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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens (ZGR), 9. Jg., Heft 17-18 / 2000, S. 179-196

 

 

Kontaktlinguistik und Sprachgebrauch von deutschen Minderheiten

 

Hans Gehl


 

1.0 Vorbemerkung

Der Forschungsbereich ‘Dialektologie und Volkskunde’ am Tübinger IdGL beschäftigt sich seit 1987 mit Fragen des Sprachwandels und seiner Erscheinungsformen bei ausgesiedelten Donauschwaben und jenen, die in den historischen Siedlungsgebieten geblieben sind. Es handelt sich dabei um Dialekte und andere sprachliche Varietäten der Donauschwaben wie: städtische Dialekte und Verkehrssprachen bairisch-österreichischer Prägung und Einflüsse aus anderen Sprachen, Fachwortschätze bestimmter Berufsgruppen, desgl. um sprachliche Interferenzerscheinungen, Sprach­entwicklung usw. Die Ergebnisse dieser Forschungsansätze wurden bereits in verschiedenen Untersuchungen und Wörterbüchern veröffentlicht[1]. Zu diesen Forschungsaufgaben trat seit 1997 die Betreuung von Stipendiaten und Stipendiatinnen aus Rumänien und Ungarn, die sich dem heutigen Gebrauch der deutschen Sprache im rumänischen Banat, in der Region Sathmar und in Ungarn widmen. Die Erhebungen mit Fragebögen in diesen beiden Regionen Westrumäniens und die daraus abgeleiteten Ergebnisse sollen durch erweiterte Aufnahmen mit Hilfe eines verbesserten Fragebogens wiederholt, wenn möglich auf das ganze Gebiet Rumäniens ausgedehnt und zu aussagekräftigeren Schlussfolgerungen ausgebaut werden. Durch diese Neuorientierung der Forschungsrichtung kam es zu einer Umstellung von der tradierten Dialektologie zur Sozio- und Kontaktlinguistik. Der Schwerpunkt der Forschungsziele wurde auf Fach- und Sondersprachen, auf sprachliche Kontaktphänomene sowie den Stand und die Perspektiven sprachlicher Varietäten im Untersuchungsraum verlegt. Die laufenden Untersuchungen zu den Bereichen Sprachgebrauch und Sprachanpassung verknüpfen die Möglich­keiten der empirischen und soziologischen Forschungsansätze, um die aktuelle Situation und die Chancen der deutschen Sprache in Rumänien im Vergleich zu jener in Ungarn aufzuzeigen und Möglichkeiten zu ihrer Förderung zu ermitteln.

1.1 Von der Dialektforschung zur Soziolinguistik

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der deutschen Sprache hat sich - einmal abgesehen von der Dialektforschung -, lange Zeit hauptsächlich auf ihre schriftlich - literarische Varietät, die Standard- oder Einheitssprache beschränkt, die von Literaten und Grammatikern als gelehrte Schriftsprache geschaffen wurde. Nicht zufällig entwickelte sich das Neuhochdeutsche aufgrund der Bibelsprache, sollte doch die neue Schriftsprache das überkommene Latein ablösen. Mündliche Sprechweisen galten gegenüber der normierten Schriftsprache als verderbt und Dialekte als Sprache der ländlichen Unbildung und als Provinzialismen. Die Beschränkung des wissenschaftlichen Interesses auf die schriftlich-literarische Varietät der Sprache hat - nach Löffler - auch technisch-instrumentale Gründe. Sprache lässt sich auf Papier fixieren und ist so wiederholter Lektüre und Analyse zugänglich. Die Beachtung auch der mündlichen oder gesprochenen Sprache setzte vor allem zu dem Zeitpunkt ein, als es möglich war, die flüchtige Sprache des Augenblicks technisch zu konservieren und beliebig oft wiederholbar zu machen[2]. Dabei verlief die Entwicklung von verschiedenen Tonträgern zur Video-Speicherung von sprachlichen Äußerungen. Die primär medial vorgenommene Unterscheidung von geschriebener und gesprochener Sprache betrifft in der Konsequenz auch unterschiedliche Sprechergruppen, gesellschaftliche Funktionen und Anlässe, so dass die Teilung in gesprochen und geschrieben als soziolinguistisch anzusehen ist. Die wichtigsten Anlässe für gesprochene und geschriebene sprachliche Varietäten lassen sich im Grunde nach den Beteiligten und deren Art der Sprachverwendung untergliedern.

Die herkömmliche Dialektforschung hatte bei der Erhebung gesprochener Dialekte den Schwerpunkt auf eine soziokulturell eindeutige Sprachvariante, den sogenannten Grunddialekt gelegt.

Bei der späteren Erfassung anderer Sprachstufen konnten die Erhebungs- und Beschreibungsverfahren und ihre sprachtheoretische Fundierung im Grunde übernommen werden. Der bekannte Germanist und Feldforscher Arno Ruoff bestätigt, dass sich die Dialektologie rasch zur Sozio-Dialektologie entwickelte. Da die Dialektforschung auch die Techniken der Beobachtung, Erhebung, Klassifizierung und Interpretation gesprochener Alltagssprache kannte, war sie vorbestimmt und methodisch gerüstet, einen großen Teil der geforderten germanistisch-soziolinguis­tischen Feldforschung zu übernehmen[3]. Demnach sind die Untersuchungen zu den Schichten-, Berufs-, Fach- und Sondersprachen, die Techniken der Befragung, der Transkription, der datentech­nischen Aufbereitung, der Kartierung, der Selbst- und Fremdbewertung und des zeitgenössischen Sprachwandels eng mit der dialektologischen Forschung verknüpft.

Die Einwirkung der Soziolinguistik war so stark, dass man tendenziell Linguistik und Dialektologie nur noch als Soziolinguistik betrachtete, deshalb wurde 1969 der Titel der Zeitschrift für Mundartforschung in Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik umbenannt. Die weitere Entwicklung der allgemeinen und einzelsprachlichen Linguistik war immer an die neue Soziolinguistik gebunden. Diese Wissenschaftsdisziplin liegt im Überschneidungsbereich von Linguistik und Soziologie, welche die soziale Bedeutung des Sprachsystems und des Sprach­gebrauchs, das wechselseitige Bedingungsgefüge von Sprach- und Sozialstruktur untersucht. Dabei liegt ein Forschungsschwerpunkt in primär soziologisch orientierter Richtung, die sich vorwiegend mit Normen des Sprachgebrauchs beschäftigt, d. h.: "Wann und zu welchem Zweck spricht wer welche Sprache / Sprachvarietät mit wem?" Dabei stehen Sprachgebrauch und Spracheinstellungen größerer und kleinerer sozialer Netzwerke im Vordergrund, die hauptsächlich mit Hilfe quantitativer Methoden erfasst werden. Ein weiterer, primär linguistisch orientierter Schwerpunkt geht von der prinzipiellen Heterogenität und soziologischen Strukturierung sprachlicher Systeme aus. Mit zumeist quantitativen Verfahren werden dabei sprachliche und außersprachliche Variablen (soziale Schicht, Alter usw.) ausgedrückt und interpretiert.

Die kommunikativ-pragmatische Richtung der Soziolinguistik führte in den späten siebziger Jahren zur soziolinguistisch ausgerichteten Pragmatik und Sprechakttheorie. Um diese Zeit versucht die Textlinguistik als Brücke zwischen Literatur- und Sprachwissenschaft, die Einheit des Faches Germanistik mittels soziolinguistischer Interpretationsweisen wiederherzustellen; in der Literaturwissenschaft hatte sich zwischenzeitlich die Literatursoziologie, insbesondere als Rezeptions- und Produktionsforschung eingerichtet. Die Gebrauchsbeobachtung der linguistischen Empirie ging weg von der geschriebenen Sprache und der Literatur, hin zur gesprochenen Sprache. Die Dialogforschung oder Konversationsanalyse ist nun beim realen Sprachgebrauch des Zweiergesprächs angelangt. Somit ist - nach Löffler - die Soziolinguistik zum äußeren Rahmen geworden, in dem jede empirisch-positivistische Sprachforschung unterzubringen ist. Es scheint festzustehen, dass die Soziolinguistik nicht als Universal-Linguistik bestehen kann, sondern nur auf empirischem Weg und einzelsprachlich zu betreiben ist. Desgleichen deutet sich bereits an, dass die Soziolinguistik nur eine Über­gangsdisziplin und keine bleibende Wissenschaft sein kann. Vielmehr ist sie eine Fragestellung oder Sehweise, die man bei jeder Forschung über den Menschen und seine Welt anwenden kann.

Seit den achtziger Jahren ist in der germanistischen Soziolinguistik eine deutliche Tendenz hin zur Varietätenlinguistik nach innen und zur Kontaktlinguistik (Bilingualismus, Zweitsprachen­erwerb, Dialekt-Diglossien usw.) nach außen zu erkennen. Hierin stimmt sie mit anderssprachigen Soziolinguistiken überein, so dass wiederum ein internationaler Austausch von Methoden und Ergebnissen zu beobachten ist. Andererseits gibt es viel ältere Tendenzen in der soziolinguistischen Erforschung der deutschen Sprache. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich eine Zeitlang ein großes Interesse an der Sprache des "kleinen Mannes". Das einfache Volk galt jetzt nicht mehr als Bewahrer der echten Überlieferung sondern als soziale Aufgabe für die Wissenschaft; Dialektforschung wurde von nun an als Erforschung der Volkssprache verstanden, denn soziales Engagement und soziologisches Interesse verbanden sich hier mit den alten romantischen Vorstellungen von der Echtheit der Sprache der einfachen Volksschichten. Bereits 1934 zog Adolf Bach in seinem Handbuch zur Mundartforschung eine Zwischenbilanz der sprachgeographisch-soziolo-gischen Forschungen innerhalb der Dialektologie. Ein über 50 Seiten langes Kapitel "Die Mundart in ihrer soziologischen Schichtung" behandelt fast alle Themen der neueren Sozialdialektologie[4], hatte aber damals keine nennenswerte Resonanz erzielt.

