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MODALITÄT IN DER VERFASSUNG DER EUROPÄISCHEN UNION

Monika Banassova

1. Einführung

Der Beitrag ist den deutschen Modalverben (weiter nur MV) in der EU-Verfassung gewidmet. Am Anfang beschäftige ich mich mit den Arten der Modalität hinsichtlich der deutschen Modalverben, da sie die zentralen Ausdrucksmittel der Modalität sind. Bei der Teilung der Modalität und der einzelnen Bedeutungen der Modalverben scheint als problematisch zu sein, dass man bei der Bewertung aus der Sicht des „menschlichen“ Subjekts ausgeht. Mehrere Arbeiten erwähnen den Gebrauch mit dem unbelebten Subjekt nicht, deshalb beschloss ich, die Deutungen der deutschen Modalverben in der EU-Verfassung zu untersuchen, wo vor allem Regel, Anordnungen und Gesetze zu finden sind, die sich nicht immer auf den „belebten“ Subjekt beschränken. Von meinem Interesse sind die einzelnen Bedeutungen der deutschen MV im Gesetz. Es ist sehr interessant zu untersuchen, in welchen Bedeutungen die MV in der EU-Verfassung auftreten. Ich beschäftige mich sowohl mit der semantischen als auch morphologisch-syntaktischen Seite der deutschen Modalverben. Am Anfang gehe ich von den Arten der Modalität aus, weil durch die Zugehörigkeit des MVs zu einer Modalitätsart die MV-Bedeutung geprägt wird.

Es gibt mehrere Hypothesen, die ich in dieser Untersuchung überprüfen möchte:

·        Die Vorkommenshäufigkeit der MV in der Verfassung und ihre einzelnen Bedeutungen.

·        Meines Erachtens sind die MV-Bedeutungen im Gesetz auf die „Notwendigkeit“ und „Möglichkeit“ beschränkt, die semantisch zu der deontischen Modalität gehören. Ich wollte feststellen, ob auch die dynamischen und epistemischen Deutungen der MV in der Verfassung vorkommen.

·        Man kann annehmen, dass im Gesetz hauptsächlich die deutschen MV sollen und müssen vorkommen, da sollen und müssen die generellen MV der Notwendigkeit sind und sollen mit seiner evidentiellen Bedeutung auf die externe Quelle verweist; müssen als MV, das das strenge Nachfolgen der Notwendigkeit ausdrückt (vgl. Engberg, 2002). Dürfen als Ausdruck für Verbote und Gebote kann meiner Meinung  nach in der EU-Verfassung auch im hohen Maße vorkommen. Es scheint sehr interessant zu untersuchen, inwieweit können als zentrales Verb der „Möglichkeit“ im Gesetz vorkommt.

·        Auch der morphologischen Seite der deutschen MV ist Aufmerksamkeit gewidmet. Ich nehme an, dass alle Konstruktionen mit dem MV auf die 3. Ps. Sg./Pl. beschränkt werden (keine Anrede per 2. Ps. und keine subjektiven Aussagen in der 1. Ps.). Man kann annehmen, dass die MV vor allem in der Präsens-Form auftreten, da im Gesetz nicht auf die Vergangenheit verwiesen wird, sondern die ausgedrückten Sachverhalte atemporal gelten. Im Beitrag untersuche ich auch die Funktion des KII auf die Semantik des MVs, denn KII hat generell eine abschwächende Funktion auf die Bedeutung des MVs.

2. Modalität und deren Arten

Die Problematik von Arten der Modalität wird in den Einzelstudien unterschiedlich beschrieben. Fritz (2000:91ff) geht von der Kommunikation aus – er untersucht die Modalität aus der Sicht der Pragmatik, wobei der Hörer eine dominierte Rolle hat, indem er aus der Äußerung bestimmte Inhalte gewinnen kann. Der Hörer schließt auf die Beziehung des Sprechers zur Wahrheit des ausgedrückten Sachverhalts. Der Sprecherglauben spielt beim Festlegungsprozess eine wichtige Rolle. Der schiebt dann den Hörer zwischen „Sicherheit“ und „Unsicherheit“. Aufgrund dieser Zweiteilung unterscheidet man epistemische und nicht-epistemische Modalität. Epistemische Verwendung ist mit der Unsicherheit des Sprechers verbunden und kann dann entstehen, wenn der Hörer nicht sicher weiss oder glaubt, ob gewisser Sachverhalt wohl existiert. Nicht-epistemische Verwendung bewegt sich dagegen in Intentionen der Sprechersicherheit und ihr kommt neben ihrem lexikalischen und propositionalen Status kein weitergehender Handlungswert zu.

Mehrere Linguisten, die sich mit der Modalität beschäftigen, bevorzugen eher den traditionellen Ansatz vor dem pragmatischen, weil im Vordergrund der Untersuchung nicht die Wirkung auf den Hörer steht, sondern die Tatsache, wie der Sprecher das Modale erwähnt und ausdrückt, d. h. dass der Begriff des Modalen auf der Bedeutungsebene zu bestimmen ist. In Dietrich (1992: 25) ist die Modalität im Kern keine pragmatische oder kommunikative Erscheinung, sondern eben eine Bedeutungskategorie, woraus folgt, dass in pragmatischen und kommunikativen Analysen von Modalverben die semantische Bestimmung der jeweiligen modalen Einheiten zum Ausgangspunkt genommen werden kann. Er geht von zwei Hauptfeldern der Modalität aus – Notwendigkeit und Möglichkeit, die er durch die Kratzers (1988) Lesearten weiter klassifiziert. Die Geltung spielt bei der epistemischen Deutung eine wichtige Rolle, indem gezeigt wurde, dass sie durch Modalisierung „neutralisiert“ ist, und anderseits gerade das Gelten eines Sachverhalts es ist, was den Bezug zu den Basisrelationen wachruft (Dietrich 1992: 49).  

Öhlschläger (1989) geht von der traditionellen Untersuchung aus und erwähnt ähnlich die Zweiteilung der Modalität in die epistemische und die nicht-epistemische Deutung. Er interessiert sich vor allem für die Bedeutungen der deutschen Modalverben, wobei die nicht-epistemischen Bedeutungen grundlegend sind, weil dem Verb dieser Art eine einheitliche Bedeutung zukommt. „Bei allen MV lassen sich die unterschiedlichen nicht-epistemischen Verwendungsmöglichkeiten von Sätzen bzw. Äußerungen, in denen sie vorkommen, dagegen auf andere Faktoren als verschiedene Modalverbbedeutungen zurückführen.“ (S. 183). Die epistemischen Verwendungsweisen werden als sekundär angesehen und in objektiv-epistemische und subjektiv-epistemische geteilt (vgl. S. 239). Auch die Differenzierung zwischen verschiedenen Bedeutungen bzw. Bedeutungsvarianten der Modalverben werden vor allem innerhalb der nicht-epistemischen Gebrauchsweise vorgenommen.

