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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens (ZGR), 9. Jg., Heft 17-18 / 2000, S. 317-326

 

 

Programm zur Ausweitung des Deutschunterrichts als Mutter- und als Fremdsprache in Schulen, Lyzeen und an Hochschulen

 

Rumänisches Bildungs- und Forschungsministerium

 

Die Integration Rumäniens in die europäischen Strukturen setzt unter anderen die Erweiterung der Bemühungen voraus, die kommunikativen Fähigkeiten durch Beherrschung von europäischen Sprachen zu verbessern.

Die Aneignung von europäischen Sprachen erhält in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, und zwar die der Förderung,  der Verständigung und der Toleranz, und sorgt dafür, dass der sprachlichen und kulturellen Identität und Vielfalt die gebührende Achtung geschenkt  wird.

Deutsch hat insbesondere  im europäischen Raum eine große Bedeutung, wobei Deutsch in Rumänien traditionell eine wichtige Rolle spielt, denn sie ist sowohl als Sprache der deutschen Minderheit als auch als Fremdsprache vertreten. Die Siebenbürger Sachsen, eine seit Jahrhunderten in Rumänien lebende deutschsprachige Minderheit, hat das erste von den kirchlichen Gemeinden getragene Schulwesen in Europa gegründet.

Herausragende  Persönlichkeiten der rumänischen Kultur, die sich an Universitäten im deutschsprachigen Raum haben ausbilden lassen, übten anschließend eine Brückenfunktion zwischen den zwei Kulturen aus.

Es ist aber mehr als die Tradition, die auf die Notwendigkeit der Erweiterung des Deutschunterrichts hinweist, denn die gegenwärtige Stellung der Bundesrepublik Deutschland in der europäischen Politik und in der Weltwirtschaft, die Rolle der Republik Österreich, als Mitglied der Europäischen Union und ihre Rolle in Mittel- und Osteuropa erfordern die Festigung und Erweiterung des Deutschunterrichts in Rumänien.

Dadurch dass Deutsch von mehr als hundert Millionen Menschen in Europa gesprochen wird, die somit die größte sprachliche Gruppe in Europa darstellen, errang Deutsch den Status einer offiziellen Sprache des Europarates, neben den bisher verwendeten Spachen Englisch und Französisch.

Das Programm zur Ausweitung des Deutschunterrichts in Schulen, Lyzeen und an Hochschulen, das aufgrund des Ministerialerlasses Nr.3205/1998 ausgearbeitet worden ist,  entspricht der Strategie des rumänischen Bildungsministeriums, die die Förderung der Fremd- und Muttersprachen vorsieht. Dieses Programm gilt gleichzeitig als Umsetzung der Bestimmungen des Europarates, der das Jahr 2001 zum „europäischen Jahr der Sprachen“ erklärt hat, ausgehend von der Idee der europäischen Bürgerschaft und von der notwendigen Erhaltung und Förderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas.

I.Aktuelle Situation des Deutschunterrichts im rumänischen Unterrichtswesen

I.1.Deutsch im präuniversitären Unterrichtswesen

I.1.1.Deutsch als Muttersprache

Im Rahmen des Staatssekretariats für Minderheitenschulwesen, Generaldirektion für nationale Minderheiten ist die Direktion für Unterricht in deutscher Sprache und in den Sprachen anderer Minderheiten eingerichtet worden.

Das deutschsprachige Schulwesen ist Teil des Minderheitenschulwesens Rumäniens und besteht aus Unterrichtseinheiten und Abteilungen, die von Kindern und Jugendlichen besucht werden, die der deutschen Minderheit angehören, aber in zunehmendem Maße auch von Kindern und Jugendlichen besucht werden, die aus rumänischen – oder anderssprachigen Elternhäusern kommen. Aus der folgenden Tabelle sind Informationen über die Verteilung von Kinder- und Schülerzahlen zu entnehmen:


 

Stufe

Einheiten

(d.h.eigen-ständige Kindergärten und Schulen)

Abteilun-gen

Gesamt: Einheiten und Abteilungen

Kinder und Schüler

Gesamt: landesweit

Prozent-satz

Kinder-gärten

19

148

167

5711

624.778

0,91

Grundschule

 2

 18

 20

6211

1.284.507

0,48

Gymnasium (Kl.1-8)

 2

 70

 72

5964

1.272.423

0,46

Lyzeum

 6

 17

 23

2604

 718.017

0,36

Im deutschsprachigen Schulwesen sind 808 Lehrkräfte tätig, die deutschsprachigen Unterricht erteilen oder andere Fächer in deutscher Sprache unterrichten, darunter 241 Kindergärtnerinnen, 188 Grundschulleh-rerInnen und 379 Lehrer.