Wenngleich sich die Fachtermini "Dialekt" und "Dialektologie" gegen "Mundart" und "Mundartforschung" durchgesetzt haben, werden auch diese noch manchmal neben oder statt der anderen verwendet, da ihr Begriffsgehalt nicht klar gegeneinander abzugrenzen ist. Hein­rich Löffler  untersuchte den synonymen Gebrauch und die teilweise differenzierte Verwen­dungsweise von Dialekt und Mundart und stellt fest, dass bei Jacob Grimm die Dialekte als Äste und die Mundarten als Zweige an den Ästen eines "Sprachbaumes" erscheinen. Desgleichen wird Dialekt gelegentlich für landschaftliche Schreibweise in historischer Zeit und Mundart für die hinter einer Schrift erscheinenden, mündlichen Sprechweise verwendet. Schließlich besteht die Tendenz, die Termini Dialekt und Dialektologie für das Objekt und die Forschungsdisziplin der strukturell ausgerichteten Linguistik einzusetzen, während Mundart und Mundartforschung eher für das "untere Sprachleben" und die traditionelle sprachwissenschaftliche Forschungsrichtung gebraucht wird. Paradoxerweise wurde das Fremdwort "Dialekt" mehr angenommen als die gelehrte deutsche Entsprechung "Mundart", die aber ein Ausdruck der Fachwissenschaft geblieben ist[5] und gelegentlich noch heute verwendet wird. Etwa Claus Jürgen Hutterer bezieht sich innerhalb der Sprachinseldialektologie[6] gleichzeitig und synonym auf "Dialekte" und "Mundarten" (auch in den Komposita Orts- und Verkehrsmundarten usw.). Gerade in diesem Forschungsbereich steht der Begriff "Mundart" fast immer für "Dialekt".

Die traditionelle empirische Sprachforschung dokumentierte sich vor allem in den neueren deutschen Sprachatlanten und den begleitenden Handbüchern zu deren Methoden. Die praktischen Vorarbeiten reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, hatten in den dreißiger Jahren ihren Höhepunkt und wurden nach 1950 mehrfach theoretisch ausformuliert. Auch in der Sprachinselforschung als einer Sonderdisziplin der Mundartforschung sind soziologische Fragestellungen anzutreffen. Der Forscher fand in den Sprachinseln praktisch Laborbedingungen, da hier die sprachlichen Verhältnisse in ihrem Aufbau und ihrer Entwicklung in fremdsprachiger Umgebung noch ungestört von binnensprachlichen Vermischungen zu beobachten waren. Somit konnten in den    Sprachinseln Faktoren wie sprachliches Sozialprestige, Normbildung durch die Oberschicht, Einfluss von Religion, prägende Kraft der Amts- und Literatursprache usw. besser als in binnendeutschem Sprachraum untersucht werden.

Allerdings wurden diese jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen aus dem prakti­schem Umgang mit der Vielfalt gesprochener Sprache von der neu aufkommenden Soziolinguistik der sechziger Jahre zunächst ignoriert. Da man auch keinen unmittelbaren Zusammenhang sah, wurde der Neubeginn eher als Bruch mit der Forschungstradition verstanden und die Orientierung an nicht-deutschsprachige Vorbilder versucht. Auch in den siebziger Jahren nahm die Soziolinguistik zunächst von der sprachsoziologisch-volkskundlichen Mundartforschung keine Notiz. Sie verstand sich als eine neue eigenständige Forschungsrichtung, die ihre Vorbilder ausschließlich im angelsächsischen Bereich sah. Dies lag - nach Löffler - vor allem an den veränderten Bedingungen der germanistischen und sprachwissenschaftlichen Forschungssituation der sechziger Jahre. Dazu gehörten eine neue Inhaltsbestimmung der Germanistik und der Sprachgermanistik, im besonderen ein neues Prestige der Linguistik auf Grund ihrer Internationalität und naturwissenschaftlich-mathe­matischen Verfahrensweise, eine durch die Modefächer Soziologie, Psychologie und Politologie hervorgerufene neue Relevanz, eine neue Methodologie der empirischen Sozialforschung und der statistischen Verfahren, welche nicht numerische Befunde berechenbar machte und allgemeine gesellschaftliche Erfahrungen quantifizierbar und überprüfbar werden ließ. Erst nach der voreiligen Rezeption amerikanischer und englischer Methoden und Ergebnisse und dem zaghaften Versuch, eigene Erhebungen und Kontrolluntersuchungen zu unternehmen, wandte sich die germanistische Linguistik wieder der eigenen Tradition und den Methoden empirischer Sprachforschung zu, an die man nun - unter verändertem Erkenntnisinteresse - weitgehend anknüpfen konnte[7].

Ein wichtiger Grund für den Aufschwung der Soziolinguistik war ein besonderes Verhältnis innerhalb der beteiligten Disziplinen, nämlich die Soziolinguistik vereinigte eine Sprach­theorie im engeren und weiteren Sinn als Grammatik- oder Kommunikationstheorie mit einer Handlungs- und Gesellschaftstheorie. Alle diese Konzepte sind wegen der Komplexität ihrer Gegenstände: Sprache, Kommunikation, Interaktion und Gesellschaft auf erkenntnistheoretische Hilfskonstruktionen angewiesen. Deshalb stellt die Modellbildung einen wichtigen Bestandteil der einzelnen Fächer und auch der gesamten Soziolinguistik dar. Ausgangspunkt aller soziolinguistischer Modelle ist die Grundform eines einfachen Sender / Empfänger-Modells mit den vier Teilen: Sender, Empfänger, Kommunikationsereignis und Code. Die Komponente "Code" stellt den eigentlichen linguistischen Teil des Grundmodells dar. Der Code-Teil eines erweiterten Modells enthält Kategorien wie: grammatische Marker, Subcode, Varietäten, Texttypen, Textsorten, Stile, Soziolekte, Dialekte. Bei aller Theorie- und Modellbildung bleibt die Soziolinguistik eine empirische Wissenschaft, die auf die Sammlung, Aufbereitung und hinlängliche Erklärung feststellbarer Daten angewiesen ist.

1.2 Kontaktlinguistik: Sprachgebrauch - Sprachveränderung

Die Gegenüberstellung von langue (Sprache) und parole (Sprechen) bei Ferdinand de Saussure wird von neueren Linguisten als Code und Nachricht ausgedrückt. Dabei handelt es sich aber nicht um selbständige Bereiche. Sprechen ist das Verwirklichen von Einheiten und Regeln, die man aus der Fülle der sprachlichen Äußerungen erschließen kann. Naom Chomski bezeichnet diese Gegenüberstellung als Sprachkompetenz und Sprachverwendung, wobei competence die Kenntnis der bewussten oder auch unbewussten Sprachregeln meint, die als Grundlage für die performance, den aktuellen Gebrauch der Sprache in gegebenen Situationen dient.

Eine besondere Situation stellt der Gebrauch einer sprachlichen Varietät im Kontakt mit Sprechern einer anderen Sprache dar. Die Kontaktlinguistik hat trotz einer langen europäischen Tradition erst in den 1950er Jahren aus den Vereinigten Staaten durch Weinreich (Languages in Contact, 1953) einen neuen Arbeitsanstoß erhalten. Die späteren amerikanischen und kanadischen Sprachkontaktforscher wie Ferguson, Fishman, Haugen und Lambert haben befruchtend auf die empirische Untersuchung von Sprachkontakten gewirkt. Heute sind Fragen der Feldforschung und der Minderheitenbefragung ebenso charakteristisch für die Entwicklung der Kontaktlinguistik wie Fragen nach Methoden, Modellen und Theorien. Nach Nelde kam es zu dieser Entwicklung durch ein zunehmendes Regionalbewusstsein und eine Renaissance der Mundarten, durch die plötzliche politische Öffnung jahrzehntelang isolierter Länder in Mittel- und Osteuropa und durch eine stärkere Zuwendung zu sozialen Bedingungsfaktoren, d. h. zu einer gesellschaftsorientierten Sprachbetrachtung. Aufgabe einer Kontaktlinguistik ist die Beschreibung von Sprachen bzw. Sprachgemeinschaften in ihren Kontakten und Konflikten. Zu Konflikten kommt es vor allem dann, wenn eine Sprach­gemeinschaft sich der anderen gegenüber in einer untergeordneten Position befindet, d. h. eine sprachliche Minderheit darstellt. Die Kontaktlinguistik hat Anregungen gegeben, die Minderheitenproblematik auch auf linguistischer Ebene zu diskutieren. Die bisherigen Untersuchungen kamen zu interessanten Feststellungen über Zwei- und Mehrsprachigkeit und über Erscheinungen des Sprachwechsels. Diese haben Auswirkungen auf Fragen der Spracherzie­hung und des Sprachunterrichts und führen auch zu politischen Feststellungen. Allerdings ist vor voreiligen Verallgemei­nerungen zu warnen. Jede Sprachgemein­schaft weist eigene Kenn­zeichen auf und Sprachkontakte sind fast immer unvergleichbar, denn sie haben einen verschiedenen historisch-politischen und sozio-ökonomischen Hintergrund[8]. Möglicherweise führen weitere Erhebungen zu besseren Erkenntnissen über die Haltung der Mehrheit zur Minderheit und über Abwehrstrategien der Minderheitensprache gegenüber der sie dominierenden Sprache.

