Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa

 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 271-273

 

 

EINLEITUNGSFORMELN IN DER MITTELALTERLICHEN KORRESPONDENZ DER SIEBENBÜRGER SACHSEN

(15.-16. JAHRHUNDERT)

Ileana Maria Ratcu

 

Das Frühneuhochdeutsche, das die meisten Autoren heute als die sprachliche Entwicklungsetappe zwischen 1350 und 1650 festhalten, verfügt über einen breiteren Verwendungsbereich in der schriftlichen Überlieferung als im voraufgeheden Zeitabschnitt (vgl. Bach 1970, 172). Diese Fülle des Sprachmaterials begründet die Notwendigkeit einer Einteilung nach Textsorten. Gerhart Wolff (31994, 103 f.) zitiert in seiner Sprachgeschichte zwei Klassifizierungsversuche der Texte in der frühneuhochdeutschen Periode. Die eine gehört G. Philipp (1), der neben Chroniken, Bibelübersetzungen, Predigten, Zeitsatire, Fabeln, Schwänken, Volksbüchern und Romanen, Prosadialogen, Volks- und Kirchenliedern, Meistergesang und Sachliteratur in der ersren Reihe die Akten und Urkunden aus Kanzleien, Abteien, Zünften und die Tagebücher stellt; die andere, von H. Penzl (2) vorgeschlagen, stellt eine Einteilung nach Textsorten dar: Fachprosa, Literaturtexte, Privattexte (Briefe, Tagebücher), Grammatische Texte. Wie auch aus den vorgestellten Klassifizierungen ersichtlich ist, bekommen die Privattexte im Frühneuhochdeutschen einen neuen Wert im Rahmen der schriftlichen Aufzeichnung.

Die deutschen schriftlichen Quellen, die in unserem Land für diesen Zeitraum zur Verfüngung stehen, sind zuerst einmal Akten, Urkunden, Briefe. Offenbar sind die an-deren Textsorten nicht sehr gur vertreten.

In dieser Arbeit nehme ich mir vor, anhand eines Korpus von Urkunden die Einleitungsformeln in der Korrespondenz der Siebenbürger Sachsen im 15./16. Jahrhundert zu untersuchen. Das Korpus besteht aus 85 Urkunden und wurde aufgrund folgender Urkundensammlungen aufgestellt: Hurmuzaki-Sammlung, XV. Band (3), Urkundenbuch, VI. und VII. Band (4) und nicht in letzter Reihe Friedrich Müllers Werk, Deutsche Sprachdenkmäler aus Siebenbürgen. Aus schriftlichen Quellen des 12. bis 16. Jahrhunderts (5). Ich verwendete auch fünf Kopien, deren Originale sich im Kronstädter und Klausenburger Archiv befinden und bis jetzt noch nicht veröffentlicht wurden (6). Die meisten Urkunden wurden in Siebenbürgen ausgestellt, aber manche stammen aus der Moldau (aus Suceava, Baia usw.) und wurden in die siebenbürgischen Städte geschickt. Aus der Walachei stammen zwei Urkunden, und zwar aus Langenau (Câmpulung) und Terwesch (Târgoviºte). Sie wurden nach Kronstadt geschickt, wo die Originale auch heutzutage aufbewahrt werden. Zu dem Korpus gehören auch drei Urkunden, die im Ausland ausgestellt wurden: zwei stammen aus Wien und eine aus Caschau (Kosice). Die Originale befinden sich in Hermannstadt und Kronstandt.

Die untersuchten Texte sind im allgemeinen Briefe, sowohl offiziele Schriftstücke, Kauf- und Pfandbriefe, einfache Urkunden über kleine Rechtsgeschäfte, als auch Privatbriefe. Auch wenn einige Schriftstücke in einer fürstlichen Kanzlei ausgestellt wurden (es ist der Fall von Alexandru Lãpuºneanu, der rege Beziehungen mit den Bistritzern pflegte), sind sie keine feierlichen Urkunden, was auf die Struktur der Einleitungsformeln mit Sicherheit einwirken wird.

Laut der Diplomatikregeln umfaßt die ideale Gliederung einer Urkunde das Eingangsprotokoll, den Text und das Schlußprotokoll. Zu dem Eingangsprotokoll, das in der vorliegenden Arbeit berücksichtigt wird, sind die folgenden Formeln zu rechnen (vgl. Bresslau 1912, 47):

1) Invocatio - Anrufung des göttlichen Namens am Eingang der Urkunde. Die Anrufung kann in Worten ausgedrückt oder durch ein Zeichen symbolisiert werden. Danach unterscheidet man eine verbale und eine symbolische Invokation. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kommt sie auch in Westeuropa selten vor. In den von mir untersuchten Texten wurde sie nicht verwendet.

