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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., 13-14 / 1998, S. 440-446

 

 

MITTEILUNGEN DER “GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS”
 




I. ZUM 250. GEBURTSTAG VON JOHANN WOLFGANG GOETHE (28. August 1749 – 28. August 1999)

In Absprache mit dem Präsidenten der Rumänischen Akademie, Prof. Dr. Eugen Simion, und mit dem Leiter des Forschungsinstituts “George Cãlinescu” der Akademie schlug der Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und Präsident der Goethe-Gesellschaft in Rumänien, Prof. Dr. George Guþu, eine Reihe von Aktivitäten aus Anlaß des 250. Geburtstages des bedeutenden klassischen deutschen Dichters Johann Wolfgang Goethe vor. Dabei wurde angeregt, weitere Institutionen zur Organisierung und Durchführung dieser Veranstaltungen heranzuziehen. Es sind das also: Rumänische Akademie, Parlament Rumäniens, Kulturministerium Rumäniens, Ministerium für Nationale Bildung Rumäniens, Außenministerium Rumäniens, Forschungsinstitut “George Cãlinescu” der Rumänischen Akademie, Goethe-Gesellschaft in Rumänien, Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, Schriftstellerverband Rumäniens, Komponistenverband Rumäniens, Goethe-Institut Bukarest.

Im E n t w u r f des Programms der Veranstaltungen zum 250. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe heißt es:
„Angesichts der außergewöhnlichen weltweiten Bedeutung der schöpferischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Leistungen Johann Wolfgang Goethes;

unter Berücksichtigung des besonderen Widerhalls, den Leben und Werk dieses deutschen Dichters im geistigen Leben Rumäniens ausgelöst hat;

in Erinnerung daran, daß allein der 100. Todestag von Johann Wolfgang Goethe im Jahre 1932 im Einklang mit seinem Wert und seiner Bedeutung durch einen Festakt des Rumänischen Staates im Saal des Rumänischen Athenäums begangen werden konnte, sowie daran, daß sein 200. Geburtstag bloß zum Anlaß spontaner, ungewichtiger Veranstaltungen genommen wurde;

in Anbetracht der Tatsache, daß großangelegte und anspruchsvolle Veranstaltungen aus Anlaß des 250. Geburtstages von Johann Wolfgang Goethe sowohl in Deutschland als auch in der ganzen Welt stattfinden werden;
im Bewußtsein von der positiven Auswirkung dieses Jubiläums auf das künstlerische, kulturelle und literarische Leben in Rumänien im Sinne eines willkommenen Anlasses zum Überdenken und Aktualisieren der edlen Gedanken der Weimarer Klassik –

komen die oben angeführten Institutionen überein, die Organisierung von ofiziellen Veranstaltungen aus Anlaß des 250. Geburtstages von Johann Wolfgang Goethe in Angriff zu nehmen.

a. Zu diesem Zweck wird das Nationale Komitee zur Vorbereitung der Veranstaltungen aus Anlaß des 250. Geburtstages Johann Wolfgang Goethes gegründet, dem folgende Prsönlichkeiten angehören:
Eugen Simion – Präsident der Rumänischen Akademie
Eugen Vasiliu – Präsident des Kulturausschusses des Rumänischen Senats
Gabriel Þepelea – Präsident des Kulturausschusses der Abgeordnetenkammer
Ion Caramitru – Minister für Kultur
Andrei Marga – Minister für Nationale Bildung
Andrei Pleºu – Minister für Auswärtige Angelegenheiten
Zoe Dumitrescu-Buºulenga – Präsident der Sektion für Philologische Wissenschaften der Rumänischen Akademie
Dan Grigorescu – Leiter des Forschungsinstituts “George Cãlinescu” der Rumänischen Akademie
ªtefan Augustin Doinaº – Ehrenpräsident der Goethe-Gesellschaft in Rumänien
George Guþu – Präsident der Goethe-Gesellschaft in Rumänien und der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens
Laurenþiu Ulici – Präsident des Rumänischen Schriftstellerverbandes
Adrian Iorgulescu – Präsident des Komponistenverbandes Rumäniens
Klaus Fabritius – Abgeordneter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien
Ioan Mihãilescu – Rektor der Universität Bukarest
Gheorghe Popa – Rektor der Universität “Al.I. Cuza” Iaºi/Jassy
Dumitru Ciocoi Pop – Rektor der Universität “Lucian Blaga” Sibiu/Hermannstadt
Mircea Muthu – Rektor der Universität “Babeº-Bolyai” Cluj/Klausenburg
Peter Reitz – Direktor des Goethe-Instituts Bukarest

