Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa

 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 405-408

 

 

WOLFGANG BRAUNGART, ÄSTHETISCHER KATHOLIZISMUS.

STEFAN GEORGES RITUALE DER LITERATUR.

XI + 382 S., Max Niemeyer Verlag Tübingen, 1997

[= Communicatio: Studien zur europäischen Literatur- und Kulturgeschichte, 15]

 


Neben Trakl und Rilke sowie, später, Benn und Bert Brecht ist als Lyriker zweifellos Stefan George (1868-1933) eine der Schlüsselgestalten deutschsprachiger Dichtung in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Zwar hat er, wie der vor den Nationalsozialisten emigrierte Schalom Ben-Chorin - den Dichter gegen den Vorwurf, er habe das Dritte Reich geistig vorbereitet, verteidigend - schreibt, “keine Erben in der jüngeren Generation hinterlassen. Und dennoch ist die heutige freie deutsche Literatur nicht denkbar ohne das Werk Georges, das die größte und weitreichendste Katharsis der deutschen Sprache in unseren Tagen bewirkt.” (1) Welche Ausstrahlung gerade Georges Lyrik - so umstritten sie im Urteil der Nachwelt auch sein mag (2) - auf die unmittelbaren Zeitgenossen hatte, erhellt nicht zuletzt aus der Tatsache, daß Theodor W. Adorno, aber auch Schönberg, Berg und Webern selbst sich in ihrem Liedschaffen zahlreiche Gedichte von ihm anverwandelten. Daß Berg dabei für die Konzertarie Le Vin / Der Wein (1929) auf eine Baudelaire-Übersetzung rekurriert, macht zugleich die Rolle des Dichters als Übersetzer und damit Vermittler französischer Dichtung, vor allem der poètes maudits, in den deutschen Sprachraum deutlich. Während Rilke zumal Valéry verdolmetscht - und, viel später, Celan u.a. André du Bouchet, Supervielle, Char und Henri Michaux, aber auch Rimbauds Bateau Ivre und Valérys La jeune parque überträgt, vor der Rilke zurückgeschreckt war -, sind für George, so ist an den Übertragungen abzulesen, drei Lyriker “besonders wichtig: Baudelaire, Verlaine, Mallarmé. Rimbauds Bedeutung [...] ist dagegen schwächer, obwohl der größere Teil seines Werkes in Georges Frühphase schon publiziert war und obwohl George auch zahlreiche Gedichte Rimbauds in seiner Jugendzeit abgeschrieben hat” (S.16f.). Mit seinen Übersetzungen trägt George so maßgeblich zur Rezeption des französischen Symbolismus, mit der daraus gewonnenen eigenen ästhetischen Konzeption und seiner betont elitären Positionierung nachhaltig zur Überwindung des auf dem Terrain der Lyrik ohnehin weder vorrangig noch eigentlich innovativ wirksam gewordenen Naturalismus in Deutschland bei.

So wohlfeil sie ist, gilt es allerdings, die Rede von einer Ablösung oder gar Überwindung vermeintlich naturalistischer Dominanz durch den Import symbolistischer Vorbilder im historischen Kontext zu differenzieren; konvergieren Georges Ästhetizismus - oder, wie jüngst Stefan Breuer dieselbe Haltung genannt hat, Georges ästhetischer Fundamentalismus (3) - und der Naturalismus etwa Gerhart Hauptmanns, der seinerseits wiederum bald zu symbolischer Hypertrophierung neigt, doch nicht allein in der Ablehnung des wilhelminischen Establishments, jener Interessengemeinschaft aus (nicht nur preußischem) Adel, Besitz- und Bildungsbürgertum, die die imperiale Politik unter Wilhelm II. stützt. Man braucht sich vielmehr bloß vor Augen zu halten, daß eines der meistverkauften literarischen Werke um 1900 Joseph Viktor von Scheffels Versepos Der Trompeter von Säckingen (Erstdruck Weihnachten 1853 [mit Jahreszahl 1854], 250.[!] Auflage 1900) ist (4) und Scheffel selbst, so die Allgemeine Deutsche Biographie, damals “der Lieblingsdichter des deutschen Volkes” (5), und diesen Befund mit den Spielplänen der Berliner Bühnen abzugleichen (6), um klar zu sehen, in wie hohem Maße sei’s patriotisch-panegyrische, sei’s harmlos-repräsentativ-schöne “Kunst” um die Jahrhundertwende die öffentlichen Szenen beherrscht. Dagegen opponiert im Gefolge Baudelaires George genauso wie Hauptmann oder Holz/Schlaf im Fahrwasser Ibsens bzw. Zolas mit einem Konzept, das Ästhetisches und Soziales vereint. “Diese Verbindung ist [...] nicht nur Kern von Georges Literatur-Konzeption. Sie ist es für Kunst und Literatur um 1900 überhaupt, die auf das Gesamtkunstwerk zielen, in dem die Grenzen zwischen Ästhetischem und Sozialem nicht scharf gezogen werden, die deshalb auch nicht systematisch zwischen freier und angewandter bzw. Gebrauchs-Kunst unterscheiden und die mit einem emphatischen Lebensbegriff argumentieren.” (S.77) In diesem Punkt trifft die Bohème-Kultur sich mit Kulturkritikern und Reformpädagogen. Die emphatische Verbindung von Ästhetischem und Sozialem in einem gleichwie unscharf gefaßten Lebensbegriff bringt zudem den Werkbund und Experimente wie das der Maler- und Künstlerkolonie Worpswede hervor, der bekanntlich auch Rilke vorübergehend angehört hat. Noch die expressionistischen Bewegungen, der Futurismus und die russischen Konstruktivisten gehen, später, vom gleichen Kern aus.

