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BÜCHER- UND ZEITSCHRIFTENSCHAU

Norman Manea: Die Rückkehr des Hooligan. Ein Selbstporträt.

Aus dem Rumänischen von Georg Aescht. München: Hanser 2004. 411 S.


   Ein Jahr nach dem Erscheinen der rumänischen Originalausgabe in Jassy liegt nun die Übersetzung des jüngsten Werkes von Norman Manea im Münchner Hanser Verlag vor, in dem bereits 1995 Maneas Roman Der schwarze Briefumschlag und 1998 seine Essaysammlung Über Clowns dem deutschen Lesepublikum zugänglich gemacht wurde. Es handelt sich bei diesem Werk um Ein Selbstporträt, wie der Untertitel deutlich macht, also um eine Art Autobiographie, in der man vieles über die Lebensgeschichte des Autors, aber auch einiges über seine momentane Situation als rumänischer Schriftsteller und Professor für Europäische Kulturstudien am Bard College in den Vereinigten Staaten von Amerika erfährt. Der Titel des Buches Die Rückkehr des Hooligan ist erklärungsbedürftig: er spielt an auf einen 1935 erschienenen Roman von Mircea Eliade mit dem Titel Die Hooligans an sowie auf den im selben Jahr erschienen Essay Wie ich zum Hooligan wurde eines anderen bedeutenden rumänischen Dichters und Intellektuellen Mihail Sebastian. Der Begriff ‘Hooligan’ wandelt sich dabei vom Schimpfwort über Radau machende Randalierer und Ruhestörer zum Ehrentitel für die in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts aufbegehrende rumänische Jugend, wobei die geistige Nähe dieses Aufbegehrens zum Faschismus nicht zu verkennen ist: „Die Legionäre erklären sogar den Nationaldichter Mihai Eminescu zum Großen Hooligan der Nation! Zum heiligen Vorläufer der grünbehemdeten Märtyrer, die aufs Kreuz und ihren Cãpitan Codreanu schwören!“ (S. 81). Diesen freilich fragwürdigen Ehrentitel macht sich Norman Manea zu eigen, wenn er seine Rückkehr nach Bukarest, elf Jahre nach seinem Weggang im Jahre 1986, zur Rückkehr des Hooligan stilisiert.

   Das Selbstporträt des rumänischen Schriftstellers gibt Einblick in seine Lebensgeschichte und die Geschichte mehrerer Generationen seiner Familie. Nach der Geburt im Jahre 1936 in dem in der Bukowina gelegenen Burdujeni verdienen folgende Stationen Erwähnung: die Deportation der jüdischen Familie ins transnistrische Moghilev 1941; die Rückkehr der Familie nach Kriegsende 1945 nach Fãlticeni in der Bukowina; die Schulausbildung des jungen Norman und sein Wirken als kommunistischer Verbandssekretär seines Lyzeums bei stalinistischen Schauprozessen im Jahre 1952; die Aufnahme eines Ingenieursstudiums 1954 und seine ersten beruflichen Erfolge als Hydrotechniker 1959; die Verhaftung des Vaters 1958, dessen Verurteilung und Einweisung in die Arbeitskolonie Periprava; die Epoche der Liberalisierung in Rumänien seit Mitte der 60er Jahre und die Zweifel Maneas an seiner beruflichen Tätigkeit, die später in der Frühpensionierung des schreibenden Ingenieurs kulminieren sollten; das Erdbeben 1977 in Bukarest; der endgültige Weggang aus Bukarest 1986, zunächst mit einem Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin; dann die Weiterreise über Paris und schließlich die Einreise in die U.S.A. am 9. März 1988, die Manea als Beginn eines neuen Lebens (vgl. S. 14), als „Leben nach dem Tode“ (S. 11) feiert; schließlich der Tod der Mutter 1988 und die Emigration des 81jährigen Vaters 1989 nach Israel.

   Die amerikanische Gegenwart, die Manea im ersten Präliminarien betitelten Teil seines Selbstporträts beschreibt, die rumänische Vergangenheit, die vor allem im zweiten Teil Die erste Rückkehr (Vergangenheit als Fiktion) zur Sprache kommt, sowie die inneren Probleme seiner Existenz, die im dritten Teil, der in Anspielung auf Freud Der Wiener Diwan überschrieben ist, verhandelt werden, bilden gleichsam die Voraussetzung für den vierten und letzten Teil des Selbstporträts, den Manea mit der Überschrift Die zweite Rückkehr (Die Nachwelt) versehen hat. In diesem Schlußkapitel wird der erste und bisher einzige Besuch Maneas in seinem Heimatland seit seinem Weggang 1986 geschildert, und zwar in Form von tagebuchartigen Aufzeichnungen, die die zwölf Tage seiner Rumänienreise vom 21. April 1997 bis zum 2. Mai 1997 umfassen.