2. Feststellungen zum Sprachgebrauch

In einer Arbeit über "Sprachgebrauch - Sprachanpassung"[9] untersuchen 1998 drei Tübinger Autoren (der Leiter des Forschungsbereichs und zwei Stipendiatinnen) in einem Band die Entwicklungslinien des Sprachverhaltens sowohl in einer repräsentativen Region Rumäniens (Banat und Sathmarer Gebiet) als auch unter den ausgesiedelten Donauschwaben bezüglich ihres Sprachverhaltens und des heutigen Gebrauchs der deutschen Sprache als Mutter- und Fremdsprache bzw. der Verwendung bestimmter sprachlichen Varietäten der deutschen Sprache. Dieser Band ordnet sich in die Reihe ähnlicher Untersuchungen über die aktuelle Verwendung und die Perspektiven des Deutschen in Rumänien, Ungarn und in anderen Ländern ein. Hier ist zuerst auf eine Studie zur ungarisch-deutschen Zweisprachigkeit im Stadtbezirk Fünfkirchen / Pécs von 1990 zu verweisen. Innerhalb dieses Pilotprojektes wurden die Untersuchungsinstrumente Anfang August 1990 in Fünfkirchen festgelegt, die Befragungen im September durch das Interviewteam der Brüsseler Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit mit Unterstützung Fünfkirchner und Budapester Kollegen durchgeführt, die Umfragedaten in Brüssel elektronisch verarbeitet, statistisch ausgewertet und im darauf folgenden Jahr publiziert[10]. Anders geht Maria Mirk (1997) vor, die den Sprachgebrauch einer einzigen ungarischen Ortschaft (Pilisszentiván / Sanktiwan bei Ofen) umfassend dokumentiert[11]. Dagegen geht Sorin Gadeanu (1998) vom aktuellen Gebrauch der deutschen Sprache in Temeswar aus, um Tendenzen in der Sprachentwicklung in ganz Rumänien auszumachen[12]. Dieser Ansatz sollte ausgebaut werden. Hervorzuheben ist noch die umfassende soziolinguistische Untersuchung von Nelu Bradean-Ebinger (von 1997) zum Sprachgebrauch der Ungarndeutschen, und auch der Donauschwaben[13].

2.1 Perspektiven der deutschen Dialekte und deutschen Minderheiten in den Siedlungsgebieten

Obwohl das Verschwinden der Dialekte schon seit langem vorausgesagt wurde, ist die Zahl der ausgestorbenen Dialektmerkmale - zum Unterschied von lexikalischen Elementen - eigentlich gering. Die Rückläufigkeit der Dialekte zeigt sich demnach nicht so sehr innerhalb des Sprachsystems, sondern auf pragmatischer Ebene. Anhand seiner Untersuchungen in Ungarn nennt Jenö Kiss folgende Begleiterscheinungen dieser Entwicklung:

Der Anwendungsbereich der Dialekte wird immer kleiner, d. h. der Dialekt wird in immer weniger Sprechsituationen gebraucht.

Die Zahl der Dialektsprecher wird immer geringer, denn zum einen verlassen viele das Dorf, zum anderen wechseln viele infolge der besseren Schulung und bestimmter Funktionen im öffentlichen Leben in eine andere Sprachvarietät.

Die dialektale Prägung der Dialekte verblasst und führt zu regionalen Dialekten bzw. zu umgangssprachlichen Varietäten der Standardsprache. Allerdings gibt er zu bedenken, dass die europäi­schen Dialekte auch aus pragmatischer Sicht sehr unterschiedlich sind, je nach mehr oder weniger großem Ausmaß der Zwei- oder Mehrsprachigkeit (etwa die Abweichungen im deutschen Sprachraum zwischen Süd- und Norddeutschland, zwischen Österreich und der Schweiz), je nach dem Gewicht der neben der Staatssprache vorhandenen Minderheitensprachen, nach dem gesellschaftlichen Ansehen der Dialekte[14].

Auch Bradean-Ebinger kommt durch seine soziologischen Erhebungen von 1984 und 1994 zu ähnlichen Feststellungen bezüglich der ungarndeutschen Mundarten. Nach ihm wird die deutsche Mundart hier durch die deutsche Standardsprache ersetzt, weil die deutsche Mundart als Verkehrsmittel in einer veränderten, modernen Soziostruktur und -kultur nicht mehr fungieren kann. Voraussichtlich werden der nächste Generationswechsel und die weitere Reduzierung der Mundartsprecher zum Verschwinden des Dialekts führen. Der Autor mahnt an, dass diese Tatsachen auch als Ausgangspunkt für die weiteren sprachpolitischen Maßnahmen in Ungarn dienen sollten[15].

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt eine kontaktlinguistische Umfrage[16], die u. a. Aufschluss über den Muttersprachgebrauch in deutschsprachigen Familien gibt und ein speziell ungarisches Modell für die mehrsprachige Erziehung ungarndeutscher Kinder erstellen will. Nach Meinung der Autoren wird einmal durch eine mehrsprachige Erziehung die sprachlich-kulturelle Identität der Ungarndeutschen bekräftigt und gesichert, was zu einer besseren gesellschaftlichen Integration beitragen kann. Andererseits vermittelt die daraus resultierende und zumindest zweifache Sprachkenntnis der Zielbevölkerung dem ungarischen Staat eine günstigere Ausgangsposition bei den bevorstehenden erweiterten wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu seinen deutschsprachigen Nachbarn, vor allem zu Österreich und Deutschland, aber auch zu anderen Ländern Europas mit deutschsprachiger Bevölkerung.

Im Falle der Donauschwaben, die zum geringen Teil noch in den Siedlungsregionen in Osteuropa, zum größeren Teil nach der Aussiedlung in Deutschland, Österreich, Frankreich und Übersee von vornherein verschiedene Dialekte sprechen, ist je nach der überdachenden Staatssprache und dem vorherrschenden regionalen Dialekt eine Vielzahl von sprachlichen Varietäten zwischen Dialekt und Standardsprache, über Diglossie und der Verwendung dreier Sprachvarianten (etwa alter und neuer Dialekt neben einer umgangssprachlichen Standardsprache, mit vorherrschender Tendenz zu einer sprachlichen Integration in die vorherrschende Varietäten der neuen Heimatregion zu beobachten, wobei die Integration in eine ähnliche (rheinfränkische, schwäbische oder bairische) Dialektlandschaft wie der mitgebrachte Dialekt rascher als in eine fremde Dialektlandschaft verläuft, und im zweiten Fall die Kommunikation über die Standardsprache bevorzugt wird.

In Rumänien gab es eine grundlegende Veränderung der Situation der deutschen Sprache durch ihre Verdrängung als Dialekt und als Standardsprache. Vor dem zweiten Weltkrieg war die Verkehrssprache in der Arbeits- und Geschäftswelt vor allem in den Siedlungsgebieten in Siebenbürgen und im Banat die eigene Mundart oder das Hochdeutsche, sie waren es auch im politischen Leben der Gruppe und in einem Teil des öffentlichen Lebens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Beruf und im öffentlichen Leben nur noch rumänisch gesprochen, und selbst als Schulhofsprache hat sich das Rumänische durchgesetzt. Auch international hat die deutsche Sprache nach 1945 viel an Bedeutung verloren. In Rumänien wurde sie infolge der veränderten politischen Verhältnisse zurückgedrängt und hat die Tendenz, nur noch zur Privat- und Familiensprache zu werden. Das wirkte sich auf die Sprachfähigkeit der jungen Generation aus, und rumänisch-deutsche Interferenzen wurden zum großen Problem der Schularbeit, während es vor 1945 dieses Problem gar nicht oder kaum gab. Die Isolierung vom deutschen Sprach- und Kulturraum infolge der Reisebeschränkungen, infolge des Wegfalls der Studienmöglichkeiten im Ausland und der nur losen kulturellen Kontakte schwächte und gefährdete die Existenz der deutschen Minderheit in Rumänien. Diese Isolierung wirkte sich auf die sprachliche und kulturelle Entwicklung negativ aus und wies die Gruppe einseitig auf die eigene Tradition zurück.

Unter diesen Umständen ist es schwierig, eine Prognose für die Zukunft und das Weiterbestehen der deutschen Minderheit in Rumänien zu stellen. Walter König hat es 1989 mit Blick auf soziologische Gesetzmäßigkeit versucht und schrieb:

"Mit einer Prognose für die Zukunft der Deutschen in Rumänien wird man vorsichtig sein. In den Sozialwissenschaften gibt es seit Jahrzehnten die These von der 'self-fulfilling prophecy', von der sich selbst erfüllenden Vorhersage: Eine Erwartung, eine Prophezeiung führt zu deren Erfüllung oder trägt minde­stens zur Erfüllung bei. Ob die kleine Gruppe der Deutschen in Rumänien noch eine Zukunft hat, wird davon abhängen, ob sehr bald eine grundlegende Veränderung der politischen und der Lebensverhältnisse eintritt, ob nicht schon zuviel zerstört worden ist und ob vor allem das gestörte Vertrauen wieder aufgebaut werden kann und noch genügend Menschen einen Sinn darin sehen und die Kraft aufbringen, in der angestammten Heimat zu bleiben[17].