Einheiten mit deutschsprachigem Unterricht gibt es in den Kreisen Alba, Arad, Bihor, Bistriþa-Nãsãud, Braºov, Caraº-Severin, Hunedoara, Maramureº, Mureº, Satu-Mare, Sibiu, Timiº und im Munizipium Bukarest. In den Kreisen Constanþa, Mehedinþi und Sãlaj gibt es zur Zeit nur Kindergärten (Vorschulunterricht). In den letzten zwei Jahren sind neue Lyzealabteilungen gegründet worden, wie zum Beispiel in Bukarest am Lyzeum “A. Vlahuþã“, in Bistriþa/ Bistritz am Lyzeum „L. Rebreanu“, in Sibiu/Hermann-stadt am Lyzeum „O. Ghibu“, in Mediaº/Mediasch, an der „Nationalen Schule für Gas“, in Târgu Mureº/Neumarkt am Lyzeum „Papiu Ilarian“, in Sãcele am „Gustav-Gündisch“-Lyzeum usw.

Im Rahmen des muttersprachlichen Schulwesens unterrichten Lehrkräfte, die der Minderheit angehören oder aber die deutsche Sprache gut beherrschen, hinzu kommen von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen entsandte Lehrer aus Deutschland, die aufgrund der bilateralen Abkommen ihre Tätigkeit in Rumänien ausüben.

Vertreter der deutschen Minderheit sind auf allen Stufen der schulischen Administration laut Gesetz tätig, so zum Beispiel in der Schulleitung, in der Schulaufsicht  auf Kreisebene (Fachinspektoren oder Generalschulinspektoren) und im Bildungsministerium.

Der tief greifende Reformprozess des rumänischen Bildungswesens betrifft die Curriculumsreform, im Sinne der Kompatibilität des nationalen Curriculums mit europäischen Standarden, Erarbeitung von Alternativlehrbüchern, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte, Umdenken im Bereich der Unterrichtsmethoden und  der Evaluation, Delegierung von Entscheidungen an die Schulinspektorats- und Schulebene.

Man kann behaupten, dass die Reform des Bildungswesens in alle Bereiche des Minderheitenschulwesens Eingang gefunden hat und durch die Beteiligung der Fachberatung und des Lehrerentsendeprogramms bereits Früchte getragen hat.

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Stundentafel für Schulen mit Unterricht in den Sprachen der Minderheiten im verbindlichen Teil des Curriculums Fächer wie Muttersprache (hier: Deutsche Sprache und Literatur) und Geschichte und Traditionen der Minderheit (in den Klassen VI und VII) vorsieht.

I.1.2. Deutsch als Fremdsprache

Untersucht man die statistischen Erhebungen der letzten zwei Jahre, so stellt man fest, dass in jedem Studienjahr die Zahl der Schüler, die Deutsch lernen zugenommen hat, obwohl die Gesamtschülerzahl leicht sinkt, im Vergleich zum vergangenen Jahr. Diese Situation läßt sich folgendermaßen erklären: im Schuljahr 1998/ 1999 hat die Einführung der ersten Fremdsprache zwei Klassenstufen später begonnen und die Einführung der zweiten Fremdsprache eine Klassenstufe später, im Vergleich zu den Jahren davor. Im Schuljahr 1999/2000 wurde die zweite Fremdsprache  wieder in Klasse V eingeführt.


 

Schuljahr

Grund-schule

Gymnasium 1. Fs.

Gymnasium 2. Fs.

Lyzeum 1. Fs.

Lyzeum 2. Fs.

Gesamt

1997/1998

Kl.1-4

Kl.5-8

Kl.5-8

Kl.9-12

Kl.9-12

 

 

47.967

56.597

63.886

24.931

46.581

239.762

Schüler-zahl/Stu-dienjahr

11.992

14.149

15.971

 8.234

11.640

 

1998/1999

Kl.3-4

 

Kl.6-8

 

 

 

 

36.874

59.894

61.284

21.200

45.684

225.036

Schüler-zahl/Stu-dienjahr

19.437

14.974

20.426

  5.400

11.421

 

Die Zahlen lassen auf ein wachsendes Interesse für die Erlernung der deutschen Sprache in der Grundschule und im Gymnasium schließen, Deutsch wird in diesen Klassenstufen insbesondere als zweite Fremdsprache gewählt. Im Lyzeum ist ein leichtes Sinken der Schülerzahlen festzustellen, als Folge der Tatsache, dass in den vorhergehenden Jahren Deutsch von einer geringeren Zahl von Schülern gewählt werden konnte (zum Teil  wegen des Lehrermangels, zum Teil wegen des mangelnden Angebots, die im Gymnasium erlernte Fremdsprache weiterführen zu können).

1904 Lehrer unterrichten Deutsch als Fremdsprache in 1.375 Unterrichtseinheiten, unter denen 142 verstärkten Deutschunterricht anbieten und 18 Lyzeen bilinguale Abteilungen führen, von denen 12 in den letzten zwei Jahren eingerichtet worden sind.

Das Interesse für die deutsche Sprache äußert sich auch in der Nachfrage, derer sich  von anderen Institutionen angebotenen Sprachkurse erfreuen, die gegen Bezahlung Deutschunterricht erteilen.

Die Bestätigung der sprachlichen Kompetenzen scheint für junge Leute, d.h. Studenten, Jungwissenschaftler, Fachleute der unterschiedlichsten Fachgebiete äußerst attraktiv zu sein, da sie zum einen das Stipendienangebot der deutschsprachigen Länder wahrnehmen möchten, zum anderen auf dem Arbeitsmarkt viel bessere Chancen haben.