Dem Organisationsteam des Nationalen Komitees zur Vorbereitung der Veranstaltungen aus Anlaß des 250. Geburtstages Johann Wolfgang Goethes gehören Dan Grigorescu, Maria Berza, Alexandrina Pârvu, Viorica Niºcov und George Guþu an.

b. Vom 30. September bis zum 1. Oktober 1999 wird das Goethe-Symposion mit nationaler und internationaler Beteiligung in Form einer wissenschaftlichen Tagung der Rumänischen Akademie organisiert.

c. Zur Eröffnung des Goethe-Symposions wird am 30. September 1999 eine Feierliche Sitzung der Rumänischen Akademie und der mitveranstaltenden Institutionen abgehalten. Die konkrete Ausgestaltung dieser feierlichen Sitzung wird vom Nationalen Komitee zur Vorbereitung der Veranstaltungen aus Anlaß des 250. Geburtstages Johann Wolfgang Goethes festgelegt.

d. Zum Abschluß des Goethe-Sympo-sions wird am Abend des 1. Oktober 1999 ein festlicher Spektakel aus Anlaß des 250. Geburtstages von Johann Wolfgang Goethe in der Rumänischen Oper oder im Nationaltheater in Bukarest organisiert.

e. Die kritische Herausgabe von Johann Wolfgang Goethes Ausgewählten Werken in rumänischer Sprache wird in einer 18 Bände umfassenden neuen Konzeption mit der Veröffentlichung von einigen autobiographischen Schriften im Band XV im RAO- oder TEORA-Verlag wiederaufgenommen.

f. Hergestellt wird eine CD mit Stücken rumänischer Komponisten zu Texten von Johann Wolfgang Goethe.

g. Für Schüler und Studenten wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, der über den Rumänischen Rundfunk und das Bildungsministerium laufen soll und sich die Ermittlung der besten Texte im Zusammenhang mit Goethes Leben und Werk zum Ziel stellt.

h. Der Germanistiklehrstuhl der Universität Babeº-Bolyai, die GGR-Zweigstelle Klausenburg und die Goethe-Gesellschaft in Rumänien organisieren eine wissenschaftliche Tagung für Lehrkräfte und Studenten.

i. Die Kulturstiftung „Secolul XX“ bereitet die Herausgabe eines Goethe-Sonder-heftes der Zeitschrift Secolul XX vor.

j. Die Zeitschrift der Germanisten Rumäniens wird die Ereignisse des Jubiläumsjahres widerspiegeln und ihr nächstes Heft thematisch der Weimarer Klassik widmen.

In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft und mit der Österreichischen Botschaft sowie mit dem Bukarester Goethe-Institut sollen über das Rumänische Außenministerium den deutschen und österreichischen Partnern Vorschläge für gemeinsame Überlegungen und Schritte zur Vorbereitung und Durchführung dieses Programms unterbreitet werden.“

Die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens will ihren möglichst gewichtigen Beitrag leisten, um diese Aktivitäten, die zum Großteil von ihr initiiert wurden, zu unterstützen.


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II. 3. LANDESKONFERENZ DER GESELLSCHAFT DER GERMANISTEN RUMÄNIENS IM JUNI 1999

Gemäß den Bestimmungen des Statuts der GGR hat dieses Jahr die 3. Landeskonferenz der GGR stattzufinden. An der Konferenz nehmen Delegierte aller Zweigstellen des Landes sowie die Mitglieder des Komitees der GGR teil. Sie beraten über die bisherige Tätigkeit des Komitees der GGR, über die Finanzlage sowie über die künftigen Aufgaben der GGR.

Als weitere wichtige Aufgabe der Landeskonferenz gilt die Wahl des neuen Landeskomitees der GGR und des Präsidenten der GGR für die nächsten vier Jahre.