Was den Unterricht in deutscher Sprache anbelangt, enthält das im Juni 1995 beschlossene rumänische Unterrichtsgesetz zwar restriktive Bestimmungen, aber die Existenz der deutschsprachigen Schulen und Abteilungen ist - bei korrekter Anwendung der Bestimmungen - von der gesetzlichen Basis her gesichert[18]. Voraussetzung für den Fortbestand der Schulen ist allerdings, dass sie ihr Niveau halten und dadurch auch für mehrheitlich rumänischen Schüler attraktiv bleiben. das ist eine Frage der Lehrerbildung und -fortbildung und vor allem der Lehrerversorgung. Und gerade der Lehrermangel gibt Anlaß zu großen Sorgen. Viele Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen - vor allem auf dem Land - haben keine Berufsqualifikation erworben, und in der Gymnasialstufe muss an vielen Schulen ein Teil des Fachunterrichts in rumänischer Sprache erteilt werden, weil deutschsprechende Lehrkräfte fehlen. Werbung für den Lehrerberuf (trotz schlechter Bezahlung) ist nach König[19] zurecht der wichtigste Schlüssel zur Sicherung der Qualität der Schularbeit und damit der Existenz der deutschen Schulen. Die Erhaltung dieser Schulen wird nicht ganz aus eigener Kraft, nicht ohne Hilfe von außen möglich sein. Wünschenswert wäre die Einbindung in die Förderung im Rahmen des deutschen Auslandschulwesens. Für die Sprachgruppe und die Region ist es entscheidend wichtig, die noch bestehenden traditionsreichen deutschen Schulen zu unterstützen. Diese Schulen können auch unter veränderten Voraussetzungen Mittler deutscher Kultur und Sprache bleiben und zugleich Verständnis wecken für die Pflege und Erhaltung der deutschen Kultur in Rumänien als Teil der Kultur und Geschichte dieser Region.

2.2 Situation und Chancen der deutschen Sprache in Südosteuropa

Als in den 1980er Jahren Russisch als schulische Pflichtsprache abgeschafft wurde (in Ungarn 1988), traten Deutsch und Englisch (bzw. Englisch und Deutsch) an dessen Stelle. Die fehlenden Deutsch- und Englischlehrer sollten durch ein Umschulungsprogramm von Russischlehrern ersetzt werden[20]. In Ungarn wurden seither neue germanistische und anglistische Institute an Universitäten und Hochschulen gegründet. Ab 1989 /  strömten Scharen von Gastlehrern aus Deutschland und Österreich an ungarische und rumänische Hoch- und Mittelschulen, besonders an zweisprachige Gymnasien. Die euphori­sche Entwicklung der Politik übertrug sich damals auch auf die Schulpolitik. Nach Bradean-Ebinger[21] wählten in den ungarischen Grundschulen (Klassen 1 - 8) 55 % der Schüler Deutsch und 45 % Englisch als erste Fremdsprache, während in den Gymnasialklassen 9 - 12 das Verhältnis umgekehrt ist. Nach einer Erhebung der Goethe-Institute vor Ort ergibt sich in Ostmittel- und Osteuropa folgendes Bild des Fremdsprachenunterrichts[22]: In einigen Ländern wird Deutsch vor Englisch bevorzugt (s. Tabelle 1).

In Rumänien führt traditionsgemäß Französisch als erste Fremdsprache, gefolgt von Englisch 26 %, während auf Deutsch bloß 6 % entfallen. In den übrigen Ländern überwiegt Englisch vor Deutsch (s. Tabelle 2).

Was die Sprachkenntnisse betrifft, sprechen nach einer Erhebung der europäischen Kommission[23] in 13 ostmitteleuropäischen Ländern im Durchschnitt je 12 % der Bevölkerung deutsch und englisch, z. B. in Polen: 28 % russisch, 13 % deutsch, 11 % englisch, 3 % französisch. In Tschechien: 36 % russisch, 33 % deutsch. Nach dieser Erhebung sprechen in Ungarn nur 20 % der Bevölkerung eine Fremdsprache, davon 8 % deutsch, 6 % englisch und 3 % russisch.

Die Motivation zum Erlernen - oder auch zur Erhaltung - der deutschen Sprache in dieser Region ist durch die Möglichkeit des Deutschen als Verkehrssprache vor allem in der Wirtschaft, aber auch im Tourismus, im Gewerbesektor und im Bereich der Kultur gegeben. Die Öffnung nach Westen in den 1990-er Jahren, die zahlreichen Stipendien und Arbeitsmöglichkeiten im deutschsprachigen Ausland tragen vor allem in Ungarn, doch zunehmend auch in Rumänien - zum Anwachsen des Prestiges und zu einer Rollenerweiterung der deutschen Sprache bei. An Sprachschulen besucht man Kurse in Wirtschaftsdeutsch, es sind Dolmetscher und Übersetzer für wirtschaftliche und technische Fachtexte, Verhandlungen und Werbung gefragt.

 

Tabelle 1

 

Ungarn

Deutsch 49 %

Englisch 43 %

Tschechien

Deutsch 48 %

Englisch 45 %

Slowakei

Deutsch 30 %

Englisch 25 %

Tabelle 2

 

Slowenien

Englisch 70 %

Deutsch 30 %

Kroatien

Englisch 63 %

Deutsch 30 %

Bulgarien

Englisch 49 %

Deutsch 20 %

Estland

Englisch 31 %

Deutsch 14 %

Littauen

Englisch 54 %

Deutsch 35 %

Polen

Englisch 36 %

Deutsch 23 %

Ukraine

Englisch 72 %

Deutsch 18 %

Rußland

Englisch 53 %

Deutsch 18 %

Im gegenwärtigen Trend wird die deutsche Sprache aufgewertet, und dazu tragen auch die Donauschwaben in Ungarn und Rumänien bei, die zum Teil ihre verblassten, noch passiv vorhandenen Sprachkenntnisse aufwerten und aktivieren[24]. Auch an diese Adressatengruppe wendet sich eine aktuelle Aktion der in Temeswar erscheinenden Tageszeitung "TIMISOARA", die wöchentlich zwei Seiten in deutscher Sprache abdruckt. In der Ausgabe vom 21. September[25] sind verschiedene Beiträge zur Tagespolitik, aber auch den kleinen Beitrag "Feier in jedem Glas", in dem nun offen "der ersten Bierbrauerei Rumäniens" gedacht wurde, die am 1. Januar 1718 in Temeswar ihren Betrieb aufnahm. Eine weitere Stellungnahme[26] wendet sich "gegen extremistische Tendenzen aller Art" und wirbt um Verständnis für die Beilagen der Zeitung TIMISOARA in den Sprachen der Banater Minderheiten. Ein Kommentar[27] schließlich spricht sich sogar für Hochschulunterricht in den Sprachen der Minderheiten Rumäniens aus (gemeint ist wohl ungarisch und deutsch) und beruft sich dabei auf Dänemark, das eine schwedische Universität bei einem Prozentsatz der schwedischen Minderheit von nur 0,4 % unterhält. Der pathetische Schluss: "Wer Ohren zu hören hat, der sollte hören und möge er bei klarem Verstand sein!" deutet bereits auf die Übersetzungsschwierigkeiten hin, auf die Personen mit ungenügend Deutschkenntnissen stoßen. Hier Abhilfe zu schaffen, wäre ein lohnendes Arbeitsfeld der noch (bzw. wieder) funktionierenden Germanistikabteilung der Temeswarer West-Universität. Dabei ist festzuhalten, dass es in Rumänien deutsche Studiengänge nicht nur in Temeswar, sondern auch an den Universitäten in Bukarest, Hermannstadt, Klausenburg, Kronstadt und Bukarest gibt. Auch an der Technischen Universität Temeswar besteht seit 1991 an der Fakultät für Bauwesen eine Abteilung mit deutscher Unterrichtssprache, an der Lyzeumsabsolventen deutscher, rumänischer und ungarischer Muttersprache studieren, darunter auch einige Absolventen deutscher Lyzeen. Unterstützt wird die Abteilung durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und das Österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr durch die Bereitstellung eines deutschen und eines österreichischen Lektors sowie durch großzügige Sachspenden der Kooperationspartner, der TU München, der TU Graz sowie der ETH Zürich, wo Temeswarer Studenten ein Praktikum absolvieren und auch ihre Diplomarbeit schreiben können.

Bekanntlich gibt es in Temeswar noch ein Deutsches Staatstheater und am Germanistiklehrstuhl der West-Universität Temeswar wird nach der Wende von 1989 wieder Deutsch als Muttersprache gelehrt. Zudem gibt es hier eine deutsche Schauspielklasse, deren Absolventen aber nicht nur auf der Temeswarer Bühne spielen werden. Im ungarischen Szekszárd (in der Schwäbischen Türkei) besteht auch eine deutsche Bühne, für die aber keine deutschen Schauspieler in Ungarn ausgebildet werden können. Deshalb erging das Angebot an Absolventen ungarischer Gymnasien, sich mit Stipendien der "Donauschwäbischen Kulturstiftung" aus Deutschland in Temeswar für den Schauspielberuf vorzubereiten. Die bereits erwähnte "Banater Zeitung" stellt nun die 1976 im ungarischen Szeged geborene Ildiko Frank vor[28], die als Stipendiatin seit 1996 an der deutschen Schauspielklasse in Temeswar studiert und nach dem Studienabschluss am Deutschen Staatstheater Szekszárd, aber auch in Budapest und Temeswar spielen wird.