2) Intitulatio - Angabe von Namen und Titel des Ausstellers, häufig mit einer Devotionsformel verbunden, die den Ausdruck verleihen sollte, dass der Aussteller seine irdische Stellung der Gnade Gottes vedankte. Diese Formel erscheint in den zwei Urkunden aus Wien, die zum Korpus gehören: Herzog Wilhelm von Österreich erteilt den Kaufleuten von Hermannstadt freies Geleit durch sein Land bis Weihnachten; Wien 5. August 1401: "Wir, Wilhalm von gotes gnaden Herzog ze Österrich, ze Steir, ze Kernden, und ze Krain, Graf ze Tyrol etc. Bekennen. Daz wir den erbern vnsern besundern den Kaufleuten von der Hermanstad..." oder der Geleitsbrief des Wiener Stadtrates für die Kaufleute von Hermannstadt; Wien 5. August 1401: "Wir perichtold der lannger czu den czeyten purgermayster und der Rat gemayn der Stat cze Wien …" (s. Müller 1986, 39 f.). Intitulatio wird auch in einigen Urkunden, die aus der fürstlichen Kanzlei von Alexandru Lãpuºneanu stammen, gebraucht: "Alexander, von Gottes Genaden erbgeborner Weyda und Herr in Moldenn...." (s. Hurmuzaki 1911, 547).

3) Inscriptio (Adresse) - Angabe der Person oder der Personen, an die die Urkunde gerichtet ist. Sie ist häufig mit einer

4) Salutatio oder Grußformel verbunden.

In fast allen Urkunden, die wir berücksichtigt haben, erscheinen die Adresse und die Grußformel. Die Adresse wird auch auf der Rückseite der jeweiligen Urkunde wiederholt, falls es sich um geschlossene Briefe handelt.
Aus der Untersuchung der 85 Urkunden ergeben sich die folgenden allgemeinen Bemerkungen. Was die Verwendung des Protokolls anbelangt, herrschen keine strengen Regeln vor. Die Grußformel kann vor oder nach der Adresse stehen. Wenn aber auch die Intitulation vorhanden ist, kann man die folgenden Varianten haben. Steht Intitulation vor der Adresse, so hat der Absender eine wichtigere Stellung in der sozialen Hierarchie. Hat der Absender eine niedrigere Stellung in der Gesellschaft als der Empfänger, so steht die Adresse vor seinem Titel. Das ist auch aus diesem Beispiel ersichtlich: Der Rat von Hermannstadt an König Ferdinand von Ungarn über die Not der belagerten Stadt; Hermannstadt, 29. Marz 1529: "Durchleuchtigster Khwnig Allergendigster Herr Unnser gehorsam vndertanig dinst bevor ...." (s. Müller 1986, 204).

Bemerkungen über die Adresse

Gemäß einer statistichen Berücksichtigung der Adresse werden die Empfänger zu-erst einmal Herr (50 Falle - 58,8%) genannt, dann Freund (19 - 22,3%), Weisheit (11 - 12,9%), Nachbar (10 - 11, 7%), Herrschaft (6 - 7%), Gönner (5 - 5, 8%), Herr Nachbar (2 - 2,3%). In einer Adresse können zwei oder sogar drei solche Appelationsmöglichkeiten erscheinen; "Erssamer, weyser Herr der Richter, wir bitten Ewer Weisheith alz vnsserenn gutten Gunner unde Frunth..." (s. Hurmuzaki 1911, 169). Die Empfänger können Richter (13 - 15,2 %), Kaufleute (4 - 4,7 %), Stadträte (4 - 4,7 %), Bürgermeister (3 - 3,5%) Brüder (2 - 2,3 %) , Schwäger (2 - 2,3 %) sein.

Bemerkenswert sind die sogenannten Protokollsepitheta : weise (47 - 55,2 %) mit Variaten hochweise und wohlweise, ehrsam (34 - 40%), lieb (31 - 36,4 %), vorsichtig (27 - 31,7 %), namhaft(ig) (14 - 16,4%), gut (6 - 7%), ehrbar (6 - 7 %), günstig mit der Bedeutung wohlwollend (5 - 5,8%), groß, vornehm(lich), ehrenhaft(ig), hochwürdig oder freundlich. Einige Epitheta wurden nach dem lateinischen Muster gebildet und verwendet; illuster - namhaft; honestus, honorabilis - ehrbar, ehrsam; providus - vorsichtig. Je vier oder fünf Protokollsepitheta können den Titel des Empfängers begleiten: "Ersam, weyss, feursichtig, gunstig, liebe Herren...." (s. Hurmuzaki 1911, 543).

Bemerkungen über die Grußformel

Das Wort Gruß wird am häufigsten gebraucht, und zwar in 66 Urkunden, was 77,6 % aus den 85 untersuchten Urkunden beträgt. Das Wort Gruß wird von Epitheta begleitet, wie freundlich (26 - 30,5 %), untertänig, groß, ganz willig oder von Possessivpronomen mein/unser. Das Wort Dienst kommt achtzehnmal vor, begleitet von den Epitheta: getreu, stet, willg, gutwillig, freundlich, untertänig, gehorsam, all. Andere Grußworte sind: Gesundheit (12-14,1%), Freude (10-11,7%), Wohlfahrt (6-7%), Gunst, Seligkeit, Glückseligkeit, selige Wohlfahrt, Wünschung.