Als möglicher Zeitpunkt für die Durchführung der Landeskonferenz werden Anfang – Mitte Juni oder Anfang Juli 1999 ins Auge gefaßt

Ein entsprechendes Rundschreiben an die Zweigstellen wird weitere Einzelheiten über dieses Ereignis bekannt machen.


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III. GGR-ZWEIGSTELLEN GESTALTEN REGIONALE WISSENSCHAFTLICHE TAGUNGEN DER GERMANISTIKLEHRSTÜHLE MIT

Im Jahre 1998 hat das organisatorische und wissenschaftliche Zusammenwachsen der GGR-Zweigstellen mit den bedeutenden und traditionsreichen Germanistiklehrstühlen des Landes wesentlich zugenommen und dabei sich sehen lassende Leistungen vollbracht. Es ist dies eine selbstverständliche Zusammenarbeit, die von einem offenen, hellen Geist der jeweiligen KollegInnen spricht: Denn damit überwindet man den schädlichen engen Provinzialismus, die erstickende Enge der Einseitigkeit und betreibt im konkreten Handeln die sonst groß hinausposaunten Prinzipien des europäischen und universellen Denkens, der Multikulturalität und Interdisziplinarität. Denn all dies Multi- und Inter- müssen erst recht im eigenen Fach Wirklichkeit geworden sein, um weitere Bereiche aufschließend zu betreten.

Das haben inzwischen die meisten unserer KollegInnen verstanden, die in diesem echt konstruktiven Sinne handeln.

Beispielhaft war die Tagung des Bukarester Germanistiklehrstuhls vom 3.-4. April 1998, die auf Initiative von Frau Prof. Dr. Doina Sandu, der damaligen langjährigen Lehrstuhlleiterin, veranstaltet wurde. Die bewährte Zusammenarbeit mit der GGR-Zweigstelle Bukarest hat sich auch diesmal als besonders günstig erwiesen. Sowohl durch die Beteiligung als auch durch das Niveau der dabei gehaltenen Vorträge sowie der Fachdiskussion gestaltete sich die Tagung zu einem echten germanistischen Ereignis.

Dasselbe läßt sich auch von der Wissenschaftlichen Tagung des Klausenburger Germanistiklehrstuhls und der dortigen GGR-Zweigstelle, die am 13.-14. Mai 1998 stattfand und eine ebenfalls sehr niveau- und anspruchsvolle Veranstaltung war. Hier tat sich insbesondere unsere Kollegin Elena Viorel durch Initiativgeist und organisatorisches Können hervor.

Von beiden Tagungen bringt die ZGR wesentliche Vorträge heraus, um das oben Behauptete mit konkretem Material zu belegen.


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IV. WISSENSCHAFTLICHE JAHRESTAGUNGEN IM JAHRE 1999

Bisher wurden mehrere Tagungen von Germanistiklehrstühlen und GGR-Zweigstel-len angekündigt. Wir führen sie in chronologischer Reihenfolge an:

- Arbeitstagung der Germanistikabteilung der Universität „Transilvania“ Kronstadt und der Zweigstelle Kronstadt der GGR, 11.-14. März 1999. Mögliche Schwerpunkte können die Jubilare des Jahres 1999, J.W. Goethe und Erwin Wittstock, abgeben. Anläßlich der Tagung wird der erste Tagungsband Kronstädter Germanistik vorgestellt. Zur Ergänzung des Tagungsprogramms erwägen die Organisatoren die Möglichkeit einer Exkursion. Kontaktadresse: Carmen E. Puchianu, str. Lungã 248, 2200 Braºov (Tel.: 068-41.64.26)

- Jahrestagung des Hermannstädter Germanistiklehrstuhls der Universität „Lucian Blaga“, 11.-12. Mai 1999. Zur Diskussion gestellt werden sollen Forschungsergebnisse aus verschiedenen Bereichen, wobei jedoch auf den 100. Geburtstag von Erwin Wittstock hingewiesen wurde: Arbeiten zum Rumänienbild bei Erwin Wittstock, zu den Übersetzungen aus seinem Werk, zur Goethe-Rezeption in Wittstocks Romanen u.ä. wären sehr willkommen. In Zusammenarbeit mit der Familie soll auch eine Ausstellung vorbereitet werden. Kontaktadresse: Gerhard Konnerth, Lucian-Blaga-Universität Sibiu, Fakultät für Philologie, Geschichte und Journalistik, Lehrstuhl für Germanistik, B-dul Victoriei 5-7, 2400 Sibiu (Tel.: 069-21.55.56; 069-21.60.62; Fax: 069-21.05.12)