In den Sprachinseln Ungarns sind die Entwicklungstendenzen des deutschen Dialekts unterschiedlich. Die eindeutig dominierende Tendenz ist die Regression, unterschiedlich ist, nach Maria Mirk nur der momentane Stand der Assimilation in den jeweiligen Dörfern. Die Autorin verweist im Abschluss ihrer Untersuchung über den Sprachgebrauch in Sanktiwan bei Ofen[29] auf die Auswirkungen des Minderheitengesetzes von 1993, das den nationalen und ethnischen Minderheiten in Ungarn individuelle und gemeinschaftliche Rechte sichert, die Frage des örtlichen Sprechers und der Minderheitenselbstverwaltungen regelt. Bis Juni 1995 wurden auf dieser Grundlage im Land 126 deutsche Minderheitenselbstverwaltungen gegründet und durch "positive Diskriminierung" die Voraussetzungen für das Aufhalten der Assimilation geschaffen. Das Minderheitengesetz sichert die finanzielle Unterstützung der Minderheitenselbstverwaltungen und des Sprachunterrichts. Ein langfristiges Entwicklungskonzept für den Minderheitenunterricht sieht die Erweiterung des zur Zeit vorherr­schenden zweisprachigen Unterrichts und die Einführung der Minderheitensprache als Unterrichts­sprache in möglichst vielen Schulen vor. Die angesprochenen Maßnahmen und Institutionen sind bemüht, die Minderheitensprachen zu erhalten und ihre Pflege auch institutionell zu fördern. Das Problem besteht aber - nach Maria Mirk - in der Umsetzung der Prinzipien in der Praxis. In den Schulen werden unqualifizierte Lehrkräfte für den Deutschunterricht eingestellt, weil viele Pädagogen mit guten Sprachkenntnissen von der freien Wirtschaft (besonders vom Außenhandel) abge­worben werden. Für den zweisprachigen Unterricht gibt es aus dem Staatshaushalt einen Pro-Kopf-Zuschuss der es den Selbstverwaltungen ermöglicht, in den Grundschulen einen angemessenen Unterricht auf­rechtzuerhalten. Wo die Voraussetzungen dafür fehlen., kann der zweisprachige Unterricht freilich nicht effektiv funktionieren. Wohin diese Entwicklung führt, wird sich in den nachfolgenden Jahren und Jahrzehnten erweisen.

2.3 Deutsch als Wirtschaftssprache in der Region

In einer Zeit der Globalisierung der Wirtschaft und der Kommunikation erleben wir einen Wettkampf der großen Verkehrssprachen, vor allem Englisch, Französisch und Deutsch als die drei EU-Arbeitssprachen. Bekanntlich investieren Großbritannien und die USA Milliarden in die Entwicklung und Verbreitung von Englisch als Fremdsprache durch die Ausbildung und Entsendung von Sprachlehrern in alle Welt, nicht nur zur Verbreitung des american way of life, sondern viel mehr als Vertreter der neoliberalen Wirtschaft und Politik. Frankreich führte immer schon seine offensive Sprachpolitik der Frankophonie zur Verbreitung der französischen Sprache und Kultur. In Budapest wurde 1996 eine NATO-Sprachschule zur fremdsprachlichen Ausbildung von ostmitteleuropäischen Offizieren gegründet, in der nicht nur Englisch, sondern auch Französisch und Deutsch gelehrt wird.

Als traditionelle Verkehrssprache im ostmitteleuropäischen Raum ist Deutsch heute vor allem als Wirtschaftssprache gefragt. Die Wende von 1989 Rumänien gegen den Westen geöffnet und die Möglichkeit geschaffen, an alte Beziehungen, auch an den deutschsprachigen Raum, anzuknüpfen. Trotz der noch vorhandenen Schwierigkeiten werden vor allem die wirtschaftlichen Kontakte ausgebaut. Diesen Zweck verfolgte der kürzlich in Temeswar abgehaltene Deutsch-rumänische Wirtschaftstag[30]. Er wurde vom Deutschen Generalkonsulat in Temeswar und dem Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsklub (mit Sitz in Arad) im renommierten Adam Müller-Guttenbrunn-Haus veranstaltet, um Rumänien als Investitionsland zu präsentieren. Die über 130 Teilnehmer diskutierten über Themen wie: "Rechtliche Rahmenbedingungen für ein Engagement in Rumänien", "Kapitalmarkt und Bankwesen in Rumänien" oder "Kapitalmarkt und Bankwesen in Rumänien". Unter den Beteiligten gab es sowohl bereits in Rumänien engagierte deutsche Unternehmer, Investoren, die sich für Rumänien interessieren und die rumänische Seite aus den Bereichen Verwaltung, Legislative und Wirtschaft. Es wurde ersichtlich, dass sich deutsche Unternehmer für die Zukunft Klartext in den Erklärungen wünschen und die Vertreter der westrumänischen Seite daran interessiert ist, die Vorstellungen deutsche Unternehmer und Investoren kennenzulernen. Die Verständigung wurde durch Dolmetscher des Deutschen Konsulats in Temeswar und durch firmeneigene Dolmetscher gewährleistet. Es setzte sich die Er­kenntnis durch, dass Rumänien als Investitionsland besser als sein Ruf sei.

Eine Vorreiterrolle im Ausbau der Beziehungen zum deutschsprachigen Raum spielen Siebenbürgen und Westrumänien dank ihrem besonderen historischen Werdegang. Trotz des noch vorhandenen deutschen Sprachunterrichts auf allen Schulstufen scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Orientierung auf das Englische als Verkehrssprache für Tourismus und Wirtschaftsbeziehungen Vorrang zu haben. So ist zum Beispiel die vierteljährlich erscheinende Informationsschrift TIMISOARA[31] englisch abgefasst. Allerdings sind die Schlagwörter des Titelblattes: What, Where, When daneben auch deutsch abgedruckt: Was, Wo, Wann (und zur Sicherheit auch rumänisch: Ce, Unde, Când). Die Reklame für die seit 1918 bestehende Temeswarer Bierfabrik enthält einen versteckten Hinweis auf die österreichische Geschichtsetappe der Stadt. Und auf dem Infoblatt S. 4 / 5 sind die nützlichen Auskünfte über Polizei, Arzt, Devisen, Verkehr usw. fairerweise zuerst englisch, dann deutsch (vor französisch), anschließend noch italienisch, ungarisch und serbokroatisch verfasst, wobei man den Sprachen der wichtigsten Besuchergruppen Rechnung trägt. Auf S. 21 bietet eine graphisch hervorgehobene Informationsspalte in deutscher Sprache Nachrichten aus dem Immobilienmarkt an, für den man sich offensichtlich auch deutsche Investoren erhofft. Das geht bereits aus dem ersten Absatz hervor: "Obwohl der Immobilienmarkt in den letzten Monaten nicht mehr so dynamisch war, bewahren die Grundstücke weiterhin ihre Bedeutung, nicht zuletzt für jene drei Arten von Kunden, die in diesem Bereich investieren. Es sind dies: Firmen, die Grundstücke kaufen, um einen Geschäftssitz zu bauen; Privatpersonen, die auf dem Grundstück ein Haus / eine Villa bauen wollen; Personen, die in der Landwirtschaft investieren möchten und dafür Boden erwerben." In Einzelfällen wurden von deutschen Staatsbürgern in Rumänien Firmen, handwerkliche und landwirtschaftliche Betriebe gegründet. Man hofft durch Mitteilungsblätter wie "TIMISOARA" die Investitionsbereitschaft potentieller Manager zu erhöhen.

2.4 Die auswärtige Sprachpolitik der Bundesrepublik Deutschland

Sprache ist nicht nur Kommunikationsmedium, sondern auch ein Vermittler von Kultur; sie kann auch Gegenstand der Politik sein. In der Bundesrepublik Deutschland wird gelegentlich über die heutige Rolle des Deutschen in Europa diskutiert. Dass an dieser Diskussion nicht nur Organisationen aus dem Sprachbereich und die Hochschulen, sondern auch die Presse und zahlreiche Ministerien und Behörden beteiligt sind, ist ein Beleg dafür, dass Sprachpolitik eine politische Komponente besitzt. Die auswärtige Sprachpolitik Deutschlands wurde kürzlich von einem ausländischen Germanisten untersucht. Dabei kam er zu bemerkenswerten Feststellungen[32], die im folgenden zusammengefasst werden sollen. Davidheiser hatte während eines Forschungssemesters in Deutschland 1996 die Möglichkeit, mit zahlreichen Vertretern der Bundesregierung, der Europäischen Union, der Mittlerorganisationen im Kulturbereich und mit Hochschulstellen über die Stellung des Deutschen in Europa seit der Wiedervereinigung Deutschlands zu sprechen. Der amerikanische Germanist untersuchte die auswärtige Sprachpolitik der Bundesrepublik Deutschland von 1992 bis 1996 und die Situation von Deutsch als Fremdsprache in Mittel- und Osteuropa sowie in der GUS. Als Außenstehender vermittelt er eine objektive Sicht zu dieser Problematik.

Nach Davidheiser hat die Beliebtheit der deutschen Sprache in Ost- und Südosteuropa bedeutende Konsequenzen für die deutsche Regierungspolitik. Nach einer Kontroverse über das Wesen der staatlichen Sprachpolitik wurden Struktur und Aufgaben des vom Auswärtigen Amt finanzierten Goethe-Instituts überdacht und die Forderung verstärkt, Deutsch zu einer Arbeitssprache der Europäischen Union zu machen[33]. Ausgang der 1970er Jahre schuf die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages offiziell die Grundlage für die Auswärtige Kulturpolitik als dritte Säule der deutschen Außenpolitik neben den politischen und den internationalen wirtschaftlichen Beziehungen. In Gesprächen mit Davidheiser wiesen einige Regierungsvertreter darauf hin, dass in Bonn Anstrengungen unternommen werden, um die Nachfrage nach Deutsch zu befriedigen und die Stellung der deutschen Sprache zu verbessern. Nach der Öffnung der Grenzen im Osten kam es zur Umstrukturierung des Goethe-Instituts. Von 1988 bis 1996 wurden zehn Institute (vor allem in westlichen Ländern) geschlossen und 18 Goethe-Institute eröffnet, vor allem in Mittel- und Osteuropa und in der GUS. Mehr als zwei Drittel aller Personen, die Deutsch lernen und gleichfalls zwei Drittel der Deutschlehrkräfte auf allen Ebenen leben in dieser Region. Deshalb wurde hier ein dreijähriges Sonderprogramm 1993 gestartet und 1996 verlängert. Trotz verstärkter Anforderungen nahm der Haushalt des Goethe-Instituts aber nur leicht zu. Dabei muss es seinen Verpflichtungen sowohl zur Pflege der deutschen Sprache im Ausland als auch zur Förderung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit (durch Kunstprogramme, Filme und Wortveranstaltungen) gerecht werden[34].