   An der Beschreibung der äußeren Form des Maneaschen Werkes wird bereits deutlich, daß es sich hierbei um kein einheitlich durchgestaltetes episches Werk handelt, sondern viel eher um ein collagehaftes, assoziativ montiertes Ensemble von Eindrücken, Erinnerungen und Reflexionen, mit dem der Autor kaleidoskopartig verfährt und das er nach der Art eines Spiegelkabinetts arrangiert. Dies erleichtert den Leseprozeß nicht gerade, zumal es sich in Maneas Werk in erster Linie um unbekannte Daten einer privaten Familien- und Lebensgeschichte, und nicht um bekannte Daten der Zeitgeschichte handelt, die als strukturierendes Zeitgerüst vorausgesetzt werden könnten. Ein linearer Aufbau der Biographie, wie sie etwa in der Lebensgeschichte des Vaters vorliegt, die der Autor in seinen Text einschaltet (vgl. S. 192-197), hätte dem Text mehr Kraft und Authentizität verliehen.

   Diese Authentizität, die der Leser von einem Selbstporträt erwartet, wird jedoch durch die ubiquitäre Tendenz zur Stilisierung, die Maneas Werk kennzeichnet, gleichsam annihiliert. Wenn das autobiographische Ich einmal als Shakespearscher Romeo (vgl. S. 122f.), dann wieder als Joycescher Leopold Bloom alias Ulysses (vgl. S. 138f., 207, 299) oder als Proustsche Erzählerfigur Marcel (vgl. S. 223) auf der Bühne der Lebensgeschichte Norman Maneas seinen Auftritt hat, wird das Erzählte letztlich theatralisch. Wenn dieses theatralische Element, das ins 19. Jahrhundert weist, sich jedoch mit der postmodernen Auflösung von erzählerischen und biographischen Kontinuitäten verschwistert, verschwindet gerade das, was eine Autobiographie oder einen autobiographischen Roman lesenswert macht: das offene, ungeschminkte, schonungslose und authentische Hervortreten eines besonderen und einzigartigen Individuums.

   Der deutschen Ausgabe dieses Selbstporträts hätte sicher ein Glossar oder ein erklärendes Vorwort gutgetan, das den deutschen Leser, der mit den rumänischen Verhältnissen nicht vertraut ist, ein wenig leitet: Mircea Eliade ist bekannt, wer aber kennt in Deutschland seinen Schüler Ioan Petru Culianu, und wer weiß von Mihail Sebastian oder Nicu Steinhardt, und wer hat schon hierzulande von Moses Rosen oder Iosif Sava gehört! Und man möchte doch sein historisches Wissen nicht allein auf die Auslassungen in einem fiktionalen Werk gründen!

   Am Ende bleiben viele Fragen offen, die aber in ihrem Unbeantwortetbleiben wohl von der seelischen Zerrissenheit des Autors Zeugnis geben! Warum begegnet Norman Manea seinem Heimatland mit den Augen eines Wiedergängers, der wie ein Zombie und Revenant in der Gegenwart nur das Vergangene wahrzunehmen in der Lage ist? Warum möchte er in diesem Land publizieren und wirken, dem er letzten Endes doch distanziert, verkrampft und larmoyant gegenübersteht? Warum taucht in seinem Selbstporträt nicht e i n m a l der Wunsch nach Rückkehr auf, ein aus der Exilliteratur nicht wegzudenkender Topos? Warum treibt er in seinem Werk einen Keil zwischen Rumänien und die rumänische Sprache (vgl. S. 292)? Warum verweigert er Rumänien - Rumänien wird bei Manea als „Land Dada“ (S. 29, 336) enthistorisiert oder mit Culianu als „Jormania“ (S. 17) ahistorisch literarisiert - das Recht auf Geschichte, die doch auch und gerade Offenheit auf die Zukunft hin impliziert? Das aber sind Fragen an den Menschen Norman Manea und nicht an die Literatur! Ein aufrichtiges Selbstporträt hätte gleichwohl eine Antwort auf diese Fragen erahnen lassen.

   Markus Fischer

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