- Jahrestagung des Germanistiklehrstuhls der Babeº-Bolyai-Universität Klausenburg und der GGR-Zweigstelle Klausenburg, 21.-22. Mai 1999. Die Tagung wird in drei Sektionen ablaufen und ist dem Andenken von Johann Wolfgang Goethe und Stephan Ludwig Roth gewidmet, wobei freilich die Thematik sehr vielfältig sein kann. Beabsichtigt wird die Herausgabe eines Tagungsbandes. Kontaktadresse: Elena Viorel, Babeº-Bolyai-Universität, Philologische Fakultät, Lehrstuhl für Germanistik, Str. Horea Nr. 31, 3400 Cluj-Napoca. (E-mail-Adresse: eviorel@ubbcluj.ro).


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V. ANDREI CORBEA-HOIªIE – TRÄGER DES HERDER-PREISES

Träger des angesehenen österreichischen Herder-Preises 1998 ist unser Kollege Prof. Dr. Andrei Corbea-Hoiºie, Inhaber des Germanistiklehrstuhls der Universität „Al. I. Cuza“ Jassy, Gründungsmitglied der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und Mitglied des Vorstands der Goethe-Gesellschaft in Rumänien. Bekanntlich wird der Preis für besondere Verdienste um die Erforschung der österreichischen Geschichte und Kultur sowie für die Vertiefung der geistig-kulturellen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Rumänien verliehen. Unser Jassyer Kollege hat sich in diesem Zusammenhang beachtliche Verdienste erworben. Zahlreiche Publikationen und Aktivitäten unseres Kollegen legen ein beredtes Zeugnis davon.

Das Landeskomitee der GGR gratuliert Prof. Corbea-Hoiºie zu dieser hohen Würdigung und wünscht ihm weitere Höhepunkte in seiner germanistischen Tätigkeit.


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VI. ROXANA NUBERT – ORDENTLICHER UNIVERSITÄTSPROFESSOR

Unsere Kollegin Roxana Nubert, langjährige Mitarbeiterin in der Redaktion der ZGR und aktives Mitglied unserer GGR, seit mehreren Jahren Inhaberin des Germanistiklehrstuhls an der West-Universität Temeswar, ist seit Herbst 1998 zum ordentlichen Universitätsprofessor ernannt worden.

Seit mehreren Jahrzehnten gab es in Temeswar – nach dem Emeritieren von Prof. Stefan Binder – keine Professur mehr. Nun hat auch dieses bedeutende germanistische Lehr- und Forschungszentrum eine koordinierende, fachlich ausgwiesenen Persönlichkeit, die das Potential des Temeswarer Lehrstuhls und der Zweigstelle Temeswar der GGR voll zur Geltung bringen kann. Dies wurde mehrere Male durch die Veranstaltung von bedeutenden Tagungen an der West-Universität überzeugend unter Beweis gestellt.

Wir hoffen, daß auch weitere verdienstvolle KollegInnen diese wissenschaftlich-hierarchische Stufe erklimmen werden.

Unserer Kollegin Roxana Nubert gratulieren wir herzlichst zu diesem erfreulichen, verdienten Ereignis und wünschen ihr Gesundheit, Arbeitskraft und weitere wertvolle Initiativen zur Entwicklung der Germanistik in unserem Land.


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VII. STUDENTENBRIEF AUS KLAUSENBURG

Vom Mutterschiff zum Heimathafen.
Richard Wagners Begegnung mit Klausenburger Lehrkräften und Studenten.