Es gehört zu den Vorzügen der Darstellung Braungarts, solche Konstanten in der Kultur der Jahrhundertwende unaufdringlich herauszuarbeiten, ohne mit ihnen monokausal George erklären zu wollen. Betont werden muß mit Breuer freilich auch, daß George sich durch seine elitär geprägte politische Abstinenz - im Kaiserreich ebenso wie in der Weimarer Republik - von allen Ismen seiner Zeit aristokratisch abhebt. Ästhetischer Fundamentalismus bedeutet ja, daß politisch-gesellschaftliche Wirkung, sofern überhaupt, allein auf dem Weg eines unbedingten Rigorismus in Sachen der eigenen Kunst erreichbar, im Ergebnis daher höchstens mittelbar mitintendiert sein kann. Bei Braungart liest sich dies anders. Insofern seine Arbeit mit dem Begriff des Rituals eine eher anthropologisch-ethnologisch denn in der politisch-soziologischen Theorie fundierte Kategorie als Ausgangspunkt der Analyse wählt (7), gerät ihr dafür von Anfang an stärker das Phänomen der (Selbst-)Inszenierung und -Stilisierung des Dichters im Rahmen des George-Kreises in den Blick. In dieser Gemeinschaft im großen und ganzen gleichgesinnter Anhänger sieht Braungart zu Recht den selbstgeschaffenen Wirkungskreis Georges (8), in dem - anders als es unter der Bedingung der Öffentlichkeit eines dispersen Publikums möglich gewesen wäre - als sozial intendiertes ästhetisches und ästhetisch motiviertes soziales Handeln im Geist wie im Gestus des Rituals, gemeinsam vollzogen, zur Deckung gelangen. Erst von hierher wird denn auch Brechts weiter oben zitierte Ablehnung der Dichtung Georges verständlich: Jedwede Form rituellen, also per definitionem reflexionslosen Mit- und Nachvollzugs, wie George sie fordert(e), mußte dem Erfinder des epischen Theaters naturgemäß wohl von Grund auf suspekt sein.

Suspekt war und blieb George trotz der frühen Intervention Adornos (9) nach 1945 auch lange Zeit der Universitätsgermanistik, und zwar im Osten ebenso wie im Westen, wo das Hauptaugenmerk erstlich Rilke und dann, später, Trakl sich zuwandte. Allenfalls Martin Heidegger und, wiederholt, Adorno wiesen auf ein lyrisches Werk der Moderne hin (10), dessen Rezeption nicht nur der Umstand erschwert, daß “[d]er Sprachgestus Georges [...] im Verlauf seiner poetischen Entwicklung mehr und mehr thetisch, verkündigend, fordernd, oratorisch [wird], auch in der Wahl der Gattung (>Sprüche an die Lebenden< [...])” (S.81). Die Hagiographie der George-Gemeinde, in deren Obhut der “Meister” fast gänzlich verschwand, hat zusätzlich dafür gesorgt, daß die Forschung sich nach wie vor auf eine Vielzahl von Quellen verwiesen sieht, deren Zuverlässigkeit zweifelhaft ist. Braungart konstatiert denn auch: “Vieles von dem, was wir über George wissen, wissen wir [...] durch die Vermittlung des Kreises, vor allem aus den Erinnerungsbüchern. Das mag man bedauern, weil so subjektive Verzerrungen nicht ausbleiben. Es entspricht”, und in dieser Erkenntnis liegt der entscheidende Neuansatz, “aber durchaus Georges Selbstverständnis. Die Erinnerungsbücher machen zumindest dies ganz deutlich: wie sehr George als Mittelpunkt des Kreises angenommen wurde, wie sehr noch die beiläufigste Bemerkung und die kleinste Geste autoritative Geltung hatten und sich einprägten.” (S.81) Braungart tritt m.a.W. nicht an, um das Dickicht der Überlieferung um George zu lichten (11). Das Buch nimmt vielmehr diese Überlieferung ernst, sieht in dem Kreis, seinen Ritualen und den Erinnerungsbüchern, die sie überliefern, einen Teil der intendierten Wirkung, mehr noch: einen Teil von Georges Werk. “Nicht nur liegt für George der Sinn seines Lebens in seinem Werk. Sein Leben selbst ist sein Werk. In ihm gibt es nichts Privates. Der ästhetizistische Gedanke wird damit fortgesetzt und radikalisiert. [...] In diesem Sinne ist Georges Ästhetik der rigoroseste Versuch einer rituellen Ordnungsästhetik in der modernen deutschen Literatur.” (S.109f.)