I.2 Deutsch im rumänischen Hochschulwesen

Elf Universitätszentren bieten ein Germanistikstudium an und kommen somit der steigenden Nachfrage entgegen. Diese Universitätszentren sind: „Norduniversität“ Baia Mare, „Transsylvanien“ Braºov/Kronstadt, Universität Bukarest, „Babeº-Bolyai“ Cluj/ Klausenburg,  Universität „Ovidius“ Constanþa, Universität Craiova, Universität „Al. I. Cuza“ Iaºi, Universität Oradea, Universität „Lucian Blaga“ Sibiu/Hermannstadt, Universität „ªtefan cel Mare“ Suceava, „Westuniversität“ Timiºoara/Temeswar.

Bahnbrechend in dieser Hinsicht sind Universitäten, die verschiedene Studiengänge in deutscher Sprache oder eine dopppelte Ausbildung (d.h. Deutsch, plus eine andere Fachausrichtung) anbieten. Darunter ist die Babeº-Bolyai-Universität erwähnenswert, (deutschsprachige Studiengänge an folgenden Fakultäten: Fakultät für Mathematik und Informatik, Fakultät für Chemie und Chemieingenieurwesen, Fakultät für Biologie und Geologie, Fakultät für Geographie, Fakultät für Literaturwissenschaft, Fakultät für Politikwissenschaft und Verwaltungswesen, Fakultät für Geschichte und Philosophie, Fakultät für Psychologie  und Erziehungswissenschaften, universitäre Kollegstufe zur Ausbildung von deutschsprachigen Grundschullehrern in Sibiu/Hermannstadt, Kollegstufe Verwaltungswesen in Bistriþa/Bistritz).

Andere Universitäten sind die Universität „Politehnica“ Bukarest (Departement für Ingenieurwissenschaften), die Technische Universität in Timiºoara/Temeswar (Fakultät für Bauwesen und Fakultät für Mechanik), Akademie für Wirtschaftswissenschaften Bukarest (Fakultät für Wirtschaftsstudien in Fremdsprachen). In den obengenannten Fakultäten sind außer den rumänischen Lehrkräften, acht DAAD-Lektoren und fünf Lektoren aus Österreich tätig. All das ist nur dem nachhaltigen Bemühen der Entscheidungsträger der Hochschulen zu verdanken, die bestrebt waren, den Jugendlichen eine Ausbildung zu gewähren, die internationalen Standards entspricht, indem enge Kontakte zu Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich geknüpft worden sind.

Weiterführende Studiengänge und Masterstudiengänge gibt es an der Universität Bukarest, an der Universität Babeº-Bolyai in Cluj/Klausenburg, an der Westuniversität Timiºoara/Temeswar, Universität "Lucian Blaga" in Sibiu/ Hermannstadt. Die Universität Babeº-Bolyai führt Masterstudiengänge in deutscher Sprache auch für nichtphilologische Fächer durch. Die mit einer doppelten Anerkennung beendeten Studiengänge an der technischen Universität „Politehnica“ Bukarest, in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und an der Babeº-Bolyai Universität Cluj/ Klausenburg, in Zusammenarbeit mit der Universität Münster und mit der Universität Lille (Frankreich) haben sich besonders etabliert.

II. Programm zur Ausweitung des Deutschunterrichts (DaF und DaM)

Ausgehend von der kurz dargestellten Analyse des Deutschunterrichts (DaM und DaF) im rumänischen Unterrichtswesen  und von der Notwendigkeit Fachleute mit guten Deutschkenntnissen auszubilden, veröffentlicht das rumänische Bildungsministerium neue Richtlinien für das Jahr 2000, die dazu bestimmt sind,  den deutschsprachigen Unterricht und die Erlernung der deutschen Sprache im gesamten rumänischen Erziehungswesen zu fördern.

II.1. Umsetzung des Programms im Hochschulbereich

II.1.1. Erstausbildung von Lehrkräften mit guten Spachkenntnissen

Ständiges Wachsen der Studienplätze an Germanistikhochschulen, da  der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften die Hauptursache für das unzureichende Angebot von Deutsch im rumänischen Unterrichtswesen ist;

Einrichtung weiterer deutschspachiger Kollegstudiengängen, da zur Zeit unter den zahlreichen Neueinrichtungen dieser Art, nur diejenigen in Sibiu/Hermannstadt und in Caransebeº, die unter der Schirmherrschaft der Babeº-Bolyai Universität stehen, Grundschullehrer für Deutsch als Mutter- bzw.als Fremdsprache ausbilden; der Kollegstudiengang in Bistriþa/Bistritz bildet Fachleute für die Tourismusbranche aus;

Die Ausweitung der doppelten Ausbildung (d.h. Deutsch/eine andere Fachausrichtung), wie sie von der Babeº-Bolyai Universität praktiziert wird. Das würde in zunehmendem Maße Lehrer ausbilden können, die in der Lage sind sowohl Deutsch als als auch andere Fächer auf Deutsch zu unterrichten.