Die Wortfamilie von begehren ist gut vertreten: "begeren, Begir, begyrlich, begerend". Beachtlich scheint mir der Ausdruck frisch und gesund, der sich aber auf den Absender bezieht, wie auch das folgende Beispiel veranschaulicht: Johannes Rymer von Suceava ersucht den Bistritzer Richter, einen Geburtsbrief für einen Gesellen auszustellen; Suceava, 22. Juni 1472: "Meyn fryntligen grws. Wisset czw vor liber her Jering Eryben, das ich frys wnd geswnt pyn von den genaden gottes des almechtigen wnd ich awch gerne von euch wnd auch von den eyeren gerne wolde heren…" (s. Müller 1986, 101). Der erwähnte Ausdruck frisch und gesund könnte ein volkstümlicher oder rumänischer Einfluß sein.

Die angeführten Formeln folgen einem gewissen Formular, das für die mittelalterliche Korrespondenz kennzeichnend ist und die Mentalität der Epoche widerspiegelt. Innovationen gibt es aber auch, wie in dem Schreiben des Rates von Bistritz an Gabriel Pictor und Vincentius Pellio; Bistritz, 10, Oktober 1526: Nach wnserem grues forsichtige Weisse Hern wnd frindt, wisset E.W. wy myr <wir> gesundt seyn aus dem gnaden gottes, welche gleich gesundheit von euch alleczeit begeren zw hören, wnd myr <wir> yn wnseren Kyrchen wnd Klostern wnser gepedt zw got thuen, auff das got E.W. kraffth wnd geluck geth den fainnden zw widersten … (s. Müller 1986, 200).

Der mundartliche Einfluß auf die Sprache der analysierten Urkunden erweist sich zuerst einmal durch den Vokalismus und den Konsonantismus. Die frühneuhochdeutschen Hauptmerkmale der Schriftweise (Konsonantenhäufungen, Schwierigkeiten in der Bezeichnung der Länge und Kürze des Vokals, keine feste Regelung im allgemeinen) sind sehr gut vertreten, aber wir wollen an dieser Stelle auf sie nicht eingehen, da sie nicht Gegenstand vorliegender Überlegungen sind.

Wir beabsichtigen, dieser Arbeit auch einen praktischen Wert zu verleihen und sie als ein Arbeitsinstrument für die Interessenten zu gestalten, da bei der Entzifferung der Originalurkunden auch die Schwierigkeiten der Studierenden in Betracht gezogen werden musste. Durch diese statistische Darstellung versuche ich, einige Ansätze zur Untersuchung der deutschen Urkundensprache auf dem Gebiet Rumäniens zu nehmen.

 


Literatur:

1. Bach, A. (91970): Geschichte der deutschen Sprache, Quelle & Meyer Heidelberg.

2. Bresslau, H. (21912): Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, erster Band, Von Veit & Comp., Leipzig.

3. Wolff, G. (31994): Deutche Sprachgeschichte. Ein Studienbuch, Francke Tübingen und Basel.

4. XXX - Documente privind istoria României. Introducere, vol. II, Editura Academiei, Bucureºti 1956.
 


ANMERKUNGEN:

(1) Philipp, G. (1980): Einführung in das Frühneuhochdeutsche, Sprachgeschichte - Grammatik - Texte, Quelle & Meyer, Heidelberg.

(2) Penzl, H. (1984): Frühneuhochdeutsch, P. Lang, Bern.

(3) Iorga, N. (Hrsg.) (1911): Documente privitoare la istoria românilor. Acte ºi scrisori din arhivele oraºelor ardelene (Bistriþa, Braºov, Sibiu) publicate dupã copiile Academiei Române, vol. XV al Colecþiei Hurmuzaki, partea I, 1358-1600, Bucureºti.

(4) Gündisch, G., Gündisch, H. u.a. (Hrsg) (1981): Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen. Sechster Band. 1458-1473, Verlag der Rumänischen Akademie, Bukarest; Gündisch, G, Gündisch, H. u.a. (Hrsg.) (1991): Urkundenbuch zur Geschischte der Deutschen in Siebenbürgen, Siebenter Band. 1474-1486, Verlag der Rumänischen Akademie, Bukarest.

(5) Müller, F. (1986): Deutsche Sprachdenkmäler aus Siebenbürgen. Aus schriftlichen Quellen des zwölften bis sechzehnten Jahrhunderts, Kriterion, Bukarest (Unveränderter Nachdruck der Erstaufgabe von 1864, herausgegeben mit einem Nachwort und Glossar von Grete Klaster Ungureanu).

(6) Die unveröffentlichten Urkunden aus dem Kronstädter Archiv gehören zum Bestand “Primãria oraºului Braºov” (Rathaus der Stadt Kronstadt) und zur Sammlung Schnell II. Für die Urkunde aus dem Klausenburger Archiv besitzen wir leider die genaue Karteinummer nicht.

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 271-273

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania