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BÜCHER- UND ZEITSCHRIFTENSCHAU

Rezeptionsgeschichte und Reparation. Bican, Bianca: Die Rezeption Paul Celans in Rumänien,

Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2005. 230 Seiten

 


   Einer der neueren Trends und zugleich eine noch nicht ausgehöhlte Nische in der Celan-Forschung ist die Rezeptionsgeschichte. Die literarhistorischen Voraussetzungen für die neue Orientierung sind erfüllt, denn vom Tod des aus der Bukowina stammenden jüdischen Lyrikers deutscher Zunge trennen uns bereits mehr als drei Jahrzehnte, im Laufe derer sein Werk eine kaum übertroffene Aktualität erlebt hat. Die 2005 erschienene Studie Bianca Bicans, Die Rezeption Paul Celans in Rumänien, zählt zu den notwendigen Schritten, die man tun muss, um die Zeitgenossenschaft Celans mit der Literatur seines Ursprungslands bzw. seine Nachwelt in Rumänien nachzeichnen zu können. Ähnliche Demarchen haben denselben Problemkreis aus anderen Perspektiven angegangen. Dazu gehören z. B. die hermeneutisch artikulierte Studie Bianca Rosenthals (Pathways to Paul Celan. A History of Critical Responses as a Chorus of Discordant Voices, 1995) und die meines Wissens noch unveröffentlichte Pariser Dissertation von Dirk Weissmann, deren Anliegen es ist, die Rezeption Paul Celans in seiner Adoptivheimat, Frankreich, unter drei wesentlichen Aspekten zu betrachten: Dichtung, Judentum und Philosophie.

   Der knappe Hinweis auf die jeweils herangezogene Methode der obigen Arbeiten mag vielleicht veranschaulichen, dass die Rezeptionsgeschichte im Grunde keinen eigenen wissenschaftlichen Apparat besitzt, sondern höchstens eine Wissenschaft sui generis darstellt. Weil sie über die Immanenz der historischen Fakten nicht hinausblicken kann, verschafft sie sich eine Darstellungssystematik gerade aus der Dominanz bestimmter Phänomene. So macht Bianca Bican die Zensur als das Vorherrschende aus, welches das literarische Geschehen im kommunistischen Rumänien begleitet haben soll. (Die Zeit von der politischen Wende 1989 bis heute, die von der Autorin nicht minder untersucht wird, war ja einfach zu kurz, um andere Dominanten hervorgerufen zu haben.) Von den harschen Verboten und den „sorgenvoll“ festgelegten ästhetischen Vorgaben der kommunistischen Propaganda der späten 40er bis 60er Jahre, über die grauenvollen Autoren-Indices, bis hin zur subtilen, gar undurchdringlichen Selbstzensur jeglicher Autoren (des establishment wie des „inneren Exils“) in den von der Figur des (möchte-gern-) „aufgeklärten Despots“ Ceauºescu dominierten 70er und 80er Jahren – diese ganze Entwicklung kann der Leser, dem die rumänischen Verhältnisse fremd waren, in der ausführlichen Darstellung Bianca Bicans entdecken (S. 9-17). Umso gerechtfertigter ist vor diesem Hintergrund die Erwartung des Lesers, die Implikationen der Zensur auch im konkreten Fall der Rezeption Paul Celans in Rumänien verfolgen zu dürfen, doch leider wird die Problematik in den folgenden Kapiteln von der Autorin nur noch mit Streifschüssen getroffen. Man erfährt zwar, dass die deutschsprachigen Publikationen Rumäniens mehr Interesse am Werk Paul Celans denn die rumänischsprachigen gezeigt haben, dass die Einsetzung des Deutschen an sich gewissermaßen eine Strategie zur Umgehung der Zensur war, dass bestimmte Aspekte der Biografie des Dichters systematisch verschwiegen wurden, indes ist die zusammenfassende Formel “Zensur als Mitautor“ (S. 14) viel zu verschwommen, um grundlegende Fragen beantworten zu können: War Celans Werk von den Kommunisten jemals indiziert? Was war die Situation seiner Übersetzer oder Kommentatoren? Hatten diese die Zensur frontal zu bekämpfen, oder war die Herausgabe Celans eine nicht gerade widrige Angelegenheit, die „lediglich“ Selbstzensur (im Sinne der Vermeidung der Tabus bzw. einer vorsichtigen, ambivalenten Ausdrucksweise) verlangte?

