ‘jemandem ein hässliches Maul anhängen’; d.h. ihm übel nachreden (H); ‘unangenehm, unerfreulich’: d#rtous äs #t h#iszi| won #t r#int draußen ist es unangenehm, wennn es regnet (Schl); #t klÆnyt h§szi| es klingt hässlich, bezüglich einer unfreundlichen Anrede (Gh). Dazu kommen auch besondere s.s. Eigenbedeutungen hinzu, z.B. nem det h§szi| m§t|#n nimm das schlimme Mädchen (Klos); #n h§szi| wi#| ein schlechter Weg (Rosch); won d# känyty si| h§szi| ¹tal#n wenn die Kinder unartig sind (Reps); in dem Sprw. #d äsz b§sz#r h§szi| f%r#n wæ här#¹ g%n wörtl. ‘es ist besser schlecht zu fahren, als herrisch zu gehen’; d.h., es ist besser bescheiden zu sein, als sich hoffärtig zu betragen (Ark); besonders dann in der Wendung ‘hieszi| d@n’ d.h. brüllen, meist von Tieren, aber auch von Menschen, z.B. d#r t¹uwik d§d #si h§szi| henyt der Nachtkauz brüllte so garstig in der vergangenen Nacht (Rs); äm ¹tru#ny# wänyt#r hu m#r d# wiel#f h#iszi| h#ir#n de@n im strengen Winter haben wir die Wölfe brüllen hören (Alm).

Semantisch interessant ist auch das Adjektiv herrisch. Die im DWB[13] angeführten Bedeutungen decken sich mit denen der deutschen Schriftsprache: ‘immer herrschen wollend’, ‘gebieterisch, mit hochmütigem Stolz befehlend’. Annähernde Bedeutungsnuancen sind im Rhein. Wb[14] für das Moselfränkische bezeugt und im SSWB[15] für die s.s. Mundarten. Das Rhein. Wb.[16] belegt ‘herrenmässig, fein, geputzt’, ‘vornehm, hoffärtig’, ‘stolz von Erscheinung und in der Gesinnung’, z.B. en h§r¹ Juffer eine herausgeputzte Jungfrau; sech h§r¹ machen; h§r¹ angezogen sein herrenmäßig, fein gekleidet sein; en h§r#¹# gangk ein stolzer Gang; die Ra. den h§r¹#n Teller fihren feine Tafel führen. Nuanciert dazu bringen die s.s. Mundarten die Bedeutungen ‘festlich, schön’; ‘stolz’: #d äsz gor #n här#¹ m§t es ist gar ein schönes, stolzes Mädchen (H); än #m här#¹#n ug#¹trä|an# ¹lid#n in einem schön angestrichenen Schlitten (ssbg.); t# hu#szt #n här#¹# pänd#l du hast einen schönen, festlichen Rock (Schl); sæt, wo#l har#¹ goet # Æf d#r gÆs #ram seht wie stolz geht er auf der Gasse umher (Dr); hie¹ her#¹ huiszt schöne, stattliche, stolze Hengste (Alz). Die sich hervorhebende Bedeutung im Siebenbürgisch-Sächsischen ist ‘städtisch, modisch’ im Gegensatz zu ‘bäurisch, ländlich’, z.B. f&ir d# g#bi&r#n äs #t net dijli|, här#¹ kl$t¹#ft ts# dri&n für den Bauern taugt es nicht städtische Kleidung zu tragen (Schöbg); e| ¹nedj#n tsea, nor bä har#¹ sox# f#r¹t%n i| net ich schneide zu, nur auf das Zuschneiden städtischer Kleidung verstehe ich mich nicht (Bon). Mit den moselfränkischen, pfälzischen, bairischen Mundarten gemeinsam ist die Bedeutung ‘hochdeutsch, in der Schriftsprache sprechen, im Gegensatz zur Mundart’: h§r#¹ schwätzen sprechen[17]; herrisch redde[18]; halb herrisch, halb bäurisch, halb leinen, halb schweinen Sprw., durch welches man das affektierte und ungeschickte Vornehmtun mancher Leute zu bezeichnen pflegt[19];  s.s. mal. d$ ri#t här#¹, # ri#t net szaksz#¹ er spricht hochdeutsch, nicht sächsisch (H). Dazu kommen in den s.s. Mundarten auch Eigenbedeutungen, z.B. m#r wor#n her#¹ wir haben Gevatter gestanden (ssbg.); t äsz her#¹ g#word#n verdorben, vom Wildbret (ebenda), sowie eigene Verwendungen in Pflanzennamen, z.B. hiar#¹ bl@m Bartnelke, lat. Dianthus barbatus (Mö); hiar#¹ fÇalt|#r Kronenlichtnelke Korallenpilz, lat. Ramaria flava (Tkdf); här#¹ gr@sz Bandgras, lat. Phalaris picta (Wdf/B).