In Deutschland wird vielfach gefordert, das Erlernen der deutschen Sprache im Ausland in einer Zeit zu fördern, in der besonders in Mittel- und Osteuropa die Nachfrage nach Deutsch zunimmt. Einige Entscheidungsträger treten dafür ein, die finanzielle Unterstützung der deutschen Sprache im Ausland beizubehalten, obwohl andere Bereiche staatlicher Tätigkeit bereits größere Haushaltskürzungen hinnehmen müssen. Andere sind der Auffassung, dass in der gegenwärtigen Situation, wo die wachsende Nachfrage nach Deutschunterricht mit der wirtschaftlichen Rezession zusammentrifft, eine klarere Kultur- und Sprachpolitik notwendig wird. Eine dritte Gruppe möchte die Zentralisierung der Förderung des Deutschunterrichts verhindern und die Autonomie der zahlreichen Mittlerorganisationen bewahren. Es sind dies der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der deutsche Lehrkräfte und Forscher ins Ausland vermittelt und Stipendien für das Studium in Deutschland vergibt; das Goethe-Institut, das Sprachkurse und Fortbildungsveranstaltungen für Deutschlehrer anbietet; Inter Nationes versorgt den Deutschunterricht im Ausland mit Lehrmaterial und die Deutsche Welle strahlt deutschsprachige Radio- und Fernsehsendungen aus, die weltweit empfangen werden können; schließlich entsendet die Zentralstelle für das Auslandschulwesen Deutschlehrkräfte und Fachberater für Deutsch und betreut das Auslandsschulwesen.

Im Resümee seiner Untersuchung begründet Davidheiser[35] sein Plädoyer für die Förderung und Ausweitung des auswärtigen Deutschunterrichts und der Kulturbeziehungen mit der Notwendigkeit solcher Programme, um latente Vorbehalte aller Art gegen die belastete deutsche Vergangenheit abzubauen. Weitere Kürzungen der Förderung im Sprach- und Kulturbereich wären ein schwerer Schlag für Deutschlands Stellung in der Welt. Da Sprach- und Kulturprogramme 1996 nur 0,25 % des Bundeshaushalts ausmachten, gibt es kaum vernünftige Gründe, in diesem Bereich erneut Kürzungen vorzunehmen. Sprach- und Kulturprogramme werden verstärkt gebraucht, um Deutschlands Weltoffenheit und insbesondere seine Offenheit gegenüber einem Europa zu zeigen, dass eine stärkere Integration anstrebt. Gerade Deutschland mit seiner besonderen Vergangenheit muss unermüdlich daran arbeiten, seine Politik des "good will" über Kulturveranstaltungen bekanntzumachen. Und als ein besonders exportabhängiges Land sollte Deutschland jene Menschen ermutigen, die ein Interesse zeigen, seine Sprache zu erlernen und mit ihr am internationalen Dialog teilnehmen.

2.5 Förderung der deutschen Sprache und Kultur in Ostmittel- und Südosteuropa

Die Sprache ist Spiegelbild der Denkweise und der Mentalität dieser Völker. Jedes Volk lebt in Südosteuropa zusammen mit Volksgruppen anderer Nationalität, in den meisten Fällen Minderheiten, die im Nachbarland das Mehrheitsvolk bilden, so dass eine Reihe von Sprachinseln entstanden sind, die an die offizielle Vielsprachigkeit Mitteleuropas erinnern. In den nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Nationalstaaten leben überall mehrere Nationalitäten, mit den Problemen aber auch Möglichkeiten, die daraus entstehen. Hervorzuheben ist die jüdische, die Mitteleuropa ihren Stempel in allen Lebensbereichen aufgeprägt hat. Außer den Juden sind es noch die Deutschen und Ungarn, die heute als Minderheiten in den meisten Ländern dieser Region leben. Auch die sprachlichen Beziehungen können - neben vielen anderen, eine Brückenfunktion zwischen den Sprachgemeinschaften erfüllen.

Eine zentrale Aufgabe in der Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur kommt den ausländischen Goethe-Instituten zu, die auch in Mittel- und Südosteuropa aktiv sind. Kürzlich wurde in der Bukarester deutschen Tageszeitung[36] vom Bukarester Goethe-Institut und der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft in Jassy / Jaºi die Leitungsstelle des Jassyer Kulturzentrums inseriert, wo Unterricht im Fach Deutsch als Fremdsprache erteilt, Kurse und Prüfungen in diesem Fach veranstaltet und kulturelle Veranstaltungen des Deutschen Kulturzentrums durchgeführt werden. Um den Gebrauch der deutschen Sprache und Kultur zu fördern, muss vor allem im Bereich des Unterrichts angesetzt werden, und damit der Sprachunterricht funktionieren kann, müssen dafür die Rahmenbedingungen geschaffen werden, sei es auf staatlicher oder auf privater Ebene. Zurecht warten Schulleiter und Kulturfunktionäre deshalb nicht bloß die staatliche Unterstützung ab, sondern greifen auch zur Selbsthilfe, schließen Patenschaften ab und gründen Stiftungen zur Unterstützung und Förderung ihrer Einrich­tungen. Zu diesem Zweck will z. B Direktor Ovidiu Gant des Temeswarer Lenau-Gymnasiums eine Stiftung ins Leben rufen, als deren Mitglieder ehemalige Lehrer und Schüler dieser renommierten Banater Schule zusätzliche finanzielle Mittel zur Sicherung des optimalen Schulbetriebs beschaffen sollen[37]. Der Erfolg dürfte nicht ausbleiben.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Existenz einer ausreichenden Zahl gut ausgebildeter und motivierter Deutschlehrer. Auf die Problematik einer geplanten ungarisch-deutscher Hochschule "Petöfi-Schiller" in Klausenburg, gerade wegen des Fehlens dieser Voraussetzung, wurde bereits verwiesen. Auf die sprachlichen Probleme und Aufgaben des Deutschunterrichts in Ländern mit deutschen Sprachresten und kleinen Minderheiten wie Ungarn (was zum Großteil auch für Rumänien zutrifft), weist der Soziolinguist und Deutschdidaktiker mit Spezialerfahrung in Bilingualismus und Diglossie Kurt Rein hin[38]. Er stützt sich dabei auf sprachdidaktischen Erfahrungen aus Ungarn, Rumänien und der Karpato-Ukraine. Nach Rein ist die Hauptaufgabe des Minderheiten-Deutschunterrichts die passive und aktive Kompetenzförderung des Deutschen neben den jeweiligen Landessprachen Ungarisch, Rumänisch, Ukrainisch, Russisch usw. Um effektiv zu sein, benötigt ein solcher Deutschunterricht besonderer Unterrichtsmethoden, einmal abgesehen von den organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Die Merkmale für Muttersprachenunterricht , wie sie in Rumänien für die ungarischen und deutschen Schulen bzw. Abteilungen heute noch gegeben sind, fehlen in Ungarn weitgehend durch die Beschränkung des Deutschen auf reinen Sprachunterricht in 2 - 5 Wochenstunden. Da die Primärsprache der meisten Schulkinder die jeweilige Landessprache ist, gehen die meisten Didaktikern (etwa des Goethe-Instituts) nicht von der Notwendigkeit eines Muttersprachenunterrichts im klassischen bzw. reduzierten Sinn wie bei den Ungarndeutschen, sondern vom standardisierten Fremdsprachenunterricht mit der entsprechenden Unterrichtsmethode aus. Dabei wäre aber eine spezifische Mischform des Deutschunterrichts für Gebiete mit deutschsprachigen Resten erforderlich, da Schüler von Ungarn- oder Rußlanddeutschen wenn auch keine Sprachkenntnisse, so doch eine emotionale Bindung und eine aktive bzw. zumindest passive Beziehung zum Unterrichtsgegenstand und dadurch - nach Rein - auch Recht auf einen besonderen Unterricht haben. Deutsch ist für sie nicht mehr eine voll zur Verfügung stehende Muttersprache, steht ihnen aber als funktionale und emotionale Zweitsprache neben der ersten oder der Muttersprache viel näher als z. B. Englisch oder Russisch in Ungarn. Diese nach engl. second language benannte Sprachform wurde in Deutschland bereits an Kindern von Gastarbeitern für das Fach Deutsch untersucht, was weitreichende Folgen in den Bereichen Lehrmaterialien und Lehrerausbildung hatte.

3. Perspektiven der deutschen Varietäten in Ostmittel- und Südosteuropa

Soziolinguistische und empirische Untersuchungen in Rumänien und Ungarn kamen zur Feststellung, dass der Dialektgebrauch aus verschiedenen Gründen in den letzten Jahrzehnten zugunsten der deutschen Standardsprache und der Sprache der jeweiligen Staatsnation drastisch zurückgeht. Die dominierende Tendenz ist die Regression, wobei der Assimilationsstand in den einzelnen Sprachinseln verschieden ist. Die Assimilation ist auch kennzeichnend für den aktuellen Sprachstand bei der jungen Generation der ausgesiedelten Donauschwaben, während die ältere sich in ihr sprachliches Umfeld in Deutschland integriert. Dennoch wird Deutsch noch immer in Südosteuropa gesprochen und gern gelernt. Statistiken belegen, dass Deutsch in Ungarn an erster Stelle der erlernten Fremdsprachen steht. In Rumänien hat ihr zwar Englisch den Rang abgelaufen, dennoch kommt dem Deutschen eine bedeutende Rolle als Verkehrssprache besonders im Bereich der Wirtschaftsbeziehungen zu Westeuropa, aber auch im Tourismus, im Gewerbesektor und im Bereich der Kultur zu. Begünstigt wird die Wahl des Deutschen als erste Fremdsprache durch den deutschen sprachlich-kulturellen Hintergrund dieser Region, der durch die jahrhundertealten deutschen Sprachinseln und die lange österreichische Verwaltung sowie die ununterbrochenen Beziehungen zum deutschen Sprachraum geschaffen wurde. Heute werden die deutschsprachigen Schulen und Abteilungen in Rumänien und Ungarn nicht nur von deutschen, sondern zunehmend auch von rumänischen, ungarischen und anderssprachigen Jugendlichen besucht, die sich dadurch eine bessere Karriere versprechen und auch bereit sind, Deutsch an die nächste Generation weiterzugeben.

Die Förderung der deutschen Sprache und Kultur hat ihren institutionellen Rahmen in den deutschen Selbstverwaltungen auf allen Ebenen in Ungarn und in den Demokratischen Foren der Deutschen in Rumänien. Ihre Handlungsmöglichkeiten werden durch die Minderheitenrahmen­gesetze gewährleistet. Während die Rolle der Familien in der Weitergabe der deutschen Sprache und Kultur immer mehr abnimmt, wird diese Aufgabe durch die Schule institutionalisiert. Der Deutschunterricht in Rumänien und Ungarn erstreckt sich heute auf schulische Einheiten vom Kindergarten bis zur Hochschule, vorwiegend in den deutschen Sprachinseln. Hervorzuheben sind neuerdings auch private Sprachinstitute sowie deutsche Abteilungen an rumänischen technischen Universitäten und sogar eine deutsche Schauspiel­klasse an der Germanistikabteilung der West-Universität Temeswar.

Aus dem deutschsprachigen Raum (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) wird diese positive Entwicklung akzeptiert und nach Möglichkeit gefördert. In Deutschland gibt es zahlreiche Institutionen und Stellen zur Sprach- und Kulturförderung im Ausland:

        Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) schickt deutsche Lehrkräfte und Forscher ins Ausland und vergibt Stipendien für das Studium in Deutschland;

        Das Goethe-Institut bietet zahlreiche Sprachkurse und Fortbildung für Deutschlehrer an;

        Das Institut Inter Nationes stellt dem ausländischen Deutschunterricht Lehrmaterial zur Verfügung;

        Die Zentralstelle für Auslandsschulwesen entsendet Deutschlehrkräfte und Fachberater für Deutsch;

        Die Deutsche Welle strahlt weltweit deutschsprachige Radio- und Fernsehsendungen aus.

Man ist sich in Deutschland darüber einig, dass deutsche Sprachpolitik zugleich nationale Interessenpolitik und indirekte Wirtschaftspolitik darstellt, also Bestandteil des friedlichen Wettbewerbs der Nationen ist. Allerdings wäre eine bessere Koordinierung der auswärtigen Kultur- und Sprachpolitik wünschenswert. Die Förderung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland geschieht in vielen Bereichen über Maßnahmen wie: - Partnerschaften auf vielen Ebenen; - Kulturträger und Medien;

        ausgedehnter Sprachunterricht, der nur unter günstigen organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen auf staatlicher oder privater Ebene gut funktionieren kann. Dazu zählen:

        besondere Unterrichtsmethoden und geeignetes Lehrmaterial, das die geographischen Besonderheiten der Region berücksichtigt und auf den vorhandenen Dialektresten aufbaut;

        kontrastive Grammatiken Deutsch - Rumänisch, Deutsch - Ungarisch usw.

        die Ausbildung einer entsprechenden Anzahl von qualifizierter Fachlehrer für den Deutschunterricht und dessen Ausdehnung auf mehr Sachfächer in Ungarn;

        die Ausweitung des Deutschunterrichts als erste Fremdsprache in Rumänien und

        die Betonung der Bedeutung mehrsprachiger Erziehung.

Das sind die wichtigsten Ansatzpunkte, um den Ausbau von wirtschaftlichen, kulturellen und touristischen Beziehungen zwischen West- und Südosteuropa zu erleichtern und ein harmonisches Zusammenleben im künftigen gemeinsamen Europa vorzubereiten.

 

ÜBERSICHTSKARTE: Donauschwäbische Siedlungsgebiete - [PGG1] siehe Anhang!

 

 

Literatur (Eine Auswahl):

1.     Ammon, Ulrich (1991): Die internationale Stellung der deutschen Sprache. Berlin / New York.

2.     Ammon, Ulrich (1997): Schwierigkeiten bei der Verbreitung der deutschen Sprache heute. In: Muttersprache. Vierteljahresschrift für deutsche Sprache. 107, 1 / 1997, S. 17 - 34.

3.     Bach, Adolf [11934] (21950): Deutsche Mundartforschung. Ihre Wege, Ergebnisse und Aufgabe. Heidelberg.

4.     Bradean - Ebinger, Nelu (1997): Deutsch im Kontakt als Minderheits- und als Mehrheitssprache in Mitteleuropa. Eine soziolinguistische Untersuchung zum Sprachgebrauch bei den Ungarndeutschen, Donauschwaben und Kärntner Slowenen. Edition Praesens. Wien.

5.     Davidheiser, James C. (1993): Soll Deutsch die dritte Arbeitssprache der Europäischen Union werden? In: Die Unterrichtspraxis. 2 / 1993, S. 176 - 184.

6.     Davidheiser, James C. (1998): Die auswärtige Sprachpolitik der Bundesrepublik Deutschland aus der Sicht eines amerikanischen Germanisten.. In: Muttersprache. Vierteljahresschrift für deutsche Sprache. 108, 3 / 1998, S. 193 - 206.

7.     Recenzãmântul general al populaþiei României: Direcþia Centralã de Statisticã (Hg.) (1980): Recensãmântul populaþiei ºi locuinþelor din 7 ianuarie 1977. Bucureºti.

8.     Direcþia Centralã de Statisticã (Hg.): Recensãmântul populaþiei ºi locuinþelor din 7 ianuarie 1992. Populaþia Transilvaniei pe judeþe, pe naþionalitãþi.

9.     Fishman, Joshua A. (1975): Soziologie der Sprache. Eine interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Betrachtung der Sprache in der Gesellschaft. München, Max Hueber.

10.  Förster, Horst / Fassel, Horst (Hg.) (1997): Das Banat als kulturelles Interferenzgebiet. Traditionen und Perspektiven. Materialien, Heft 6 / 1997.

11.  GÃdeanu, Sorin (1998): Sprache auf der Suche. Zur Identitätsfrage des Deutschen am Beispiel der Temeswarer Stadtsprache. Regensburg. (Roderer).

12.  Gehl, Hans (21989): Donauschwäbische Dialekte. In: Die Donauschwaben. Deutsche Siedlung in Südosteuropa. Ausstellungskatalog. Hg. vom Innenministerium Baden - Württemberg, Sigmaringen, S. 292 f.

13.  Gehl, Hans (1991): Die oberdeutschen fescht-Mundarten des Banats. (= ZDL Beihefte 67), Stuttgart:

14.  Gehl, Hans (1997a): Wörterbuch der donauschwäbischen Bekleidungsgewerbe. (= Schriftreihe des IdGL Tübingen Nr. 6). Sigmaringen: Jan Thorbecke

15.  Gehl, Hans (1997b): Deutsche Stadtsprachen in Provinzstädten Südosteuropas. (= ZDL Beihefte 95), Stuttgart: Franz Steiner

16.  Gehl, Hans (Hg., 1998): Sprachgebrauch - Sprachanpassung. Eine Untersuchung zum heutigen Gebrauch der deutschen Sprache in Westrumänien und zur sprachlichen Anpassung der Donau­schwaben. (= Materialien 11 des IdGL Tübingen).

17.  Gehl, Hans (2000): Wörterbuch der donauschwäbischen Baugewerbe. (= Schriftreihe des IdGL Tübingen Nr. 6). Stuttgart: Jan Thorbecke

18.  Gehl, Hans / Purdela Sitaru, Maria (Hg., 1994): Interferenzen in den Sprachen und Dialek­ten Südosteuropas. (= Materialien 4 des IdGL Tübingen).

19.  Hauler, Ernst (1997): Tausend Jahre deutsche Siedlungen in der Region Sathmar. Passau.

20.  Hutterer, Claus Jürgen (1994): Sprachinseldialektologie. In: Klaus Mattheier / Peter Wiesinger (Hg.): Dialektologie des Deutschen. Forschungsstand und Entwicklungstendenzen. Tübingen, S. 93 - 101.

21.  Ionaº, Angelica (1994): Deutsch als Muttersprache in Rumänien. In: Begegnung in Pécs /  Fünfkirchen. Die Sprache der deutschsprachigen Minderheit in Europa. (= Studien zur Germanistik 2. Bd.). Janus - Pannonius - Universität Pécs, S. 165 - 171.

22.  Kiss, Jenñ (1993): Dialektveränderung - aus der Perspektive der kommunikativen Dialektologie. (=  ZDL Beiheft 74, Verhandlungen des Internationalen Dialektologenkongresses Bamberg 1990). Stuttgart, 82 - 91.

23.  Knipf - Komlósi, Elisabeth (1994): Soziolinguistische Aspekte der Einstellung der Ungarndeutschen zu ihrer Muttersprache. In: Begegnung in Pécs / Fünfkirchen. Die Sprache der deutschsprachigen Minderheit in Europa. (= Studien zur Germanistik 2. Bd.). Janus -Pannonius - Universität Pécs, S. 103 - 110.

24.  Koch, Stefan (1984): Die Sathmarer Schwaben - Oberschwaben im Südosten. Selbstverlag.

25.  Komlósi - Knipf, Elisabeth (1988): Muttersprachunterricht und Fremdsprachenunterricht. Lage und Tendenzen des Deutschunterrichts bei den Ungarndeutschen. In: Ritter, Alexander (Hg.): Kolloquium zum Deutschunterricht und Unterricht in deutscher Sprache bei den deutschen Bevölkerungsgruppen im Ausland. Flensburg, S. 188 - 194.

26.  König, Walter (1990): Die gegenwärtige Lage der Deutschen in Rumänien. In: Deutsche Ostkunde, 36, 1999 / 1.

27.  König, Walter (1992): Das rumänische Bildungswesen nach der "Revolution". In: Anweiler, Oskar (Hg.): Systemwandel im Bildungs- und Erziehungswesen in Mittel- und Osteuropa. Berlin, S. 164 - 178.

28.  König, Walter (1995): Die Deutschen in Rumänien seit 1918. In: Die Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa. Geschichte. Wirtschaft. Recht. Sprache (= Veröffentlichungen des Südostdeutschen Kulturwerks, Bd. 53), Hg. von Gerhard Grimm und Krista Zach. München, S. 251 -296.

29.  Kremnitz, Georg (²1994): Gesellschaftliche Mehrsprachigkeit. Institutionelle, gesellschaftliche und individuelle Aspekte. Ein einführender Überblick. Wien. Braunmüller.

30.  Löffler, Heinrich (1990): Probleme der Dialektologie. Darmstadt.

31.  Löffler, Heinrich (²1994): Germanistische Soziolinguistik. In: Besch, Werner / Steinecke, Hartmut (Hg.): Grundlagen der Germanistik. Nr. 28. Berlin, Erich Schmidt.

32.  Mantsch, Heinrich (1985): Sprachbereicherung oder Sprachverfall? Entwicklungstendenzen im heutigen Rumäniendeutsch aufgrund des Siebenbürgisch-Sächsischen. In: Ritter, Alexander (Hg.): Kolloquium zur Sprache und Sprachpflege der deutschen Bevölke-rungsgruppen im Ausland. Flensburg, Institut für Regionale Forschung und Information im Deutschen Grenzverein e. V., S. 185 - 203.

33.  Mattheier, Klaus Jürgen (1994): Theorie der Sprachinsel. Voraussetzungen und Strukturierung. In: Berend, Nina / Mattheier, Klaus J. (Hg.): Sprachinselforschung. Eine Gedenkschrift für Hugo Jedig. Frankfurt am Main, Peter Lang, S. 333 - 348.

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35.  Nelde, Peter Hans (1981): Sprachen in Kontakt. In: Germanistische Mitteilungen. Heft 14. S. 79 - 91.

36.  Nelde, Peter (Hg.) (1990): Deutsch als Muttersprache in Ungarn. Forschungsberichte zur Gegenwartslage. Deutsche Sprache in Europa und Übersee, Bd. 13. Stuttgart.

37.  Nelde, Peter H. / Vandermeeren, S. / Wölck, W. (1991): Interkulturelle Mehrsprachigkeit. Eine kontaktlinguistische Umfrage in Fünfkirchen. (= Veröffentlichung des Südostdeutschen Kulturwerks Bd. 56) München.

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39.  Rein, Kurt (1994): Didaktische und sprachliche Probleme (und Aufgaben) des Deutschunterrichts in Ländern mit deutschen Sprachresten / Minderheiten am Beispiel Ungarns. In: Begegnung in Pécs / Fünfkirchen. Die Sprache der deutschsprachigen Minderheit in Europa. (= Studien zur Germanistik, 2. Bd.), Janus-Pannonius-Universität Pécs, S. 157-164.

40.  Rosenberg, Peter (1994): Varietätenkontakt und Varietätenausgleich bei den Rußlanddeutschen: Orientierung für eine moderne Sprachinselforschung. In: Berend, Nina / Mattheier, Klaus J. (Hg.):

41.  Sprachinselforschung. Eine Gedenkschrift für Hugo Jedig. Frankfurt am Main, Peter Lang, S. 123 - 165.

42.  Ruoff, Arno (1973): Grundlagen und Methoden der Untersuchung gesprochener Sprache (Idiomatica 1). Tübingen.

43.  Schwob, Anton (1997): Deutsch im Siedlungsgebiet der Donauschwaben. Überblick und Aspekte der Forschung. In: Geschichte, Gegenwart und Kultur der Donauschwaben. Texte aus dem Jahresprogramm 1997 der Landsmannschaft der Donauschwaben Bundesverband. Heft 8, 1997. Sindelfingen. Hg. von der Landsmannschaft der Donauschwaben Bundesverband, S. 119 - 125.

44.  Senz, Ingomar (1994): Die Donauschwaben. Studienbuchreihe der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat. Bd. 5. München, Laugen Müller.

45.  Wagner, Ernst (1995): Ethnische und religiöse Minderheiten in Transsilvanien nach der rumänischen Volkszählung vom Jahre 1992. In: Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde. 18 / 1995.

46.  Weinreich, Uriel (1977): Sprachen in Kontakt. Ergebnisse und Probleme der Zweisprachigkeitsforschung. München, C. H. Beck.

47.  Wiesinger, Peter (1980): Deutsche Sprachinseln. In: Althaus, H. P. / Henne, H. / Wiegand, H. E. (Hg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. Tübingen, Max Niemeyer, S. 491 - 500.

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49.  Wilhelm, Arnold (Hg.) (1980): Die Aussiedler in der Bundesrepublik Deutschland. Forschungen der AWR - Deutsche Sektion, 1. Ergebnisbericht: Herkunft, Ausreise, Aufnahme. Wien.

50.  Wolf, Johann (1974): Sprachgebrauch - Sprachverständnis. Ausdrucksformen und Gefüge in unserem heutigen Deutsch. Bukarest, Kriterion.

51.  Wolf Josef (1994): Deutsche Minderheiten in Südosteuropa im Umbruch. Die Volkszählungen 1990 - 1992. Hg. vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen (= Materialien Heft 3 / 1994).


 

 

[1] Vgl. Literaturliste: Gehl 1989, 1991, 1997a, 1997b, 1998, 2000; Gehl / Purdela Sitaru 1994.

[2] Vgl. Löffler (1994), 88.

[3] Ruoff (1973).

[4] Bach [11934] (21950).

[5] Löffler (1990), 3.

[6] Hutterer (1994), 93 - 101.

[7] Vgl. Löffler (1994), 29 - 32.

[8] Vgl. Nelde / Vandermeeren / Wölck (1991), 7 f.

[9] Gehl (1998).

[10] Nelde / Vandermeeren / Wölck (1991), Vor-wort.

[11] M. Mirk (1997).

[12] Gãdeanu (1998).

[13] Bradean-Ebinger (1997).

[14] Kiss (1993), 90.

[15] Bradean-Ebinger (1997), 41, 103 f.

[16] Nelde / Vandermeeren / Wölck (1991), 9.

[17] König (1990), 34.

[18] König (1995), 293.

[19] König (1995), 293.

[20] Vgl. dazu und folgend Bradean-Ebinger (1997), 138 f.

[21] Vgl Bradean-Ebinger (1997), S. 138.

[22] Nach Der Spiegel 39 / 1996, S. 20.

[23] In Magyar Nemzet vom 30.09.1996, zitiert nach Bradean-Ebinger (1997), 138.

[24] Vgl. Knipf-Komlósi (1994), 109.

[25] TIMIªOARA In Deutscher Sprache, 21. 09.1998 S. 2 / 3.

[26] Berger, Oscar: Akzeptanz und Verständigung.

[27] Roºca, D. E.: Den nördlichen Okzident betrachtend.

[28] Vãrºãndan, Lucian: Leute von heute. Ildiko Frank. In Banater Zeitung S. II In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien vom 21.10.1998.

[29] Vgl. M. Mirk (1997), 233 f.

[30] Vgl. Kremm, Werner: 1. Deutsch-rumänischer Wirtschaftstag. In Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien vom 24.10.1998, S. 8.

[31] TIMIªOARA, September - November 1998, Vol. 2, Nr. 3

[32] Davidheiser (1998), 193-206.

[33] Davidheiser (1993), 176-184.

[34] Davidheiser (1993), 200 - 204.

[35] Davidheiser (1998), 205 f.

[36] Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien vom 24.10.1998, S. 8.

[37] Vgl. Deutsche Schulklassen im Kreis Temesch. In: Banater Post (München) Nr. 20 vom 20.10.1998, S. 2.

[38] Rein (1994), 157 - 164.


Landkarte (PGG1)

 


 

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Zeitschrift der Germanisten Rumäniens (ZGR), 9. Jg., Heft 17-18 / 2000, S. 179-196

 

 

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