Die Ausweitung der deutschsprachugen Studiengänge zwecks Ausbildung von deutschsprachigen Fachleuten stellt  eine Notwendigkeit für das Unterrichtswesen, für die Forschung und für die Wirtschaft dar.

Die Intensivierung der schon vorhandenen Zusammenarbeit zwischen rumänischen Universitäten und Universitäten in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich mit dem Ziel, die Erstausbildung der Lehrkräfte an europäische Standards anzupassen;

Die Verwendung von Fernstudien für die Ausbildung von Deutschlehrern und für die Qualifikation von unausgebildeten deutschsprachigen  Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen;

Die Einrichtung von Kollegstudiengängen für die Abiturienten, die das Sprachdiplom II der Kultusministerkonferenz erlangt haben und die die Lehrerbefähigung anstreben, durch die Anerkennung  von Leistungsnachweisen,  (die sich hauptsächlich auf den Spracherwerb und den Umgang mit Texten beziehen); Bereiche, die abgedeckt werden müßten: Psychopädagogik, Methodik, Kinderliteratur;

Die Einrichtung von Umschulungskursen durch die Zentren für Fernausbildung in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und mit anderen dazu befähigten Institutionen, gemäß des neu geschaffenen gesetzlichen Rahmens.

II.1.2. Die Verbesserung der psychopädagogischen und methodischen Ausbildung der Lehrkräfte, mit dem Ziel der Qualitätssicherung im Unterrichtswesen

Die Ausarbeitung – gemäß der Ministerverordnung Nr.5021/6.12.1999 – eines neuen Curriculums durch die Entscheidungsträger der Germanistiklehrstühle, das eine veränderte Vermittlung der Inhalte sichert für die angehenden Lehrer und für Studenten, die eine akademische Laufbahn anstreben;

Die Erarbeitung  eines neuen Rahmen-Curriculums für die psychopädagogische und methodische Erstausbildung der Deutschlehrer durch die Entscheidungsträger der Germanistiklehrstühle, die Anerkennung von Leistungsnachweisen zulässt, gemäß der Ministerialverordnung Nr.3345/25.02.1999, die Bestandteil der Ministerialverordnung Nr. 5021/6.12.1999 geworden ist;

Die Ausbildung von Mentoren innerhalb der Universitätszentren , die sachkundig das pädagogische Praktikum der Studenten und der Junglehrer begleiten können;

Die höhere Gewichtung des methodisch-didaktischen Praktikums im Rahmen der Definitivatsprüfung (eine Prüfung, die nach drei Jahren Unterrichtspraxis, die endgültige Unterrichtsbefähigung unter Beweis stellt). In diesem Kontext soll die Möglichkeit analysiert werden, dass die methodisch-didaktische Erstausbildung der Junglehrer bis zur definitiven Unterrichtsbefähigung verlängert werden soll. Gleichzeitig sollte das Stundendeputat der Junglehrer bis zur Definitivatsprüfung, wie in anderen europäischen Ländern, aus Unterrichtsstunden, aus Hospitationen und Unterrichtsanalyse, sowie aus begleitenden methodisch-didaktischen Seminaren bestehen. Die befugten Direktionen des Bildungsministeriums werden in diesem Sinne, in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Bukarest, Sibiu/Hermannstadt und der Gesamthochschule Kassel (BRD) ein Pilotprojekt zur Durchführung dieses Vorschlags starten. Nachdem das Projekt durchgeführt und ausgewertet worden ist, wird man die Möglichkeiten der Umsetzung von positiven Ergebnissen  auf die gesamte Erstausbildung auswerten müssen.

II.1.3. Die Ausbildung von deutschsprachigen Fachleuten

Die Schaffung von Bedingungen, Deutsch während des Studiums weiter zu lernen und die im präuniversitären Unterrichtswesen erlangten Deutschkenntnisse zu vertiefen;

Die Einführung von Deutsch an einer größeren Anzahl von Universitäten, und zwar auch für Anfänger;

Die Einrichtung von Intensivkursen für Deutsch, an denen sich eine möglichst hohe Zahl von Studenten beteiligen soll;

Die Verwendung der Sokrates- und Leonardo da Vinci-Programme des Europarates zur Herstellung von Kontakten mit Muttersprachlern;

Die Ermutigung der Studenten zur Teilnahme an Sommerkursen;

II.2. Maßnahmen auf der Ebene des Bildungsministeriums

Das Bildungsministerium unterstützt alle von den Universitäten unternommenen Schritte, die dazu bestimmt sind, die Erstausbildung der zukünftigen Lehrer zu verbessern, aber auch die Fort- und Weiterbildung, gemäß der Ministerverordnung Nr. 5021/6.12.1999. Eine besondere Bedeutung wird dabei folgenden Aspekten beigemessen:

Die Festigung und Vervielfältigung der Fakultäten, die Einrichtung von Abteilungen und universitären Kollegstufen, die Deutschlehrer und deutschsprachige Fachlehrer ausbilden;