Die Bezeichnung „nicht-epistemisch“ wird in der Sprachwissenschaft verschieden charakterisiert und oft durch Termini „deontisch“, „nicht-inferentiell“, „objektiv“, „semantisch/lexikalisch“ ersetzt. Sie werden wohl durch die modallogischen Kategorien beeinflusst, die die Modalität und Modalverben in fünf Kategorien teilen (vgl. Jäntti 1989):

1.       alethische – schwer von der epistemischen zu unterscheiden (Modalität der Wahrheit)

2.       epistemische – bezieht sich auf die Aussagen

3.       deontische – bezieht sich auf die Eigenschaften, Handlungen

4.       dynamische – bezeichnet „Fähigkeit / Disposition“

5.       existenzielle – Modalität der Existenz

Die Hauptkategorien sind jedoch die epistemische (dazu zählt auch das alethische und existenzielle Modalverb) und nicht-epistemische/deontische Modalität und Modalverben (dazu zählt man noch die dynamische). Darauf aufbauend erwähne ich die Dreiteilung in Hansen (2001), der eine ausführliche und in meiner Untersuchung der Modalverbbedeutungen gut anwendbare Dreiteilung anbietet. Er baut auf der Konzeption von Lyons (1977) auf und teilt die Modalität in drei Arten: epistemische, dynamische und deontische Modalität.

Epistemische Modalität (ähnlich wie bei den meisten Autoren) wird als Sprechereinstellung bezeichnet. Es handelt sich um den Bereich der Überzeugungen des Sprechers, der zum Ausdruck bringt, ob die Proposition seiner Meinung nach mit der Realität übereinstimmt bzw. ob er daran zweifelt.

Dynamische (oft als alethisch bezeichnete) Modalität charakterisiert Hansen (2001, S. 19ff) als Modalität der Wahrheit von Proposition. Es handelt sich um eine „objektive“ Modalität, d. h. ob eine Proposition als notwendig oder möglich klassifiziert wird, hängt von äußeren Bedingungen und nicht vom Sprecher ab. Der Sprecher tritt, unterschiedlich zur epistemischen Modalität, nur als Informator auf und ist in die Einwirkung auf den Handlungsträger nicht involviert. Ob der Handlungsträger die Handlung ausführen kann oder muss, hängt von objektiven Bedingungen und nicht vom Specher oder dem Willen Dritter ab (ebenda:72).

Deontische Modalität bezeichnet Hansen als Modalität der Verpflichtung und Erlaubnis. Für die deontische Modalität ist charakteristisch, dass der latente Zustand auf einen Willensakt zurückgeht. Die Notwendigkeit bzw. Möglichkeit beruht auf dem Willen Anderer. Es kann sich um den Willen von Einzelpersonen handeln oder um den zu allgemeinen Geboten erstarrten Willen einer Gemeinschaft. Sie betrifft die Notwendigkeit und Möglichkeit von Handlungen, die von moralisch verantwortlich Handelnden ausgeführt werden. Während die Wahrheitsbedingungen bei den anderen Modalitäten eine zentrale Rolle spielen, sind sie hier eher peripher, da es um zukünftige Handlungen geht, zu den die Handelnden gedrängt werden. Für die deontische Modalität ist charakteristisch dass die Notwendigkeit bzw. Möglichkeit auf eine Quelle zurückzuführen ist. Dieser Bereich wurde traditionell in der Ethik behandelt und bei der deontischen Quelle kann es sich um explizit ausformulierte moralische oder juristische Prinzipien handeln, die durch eine übergeordnete Institution bedingt sind. Dynamische und deontische Modalität bezeichnet Hansen (2002:72) als „agensorientiert“.

Diese Dreiteilung von Hansen (2001) scheint auch konkret für das Thema dieses Beitrags gut geeignet zu sein, da hier die Notwendigkeit oder Möglichkeit in den juristischen Quellen extra behandelt wird. In den anderen Zweiteilungen in die epistemische und nicht-epistemiche Modalität wäre die Problematik der Notwendigkeit/Möglichkeit als nicht-epistemisch behandelt, ohne sie näher zu spezifizieren und auf ihre Quelle zurückzuführen.

3. Deutsche MV und deren einzelne Bedeutungsvarianten

Als Korpus bei der Untersuchung diente mir das Regensburger Paralellkorpus, wo ich aus der EU-Verfassung die Konstruktionen mit den einzelnen deutschen MV untersucht habe. Bei jedem MV interessiert mich die semantische Seite (die konkrete Bedeutung und die Art der Modalität) und die morphologisch-syntaktische Seite (Peson, Numerus, Tempus, Modus, Satzarten). Theoretisch bin ich aus dem minimalistischen Ansatz in Öhlschläger (1989) ausgegangen, den ich mit der Auffassung in Hansen (2001) verglichen habe. Damit wird aber auf die lexikalischen Bedeutungen in den einzelnen Grammatiken nicht verzichtet. In den erwähnten Arbeiten werden die Hauptbedeutungen genannt, die auf die Grundexplikationen der MV beschränkt sind. Um die einzelnen Bedeutungsvarianten vergleichen zu können, werden bei jedem MV die Bedeutungen in Duden Grammatik (1995) erwähnt.

 Je to potrebné? Uvádzam to kvôli Ïurèovi J

 

Die Mehrheit aller MV-Konstruktionen bildet können. Im kleineren Maßen tritt dürfen, müssen und sollen auf. Es gibt im Korpus nur 11 Belege mit möchten[1] und 9 Belege mit wollen. MV mögen tritt in der Verfassung nicht auf (s. obiges Schema).

Im folgenden wird die Semantik der einzelnen deutschen Modalverben untersucht. Von meinem Interesse waren die einzelnen Bedeutungen der MV und ihre morpho-syntakische Eigenschaften – in welchem Maßen sie die Bedeutungen beeinflussen.

3.1 KÖNNEN[2]

Können weist eine enge Verwandtschaft mit müssen auf. Der Unterschied zwischen diesen zwei MV ist in Öhlschläger (1989: 152) nur in der Tatsache, dass bei können mehrere Handlungsmöglichkeiten entstehen: wenn eine externe (vom Kontext gelieferte) Quelle nicht nur eine Möglichkeit zulässt, dass der Sachverhalt nicht eintritt (vgl. Definition von müssen).

Vergleicht man diese Konstruktion (1) mit der (10), so ist festzustellen, dass in der können-Regel keine starke Dringlichkeit [+OBLIG] vorhanden ist, sondern eher die Möglichkeit [+POSS] zu einer Handlung (zurückgreifen) ausgedrückt wird:

 (1) Sie sichert der Union eine auf zivile und militärische Mittel gestützte Fähigkeit zu Operationen. Auf diese kann die Union bei Missionen außerhalb der Union zur Friedenssicherung, Konfliktverhütung und Stärkung der internationalen Sicherheit in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen zurückgreifen.

Was die einzelnen Bedeutungen von können angeht, gibt es in den Arbeiten keine Einigkeit. Die meisten Grammatiken erwähnen drei Bedeutungsvarianten für können: „Möglichkeit“ = „möglich sein“, „imstande sein“, „Erlaubnis“ und die „Fähigkeit“. Die Auffassungen in den Einzelstudien zur Modalverben sind aber anderer Meinung. Von Öhlschläger (1989:156) ausgehend werden bei können zwei Grundbedeutungen charakterisiert: die nicht-epistemische „Fähigkeit“, deren Explikation nicht nur mit dem Infinitiv, sondern auch mit der Nominalphrase zu kombinieren ist[3]. Ähnlich Hansen (2001) bezeichnet diese Bedeutungsalternation als dynamische „Fähigkeit“.

(2) Die Mitgliedstaaten gewährleisten durch konvergentes Handeln, dass die Union ihre Interessen und ihre Werte auf internationaler Ebene geltend machen kann. (=dass sie die Fähigkeit dazu hat)

Die zweite Bedeutung von können im Öhlschlägers (1989:155) minimalistischen Ansatz ist die „Erlaubnis“. Es handelt sich um eine Variante „Aufforderung“ bei müssen verwandt, in der immer eine Quelle mit verstanden wird, die eine Erlaubnis erteilen kann. In diesem Sinne ist können mit dürfen bedeutungsgleich. Hansen (2001:80) zählt diese Variante zur deontischen Modalität, „Erlaubnis“: x kann p, weil y will, dass x kann p wird folgendermaßen definiert: Eine Handlung kann durch den Willen anderer Leute bzw. bestimmter Kollektive ermöglicht werden. Wichtig ist, dass in dem Explikationsteil, der der Modalitätsebene entspricht, ein zweites Mal kann auftritt. So besteht eine Erlaubnis gerade darin, dass der Wille eines Zweiten nicht die Handlung selbst bedingt, sondern lediglich die Möglichkeit zu seiner Realisierung schafft. An einer anderer Stelle spricht er von der ethisch-juristisch bedingten Erlaubnis, d. h. einer abstrakten Erlaubnis, hinter der immer das Kollektiv stand und nicht die Einzelperson (Hansen, 20021:78).

(3) Ist ein Mitgliedstaat der Ansicht, dass die unmittelbar oder über einen anderen Mitgliedstaat nach der Regelung des Artikels 2 durchgeführte Einfuhr von in den Niederländischen Antillen raffinierten Erdölerzeugnissen auf seinem Markt tatsächliche Schwierigkeiten hervorruft und dass sofortige Maßnahmen zur Behebung dieser Sachlage erforderlich sind, so kann er von sich aus beschließen, dass auf diese Einfuhr Zölle erhoben werden, deren Sätze nicht über den Zollsätzen liegen dürfen, die gegenüber Drittländern für dieselben Erzeugnisse angewendet werden.

Dem Mitgliedstaat ist also die Möglichkeit gegeben, die als eine Folge bestimmter Bedingungen erscheint, dass im Einklang mit der Erlaubnis vom europäischen Rat Zölle erhoben werden. Im diesem Beispiel ist die kausale Möglichkeit markant, die in den kausalen Zusammenhängen und in der Folge-Beziehung eingeprägt wird. In diesem Punkt unterscheidet sich können von dürfen. Beide MV drücken „Erlaubnis“ aus[4], können erscheint in den kausalen Zusammenhängen, während dürfen mit den (negativen) Konsequenzen verbunden ist (vgl. Kap. 3.2). Dürfen im Unterschied zu können erscheint als einziges MV, dass stark patientiv ist.

Im Vergleich mit müssen entsteht bei können in der Variante „Erlaubnis“, die mit der  müssen-„Pflicht“ in ihrer Explikation verwandt ist, eine Handlungs- bzw. Variationsmöglichkeit. Während müssen nur eine Handlungsmöglichkeit zuläßt, wird bei können erwartet, dass die Pflicht befolgt wird (nicht verlangt = müssen). Die Dringlichkeit der Erlaubnis ist also nicht so stark.

Hansen (2001:79) führt noch eine andere Variante bei können auf: „objektive Möglichkeit“[5], die zur dynamischen Modalität gehört. Ihre Explikation lautet: x kann p, weil außerhalb von x bestimmte Umstände vorhanden sind und lässt sich so erklären, dass in diesem Falle es nicht innere Eigenschaften des Handlungsträgers sind, die eine Handlung ermöglichen, sondern äußere Bedingungen. Unterschiedlich zu deontischer „Erlaubnis“ kann man in dieser Alternation nicht von einem Willen eines Zweiten sprechen, es entsteht hier nur aufgrund äußerer Verhältnisse eine Möglichkeit zur Realisierung des Sachverhalts:

(4) Zur Arbeit zugelassene Jugendliche müssen ihrem Alter angepasste Arbeitsbedingungen erhalten und vor wirtschaftlicher Ausbeutung und vor jeder Arbeit geschützt werden, die ihre Sicherheit, ihre Gesundheit, ihre körperliche, geistige, sittliche oder soziale Entwicklung beeinträchtigen oder ihre Erziehung gefährden könnte.

Interessant ist die Tatsache, dass „objektive Möglichkeit“ vor allem in der KII-Form auftritt. Damit ist wohl das Mögliche verdeutlicht, dass in den kausalen Zusammenhängen (in der Folge-Beziehung) realisiert werden kann / vorhanden ist.

Einige Belege treten auch in der negierten Form auf (fast 5%). Da können sehr nahe dem dürfen steht, ist anzunehmen, dass negiertes können ein „Verbot“ ausdrückt (vgl. Duden Grammatik):

(5) Natürliche oder juristische Personen können Rechtssachen zwischen Mitgliedstaaten, zwischen Organen der Union oder zwischen Mitgliedstaaten und Organen der Union nicht beitreten.

In diesem Falle kann man nicht von einem „Verbot“ sprechen, sondern eher „aufgrund einer nicht erteilten Erlaubnis keine Möglichkeit haben“, d. h. die Bedeutung bewegt sich im Bereich der „Möglichkeit“, tritt nur in der negierten Form auf. Hansen (2001:66) führt logische Äquivalenzen auf: ¬ ◊ p = □ ¬ p : x kann-nicht p = x muss nicht p[6]. Auf den Beleg (5) beziehend, natürliche oder juristische Personen können-nicht Rechtsachen beitreten = sie müssen Rechtsachen nicht-beitreten. Ähnlich gilt es auch bei der negierten „objektiven Möglichkeit“:

(6) Im Einklang mit dieser Regel versteht es sich von selbst, dass die Einbeziehung der Charta in die Verfassung nicht dahin gehend verstanden werden kann, dass sie für sich genommen den als „Durchführung des Rechts der Union“ betrachteten Aktionsrahmen der Mitgliedstaaten (im Sinne von Absatz 1 und der vorstehend genannten Rechtsprechung) ausdehnt.

In diesem Satz handelt es sich um kein „Verbot“, die Einbeziehung der Charta so und so zu verstehen, sondern um „keine objektive Möglichkeit dazu haben“. In diesem Sinne kann man negiertes können nicht als eine neue Bedeutungsvariante betrachten, es handelt sich eher um die gleichen Alternationen, nur in der verneinten Form.

Von allen können-Belegen wird die Hauptbedeutung „Erlaubnis“ in 88% ausgedrückt. Mit 9% drückt können in der EU-Verfassung die „objektive Möglichkeit“ aus. Die „Fähigkeit“ ist nur auf 3% beschränkt.

3.2 DÜRFEN[7]

Die Bedeutung von dürfen ist eng mit können verwandt. Als ein markiertes Pendant zu können unterscheidet sich dürfen in der Quelle; bei können in dem Kausalfaktor, bei dürfen in einem Willen. Unterschiedlich zu können beschreibt Öhlschläger (1989:162) dürfen mit Hilfe von Konsequenzen: wenn eine (von Kontext gelieferte) Quelle es zulässt, dass der Sachverhalt eintritt, ohne dass damit negative Konsequenzen verbunden sind. Folgendes Beispiel

(7) Die Staatsangehörigen dritter Länder, die im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten arbeiten dürfen, haben Anspruch auf Arbeitsbedingungen, die denen der Unionsbürgerinnen und Unionsbürger entsprechen.

ist dann zu erklären, die Staatsangehörigen dritter Länder können (ist ihnen die Möglichkeit gegeben) im Gebiet der Mitgliedstaaten arbeiten, ohne dass damit negative Konsequenzen (Arbeitsverbot, Ausbürgerung, Strafe) verbunden sind. Hier sieht man die Nähe zu können. Fritz (2000:125) vergleicht dürfen und können auf dem Beispiel von „Fähigkeit“. Gegenüber können (in Variante von „Fähigkeit“) formuliert dürfen eine „passivische“ Perspektive: Das Einräumen des Dürfens zugunsten des grammatischen Subjekts bedeutet, dass eine externe Quelle die „Fähigkeit“ hat dem Subjekt die „Möglichkeit“ zur Infinitivprädikation zu verschaffen.

Öhlschläger (1989:164) weist mit seinem minimalistischen Ansatz auf die Tatsache hin, dass alle dürfen-Konstruktionen eine einheitliche Bedeutung haben und die häufig angesetzten verschiedenen Bedeutungen bzw. Bedeutungsvarianten nur in je unterschiedlichen Quellen bedingt sind. So wird außer der Bedeutung „Erlaubnis“ eine zweite Bedeutung „Berechtigung“ angesetzt, die sich nur dadurch von der ersten Bedeutung unterscheidet, dass es hier „kein erlaubendes Individuum, sondern ein bestimmter Sachverhalt ist, aufgrund dessen etwas als berechtigt charakterisiert werden kann“. Von diesen zwei verschiedenen Quellen ausgehend, kann man wohl in der EU-Verfassung von einer „Berechtigung“ sprechen. Bei der „Berechtigung“ stellt eine Institution, EU, der Rat, usw. die (vom Kontext gelieferte) Quelle dar, die den Sachverhalt zulässt; die „Erlaubnis“ ist aber immer implizit mitgemeint, weil hinter diesen Sachverhalten immer ein menschlicher Gesetzgeber steht.

Einige Autoren (Helbig/Buscha 1998, Engel 1996, zum Teil Dudengrammatik 1995) schreiben dem negierten dürfen eine neue Bedeutung zu – „Verbot“. Negiertes dürfen drückt in Engel (1998:465) „Verbot“ aus, „aufgrund einer verweigerten/nicht erteilten Erlaubnis nicht die Möglichkeit haben“. Im Vergleich mit negiertem sollen ist nicht dürfen mehr eindringlich (Helbig/Buscha 1998:134). Aus diesem Grund verbindet man die Bedeutung von nicht dürfen mit „Notwendigkeit“ (Duden-Grammatik, 1995). Öhlschläger (1989:161ff) weist aber darauf hin, dass es sich um keine neue Bedeutung handelt. Seines Erachtens ist die Bedeutung gleich. Für negiertes dürfen erwähnt es folgende Bedeutungsexplikation: wenn eine (vom Kontext gelieferte) Quelle nur die eine Möglichkeit zulässt, dass dann, wenn der Sachverhalt eintritt, negative Konsequenzen damit verbunden sind. Positiv ausgedrückt hat nicht dürfen die gleiche Bedeutungsbestimmung wie dürfen (siehe oben).

Vergleicht man dies mit einer Konstruktion aus dem Korpus:

(8) Die Entwicklung des Handelsverkehrs darf nicht in einem Ausmaß beeinträchtigt werden, das dem Interesse der Union zuwiderläuft.

ist festzustellen: die vom Kontext gelieferte Quelle (Gesetzgeber) lässt nur die Möglichkeit zu, dass man die Entwicklung des Handelsverkehrs nicht beeinträchtigt. Wäre Handlungsverkehr in einem Ausmaß jedoch beeinträchtigt, steht das schon im Widerspruch mit dem Gesetz und werden die negativen Konsequenzen gezogen. Es handelt sich also um kein „Verbot“, eher um die „Berechtigung“ im negativen Sinne – „es entsteht keine Berechtigung“. Diese Variante bildet 62,5% aller dürfen-Belege in der EU-Verfassung.

3.3 MÜSSEN[8]

Müssen steht dem sollen am nächsten. Die beiden MV sind die zentralen Ausdrücke der „Notwendigkeit“. Sollen ist durch „schwächere Verpflichtung“ charakteristisch (Hansen, 2001:80), wobei müssen nur eine Möglichkeit, die Handlung auszuführen, zulässt. In Öhlschläger (1989:134ff) schreibt man dem deontischen müssen „kausale Notwendigkeit“[9] (necessitas) zu und wird einheitlich definiert: eine (vom Kontext gelieferte) Quelle läßt nur eine Möglichkeit zu, dass der Sachverhalt eintritt. In der Regel wird die Quelle nicht sprachlich realisiert, sondern ist aus dem Kontext ergänzbar, wird aufgrund des Situations- und anderen Wissens bei verschiedenen Äußerungen jeweils mit verstanden (ebenda:145).

Im Rahmen vom deontischen müssen werden zwei Varianten „objektive Notwendigkeit“ und „Pflicht“ unterschieden. In Öhlschläger (1989:149) wird auf einige Konzeptionen hingewiesen, dass in der Bedeutung „Pflicht“ nur belebte Personen als Subjekte auftreten. In Bezug auf die EU-Verfassung wäre dies nicht eindeutig.

(9) Wird ein solcher Antrag angenommen, so müssen die Mitglieder der Kommission geschlossen ihr Amt niederlegen, und der Außenminister der Union muss sein im Rahmen der Kommission ausgeübtes Amt niederlegen.

Als Subjekt treten hier die „belebten“ Mitglieder der Kommission und der Außenminister. Es handelt sich um Variante „Pflicht“ - sie sind dazu verpflichtet, gezwungen und haben nur eine Möglichkeit, dass sie unter genannten Bedingungen ihr Amt niederlegen. Im anderen Beispiel:

(10) Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats müssen die anderen Mitgliedstaaten nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung leisten.

ist die deontische Quelle vom „unbelebten“ Mitgliedstaat besetzt. Der Staat kann nicht bewusst handeln, es geht trotzdem um Variante „Pflicht“. Hinter dem Mitgliedstaat sind mehrere führenden Personen verkörpert, aus diesem Grund kann man wohl über „Pflicht“ sprechen, obwohl hier kein belebtes Subjekt auftritt. Aus diesem Grund kommt in der EU-Verfassung Variante „Pflicht“ vor, weil der Gesetzgeber es für notwendig hält, dass ein bestimmter Sachverhalt eintritt. Diese Tatsache ist in jedem müssen-Beleg der Verfassung impliziert.

Hansen (2001:141) unterscheidet „objektive Notwendigkeit“ = „muss p(x), weil q“ von der „Verpflichtung“ = „muss p(x), weil y will, dass x p“. In beiden Beispielen handelt es sich um „kausale Notwendigkeit“ (weil), in der zweiten Variante wird jedoch markanter ausgedrückt, dass eine externe deontische Quelle hinter der Notwendigkeit / Verpflichtung steht. In diesem Zusammenhang spricht er von der „ethisch-juristischen Verpflichtung“ (Hansen, 20011:78), da hinter dieser Verpflichtung das Kollektiv steht und nicht die Einzelperson.

Alle Bedeutungen von müssen stammen in der EU-Verfassung aus dem semantischen Feld der „kausalen Notwendigkeit“. Im Korpus wird den müssen-Belegen trotzdem die Bedeutung  der „Pflicht“ zugeschrieben, da die Quelle, die Ursachen, bei der „Pflicht“ anders sind, als bei der „bloßen“ „Notwendigkeit“ (muss p(x), weil y will, dass x p). In der EU-Verfassung steht hinter der Verpflichtung immer ein Kollektiv (weil y will).

Es gibt nur einen Beleg im Korpus, wo negiertes müssen die „Möglichkeit“ ausdrückt:

(11) Die Mitgliedstaaten müssen diese Unterstützung nicht in Anspruch nehmen.

Logisch gesehen: ¬nec p = pos ¬ p[10], d. h. nicht müssen p = können nicht p. Wenn die Mitgliedstaaten die Unterstützung nicht in Anspruch nehmen müssen, heißt das, dass sie die Möglichkeit haben, die Unterstützung nicht in Anspruch zu nehmen / auf die Unterstützung zu verzichten.

Interessant ist die Tatsache, dass in keinem Beleg müssen in der KII-Form vorkommt. Müssen mit der Bedeutung der „absoluten Notwendigkeit“ ist in der Verfassung nicht durch KII abgeschwächt. Unterschiedlich zu sollen drückt müssen vor allem in den Gesetzen ein strenges Rechtsfolgen mit nur einer Handlungsmöglichkeit; es wird gerade auf die „Notwendigkeit“ betont und damit der Rezipient stärker beeinflusst.

3.4 SOLLEN[11]

Sollen und müssen sind semantisch sehr ähnlich. In Öhlschläger (1989) ist sollen eine Konverse zu wollen, weil sollen ähnlich wie wollen ausdrückt, dass man bei der Realisierung des Sachverhalt nicht nur eine Möglichkeit hat (wie bei müssen). Engberg (2002) ähnlich wie Öhlschläger schreibt dem müssen „nur eine Handlungsmöglichkeit haben“ zu. Sollen bezeichnet mehrere Handlungsmöglichkeiten und drückt „begrenzt fakultative Pflicht“ aus. Der Autor vergleicht die beiden Modalverben durch eine Parallele zu anderen Verben: müssen = verlangen, sollen = erwarten; mit sollen wird also die fakultative Obligation ausgedrückt; das gewollte Bestehen, ist immer mitgemeint. Hansen (2002:80) schreibt dem sollen eine „schwache Verpflichtung“ zu. Im Unterschied zur Verpflichtung bleibt hier die Entscheidung, die Handlung auszuführen, beim Handlungsausführenden. Die Bedeutung wird ähnlich in Öhlschläger (1989:145) beschrieben: eine (vom Kontext gelieferte) Quelle zieht es vor, dass der Sachverhalt eintritt. Er weist aber darauf hin, dass nicht jeder gewollte Sachverhalt zugleich ein geforderter ist. Er kann auch an einen Anderen gerichtet werden und dessen Einstellung gegenüber dem ausgesagten Sachverhalt beeinflussen. Aus diesem Grund drückt sollen auch „eine Aussage über das Bestehen einer Forderung“, wobei die Evidentialität von sollen zum Ausdruck gebracht wird. Engberg (2002:132) beschreibt diesen Unterschied sowohl semantisch als auch syntaktisch. Er weist auf eine Regel hin, dass sollen bei Vorkommen in Hauptsätzen eine verbindliche Regelung performativ[12] einführt, wogegen sollen in Nebensätzen eine Absicht wiedergibt, die vom Gesetzgeber als beim Normadressaten vorhanden vorausgesetzt wird.

Aus den genannten Gründen unterscheide ich in meinem Korpus zwischen der deontischen Notwendigkeit, die auch andere Subvarianten „Anforderung, Wille, Ratschlag“ einschließt und eine Notwendigkeit ausdrückt, die man erwartet:

(12) Mit dem letzten Satz des Absatzes soll der Union die Möglichkeit gegeben werden, für einen weiter gehenden Schutz zu sorgen.

und einer dynamischen „Wiedergabe einer Absicht, einer Aussage über das Bestehen einer Forderung“:

(13) Die Bank kann auf Vorschlag des Verwaltungsrats durch einen vom Rat der Gouverneure mit qualifizierter Mehrheit gefassten Beschluss Finanzierungen für Investitionen gewähren, die ganz oder teilweise außerhalb der Hoheitsgebiete der Mitgliedstaaten durchgeführt werden sollen.

Es gibt einige Belege, wo die Notwendigkeit noch markanter begrenzt ausgedrückt wird. Es handelt um die Konstruktionen mit K II, die relativ häufig (34%) vorkommen :

(14) Jeder Entwurf eines Europäischen Gesetzgebungsakts sollte einen Vermerk mit detaillierten Angaben enthalten, die es ermöglichen zu beurteilen, ob die Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit eingehalten wurden.

Haraldsen (2002:52) schreibt dem K II den abschwächenden Effekt zu, er kommt als eine Indiz für eine schwächere direktive Nuance vor. In Fritz (2000:135) trägt K II einen „hypothetischen Sinnanteil“.

In den konditionalen Nebensätzen tritt sollen als nicht modal auf. Wie Hansen (2002) darauf hinweist, drückt sollen keine modale Bedeutung aus, sondern bietet den Raum für die Konditionalität.

(15) Sollte die Anwendung von Artikel 34 zu einer deutlichen Zunahme der Einfuhren bestimmter Waren mit Ursprung in Ceuta oder Melilla führen, so dass die Erzeuger der Union geschädigt werden könnten, kann der Rat auf Vorschlag der Kommission Europäische Verordnungen oder Beschlüsse zur Festlegung von besonderen Bedingungen für den Zugang dieser Waren zum Zollgebühr der Union erlassen.

 

3.5 MÖCHTEN[13]

Es gibt Autoren (Hansen, Öhlschläger), die mögen von möchten unterscheiden. Es handelt sich um eine K II-Form von mögen, heute wird aber schon als Indikativform verstanden. Die Bedeutungen beider Verben unterscheiden sich; sowohl syntaktisch als auch semantisch steht möchten dem wollen näher als mögen[14]. Während wollen einen „entscheidenden Wunsch“ ausdrückt, bezeichnet möchten eine „höflichere Form“, die sich dem Verb wünschen nähert (Öhlschläger, 1989:181).

Im Korpus gibt es nur möchten-Belege. In allen Beispielen wird ein „Wunsch“ ausgedückt. Im Vergleich mit der wollen-Konstruktion (18), drückt man in der mögen-Konstruktion einen „schwächeren Wunsch“ aus:

(17) Der Antrag der Mitgliedstaaten, die untereinander im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik eine Verstärkte Zusammenarbeit begründen möchten, wird an den Rat gerichtet.

3.6 WOLLEN [15]

Die zentrale Bedeutung von wollen ist „etwas beabsichtigen, planen, wünschen“. Nach Öhlschläger (1989:166) wird eine Äußerung mit wollen folgend interpretiert: wenn der mit der NP (Nominalphrase) bezeichnete Gegenstand[16] es vorzieht, dass der Sachverhalt eintritt. Ähnlich wie bei müssen, auch bei wollen wird das Merkmal [+OBLIGATION] ausgedrückt. Wollen ist durch einen Eingriff in die Temporalität charakteristisch. Bei allen Belegen aus dem Korpus kann man von einer „Absicht“ sprechen, die noch nicht realisiert wird, bzw. die vom jetzigen Zeitpunkt bis in die Zukunft zu realisieren ist. Dementsprechend kann man von einem „noch nicht verwirklichten Wille“ oder einer solchen „Absicht“ sprechen:

(18) 2) Kommt der Mitgliedstaat, der innerstaatliche Vorschriften erlassen oder ändern will, der an ihn  gerichteten Empfehlung der Kommission nicht nach, so kann nicht nach Artikel III-174 verlangt werden, dass die anderen Mitgliedstaaten ihre innerstaatlichen Vorschriften ändern, um die Verzerrung zu beseitigen.

4. Morphologische Untersuchung der MV

Alle Konstruktionen treten in der 3. Person Sg./Pl. auf. Es gibt keine Anrede per 2. Person und keine Aussagen in der 1. Person. Es ist verständlich, denn in der Verfassung Subjekte wie Europäische Union, Parlament, der Europäische Rat, Mitgliedstaat, usw. vorkommen. Ähnlich sind alle Konstruktionen ausschließlich im Präsens. Sie gelten aber atemporal, d. h. beziehen sich auf die allgemein geltenden Sachverhalte, obwohl sie hauptsächlich ein futurisches Element beinhalten. Die meisten Belege sind Indikativformen. Es gibt aber einige KII-Formen. KII verändert die Bedeutung des MVs nicht, sondern hat einen abschwächenden Charakter, bezieht die Bedeutung in die schwächere Direktion. In allen Beispielen hat Negation keinen Einfluss auf die Bedeutung. Sie kommt nicht so häufig vor (außer dürfen), verändert die semantische Seite des MVs nicht, sondern schiebt die Bedeutung in die fehlende Umstände, d. h. „keine Möglichkeit haben“ (vgl. Kap. 3). Am meisten markant ist es bei dürfen. Mehr als die Hälfte aller dürfen-Belege bildet negierte Form, die die Bedeutung „keine Berechtigung haben“ (kein „Verb“) ausdrücken. Relativ häufig kommen Sätze in der Passivform vor. Es handelt sich um einen Gesetz, deshalb ist es natürlich, dass mit dem Passiv auf die Handlung, nicht auf den Täter hingewiesen wird.

 

MV

(Anzahl)

Person

3.Ps. Sg/Pl

Tempus

Präsens

Modus

Indikativ    KII

Genus

Aktiv      Passiv

Negation

können (679)

100%

100%

96%

4%

70%

30%

5%

dürfen (147)

100%

100%

100%

0%

60%

40%

62,5%

müssen (74)

100%

100%

100%

0%

43%

57%

1,3%

sollen (70)

100%

100%

66%

34%

46%

54%

7%

möchten (11)

100%

100%

100%

x[17]

100%

0%

0%

wollen (9)

100%

100%

100%

0%

100%

0%

11%

5. Arten der Modalität in der EU-Verfassung

Wie erwartet, kommt im Korpus kein Beleg in der epistemischen Modalität vor. Es ist verständlich, denn im Gesetztext findet die Sprechereinstellung keinen Platz. Interessant ist Verhältnis zwischen der dynamischen und deontischen Modalität. Bei deontischer Modalität der Verpflichtung und Erlaubnis berührt die Notwendigkeit und Möglichkeit auf dem Willen Anderer (vgl. Kap. 2). Die deontische Quelle führt auf die moralischen bzw. juristischen Prinzipien zurück, die durch eine Institution (Europäische Union) bedingt sind. Aus diesem Grund kommt deontische Modalität im höchsten Maßen vor (86,3%). Die dynamische Modalität beschränkt sich auf die „Fähigkeit“ (z. B. eines Mitgliedstaates) oder auf die „Wiedergabe einer Absicht“ bei sollen (vgl. Kap. 3.4). Nur 0,4% aller Belege aus dem Korpus  geht es um nicht modale Deutungen (bei sollen, vgl. Kap. 3.4).

Modalitätsarten in der EU-Verfassung:

6. Bedeutungen der MV in der EU-Verfassung – eine Zusammenfassung

Den konkreten Bedeutungen der MV und deren Explikationen wird Kapitel 3. gewidmet. An dieser Stelle möchte ich die Ergebnisse rekapitulieren und die Hauptbedeutungen erwähnen. Zuerst beschäftige ich mich mit den Bedeutungen des jeweiligen MVs:

MV

Bedeutungen

Anteil in %

 

können

Erlaubnis

88

Objektive Möglichkeit

9,1

Fähigkeit

2,9

dürfen

Berechtigung

100

müssen

Pflicht

98,6

Möglichkeit

1,4

sollen

Wiedergabe einer Absicht

52,8

Notwendigkeit

41,4

Nicht modale Konditionalität

5,8

möchten

Wunsch

100

wollen

Absicht

100

Aufgrund der minimalistischen semantischen Analyse im Kapitel 3 kann man feststellen, dass man die einzelnen Bedeutungen in drei semantische Hauptfelder gliedern kann: semantisches Feld der „Möglichkeit“ und „Notwendigkeit“ und des „Wunsches“.

Das größte semantische Feld bildet die „Möglichkeit“, durch können und dürfen vertreten.  Eine Handlung kann durch den Willen Anderer bzw. bestimmter Kollektive (hier EU) ermöglicht werden. Den größeren Anteil bildet können, das die „kausale Möglichkeit“ ausdrückt – man hat die Möglichkeit, weil ein Sachverhalt auftritt / es zuläßt. Im Gesetz ist eher dürfen zu erwarten, da es der zentrale Ausdruck für eine „Erlaubnis“ ist. Semantisch stehen sich diese MV sehr nahe einander, beide bewegen sich im Feld der „kausalen Möglichkeit“, können ist jedoch weniger konsequent und lässt eine „Möglichkeit“ zu, d. h. man kann etwas, weil es zugestanden ist.

  

Müssen und sollen sind die zentralen Ausdrücke der „Notwendigkeit“. Sie unterscheiden sich voneinander nur in der Stärke der „Notwendigekit“. Während müssen nur eine Handlungsmöglichkeit zulässt, drückt sollen[18], dass eine Handlung erwartet wird, lässt also  mehrere Handlungsmöglichkeiten zu. Beide MV drücken aber „Verpflichtung“ aus, die durch Merkmal [+OBLIG] charakteristisch sind. Das Nachfolgen wird verlangt/erwartet. Man kann feststellen, diese zwei MV sind in der EU-Verfassung am meisten direktiv, obwohl sie nur kleinen Anteil in der Verfassung bilden. Beide MV drücken „kausale Notwendigkeit“ aus, man ist verpflichtet etwas zu tun, weil es gewollt / gefordert ist.

In den Einzelstudien unterscheidet man das semantische Feld „Wunsch“ nicht; jedoch erwähne ich diese dritte Grundbedeutung, da es sich um keine „Möglichkeit“, bzw. „Notwendigkeit“ handelt, sondern es wird eher eine „Absicht“, ein „Wunsch“ ausgedrückt, der sich auf die Zukunft bezieht. In dieser Variante treten ausschließlich wollen und möchten auf, deren Semantik sich auf die noch nicht realisierte Handlungen bezieht und so Vorhaben/Pläne/Absichte in die Zukunft ausdrückt. Die Bedeutungen der übrigen MV sind eher atemporal, nur bei diesen zwei bezieht sich die Semantik auf die zukünftigen Handlungen.

Nach dem Auswerten aller Bedeutungen scheint es überraschend zu sein, dass den größten Anteil der Bedeutungen gerade „Möglichkeit“ bildet. Im Gesetz wären eher müssen und sollen zu erwarten. Man kann also feststellen, dass die EU-Verfassung zwar direktive „Notwendigkeiten“ fordert, im größeren Maßen wird aber die „Möglichkeit“ ausgedrückt, d. h. aufgrund einer Erlaubnis/Berechtigung die Möglichkeit haben etwas zu tun. Der Gesetz ist folglich weniger direktiv, erwähnt eher die Möglichkeiten, die den Mitgliedsstaaten und den handelnden Personen zugestanden sind, als direktiv etwas aufzufordern. Man kann nicht von einer Direktivität in der EU-Verfassung sprechen, sondern es wird vor allem auf die kausalen Möglichkeiten (aufgrund von bestimmten Umständen/Berechtigung die Möglichkeit zum Handeln haben) hingewiesen. In allen drei semantischen Feldern tritt Kausalität als bedeutungsgebend auf. Die Kausalität beeinflusst die Semantik der MV, indem sie in die kausalen Zusammenhänge verbindet und die Semantik der MV in das pragmatische Gebiet schiebt.

Man kann feststellen, dass die Modalität an der Grenze zwischen der Subjektivität und Kausalität liegt. Modalität als intersystematisches Phänomen befindet sich im Rahmen des Feldes der Kausalität. Die Kausalität, eng mit der Pragmatik verbunden, steht über Bereich der Modalität, d. h. grenzenübergreifend beeinflusst sie die Semantik der MV.

Literatur:

1.   Regensburger Paralellkorpus – die EU-Verfassung

2.   Dietrich, R.: Modalität im Deutschen: zur Theorie der relativen Modalität. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1992.

3.   Eisenberg, P. et al.: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Bd 4, Dudenverlag 1995.

4.   Engberg, J.: Sollen in Gesetztexten. In: Hansen, C. F., Leirbukt, O., Letnes, O.: Modus, Modalverben, Modalpartikeln. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 2002.

5.   Engel, U.: Deutsche Grammatik. Heidelberg: Groos Verlag, 1996.

6.   Fritz, T. A.: Wahr-Sagen: Futur, Modalität und Sprecherbezug im Deutschen. Hamburg: Helmut Buschke Verlag, 2000.

7.   Hansen, B.: Das slavische Modalauxiliar. München: Verlag Otto Sanger, 2001.

8.   Hansen, B.: Die modale Landkarte im Slavischen: Russisch, Polnisch und Serbisch/Kroatisch. Slavistische Beiträge. München: Verlag Otto Sanger, 2001.

9.   Haraldsen, T.: Semantische und pragmatische Aspekte direktiv verwendeter Konditionalgefüge mit indikativischem wenn-Satz. In: Hansen, C. F., Leirbukt, O., Letnes, O.: Modus, Modalverben, Modalpartikeln. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 2002.

10.  Helbig, G., Buscha, J.: Deutsche Grammatik. Langenscheidt Verlag Enzyklopädie 1998.

11.  Jäntti, A.: Probleme der Modalität in der Sprachforschung. In: Studia Philologica Jyväskyensia 23. Universität Jylväskylä, Jylväskylä 1989.

12.  Öhlschläger, G.: Zur Syntax und Semantik der Modalverben des Deutschen. Tübingen, 1989


 

[1] Zu dem Unterschied zwischen mögen und möchten vgl. Kapitel 3.5

[2] können:

1. mit Inf. als Modalverb: 

a) imstande sein, etw. zu tun; etw. zu tun vermögen

b) (aufgrund entsprechender Beschaffenheit, Umstände o. Ä.) die Möglichkeit haben, etw. zu tun

c) aufgrund bestimmter Umstände die Berechtigung zu einem Verhalten o. Ä. haben; in bestimmten Gegebenheiten die Voraussetzungen für ein Verhalten o. Ä. finden

d) (schwächer als »dürfen«) insofern es freisteht, zugelassen ist, die Möglichkeit haben, etw. zu tun

e) möglicherweise der Fall sein, in Betracht kommen

2. Vollverb

a) fähig, in der Lage sein, etw. auszuführen, zu leisten; etw. beherrschen

b) in bestimmter Weise zu etw. fähig, in der Lage sein

c) die Möglichkeit, Erlaubnis haben, etw. zu tun

d) (ugs.) weiterhin Kraft zu etw. haben

[3] Relevant für diese Bedeutung ist nicht die IP (Infinitivphrase), sondern die Subjekt-NP (Nominalphrase) und die VP (Verbalphrase) dieser IP. Es kommt hinzu, dass diese Bedeutung auch offensichtlich die Bedeutung ist, die können in seinen Verwendungen mit einer akkusativischen NP zukommt (Karl kann Englisch) – können hat eine Subjekts-NP auch dann, wenn es mit einer Infinitivkonstruktion kombiniert wird. (Öhlschläger, 1989:157)

[4] Obwohl in den dürfen-Belegen Variante „Berechtigung“ erwähnt ist, wird die „Erlaubnis“ implizit mitverstanden (vgl. Kap. 3.2).

[5] In diesem Zusammenhang erwähne ich zwei Explikationen von können-Variationen: Bech (1949): Können als Prädikationsverbum bezeichnet den Inhalt der Subjekt-Infinitiv-Prädika-tion als kausale Möglichkeit (possibilitas), d. h. er wird als Glied eines Kausalzusammenhanges gesehen, der ein Komplex von Ursachen und Wirkungen (Gründen und Folgen) ist.

Nach Kratzer (1978) e kann IP: ausgedrückte Proposition ist dann und genau dann wahr, wenn bei dieser Äußerung mit der IP bezeichnete Proposition mit dem jeweiligen Redehintergrund logisch verträglich ist – also: wenn aus dem Redehintergrund nicht logisch folgt, dass diese Proposition falsch ist. (In: Öhlschläger, 1989:153)

[6] In der logischen Negation steht ◊ für kann, □ für muss, p für Proposition, ¬ für die Negation und = für logische Äquivalenz (vgl. Hansen, 2001:65).

[7] dürfen:  

1. mit Inf. als Modalverb

a) die Erlaubnis haben, berechtigt, autorisiert sein, etw. zu tun

b) drückt einen Wunsch, eine Bitte, eine Aufforderung aus (oft verneint)

c) die moralische Berechtigung, das Recht haben, etw. zu tun (verneint)

d) Veranlassung zu etw. haben, geben

e) <nur im KonjunktivII+ Inf.> es ist wahrscheinlich, dass ...

f) (landsch.) brauchen (meist in Verbindung mit »nur, bloß«)

2. Vollverb: die Erlaubnis zu etw. Bestimmtem, Vorgenanntem haben

 

[8] müssen:

1. mit Inf. als Modalverb

a) einem [von außen kommenden] Zwang unterliegen, gezwungen sein, etw. zu tun; zwangsläufig notwendig sein, dass etw. Bestimmtes geschieht

b) aufgrund gesellschaftlicher Normen, einer inneren Verpflichtung nicht umhinkönnen, etw. zu tun; verpflichtet sein, sich verpflichtet fühlen, etw. Bestimmtes zu tun;

c) aufgrund bestimmter vorangegangener Ereignisse, aus logischer Konsequenz o. Ä. notwendig sein, dass etw. Bestimmtes geschieht

d) (nordd.) dürfen, sollen (verneint)

e) drückt eine hohe, sich auf bestimmte Tatsachen stützende Wahrscheinlichkeit aus; drückt aus, dass man etwas als ziemlich sicher annimmt: er muss jeden Moment kommen;

f) <nur 2. Konj.> drückt aus, dass etwas erstrebenswert, wünschenswert ist

2. Vollverb

a) gezwungen sein, etw. zu tun, sich irgendwohin zu begeben

b) notwendig sein, dass etw. Bestimmtes geschieht

[9] D. h.: wird als Glied eines Kausalzusammenhanges gesehen, der ein Komplex von Ursachen und Wirkungen (Gründen und Folgen) ist. ... seine Realisation (Existenz, Realität) wird von der Realisation (Existenz, Realität) der übrigen Glieder des Kausalzusammenhanges (Kausalfaktoren) und deren Zusammenspiel impliziert. (Bech, 1949, In: Öhlschläger, 1989:134)

[10] nec = necessity (Notwendigkeit), pos = possibility (Möglichkeit), ¬ Zeichen für Negation, p steht für Proposition

[11] sollen:

1. mit Inf. als Modalverb

a) die Aufforderung, Anweisung, den Auftrag haben, etw. Bestimmtes zu tun

b) drückt einen Wunsch, eine Absicht, ein Vorhaben (des Sprechers od. eines Dritten) aus

c) <fragend od. verneint> drückt ein Ratlossein aus

d) drückt eine Notwendigkeit aus

e) <häufig im 2. Konj.> drückt aus, dass etw. Bestimmtes eigentlich zu erwarten wäre

f) <häufig im 2. Konj.> drückt aus, dass etw. Bestimmtes wünschenswert, richtig, vorteilhaft o. ä. wäre

g) drückt etw. (von einem früheren Zeitpunkt aus gesehen) in der Zukunft Liegendes durch eine Form der Vergangenheit aus: jmdm. beschieden sein

h) <im 2. Konj.> für den Fall, dass

i) <im Präs.> drückt aus, dass der Sprecher sich für die Wahrheit dessen, was er als Nachricht, Information o.Ä. weitergibt, nicht verbürgt

j) <im 2. Konj.> dient in Fragen dem Ausdruck des Zweifels, den der Sprecher an etw. Bestimmtem hegt

2. Vollverb

a) tun, machen sollen: das solltest du aber; was soll [denn] das? (welchen Zweck hat das [denn]?);

 b) sich irgendwohin begeben sollen; irgendwohin gebracht, gelegt usw. werden sollen: ich hätte heute eigentlich in die/zur Schule gesollt; wohin soll denn die neue Stadthalle? (wo soll sie denn gebaut werden?); er soll aufs Gymnasium (soll das Gymnasium besuchen).

[12] performativ – das Schaffen einer Pflicht im Gegensatz zum bloßen Verweisen auf eine schon bestehende Pflicht.

[13] mögen:

1. mit Inf. als Modalverb

a) zum Ausdruck der Vermutung; vielleicht, möglicherweise sein, geschehen, tun, denken

b) zum Ausdruck der Einräumung od. des Zugeständnisses

c) (schweiz., sonst landsch.) können, imstande sein, die Möglichkeit haben od. enthalten

d) <Konjunktiv Prät. meist in der Bed. eines Indik. Präs.> den Wunsch haben

e) wollen, geneigt sein, die Neigung u. die Möglichkeit haben (bes. verneint)

f) zum Ausdruck der [Auf]forderung o. Ä.; sollen: er mag sich ja in Acht nehmen

2. Vollverb

a) für etw. eine Neigung, Vorliebe haben; etw. nach seinem Geschmack finden, gern haben

b) für jmdn. Sympathie od. Liebe empfinden; leiden mögen, gern haben

c) den Wunsch nach etw. Haben

d) nach etw. Verlangen haben, etw. erstreben

[14] Mögen mit der nichtmodalen Bedeutung bezeichnet ein „Lustgefühl“ (Öhlschläger, 1989:178) – „gern haben“, oder mir seiner modalen Bedeutung drückt es „zulassen“ aus. Dementsprechend steht mögen dem können näher.

[15] wollen:

1. mit Inf. als Modalverb

a) die Absicht, den Wunsch, den Willen haben, etw. Bestimmtes zu tun

b) <Prät.> dient der Umschreibung einer Bitte, eines Wunsches

c) <Konjunktiv Präs.> (veraltend) drückt einen Wunsch, eine höfliche, aber zugleich bestimmte Aufforderung aus

d) drückt aus, dass der Sprecher die von ihm wiedergegebene Behauptung eines anderen mit Skepsis betrachtet, für fraglich hält

e) meist verneint; drückt aus, dass etw. [nicht] in der im Verb genannten Weise funktioniert, geschieht, abläuft o. Ä

f) <in Verbindung mit einem 2. Part. u. »sein« od. »werden«> drückt aus, dass etw. eine bestimmte Bemühung, Anstrengung o.ÿÄ. verlangt; müssen

g) einen bestimmten Zweck haben; einem bestimmten Zweck dienen

2. Vollverb

a) die Absicht, den Wunsch haben, etw. zu tun

b) zu haben, zu bekommen wünschen; erstreben

c) <Konjunktiv Prät.> drückt einen irrealen Wunsch aus: ich wollte (wünschte), es wäre alles vorüber;

d) (ugs.) drückt meist verneint aus, dass etw. nicht funktioniert, nicht in der gewünschten Weise abläuft o. Ä

e) (ugs.) für sein Gedeihen o. Ä. brauchen, verlangen

f) *jmdm. etw. w. (ugs.; etw. Übles gegen jmdn. im Sinne haben, jmdm. etw. anhaben wollen

[16] Unter „Gegenstand“ sind sowohl unbelebte Gegenstände als auch belebte Personen zu verstehen. Da die EU-Verfassung untersucht wird, erwähne ich lieber „Gegenstand“, weil im Korpus ausschließlich nur unbelebte Gegenstände vorkommen (Institution, Rat, Union, usw.)

[17] Wie erwähnt, möchten wird als Indikativform mit eigener Bedeutung verstanden (vgl. Kap. 3.5)

[18] Dazu zählt man auch die Variante „Wiedergabe einer Absicht“, da es sich um eine Notwendigkeit evidentieller Art handelt.

 

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