Am 19.12.1998 rüttelte ein außergewöhnliches Ereignis das kulturelle Gewissen der Klausenburger wach. Richard Wagner, der Mann mit dem wohl klangvollsten Namen des Banats, ja der Schriftsteller, der Lyriker, der Essayist und Romancier Richard Wagner war doch tatsächlich für eine Lesung an der Philologischen Fakultät zu überreden.
Der Wahlberliner, der vor kurzem auch ins Rumänische übersetzt wurde, scheint sich inzwischen von der in seinem Buch Sonderwerg Rumänien angeschlagenen post-revolutionären Problematik losgelöst zu haben und stellte dem interessierten Publikum seinen neuesten Roman Im Grunde sind wir alle Sieger vor. Dieser dritte Teil einer Trilogie ist eine einzigartige Mixtur von Introspektion und Berichterstattung und debattiert ironisierend über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit. Die Reeperbahn, Amsterdam, Wien und Afrika bilden die Kulisse, in der Andre, eine Art moderner Taugenichts, zwischen diverse Frauen und die immer wieder erscheinende Vaterfigur Domino hin- und hergerissen wird, wobei alles auf den Schluß: “tu was du willst, es wird nicht von Bedeutung sein”, hinausläuft.

Die vormittägliche Gesprächsrunde wurde am Abend im Deutschen Kulturzentrum Klausenburg fortgesetzt. Unser prominenter Gast antwortete beflissen auf die Fragen des Auditoriums und wies dabei auf die Aufgabe des Autors, sein Publikum nicht zu bestätigen, sondern zu irritieren, hin. Weiterhin riet er von einer Überbewertung rumäniendeutscher Literatur ab, da die Aufmerksamkeit, die in diese Schublade gedrängte Schriften erregen würden, eher einem Interesse an Exoten einer seltenen Unterart Deutsch gleiche: die vielgepriesenen Vorteile der kulturellen Überlagerung weisen sich als zweischneidiges Schwert auf, meinte Wagner und deutete dabei auf die zahlreichen schriftlich tätigen Auswanderer, die von der Szene verschwanden, als ihr gewohnter Hintergrund auf einen Schlag weg war.

Die Gastgeber danken allen Teilnehmern und kündigen für die nahe Zukunft weitere solche Aktivitäten an. Wir hegen die Hoffnung, bald wieder prominente Gäste begrüßen zu dürfen.


Christian Rakosy


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VIII. DISSERTATIONEN RUMÄNISCHER GERMANISTEN/INNEN VERTEIDIGT ODER KURZ VOR VERTEIDIGUNG

Im November 1998 erlangte – nach Eleonora Pascu, die 1997 in Wien mit einer unter der wissenschaftlichen Betreuung von Wendelin Schmidt-Dengler verfaßten Dissertation über Peter Handke promovierte – ein weiterer rumänischer Germanist die Doktorwürde. Es handelt sich um Sorin Gãdeanu von der West-Universität Temeswar, der an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf seine Inauguraldissertation Sprache auf der Suche. Zur Identitätsfrage des Deutschen in Rumänien am Beispiel der Temeswarer Stadtsprache erfolgreich verteidigte. Der Opus erschien im Roderer Verlag, Regensburg 1998, Reihe Theorie und Forschung, Bd. 578, Sprachwissenschaften, Bd. 8, und entstand unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Georg Stötzel und Prof. Dr. Peter Wunderli. Das Prädikat des gesamten Promotionsverfahrens lautete „magna cum laude“.

Noch im April 1998 fand im Festsaal der Rumänistik-Fakultät der Universität Buka-rest die öffentliche Verteidigung der Disser-tation von der jetzt bei Heidelberg lebenden Germanistin Lieselotte Pãtruþ Friedrich Hölderlin un precursor al timpului sãu. Interferenþe cu Mihai Eminescu (F.H. ein Vorgänger seiner Zeit. Interferenzen mit M.E.) statt. Die vergleichende Studie wurde von Prof. Dr. Romul Munteanu wissenschaftlich betreut und erscheint 1999 im Bukarester Paideia Verlag unter dem Titel “Nu credeam sã-nvãþ a muri vrodatã”. Friedrich Hölderlin ºi Mihai Eminescu (Studiu de literaturã comparatã).

Im gleichen Jahr verteidigte Cornelia Cujbã (Jassy) ihre Dissertation Influenþa limbii germane asupra vocabularului limbii române literare contemporane (Der Einfluß des Deutschen auf den Wortschatz der literarischen rumänischen Sprache der Gegenwart). Wissenschaftlicher Betreuer war Prof. Dr. Cornel Dimitriu (Jassy).

Nach Bukarest kam die jetzt in Freiburg i. Br. lebende Ileana Snagoveanu-Spiegelberg, die die Dissertation Theoretische und praktische Grundlagen einer vergleichenden Untersuchung der Intonation im Deutschen und im Rumänischen (Bazele teoretice ºi practice ale unui studiu comparativ al intonaþiei în limbile românã ºi germanã) öffentlich verteidigte. Die wissenschaftliche Anleitung hatte Prof. Dr. Speranþa Stãnescu inne.

Im November 1998 verteidigte Rodica Miclea (Hermannstadt) ihre Dissertation mit dem Titel Nominalphrase in der Sprache des Zollwesens (Grupul nominal în limbajul vamal). Die Untersuchung entstand unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Speranþa Stãnescu. Somit wurde Rodica Miclea zum Dr. Phil. der Universität Buka-rest. Die Studie kam 1998 im Verlag hora, Hermannstadt, heraus.


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Besonders erfreulich ist der Umstand, daß eine beachtliche Anzahl von Kolleginnen und Kollegen aus dem germanistischen Lehr- und Forschungsbereich Ihre Dissertationen fertiggestellt haben und dadurch kurz vor der öffentlichen Verteidungung stehen.

Das Landeskomitee der GGR hat ein Rundschreiben an die KollegInnen geschickt, in der konkrete Angaben dazu erbe-ten wurden. Auf der Grundlage der bei uns termingerecht eingelaufenen Antworten führen wir diese Informationen an, um dadurch unsere Anerkennung und Würdigung dieser beachtlichen wissenschaftlichen Leistungen zum Ausdruck zu bringen.

Eine vollständige Liste mit den weiteren Doktoranden und ihren Forschungsthemen wollen wir im nächsten Heft der ZGR bringen. Bis dahin wollen wir diesbezüglich unsere – ohnehin zu empfehlende – GGR-Homepage (http://www.canad.ro/ggr) ergänzen. Vorläufig also nur die fertiggestellten oder kurz vor der Fertigstellung stehenden Promotionsvorhaben:


Iassy:

- Magdalena Leca: Limbajul eminescian în traduceri germane ºi italiene (Die Sprache Eminescus in deutschen und italienischen Übersetzungen); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Dumitru Irimia (Jassy).

- Grigore Marcu: Receptarea operei lui Novalis în România: Limba traducerilor (Die Rezepzion des Werks von Novalis in Rumänien. Die Sprache der Übersetzungen); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Alexandru Andriescu (Jassy).

- Adina Lucia Nistor: Rumänisch-deutsche / siebenbürgisch-sächsische Sprachinterferenzen im Südwesten Siebenbürgens (Interferenþe lingvistice româno-germane / sãseºti în sudvestul Transilvaniei); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Vasile Arvinte.

Bukarest:

- Gheorghe Nicolaescu: Georg Büchner und die metaliterarische Reflexion (Georg Büchner ºi reflecþia metaliterarã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu (Fachberatung: Prof. Dr. George Guþu).

- Mariana Lãzãrescu: Hugo von Hofmannsthals Essayistik als wesentlicher Teil seines Schaffens (Eseurile lui Hugo von Hofmannsthal ca parte esenþialã din opera sa); wiss. Betreuer: Doz. Dr. Hans Müller (Passau; ehemals Bukarest)

- Anca Rãdulescu: Zur sozialen Funktion der Kunst und des Künstlers im deutschsprachigen Roman nach 1945 (Funcþia socialã a artei ºi artistului în romanul german contemporan); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Jean Livescu und Prof. Dr. George Guþu.

- Ioan Gabriel Lãzãrescu: Die Paronymie als lexikalisches Phänomen und die Paronomasie als Stilfigur im Deutschen (Paronimia ca fenomen lexical ºi paronomasia ca figurã de stil în limba germanã); wiss. Betreuer: Doz. Dr. Hans Müller (Passau; ehemals Bukarest).

- Lora Constantinescu: Die Wirtschaftswerbung. Die linguistisch-rhetorische Analyse deutscher und rumänischer Werbeanzeigen (Reclama în domeniul economic. Analiza lingvistico-retoricã a anunþurilor publicitare în limbile germanã ºi românã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu.

- Voichiþa Alexandra Ghenghea: Zum Einfluß verbaler und nonverbaler Textfaktoren auf das Verstehen deutscher Fachtexte im DaF-Unterricht (Rolul unor factori verbali ºi nonverbali în înþelegerea ºi predarea textelor de specialitate în limba germanã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu.

- Ruxandra Cosma: Aspekt und Aspektualität im Deutschen. Eine Untersuchung zur Begriffsbestimmung, Typologie und Realisierung (Aspect ºi aspectualitate în limba germanã. Un studiu asupra definirii tipologiei ºi realizãrii lor); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu.

Temeswar:
- Peter Kottler: Das System der Verbalreflexion in den Banater Mundarten rhein- und moselfränkischer Prägung (Sistemul flexiunii verbale în graiurile germane de tip renano-francon ºi mozelo-francon din Banat); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu (Bukarest).
- Laura Cheie: Georg Trakl ºi poezia româneascã (Georg Trakl und die rumänische Dichtung) unter der Leitung von Prof. Dr. Liviu Petrescu (Klausenburg) / Die Poetik des Obssessiven bei Georg Trakl und George Bacovia (Poetica obsesiei la G.T. ºi G.B.) unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Metlhagl (Innsbruck).
- Eva Marianne Marki: Romanische Einflüsse im Deutschen (Influenþe romanice în limba germanã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ileana Oancea (Temeswar).
- Kinga Gall: Elemente romanice în limba presei germane din Banat (Romanische Elemente in der banatdeutschen Pressesprache); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ileana Oancea (Temeswar).
- Timea Janoºi: Die Negation im Deutschen und im Rumänischen (Negaþia în limba germanã ºi românã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Ivan Evseev (Temeswar).

Hermannstadt:
- Sigrid Haldenwang: Wortbildung des Adjektivs im Siebenbürgisch-Sächsischen entsprechend den Korpusbefunden im 19. bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts (Formarea adjectivelor în graiurile sãseºti din Transilvania aºa cum se reflectã ele în corpusurile lingvistice întocmite în perioada de la sfârºitul sec. al XIX-lea pânã în deceniul al optulea al sec. XX); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu (Bukarest).
- Johanna Bottesch: Semantisch-strukturelle Aspekte der Phraseologismen im Landlerischen in Großpold (Expresii frazeologice sub aspect structural ºi semantic în dialectul „Landlerisch“ din Apoldul de Sus); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Speranþa Stãnescu (Bukarest).

Klausenburg:
- Lucia Gorgoi: Receptarea filosofiei lui Nietzsche în cultura româneascã (Die Re-zeption von Nietzsches Philosophie in der rumänischen Kultur); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Liviu Petrescu (Klausenburg).
- Gundula-Ulrike Fleischer: Die Über-tragungen von Goethes „Faust“ ins Rumänische (Traducerile din „Faust“ de Goethe în limba românã); wiss. Betreuer: Prof. Dr. Vasile Arvinte (Jassy).


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IX. ANTRAG DER GGR UM AUF-NAHME IN DEN INTERNATIONALEN DEUTSCHLEHRERVERBAND ANGENOMMEN.
Nach entsprechenden Kontakten zwi-schen der Leitung der GGR und der Leitung der IDV reichte die GGR die Unterlagen im Hinblick auf ihren Beitritt zum IDV ein. Nach eingehender Überprüfung der Unterlagen nahm der Vorstand des IDV auf seiner Sitzung in Sevres (Frankreich) am 28. Januar 1999 den Antrag der GGR an. Er soll der 13. Vertreterversammlung vom 29.-31. Juli 1999 in Frankfurt an der Oder zur Bestätigung vorgelegt werden. Die Generalsekretärin der IDV, Frau Helena Hanuljakova, übermittelte am 28.02.1999 dem Präsidenten der GGR, Prof. Dr. George Guþu, folgende Zeilen:

 

Sehr geehrter Herr Guþu,

Ihre Unterlagen zum Beitritt sind überprüft worden. Sie sind in Ordnung, sie können dann bei der Vertreterversammlung, zu der Sie eingeladen sind, angenommen werden.

Wir freuen uns auf unsere Zusammenarbeit.

Die GGR hofft ebenfalls auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem IDV.


 

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