Die Knüpfung von Kontakten zwischen den befugten Entscheidungsträgern, mit dem Ziel ein Rahmencurriculum für die Erstausbildung, für die Fort- und Weiterbildung und für die Umschulung von Lehrkräften auszuarbeiten;

Die Unterstützung von weiteren Umschulungskursen, so dass die Absolventen sich der durch den neuen gesetzlichen Rahmen geschaffenen Rechte erfreuen können;

Die Einbeziehung aller Lehrkräfte, die Deutsch  oder in deutscher Sprache unterrichten in ein umfassendes Programm der Fortbildung, über das Mediascher Zentrum für Fortbildung in deutscher Sprache und über vom Bildungsministerium bereits anerkannte Programme in Zusammenarbeit mit inländischen und ausländischen Instituten, die Fortbildungsmaßnahmen anbieten;

Die Vervielfältigung der vom Bildungsministerium durch das Fortbildungszentrum in Mediasch veranstalteten Fortbildungsmaßnahmen, die entweder im Zentrum oder regional stattfinden, unter Einbeziehung der Multiplikatoren – die aufgrund der Initiative des  Deutschlehrerverbandes vom Goethe-Institut Bukarest, in Zusammenarbeit mit Kulturkontakt Austria und den Universitäten Bukarest und Kassel – ausgebildet worden sind (Ministerialerlaß Nr. 3086/20.01.2000, bestätigt die Qualifikation), sowie  durch die Fachberater, im Rahmen der schulischen Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland und mit Österreich.

Die Einbeziehung der früheren Teilnehmer von Fortbildungsmaßnahmen im In- und Ausland in das Fortbildungsgeschehen, durch die Weitergabe von angeeignetem Wissen und von neuen Erfahrungen;

Die Anerkennung von unterschiedlichen im Inn- oder Ausland besuchten Fortbildungs- und Qualifizierungsprogrammen, sowie von Bescheinigungen der erworbenen zusätzlichen Qualifikationen, gemäß der vom Bildungsministerium erarbeiteten Umsetzungsbestimmungen von Leistungsnachweisen;

Die Ausschreibung von Wettbewerben, zwecks Erstellung von Alternativlehrbüchern für Deutsch als Fremd- und Muttersprache und die Förderung von Deutschlehrbüchern auf dem freien Büchermarkt;

Die Qualitätssicherung von  übersetzten Lehrbüchern für den muttersprachlichen Unterricht durch die Prüfung und Zulassung der Lehrbücher;

Die Zusammenarbeit mit Verlagen und Fachleuten zur Förderung des deutschsprachigen Buches;

Förderung der Zusammenarbeit zwischen  den Universitäten, den Schulen und den Schulinspektoraten, mit dem Ziel positive Entwicklungen bekannt zu machen;

Ausweitung der Kontakte auf allen Ebenen (Schule, Schulinspektorat, Fortbildungsanbietern, wie Häuser der Lehrer und Zentrum für Fortbildung in deutscher Sprache Mediasch, Universitäten und Kollegstufen der Universitäten, Bildungsministerium, Deutschlehrerverband, Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, Schulkommission des demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Stiftung Youth for Understanding-Romania u.a.) mit ähnlichen Institutionen und gemeinnützigen Organisationen in Deutschland und Österreich, die Bildungsprogramme fördern, mit dem Ziel, den Stellenwert der deutschen Sprache im Unterrichtswesen zu festigen und zu entwickeln.

II.3. Umsetzung des Programms auf Schulinspektorats- und Schulebene

Alle Entscheidungsträger werden das Programm des Bildungsministeriums  unterstützen, treffen Maßnahmen, im Sinne des Programms und übernehmen die Verantwortung der Umsetzung;

In der Struktur der Schulinspektorate wird dort – wo es diese Stelle noch nicht gibt – ein Inspektor/Methodiker für Deutsch als Fremd-, bzw. Muttersprache oder in der Kombination DaF/DaM/eine andere Zuständigkeit ernannt, und zwar so, dass dieser/diese die Umsetzung des Programms verfolgt;

Schulen und Lyzeen, in denen der Deutschunterricht eine Tradition vorzuweisen hat, werden unterstützt diese wieder zu beleben;

Es wird für die Wiedereinführung, die Erhaltung und die Erweiterung des Stellenwertes der deutschen Sprache im Angebot der Schulen gesorgt, in denen Deutsch in den letzten Jahren unterrichtet worden ist ;

Im Fremdsprachenangebot der Schulen, die gleichzeitig eine rumänische und eine deutsche Abteilung führen, soll in der rumänischen Abteilung Deutsch als Fremdsprache angeboten werden;

Deutsch wird zunehmend als erste, zweite oder dritte Fremdsprache eingeführt und auch als extra/curricularer Kurs zur Erlernung oder Vertiefung der deutschen Sprache angeboten, im Rahmen der vom neuen nationalen Curriculum gegebenen Möglichkeiten (Bestimmung des Bildungsministeriums Nr. 11650/26.07.1999);

Deutsch soll intensiv oder bilingual in immer mehr Klassen der theoretischen Lyzeen und berufsausbildenden Schulen eingeführt werden;

Eine wachsende Zahl von Schülern soll in den Prüfungsprozeß der Sprachkenntnisse einbezogen werden;

Lyzeen, die Sprachdiplomzentren (Sprachdiplom II der KMK) sind, sollen unterstützt werden in ihrem Bestreben sich als repräsentative Schulen zu etablieren; Die Anzahl der Klassen mit verstärktem Deutschunterricht – intensiv oder bilingual – gegebenenfalls der Klassen mit deutschsprachigem Unterricht soll wachsen, damit diese Form der europäischen Kooperation, durch die Erlangung des Sprachdiploms II, erweitert werden kann.