Das im SSWB[20] belegte Adjektiv und Adverb nietlich, ist im DWB[21] mit dem Lemma niedlich, nietlich verzeichnet, mit dem Hinweis, dass der erste Teil des Kompositums Nied, Niet ‘Eifer, Lust, Neigung’ (ahd. niot, niet) beinhaltet. Die angeführten Bedeutungen sind ‘sorgsam’, ‘Eifer und Sorgfalt erfordernd’, z.B. „Simeon dat kindelin nam vil nitliche in sine arm“; „die gutedel (Weinstöcke) sind gar niedlich“ sie wollen gut gewartet, sorgsam behandelt sein; ‘Verlangen, Lust erweckend, wünschenswert, angenehm’, besonders von appetitlichen, wohlschmeckenden, zarten Speisen, z.B. „sich enthalten von guten bissen und niedlicher speise“; dann auch als Adverb gebraucht: „Sie asz viel und niedlich, trank den besten wein“; letztlich i.S.v. ‘zierlich, fein, hübsch, artig, reizend und dadurch auf die Sinne Eindruck machend’ (Adjektiv und Adverb), von Sachen, Abstrakta, sowie von der körperlichen Gestalt, z.B. „ein paar niedliche Ohrringe“; „niedliche und muthwillige lustbarkeiten“. Letztere Bedeutung wird schriftsprachlich im Duden[22] auch beim Adjektiv niedlich vermerkt. Das Lexem ist ssbg. in der Lautung nekli|[23] verbreitet und nsbg. nur für B als näkli|[24] belegt. In den s.s. Mundarten hat es einen anschaulichen Bedeutungswandel zu verzeichnen. Das SSWB[25] bringt die Bedeutungen ‘schnell, flink, rasch, eilig’, z.B. di h%d #d nekli| der hat es eilig (Schbg); /der Truthahn/ r#i|t si| neklij Æf er regt sich schnell auf (Dur); # h%t si| ts# nekli| g#beakt, #d äs #m änt krets g#¹%sz#n er hat sich zu eilig gebückt, es ist ihm ins Kreuz geschossen; d.h., er hat einen Lendenschmerz erlitten (Schell); #n nekli| g#r§t ein flinkes Mädchen (Schbg); bäsz nekli| sei flink (Wdf/Schbg); # esz ts# nekli| er ist zu heftig, aufbrausend (Tater). Hinzu kommen die Bedeutungen: ‘anmutig’ (adv. gebraucht) /die Mädchen/ ¹t%n /stehen/ nekli| (Neudf/H); ‘unerwartet, plötzlich’ dr% äsz d#t wasz#r #si nekli| gr$sz kun dann ist das Wasser so unerwartet groß gekommen (Fre); letztlich bedeutungsmäßig mit dem in der deutschen Schriftpsrache belegten Adjektiv niedlich übereinstimmend ‘im Verhältnis zu anderem sehr klein, fast zu klein, winzig’ äsz dÇt aw#r nekli|! ist das aber winzig! (H).

Zum besondern Wortschatz des Siebenbürgisch-Sächsischen gehört das Adjektiv und Adverb leicht, mal. allgemein li|t mit Ausnahme lî|t (Rosch)[26]. Es geht auf mhd. lîht(e) ‘gering, geringfügig’; ‘leichtfertig, unbeständig’[27] zurück und belegt die Bedeutungen von ‘schlecht’ als Gegensatz zu ‘gut’ in weitester, allgemeinster Anwendung[28]. Die Bedeutungen lassen sich wie folgt auffächern: ‘von böser Art bei Mensch u.Tier’, im eigentlichen Sinn: z.B. di# li|t ment¹ b#dr%id #sz mät fei#r der schlechte Mensch bedroht uns mit Feuer (Schöbg); di#r asz g#riw# wäi # li|t prok#r%t#r der ist gerieben, wie ein schlechter Advokat (Kr); d#t li|t g#dær die schlechten Mücken, Bremsen (H); m#r hun #si #n li|t koÆts, s# hÆot mij Æl#sz ts#krÆtst wir haben eine so böse Katze, sie hat mich ganz zerkratzt (Fell); im Sprw. # li|t mänt¹ ts#drem#rd #n half g#m$n ein schlechter Mensch macht eine halbe Gemeinde kaputt (Rs); in der Schelte von Tieren t@ ned#rträ|ti| li|t get#r du niederträchtiges, schlechtes Rindvieh (H); ‘unartig, unfolgsam, von Kindern’: #| hu mi| glot mät des#m li|t# gaµ#n #weni| g#tsart ich habe mich gerade mit diesem unfolgsamen Jungen ein wenig gestritten (ssbg.); als Schelte t@ li|t#r haµtsbr%d#n du unartiger Hundsbraten (Med); ‘krank, von Körperteilen’; ‘übel, vom körperlichen, seelischen Befinden’: li|t &³#n schlechte Augen (H); d#r li|t box Durchfall (H); #t äsz m#r li|t äm moe³#n es ist mir im Magen übel (Agn); #n lî|t#n hoszt hun einen bösen Husten haben (Rosch); ‘vom Geruch, Geschmack’: d#t näszt fum pup#sz h%d #n li|t# g#reax das Nest vom Wiedehopf hat einen schlechten, unangenehmen Geruch (Galt); ‘schlimm, schlecht, von Zuständen’: im Sprw. #d asz naszt #su li|t, doÆd #t nied ox for oÆldaszt geäd asz es ist nichts so schlecht, als dass es nicht auch für etwas gut ist (Mbg/Kr); in der Wetterregel wo fuir d#m @r#  li|t wad#r kit, dr% äsz d#t kuir# g#dreÆkt wenn vor der Ernte schlechtes Wetter kommt, dann ist der Weizen gedrückt (Hetz). Auf Dinge und Abstrakta bezogen: ‘nicht entsprechend, schlecht’, ‘nicht gut’ d# koä|#n as #s iw#r nu#|t li|t wu#rd#n die Suppe ist uns über Nacht ungenießbar, schlecht geworden (Heldf); # li|t meszÆr|#n ein Messerchen, das schlecht schneidet (Pbg); dæ ri#t fæl li|t die Rede wurde nicht gut aufgenommen (ssbg.); bäi#m k$f#n träft #m #d ald $szt li|t beim Kaufen trifft man es manchmal schlecht (Pbg); tea h%#szt #n li|t# j%rm#rt g#m%xt du hast einen schlechten Kauf gemacht (ssbg.); auch mit Verneinung i.S.v. ‘gut’ d@i hu s# net li|t auszg#lÆxt die haben sie gut ausgelacht (nsbg.); ‘von mangelhafter Güte’ #t as #su # li|t bon es ist ein so schlechter Boden (Wl); det se li|t dil#n, da hu fil knÆd#rn das sind schlechte Bretter, die haben viele Knoten (Hoh); im Sprw. wo d#r b§szt weiny w§szt, let|eft #m d# li|szt#n wo der beste Wein wächst, verkauft man den schlechtesten (H); ‘über den wirtschaftlichen Stand’ # li|t szitu$rt f&lk eine schwach situierte Familie (B); auch abgeschwächt in mehr freundlich tadelndem Sinn: di sÆr|t sij end#n nÆr fu#r sen li|t gorj#l der sorgt sich immer nur für seine schlechte Gurgel, über einen Trinker (Gr-A). Dazu kommen die Bedeutungen: ‘untüchtig in der Wirtschaft’, z.B. in Sprw. # g@t wirt kÇ ned #si fil sum#ln, wæ #n li|t wirtän dur|bräiny#n ein guter Hausvater kann nicht soviel einbringen, wie eine schlechte Hausfrau verwirtschaftet (ssbg.), oder wÆt d#r m&n mät d#m fæd#r änt hiusz broinyt, f#r¹l@pt #n li|t wirtä mät d#m ¹urts was der Mann mit dem Fuder einbringt, verschleppt eine schlechte Hausfrau mit der Schürze (ebda); ‘schwach, mager, von Lebewesen’ „das kalb ist licht, es wird den winter nicht ausstehen“ (1509 Arch.)[29]; # äsz li|t word#n än d#r kriµkt er ist während der Krankheit mager geworden (Ra); s.s. Eigenbedeutungen: ‘faul’ # li|t ¹täk fl$¹ wörtl. ein schlechtes Stück Fleisch, über einen faulen Menschen gesagt (ssbg.); li|t sen zur Arbeit keine Lust haben (Wdf/Kr); ‘unecht, falsch, in Pflanzennamen’, z.B. li|t girk#lblom Gemeiner Huflattisch, lat. Tussilago farfara (Schöbg). Die einzige Bedeutung, die das Siebenbürgisch-Sächsische mit dem im DWB[30] belegten leicht gemeinsam hat, ist ‘locker, lose unbeständig, in Bezug auf die moralische Seite des Menschen: „die leicht magd“ (1615 Arch.); mal. besonders als Schelte für liederliche Frauen, z.B. li|t fi#l schlechtes Fell (Schbg); li|t %sz schlechtes Aas (ebda); li|t fälp#sz schlechtes Füllfass /aus Bast geflochtener Tragkorb mit zwei Griffen/ (ssbg.); li|t rek#l schlechtes Röckel (nsbg.); li|t tsad#r schlechter Fetzen (Med).

Schlussfolgerungen:

– Altes, mitgebrachtes Wortgut hat sich im Siebenbürgisch-Sächsischen erhalten und Eigenbedeutungen hinzu erworben (siehe ‘gomern’).

– Einem s.s. Mundartwort kann ein etymologisch vertretbarer hochdeutscher Ansatz entsprechen, wobei es die Bedeutungen eines anderen Wortes aus der deutschen Schriftsprache übernimmt (siehe ‘hässig’ u. ‘leicht’) und Eigenbedeutungen bringt.

– Ein Wort kann sowohl in den Mundarten des deutschen Sprachraums als auch in der deutschen Schriftsprache belegt sein, in den s.s. Mundarten einen Bedeutungswandel erfahren (siehe ‘nietlich’), oder eine Bedeutungserweiterung aufweisen (siehe ‘herrisch’).

Fallbeispiele können selbstverständlich nicht eine umfassende Problematik erschöpfen. Die obigen Beispiele wollen bloß einen Einblick in die Lexik des Siebenbürgisch-Sächsischen vermitteln, das im Laufe von über 800 Jahren durch Mischung und Ausgleich entstanden ist, wie das bei einer Kolonistenmundart der Fall ist.

 

Anhang:

A. Zur Lautschrift

I. VOKALE

Die Lautung der Vokale entspricht im allgemeinen der hochsprachlichen, kleine Unterschiede werden in der Schreibung nicht berücksichtigt.

Abweichend von der Schriftsprache sind zu lesen:

ai = a-i

äu =ä-u

ei = e-i

ie = i-e

oe = o-e

ue = u-e

Besondere Lautzeichen:

Æ = dumpfes a

¾ (selten) = offenes e

î = geschlossener Hintergaumenlaut ohne Lippenrundung (Reduktionsvokal zwischen i und ü, wie rumänisch î)

# = Murmel-e (auch in betonten Silben).

Kürze wird nicht bezeichnet, Länge durch darüber gesetzten geraden Strich (@); Nasalisierung durch darüber gesetzte kleine Tilde (ã).

II. KONSONANTEN

p, t, k meist nicht behauchte Fortes

| stimmloser Ich-Laut

x stimmloser Ach-Laut

sz stimmloses s

¹ stimmloses sch

ts stimmloses z

stimmloses tsch

µ Gutturalnasal ng

b, d, g stimmhafte Lenes

j stimmhafter Ich-Laut

³ stimmhafter Ach-Laut

s stimmhaftes s

² stimmhaftes sch

ds stimmhaftes z

stimmhaftes tsch

Auslautendes Endungs-n fällt im Südsiebenbürgischen vor nachfolgendem Konsonanten, außer vor d, t, z, n und h, meist aus (Eifler Regel).

B. Abkürzungen

adv. = adverbiell

attr. = attributiv

d.h. = das heißt

d.i. = das ist

i.S.v. = im Sinne von

lat. = lateinisch

mal. = mundartlich

mhd. = mittelhochdeutsch

nsbg. = nordsiebenbürgisch

präd. = präd.

s.s. = siebenbürgisch-sächsisch

Sprw. = Sprichwort

ssbg. = südsiebenbürgisch

u. = und

u.s. = und sonst

z. B. = zum Beispiel

Ra. = Redensart

präd. = prädikativ

wörtl. = wörtlich

 C. Ortssigel

Abkürzung    deutsch / rumänisch                                  Kreis / judeþ:

deutsch/rumänisch

 

Agn                  = Agnetheln / Agnita                              = Hermannstadt / Sibiu

Alz                   = Alzen / Alþina                                      = Hermannstadt / Sibiu

Arb                   = Arbegen / Agârbiciu                             = Hermannstadt / Sibiu

Ark                   = Arkeden / Archita                                = Kronstadt / Braºov

B                      = Bistritz / Bistriþa                                  = Bistriz-Nassod /

   Bistriþa-Nãsãud

Bedf                 = Belleschdorf / Idiciu                             = Mureº

Bhm                 = Birthälm / Biertan                                = Hermannstadt / Sibiu

Bon                  = Bonnesdorf / Boian                              = Hermannstadt / Sibiu

De                   = Denndorf / Daia                                   = Mureº

Dr                    = Draas / Drãuºeni                                 = Kronstadt / Braºov

Eng                  = Engenthal / Mighindoala                       = Hermannstadt / Sibiu

Fog                  = Fogarasch / Fãgãraº                            = Hermannstadt / Sibiu

Fre                   = Freck / Avrig                                       = Hermannstadt / Sibiu

Galt                  = Galt / Ungra                                       = Kronstadt / Braºov

Gh                   = Gießhübel / Gusu                                 = Hermannstadt / Sibiu

Gr-A                 = Großalisch / Seleuºu                            = Mureº

Gr-Schenk         = Großschenk / Cincu                             = Kronstadt / Braºov

H                     = Hermannstadt / Sibiu                          = Hermannstadt/Sibiu

Heldf                = Heldsdorf / Hãlchiu                             = Kronstadt / Braºov

Hetz                 = Hetzeldorf / Aþel                                 = Hermannstadt / Sibiu

Hmdf                = Hammersdorf / Guºteri¡a                    = Hermannstadt / Sibiu

Hoh                  = Hohndorf / Viiºoara                            = Mureº

Kel                   = Kelling / Câlnic                                  = Alba

Kl-Bl                 = Kleinblasendorf / Blãjel                       = Hermannstadt / Sibiu

Klos                  = Klosdorf / Cloaºterf                           = Mureº

Kl-Schenk          = Kleinschenk / Cincºor                        = Kronstadt / Braºov

Kl-Scheu            = Kleinscheuern / ªura Micã                  = Hermannstadt / Sibiu

Kr                     = Kronstadt / Braºov                            = Kronstadt / Braºov

Mbg/Kr              = Marienburg / Kronstadt / Feldioara      = Kronstadt / Braºov

Med                  = Mediasch / Mediaº                            = Hermannstadt / Sibiu

Mttdf                 = Mettersdorf / Dumitra                       = Bistritz-Nassod /

   Bistriþa-Nãsãud

Neudf/H            = Neudorf / Hermannstadt / Nou           = Hermannstadt / Sibiu

Pbg                  = Petersberg / Sânpetru                       = Kronstadt / Braºov

R-au                = Rosenau / Râºnov                             = Kronstadt / Braºov

Reps                = Reps / Rupea                                   = Kronstadt / Braºov

Rosch               = Rosch / Rãvãºel                                = Hermannstadt / Sibiu

Rs                    = Reußen / Ruºi                                  = Hermannstadt / Sibiu

Schaas              = Schaas / ªaeº                                  = Mureº

Schbg               = Schäßburg / Sighiºoara                      = Mureº

Schell               = Schellenberg / ªelimbãr                     = Hermannstadt / Sibiu

Schl                  = Schlatt / Zlagna                                = Hermannstadt / Sibiu

Schöbg             = Schönberg / Dealu Frumos                  = Hermannstadt / Sibiu

Schw                = Schweischer / Fiºer                             = Kronstadt / Braºov

Stolz                = Stolzenburg / Slimnic                         = Hermannstadt/Sibiu

Tater               = Taterloch / Tãtârlaua                          = Alba

Wall                = Wallendorf / Unirea                            = Bistritz-Nassod /

 Bistriþa-Nãsãud

Wdf/Kr             = Wolkendorf / Kr / Vulcan                    = Kronstadt / Braºov

Wdf/Schbg       = Wolkendorf / Schäßburg / Vulcan         = Mureº

Wl                  = Weilau / Uila                                     = Mureº


*)  Wegen der Sonderzeichen wird dieser Beitrag in einer anderen Schriftart als der in der ZGR von nun an üblichen gedruckt. (Anm. der ZGR-Red.)

[1] Vgl. Lexer, Hwb. = Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. 3 Bde.. Leipzig 1872-1878. Unveränderter Nachdruck. Stuttgart 1974. Hier Bd. 1, Spalte 1062.

[2] DWB = Deutsches Wörterbuch. 33 Bde.. Leipzig 1991. Fotomechanischer Nachdruck der Erstausgabe. Hrsg. u. bearb. von Jakob u. Wilhelm Grimm. Leipzig 1854. Hier Bd. 8, Spalte 882.

[3] Ebd., Spalte 1579f.

[4] Ebd., Spalte 1581.

[5] Schmeller = Johann Andreas Schmeller, Bayerisches Wörterbuch. 2 Bde.. 2. Ausg. bearb. v. G. Fromann. München 1872, 1877. Hier Bd. 1, Spalte 911.

[6] Rhein. Wb. = Rheinisches Wörterbuch, hrsg. von Josef Müller. Fertiggestellt von Heinrich Dittmaier. 9 Bde.. Bonn/Berlin 1928-1971. Hier Bd. 2, Spalte 1304 u. 1305.

[7] Pfälz. Wb. = Pfälzisches Wörterbuch. Ernst Christmann (Begr.). 6 Bde. u. 1 Beiheft. Wiesbaden 1965-1986. Hier Bänd 3, 18. Lfg., Spalte 21.

[8] SSWB = Siebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch. Bd. 1 (A-C, 851 Seiten) bearb. v. Adolf Schullerus, Bd. 2 (D-F, 548 Seiten) bearb. v. A. Schullerus, Friedrich Hofstädter u. Georg Keintzel. Berlin, Leipzig 1924, 1926 (in einzelnen Lieferungen schon ab 1908). Bd. 5 alte Folge (A.F.) (R-Salarist, 480 Seiten) bearb. v. Johann Roth, Gustav Göckler, hrsg. v. Fr. Krauß. Berlin, Leipzig 1929-1931. Bd. 3 (G, 355 Seiten) bearb. v. Annemarie Biesselt-Müller, Bernhard Capesius, Arnold Pankratz, Gisela Richter, Anneliese Thudt; Bd. 4 (H-J, 413 Seiten) bearb. v. B. Capesius, Roswitha Braun-Sánta, A. Pankratz, G. Richter, A. Thudt; Bd. 5 (K, 420 Seiten) bearb. v. R. Braun-Sánta, S. Haldenwang, G. Richter, A. Thudt. Berlin, Bukarest 1971-1975 Berlin. Bd. 6 (L, 201 Seiten) bearb. v. S. Haldenwang, G. Richter, A. Thudt. Köln, Weimar, Wien, Bukarest 1993. Bd. 7 (M, 317 Seiten) bearb. v. S. Haldenwang, U. Maurer, A. Thudt, unter Mitarbeit v. Malwine Dengel u. Isolde Huber. Köln, Weimar, Wien, Bukarest 1998. Bd. 8 (N-P, 560 Seiten) bearb. v. S. Haldenwang, U. Maurer, St. Sienerth, A. Thudt, unter Mitarbeit v. M. Dengel. Köln, Weimar, Wien, Bukarest 2002. Bd. 9 (Q-R, 407 Seiten) bearb. v. M. Dengel, S. Haldenwang, I. Huber, U. Maurer, St. Sienerth. Köln, Weimar, Wien, Bukarest 2006. Hier Bd. 3, S. 274.

[9] Lexer, Hwb., Bd. 1, Spalte 1198.

[10] DWB, Bd. 10, Spalte 549.

[11] Duden = Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 8 Bde.n. Hrsg. und bearb. vom Wissenschaftlichen Rat und den Mitarbeitern der Dudenredaktion unter der Leitung von Günther Drosdowski. 2. völlig neu bearb. und erw. Aufl. 1993-1995. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. Hier Bd. 3, S. 1482.

[12] SSWB, Bd. 4, S. 83.

[13] DWB, ebd., Spalte 1145.

[14] Rhein. Wb., Bd. 3, Spalte 571.

[15] Bd. 4, S. 173f.

[16] Rhein. Wb., ebd.

[17] Ebd.

[18] Pfälz. Wb., Bd. 3, Lfg. 22, S. 879.

[19] Schmeller, Bd. 1, Spalte 1153.

[20] SSWB, Bd. 8, S. 131.

[21] DWB, Bd. 13, S. 816f.

[22] DUDEN, Bd. 3, S. 2389.

[23] Zum t/k-Wechsel vgl. Andreas Scheiner, Die Mundart der Burzenländer Sachsen. In: Beiträge zur Siedelungs- und Volkskunde der Siebenbürger Sachsen. Sonderabdruck aus: Forschungen zur  deutschen Landes- und Volkskunde. Stuttgart 1895, S. 168; Johann Wolff, Der Consonantismus des Siebenbürgisch-Sächsischen mit Rücksicht auf die Lautverhältnisse verwandter Mundarten. Ein Beitrag zur siebenbürgisch-sächsischen Grammatik. In.: Programm des evangelischen Untergymnasiums und der damit verbundenen Lehranstalten in Mühlbach (Schuhljahr 1872/73), S. 61.

[24] Vgl. näkli| im NSSWB = Nordsiebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch. Bd. 1 (A-C) von Friedrich Krauß, bearb. von Gisela Richter. Köln, Wien 1986. Bd. 2 (D-G) von G. Richter aufgrund der nachgelassenen Sammlungen von Fr. Krauß. Köln, Wien 1990. Bd. 3 (H-M), Bd. 4 (N-Sch) von G. Richter, unter Mitarbeit von Helga Feßler, aufgrund der nachgelassenen Sammlungen von Fr. Krauß. Köln, Weimar, Wien 1993, 1995. Bd. 5 (Se-Z) von G Richter u. H. Feßler, unter Mitarbeit von Ursula Galsterer, aufgrund der nachgelassenen Sammlungen von Fr. Krauß. Köln, Weimar, Wien 2006. Hier Bd. 4, Spalte 52.

[25] SSWB, Bd. 8, S. 131.

[26] Ebd., Bd. 6, S. 102ff.

[27] Lexer, Hwb., Bd. 1, Spalte 1918.

[28] Vgl. DWB, Bd. 12, Spalte 629ff.

[29] Arch. = Nationalarchiv Hermannstadt (früher Archiv der Stadt Hermannstadt u. der Nationsuniverisität); zu Aufnahme von Belegen aus der s.s. Urkundensprache vgl. SSWB, Bd. 8, S. XIf.

[30] Vgl. DWB, ebd., Spalte 638f.

 

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