Nicht um eine von der im Kreis geübten sozialen und ästhetischen Praxis vermeintlich ablösbare “Lehre” Georges ist es der Darstellung also zu tun. Folgt man Braungart, so gibt es sie nicht. Stattdessen geht es der Arbeit um die ästhetischen und sozialen Mechanismen, die den Kreis um George organisierten, indem sie dem einzelnen Mitglied die Zugehörigkeit zu dieser exklusiven Gemeinschaft und damit zugleich seine Unterwerfung unter ein Regulament, das ausschließlich George bestimmte, in actu als sinnvoll erfahren ließen. Diese Mechanismen sieht Braungart bereits im symbolistischen Frühwerk Georges mit seiner Dunkelheit und den ästhetischen Ritualen des l’art pour l’art angelegt. “Rituale [nämlich] können auf Dauer nicht unverstanden, unbegriffen vollzogen werden. Schon gar nicht sprachliche Rituale. In der Entwicklung von Georges Werk verbinden sich nun [d.h. nach der Jahrhundertwende] ästhetische Erscheinungsformen des Rituals wie konsequente Rhythmisierungen und Wiederholungsstrukturen zunehmend mit der Motivik und Thematik von ‘Herrschaft und Dienst’, mit Opfer, Einordnung und Unterordnung, mit dem Gedanken von Meister und Jünger.” (S.111) Gerade dieser Zusammenhang sei für George entscheidend: “Weil das Ritual allgemein eine soziale und ästhetische Ordnungsinszenierung ist, ist es als Instrument zur Herrschaft und zur Erziehung funktionalisierbar. Es spricht den Menschen auch in seiner Sinnlichkeit und Körperlichkeit an und formt ihn auch körperlich, es diszipliniert ihn und ordnet ihn einem größeren Zusammenhang unter. [...] Georges Dichtung wird zunehmend Lehrdichtung. [...] Der Kreis wird mehr und mehr - die nicht ganz glückliche Metapher sei erlaubt - Georges neuer >Text<. Der Kreis ist das >fleischgewordene Wort<.” (S.112)

Folgerichtig gelten im zweiten, dem eigentlichen Hauptteil der Arbeit - der erste, einführende, hat allgemein “Tendenzen und Dispositionen zum Rituellen um 1900” (vgl. S.1-73) zum Gegenstand - sieben Abschnitte gleichermaßen Facetten des Werkes im engeren Sinne, also der Entwicklung der Lyrik Georges (“Katholizismus”, “Liturgische Lyrik”, “Selbstbezüglichkeit”, “Zyklen”, “Lieder”), wie auch der gemeinsamen Praxis im Kreis (“Lesen, Hören, Verstehen”, “Poetische Eucharistie”); werden die Strategien der (Selbst-)Inszenierung Georges als “Meister” sowohl innerhalb des Kreises als auch in dessen Präsentation nach außen hin thematisiert (vgl. vor allem “»Das Haupt« George im Bild”). Die Kategorie des Rituals verschafft Braungart dabei die Möglichkeit, nicht nur den Anschluß der ästhetischen Praxis Georges an die der französischen poètes maudits - etwa des Kreises um Mallarmé - plausibel zu machen und zugleich dem Kreis um George als einer Gemeinschaft gerecht zu werden, die sich mit dem Kult des großen Erneuerers gegen die Massengesellschaft der Moderne, gegen deren Mediatisierung durch Schaffung einer autonomen pädagogisch-poetischen Provinz zu behaupten versucht. Schon das wäre nicht wenig, gelingt es doch so, die innere Einheit und Konsequenz von Georges Lebens-Werk schlüssig nachzuzeichnen. Die Studie gewinnt mit der Kategorie des Rituals aber noch wesentlich mehr. Indem sie das rituellen Vollzügen stets immanente Potential, zwischen Teilnehmern und Außenstehenden, die den Vollzug verweigern, zu polarisieren, in der analytischen Kategorie “Ritual” a priori aufhebt, gelangt sie, und dies unterscheidet sie von der Darstellung Breuers, zu einer Beschreibung ihres Befunds sine ira et studio.