Die Zubringerschulen für das Sprachdiplom II und die Schulen, die im Fremdsprachenangebot Deutsch haben, sollen von den Schulinspektoraten unterstützt werden, damit die Anzahl der Schüler die Deutsch lernen wächst.

Es empfiehlt sich, dass die Qualität des schulischen Managements insbesondere in diesen Unterrichtseinheiten wächst; deshalb werden Schulleiter dieser Schulen priortär in Fortbildungsprogramme für Schulleiter einbezogen;

Eine besondere Bedeutung wird den Managementplänen der Schulleiter und Schulinspektoren und der Umsetzung dieser Pläne beigemessen, zwecks Förderung der deutschen Sprache

Um dem wachsenden Bedarf an qualifizierten Lehrkräften nachzukommen, empfiehlt es sich, Lehrer deren zweites Fach Deutsch ist und die bisher nur ihr erstes Fach unterrichtet haben als Deutschlehrer zu beschäftigen; diese Lehrkräfte sollen vorrangig in Fortbildungsprogramme einbezogen werden, z.B. Sokrates-Programme, Lingua B;

Entscheidungsträger sollen sich verstärkt um die Einrichtung  von Deutschlehrerstellen kümmern und bestrebt sein, unbesetzte Lehrerstellen für Deutsch oder für Fächer, die in deutscher Sprache unterrichtet werden, bekanntzumachen; Der Sprachtest , dem sich Lehrkräfte unterziehen müssen, die – fest oder befristet – eine Lehrerstelle im deutschsprachigen Schulwesen besetzen wollen und die gute Deutschkenntnisse voraussetzt, erfolgt normalerweise beim Schulinspektorat; Für die Schulinspektorate, die zur Zeit keinen Deutschinspektor haben, sollte der Test in drei Zentren erfolgen, d.h. in Bukarest für den südlichen und östlichen Teil des Landes, Timiºoara/Temeswar für den Westen des Landes, Sibiu/Hermannstadt für Siebenbürgen.

Lehrer, die vom Bildungsministerium anerkannte Diplome oder Bescheinigungen der Deutschsprachkenntnisse vorweisen (Abiturprüfungszeugnis einer deutschsprachigen Abteilung oder der Spezialabteilung mit deutsch-rumänischem Abitur, Sprachdiplom II der KMK, Zentrale Mittelstufenprüfung, Oberstufenprüfung des Goethe-Instituts, Kleines, bzw. Großes Sprachdiplom des GI, Österreichisches Sprachdiplom oder ähnliche Diplome und Zertifikate), sollen sich zukünftig nicht dem üblichen Testverfahrenunterziehen;

Die Lehrer, die Deutsch  oder Fächer in deutscher Sprache unterrichten, werden unterstützt, damit sie an den Fortbildungsveranstaltungen des Fortbildungszentrums Mediasch oder an anderen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen, die auf Kreisebene oder regional stattfinden;

Die Schulinspektorate und die Schulleitungen werden das Angebot des Fortbildungszentrums in Mediasch und das anderer Fortbildungsanbieter verfolgen und bekanntmachen; Die Schulinspektorate und die Lehrerhäuser werden lokale Fortbildungsprogramme initiieren und unterstützen, indem sie auf nationale Fortbildner und auf andere erfahrene Lehrer zurückgreifen;

Es empfiehlt sich lokale, regionale und nationale Schülerwettbewerbe und Ferienlager mit deutschsprachigem Programm zu organisieren;

zukünftig sollen verstärkt Schulpartnerschaften, Projekte im Rahmen der  Sokrates und Leonardo da Vinci-Programme  gefördert werden, und  jedwelche Form  des Erwerbs der deutschen Sprache unterstützt werden;

III. Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Ländern

III.1. Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland

Die Intensivierung der deutsch-rumänischen Zusammenarbeit im schulischen Bereich entspricht dem bilateralen Freundschaftsabkommen und dem deutsch-rumänischen Kulturabkommen. Das Abkommen zwischen der Regierung Rumäniens und der Regierung der Bundesepublik Deutschland über die Zusammenarbeit im schulischen Bereich, das am 15.März 1996 unterzeichnet wurde und 1999 von beiden Seiten ratifiziert wurde, legt die konkreten Bedingungen fest;

Im Rahmen dieses Abkommens hat das rumänische Unterrichtswesen in den letzten Jahren sich einer kontinuierlichen Unterstützung von Bundesdeutscher Seite erfreut.

An rumänischen Universitäten sind zur Zeit acht DAAD-Lektoren tätig und im Rahmen des Lehrerentsendeprogramms sind jährlich etwa sechzig Lehrer unterschiedlicher Fachausrichtungen tätig, hauptsächlich in Schulen mit muttersprachlichem oder verstärktem Deutschunterricht, die in der Regel auch Sprachdiplomschulen sind. Viele dieser entsandten Lehrer beteiligen sich an der Erarbeitung neuer Curricula, neuer Unterrichtsmaterialien oder Lehrbücher, sind als Multiplikatoren regional oder im Fortbildungszentrum Medias tätig. Die Fachberater haben Kontakte zu deutschen Fortbildungsinstituten ermöglicht und im Laufe der letzten Jahre hat die deutsche Seite einer großen Anzahl von rumänischen Lehrkräften (Kindergärtnerinnen, Grundschullehrern, Lehrern, Methodikern, Fach- und Generalschulinspektoren) die Möglichkeit geboten sich an Seminaren und Hospitationen in Deutschland zu beteiligen.

Ein besonders wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist die Tatsache, dass seit 1995 rumänische Schüler das Sprachdiplom II der KMK erlangen können, das Deutschkenntnisse bescheinigt, die ein Studium in der Bundesrepublik ermöglichen. Jährlich hat eine Anzahl von über 500 rumänischen Schülern diese  komplexe Prüfung bestanden (von den cca.2300 Prüflingen der nördlichen Halbkugel). Bis 1999 haben über 2000 rumänische Schüler diese Prüfung bestanden, was zum einen das Interesse für die deutsche Sprache und zum anderen die Qualität der Deutschkenntnisse unter Beweis stellt.

Seit 1995 haben über 160 Schüler mit Erfolg die Allgemeine Hochschulreife an der Spezialabteilung des Bukarester Lyzeums „H. Oberth“ erlangt. Ab dem Schuljahr 2000/2001 wird eine neue Abteilung am Temeswarer Nikolaus-Lenau-Lyzeum eingerichtet.

Die deutsche Seite erteilt über unterschiedliche Institutionen, eine große Anzahl von Stipendien für Schüler mit herausragenden Ergebnissen in der Aneignung der deutschen Sprache (Gewinner der Landesphase der Schülerwettbewerbe für Deutsch). Eine beachtliche Zahl von Lehrkräften erfreut sich jährlich der Fortbildungsmaßnahmen, die von der Bundesrepublik in Deutschland oder im Lande, durch die Entsendung von Fachleuten getragen werden.

Das Goethe-Institut bietet Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, wie: unqualifizierte Lehrer, Junglehrer, Kindergärtnerinnen, Grundschulehrerinnen, Deutschlehrer oder Lehrer, die verschiedene Fächer in deutscher Sprache unterrichten. Diese Seminare werden zusammen mit dem Erziehungsministerium, mit den Kreisschulinspektoraten und mit der Fachberatung organisiert.

Die kontinuierliche Unterstützung des Goethe-Instituts hat sich in der Vorbereitung der Curriculum- und Lehrbuchautoren, in der hoch qualifizierten Begleitung des Lehrbuchprojekts für DaF „Deutsch mit Spaß“, in der Ausstattung einiger Schulen mit Unterrichtsmaterialien, in der Finanzierung der Fachzeitschrift des Deutschlehrerverbandes “Deutsch aktuell“ u.a. verwirklicht.

Die vom Goethe-Institut durchgeführten Fortbildungsmaßnahmen erfreuen sich eines großen Interesses.

Zur Zeit ist eine Vervielfältigung der Fortbildungsmaßnahmen notwendig, die den neuen Bedürfnissen der unterschiedlichen Kategorien von Lehrern entsprechen.

Der Deutschlehrerverband Rumäniens hat mit der finanziellen und fachlichen Unterstützung des Goethe-Instituts und von Kulturkontakt – Österreich , sowie mit der fachlichen Begleitung der Gesamthochschule Kassel, ein Pilot-Projekt zur Ausbildung von Multiplikatoren für den Primar-, Gymnasial- und Lyzealbereich durchgeführt. Das Programm hat sich über zwei Jahre erstreckt, 19997-1999, und hat Workshops, Kontaktphasen, verbunden mit Selbststudium beinhaltet. Jede Einheit ist mit einer Bewertung der Kenntnisse abschlossen worden und das ganze ist mit einer Abschlussprüfung beendet worden. (Durch den Ministererlaß Nr. 3086/ 20.01. 2000 wird die erworbene Qualifikation anerkannt). Als Folge verfügt das rumänische Unterrichtswesen zur Zeit über 26 Multiplikatoren für Deutsch, die nach europäischen Standards ausgebildet worden sind.

Das heißt, dass Deutschlehrer oder Lehrer, die unterschiedliche Fächer auf Deutsch unterrichten, in einem Fortbildungsprogramm aufgenommen werden können, das multiplikatorisch weitergeführt werden kann.

In Bukarest, in Cluj/Klausenburg und in Iaºi/Jassy gibt es jeweils eine Zweigstelle des Goetheinstituts mit gut ausgestatteten Bibliotheken und mit einem beachtlichen Angebot an Deutschkursen und  kulturellen Programmen.

All diese Maßnahmen unterstützen die Bemühungen des Bildungsminsteriums zur Festigung des Stellenwertes von Deutsch in Rumänien.

Ein bedeutender Beitrag der deutschen Seite stellt auch die Finanzierung der Renovierungsarbeiten am Schulerhaus in Mediasch, dem Sitz des Zentrums für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache, das über Tagungsräume und einer begrenzten Zahl von Unterbringungsplätzen verfügt.

Die aus Deutschland entsandten Fachberater (in Bukarest, Sibiu/Hermannstadt und Timisoara/Temeswar), eine vom Institut für Auslandsbeziehungen entsandte Fachbetreuerin für den Kindergartenbereich und einen Fachbetreuer für den Grundschulbereich, im Rahmen des Lehrerentsendeprogramms (beide in Sibiu/Hermannstadt) veranstalten regelmäßig Fortbildungen für Lehrkräfte, die im muttersprachlichen Schulwesen unterrichten.

Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Rumänien durch die Entsendung von Lehrern und Fachleuten, durch die Ausstattung mit zusätzlichem Material für den Deutschunterricht auf allen Stufen und durch die Gewährung von Stipendien für Schüler, Studenten, Fachleuten, Jungwissenschaftler, Lehrer. Es handelt sich um PAD und DAAD-Stipendien, um Hospitationsprogramme der Länder in Deutschland, um Goethe-Institut-Stipendien usw.

III.2. Die Zusammenarbeit mit der Republik Österreich 

Die Republik Österreich unterstützt im Rahmen des bilateralen Abkommens die Reform des rumänischen Unterrichtswesens.

Die Republik Österreich trägt zur Wiederbelebung des Deutschunterrichts in Rumänien durch eine Reihe von Maßnahmen bei, die vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst, von Kulturkontakt und von Österreich Kooperation gefördert werden.

An rumänischen Universitäten sind zur Zeit fünf österreichische Lektoren tätig und in Bukarest sowie in Temeswar gibt es an der Fremdsprachenfakultät je eine Österreich-Bibliothek.

Im präuniversitären Bereich hat sich die österreichische Unterstützung folgendermaßen konkretisiert:

  • einwöchige Stipendien in Wien für Schüler mit besonderen Leistungen im Fach Deutsch;

  • zweiwöchige Fortbildungsmaßnahmen für Deutschlehrer;

  • die Entsendung von österreichischen Lektoren für die Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen mit der Zeitdauer von 7-10 Tagen, die in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Deutschlehrerverband veranstaltet wurden;

  • finanzielle Unterstützung des ebenfalls vom rumänischen Deuschlehrerverband, in Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland durchgeführten Projekts zur Ausbildung von Multiplikatoren (1997-1999).

  • Teilnahme von rumänischen Lehrern und Professoren an internationalen Konferenzen;

Am 28. Januar 1998 wurde das Kulturabkommen zwischen Rumänien und Österreich für die Zeitspanne 1998-2001 und 1999 das Abkommen über die Zusammenarbeit im schulischen Bereich in Bukarest unterzeichnet. Auf Grund dieser Vereinbarungen und als Folge der wiederholten Bittschriften von Seiten des rumänischen Bildungsministeriums an die Botschaft der Republik Österreich ist die Stelle des österreichischen Bildungsbeauftragten, der gleichzeitig an die Botschaft und an das rumänische Bildungsministerium gekoppelt ist, wieder eingerichtet worden, was zur Intensivierung der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet führen wird. Ein erstes Seminar zur Alternativpädagogik wird in Bukarest stattfinden. Weitere Veranstaltungen werden in Mediasch für Teilnehmer aus dem ganzen Land geplant.

In Wirtschaftslyzeen ist zusammen mit der österreichischen Seite ein Programm gestartet worden mit dem Ziel, im Bereich des Tourismus, Gastronomie und Hotelgewerbe eine besonders gute Ausbildung zu erzielen, so dass zum einen neue Lehrpläne erarbeitet werden, zum anderen sowohl die Fortbildung der Lehrer als auch die berufliche Ausbildung der Jugendlichen verbessert werden soll. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die praxisbezogene Simulierung der Art und Weise, in der eine Touristikfirma funktioniert.

Die Republik Österreich wird auch weiterhin mit den Partnern im Bildungswesen eng zusammenarbeiten und die Programme zur Festigung des Stellenwertes der deutschen Sprache unterstützen.

IV. SCHLUSSFOLGERUNGEN  

In der Förderung der deutschen Sprache auf allen Stufen des rumänischen Unterrichtswesens ist weiterhin eine konzentrierte Verstärkung der Bemühungen des Bildungsministeriums, der Universitäten, der Schulinspektorate, der schulischen Einheiten, der Schulkommission des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, des rumänischen Deutschlehrerverbandes  und der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens erforderlich.


 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens (ZGR), 9. Jg., Heft 17-18 / 2000, S. 317-326

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

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