   Ferner und damit verbunden findet keine Antwort die Frage nach der kreativen Rezeption des deutschsprachigen Lyrikers, d. h., ob und inwiefern das Werk Paul Celans auf die rumänische oder rumäniendeutsche Lyrik der Nachkriegszeit eingewirkt hat, solange es über das Umgekehrte bereits spekuliert wurde. Zweckdienlich wäre meines Erachtens mindestens ein Streifzug durch das poetische Werk der eminenten “Rezipienten” Celans (Übersetzer und Anthologisten), von denen man weiß, dass sie selber literarisch tätig waren (Petre Stoica, Nina Cassian oder Maria Banuº, um nur einige Namen zu erwähnen). Dass andererseits Celan übersetzungstechnische und literarhistorische Debatten auch in Rumänien ausgelöst hat, liegt nahe. Schließlich hatten Czernowitz und Bukarest als wichtige Lebensstationen des Dichters hochwertiges, unabdingbares biografisches und literarisches Material anzubieten. Zum einen durch die Bemühungen Alfred Kittners oder George Guþus, unbekannte Quellen aus dem Nachlass verschiedener Celan-Freunde zu veröffentlichen, zum anderen durch die Memoiren zeitgenössischer Schriftsteller (Petre Solomon, Ovid S. Crohmãlniceanu u. a.) wurde die Bio-Biblio-grafie Celans von Rumänien aus um viele wichtige Anhaltspunkte bereichert. Eher dem trägt das Buch Bianca Bicans Rechnung, indem die Kontroversen um diese oder jene chronologische Einordnung der Texte (S. 22-45), um diese oder jene Übersetzungsvariante besser als die zensurbedingten Übersetzungsstrategien dokumentiert sind. Mehr noch: viele Textzeugen werden wiederholt diskutiert, einmal im Original, dann als Übersetzungen. Insofern kann man sagen, dass die Autorin vielmehr einen mit Fakten reichlich belegten hermeneutischen Zirkel (in Synchronie) bzw. eine hermeneutische Spirale (in Diachronie) zu schließen versucht, als dass sie eine kultursoziologische Perspektive eröffnet.

   Nur das scheinbar Paradoxe der Heimat Paul Celans – die Mehrsprachigkeit und die kulturelle Pluralität – hat die Autorin dazu verleiten können, dass sie zwei sprachlich differente, in Rumänien jedoch koexistierende, also ineinandergeschachtelten „Kulturfelder“– das deutsche und das rumänische – der getrennten Analyse unterzog, wobei die vielversprechende, indes nicht risikofreie Methode nicht mehr auf ihre Relevanz für das ausgewählte Studienobjekt hin befragt wurde. Es sei dahin gestellt, ob das „deutschsprachige Kulturfeld“ in Rumänien jene ausgesprochene „strukturale Homologie“ aufweist, von der Bourdieu sprach, die es ihm erlaubte, als ein kultursoziologisches Distinktum betrachtet werden zu können, zumal die Autorin selber im anschließenden Kapitel („Celan und die rumäniendeutsche Literatur“, S. 46-67) den missbräuchlich syntagmatisch verwendete Ausdruck „rumäniendeutsche Literatur“ mit oft kritischen Akzenten hinterfragt. Es scheint, dass es nicht einfach reicht, von der Terminologie Bourdieus Gebrauch zu machen, ohne seine Theorie vom Kulturfeld zugleich durch die zu erforschenden Phänomene zu aktualisieren, und sie erst anhand des spezifischen Untersuchungsobjekts sich bewähren zu lassen.

   Soviel zur Theorie. Dem ungeachtet hat die Studie Bianca Bicans im angewandten Teil unleugbare Verdienste: Sorgfalt beim Sammeln des Beweismaterials und Rigorosität der Beschreibung wird der Leser keineswegs vermissen. Selbst dort, wo die Darstellung allzu pedantisch-deskriptiv zu wirken beginnt, wird das Verfahren durch die eigens gestellte, berechtigte Forderung nach einem möglichst präzisen Wertungsapparat legitimiert. Damit werden Schwächen und Stärken der jeweils diskutierten Anthologien oder Übersetzungen aufgedeckt. Die einzelnen Einträge im Inventar der einschlägigen „Rezeptionsgesten“ sind mit Kommentaren versehen, welche die Stellung Paul Celans in der Ökonomie des Tauschs zwischen der rumänischen und der deutschen Literatur (bzw. der Weltliteratur) klären. Auch trägt die Auflistung von unterschiedlich übersetzten Band- und Gedichte-Titeln dazu bei, dass der Leser selbst eine rezeptionsgeschichtlich umfangreiche Synopsis gewinnt.

   Auf diese Weise wird die ganzheitliche Dimension der Rezeption des Dichters in Rumänien sichtbar, und weil jede Rezeptionsgeschichte schließlich eine implizite Reparation ist, vermag die Studie Bianca Bicans zu verbildlichen, dass die Bedeutsamkeit des Werks Paul Celans für die rumänische Kultur größer ist als die Anerkennung, der es sich bisher erfreut hat. In diesem Sinne würde die übersetzte Version des Buchs sicherlich auch beim rumänischen Publikum auf Interesse stoßen.

   Gabriel H. Decuble

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