Daß die Untersuchung angenehm frei bleibt von beidem, d.h. weder ideologiekritisch motivierten Abwehrreflexen verfällt noch in Verehrung ihres Gegenstands erstarrt, kommt ihr durchwegs zugute. Unglücklich scheint mir allein der Begriff “ästhetischer Katholizismus” zu sein, auf den der Befund bei Braungart gebracht wird. Zwar hat er zweifellos Rückhalt darin, daß die rigorose Ordnungsästhetik Georges kultischen Ritualen, Ideologemen und Formen des oder, besser, eines Katholizismus verpflichtet ist. Zugleich aber weiß gerade Braungart sehr wohl, daß der für George einschlägige Fundus nicht der zeitgenössische kirchliche ist. Ästhetischer Katholizismus meint denn auch erstlich nur, “daß George von der ästhetischen und sozialen Faszination des Katholischen und von der kultischen Thematik nie wirklich loskommt, daß sie sein Werk wirklich begründen” (S.199); ein Werk, dessen Urheber sich nota bene der echten - naiven? - Katholizität seiner Kindheit irreversibel - schmerzlich? - entfremdet weiß und vielleicht eben deshalb für andere zum Gesetzesstifter sich aufschwingt: “Der echte Katholizismus ist etwas Ehrwürdiges, Reines und Richtiges. Ich selbst habe bis zum achtzehnten Jahr darin gelebt. Dann ist bei mir die Wandlung gekommen.” (George, zitiert nach S.203) Georges ästhetischer Katholizismus manifestiert sich daher für Braungart zumal im pontifikalen - für die katholische Amtskirche demnach usurpatorischen - Sprachgestus seiner Lyrik. “[George] nützt das überlieferte religiöse Inventar für seine poetische >Verkündigung<, die so den Charakter überindividueller Gültigkeit und Allgemeinheit bekommen soll und eben doch [...] poetische Rede eines einzelnen in seinem Anspruch bleibt.” (S.202) Damit, und dies ist die letzte Bedeutung des Begriffs “ästhetischer Katholizismus”, steht die angestrengte Sprechweise Georges wie keine andere in der deutschsprachigen Lyrik in Opposition zur Inständigkeit der durch Luther geprägten Bibel- und, so Braungart, in Rilkes etwa gleichzeitig mit Georges entstandenem poetischen Werk erneut quasireligiös fruchtbar gemachten Sprache der Innerlichkeit.

Der Preis für den sich der Innerlichkeit des Protestantismus verweigernden, mithin der deutschen Literatursprache als - von Gryphius und Hoffmannswaldau über Goethe und Hölderlin bis hin zu Gerhart Hauptmann - historisch gewachsenem Ausdruckspotential fundamental entgegengesetztem Sprachgestus Georges war nicht gering: “Georges Weg zur Lehre ist, was seine Lyrik angeht, zugleich der Weg ins poetische Schweigen. [...] Es spricht für den Rang Georges [als Dichter], die Unproduktivität der affirmativen und herrischen Sprachgebärde, die keine wirkliche Entwicklung mehr zuließ, erkannt zu haben. Die meisten der Gedichte des >Neuen Reiches< sind noch vor 1920 entstanden. Die Jahre bis zu seinem Tod 1933 brachte George im Kreis und mit der Ordnung seines Werkes zu.” (S.306) Mindestens in bezug auf die Lyrik, nicht aber im Hinblick auf das Liedschaffen der “Neuen Wiener Schule” um Schönberg wird aufgrund dieses Befunds die von Ben-Chorin attestierte befreiende Wirkung Georges wohl neu zu bewerten sein.

Wolfgang Schaller


ANMERKUNGEN:

(1) Schalom Ben-Chorin, Begegnungen. Porträts bekannter und verkannter Zeitgenossen. Hg. von Verena Lenzen. Gerlingen: Bleicher, 1991, S.49.

(2) Vgl. die stellvertretend wiedergegebenen Aussagen Adornos und Brechts in Kurt Rothmann, Kleine Geschichte der deutschen Literatur. 7., erweiterte Aufl., Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1985, S.224: “Brecht urteilte über Georges Dichtungen: ‘(...) ihre Form ist zu selbstgefällig. Seine Ansichten scheinen mir belanglos und zufällig (...).’ Adorno dagegen meinte: ‘Am hohen Stil ist keine Sekunde Zweifel. (...George) fügt Zeilen zusammen, die klingen, nicht als wären sie von ihm, sondern als wären sie von Anbeginn der Zeiten da gewesen und müßten für immer so sein.’”

(3) Stefan Breuer, Ästhetischer Fundamentalismus. Stefan George und der deutsche Antimodernismus. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995.

(4) Die Angaben nach Günter Mahal, Joseph Viktor von Scheffel. Versuch einer Revision. Karlsruhe: C.F. Müller, 1986, S.184. Vgl. auch die Zahlen in Max Bucher et al. (Hg.), Realismus und Gründerzeit. Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1848-1880. Mit einer Einführung in den Problemkreis und einer Quellenbibliographie. Band 1: Einführung in den Problemkreis, Abbildungen, Kurzbiographien, annotierte Quellenbibliographie, Register. Stuttgart: J. B. Metzler, 1981: “100. Auflage 1882, 200. Auflage 1892, 300. Auflage 1910” (S.153), und zwar “zu je 1200 Exemplaren” (S.213). Das heißt, daß in den letzten zwanzig Jahren des 19. Jahrhunderts 180.000 Exemplare von Scheffels Versepos verkauft werden konnten. Der Trompeter von Säckingen übertraf damit die Verkaufszahlen eines beliebigen Titels von Storm, Raabe oder Fontane um etwa das Fünfzehnfache: “Vor allem nach 1880 konnten die großen realistischen Erzähler mit neuen Auflagen [in Höhe von 1000-2000 Exemplaren] in zwei- bis dreijährigem Turnus rechnen” (S.211).

(5) J. Braun, Scheffel. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Dreißigster Band: v. Rusdorf - Scheller. Auf Veranlassung Seiner Majestät des Königs von Bayern hg. durch die historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften. Neudruck der 1. Auflage von 1890. Berlin: Duncker & Humblot, 1970, S.777-791, hier: S.777.

(6) Was auf den Berliner Bühnen um 1900 gespielt wurde, ist Alfred Kerr, Wo liegt Berlin? Briefe aus der Reichshaupstadt 1895-1900. Hg. von Günther Rühle. 768 S., Berlin, Aufbau-Verlag, 1997, passim zu entnehmen. Es handelt sich bei dieser Ausgabe um eine Sammlung von Beiträgen, die der angehende Theater- und Musikkritiker Alfred Kerr (1867-1948) in den Jahren vor der Jahrhundertwende als Korrespondent für das Feuilleton der Breslauer Zeitung verfaßte.

(7) Grundlegend zur Verwendung des Begriffs “Ritual” vgl. Wolfgang Braungart, Ritual und Literatur. Tübingen: Max Niemeyer, 1996 [= Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft, 53].

(8) Zum George-Kreis, seiner inneren Organisation und seiner intellektuellen Breitenwirkung in den kulturellen und politischen Debatten der Zeit vgl. jetzt auch die materialreiche Arbeit von Rainer Kolk, Literarische Gruppenbildung. Am Beispiel des George-Kreises 1890-1945. Tübingen: Max Niemeyer, 1998 [= Communicatio: Studien zur europäischen Literatur- und Kulturgeschichte, 17].

(9) Vgl. die Rede über Lyrik und Gesellschaft. In: Akzente 4, 1957, H.1, S.8-34. Wieder in: Theodor W. Adorno, Noten zur Literatur. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1958 [= bibliothek suhrkamp, 47], S.73-104.

(10) Für Adorno vgl. neben der schon genannten Rede über Lyrik und Gesellschaft (wie Anm. 9) zumal den Essay George, in: Ders., Noten zur Literatur IV. Hg. von Rolf Tiedemann. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1973 [= bibliothek suhrkamp, 395] S.45-62. Für Heidegger vgl. die Vorträge Das Wesen der Sprache und Das Wort, in: Ders., Unterwegs zur Sprache. Pfullingen: Günther Neske, 1959, S.157-216 bzw. S.217-238.

(11) Lakonisch bekennt Braungart eingangs des Literaturverzeichnisses zu diesem Problem: “Ich habe [...] nicht zwischen Quellen und sonstiger Literatur unterschieden, weil diese Trennung bei Werken aus dem George-Kreis kaum möglich ist.” (S.307)
 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 405-408

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania